Freitag, 18. April 2014

Statistik zeigt "Radler hÀufiger berauscht als Autofahrer"

Mehr als nur ein Radler: Fahrradfahrer von Auto erfasst

Am Dienstagabend kam es in Bad Wiessee zu einem Zusammenstoß zwischen einem alkoholisierten Wiesseer Fahrradfahrer und einem Autofahrer aus den USA. Der 51-jĂ€hrige Einheimische war mit seinem Fahrrad auf der MĂŒnchner Straße in nördliche Richtung unterwegs, als er laut Polizei völlig unerwartet nach links in die Koglkopfstraße abbog.

Der nachfolgende PKW-Fahrer konnte nicht mehr bremsen und stieß mit dem Mann zusammen, der anschließend vom Roten Kreuz ins Krankenhaus Agatharied gebracht werden musste.

Immer wieder kommt es zu UnfÀllen aufgrund alkoholisierter Radler.

Dabei sind VorfĂ€lle mit alkoholisierten Radlern keine Seltenheit. Ob am Tegernsee oder anderswo, jedes Jahr werden Fahrradfahrer von der Polizei betrunken auf ihrem Drahtesel angetroffen oder verletzen sich aufgrund ihres Zustandes im Straßenverkehr. Eine Statistik von vor zwei Jahren bestĂ€tigt dies:

Rund 42 Prozent der schweren RadunfĂ€lle wurden laut der Untersuchung von den Pedalisten selbst verschuldet. Die GrĂŒnde hierfĂŒr lagen in falscher Straßenbenutzung (36 Prozent), gefolgt von falschem Abbiegen (16,2 Prozent) und Vorfahrtmissachtung (14,5 Prozent).

Besonders bedenklich: WĂ€hrend nur jeder 22. PKW-Unfall auf Alkoholeinfluss zurĂŒckzufĂŒhren war, stand etwa jeder achte in einen Unfall mit Personenschaden verwickelte Radfahrer unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Rauschmitteln.

Bei UnfÀllen, die von Radfahrern verschuldet wurden, waren sogar in jedem vierten Fall Alkohol oder Drogen im Spiel.

Die Voraussetzungen sind allerdings die gleichen wie beim Autofahren. Rechtlich wird das folgendermaßen gesehen, wie uns ein Polizist auf Nachfrage erklĂ€rt:

Das Verbot, alkoholisiert am Straßenverkehr teilzunehmen, gilt auch fĂŒr Fahrradfahrer. Allerdings gelten fĂŒr sie andere Grenzwerte als fĂŒr Autofahrer. Die neuere Rechtsprechung nimmt alkoholbedingte FahruntĂŒchtigkeit ab 1,6 Promille an. Insofern ist der Wert etwas gĂŒnstiger als bei Autofahrern, wo bereits ab 1,1 Promille absolute FahruntĂŒchtigkeit angenommen wird, sodass man seinen FĂŒhrerschein auf jeden Fall los ist.

Baut man jedoch mit dem Fahrrad einen Unfall, so reichen gegebenenfalls schon 0,3 Promille aus, um sich strafbar zu machen. In schweren FĂ€llen kann dann sogar der FĂŒhrerschein entzogen werden, obwohl man mit dem Rad unterwegs war.

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