38 Millionen Euro belasten Wiesseer Haushalt

Als ob es kein Morgen gäbe

Fast 38 Millionen oder über 8.000 Euro pro Einwohner. So hoch sind die Schulden der Gemeinde Bad Wiessee und seiner Bürger. Damit gehört der Kurort zu einem der am höchsten verschuldeten Orte Bayerns.

Die Folge: Bad Wiessee muss für einen genehmigungsfähigen Haushaltsplan an allen Stellschrauben drehen, die es gibt. Steuern hoch, Ausgaben und Investitionen runter.

Zum Einen müssen die Steuern um 50 Punkte auf ein talweit unerreichtes Niveau angehoben werden. 350 Punkte beträgt ab sofort die Grundsteuer B für Grundstücke und Gebäude. Bisher war der Spitzensteuersatz mit 335 in Kreuth beheimatet. Durch diese Steuererhöhung erhofft sich Bad Wiessee rund 190.000 Euro Mehreinnahmen im Vergleich zum letzten Jahr.

Fast 300.000 für Kreditzinsen: “Das ist sehr günstig.”

„Das ist aber nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein“, meint Kämmerer Franz Ströbel: „Dadurch fangen wir aber nur die Mehrausgaben an anderer Stellen ab.“

Die Absicht der Steuererhöhung missfällt nicht nur Kurt Sareiter. Auch weitere CSU-Fraktionskollegen stimmten auf der Gemeinderatssitzung am letzten Dienstag gegen die Mehrbelastung für die Bevölkerung.

An anderer Stelle muss Bad Wiessee soweit wie möglich alle Ausgabenposten nach unten schrauben. Bei den Personalausgaben sollen über das Jahr gerechnet etwa 110.000 Euro eingespart werden. Doch alleine durch die höheren Kreditzinsen wird diese Einsparung „aufgefressen“. Aus bisher 170.000 Euro pro Jahr werden fast 400.000 Euro. „Das ist dem zusätzlichen Kredit für den Kauf des Jod- und Schwefelbades geschuldet“, erklärt Ströbel.

Das Areal um das Jod-Schwefelbad hat 12 Millionen Euro gekostet.

Bürgermeister Peter Höß sagt, dass die Kreditzinsen für das Areal „sehr günstig“ sind und damit auch nicht den Grund für den “schwierigsten Haushalt seit Jahrzehnten“ darstellen. Die Einnahmenseite macht dem Bürgermeister mehr Sorgen. In den letzten Jahren habe man bei der Spielbankabgabe 1,8 Millionen weniger erlöst als geplant. Höß` Begründung für den Rückgang der Einnahmen: „Bayern ist das einzige Bundesland, bei dem in den Spielbanken keine Kreditkarten akzeptiert werden.“

Das könnte laut Höß einer der Gründe sein, warum viele potentielle Kunden beispielsweise weiter nach Salzburg fahren.

“Verschuldet, aber vermögend”

Bleibt noch der Haushaltsposten Investitionen: „Einiges, was eigentlich eingeplant war, mussten wir natürlich auf spätere Haushaltsjahre schieben“, sagt Ströbel und ergänzt: „Dafür, dass wir fast blank sind, bewegen sich die Investitionen noch auf einem relativ hohen Niveau.“ Vor allem Straßensanierungen werden heuer aber nicht, wie im ursprünglich geplanten Umfang, durchgeführt.

Den in der Vergangenheit immer wieder aufgeschobenen Neubau des Feuerwehrhauses will die Gemeinde zunächst mit einem Betrag von fast 3 Millionen Euro vorfinanzieren. Eine Millionen soll dann wieder in die Wiesseer Kassen zurückfließen.

Ansonsten stellt noch die Sanierung der Wasserleitungen (290.000 Euro) und der Ausbau der Driessenstraße (215.000 Euro) die größten Posten dar.

„Wir hätten gerne mehr bei den Investitionen gemacht. Das war aber leider nicht möglich“, so Höß, der ergänzt: “Wir sind hoch verschuldet, aber trotzdem vermögend und werden uns da sicher wieder herausarbeiten.”

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  • Anonymous

    Warum reduziert man nicht beim Badeparkpersonal,viel zuviele Leute! Der Badepark schreibt “jährlich”700000 Euro Miese und das Jodbad 300000 Euro Miese,wenn ich am Badepark spazieren gehe,stehen im Aussenbereich(an der Hütte vom Froschwirt,oder am hinteren Parkplatz immer drei Leute beim Ratschen oder Rauchen,merken die Leute das eigentlich nicht im Rathaus? Wenn dort Chef wäre ,und 700000 Euro Miese im Jahr hätte,wäre der Laden entweder schon zu oder ich hätte das Personal schon auf das Minimum reduziert,das ist ein Denkanstoß an die klugen Damen und Herren!!!!!!

  • m.f.m.

    Casino in den Aussenbereich gebaut = Fehler
    Lederer Grund mit Casino Grund nicht an den Investor für eine Altenresidenz mit drei Sterne Familien Hotel verkauft = Fehler
    Es sollte ja nach Aussage der Gemeinde,zusammen mit Herrn Strüngmann
    ein 5 Sterne Hotel gebaut werden !!! (….)
    Heute ist die RDR Vermögensverwaltung Besitzer des Lederer Grundstück und hat sich bis heute noch nicht geäussert was sie mit dem ehemaligen Lederer vorhaben !!
    Casino Grund an der Backe !!
    Wenn jeder Unternehmer so wirtschaften würde,wäre Insolvenz angesagt,aber Gemeinderäte
    mit Bürgermeister kann man nur bei der Wahl bestrafen.

    • Thomas

      Die absurde Entscheidung mit der Spielbank hat die CSU zu verantworten, lange vor dem aktuellen Bürgermeister. Das die damals schon absehbar in die falsche Richtung führte will man aber immer noch nicht hören.

      Das Lederer-Grundstück ist so eine Sache, schließlich reden wir hier von einem einer Versteigerung eines privaten Grundstücks. Da kann die Gemeinde recht wenig ausrichten, außer ein eigenes Angebot abgeben, oder die Verwendung vorgeben. Eine Altenresidenz wird es nach aktuelle Lage jedenfalls nicht.

      Das Jodbad ist auch so ein ungelegtes Ei, auch wenn dessen Kauf schon vor Jahrzehnten über die Bühne hätte gehen sollen. Eigentlich ist es ein klassisches Beispiel warum PPP eine schlechte Idee ist. Jetzt hat man ein baufälliges Gebäude ohne Zukunft, man darf gespannt sein.

      Der Badepark ist der nächste Treppenwitz. Erst teuer renovieren (besser gesagt reparieren), dann zum Abriss im Gespräch. Klar das die alte Bude keinen Gewinn abwirft, erst recht nicht bei der Preisgestaltung. Da würde auch nicht helfen Personal auszustellen.

      Sind wir realistisch, selbst wenn die Gemeinde alle Mitarbeiter an die Luft setzen würde, brächte uns das keinen Schritt weiter. Im Moment bleibt nur zu hoffen die Banken erachten die Gemeinde auch weiterhin als “Kreditwürdig”, das ist ja nicht mehr selbstverständlich. So bleibt nur die Flucht nach vorne, denn wohin “Sparen” in so einer Situation führt sieht man sehr gut in Südeuropa.

    • Anonymous

      Es gab gute und potenzielle Interessenten, die auf dem Lederer-Grundstück ein neues Hotel bauen und betreiben wollten, und die sich auch für das Spielbank-Grundstück interessiert hätten – im Sinne der Gemeinde. Der Bürgermeister hat diesen Interessenten schriftlich einen Termin bei ihm und den Gemeinderäten versagt, und sie somit aus Bad Wiessee vertrieben.
      Das Grundstück von Herrn Lederer wäre jederzeit käuflich zu erwerben gewesen (siehe RDR), aber wenn man auf ein Schnäppchen bei der Zwangsversteigerung wartet, dann hat man wohl zu hoch gepokert. Vielleicht auch, weil bei Beratern und Beteiligten die Kompetenz gefehlt hat.

  • anonyma

    wir haben soviele promis hier in bad wiessee wohnen, die wollens doch weiterhin schön gemütlich haben. wie wärs mit ein paar benefizveranstaltungen zugunsten unseres jod-schwefelbades.

  • http://dialogo_nikolaus@t-online.de durschty

    der meiner meinung nach allergrößte fehler war wohl, die jetzige furchtbar hässliche spielbank dort oben hin zu bauen und die alte, vom baustil her der lanschaft angepasste völlig abzureißen. dieses ewige hick hack um das ehemalige hotellederer wird wohl niemal ganz aufhören. ich könnte mir dort an diesem punkt auch gut einen schönen gemütlichen biergarten vorstellen. diesrer müsste natürlich auch gut und professionel bewirtschaftet sein.

    • Erwin

      sorry, aber die alte Spielbank war sicherlich nicht der lanschaft angepasst. Es handelte sich um einen Betonklotz am See um den es nicht schade ist, dass er abgerissen wurde

      • Rudi E.

        Was jetzt dringend ausgebremst gehört in Bad Wiessee, sind die Geschäftsbereiche die Minus schreiben,sogar ganz dringend!!!!

  • Andi

    Der Badepark und das Jodbad sind die grössten Minusposten,zusammen 1000000 Million Euro,meine bescheidene Frage in die Richtung,warum lässt man die zwei Betriebe weiterlaufen,wenn einem das Wasser schon bis zum Hals steht,das verstehe ich beim besten Willen nicht????????