Freitag, 18. Mai 2012 (03:04 Uhr)

Bauen in Tegernsee: Lidl-Wohnungen vergeben – Bezug zum 01. März steht

Lidl-Wohnungen in Tegernsee-Süd / Aufnahme: Archiv

Dritte Ergänzung vom 10. Januar / 11:07 Uhr
Wie uns das Tegernseer Rathaus gerade telefonisch mitgeteilt hat werden die Lidl-Wohnungen, die in Tegernsee die dringend benötigte Lücke zwischen Sozialwohnungen und dem immens teuren freien Wohnungsmarkt schließen sollen, zum 01. März von den neuen Mietern bezogen.

Damit sind alle Wohnungen vergeben. Die Mietverträge unterschrieben. Und die Stadt konnte ihr Vorschlagsrecht bei der Vergabe der Wohnungen komplett durchbringen.

Und bei einem Preis von 6,50 Euro abzüglich 10% pro Kind im Haushalt sind die Wohnungen preislich gesehen mehr als familienfreundlich.
Die Ziele gerecht und familienfreundlich hatte der Stadtrat übrigens auch bei der Definition der Kriterien für das Punktesystem (siehe Artikel weiter unten) zur Vergabe der Wohnungen ausgegeben.

Zweite Ergänzung vom 28. Oktober / 09:24 Uhr
Die Lidl-Wohnungen sind bald bezugsfertig. Und somit geht es auch in den “Endspurt” bei der Wohnungsvergabe. Vorgestern wurden deshalb im Tegernseer Stadtrat die Ergebnisse aus der letzten nicht-öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses vom 19. September vorgestellt.

Dabei ging es hauptsächlich um die Vergabepraxis. Der Stadtrat hatte das Ziel vorgegeben die Wohnungen so gerecht wie nur möglich zu vergeben.
Die Lösung: Ein Punktesystem auf Basis diverser Kriterien. Daraufhin hat der Verwaltungsausschuss das folgende, von Peter Janssen vorgetragene, Auswahlverfahren abgesegnet:

1. Die eingegangenen Bewerbungen werden nach den gewünschten Wohnungsgrößen
(3-, 4-, 5-Zimmer, gegebenenfalls alternativ) unterteilt.

2. Vom weiteren Verfahren werden folgende Bewerbungen ausgeschlossen:
- keine Familie (sprich ohne Kind)
- Unterbelegung (wenn bspw. für 5 Zimmer-Wohnungen nur 1 oder 2 Kinder da sind)

3. Die verbliebenen Bewerber werden von der Stadt mit Angabe von Name, Anschrift, Zahl und Alter der Kinder der Firma Lidl mitgeteilt und in Abstimmung mit Lidl zur Wohnungsbesichtigung eingeladen.

4. Nach der Besichtigung erstellt die Verwaltung für jede Wohnungsgröße den Entwurf einer Vorschlagsliste anhand des folgenden Punktesystems:

Kinder im Haushalt (Stichtag 1. Januar 2011)

bis 5 Jahre > 10 Punkte
bis 10 Jahre > 7 Punkte
bis 14 Jahre > 4 Punkte
bis 18 Jahre > 1 Punkt

Schwerbehinderung mit Schwerbehindertenausweis > 2 Punkte

Aktueller Wohnsitz im Landkreis Miesbach > 1 Punkt

Abweichungen sind aus besonderen Gründen möglich.
Unter den Gründen ist auch das Ziel der Stadt Tegernsee Familien mit Kindern für dieses Wohnungsprogramm zu berücksichtigen, die einerseits die ortsüblichen Mieten nicht oder nur schwer aufbringen können und andererseits für eine Sozialwohnung ein zu hohes Einkommen haben. Damit möchte man diesen Familien das Wohnen in Tegernsee ermöglichen.

5. Der Verwaltungsausschuss berät und beschließt über die Vorschläge an die Fa. Lidl.

6. Alles Weitere bis hin zum Abschluss der Mietverträge ist Angelegenheit von Lidl.

Nach diesem Beschluss Mitte September wurden alle in betracht kommenden Mieter zur Wohnungsbesichtigung eingeladen. Danach wurden dann anhand der Punkte die Vorschlagslisten erstellt und der Firma Lidl mitgeteilt. Und jetzt laufen die Vertragsabschlüsse zwischen den Mietern und der Firma Lidl.

Abschließend noch der Hinweis zu den Preisen: Laut Vertrag liegt die Wohnungsmiete bei 6,50 Euro pro Quadratmeter zzgl. einer Indexierung, da die Verträge 2 Jahre alt sind. Abzüglich einem Familienrabatt in Höhe von 10% pro Kind.

Ergänzung vom 14. Juli / 08:24 Uhr
Wie die Tegernseer Zeitung heute schreibt, werden die Lidl-Wohnungen Ende des Jahres fertig. Diese Info aus dem Tegernseer Stadtrat ist ja bereits 10 Tage alt (siehe Projektberichte weiter unten). Allerdings hat die Zeitung noch ein paar weitere Details herausgefunden, die wir nicht vorenthalten möchten:

- Eigentlich hätten die Wohnungen im dreistöckigen Mehrfamilienhaus bereits im Sommer fertig werden sollen. Aber der lange Winter und der viele Regen sorgten für die Verzögerung. Fertigstellung ist jetzt für Ende November geplant.

-  Insgesamt entstehen 19 Wohnungen mit jeweils rund 90 Quadratmetern.

- 6,50 Euro kostet der Quadratmeter Miete.

- Für jedes Kind im Haushalt oder Senioren über 80 oder mit Pflegestufe reduziert sich die Miete um zehn Prozent.

- Die Einschreibungsfrist endet am 15. Juli. Bis dahin ist die Liste offen. Verantwortlich ist das Rathaus Tegernsee. Bei Interesse am besten schnell dort melden.

Ursprünglicher Artikel vom 5. Juli:
Der Punkt Projektberichte – siehe Tagesordnungspunkt 2 auf der Agenda – ist immer eine Zusammenfassung des Bürgermeisters aus allen offenen Projekten. Meistens handelt es sich dabei um kleinere Bauvorhaben über die Peter Janssen informiert. Hier also in aller Kürze alle Punkte:

Wohnungsprogramm der Firma Lidl: Nach Auskunft des Architekten sind die Wohnungen Ende des Jahres bezugsfertig. Die bisher 50 Interessenten wurden zur Rückbestätigung nochmal angeschrieben. Außerdem wurde ein Inserat geschaltet.

Parkplätze und Gebühren am Haus des Gastes: Alle Parkplätze sind öffentlich. Die erste halbe Stunde ist frei. Danach kostet das Parken 1 Euro pro angefangene Stunde. Die maximale Parkdauer beträgt 2 Stunden.

Neue Nutzung des Hornanwesens: Wird ebenfalls in einem gesonderten Artikel, und zwar beim Thema “Umbau der Hauptstrasse”, erläutert. Hier der Link zu dem Artikel.

Ehemaliges Postareal, alter Bahnübergang, Krankenhausgrundstück und Schwesternschule: Für die vier Grundstücke wird die Stadt Tegernsee ein Entwicklungskonzept in Auftrag geben. Das hat der Stadtrat bereits in einem früheren Beschluss festgelegt.

Verlängerung des Geh- und Radweges nach Rottach-Egern: Hier geht es derzeit um den Bauabschnitt 3 – also zwischen Fischerstüberl und Hoffischerei. Das funktioniert glücklicherweise ohne Ampel. Deswegen ein großes Lob vom Bürgermeister an die Baufirmen.

Wegenetz Untere Neureuth soll überarbeitet werden: Bisher gab es 2 Ortsbegehungen von 3 Mitgliedern des Stadtrates und Bürgermeister Janssen.

Seesauna und Strandbad: Unmittelbar vor der 4-tägigen Revision vom 21. bis 24. Juni wurde ein Rekordtag mit über 300 Besuchern erzielt. Zur gleichen Zeit konnte auch, nach insgesamt 22 Monaten, der 100.000 Besucher begrüßt werden. Die damalige Planung wurde somit deutlich übertroffen.

Seeuferweg im Bereich Fischerstüberl: Der Vertrag zwischen der Stadt und dem Brauhaus als Eigentümer wurde unterschrieben. Baubeginn ist für Ende September vorgesehen.

Namensänderung des Hotels Bayern in Das Tegernsee: “Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler” so die Meinung des Bürgermeisters zu der etwas kontrovers diskutierten Namensänderung. Denn bei Auswärtigen kommt der Name scheinbar hervorragend an. Zumindest bei den dreien mit denen sich Peter Janssen unterhalten hat. Einem der Befragten war der Name Hotel Bayern viel zu allgemein. “Darunter könne man sich nichts vorstellen.” Die Namensänderung ist somit laut Janssen konsequent und richtig.

Wir sehen das zwar etwas anders. Aber wir sind ja auch nicht der Fisch.

Auslastung Hotel Bayern und Seehotel Luitpold: Beide Hotels haben trotz des verregneten Junis eine sehr gute Auslastung. Es zeigt sich laut Bürgermeister, dass es sich in Tegernsee lohnt in Hotels zu investieren. Das wird von den Gästen mit einem guten Besuch und einer wirtschaftlichen Auslastung belohnt.

Fassaden- und Dachsanierung der Volksschule: In den Sommerferien werden die Heizungen ausgetauscht.

Ganztagesbetreuung der Schulkinder: Die genauen Kosten für die Eltern und alle weiteren Infos gibt es in diesem Artikel.

Realschule Bad Wiessee / Kommentar zur Hauptschule in Gmund: Mehr Infos in diesem Artikel.

Erweiterung des Heimatmuseums: Der Rohbau steht. Das Richtfest hat stattgefunden. Und die Stadt hat sich auch erheblich engagiert bei der Erweiterung: 1. Es wurde ein neues Grundstück hinzuerworben, 2. Hat sich die Stadt an der Zufahrt anteilig beteiligt. 3. Ist die Stadt jedes Jahr mit dabei wenn es um die Unterhaltskosten bei der Zufahrt und dem Parkplatzbereich geht.

Städtischer Haushalt: Der Haushalt verläuft Planmäßig.


Besucherzahlen der Seesauna Tegernsee mittlerweile auf Rekordniveau

Blick von der Seesauna Tegernsee / Quelle: Rolf Kaul

Ergänzung vom 08. Januar / 18:34 Uhr
Bereits im September hatten wir im ursprünglichen Artikel darüber berichtet, wie Tegernsee mit stadteigenen Baugenehmigungen umgeht, wenn sie kritisch sein könnten. Man verlagert sie einfach in den nicht-öffentlichen Teil einer Stadtratsitzung und erspart sich damit lästige Fragen. Zumindest war das die Vorgehensweise bei der Genehmigung eines neuen Ruhe-Pavillons der allzu erfolgreichen und trotzdem “rote-zahlen-schreibenden” Seesauna.

Und eine der lästigen Fragen hätte sein können:
Warum kostet eine Liege im neuen Ruhebereich 8.000 Euro?
Denn das sind die heruntergebrochenen Kosten für den 68 qm großen Pavillion mit 20 Ruheplätzen (siehe Pläne weiter unten), der laut Aussage des Betreibers der TKV (Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe) rund 160.000 Euro kosten wird.

Wie auch immer die Kosten zustande kommen. Man wird es nicht mehr herausfinden. Denn die Sitzung war ja geheim.

So oder so, der Pavillon wird gebaut werden. Laut einem Bericht im heutigen Merkur (Printausgabe) liegen die Genehmigungen nun vor und der Baubeginn soll laut Norbert Kruschwitz, Direktor der TKV, im Frühjahr sein. Damit dann spätestens im Sommer das Ruhehaus auch den Massen an Erholungssuchenden – bis zu 370 über den Tag verteilt – zur Verfügung steht.

Wenn man das so liest, fragt man sich: Warum schreibt die Seesauna immer noch rote Zahlen, obwohl sie doch so erfolgreich ist?

Die Antwort erscheint bei dem Beispiel Ruhe-Pavillon und 8.000 Euro pro Liege relativ einfach. Denn wenn mit dem Geld der Bürger auch in anderen Bereichen des Betriebes derart intrasparent umgegangen wird, muss man sich in Geduld üben und Hoffnung walten lassen. Irgendwann klappt es auch bei der Seesauna und man kann tatsächlich von einem direkten wirtschaftlichen Erfolg sprechen.

Ursprünglicher Artikel vom 29. September mit der Überschrift “Erweiterung der Tegernseer Seesauna: Warum Bürgermeister Janssen keine Öffentlichkeit bei der Entscheidungsfindung will”:
Der Tegernseer Seesauna geht es gut. Scheinbar zu gut. Denn täglich kommen bis zu 200 Gäste in die Sauna, die derzeit nur für 140 Personen ausgelegt ist. In dieser Situation hat man sich bei der TKV (Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe) eine Lösung einfallen lassen: Zusammen mit dem Betreiber Monte Mare will man einen Ruhe-Pavillon mit 20 Plätzen bauen. Dafür braucht man nur etwas Grundstück vom Strandbad und 160.000 Euro von der Stadt.

Eingabeplan der Seesauna. Die Erweiterung ist der 66 qm große Pavillon mit ca. 20 Ruheplätzen (gelb)

So weit so gut. Doch nun wird`s komisch.

Der Werkausschuss hätte in seiner Sitzung vom 14. September über den Bauantrag der TKV beraten sollen. Das Schaugerüst an der Seesauna stand. Aber die Sitzung wurde kurzfristig von Bürgermeister Peter Janssen abgesagt. Begründung Fehlanzeige.

Doch damit nicht genug. Da das Thema auch privatrechtliche Verträge mit dem Architekten und Planer umfasst, und solche Themen prinzipiell in nicht-öffentlichen Stadtratssitzungen besprochen werden, dachte sich Peter Janssen, dass man auch gleich mal die Baugenehmigung für die Erweiterung (immer öffentlich) und die damit verbundenen Kosten in Höhe von 160.000 Euro durchwinken kann. Sozusagen auf dem “nicht-öffentlichen kurzen Dienstweg”.

“Dieser Vorgang ist zwar ungewöhnlich. Aber erklären können wir uns das auch nicht.” so die Aussage aus der Tegernseer Verwaltung. Peter Janssen war dazu leider nicht erreichbar.

“Lass uns das doch in der nicht-öffentlichen besprechen”

Diese Form der “Nicht-Öffentlichkeitsarbeit” ist rechtlich unzulässig und trotzdem kann man sie ab und zu sogar live in den Sitzungen beobachten. Aussagen wie “Lass uns das doch in der nicht-öffentlichen besprechen” hört man immer wieder.
Mit dieser Vorgehensweise wird natürlich von Seiten der Verantwortlichen versucht potentiell kritische Themen an der Öffentlichkeit vorbei zu schleusen. Und es wird vor allem bewusst in Kauf genommen, dass dies einen ganz klaren Verstoss gegen die bayerische Gemeindeordnung darstellt.
Denn unter §52 GO steht zwar, dass die Sitzungen grundsätzlich öffentlich stattzufinden haben. Und dass nicht-öfffentliche Sitzungen die Ausnahme darstellen sollten und immer begründet werden müssen. Aber leider haben Verstösse gegen den Grundsatz der Öffentlichkeit nicht die Ungültigkeit der gefassten Beschlüsse zur Folge. Das bedeutet, wenn ein Bürgermeister keine Öffentlichkeit will, hat er nichts zu befürchten.

Politisches Fehlverhalten? Wozu gibt`s eine kritische Presse!

Die politischen Konsequenzen dieses Handelns stehen jedoch – zumindest langfristig – außer Frage. Einzige Voraussetzung: Es muss eine kritische Presse da sein, die das Fehlverhalten dokumentiert. Wenn das kontinuierlich geschieht, wird nämlich schnell klar, dass eine Geheimhaltungspolitik betrieben wird. Und eine solche Politik wird auf Dauer nie im Interesse der Wähler sein.
Ob es dabei um existenzielle Fragen oder “Durchwink-Themen” wie die Erweiterung der Seesauna geht, ist zweitrangig. Entscheidend ist das Signal, dass von diesem Verhalten ausgeht.

Doch was bedeutet das für die Erweiterung der Seesauna?

Die Erweiterung wird kommen. So oder so. Niemand wird gegen die unzulässige Art der Entscheidungsfindung aufbegehren. Warum auch? Die Aussichten wären minimal.

Das Schlimme dabei ist, dass man als außenstehender Bürger nicht einschätzen kann, ob die Entscheidung sinnvoll war. Fragen wie ….

Welche Argumente gab es dafür?
Gab es kritische Stimmen von den übrigen Stadtratsmitgliedern?
Wenn der Platz eng wird, wird er dann nicht hauptsächlich in den Saunen eng?
Hätte man also nicht eher neue Saunen bauen sollen, anstatt Liegeräume?
Was hat das langfristig für Auswirkungen auf das Strandbad?
Wie setzen sich die 160.000 Euro zusammen?

…. wird niemand beantworten können. Denn die Öffentlichkeit durfte ja nicht dabei sein, als die Entscheidung getroffen wurde.

Fatal für die Politik ist einerseits der Unmut, der dadurch bei den Bürgern entsteht. Und andererseits die Spekulationen, die aufkommen. Sehr schön zu sehen an einem Leserkommentar zu dem Thema bei Merkur-Online. Da meint der User “Tegernseer Taktik”:

Mich würde es nicht wundern, wenn hier eine Salamitaktik angewendet wird, um “scheibchenweise” die Seesauna zu vergrößern und langfristig das Strandbad sterben zu lassen. Ist vielleicht einfacher auf diese Art, als eine Konfrontation mit LRA und Anlieger einzugehen.
Erst mehr Platz für Ruheräume, dann hat es zu wenig Saunaplätze…. Also mal schnell noch 1-2 zusätzliche Saunen gebaut….usw.usf…

Obwohl. Ist diese Spekulation tatsächlich so abwägig?

Anmerkung: Die Aufnahme ist mit freundlicher Genehmigung von Rolf Kaul veröffentlicht.

“Auf alle Fälle wäre es billiger das ehemalige Hallenbad in Tegernsee abreißen zu lassen!”

Das Medius-Gebäude im Innern. Quelle: www.tegernsee.com

Das ehemalige Hallenbad Tegernsee, in dem sich derzeit das Medius Fitnesscenter sowie das Kurmittelhaus befindet, schreibt auch Jahre nach seiner Stilllegung weiter tiefrote Zahlen.

Dies wurde wieder deutlich als Norbert Kruschwitz, Direktor der Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV), den Jahresabschluss 2009 präsentierte. Mit insgesamt 287.712 Euro belastet das Gebäude im Kurpark im abgelaufenen Geschäftsjahr die Bilanz der TKV und damit indirekt den Haushalt der Stadt Tegernsee.

In dieser Summe sind zwar auch Abschreibungen in Höhe von 117.000 Euro enthalten. Gleichzeitig “Erwirtschaftet” der Weiterbetrieb des 40 Jahre alten Gebäudes aber auch einen operativen Verlust von gut 170.000 Euro. Auf Nachfrage hat uns ein mit der Thematik befasster Insider seine kurze Einschätzung gegeben. Die Person möchte namentlich nicht genannt werden:

Nach der Schließung des Hallenbads Anfang 2004 wurde das Dach neu gemacht und das Gebäude umgebaut. Die Kosten hiervon trugen die Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe. Dieser Vorgang wurde damals als “Lösung des Defizitproblems Hallenbad” bezeichnet. In der Rückschau ist das ein Hohn.

Aus diesen Baumaßnahmen ergeben sich nun die Abschreibungen, das operative Defizit ergibt sich aus den laufenden Unterhaltskosten, die für das marode und schlecht isolierte Gebäude sehr hoch sind.

Das Defizit rührt aus der Differenz Gebäudeunterhalt/Verpachtung her, so daß ein Abriß die weitaus billigere Lösung wäre. Das Finanzamt erkennt diesen Verlust nicht als Betriebsausgabe an, er kann steuerlich also auch nicht mit den Gewinnen des E-Werks verrechnet werden.

Die Fragen, die man sich in dieser Situation stellen kann: Warum tut die TKV so etwas? Wo liegt der tiefere Sinn dahinter weiterhin ein Gebäude zu betreiben, welches dauerhaft Verluste einfährt? Warum verzichtet die Stadt Tegernsee auf soviel Geld?

Bei der Seesauna kann man die defizitäre Situation ja noch verstehen. Aber beim Medius ist die Wirksamkeit für den Tourismus sehr gering, da die meisten Gäste aus der näheren Umgebung des Tegernseer Tals kommen werden. Damit kann man überspitzt sagen: Die Stadt Tegernsee subventioniert die Mitgliedschaft und die Trainingsmöglichkeiten in einem Fitnessstudio mit 170.000 Euro pro Jahr.

Und jetzt sagt nochmal einer, dass die Stadt nichts für die Bürger tut.

Neue Zufahrtsstraße zum Oedberg-Gebiet fertiggestellt – Und das Geld ist auch schon da

Links im Waldstück soll der Kletterwald verlaufen. Ende ist an der oberen Lichtung etwa auf Höhe der Hälfte der Skipiste.

Zufahrtsstraße zum Oedberg-Gebiet

Fünfte Ergänzung vom 22. Dezember / 08:43 Uhr
Wie angekündigt ist der Ostiner Oedberg in den aktuellen Winterfahrplan der RVO aufgenommen worden. Damit hält der Bus aus Gmund kommend dreimal täglich an der neuen Haltestelle. Und zwar um 10:16 Uhr, 13:19 Uhr sowie 17:16 Uhr. Samstags, sonntags und feiertags kommt der Bus um jeweils 9:16 Uhr und 15:16 Uhr.

Die Abfahrtszeiten am Gmunder Bahnhof sind immer 9 Minuten früher.

Vierte Ergänzung vom 20. November / 14:27 Uhr
Die 1,1 Millionen Euro teure Zufahrtstraße zum Gmunder Freizeitgebiet Oedberg ist fertiggestellt. Zwar ist die Zufahrt bereits seit August für den Verkehr freigegeben. Aber erst Mitte Oktober konnte die letzte Teerschicht aufgetragen werden. Und jetzt laufen noch die Abschlußarbeiten zum notwendigen ökologischen Ausgleich für die Versiegelung des Bodens durch den Straßenbau. Dafür muss die Gemeinde den Bachlauf im Reithgraben aus seiner Betonrinne befreien und in einen natürlichen Zustand versetzen. Das war noch eine Auflage des Naturschutz und die möchte man unbedingt bis zum Wintereinbruch umgesetzt haben.

Darüberhinaus fließt auch das Geld von der Regierung Oberbayern. 150.000 Euro war die letzte Rate, die aus den Einnahmen der Kfz-Steuer bezahlt wurde. Insgesamt hat Gmund Aussicht auf Zuwendungen in Höhe von 610.000 Euro. Und damit auf etwas mehr als die Hälfte der Gesamtkosten für den Bau der Straße.

Und auch der neue Winterfahrplan für die Busse wird bald in Kraft treten: Ab der nächsten Wintersaison, die ja am 03. Dezember mit dem großen Winteropening beginnt, sollen laut letzter Information RVO-Busse die Skifahrer von der BOB im Stundentakt direkt bis zum Lift nach Ostin bringen.

Dritte Ergänzung vom 13. August / 09:09 Uhr
Gestern sind wir in Ostin vorbeigefahren und wollten Bilder von der gesperrten Zufahrtsstrasse machen. Das einzige “Problem” war, die Strasse war nicht gesperrt.
Auf Nachfrage im Gmunder Bauamt hat man uns heute morgen bestätigt, dass die Strasse jetzt doch dauerhaft offen bleibt. Eine 3-monatige Sperrung, wie noch vor 3 Wochen kommuniziert, ist laut der ausführenden Baufirma nicht mehr nötig.
Eventuell könnte es Ende Oktober nochmal heißen “Strassse für ein paar Tage dicht”. Aber das für die Anwohner sicher nicht sehr schöne Szenario von Ende Juli ist damit vom Tisch.

Hier noch die aktuellen Bilder der offenen Zufahrtsstrasse:

Zufahrt Ostin #1

Zufahrt Ostin #2

Zweite Ergänzung vom 28. Juli / 16:49 Uhr
Heute ist der Tag der unerwarteten Absagen von Absagen. In diesem Fall wurde Mitte Juli die Fertigstellung der neuen Oedberg-Zufahrtsstrasse zum Beginn des Ostiner Waldfest final abgesagt. Schlechtes Wetter war der Hauptgrund für die Verzögerung. Heute kommt die Meldung, dass die Zufahrt jetzt doch für die 4 Tage des Waldfestes zur Verfügung stehen wird. Gegenüber der Tegernseer Zeitung erklärt Ludwig Bergmann vom Bauamt der Gemeinde Gmund, dass die zuständige Firma dies “Mit aller Kraftanstrengung” möglich gemacht hat.

Einen Knackpunkt hat das ganze: Nach dem Waldfest muss die Zufahrt wieder gesperrt werden. Wegen dem notwendigen ökologischen Ausgleich für die Versiegelung des Bodens durch den Straßenbau muss die Gemeinde den Bachlauf im Reithgraben aus seiner Betonrinne befreien und in einen natürlichen Zustand versetzen. Und “Das kann nur von der Straße aus gemacht werden”, so Bergmann weiter.

Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum Wintereinbruch abgeschlossen sein. Und damit wieder 2-3 Monate später als noch vor zwei Wochen kommuniziert. Die Bewohner in Ostin wird die neuerliche Verzögerung nicht wirklich freuen. Und wir kommen bei der ganzen Verzögerungs/Nicht-Verzögerungs-Salamitaktik irgendwie nicht mehr mit.

Ergänzung vom 16. Juli / 00:49 Uhr
Wie wir am 04. Juni geschrieben haben sollte der neue Zufahrtsweg von der Strasse nach Hausham zum Gelände am Oedberg bis zum Waldfest Anfang August fertig werden. Zumindest war das vor etwas mehr als einem Monat noch der Plan. Jetzt wird den Beteiligten aber klar, dass es leider nichts wird mit dem angepeilten Termin. Ende August ist jetzt das neue Datum, an dem die Strasse eingeweiht werden soll. Somit werden die Waldfestbesucher vom 05. – 08. August noch über die alte und verengte Strasse fahren dürfen.

Links im Waldstück soll der Kletterwald verlaufen. Ende ist an der oberen Lichtung etwa auf Höhe der Hälfte der Skipiste.

Ursprünglicher Artikel vom 04. Juni:
Manchmal ist es einfach ein bisschen Schade: Da will jemand was für die Zukunft im Tal machen, nimmt viel Geld in die Hand und läuft dann leider in die Bürokratiefalle. So geht es gerade dem Betreiber der “Aktiv” Skischule, Alfred Huber. Sein Projekt “Kletterwald am Oedberg” sollte eigentlich demnächst fertig sein. Eigentlich. Bisher konnte Huber aber noch nicht mal anfangen.

Huber ist mit seinem Plan einen rund zwei Hektar großen Kletterwald mit etwa 50 unterschiedlichen Stationen zu errichten, jetzt erstmal in den Mühlen der Bürokratie gelandet. Der Gmunder Gemeinderat hatte dem Projekt zwar bereits im Januar zugestimmt, sich jetzt aber einen Rüffel vom Landratsamt eingefangen: So wie gedacht, ist das Projekt “Kletterwald” nicht umsetzbar. Das Landratsamt fordert stattdessen jetzt für das komplette Gebiet einen neuen Flächennutzungsplan “Sondergebiet für Freizeit und Erholungsnutzung”.

Das bedeutet: Es dauert und es kostet. Der neue Flächennutzungsplan tritt frühestens in vier Monaten in Kraft und die Kosten für Huber als Investor sind beträchtlich. Rund 55.000 Euro kostet alleine der Bebauungsplan. Kosten für Gutachten, Architektenpläne und so weiter. Die Kosten für die Zeitverzögerung nicht eingerechnet.

Und das Damoklesschwert “Naturschutz” ist damit auch noch nicht abschätzbar. Vorerst genügt dem Landratsamt zwar ein “Vogelschutz Gutachten” und das deutlich aufwändigere “Spezielle Artenschutz Programm” ist vorerst vom Tisch. Aber zu welchen Verzögerungen Naturschützer führen können, hat man auch an anderen Stellen schon zur Genüge gesehen. Ein Wort genügt manchmal: Kriechsellerie.

Der neue Flächennutzungsplan für das Gebiet Oedberg hat aber auch gute Seiten: Bisher wurde dort vom Spielplatz bis zur Sommerrodelbahn alles in Einzelgenehmigungen durchgeführt. Also mehr oder weniger Ausnahmegenehmigungen für jedes einzelne Bauvorhaben. Für die Zukunft ist mit dem angepassten Flächennutzungsplan dann wenigstens eine gewisse Planungssicherheit vorhanden. Und die wird der Betreiber auch brauchen. Immerhin will er in den nächsten Jahren die Beschneiungsanlage optimieren, einen neuen Tellerlift und mehr Parkplätze bauen und die Skischule braucht über kurz oder lang auch ein neues Gebäude.

Nur auf den Kletterwald werden wir wohl mindestens bis nächstes Jahr warten müssen. Denn laut Alfred Huber ist der Beschluß noch nicht mal gefasst. Die entscheidende Sitzung ist am Dienstag der Ortsplanungsausschuß im Gmunder Rathaus. Ob dieses Jahr überhaupt mit dem Bau des Kletterwaldes begonnen werden kann, dazu wollte und konnte Alfred Huber uns gegenüber nichts konkretes sagen: “Das werden wir dann entscheiden, wenn wir den Beschluß der Gemeinde kennen”.

Die Zufahrtsstraße soll bis zum Waldfest im August fertig sein.

Auf den Bau der Straße von der Staatsstraße in Richtung Hausham zum Skilift hat das aber vorerst keine Auswirkungen. Der Bau liegt bisher im Zeitplan und soll bis zum Ostiner Waldfest Anfang August fertig sein. Etwa 1,1 Millionen Euro wird die Zufahrt kosten. Damit liege man aber, laut dem 2. Gmunder Bürgermeister Georg Rabl, im Kostenrahmen. Die Betreiber in Ostin werden sich daran ebenfalls beteiligen. Und auch der neue Winterfahrplan für die Busse ist unter Dach und Fach: Ab der nächsten Wintersaison werden die RVO-Busse die Skifahrer von der BOB im Stundentakt direkt bis zum Lift nach Ostin bringen.

Irgendwas tut sich eben immer.

Der neue Wandingerparkplatz in Rottach – Widersprüche einstimmig abgeschmettert

Wandingerparkplatz

Ergänzung vom 21. Dezember / 13:52 Uhr
Auf der letzten Rottacher Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Hafner über den Stand der Bauarbeiten am Wandingerparkplatz informiert. Aufgrund des Schnees ruht dort gerade alles. Aber vorher konnte noch einiges erledigt werden. Was auch durch den Bericht des Planers bestätigt wurde:

Die Umlegung des Salitererwegs ist fertiggestellt, die Ashpaltierung erfolgt. Der neue Straßenbereich des Weges ist vollständig befahrbar.

Die Parkplätze nordseitig des Saliterersweges sowie der Dammweg sind fertig und stehen zur Benutzung zur Verfügung. Die Parkplatzreihe südlich des Weges ist abgedeckt und kann ebenfalls genutzt werden.

Sämtliche Arbeiten am Untergrund sind fertiggestellt. Der ostseitige Gehweg der Bundesstraße steht zur Verfügung.

Ursprünglicher Artikel vom 22. November:

Der Wandingerparkplatz im Bau - Aufnahme aus der letzten Woche bei Sonnenschein

Der Wandingerparkplatz in Rottach – ein in der geplanten Form nicht akzeptables Übel. So zumindest die Meinung von 18 Anwohnern.

Die Bezeichnung Anwohner und nicht Anlieger war Bürgermeister Franz Hafner dann auch sehr wichtig in seinen Ausführungen zu den umfangreichen Widerspruchsschreiben, welche der Gemeinde Ende Oktober sowie Anfang November zugegangen waren. In diesen hatte der Tegernseer Karl Reiner (Besitzer des Salitererhofes), flankiert von 18 Unterstützern, die eines der Schreiben unterzeichnet hatten, einen Forderungskatalog formuliert.

Zuerst hatte die Gemeinde im Ortsplanungsausschuss entschieden, auf die Einwände nicht eingehen zu wollen, da es sich bei den Unterzeichnern um keine direkten Anlieger handelt.
Aber nachdem die Schreiben durch den umtriebigen Gastronomen auch an das Landratsamt als Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen die Rottacher Verwaltung eingereicht worden waren, sah sich Hafner gezwungen dazu Stellung zu nehmen.

Konkret ging er auf die 8 Forderungen folgendermaßen ein:
1. Der Salitererweg sollte zugunsten der Sicherheit auf 9 Meter verbreitert werden
> Abgelehnt. Überall in der Gemeinde sind es 6 Meter. Eine Verbreiterung an dieser wenig-befahrenen Stelle kann nicht nachvollzogen werden.

2. Verzicht auf die Kopfparkplätze und Ersatz durch Längsparkplätze
> Abgelehnt. Das Parkverhalten bei Längsparkplätzen ist erheblich belästigender und zeitaufwändiger als bei Kopfparkplätzen.

3. Beseitigung des Hindernisses an der oberen Zufahrt zum Parkplatz
> Soll im Plan verbessert werden.

4. Vorsorge für den Schutz von Fußgängern, insbesondere von Schulkindern
> Abgelehnt. Es ist nicht erkennbar, warum gerade dort ein erhöhtes Aufkommen von Schulkindern sein soll.

5. Vorsorge für den ungehinderten Einsatz von Notfahrzeugen
> Das ist ganz sicher ausreichend gewährleistet.

6. Verrohrung eines Anliegerbachs
> Abgeleht. Da es ein reiner Anliegerbach ist, hat dieser mit der konkreten Maßnahme nichts zu tun.

7. Gestaltung und Planung wie die Einfahrt zum Salitererweg vor Fremdfahrzeugen geschützt werden soll
> Wird durch ein bereits geplantes Sackgasse-Schild gewährleistet.

8. Gutachten zur Klärung, ob an der Stelle nicht doch ein Parkhaus notwendig ist
> Abgelehnt. Das wurde bereits untersucht. Und die Errichtung eines Parkhauses wäre aufgrund des Untergrunds so kostenintensiv, dass es jeden vernünftigen Rahmen sprengen würde.

Im Anschluß an seine Ausführungen ging Hafner nochmal konkret auf den dritten Punkt Reiners ein:

Alle Anfragen sind von unserer Seite aus zurückzuweißen. Bis auf den dritten Punkt. Diesen haben wir in unserer neuen Planung berücksichtigt und uns mit dem Architekten Gedanken über eine Verbesserung gemacht.

Die Verbesserung sieht vor, dass der neue Parkplatz zwei Zu- und Ausfahrten erhalten soll. Desweiteren wird ein Stellplatz und ein Baum aus der Planung entfernt um eine zu spitze Ausfahrt in den Salitererweg zu vermeiden.

Das Areal des neuen Wandingerparkplatzes in Rottach-Egern, auf dem 100 Parkplätte entstehen.

Gegenüber dem Merkur sprach der Initiitator der Einsprüche von einem Erfolg und zeigte sich zufrieden: “Mehr konnte man nicht erreichen.”

Es stellt sich natürlich die Frage, was Karl Reiner dann erreichen wollte, wenn er bereits mit einer Erfolgsquote von 10% zufrieden ist?
Ist er etwa zufrieden damit, dass er die Gemeinde und das Landratsamt mehrere Stunden Zeit gekostet hat?
Oder eventuell froh darüber, mit seinem Namen in der Zeitung aufzutauchen?

Oft gibt es Einwände von Anliegern, die gerechtfertigt sind und über die gesprochen werden muss, um im Rahmen eines Kompromisses einen gangbaren Weg zu finden. Manchmal gibt es aber auch Einwände, die diese Bemühungen entwerten. Schad drum.

Neues Leistungszentrum in Gmund abgelehnt – Schnitzelgrube für 1,3 Mio. Euro zu teuer

So eine Schnitzelgrube wird es in Gmund nicht geben

Ergänzung vom 17. Dezember / 19:33 Uhr
Knapp 5 Monate ist es her, dass im Gmunder Gemeinderat das letzte Mal über die neue Turnhalle gesprochen und entschieden wurde. Diese soll im Rahmen des Realschul-Neubaus in Finsterwald entstehen. Voraussichtlich 4 Millionen Euro teuer, 3-fach und 3.800 Quadratmeter groß. Dafür aber ohne große Tribüne, sondern nur mit einer Gangverbreiterung, was die potentiellen Zuschauer auf etwa 150 beschränkt.

Dieses Mal drehte sich die Diskussion jedoch nicht um die prinzipielle Ausgestaltung der Halle, sondern um einen sogenannten Sonderwunsch. Und der war kostenseitig “nicht ohne”.

Der frühere Landkreissportreferent Toni Engelhard hatte die Idee gehabt. Christine Zierer (FWG) hatte sie in den Gemeinderat eingebracht: Ein Leichtathletik-Leistungszentrum für das gesamte Oberland soll in Finsterwald entstehen. Und so ein Leistungszentrum braucht auch eine Schnitzelgrube. Mehrkosten für eine große, mobile Grube mit 25 Quadratmetern Fläche: 1,3 Millionen Euro!
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Exkurs: Was ist eine Schnitzelgrube?
Eine Schnitzelgrube ist ein wichtiger Bestandteil eines “echten” Leistungszentrums. Es handelt sich dabei um mit Schaumstoff”schnitzeln” gefüllte ca. 5 Meter tiefe Grube im Hallenboden, über der die Geräte angebracht werden. Auch bei schlimmen Stürzen während der Lernphase neuer Übungen landet man in der Schnitzelgrube gefahrlos und sicher.
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Die 1,3 Millionen Eure resultieren allerdings nicht alleine aus den Kosten der Schnitzelgrube. Sondern liegen hauptsächlich an der notwendigen Erweiterung der Halle, da eine mobile Gruben-Lösung notwendig gewesen wäre. Grund: Eine fest-verbaute Grube hätte die 3-fach Turnhalle im Endeffekt auf eine 2-fache reduziert. In einem Teil wäre dann nur Turnen und Leichtathletik möglich gewesen. Das wollte der Gemeinderat aber auf keinen Fall. Blieb also nur die angesprochene Erweiterung der Halle – bei den durchschnittlichen Kubikmeterkosten eben ein großer Kostenblock.

Bei der folgenden Diskussion kann man zusammenfassend grob sagen: Die Gemeinderäte, die bereits in der Diskussion um die Hallentribüne (siehe ursprünglicher Artikel weiter unten) für eine “große Lösung” waren, hatten sich auch dieses Mal für das Leistungszentrum und die Schnitzelgrube ausgesprochen. Die Gemeinderäte, die im Juli gegen eine große Tribüne argumentiert und gestimmt hatten, waren dieses mal auch gegen die Schnitzelgrube.

Neben den Kosten war aber das Hauptargument gegen eine Grube die Mitsprache bei der Hallenbelegung. In einem großen Leistungszentrum hätte Gmund die “Hoheit über die Halle” und damit eines der Hauptziele der neuen Mehrzweckhalle schon vorab aufgegeben. Nämlich den lokalen Vereinen auch außerhalb der Schulbelegungszeiten gute Trainingsmöglichkeiten zu bieten.

Im Endeffekt war aber bereits vor der Diskussion klar, worauf es hinausläuft. Denn Georg von Preysing stellte in seiner Ansprache fest, dass die Finanzierung eines solchen Leistungszentrums und damit auch der Grube beim Landkreis liegt. Damit muss über das Thema auch der Kreistag entscheiden, was der Gemeinderat mit 2 Gegenstimmen ebenfalls so sah.

Der Kreistag wiederrum lehnte das Vorhaben einen Tag später mit dem Argument “Der Einbau wäre nicht angemessen gewesen” ab.

Ursprünglicher Artikel vom 24. Juli:
Das Thema Schule wurde ja auf der letzten Gemeinderatssitzung relativ ausführlich diskutiert. Ein Teil der Diskussion drehte sich um die Realschule und sogenannte Sonderwünsche der Gemeinde Gmund. So zumindest stand es auf der Tagesordnung. In der Sitzung wurde dann klar, es geht einerseits um die Tribüne der neuen Turnhalle und deren zu erwartenden Kosten. Und andererseits um den grundsätzlichen Bebauungsplan für die Realschule.

Fangen wir mit dem zweiten Punkt, dem Bebauungsplan, an. Die schiere Größe ist schon beeindruckend. Aber es ist ja auch eine große Schule, die laut Bürgermeinster von Preysing mit aller Wahrscheinlichkeit 3-zügig sein wird. Und dazu noch eine 3-fach Turnhalle. Insgesamt entstehen in Finsterwald knapp 11.000 Quadratmeter Fläche. Davon 3.800 qm für die Turnhalle und 6.300 qm für das Schulgebäude. Das Gebäude hat übrigens eine Höhe von 14 Metern.

Hier die Pläne so wie sie vorgestellt wurden:

Die Schule und die Sporthalle werden sich im großen weißen und blauumrandeten Bereich - neben den Sportplätzen (hellgelb) befinden.

Der Bebauungsplan wurde auch nicht sehr groß diskutiert sondern einstimmig durchgewunken.

Die Tribüne wurde ausführlichst diskutiert

So wenig beim Bebauungsplan diskutiert wurde, so ausführlicheren Redebedarf hatten die Mitglieder des Gemeinderates beim zweiten Punkt, der Tribüne der neuen Turnhalle.

Zuerst stellte von Preysing die Varianten und deren voraussichtliche Kosten vor. Und dass die Kosten das entscheidende Argument sind, wurde klar, als von Preysing in Erinnerung rief, dass sich die Gemeinde Gmund an den Gesamtkosten der neuen Turnhalle (voraussichtlich 4 Mio. Euro) zur Hälfte beteiligen muss. Der Grund für die Beteiligung: Gmund darf die Halle auch außerhalb der Schulzeiten komplett eigenständig für Veranstaltungen, Turniere etc. nutzen.

Hier ganz kurz die Alternativen so wie sie von Preysing vorgestellt hat:

1. Feste Tribüne: Für ca. 300-400 Zuschauer. Baukosten von 1.000.000 Euro.

2. Mobile Tribüne: Ausfahrbar. Für ca. 300-400 Zuschauer. Baukosten voraussichtlich 600.000 Euro.

3. Verbreitung Ganggallerie: 3- bis 4-reihige Verbreiterung. Für ca. 300-400 Zuschauer. Baukosten 500.000 Euro.

4. Verbreitung Ganggallerie: 1 Reihe. Für ca. 50-100 Zuschauer. Baukosten von 140.000 Euro.

Die grundsätzlichen Fragen, die danach diskutiert wurden, waren “Wollen wir uns die Problematik mit der bayerischen Versammlungsstättenverordnung (das Gesetz greift ab 200 Zuschauern) antun” und vor allem “Wie wahrscheinlich ist eine ausreichende Auslastung einer großen Tribüne”?

Einige Gemeinderäte waren pro große Tribüne:

“Wenn man es einmal macht, sollte man es richtig machen” (Christine Zierer, FWG)

“Wir haben jetzt eine einmalige Chance die Infrastruktur zu verbessern. Wir sollten jetzt nach vorne schauen und die Chance ergreifen.” (Anton Grafwallner, FWG)

Andere wiederrum gegen eine große Lösung:

“Wir brauchen keine große Tribüne. Wir haben das Geld nicht. Und ich bitte den Gemeinderat, wie auch in der Vergangenheit, auf das Geld zu achten. Und nicht einfach ins blaue hinein eine große Lösung zu beschließen.”
(Wolfgang Rzehak, Bündnis90/Grüne)

“Die Investitionen in den nächsten Jahren sind enorm. Nutzen wir die Tribüne wirklich so oft, dass wir die Ausgaben begründen können?” (Georg von Preysing, CSU)

Die Frage nach der Nutzung wurde bei der Abstimmung mit einem knappen Nein beantwortet. Der Punkt mit dem Geld eigentlich auch. Denn Variante 1 und 3 wurden einstimmig abgelehnt. Für Variante 2 (mobile Lösung / 600 TSD Euro) waren 8 Gemeinderäte. Und für die günstigste und kleinste Lösung, die Variante 4, haben sich am Ende 13 Gemeinderäte ausgesprochen.

Die Vernunft hatte gesiegt. Die Perspektive verloren.

“In Tegernsee lässt sich gut alt werden” – Aber lässt sich auch jung gut leben?

Orthopädische Klinik Tegernsee. Abbildung: www.ok-tegernsee.de

Die Seniorenbefragung zum herunterladen

Zweite Ergänzung vom 12. Dezember / 10:19 Uhr:
Die komplettem Ergebnisse der Seniorenbefragung sind nun ebenfalls online. Dabei hatte die Stadt im Oktober alle Tegernseer ab einem Alter von 65 Jahren persönlich angeschrieben.

Wie die Verwaltung schreibt war der einzige Zweck der Befragung “den heutigen und künftigen Senioren in Tegernsee das Leben zu erleichtern und zu verschönern. Nur wenn die Stadt die Wünsche und Gewohnheiten der Senioren kennt, kann sie das Richtige für sie tun und umgekehrt unsinnigen Aufwand vermeiden.”

Das Echo auf die Befragung war wie bereits berichtet sehr groß. Von den 986 Fragebögen kamen 315 ausgefüllt an die Stadt zurück. Auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Lebensbedingungen“ äußerten sich 112 sehr zufrieden, 166 zufrieden und 32 mittel. Unzufrieden war nur 1 und unzufrieden keiner. Die komplette Befragung und deren Ergebnisse kann man unter dem folgenden Link als PDF-Dokument runterladen.

Lässt sich in Tegernsee auch jung gut leben?

“In Tegernsee lässt sich gut alt werden!” so das Fazit aus dem Tegernseer Rathaus.

Doch eine andere Frage bleibt immer noch offen: “Lässt sich in Tegernsee auch jung gut leben?” Wobei mit jung, jüngere Familien mit Kindern, Jugendliche, jüngere Arbeitnehmer bspw. in der Gastronomie usw. gemeint sind.

In Kreuth zum Beispiel hat man sich entschieden an der (landkreisweit empfohlenen) Seniorenbefragung nicht teilzunehmen und den Anstoß aus dem Landkreis lieber als Anlass genommen eine generelle Bürgerbefragung zu starten. Geplant für Anfang 2011 werden in der Befragung dann wirklich alle befragt. In Kreuth will man also den seit einiger Zeit eingeschlagenen Weg weitergehen und sich um alle, auch um Familien und Kinder kümmern.

Der Anfang dazu wurde mit speziellen und vergünstigten Ausweisungen von Bauland für Familien und der verstärkten Förderung von Kinderbetreuungsplätzen in einigen Gemeinden im Tal bereits gemacht. Leider aber immer noch zu wenig, wenn wie in Kreuth 17 Bürger sich für ein Grundstück im Rahmen des Einheimischenprogramms bewerben.

Warum aber die Stadt Tegernsee nicht auch wie Kreuth eine “Bürgerbefragung” anstatt einer “Seniorenbefragung” durchgeführt hat, bleibt uns ein Rätsel. Wenn Interesse an der Meinung und den Wünschen der Bürger – dann doch eigentlich an den Wünschen aller Bürger.

Vielleicht klappt`s dann auch mit der Antwort auf die Frage “Lässt sich in Tegernsee eigentlich auch gut jung leben?”

Ergänzung vom 27. November / 11:13 Uhr mit der Überschrift “Aus der Tegernseer Bürgerversammlung: Altersdurchschnitt der Einwohner steigt auf 52 Jahre”:
Auf der Bürgerversammlung hatte Peter Janssen aber nicht nur über die Tiefgarage an der Point gesprochen, sondern auch eine Menge weiterer Informationen an die Bürger weitergegeben.

Dabei hatte der Bürgermeister bekannte Themen zu vermelden, wie den Umbau der Hauptstraße und das neue Parkhaus am Hornanwesen. Oder den Rückgang der Übernachtungszahlen, was im weiteren Verlauf noch zu einigen Diskussionen führen sollte. Auch ging Janssen auf Erfolge bei neu angesiedelten Betrieben (ATS + Cafe Kreutzkamm) und damit verbundene Arbeitsplätze ein. Sowie auf die neu eingeführte Mittagsbetreuung und die Herausforderungen bei Real- und Mittelschule im Tegernseer Tal.

Neue Informationen hatte Janssen auch mitgebracht: So sind die Ergebnisse der Seniorenbefragung da. Bei 1.000 verschickten Fragebögen gab es einen Rücklauf von 330 Teilnehmern. Und die Zufriedenheitsquote (zufrieden oder sehr zufrieden) mit der Stadt Tegernsee liegt bei annährend 90%.

Wer sich jetzt wundert, warum nur die Senioren befragt wurden, dem sei die vorgestellte Entwicklung des Altersdurchschnitt der Tegernseer Bürger empfohlen. Denn der liegt mittlerweile bei exakt 52 Jahren. Tendenz: Älter werdend.

Altersdurchschnitt:
2005 – 49,2 Jahre
2006 – 49,9 Jahre
2007 – 50,2 Jahre
2008 – 50,6 Jahre
2009 – 51,0 Jahre
2010 – 52,0 Jahre!!

Nach gestoppten 38 Minuten schloss Peter Janssen mit den leicht rückläufigen Zahlen aus dem Stadthaushalt und den Worten: “Mit der Stadt Tegernsee geht es weiter aufwärts”. Übergab dann an den zweiten Bürgermeister Anton Staudacher und leitete damit die folgende Fragestunde Tegernseer Bürger ein.

Der Aufreger war dabei die mehrmalige Anfrage von Maria Heiß (Leiterin des örtlichen Gewerbeverbandes), einen Einblick in die Zahlen der TTT zu bekommen. Um welchen Etat geht es und an welchen Zielen wird TTT-Chef Georg Overs gemessen?

Diese Fragen konnte Anton Staudacher nicht beantworten und verwies auf die allgemeine Zielsetzung den seit über 20 Jahren rückläufigen Trend bei den Übernachtungszahlen zu stoppen. “Das geht nun mal nicht von heute auf morgen” betonte Staudacher.

Zufrieden war Maria Heiß damit aber nicht und wies immer wieder darauf hin, dass “wir früher weniger Geld zur Verfügung hatten und die Übernachtungszahlen trotzdem besser waren”.

Ursprünglicher Artikel vom 25. November unter der Überschrift “Aus der Tegernseer Bürgerversammlung: Die Point bekommt eine Tiefgarage – Klinik braucht mehr Parkplätze”:
Bürgermeister Peter Janssen hatte eine große Neuigkeit zu vermelden. Und die wollte er den etwa 100 anwesenden Zuhörern bei der gestrigen Bürgerversammlung dann auch nicht lange vorenthalten.

Die Deutsche Rentenversicherung, Betreiberin der Orthopädischen Klinik Tegernsee, plant eine neue Tiefgarage. Die Klinik hat sehr gute Auslastungszahlen, aber mittlerweile ein großes Parkproblem. Durch Ihre Lage an der Point sind die Möglichkeiten für eine Erweiterung der Parkplätze auch stark eingeschränkt. Und da die Gefahr bestand, dass sich die Betreiberin komplett zurückzieht oder aber die Anzahl der Patienten stark reduziert hat man im Stadtrat der Voranfrage für den Bau einer Tiefgarage unter der Point prinzipiell zugestimmt.

Orthopädische Klinik Tegernsee. Links ist das Strandbad Point. Abbildung: www.ok-tegernsee.de

Die Pläne sind zwar schon fortgeschritten. Konkrete Entscheidungen oder auch der genaue Ort sind allerdings noch nicht definiert. Unklar ist beispielsweise ob die Tiefgarage unter den Hartplatz-Bereich kommt oder aber unter den bestehenden Parkplatz. Dies und viele weitere Details müssen aber noch durch die Gremien überprüft und abgesegnet werden. Sicher ist nur, die Stadt möchte die Klinik halten und ist dafür bereit die Point “unterkellern” zu lassen.

Laut Peter Janssen sollen aber die Beeinträchtigungen an der Oberfläche, vergleichbar mit dem Parkhaus der Sparkasse unterhalb des Kurparks, minimal gehalten werden bzw. nur da offensichtlich sein, wo sie niemanden stören.

Umbau Hauptstrasse Tegernsee: Baubeginn Frühjahr 2011 – Dauer mindestens 6 Wochen

Insgesamt fünf Parkplätze werden den Umbaumaßnahmen zum Opfer fallen

Der nördliche Bereich der Haupstraße wir im Frühjahr nächsten Jahres umgebaut

Zweite Ergänzung vom 08. Dezember / 10:57 Uhr
Die Tegernseer Hauptstraße wird im kommenden Frühjahr umgestaltet (Planung siehe ursprünglicher Artikel). Geplant ist der Start für Ende März. Dauer mindestens 6, maximal aber 8 Wochen – so Bürgermeister Peter Janssen.

In dieser Zeit wird es logischerweise große Beeinträchtigungen geben. Wobei sich die Situation an der Hauptstraße etwas einfacher darstellt als an anderen Baustellen in Tegernsee. Der Grund ist die Umfahrungsmöglichkeit über die Hochfeldstraße, die zu der Zeit auch genutzt werden soll. Bedeutet, dass der Verkehr durch Tegernsee, wenn zwar nur einspurig dafür aber ungehindert, fließen kann.

Warum das gerade im nächsten Frühjahr passieren muss, darüber entbrannte auf der gestrigen Stadtratssitzung eine kurze Diskussion.

Christine Laprell (CSU) erinnerte an die extrem lang-andauernde Baustelle vor dem Haus des Gastes und vor allem an die schlechte Informationslage. “Keiner der Betroffenen war darüber informiert wann sie stattfindet und wann sie endet.”

Darüberhinaus war Christine Laprell aber so oder so gegen die Baumaßnahme:

Alleine der Neubau von Gehwegen bringt den Geschäften keine deutliche Verbesserung. Die umfassenden Störungen im nächsten Jahr werden sich insgesamt sehr negativ auf die Stadt und die Geschäftswelt auswirken. Deswegen kann ich nicht dafür stimmen, da der Zeitpunkt einfach falsch ist.

Die Gegenmeinung vertrat Stadtrat von Hammerstein (Bürger Liste) mit den Worten: “Nichtstun wäre das allerschlechteste. Beschwerden wird es natürlich geben. Bloß das ist ein Negativpunkt, den wir hinnehmen müssen.”

Und Peter Janssen ergänzte: “Es ist im Moment einfach peinlich durch die Hauptstraße zu gehen. Und es ist einem Ort wie Tegernsee einfach nicht angemessen.”

Wichtig war den meisten Stadträten, dass die Baumaßnahmen noch vor Pfingsten fertiggestellt sind. Bis dahin ist laut Aussage des Bürgermeisters touristisch wie geschäftlich wenig los und damit auch nicht viel verloren.

Das Gremium beschloß am Ende – mit einer Gegenstimme – die Hauptstraße im Frühjahr 2011 umzugestalten. Die durch den Abbruch des Hornanwesens freigewordene Fläche wird als Materiallager benutzt. Die eingeplanten Kosten im Haushalt 2011 belaufen sich auf 310.000 Euro.

Ergänzung vom 01. September / 12:10 Uhr mit der Überschrift: “Umbau der Hauptstraße Tegernsee: So sehen die groben (Zeit-)Pläne aus”
Einigen ist wahrscheinlich aufgefallen, dass auf der Strasse und den Gehwegen in Höhe des Horn-Anwesens bereits vor längerer Zeit Markierungen aufgesprüht wurden. Auf Nachfrage hat uns Frau Koch vom Tegernseer Bauamt mitgeteilt, dass dies nur der Vorabinformation für die Anwohner dient. Die Bauarbeiten brauchen noch ein wenig und die grobe Zeitplanung sieht folgendermaßen aus:

- Das ehemalige Horn-Gebäude, Hauptstraße 18, soll im kommenden Winter abgerissen werden. Die Abbruchgenehmigung wurde beim Landratsamt Miesbach beantragt. Die vorbereitenden Arbeiten (Ausschreibung, Auftragsvergabe) erfolgen im Herbst.

- Nach dem Abbruch des Hauses soll die freigewordene Fläche übergangsweise hergerichtet und als öffentlicher Parkplatz genutzt werden.

- Nach der Schaffung der neuen Stellplätze ist für das nächste Frühjahr die Umgestaltung der Hauptstraße vorgesehen.

- Die Kosten für diese Maßnahmen werden im Vermögenshaushalt 2011 eingeplant.

Vor allem wegen dem letzten Punkt ist ein Baubeginn in diesem Jahr nicht mehr möglich. Ganz genaue Termine kann man uns derzeit aber noch nicht nennen.

Ursprünglicher Artikel vom 06. Juli:
Der Umbau der Hauptstraße in Tegernsee hat ähnliches Streitpotential wie der Steg im See. Beides wird auch gerne als gemeinsames Thema betrachtet, weil jeder Punkt für sich alleine nur wenig Sinn macht. Vor allem der Steg macht ohne eine attraktivere Hauptstraße nur wenig her, weil dann wirklich die Gefahr besteht, dass erstens die Touristen die Hauptstraße (und die ansässigen Geschäfte) einfach meiden würden und zweitens ein Steg nur Sinn macht, wenn die Menschen auch irgendwo Parken können. Und genau das ist bisher in Tegernsee ein wirkliches Problem.

Geplant ist ein Parkhaus

Darum geht der Umbau der Hauptstraße auch einen ganzen Schritt weiter und umschließt auch die Planung eines neuen Parkhauses auf dem Horn-Anwesen. Bis zu 146 Parkplätze sollen dort entstehen. Das Parkhaus wird aber der letzte Schritt der kompletten Umbaumaßnahmen sein. “Bis die Finanzierung für das Parkhaus steht wird sicherlich noch dauern”, sagte auch Bürgermeister Janssen auf der letzten Stadtratssitzung zu dem Punkt. Wir werden uns das Parkhausthema in einem gesonderten Beitrag nochmal etwas genauer anschauen.

Straße wird schmaler

Im Vordergrund steht jetzt erstmal der Umbau der Hauptstraße. Das Projekt hat sowohl zeitlich, wie auch finanziell momentan Priorität im Tegernseer Rathaus. Wie auf dem Plan zu erkennen ist, soll die Hauptstraße mehr oder weniger in Richtung See verschoben und insgesamt verschmälert werden. Die Straßenbreite soll zukünftig nur noch 6,75 Meter betragen. Das ist die vorgeschrieben Mindestbreite für Bundesstraßen aber deutlich weniger als die Hauptstraße bisher hatte. Außerdem soll gegenüber vom Hotel Guggemos eine Querungshilfe für Fußgänger gebaut werden. Die Querungshilfe dient gleichzeitig als Linksabbiegespur für das geplante Parkhaus. Die roten Flächen im Plan sind die neuen Gehwege, die gestrichelten Linien (sehen ein bisschen aus wie Schienen) sind die bisherigen Bordsteinkanten. Hellgelb sind die neuen Parkplätze eingezeichnet. Die Straße selbst soll mit einem gepflasterten Rinnstein eingefasst werden (auf dem Plan als dreireihige schwarze Kästchen zu erkennen) Für eine genauere und Zoombare Ansicht haben wir das PDF-Dokument hier zum Download.

Das ist der Plan für die neue Hauptstraße in Tegernsee (ein Klick auf das Bild bringt eine größere Ansicht)

Die Verschmälerung der Straße und das Verrücken in Richtung See soll zwei Vorteile bringen: Zum einen wird der Gehweg auf der Bergseite so um ca. 50 cm verbreitert und misst in Zukunft an der schmalsten Stelle etwa 2,20 Meter. Außerdem sollen die Parkplätze längs zur Straße an der Bergseite von bisher 1,50 Meter auf 2 Meter verbreitert werden. Im Gegenzug wird der Gehweg auf der Seeseite allerdings an einigen Stellen schmaler, bzw. maximal gleich bleiben. Vor dem Hotel Guggemos soll die Maximalbreite nach dem Umbau nur mehr 1,50 Meter betragen – das wird mit zwei Kinderwägen dann schon eng.

Viele offene Punkte

Und dann ist man auch schon bei den vielen “Wenns und Danns und Abers”, die das Projekt mit sich bringt. So wird im Tegernseer Rathaus zum Beispiel darauf spekuliert, dass das Hotel Guggemos demnächst einen Investor findet, der das Gebäude abreißen und neu bauen wird. Das soll er dann aber bitte etwas weiter weg von der Straße machen – dann hat man wieder einen schönen, breiten Gehweg. So sieht es der Plan vor. Bisher gibt es aber weder einen Investor, noch fertige Pläne für einen in Richtung See versetzten Neubau.

Parkplätze fallen weg

Dann sind da noch die Umbaumaßnahmen und die Parkplatzsituation: Wenn die Hauptstraße erneuert wird, fehlen danach fünf Stellplätze an der Straße – Stellplätze fehlen aber auch jetzt schon massenweise. Aber auch das sieht man im Rathaus nicht als Problem. Wenn man mit dem Bau anfängt, will man gerne sofort das Haus am Hornanwesen abreißen und dort übergangsweise Parkplätze schaffen bis das Parkhaus steht. 16 neue Parkplätze sollen so hinzu kommen. Man beruft sich darauf, dass “ein Abriss die einzig wirtschaftliche Lösung ist”. Das Gebäude ist im Inneren sehr verbaut. Unterschiedliche Stockwerkshöhen, Stockwerke, die keinen Zugang vom Treppenhaus haben und eine schlechte Bausubstanz sind die Argumente. “Ein zweites Maximilian wollen wir hier nicht haben”, sagte Bürgermeister Janssen dazu.

Ein Abriss müsste aber möglichst schnell auch in einen Neubau des Parkhauses übergehen. Die Finanzierung dafür steht bisher allerdings noch nicht endgültig. Die Kosten sind in den ersten Entwürfen mit rund 3,5 Millionen für das Parkhaus geplant. Hinzu kommen nochmal rund 1 Million für den Neubau des Gebäudes an der Straße und ganz zum Start erstmal geschätzte 100.000 Euro für den Abriss und die Errichtung der 16 Übergangsparkplätze.

Baukosten alleine für die Straße: 350.000 Euro

Die Gesamtkosten für den Straßenumbau werden zum jetzigen Zeitpunkt mit rund 350.000 Euro veranschlagt. Plus die erforderlichen 100.000 Euro für den Abriss und die Parkplätze am Horn-Anwesen also grob 450.000 Euro. Wie die Finanzierung genau aussehen soll, werden wir auch in einem gesonderten Beitrag genauer betrachten. Hier wollen wir erstmal nur die Pläne vorstellen.

Noch einige Bilder zur Verdeutlichung:

Auf dem Horn Anwesen soll ein Parkhaus entstehen - so sieht es zumindest der Plan vor

Ähnlich wie jetzt soll die Straße mit einem gepflasterten Rinnstein eingefasst werden

Die neue Engstelle: Vor dem Hotel Guggemos wird die Gehwegbreite nur mehr 1,50 Meter betragen

Seesauna Tegernsee: Mehr als 500.000 Euro Verlust in 2009

Blick von der Seesauna Tegernsee / Quelle: Rolf Kaul

Ergänzung vom 07. Dezember / 21:55 Uhr
Interessante Information aus der vor einer Stunde zu Ende gegangenen Stadtratsitzung in Tegernsee. Norbert Kruschwitz, Direktor der Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV), hat heute Abend die Zahlen für den Jahresabschluß 2009 der TKV vorgestellt. Dabei kam auf Nachfrage durch Stadtrat Andreas Obermüller heraus, dass das Medius-Gebäude (ehemaliges Hallenbad) und die Seesauna im vergangenen Jahr einen Gesamtverlust in Höhe von 800.397 Euro erwirtschaftet haben. Dabei schlägt die Seesauna alleine mit 512.685 Euro zu Buche. Darin enthalten sind zwar auch Abschreibungen in Höhe von 328.716 Euro. Aber der rein operative Verlust aus dem laufenden Betrieb der Seesauna und Strandbad zusammengenommen beläuft sich immer noch auf 183.969 Euro.

Eine stolze Summe für eine Institution, die zwar auf der einen Seite die Attraktivität des Ortes erhöht. Andererseits aber auch von sehr vielen Tagesgästen aus München und Umgebung genutzt wird, die ansonsten in Tegernsee wenig Geld lassen.

Ursprünglicher Artikel vom 29. September mit der Überschrift “Erweiterung der Tegernseer Seesauna: Warum Bürgermeister Janssen keine Öffentlichkeit bei der Entscheidungsfindung will”:
Der Tegernseer Seesauna geht es gut. Scheinbar zu gut. Denn täglich kommen bis zu 200 Gäste in die Sauna, die derzeit nur für 140 Personen ausgelegt ist. In dieser Situation hat man sich bei der TKV (Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe) eine Lösung einfallen lassen: Zusammen mit dem Betreiber Monte Mare will man einen Ruhe-Pavillon mit 20 Plätzen bauen. Dafür braucht man nur etwas Grundstück vom Strandbad und 160.000 Euro von der Stadt.

Eingabeplan der Seesauna. Die Erweiterung ist der 66 qm große Pavillon mit ca. 20 Ruheplätzen (gelb)

So weit so gut. Doch nun wird`s komisch.

Der Werkausschuss hätte in seiner Sitzung vom 14. September über den Bauantrag der TKV beraten sollen. Das Schaugerüst an der Seesauna stand. Aber die Sitzung wurde kurzfristig von Bürgermeister Peter Janssen abgesagt. Begründung Fehlanzeige.

Doch damit nicht genug. Da das Thema auch privatrechtliche Verträge mit dem Architekten und Planer umfasst, und solche Themen prinzipiell in nicht-öffentlichen Stadtratssitzungen besprochen werden, dachte sich Peter Janssen, dass man auch gleich mal die Baugenehmigung für die Erweiterung (immer öffentlich) und die damit verbundenen Kosten in Höhe von 160.000 Euro durchwinken kann. Sozusagen auf dem “nicht-öffentlichen kurzen Dienstweg”.

“Dieser Vorgang ist zwar ungewöhnlich. Aber erklären können wir uns das auch nicht.” so die Aussage aus der Tegernseer Verwaltung. Peter Janssen war dazu leider nicht erreichbar.

“Lass uns das doch in der nicht-öffentlichen besprechen”

Diese Form der “Nicht-Öffentlichkeitsarbeit” ist rechtlich unzulässig und trotzdem kann man sie ab und zu sogar live in den Sitzungen beobachten. Aussagen wie “Lass uns das doch in der nicht-öffentlichen besprechen” hört man immer wieder.
Mit dieser Vorgehensweise wird natürlich von Seiten der Verantwortlichen versucht potentiell kritische Themen an der Öffentlichkeit vorbei zu schleusen. Und es wird vor allem bewusst in Kauf genommen, dass dies einen ganz klaren Verstoss gegen die bayerische Gemeindeordnung darstellt.
Denn unter §52 GO steht zwar, dass die Sitzungen grundsätzlich öffentlich stattzufinden haben. Und dass nicht-öfffentliche Sitzungen die Ausnahme darstellen sollten und immer begründet werden müssen. Aber leider haben Verstösse gegen den Grundsatz der Öffentlichkeit nicht die Ungültigkeit der gefassten Beschlüsse zur Folge. Das bedeutet, wenn ein Bürgermeister keine Öffentlichkeit will, hat er nichts zu befürchten.

Politisches Fehlverhalten? Wozu gibt`s eine kritische Presse!

Die politischen Konsequenzen dieses Handelns stehen jedoch – zumindest langfristig – außer Frage. Einzige Voraussetzung: Es muss eine kritische Presse da sein, die das Fehlverhalten dokumentiert. Wenn das kontinuierlich geschieht, wird nämlich schnell klar, dass eine Geheimhaltungspolitik betrieben wird. Und eine solche Politik wird auf Dauer nie im Interesse der Wähler sein.
Ob es dabei um existenzielle Fragen oder “Durchwink-Themen” wie die Erweiterung der Seesauna geht, ist zweitrangig. Entscheidend ist das Signal, dass von diesem Verhalten ausgeht.

Doch was bedeutet das für die Erweiterung der Seesauna?

Die Erweiterung wird kommen. So oder so. Niemand wird gegen die unzulässige Art der Entscheidungsfindung aufbegehren. Warum auch? Die Aussichten wären minimal.

Das Schlimme dabei ist, dass man als außenstehender Bürger nicht einschätzen kann, ob die Entscheidung sinnvoll war. Fragen wie ….

Welche Argumente gab es dafür?
Gab es kritische Stimmen von den übrigen Stadtratsmitgliedern?
Wenn der Platz eng wird, wird er dann nicht hauptsächlich in den Saunen eng?
Hätte man also nicht eher neue Saunen bauen sollen, anstatt Liegeräume?
Was hat das langfristig für Auswirkungen auf das Strandbad?
Wie setzen sich die 160.000 Euro zusammen?

…. wird niemand beantworten können. Denn die Öffentlichkeit durfte ja nicht dabei sein, als die Entscheidung getroffen wurde.

Fatal für die Politik ist einerseits der Unmut, der dadurch bei den Bürgern entsteht. Und andererseits die Spekulationen, die aufkommen. Sehr schön zu sehen an einem Leserkommentar zu dem Thema bei Merkur-Online. Da meint der User “Tegernseer Taktik”:

Mich würde es nicht wundern, wenn hier eine Salamitaktik angewendet wird, um “scheibchenweise” die Seesauna zu vergrößern und langfristig das Strandbad sterben zu lassen. Ist vielleicht einfacher auf diese Art, als eine Konfrontation mit LRA und Anlieger einzugehen.
Erst mehr Platz für Ruheräume, dann hat es zu wenig Saunaplätze…. Also mal schnell noch 1-2 zusätzliche Saunen gebaut….usw.usf…

Obwohl. Ist diese Spekulation tatsächlich so abwägig?

Anmerkung: Die Aufnahme ist mit freundlicher Genehmigung von Rolf Kaul veröffentlicht.

Bad Wiessee: Flächennutzungsplan im Gemeinderat – jetzt auch in öffentlicher Sitzung

Vierte Ergänzung vom 07. Dezember / 11:14 Uhr
Nun ist es also soweit. Der fertige Flächennutzungsplan wird am Donnerstag um 19 Uhr der Wiesseer Öffentlichkeit vorgestellt. Die Auswirkungen des neuen Nutzungsplans für die zukünftige Bebauung von Bad Wiessee sind noch nicht abzuschätzen. Für den einzelnen kann das, je nach Lages des eigenen Grundstücks, sehr negativ werden.
Aber dafür gibt es ja auch eine Einspruchsfrist. Die startet bei offizieller Auslegung voraussichtlich im Januar. Dann haben Bürger und natürlich auch die Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit Einwände gegen das Vorhaben anzumelden oder Anmerkungen anzubringen.

Die weiteren Themen, die auf der letzten Wiesseer Gemeinderatssitzung vor der Winterpause, diskutiert werden sehen folgendermaßen aus:

Die nächste Gemeinderatssitzung in Bad Wiessee am Donnerstag 09. Dezember ab 19:00 Uhr

Schweres Thema im Rathaus Bad Wiessee

Dritte Anmerkung vom 27. Oktober / 12:18 Uhr

Wir haben mehrere Emails erhalten, warum denn das Thema “Flächennutzungsplan in Bad Wiessee” in nicht-öffentlicher Sitzung besprochen wurde?
Dabei kann man die Aussagen auf die zwei folgenden Zitate runterbrechen:
“das stellt doch einen Verstoß gegen die Gemeindeordnung dar”
“müssen sich die Politiker jetzt schon bei jedem etwas kritischeren Thema verstecken?”

Da wir die Fragen nicht beantworten konnten, haben wir Helmut Köckeis, den Leiter der Wiesseer Bauverwaltung, telefonisch befragt. Hier seine Antwort:

Der Gemeinderat hat die Sitzung genutzt, um sich klar zu werden, was er eigentlich möchte. Das hat er im Rahmen dieser nicht-öffentlichen Vorberatung getan.

Jetzt hat man einen Planentwurf und dieser wird am 09. Dezember in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung bekanntgemacht. Dort wird dann auch der förmliche Aufstellungsbeschluß für das Flächennutzungsplanverfahren getroffen. Und dann liegt so voraussichtlich im Januar/Februar dieser Planentwurf mehrere Wochen öffentlich aus. Das heißt dann kann sich jeder Grundstückseigentümer im Bauamt informieren, welche Einstufung sein Grundstück haben wird. Und natürlich kann auch jeder Eigentümer im Rahmen einer Stellungnahme beispielsweise sagen “mir gefällt das nicht. Ich möchte dass meine Wiese Bauland wird.”
All diese Stellungnahmen werden dann zusammengefasst und müssen im Anschluß vom Gemeinderat öffentlich behandelt werden.

Die zwei nicht-öffentlichen Sitzungen hatten nur das Ziel herauszufinden wohin die Reise eigentlich gehen soll. Diese Verfahrensweise ist allerdings übliche Praxis und in der Form ja auch im Baugesetzbuch verankert und genau festgeschrieben. Darüber kann man sich nicht einfach so hingwegsetzen.

Zweite Anmerkung vom 26. Oktober / 09:03 Uhr mit der Überschrift “Bad Wiessee: Flächennutzungsplan – verlässliche Ergebnisse erst im Dezember”

Wie der Merkur berichtet, hat der Wiesseer Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung in der vorletzten Woche über das Thema “neuer Flächennutzungsplan” diskutiert. Dabei ging es hauptsächlich um die eingegangenen Stellungnahmen der betroffenen Eigentümer und die Frage wer was wo bauen darf – oder eben nicht mehr.

Entscheidungen, die in den Flächennutzungsplan einfließen, wurden zwar getroffen. Werden jedoch erst voraussichtlich in der übernächsten Gemeinderatssitzung im Dezember veröffentlicht.

Wie Helmut Köckeis, Leiter des Bauamtes, anmerkt, soll demnächst vor allem die Entwicklung des Kurviertels, des alten Spielbankgeländes und des Anwesens Lederer am See in einer Arbeitsgruppe diskutiert werden. Dieser Gruppe werden neben Gemeinderatsmitgliedern auch Vertreter des öffentlichen Lebens angehören um “möglichst viele einzubinden”

Anmerkung vom 29. Juli / 13:22 Uhr
Bad Wiessee steht vor der großen Aufgabe einen neuen Flächennutzungsplan (FNP) für den kompletten Ort zu entwickeln. “Mit dem neuen FNP will der Ort die Weichen für die Zukunft stellen” sagt Helmut Köckeis, Leiter der Bauverwaltung in Bad Wiessee. Für die nächsten 10 – 15 Jahre soll der neue Plan mindestens bestand haben.

Zu schnelle Ergebnisse darf man sich aber nicht erhoffen. Eine erste nichtöffentlich Arbeitssitzung hat vor einigen Wochen stattgefunden. Allerdings bestehen laut Köckeis nach wie vor einige offene Punkte, bis der erste Planentwurf verabschiedet werden kann und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Eine weiter nichtöffentliche Sitzung soll nach der Sommerpause im September oder Oktober stattfinden.

Wirklich große Probleme erwartet der Bauamtsleiter allerdings nicht. Zwar sollen einige Ortsrandgebiete, die bisher als Baugebiet im Flächennutzungsplan stehen in Landwirtschaftliche Fläche zurückgewandelt werde. “Ein automatisches Baurecht ließ sich auf den Flächen aber auch heute nicht ableiten” so Köckeis. Soll heißen: Um auf den ausgewiesenen Flächen tatsächlich bauen zu dürfen, hätte es auch heute in jedem Einzelfall eines detaillierten Bebauungsplanes bedarft.

Ein exakter Zeitplan steht allerdings noch nicht fest. Bis der endgültige Flächennutzungsplan steht werden aber sicherlich noch 1,5 bis 2 Jahre vergehen. Richtig loslegen will man in Wiessee aber noch in diesem Jahr. “Auch unter Beteiligung der Bürger” wie Köckeis betonte.

Auch für dieses Jahr auf dem Programm steht das Gebiet rund um das Kurviertel. Hier muss aber nicht nur ein neuer Flächennutzungsplan her, sondern ein umfassendes Konzept, was sich die Gemeinde und die Bürger für das Gebiet wünschen. Was wird aus der Seepromenade, was aus dem Hotel Lederer, dem Badepark oder dem Jodschwefelbad. Und die größte Frage wird auch hier sein: Für was findet sich ein Investor?

In diesem Jahr wird sich aber wahrscheinlich nichts Grundlegendes mehr ändern. Jetzt muss erst mal Schritt für Schritt überlegt und geplant werden. Wie immer, wenn’s ums Thema Bauen geht: Gut Ding will leider Weile haben…

Ursprünglicher Artikel vom 22. Mai 2010 / 16:27 Uhr:
Der Architekt Eberhard von Angerer hat letzte Woche im Wiesseer Gemeinderat den ersten Entwurf eines Flächennutzungsplanes (FNP) vorgestellt. Ein Entwurf war es so direkt eigentlich noch gar nicht. Eher eine Bestandsaufnahme über den jetzigen FNP und die noch verfügbaren Bau- und Grünflächen im Ort. Angerer erklärte schnell, dass “die Siedlungsstruktur sehr faserig ist.” Er meinte damit den Flickenteppich, der sich bei der Ansicht einer Wiesseer Landkarte ergibt, die die ausgewiesenen Flächen enthält.

Einige Flächen sind Wohnbaugebiet, andere Mischgebiete, Sonderbauflächen oder schlicht Grüngebiete. Nur eines ist aus der Karte schnell ersichtlich: In Bad Wiessee wurde die letzten Jahrzehnte viel Flickschusterei betrieben. Insgesamt 49 Mal wurde der Plan bisher geändert.

Es muss Ordnung geschaffen werden

Das soll im Laufe das Jahres geändert werden. Ziel des neuen FNP ist es, die verschiedenen Gebiete in der Gemeinde neu einzuordnen und so die Entwicklung der nächsten Jahre, bzw. Jahrzehnte für die Gemeinde zu steuern. Es geht eben gerade darum, den entstandenen Flickenteppich aufzulösen und feste Flächen festzulegen: Wo soll künftig gewohnt werden, wo sind die Geschäfte, wo die Hotels und Kurgebiete.

Auch schon lange anderweitig genutzte Flächen müssen neu umgeschrieben werden. “Es gibt zum Beispiel Sondergebiete, die inzwischen als normale Wohngebiete genutzt werden”, erklärt der Architekt. Nur mit der entsprechenden Ausweisung kann in den jeweiligen Gebieten auch die nötige Entwicklung stattfinden. Bisher muss für solche Gebiete jede winzige Kleinigkeit in einen eigenen Beschluss gefasst werden, der die Ausnahme regelt. Immerhin ist das Gebiet offiziell ja überhaupt nicht zum Wohnen gedacht..

Rückwandlung von Baugrund ist immer kritisch

Architekt Angerer war von Bad Wiessee aber auch sichtlich beeindruckt: “Zwischen den einzelnen Gebieten befinden sich sehr wertvolle Flächen” sagte er, “es gibt nach wie vor sehr schöne Seezugänge. Das ist echtes Kapital”. Dieses Kapital will Angerer auf jeden Fall erhalten sehen. Genauso die großzügigen Grünflächen. Was aber auch ersichtlich wird, ist, dass rings um die bisherigen Ortsgrenzen noch einige Flächen als Bebauungsfläche vorgesehen sind. Zumindest laut den momentan gültigen Plänen. Die Flächen sähe Angerer gerne wieder aus der Bebauungsfläche rausgenommen. Im Ort gebe es schließlich noch genügend nutzbaren Raum.

Das sind aber genau die Punkte, die irgendwann zum Streit führen können. Ob die “Wiese am Tegernsee” Baugrund oder Weide ist entscheidet immerhin über sehr viel Geld. Gegenüber der Tegernseer Stimme meinte Angerer dazu: “Solche Themen werden schnell zu Zerreißproben. Da kommt ein Gemeinderat nur geschlossen durch.” Er meint damit den Punkt, dass gerade in solchen Momenten schnell persönliche Beziehungen eine Rolle spielen. Frei nach dem Motto: “Der Sepp ist im Sportverein – die Wiese bleibt Baugrund” / “Der Herr Müller kommt aus Frankfurt – der Baugrund wird Weide” Das darf nicht passieren, sonst ist das Chaos vorprogrammiert und die ganze Arbeit am Ende umsonst.

Seepromenade als erster Schritt

Um Flächen wie hier zwischen Hotel Lederer und Haus des Gastes wird es beim Flächennutzungsplan gehen

Als ersten wichtigen Schritt sieht aber auch Angerer den “zentralen Bereich” rund um die ehemalige Spielbank, das Hotel Lederer und das Jod-Schwefel-Bad. In den Raum stellte er die Frage “wie fangen wir an?” Er meinte damit nicht  nur das Vorgehen innerhalb der einzelnen Fraktionen und des Gemeinderates, sonder vor allem die frühe Einbeziehung der Bürger. “Ein gemeinsam entwickeltes Konzept ist meist tragfähiger” macht er schon im Vorfeld klar und weißt vorsorglich darauf hin, dass “Bürgerentscheide 3 Jahre Planungsstop bedeuten.”

Angerer schließt seinen Vortrag mit den Worten: “Es gibt nur wenige Bereiche in Deutschland mit so einer Premiumlage!” Damit meint er das Gebiet Seepromenade. In Wiessee ist genau dieser Premiumbereich bisher eher Bauruine. Kurz geht Angerer noch auf Fördermöglichkeiten durch Land und Bund ein, ohne jedoch konkreter zu werden.

Viel Arbeit für Gemeinderäte

Nach dem Vortrag herrschte erstmal Stille im Sitzungssaal. Das war einfach sehr viel Info. Verstanden hat die komplette Tragweite vielleicht auch nicht jeder sofort und einige hatten sich innerlich vielleicht auch eher auf eine hitzige Diskussion zu konkreten Plänen eingestellt. Das war es aber nicht. Es ging noch nicht um die Details und darum wird es auch noch lange nicht gehen. Beim neu zu gestaltenden “Flächennutzungsplan Bad Wiessee” geht es um die zukünftige Ausrichtung eines kompletten Ortes und nicht um einzelne Gebäude. Es wurde vielen wohl klar, dass mit dem neuen Flächennutzungsplan sehr, sehr viel Arbeit auf alle Beteiligten zukommt.

Diskutiert wurde im Anschluss natürlich doch noch. Wichtiges gesagt aber eher weniger:

Kurt Sareiter (CSU) machte schon mal klar, dass “wir einem Umbau von Grünflächen nicht zustimmen werden”.

Stefan Hagn (Wiesseer Block) bemängelt, dass viele Straßen im Ort schnurgerade und “wie Start- und Landebahnen sind” – das will er gerne anders haben.

Hartwig Bayerschmidt (CSU) zeigte sich “überrascht, was wir an Freiflächen haben” und hat natürlich auch Wünsche für die Zukunft: “Wir sollten wirklich großen Wert legen auf ein prägendes Hotel”.

Bürgermeister Höß machte klar, dass die Meinung zum Hotel wahrscheinlich einstimmig ist.

Das letzte Wort hat nochmal Stefan Hagn: “Mir reicht’s jetzt!”

Im Juli geht’s weiter

Jetzt bekommen die Gemeinderäte erstmal die genauen Unterlagen zugeschickt. Die werden sie sich anschauen und bearbeiten und ende Juli/ anfang Juli wird dann in einer ersten nichtöffentlichen Arbeitssitzung getagt. Das ist wahrscheinlich auch besser so…

Umbau des Kur- und Kongress-Saals in Rottach-Egern: “Bürokratie-Farce” verzögert Bauarbeiten um mindestens 3 Monate

Zweite Anmerkung vom 03. Dezember / 10:24 Uhr
Das Bürokratie-Monster EU hat wieder mal zugeschlagen. Wie der Merkur gestern berichtet hatte, wird sich der Umbau des Rottacher Kur- und Kongress-Zentrums um 3-4 Monate nach hinten verschieben. Der Grund sind die umfangreiche Ausschreibungs-Phase, in der sich die Gemeinde Rottach-Egern gerade befindet.

Gegenüber der Tegernseer Stimme erläuterte Bürgermeister Franz Hafner die Situation folgendermaßen:

Wir mussten den Vertrag mit dem bisherigen Architekten Andreas Erlacher vom Kommunalen Prüfungsverband überprüfen lassen. Dabei hat sich herausgestellt, dass es einige Bereiche bei der Sanierung des Kur- und Kongress-Zentrum gibt, die wir europaweit ausschreiben lassen müssen. Dazu gehört auch die Leistung des Architekten.

Das Prozedere sieht dabei so aus: Bisher haben sich 10 ernsthafte Bewerber gemeldet. Diese haben wir nach einem ausführlichen Kriterienkatalog bewertet. Daraus sind 5 Bewerber übriggeblieben – übrigens alle aus dem oberbayerischen Bereich. Und mit denen werden jetzt abschließende Gespräche geführt. Unter den letzten 5 Bewerbern befindet sich übrigens auch Andreas Erlacher.

Unser endgültige Entscheidung werden wir dann am 14.12. im Gemeinderat vorstellen.

Eine ziemliche Mammutaktion also, die relativ kurzfristig von der Verwaltung gestemmt werden muss. Das Problematische dabei ist die Verzögerung, die bares Geld kostet. Gegenüber dem Merkur meint Franz Hafner nämlich, dass alle Anfragen zur Vermietung des Kur- und Kongress-Zentrums für 2011 komplett abgelehnt werden mussten. “Statt Januar rechnen wir nun für März oder April mit dem Baubeginn. Doch dann muss es eine Gewaltaktion werden.”

Die Situation ist also nicht gerade erfreulich. Speziell wenn man bedenkt, dass der Kämmerer erst vor 3 Wochen das Jahr 2011 als Rottacher-Investitionsjahr ausgerufen hat. Mit einem deutlich steigenden Schuldenstand und stark zurückgehenden Rücklagen. Da hätte sich Gerhard Hoffmann sicherlich über die zusätzlichen Einnahmen gefreut.

Anmerkung vom 02. Oktober / 10:41 Uhr mit der Überschrift “Umbau des Kur- und Kongress-Saals in Rottach-Egern: Bürgermeister Hafner reagiert auf Parkplatzvorwürfe”
Aus dem Tegernseer Rathaus, genauer von Anton Staudacher, kam ja letztens der Hinweis, dass die neu geplante Nutzung des Wandinger-Parkplatzes “nicht-adäquat” sei. Unbedingt muss da ein Parkhaus oder ähnliches hin, so der Bauingenieur in der öffentlichen Stadtratssitzung vom 21. September.

Der Rottacher Bürgermeister Franz Hafner hat jetzt auf die Vorwürfe reagiert und dabei uns gegenüber gleichzeitig klar gestellt, dass ein parkhausähnliches Gebilde zwar angedacht war, aber aufgrund der schlechten Bodenbeschaffenheit und damit verbundener Kosten nicht realisiert werden konnte:

Der Kommentar “hat denn der Staudacher zu wenig Probleme in seiner eigenen Stadt” sagt alles. Mehr sag ich dazu nicht, nur soviel: “Ich finde das eine absolute Unverschämtheit und Ich würde mich nie in die Angelegenheiten der Stadt Tegernsee einmischen.

Dass wir zu blöd sind, Platz zu verschleudern, muss ich ebenfalls zurückweisen.

Wir hatten im Vorfeld viele Alternativen diskutiert. Natürlich wird ein Parkhaus an dieser Stelle nicht akzeptiert. Aber auch eine parkhausähnliche Lösung mit Tief- und Hochdeck wurde angeplant. Mit dem Ergebnis, dass man das Ganze, aufgrund des schlechten Bodens sehr stark fundamentieren müsste. Mindestens 20 Meter tief hätte man gehen müssen. Das wäre so teuer geworden, dass sich das finanziell in keinster Weise gelohnt hätte.

Laut Hafner ist die jetzige Lösung, vor allem wegen der Kosten, zwar ein Kompromiss. Aber immer noch das Beste was man als Gemeinde an dem Platz tun könne.

Ursprünglicher Artikel vom 22. September:
Der bereits seit mehreren Jahren diskutierte Umbau des über 40 Jahre alten Kur- und Kongress-Saals am Eingang von Rottach-Egern nimmt konkrete Züge an. Zu diesem Zweck wurde auf der letzten Gemeinderatssitzung ein Bericht über den Stand der Planungen vorgestellt. Teil der Planungen ist auch der bereits getätigte Kauf und anschließende Abriss des Wandinger-Anwesens zur Erweiterung des Parkplatzes gegenüber des Kongress-Saals.

Kur- und Kongresssaal

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf knapp 5 Millionen Euro. Zu den 4 Millionen für den Umbau des sanierungsbedürftigen Hauses kommen noch mindestens 750.000 Euro für den Abriss des Wandinger-Anwesens und die Erweiterung des Parkplatzes hinzu.

Der Parkplatz auf der anderen Strassenseite soll erweitert werden

Gerade die vorgestellte Nutzung des Parkplatzes ist jedoch nicht unumstritten. Zwar ist laut Franz Hafner der Parkplatz, vor allem bei Veranstaltungen, immer überfüllt. Deswegen ist auch der Kauf und die Erweiterung in der Form unumgänglich.
Anton Staudacher, seines Zeichens zweiter Tegernseer Bürgermeister und Bau-Ingenieur, hat jedoch auf der gestrigen Stadtratssitzung den Rottachern eine “Nicht-adäquate-Nutzung” des Grundstücks vorgeworfen.

Für mich ist eine nicht-adäquate Nutzung eines Grundstücks. wenn man das auf einer Ebene macht, so wie das die Rottacher vorhaben. Lieber die Fläche kleiner halten und ein Parkhaus mit zwei bis drei Geschossen hinstellen. Dann kann ich die übrige Fläche noch nutzen. Aber eine innerstädtische Fläche erdgeschössig so zu bebauen wie am Wandinger-Grundstück und in dem Bereich überhaupt keine Höhenentwicklung mitzunutzen, ist verkehrt.

Freundlich, hell und einladend soll das neue Haus werden

Ansonsten aber hat man im Planungsbüro und im Rathaus grundsätzlich sehr viel über die neue Gestaltung des Hauses nachgedacht. Und der verantwortliche Planer Andreas Erlacher beschreibt das Ergebnis mit den folgenden Worten:

Man will da nicht so viel umkrempeln. Das soll also kein Bauernhaus werden, oder eine absolut abgefahrene Super-Modern-Geschichte. Man will die Identität bewahren. Aber das ganze drumrum wollen wir aufwerten und mit Licht und Farbe einem freundlichen Charakter geben.

Wie die genaue Gestaltung des Innen- und Außenbereichs aussehen soll, werden wir noch in einem extra Beitrag anhand der konkreten Ansichten ausführlich darstellen. Derzeit liegen die Ansichten, so wie sie auf der Gemeinderatssitzung vorgestellt wurden, noch nicht vor. Laut Bürgermeister Hafner müssen diese noch im Detail ausgearbeitet und vom Gemeinderat abgesegnet werden. Das wird voraussichtlich bei der nächsten Sitzung der Fall sein.

Bis dahin hier aber schon mal die Grundrisspläne für den neuen Kur- und Kongress-Saal. Die Pläne gibt es auch in großer Auflösung. Einfach auf das Bild klicken. Und dann nochmal auf die Lupe klicken. So sieht man auch die Details:

Pläne Kur- und Kongresssaal - Untergeschoß

Pläne Kur- und Kongresssaal - Obergeschoß

Die weitere Planung sieht übrigens folgendermaßen aus:
- Bis Ende September soll die genaue Kostenberechnung stehen.
- Danach stehen die nächsten Entscheidungen zu den Plänen an.
- Fördermöglichkeiten werden parallel geprüft.
- Im Dezember soll mit dem Umbau begonnen werden.
- Eröffnung ist für Ende 2011 geplant

Aktuelle Meldung: Tegernseer Bauausschuss genehmigt Problem-Schirme am Bräustüberl

braustuberl

Bestuhlung und Schirme im Sommer

Fünfte Anmerkung vom 29. November / 21:07 Uhr
Tegernsee – Der Bauausschuss hatte es sich nicht leicht gemacht nach der umstrittenen Entscheidung vom September, bei der Bräustüberl-Wirt Peter Hubert mit seinem nachträglichen Antrag für den bereits errichteten Biergarten gescheitert war.

Mehrere Gespräche und Ortsbesichtigungen wurden danach zwischen dem neuen Antragssteller Herzogliches Brauhaus und der Tegernseer Verwaltung geführt.

Beim letzten Ortstermin hatten die beiden Parteien dann gemeinsam diverse Punkte herausgearbeitet, die schlußendlich in den überarbeiteten Bauantrag eingeflossen waren, der nun im Bauausschuss von Bürgermeister Peter Janssen vorgestellt wurde.

Hier die entscheidenden Änderungen am Biergarten:
1. Beide Hauskanten am oberen und unteren Ende des Gebäudes werden freigestellt. Das bedeutet die Bänke und Schirme rücken enger zusammen. Die Kopfbänke an der Mauer entfallen. Und entlang der Hauswand stehen in der ersten Reihe um 60 cm verkürzte Bänke.

2. Die Schirme sind derzeit aufgrund der leichten Hangneigung unterschiedlich hoch. Das soll zukünftig auf eine Höhe gebracht werden. Damit werden die Schirme an der Nordseite etwas niedriger. An der Südseite des Gebäudes dagegen etwas höher.
Dazu dürfen die Schirme auch nicht wie bisher die Simshöhe überschreiten.

3. Die Terasse wird in gepflegter Form außenrum eingegrünt (Breite: 50-60 cm) und bekommt nur noch einzelne Zugänge.

4. Die Bewirtungsfläche verringert sich von ursprünglich beantragten 553 auf 505 Quadratmeter. Das bedeutet eine Reduzierung der Sitzplätze um 10% und der Beschirmungsfläche um 20%.

5. Die Schirme haben derzeit eine grüne Umrandung. Die fällt weg. Und auch die Beleuchtung darf zukünftig nicht mehr benutzt werden. Dafür erhalten die Schirme zwei Spots, die sie von unten beleuchten. Und an der Fassade wird zusätzlich passende Wandbeleuchtung angebracht.

Der vorgestellten Lösung hat der Stadtrat nach kurzer Diskussion einstimmig zugestimmt und Peter Janssen fand zum Abschluß die passenden Worte:

Mit der Lösung können wir meines Erachtens sehr zufrieden sein. Der Autoscooter-Eindruck wäre damit weg.

Vierte Anmerkung vom 29. November / 18:59 Uhr
Um 18:49 war es soweit. Der Tegernseer Bauausschuss hat den überarbeiteten Bauantrag zur Genehmigung des Biergartens einstimmig angenommen.

Details zur Diskussion und der überarbeiteten Ausgestaltung des Biergartens folgen später.

Dritte Anmerkung vom 26. November / 09:28 Uhr mit der Überschrift “Problem-Schirme am Bräustüberl in Tegernsee: Neues Spiel – neues Glück”

Die Schirme am Bräustüberl – zusammen mit der Bestuhlung eine nicht unkomplizierte Geschichte. Zumindest für den Tegernseer Bauausschuss. Der wird sich in seiner am Montag stattfindenden Sitzung erneut mit dem Bauantrag “für die Errichtung eines Biergartens mit Bestuhlung” befassen. Laut Aussage aus dem Tegernseer Rathaus gibt es einen neuen Bauantrag, der vom Brauhaus eingereicht wurde und über den das Gremium nun entscheiden muss. Wie genau der Antrag aussieht und in wieweit er sich an den Einwänden der letzten Bauausschuss-Sitzung – “zu groß, zu massiv und ohne Beispiel” – orientiert, konnte man uns allerdings nicht sagen.

Das wird man dann aber spätestens am Montag, ab 18:30 Uhr im Tegernseer Rathaus sehen.

Bauausschuss Tegernsee - Seite 1

Zweite Anmerkung vom 13. Oktober / 12:34 Uhr mit der Überschrift “Landratsamt verweigert Zustimmung – Erster Bauantrag nach zwei Jahren soll abgelehnt werden”
Das Landratsamt Miesbach hat uns auf Nachfrage bestätigt, dass Ihnen die Pläne für den Biergarten (Tische-Schirme-Kombination) seit letzter Woche vorliegen. Aber “man werde dem Antrag nicht zustimmen können”, so die Aussage des Pressesprechers.

Das Haupthindernis ist die Entscheidung der Stadt Tegernsee gegen die derzeitige Bebauung. Ein Ersetzen der Entscheidung zugunsten des Bauherrn wäre zwar möglich. Aber nur wenn wir rechtliche Vorwände gegen den Beschluss hätten. Die gibt es aber seitens des Landratsamtes nicht.

Auf die konkrete Nachfrage, ob der Pächter schon früher eine Baugenehmigung für den Biergarten beantragt hat, gab es eine sehr kurze Antwort:

Nein, das ist der erste Antrag in dieser Angelegenheit.

Damit sieht es nicht gut aus für Peter Hubert und seiner derzeitigen, unter vielen Gästen beliebten, Tische-Schirme-Kombination.
Jedoch muss in so einem Fall auch mal die Frage erlaubt sein, warum der Pächter erst jetzt – nach 2 Jahren – zum ersten Mal eine Baugenehmigung beantragt? Einen Bauplan gab es ja scheinbar schon vor über 2 Jahren.

Peter Hubert mit einem Bauplan des neuen Biergartens - Quelle: Bräustüberl Zeitung / Ausgabe Juni-Juli 2008

Den Ausschnitt haben wir übrigens aus der Juli-Ausgabe 2008 der Bräustüberl-Zeitung.

Anmerkung vom 16. September / 16:39 Uhr
Wie Andreas Obermüller in den Kommentaren gerade geschrieben hat, gibt es zu dem Thema auf merkur-online.de eine hitzige Diskussion. Mit derzeit 39 Kommentaren dürfte der Artikel dort der mit Abstand am meisten diskutierte sein.
Hier der Link zum Kommentarbereich des betreffenden Artikels auf Merkur Online.

Bestuhlung und Schirme im Sommer

Bereits Montag Abend hatte sich das Gremium im Tegernseer Rathaus fast einstimmig gegen die bereits vor 1 1/2 Jahren errichtete Kombination aus großen Schirmen und Bänken ausgesprochen. Zu groß, zu massiv und ohne Beispiel, so die Begründung der 8 Mitglieder. Sogar von einem ungerechtfertigten Bezugsfall, der damit geschaffen werden würde, sprach der Bauausschuss.

Fatal für Peter Hubert, Pächter des Bräustüberl: Er hatte das ganze Areal inklusive Parkplatz sowie den Schirmen und der Bestuhlung mit hohen Ausgaben neu errichtet. Jetzt muss er das “Ensemble” nachbessern. Was das genau bedeutet weiß aber niemand. Möglicherweise reicht es aus, wenn einfach weniger Bänke und Schirme aufgestellt werden. Sicher kann man aber nicht sein. Denn der Fall liegt nun beim Landratsamt Miesbach.

Peter Hubert will zu der ganzen Sache scheinbar nichts sagen. Auf eine Anfrage der Tegernseer Stimme von vor 2 Tagen gab es bisher keine Reaktion. Verständlich, wenn man bedenkt was auf dem Spiel steht.

Das Fatale an der Entscheidung des Tegernseer Bauausschusses: Sie bestraft diejenigen, die investieren und sich um den Tourismus Gedanken machen. Eine Stadt wie Tegernsee, die derzeit so abhängig ist vom Tourismus, darf Ihre Zugpferde nicht auf diese Art behandeln. Das hat auch nichts damit zu tun, ob einem die Anordnung der Schirme und Tische gefällt oder nicht. Das ist ein Zeichen seitens der Stadt. Und auch wenn wir uns gegen die gängige Meinung stellen sollten: Wir denken leider das falsche.

Straßenarbeiten in Finsterwald: Verzögerungen gehen weiter – Freie Fahrt erst ab Montag nächster Woche

Wetter

Fünfte Anmerkung vom 17. November / 12:01 Uhr
Schlechtes Wetter, schwierige Verhältnisse, ungeplante Verzögerungen – das sind die Gründe für eine weitere Terminverschiebung bei der Fertigstellung der Tölzerstraße in Finsterwald.
Somit bleibt die Straße heute noch komplett gesperrt. Anlieger können ab morgen wieder normal zu Ihren Häusern fahren. Und für den Rest heißt es: Warten und geduldig im Stau in Richtung Gmund stehen. Zumindest Abends hat der ja mittlerweile etwas größere Dimensionen angenommen. Teilweise fängt der Verkehr schon hinter Finsterwald an zu stocken und zieht sich dann bis zur Kreuzung am Ludwig-Erhard-Platz.

Laut Günther Bruckeder soll voraussichtlich nächsten Montag alles soweit fertig sein, dass die Durchfahrt in Richtung Waakirchen wieder eröffnet werden kann und sich so der komplette Verkehr aus Richtung Bad Wiessee nicht mehr durch das Nadelöhr Gmund zwängen muss.

Bedeutet also für das Wochenende:
Am kommenden Wochenende 20./21. November ist alles für den Verkehr frei gegeben. Vom 22. – 26. November erfolgt die erneute Gesamtsperrung, allerdings nur der Tölzer Straße auf Höhe des Bahnübergangs. Die Durchfahrt von Finsterwald aus Richtung Kaltenbrunn kommend ist normal befahrbar.

Vierte Anmerkung vom 11. November / 09:20 Uhr
Seit Montag ist die Durchfahrt Finsterwald für den Durchgangsverkehr aus und in Richtung Waakirchen gesperrt. Zwischendurch gibt es vor Ort aber immer wieder mal auch Komplettsperrungen. Dann dürfen für kurze Zeit sogar die Anwohner nicht zu Ihren Häusern. Aber laut Herrn Bruckeder vom staatlichen Bauamt passiert das alles in enger Abstimmung. Und das läuft scheinbar sehr gut, so dass die Anlieger jeden Tag zu Ihren Grundstücken kommen.

Leider müssen die Bauarbeiten aufgrund einer ungeplanten Verzögerung um 1 bis 2 Tage nach hinten verschoben werden. Somit bleibt die Sperrung bis schätzungsweise Dienstag nächster Woche bestehen – und damit etwa 2 Tage länger als geplant.

Die weiteren Bauarbeiten im Tal sind aber, bis auf einen Bereich der B 307 in Tegernsee, soweit abgeschlossen. So wie einige Kommentatoren geschrieben haben, gab es da ja in der letzten Woche relativ viele Behinderungen um den kompletten See herum. Laut Bauamt waren das allerdings hauptsächlich kleinteilige Flicksanierungen, die noch vor dem Winter gemacht werden mussten. Und da sich diese mit der großen Umleitung aufgrund Finsterwald überschnitten hatten, kam es zu den starken Behinderungen.

Dritte Anmerkung vom 04. November / 19:29 Uhr
Am Montag ist es soweit. Die Bauarbeiten in Finsterwald werden voraussichtlich für die Dauer von 5 Tagen bis zum 13. November auf den Straßenasphalt ausgeweitet. Was das genau bedeutet, steht in der heutigen Mitteilung des Staatlichen Bauamtes.

Tölzerstraße - Standort: Sportplatz / Ab Montag gesperrt

Tölzerstraße - Standort: Ecke Feichtner Hof / Ab Montag gesperrt

Auf Nachfrage hat uns Herr Bruckeder vom Bauamt jedoch bestätigt, dass die betroffenen Anwohner tatsächlich nicht mehr zu Ihren Häusern kommen. Geparkt werden kann dann beispielsweise am Feichtner Hof oder in der Bernöckersiedlung direkt an den Gleisen der BOB.

Hier noch das Schreiben vom Staatlichen Bauamt, welches heute bei uns eingegangen ist:

Schreiben des Staatlichen Bauamtes vom 04. November

Ansonsten ist die Sperrung für mindestens eine Woche sehr umfangreich. Alle Autofahrer sollten die großräumige Umleitung über die Kreuzstraße nutzen. Und zwar unabhängig ob von Waakirchen/Tölz oder Wiessee/Tegernsee/Gmund kommend. Hier noch eine Karte ausgegeben vom Bauamt zur Umfahrung der Sperrung:

Die Umleitung über die Kreuzstraße gilt voraussichtlich ab dem 08. November / Quelle: rathaus-gmund.de

Zweite Anmerkung vom 04. Oktober / 10:02 Uhr – mit dem Titel “Pflasterarbeiten in Finsterwald haben gestern begonnen – Umleitung über Kaltenbrunn notwendig”
Die Umleitung ist doch früher als gedacht notwendig geworden. Die direkte Verbindung ist zwar manchmal möglich, wenn man viel Zeit mitbringt um an der Ampel auf Höhe des Sportplatzes zu warten. Aber schneller und zuverlässiger ist die Umfahrung über Kaltenbrunn. Wie lange die Umleitung notwendig sein wird, weiß man derzeit noch nicht.

Anmerkung vom 28. September / 08:33 Uhr
Gestern bereits haben die Bauarbeiten in Finsterwald begonnen. Die Sperrungen werden laut dem Rosenheimer Bauamt erstmal nur halbseitig vorgenommen. Erst Ende Oktober muss dann komplett gesperrt werden. Dann wird auch die Umleitung über Kaltenbrunn ausgeschildert. Allerdings ist der Termin noch nicht ganz klar. Wie das Bauamt weiter schreibt, ist alles wetterabhängig.

Ursprünglicher Artikel vom 26. September:
Alle, die ab Montag von Gmund nach Tölz fahren wollen, sollten am besten direkt den Weg über Kaltenbrunn nehmen. Denn die Tölzerstraße wird vom Sportplatz an in Richtung Waakirchen saniert. Und das bedeutet auch, zumindest zeitweise, eine Sperrung des Abschnitts bis zur Kreuzung am Feichtner Hof.

Da auch der Gehsteig gleichzeitig mitsaniert wird, dürfte das Geld nicht reichen bis nach Waakirchen. Laut Bürgermeister von Preysing wird “salopp gesagt gebaut, bis das Geld aus ist”. Bei einem Gesamtbudget von 350.000 Euro für dieses Jahr dürfte das Geld grob auf Höhe des Gasthofs Weidenau ausgehen.

Pflasterarbeiten in Finsterwald beginnen - Sperrungen unumgänglich