Donnerstag, 23. Februar 2012 (01:13 Uhr)

Demonstration in Kreuth

„Tierquälerei durch Försterhand ist eine Schand’ fürs Bayernland“

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Zweite Ergänzung vom 30. Januar / 10:12 Uhr
Der Beitrag über die Demonstration in Kreuth vom 17. Januar wird immer noch viel gelesen. 124 Kommentare und eine sehr hohe Verweildauer sprechen eine eindeutige Sprache.

Sicherlich ist es, wie im gestrigen Artikel über die Unabhängigkeit lokaler Medien angemerkt, ein wenig ungewohnt, dass die Zeitung nicht über ein so medienwirksames Thema berichtet. Dafür hat aber das Gelbe Blatt, ebenfalls Teil des Merkur-Verlags, ausführlich über die Demonstration geschrieben. Weiterlesen…

Bürgerbeteiligung erwünscht: Gmunder bringen Flächennutzungsplan auf den Weg

Georg von Preysing auf der Gmunder Bürgerversammlung

Bereits auf der letzten Bürgerversammlung hatte Gmunds Bürgermeister von Preysing angekündigt, dass es eine vorgezogene Bürgerbeteiligung geben wird.

Dieses Mal jedoch nicht beim Maximilian sondern beim neuen Flächennutzungsplan. Nach 17 Änderungen und 17 Jahren wird der in den nächsten Jahren neu aufgestellt. Eine knifflige Aufgabe für die Gemeinde. Weiterlesen…

Leben mit dem Wasser – Was der Dürnbacher Moosbach für die Bauern bedeutet

Vater und Sohn

Im vergangenen Dezember haben wir mit einer kurzen Reportage gezeigt, was eigentlich eine “abstrakte Hochwasser-Diskussion” für die Bauern vor Ort bedeutet.

Wie lebt es sich mit den Entscheidungen der unterschiedlichen Behörden, die im Endeffekt über die Zukunft der Familien mitbestimmen? Weiterlesen…

Moosbach: Dem Hochwasser an den Kragen

Nach dem trockenen Herbst ist es schwer vorstellbar, wie wichtig der Hochwasserschutz im Tegernseer Tal sein kann. Gerade der Moosbach, derzeit ein verkümmerter “Rinnsaal”, läuft im Laufe eines Jahres regelmäßig über. Das war und ist für die Landwirte in Festenbach ein großes Problem.

Vor allem das Wasserwirtschaftsamt hatte sich in der Vergangenheit mit Aussagen wie “Schützenswert sind nur Gebäude, aber keine Felder” bei den Gmunder Bauern kaum Freunde gemacht. Weiterlesen…

Talweit erste Biogasanlage: Umstritten, genehmigt und betriebsbereit

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Zweite Ergänzung vom 21. Oktober / 10:05 Uhr
Viele Diskussionen hatte es im Vorfeld gegeben. Einige Bürger in Finsterwald liefen Sturm gegen die talweit erste Biogasanlage. Doch die endgültige Freigabe durch das Landratsamt konnten auch sie nicht verhindern. Weiterlesen…

Sanierung des alten Postamts in Tegernsee – Fortschritte nach juristischen Problemen

Dieses Bootshaus steht unter Denkmalschutz. Ob damit der gesamte Steg gekippt wird? Das erscheint eher als unwahrscheinlich.

Das alte Postamt in Tegernsee wird mit Eigentumswohnungen ausgebaut

Anmerkung vom 31. Mai / 15:50 Uhr:
Das ehemalige, unter Denkmalschutz stehende Postamt wird saniert und mit sieben Eigentumswohnungen ausgestattet. Einstimmig hat der Stadtrat der Sanierung im letzten Jahr zugestimmt und gestern Abend hat auch der Bauausschuss die erste Tektur durchgewunken.

Dabei waren die Planungen im letzten Jahr ins Stocken geraten. Das Leipziger Unternehmen Licon, welches das Objekt kaufen und sanieren wollte, kam ins Visier der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei. Der Vorwurf: Untreue und Steuerhinterziehung. Betroffen davon auch das alte Postgebäude in Tegernsee. Alle Infos dazu im ursprünglichen Artikel weiter unten.

Inwieweit auch die Isartaler Projekt- und Finanzkonzept GmbH, die das Projekt gesellschaftsrechtlich begleitet und für die Stadt als Ansprechpartner fungiert, in die juristischen Probleme bei Licon verstrickt war, ist derzeit unklar. Klar ist, laut Bürgermeister Peter Janssen, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse nun geklärt sind. Somit kann in der Bahnhofstraße 38 endlich gebaut werden.

Ergänzung vom 01. Dezember 2010 / 11:10 Uhr:
Auf der letzten Sitzung hatte sich der Tegernseer Bauausschuss ein weiteres Mal mit der Sanierung des ehemaligen Postamtes beschäftigt. Dieses Mal jedoch unter den Vorzeichen der bekannten juristischen Probleme des Sanierers Licon, der das alte Gebäude mit sieben Eigentumswohnungen ausstatten wollte.

Da der Antragssteller für das bei der Sitzung einstimmig entschiedene Thema “Abstandsflächen” die Isartaler Projekt- und Finanzkonzept GmbH aus Starnberg war, und laut Bürgermeister Janssen keine rechtliche Verbindung zum Leipziger Unternehmen Licon bekannt ist, geht man im Rathaus davon aus, dass die Sanierung ohne weitere Probleme voranschreiten wird.

Es könnte natürlich auch sein, dass der Antragssteller nur ein Dienstleister ist, der von Licon beauftragt wurde, die notwendigen Schritte juristisch und gemeinderechtlich zu begleiten. Oder aber es handelt sich um die Firma, über die Licon-Mitgesellschafter Jürgen Henning im folgenden Interview mit der Immobilien-Zeitung (IZ) spricht:

Frage der IZ: Waren das die einzigen Schattenprojekte?

Henning: Wir wissen noch von einem Unternehmen, das kleinere Projekte in Tegernsee (Anmerkung: u.a. das ehemalige Postamt) und Schäftlarn-Ebenhausen bei München hatte und das sein operatives Geschäft über die Licon abgewickelte.

Frage der IZ: Was wird jetzt aus diesen Projekten?

Henning: Wir werden alles daran setzen, die Verfügungsgewalt über diese Projekte zu erhalten. Ursprünglich war ja geplant, dass dieses Licon-Projekte werden sollten.

Auf Nachfragen hat man in der Isartaler Projekt- und Finanzkonzept GmbH bisher nicht reagiert. Die Vorzeichen können jedenfalls als “nicht vollkommen unkritisch” bezeichnet werden. Und wie es genau mit dem Postamt weitergeht, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt relativ offen.

Ursprünglicher Artikel vom 21. Mai:
Das Projekt zur Sanierung des alten Postgebäudes in Tegernsee ist eventuell gefährdet. Erst im Mai diesen Jahres hatte sich der Stadtrat einstimmig dafür ausgesprochen das ehemalige, unter denkmalschutz stehende Postamt sanieren zu lassen und mit sieben Eigentumswohnungen auszustatten.

Nun gerät das Leipziger Unternehmen Licon, welches das Objekt kaufen und sanieren wollte, ins Visier der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei. Der Vorwurf: Untreue und Steuerhinterziehung. Betroffen davon auch das alte Postgebäude in Tegernsee.

Bei Recherchen war aufgeflogen, dass aus der Firma scheinbar über ein System von Schattenprojekten insgesamt 5 Mio. Euro abgeflossen sind. Bei diesen Schattenprojekten führte Licon zwar die Verhandlungen, kaufte die Projekte aber nicht an, sondern bürgte lediglich für den Kaufpreis. Über ein angeschlossenes Provisionsverfahren haben sich die Beschuldigten dann unrechtmäßig bereichert – so der Vorwurf.

Da das auch bei dem Sanierungsvorhaben in Tegernsee passiert ist, ist jetzt völlig unklar, wie es weitergeht.
Die Firma versucht derzeit laut eigener Aussage die Kontrolle über die betroffenen Projekte zu bekommen, damit die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden können.

Essen ohne Gentechnik: Einkaufen mit Rätselfaktor – leider auch am Tegernsee

Die Gmunder Grundschule soll für etwa 4 Millionen Euro umgebaut werden.

Auch der Metzger ist machtlos

„Du bist, was du isst!“ Wörtlich genommen, macht uns der Spruch ziemlich ratlos – jedenfalls im Hinblick auf das Wissen um gentechnisch veränderte Produkte. Was bin ich eigentlich? Was habe ich gerade gegessen? Die Antwort: Nix g’wiss woas ma ned!

Zwar entscheidet eine Talgemeinde nach der anderen „genfrei“ zu werden. Aber was das heißt weiß niemand so genau. Und spätestens beim Einkauf fängt das Rätsel an. Wir haben es versucht: Beim Bäcker in Kreuth, beim Metzger in Wiessee, im Dorfladen, in der Markthalle und natürlich im Discounter.

Das Ergebnis: Vielleicht ist Gentechnik schon in aller Munde. So genau wissen wir das (noch) nicht. Eines ist sicher: Beim Einkaufen selbst wird man seltenst ausreichend informiert über das, was drin ist im Essen.

Das Erschreckende jedoch: Den meisten Verbrauchern scheint das völlig egal zu sein. Der Einkauf braucht oft keine 15 Minuten. Kaum einer schaut, was auf den Etiketten steht, wo die Produkte herkommen und welche Stoffe enthalten sind.

Die Geschäfte sind schlechte Informanten

Keinerlei Schilder in den Geschäften weisen darauf hin, ob Produkte gentechnikfrei sind oder nicht. Auch auf den Produktetiketten lässt sich keine Kennzeichnung entdecken.

Das Personal wirkt im Hinblick auf Gentechnik überfordert. Die Aussagen schwanken zwischen „Das wird schon alles in Ordnung sein, sonst würde es draufstehen“ und „Keine Ahnung, wo die Sachen herkommen und ob sie genfrei sind“. Ein beliebter Irrglaube: „Das kommt alles von hier, also ist es genfrei.“

Vorbildlich und trotzdem die Ausnahme war bei unserer Tour die Rottacher Markthalle. Wir sind gentechnikfrei, weil…
Klare Antworten und kein herumgedruckse. So sollte es überall sein.

Die Rottacher Markthalle - eine positive Ausnahme

Der Metzger beispielsweise war auch relativ gut informiert. Er lässt in Wall schlachten. Die Tiere kommen aus artgerechter Haltung aus der Gegend. Allerdings: Wie die Tiere gefüttert werden, das konnte auch er nicht genau sagen.

Und eben das ist die Gesetzeslücke, die die Durchsicht beim Thema „Gentechnik“ erschwert. Laut Marion Ruppaner, Agrarreferentin in der Landesfachgeschäftsstelle Nürnberg des Bund Naturschutz in Bayern e.V., existiert in Deutschland lediglich eine Kennzeichnungspflicht für pflanzliche Produkte.

Ab einem bestimmten Schwellenwert müssen diese seit April 2004 als gentechnisch verändert ausgewiesen werden, egal ob im Lebensmittelladen oder in der Gastronomie. Die Kennzeichnung findet sich versteckt in der Zutatenliste und lautet beispielsweise „aus genetisch verändertem Soja hergestellt“ oder „enthält genetisch veränderten Mais“.

Die Wahrscheinlichkeit auf gentechnisch bedenkliches Fleisch zu stoßen ist groß.....

Produkte von Tieren (Milch, Eier, Fleisch etc.), die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden, sind dagegen nicht kennzeichnungspflichtig. Langzeitstudien gibt es wenige, die darüber sicheren Aufschluss geben, ob das veränderte Futter auch Zugang zum menschlichen Körper finden. Über bisherige Untersuchungen kann man sich auf dieser Seite informieren.

„Sie müssen davon ausgehen, dass tierische Produkte gentechnisch verändert sind“, sagt die Agrarreferentin. Will man sichergehen, gentechnikfrei zu essen, muss man auf extra gekennzeichnete Produkte „ohne Gentechnik“ zurückgreifen. Bio-Ware, beispielsweise von „Unser Land“, war bei unserem Einkauf z. B. deutlich gekennzeichnet.

Mit verantwortlich für die Gesetzeslücke beim Thema „Gentechnik“: die Politik, die vor Kurzem beschlossen hat, dass Futtermittel weiterhin genetisch verändert sein dürfen. Insgesamt 77.000 Gegenunterschriften vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) wurden auf der Biofach-Messe überreicht. Gebracht hat es nichts: In Brüssel wurde das Ende der bisher geltenden Nulltoleranz-Regelung beschlossen.

Die Hersteller haben kein Interesse an ausreichend Informationen

Viele Verbraucher fordern dagegen eine klare Kennzeichnung. Sind sie informiert, sagen fast alle, dass sie diese Nahrung nicht wollen. Durch den Zusatz von Gentechnik wird lediglich die Produktion gesteigert. Also: es hilft nur den Firmen, die die Nahrung herstellen. Für sie ist es ein großer Vorteil, wenn der Konsument unwissend bleibt.

Bei Käse kann man sicher sein - oder auch nicht....

Der Bund Naturschutz (BN) warnt dagegen vor Gefahren für die menschliche Gesundheit. Noch immer sind Antibiotika-Resistenzen in Gentechnikpflanzen enthalten. Diese können zu Resistenzen gegen wichtige Medikamente führen.

Einige Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen genverseuchter Ernährung und der Zunahme chronischer Krankheiten sowie der Schwächung des Immunsystems, gerade in den USA, wo die Verbraucher komplett im Dunkeln gelassen werden.

Die Entscheidung über gentechnikfreie Lebensmittel liegt, wie so oft, in den Händen der Verbraucher. Die Industrie wird auf die Möglichkeit, zusätzliches Geld zu verdienen, nur dann verzichten, wenn sie es an den Supermarktkassen wieder verliert: Weil gentechnikfreie Lebensmittel sich einfach besser verkaufen.

Wo kann ich mich zusätzlich informieren:

Eine Liste mit gekennzeichneten Produkten auf dem deutschen Markt findet man unter: www.greenpeace.de/genalarm

Bei Greenpeace findet man auch einen Ratgeber für gentechnikfreien Einkauf:
www.greenpeace.de/ratgeber_essen_ohne_gentechnik

Eine Liste der Produkte „ohne Gentechnik“ erhält man unter:
www.vzhh.de/ohnegentechnik

Einen Marktcheck unterschiedlicher Milchprodukte bekommt man unter.
www.verbraucherzentrale-bayern.de

Der Wolf im Tal: Nach Rottach auch Gmund für die Almbauern

von links nach rechts die Protagonisten der heutigen Pressekonferenz: Toni Schwinghammer, Wolfgang Rebensburg, Simon Stickl, Viktoria Rebensburg, Florian Lintz und Thomas Günther.

Ergänzung vom 24. Februar / 13:47 Uhr
Mit einer vorab verfassten und einstimmig angenommenen Formulierung hat sich der Gmunder Gemeinderat am Dienstag Abend zum Teil gegen den Wolf gestellt und so versucht den Almbauern den Rücken zu stärken.

Dabei bekräftigte Bürgermeister von Preysing, dass man sich mit der in einer nicht-öffentlichen Sitzungen vorab diskutierten Formulierung auf rechtlich sicheres Gebiet stellen wolle. Was bedeutet, dass man die Entnahme des Wolfes nicht offiziell fordern könne, da dieser zu einer streng geschützten Art gehört.

Von Preysing sieht die Gemeinde aber auch nicht in der Pflicht für klare Verhältnisse zu sorgen. Er verwies in seiner Stellungnahme auf die Landesregierung, die derzeit in der Bringschuld sei:

Wir müssen uns solidarisch mit den Almbauern erklären. Wenn die keine klaren Verhältnisse haben, dann ist es bald vorbei mit unserer gepflegten Kulturlandschaft.

Aber der Ball gehört dahin, wo er hingehört: Zur Staatsregierung. Die müssen entscheiden und für klare rechtliche Vorgaben sorgen. Das können wir nicht.

Zu einer Diskussion kam es nicht. Das Gremium stimmte einstimmig für die erarbeitete Formulierung.

Ursprünglicher Artikel vom 26. Januar mit der Überschrift “Der Wolf ist nun auch in Rottach-Egern angekommen”:
Natürlich nur im übertragenen Sinne. Also rein metaphorisch und nicht akut. Dabei ist er mehr oder weniger aus heiterem Himmel im Rottacher Gemeinderat gelandet. Wobei natürlich klar ist, dass es ein ernstes Thema mit einem schwierigen Hintergrund ist. Darüber waren sich alle Gemeinderäte ebenso einig wie über das verzerrte und romantische Bild des Wolfes in der Öffentlichkeit.

Bürgermeister Hafner steht der Existenz des Wolfes in unserer Region sogar komplett ablehnend gegenüber:

Unsere Kultur- und Almlandschaft ist gefährdet. Der Wolf reist die Schafe und der Landwirt sagt sich irgendwann das mach ich nicht mehr mit.
Meine persönliche Horrorvision ist, dass die Bauern aufhören die Almen zu bewirtschaften. Und dann ist es nur eine Frage der Zeit bis der Wolf von den oberen Almen ins Tal auf Futtersuche wandert.

Der Wolf in Rottach-Egern - das kann nicht gut gehen

Dass der Wolf in der heutigen Zeit und in unseren Breiten nur schwer mit dem täglichen Leben vereinbar ist, damit hatten im letzten Jahr vor allem die Bauern im Leitzachtal zu kämpfen. Insgesamt 40 Schafe soll das Exemplar (manche sagen es sind mittlerweile drei) zwischen Wendelstein und Rotwandgebiet gerissen haben. Auch viele Abstürze von Rindern in steilem Gebiet werden ihm zur Last gelegt.

Anastasia Stadler (CSU): Landwirtschaftlich und touristisch ist der Wolf ein Desaster. Deswegen plädiere ich dafür dass die TTT und die ATS die Richtung der Politik unterstützen.

Der Vorwurf von seiten des Rottacher Gemeinderates geht aber eher in die Richtung des falsch gelebten Tier- und Naturschutzes. Auch Vergleiche aus anderen Gebieten Europas will man nicht gelten lassen. Der Wolf und unsere Topographie vertragen sich nicht. Ein Rudel sei unter diesen schwierigen geographischen Bedingungen gar nicht unter Kontrolle zu halten. So die Meinung mehrerer Mitglieder.

Wer jetzt denkt, dass die Fronten zwischen Landwirten, Gemeinden und Naturschützern relativ klar verteilt sind, der irrt. Laut Bürgermeister Hafner war auf einer Informationsveranstaltung am Irschenberg neben dem fachlichen Naturschutz auch der Bund Naturschutz anwesend. Und beide Seiten waren sich einig, dass der Wolf alleine aus Naturschutzgründen nicht tragbar ist.

Die Einigkeit im Gemeinderat und die folgende einstimmige Entscheidung zugunsten der Resolution des almwirtschaftlichen Vereins will man diesen nun mit auf den Weg geben. Denn darum ging es eigentlich bei der ganzen Diskussion. Der Verein wird nächste Woche das landkreisweite Wolfsmanagement bei Umweltminister Markus Söder vorbringen. Dabei plädiert der Verein dafür den Wolf aus unserem Gebiet zu “entnehmen”. Offen ist derzeit inwieweit er sich mit seiner Forderung durchsetzen kann. In Rottach-Egern hat man jedoch den eigenen Standpunkt klargemacht.

“Den Wolf brauchen wir nicht und wollen wir nicht.”

Wer sich zum Thema Wolf weiter informieren möchte, dem sei die folgende Veranstaltung empfohlen:

Informationsveranstaltung zum Wolf in Miesbach

Kampf ums Wasser: Schutzzonenerweiterung schlägt große Wellen

Seit mehr als 125 Jahren fördert die Stadt München aus dem Landkreis Miesbach frisches Trinkwasser, derzeit etwa 3400 Liter pro Sekunde. Die mittlere Tagesabgabe beträgt 317 Mio. Liter pro Tag. Dabei berufen sich die Stadt München und die Stadtwerke München GmbH (SWM) auf alte Rechte.

Der Einzugsbereich des von der SWM geförderten und abgeleiteten Wassers beträgt 370 km2 und erstreckt sich unter anderem über den Tegernsee hinaus bis zum Achenpass.

Das bisherige engere Wasserschutzgebiet soll jetzt allerdings von einem relativ kleinen Kernbereich unter anderem auch auf das Tegernseer Tal ausgeweitet werden. Was das für die betroffenen Gemeinden und Bürger bedeutet, hat unter anderem schon der Gmunder Gemeinderat vor mehreren Monaten skizziert:

– Keine Ausweisung von Baugebieten in der weiteren und engeren Schutzzone

– Weitgehende Unzulässigkeit baulicher Veränderungen in der engeren Schutzzone

– Drastische Einschränkungen in der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen

– Große Beeinträchtigungen bei Erweiterungen von Gewerbebetrieben

– Erschwerte Neuansiedlung von Betrieben

– Mitsprache bei Baugenehmigungen durch die SMW

– Keine Sport- und Festveranstaltung ohne vorherige Beurteilung durch die SMW

– Erhebliche Wertminderung auch von privatem Haus- und Grundbesitz mit enteignender Wirkung

Der bayerische Rundfunk hat die Situation und die Auswirkungen in einem interessanten Bericht so dargestellt: (Einfach auf das Bild klicken, es öffnet sich dann ein extra Fenster mit dem Video)

Einfach auf das Bild oder den Link klicken. Dann öffnet sich ein extra Fenster mit dem Video.

Das Video ist auch unter folgendem Link abrufbar: http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern-aktuell/wasser-mangfalltal-winkler-ID1287742705576.xml

Marinus Weindl, Vorstand des Vereins “Unser Wasser” hat dazu natürlich eine eigene Meinung:

Ein Wasserschutzgebiet in diesem Umfang wäre völlig unrealistisch, weil es die Entwicklung und das Leben in fast der Hälfte des Landkreises blockieren würde.
Werden landwirtschaftliche Grundstücke als Wasserschutzgebiet ausgewiesen, bedeutet dies für den Besitzer eine kalte Enteignung. Der Wert eines Grundstückes richtet sich immer nach dem Beleihungswert, und der sinkt im Wasserschutzgebiet auf null. Eigentum verpflichtet, Eigentum ist aber auch garantiert im Grundgesetz.

Der Verein “Unser Wasser”, der sich für die Wahrung von Eigentum und Eigenständigkeit im Landkreis Miesbach einsetzt, ist seit 2 Jahren sehr aktiv. Mittlerweile sind mehrere Gemeinden beigetreten. Unter anderem auch Gmund.

Bei dem Beitritt gehe es aber eher um die Signalwirkung, so Bürgermeister Georg von Preysing auf der Gemeinderatssitzung vom 20. Juli:

Je mehr Gemeinden mitmachen, desto deutlicher ist das Signal an Landrat Jakob Kreidl, den Antrag nicht zu unterschreiben. Obwohl das Ganze aus Sicht der Stadt München nachvollziehbar ist. Jedoch sind erstens die Methoden fragwürdig und zweitens hat das große Auswirkungen.

Für Gmund könnte die Auswirkungen beispielsweise auch sein, dass die Wehranlage in Louisenthal neue Filter oder weitere Umbaumaßnahmen benötigt, da die Bestimmungen im geplanten engeren Schutzgebiet deutlich schärfer sind, als bisher schon. Alleine die letzte Sanierung kostete allerdings 30 Mio. DM. Da kann man sich also vorstellen, wie groß das Interesse der Gemeinde ist, dieses Risiko einzugehen.

Hochwasserschutz in Moosrain: Verhärtete Fronten zwischen Bauern und Gemeinde

Frühere starke Hochwasser, ausgelöst durch den übergetretenen Moosbach, haben in Moosrain immer großen Schaden angerichtet - Hier Februar 1999

“Die oberen Bauern können leben, die unteren lässt man absaufen”.

Mit dieser Aussage von Johann Stückler lässt sich die Stimmung im Gmunder Gemeinderat am Dienstag Abend zusammenfassen.
Obwohl von Start weg eigentlich nichts auf eine mögliche Eskalation hindeutet: Das Thema “Hochwasserschutz für Moosrain” läuft gemächlich an. Der verantwortliche Planer Jörg Huber stellt in einer ausführlichen Präsentation die Situation und konkrete Maßnahmen vor, um Moosrain auch zukünftig bei Hochwasser ausreichend zu schützen. In der folgenden Diskussion stellt sich jedoch schnell eine “Schärfe” ein, mit der niemand rechnet. Vor allem als sich die beiden Gemeinderäte Johann Huber und Johann Stückler für die betroffenen Landwirte stark machen, wird es zunehmend lauter.

Doch der Reihe nach. Zum besseren Verständnis hier zuerst einige Folien der Präsentation zum Hochwasserschutz am Moosbach:

Ausgangssituation – die Zeit vor dem Bau des Hochwasserdamms

Frühere starke Hochwasser, ausgelöst durch den übergetretenen Moosbach, haben in Moosrain immer großen Schaden angerichtet - Hier Februar 1999 / Quelle aller Abbildungen: Dippold & Gerold Beratende Ingenieure GmbH

Nur 3 Monate später das nächste starke Hochwasser - Pfingsten 1999

So sah es Pfingsten 1999 etwas oberhalb Moosrains aus. Heute würde dort der Hochwasserdamm das unkontrollierte Übertreten des Moosbachs verhindern

Hochwasser August 2005

Die Schäden in Moosrain waren bei den starken Hochwasserereignissen immer sehr groß - Hier August 2005

Status Quo – Neuer Hochwasserdamm besteht erste Prüfung

Das Einzugsgebiet des Moosbachs erstreckt sich über 5,5 km² und bringt laut Planer Jörg Huber sehr viele Sedimente mit aus den Bergen

Die immer wieder auftretenden Überflutungen des Moosbachs will man – so wurde vor einigen Jahren entschieden – in einem 3-stufigen Verfahren in den Griff bekommen. Der 1,7 Millionen Euro teure und letztes Jahr eingeweihte Damm ist dabei der erste Teil des Hochwasserschutz-Projektes.

Der neue Hochwasserdamm kurz vor Moosrain hat sich bereits bewährt - obwohl die Landwirte am unteren Lauf des Moosbachs das etwas anders sehen

Im Juni diesen Jahres lief das Rückhaltebecken nach starken Regenfällen zum ersten Mal voll

Neue Schutzmaßnahmen für Moosrain – Der vorgestellte Abschnitt B

Die zweite Etappe des Hochwasserschutzprojektes – oder Bauabschnitt B genannt – wollte man auf der Gemeinderatssitzung konkret diskutieren und die Maßnahmen verabschieden. Dabei geht es um diverse Hochwasserschutzmaßnahmen, die ab dem Damm abwärts bis kurz nach Moosrain entlang des Moosbachs durchgeführt werden sollen.
Diese werden nun notwendig, da die ab dem Damm gesteuerte Durchlassmenge des Moosbachs nach einer Übergangszeit von 2 Jahren um das dreifache auf maximal 7,5 m³/sekunde erhöht werden muss. Diese Vorgabe ist bindend, da die Gemeinde ansonsten das Wasserrecht sowie die Zuschüsse des Landes in Höhe von 40% verliert. Warum das so ist, gehört in die komplexen Wirrungen der Bürokratie. Genau wie die Vorgaben für den Hochwasserschutz, die von einem sogenannten 100-jährigen Hochwasserereignis zuzüglich 15% Klimaerwärmungszuschlag ausgehen.

Wichtig ist jedoch: Die Maßnahmen sind nötig, da ansonsten Moosrain beim nächsten großen Hochwasser “absäuft”. Und das alles wird nicht billig.

Die vorgestellten Bereiche der Hochwasserschutzmaßnahmen im Abschnitt B. Der komplett rechte Bereich ohne Markierungen umfasst den noch nicht geklärten Abschnitt C

Die Kostenrechnung für den Abschnitt B der Hochwasserschutzmaßnahmen am Moosbach

Der Streitpunkt – Was machen wir beim Abschnitt C

Wie man im oberen Plan sieht, gibt es für den sogenannten Bauabschnitt C, keine eingezeichneten Maßnahmen. Der Grund liegt darin, dass diese vom Wasserwirtschaftsamt nicht vorgesehen sind. Schützenswert sind laut Aussage nur Gebäude, keine Felder. Eine Verbreiterung des Moosbachs kommt laut Naturschutzbehörde ebenfalls nicht in Betracht. Somit bleibt nur eine Muldenlösung, in die das Hochwasser abfließen kann.

Für die Bauern in den betroffenen Gebieten stellt das aber keine Lösung dar. Schon gar nicht, nachdem die jährlich auftretenden Hochwasserereignisse eher zunehmen als abnehmen. “14 Mal wurden meine Felder heuer überflutet”, so Peter Moser, einer der betroffenen Landwirte, auf Nachfrage aus dem Gremium. “Das ist schlimmer als früher ohne Damm.”

Und Gemeinderat Johann Huber ergänzt:
“Soviel Grund für die Mulden abzugeben ist doch keine Lösung. Wir können uns nicht alles von den Behörden gefallen lassen. Wenn das so durchgeht, dann wird die Zusammenarbeit zwischen Bauern und Gemeinde aufgekündigt.”

Sein Kollege Johann Stückler springt ihm zur Seite:
“Der Damm bringt den Bauern mehr Schaden als Nutzen. Die haben dadurch mehr Wasser auf den Feldern. Trotzdem investiert man immer nur im oberen Verlauf. Die oberen Bauern können leben, die unteren lässt man absaufen”

Das lässt wiederum Bürgermeister Georg von Preysing nicht auf sich sitzen:
“Wir lassen uns nicht vorwerfen, dass wir nichts für die Bauern tun. Aber die Naturschutzbehörde stellt sich hart auf. So oder so, ohne den Damm wäre es dieses Jahr öfter übergegangen.”

Die eigentliche Entscheidung des Gremiums zum Bauabschnitt B wird nach weiteren Diskussionen vertagt. Entschieden wird nur, dass es eine Veranstaltung geben soll, auf der Gemeinderäte, Betroffene und Behörden gemeinsam Ihre Argumente austauschen sollen.

Ob so eine Veranstaltung die aufgebrochenen Gräben wieder schließen wird, ist allerdings offen.

Neuer Forstweg von der Suttenalm bis zur Bodenalm

Die Bayerische Staatsforsten planen einen Weg von der Sutten- zur Bodenalm

Die Bayerische Staatsforsten planen einen Weg von der Sutten- zur Bodenalm

Im Rottacher Gemeinderat wurde der Antrag der Bayerischen Staatsforsten auf Errichtung eines Forstweges von der oberen Suttenalm bis zur Bodenalm vorgestellt. Die Gemeinde Rottach ist in diesem Fall zwar keine Genehmigungsbehörde, wird im Rahmen der Bauplanung aber trotzdem von den Bayerischen Staatsforsten um eine Stellungnahmen gebeten.

1,5 Kilometer Weg sind geplant

Geplant ist ein Forstweg mit LKW-fähiger Straßendecke. Das heißt: 350 cm Breite, Entwässerungsgräen von jeweils 50 cm auf beiden Seiten und eine Wassergebundenen Straßendecke. Kurz ein ganz normaler Forstweg. Die Länge des Weges soll etwa 1,5 Kilometer betragen, wovon 50 Meter über Privatgrund laufen. Der Rest ist Staatsforst.

Gefahr für Schutzwald durch Borkenkäfer

Zur Begründung für den Wegebau wird von der Bayerischen Staatsforsten angeführt, dass in dem zu erschließenden Gebiet hauptsächlich Fichtenbestände stehen. Die Fichten sind allerdings genetisch nicht auf das Gebiet angepasst. Das Problem, das sich daraus ergibt sind im Winter durch Schneelast brechende Baumkronen und dadurch ein hoher Borkenkäferbefall. Die Borkenkäfer finden in den durch Bruch verletzten Bäumen einen Idealen Nährboden und verbreiten sich darum schnell in dem Gebiet. Vor allem in trockenen Jahren sieht der Staatsforst ene Gefahr für den Bestand in dem als Schutzwald ausgewiesenen Gebiet.

Handentrindung auf Dauer nicht finanzierbar

In der Vergangenheit wurde der betroffene Schutzwald hauptsächlich durch Handentrindung gepflegt und geschützt. Das bedeutet allerdings logischerweise einen enormen Aufwand und zum momentanen Zeitpunkt kann niemand sagen, wie lange dieses Vorgehen noch finanziert werden kann. Durch die Forststraße würde eine einfachere Bewirtschaftung möglich.

Ziel der Bayerischen Staatsforste ist eine Verjüngung des Schutzwaldes durch Mischbestände und die einfachere Pflege der vorhandenen Jungbäume.

Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Bodenalm in Zukunft auch erschlossen und dadurch leichter zu bewirtschaften wäre. Das wird den Erhalt als Alm sicherlich auch für die Zukunft sichern.

Keine Einwände im Gemeinderat

Bürgermeister Hafner sagte dazu: “aus Gemeindesicht gibt es dagegen erstmal keine Einwände.”

Anton Maier (CSU) sagte in der einzigen Wortmeldung zum Thema: “Jede Alm ohne Weg ist heute in Gefahr. So sehe ich die Chance, dass die Alm auch in Zukunft bewirtschaftet wird.”

Die Stellungnahme der Gemeinde lautete darum auch, dass aus Rottacher Sicht keinerlei Einwände gegen das Vorhaben bestehen. Der Beschluss wurde einstimmig angenommen.

Gmunder Dorfladen kurz vor der Öffnung – Mitarbeiter gesucht

Der Name steht fest: Gmunder Dorfladen

Der Schriftzug der Metzgerei wird auch bald ausgetauscht - sobald der neue Name feststeht

Mitte Mai ist es so weit: Der Gmunder Dorfladen öffnet seine Türen und hofft dann natürlich auf viele und regelmäßige Kunden. Dass das Interesse der Gmunder an ihrem Laden groß ist, zeigt schon die Liste der gesammelten Beteiligungen an der, inzwischen in Gründung befindlichen, Dorfladen Gmund UG (haftungsbeschränkt). Mit inzwischen gezeichneten Anteilen in Höhe von 47.000 Euro, wurde die ursprünglich geplante Mindestsumme von 35.000 Euro klar übertroffen.

Neues gibt’s auch auf Personal Seite: Mit Andreas Vogt (45) aus Bad Wiessee wurde ein Geschäftsführer gefunden. Vogt hat bereits Erfahrungen in ähnlichen Bereichen sammeln können. Er war zwei Jahre lange der stellvertretende Leiter der Landmanns-Biomarkt-Filiale in Wiessee und das Thema Ernährungskunde hat er auch schon an der Tegernseer Volkshochschule unterrichtet. Also ein Fachmann auf dem Gebiet. Wir wünschen ihm natürlich auf diesem Wege viel Erfolg!

Vielleicht wird durch den Dorfladen auch endlich der Ludwig Erhard Platz etwas belebter

Auf Lieferantenseite tut sich auch langsam was und das Warensortiment wird langsam absehbar. So soll z.B. Käse aus der Naturkäserei TegernseerLand hinter der Theke liegen. Obst, Gemüse und andere Biowaren werden vom Gmunder Lieferanten Wunderlich kommen und das Fleisch und die Wurst von der Dürnbacher Metzgerei Killer.

An die etwas exotischeren Geschmäcker wurde dabei auch gedacht – mit der “Toskana Ecke” ist eine Fläche für Produkte aus der Gmunder Partner-Gemeinde Fauglia geplant.

Der Geschäftsführer, Andreas Vogt, sucht übrigens auch schon nach Mitarbeitern. Wer Interesse hat, meldet sich einfach unter der 08022/ 859 85 61 bei ihm.

Wer noch gerne Anteile am Dorfladen erwerben will, kann das bis zur offiziellen Eröffnung noch tun. Mehr Infos gibt’s bei Johann Schmid unter 08022/ 7 44 99.