Freitag, 18. Mai 2012 (03:06 Uhr)

Nachgehakt: Was genau ist eigentlich eine Mittelschule?

Mittelschule

Weil die Gemeinden im Tal sich ja bekanntlich mehrheitlich gegen eine Mittelschule am Standort Finsterwald ausgesprochen haben, wird jetzt versucht den Status Mittelschule über einen Schulverbund zwischen der Hauptschule in Rottach und der Hauptschule in Waakirchen zu erreichen. Wir haben über die Entwicklung bereits mehrfach berichtet. Damit aber auch wirklich jeder weiß, um was es dabei überhaupt geht, haben wir uns das Konzept der Bayerischen Mittelschule mal genauer angeschaut.

Die Mittelschule ist eigentlich keine neue Schulform, sondern eher eine überarbeitete Hauptschule, die sich in manchen Punkten etwas näher an der Realschule orientiert und von Start weg eine relativ starke Ausrichtung auf einen nahtlosen Übergang ins Berufsleben als Ziel hat. Auf der Info-Homepage www.mittelschule.bayern.de steht dazu folgendes zur Ausrichtung der Mittelschulen:
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  • Berufsorientierung ist das besondere Merkmal der Mittelschule.
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  • Ab Schuljahr 2009/10 stufenweise Umgestaltung des Handlungsfeldes Arbeit-Wirtschaft-Technik in berufsorientierende Zweige (Technik, Wirtschaft, Soziales)
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  • Praxisorientierter Unterrichtsansatz (z.B. Betriebsbesichtigungen, -praktika, Übungsfirmen)
  • Ausbau der systematischen Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern:

o Intensive Zusammenarbeit Mittelschule – Berufsschule

o Lokale Vernetzung Mittelschule – Wirtschaft (Einsatz von SCHULEWIRTSCHAFTExperten)

o Fortsetzung der erweiterten vertieften Berufsorientierung in Kooperation mit den Arbeitsagenturen

o Aufbau von Kooperationen mit Realschulen oder Wirtschaftsschulen als weitere Möglichkeit zum Erreichen des mittleren Schulabschlusses

Ein weiterer spezieller Punkt ist der Versuch in der Mittelschule die individuelle Leistungsfähigkeit der einzelnen Schüler gezielt zu fördern. So wird zum Beispiel am an der Hauptschule üblichen Klassenlehrerprinzip festgehalten, damit die Schüler eine pädagogisch wertvolle Bezugsperson haben. Außerdem gibt es die Möglichkeit auf der Mittelschule einen Abschluss auf dem Niveau der Real- bzw. Wirtschaftsschule zu machen und Ganztagesangebote wahrzunehmen.

Auch das hier im Tal gewünschte Prinzip der Schulverbünde ist im Konzept der Mittelschule ausdrücklich vorgesehen und gewünscht. So soll versucht werden, kleinere Hauptschulen zu erhalten und zukunftsfähig zu machen. Über die Voraussetzungen zu Schulverbünden steht auf der Homepage folgendes:
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  • Unter dem Dach des Schulverbundes können auch Schulen, die die bisherigen Kriterien für ihre Eigenständigkeit nicht mehr erfüllen (z.B. durchgängige Jahrgangsklassen) bestehen bleiben.
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  • Schulen, die die wesentlichen Bildungsangebote der Mittelschule nicht allein bereitstellen, können in Zukunft als eigenständige Schulen in eigenverantworteten Schulverbünden zusammenarbeiten.
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  • Es sollen so viele Schulstandorte wie möglich, so lange wie möglich erhalten bleiben.
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  • Es gibt keine rechtlich zwingende Mindestschülerzahl als Genehmigungsvoraussetzung.

Ein Schulverbund wird anschließend als ein “Gebilde” gesehen. Das heißt, dass zum Beispiel ein Verbund aus der Schule in Rottach und Waakirchen ein Komplettbudget bekommt. Beide Schulen zusammen bekommen also ein gemeinsames Budget an Lehrstunden, Geld, Verwaltungsangestellte usw. Wie der Verbund das intern aufteilt ist anschließend egal. Es könnte also viel Unterricht in Rottach und wenig in Waakirchen gehalten werden – oder auch andersrum. Außerdem behält jede Schule ihren eigenen Schulleiter. Die Schulleiter müssen sich nur untereinander koordinieren.

Alles in allem sind die Ideen der Mittelschule nicht schlecht aber auch keineswegs revolutionär. Die Sichtweise des Staates ist bei dem neuen Konzept aber durchaus verständlich: Man will möglichst viele kleine Schulen halten und die Schüler auf einen möglichst reibungslosen Eintritt ins Berufsleben vorbereiten. Das alles durch die Organisation in Verbünden mit möglichst geringen Kosten, was den Verwaltungsaufwand betrifft. Ganz neu ist das Ganze also nicht.

Mehr Info findet man in folgenden Dokumenten oder Homepages:

Broschüre: “Die Bayerische Mittelschule” (PDF)

Präsentation: “Die Bayerische Mittelschule” (PDF)

Homepage: http://www.mittelschule.bayern.de

Stadtrat Tegernsee: Vorhabenliste als Fahrplan für die Zukunft – Gute Idee mit Tücken

vorhabenliste1

Die Stadt Tegernsee arbeitet im Stadtrat viel mit einer Vorhabenliste. Die Liste wurde im November 2008 erstellt und seither permanent aktualisiert und bearbeitet. Die vierte und bisher letzte Aktualisierung bzw. Fortschreibung gab es auf der Stadtratssitzung am 3. August: Hier wurde beispielsweise die Nutzung für das Krankenhausareal vom ursprünglichen Status “Seminarhotel” auf die jetzt vom Investor gewünschte Nutzung “Hotel/Seniorenresidenz/Wohnungen” geändert.

Wir wollen hier aber gar nicht auf die einzelnen Punkte der Liste eingehen – die kann sich jeder selbst anschauen – sondern vielmehr die Liste als Gesamtes zeigen. Solche “To-Do-Listen” werden viele wahrscheinlich aus der eigenen Firma kennen oder sogar für kleinere Sachen im Privaten nutzen.

Fahrplan für die Zukunft

Es macht natürlich Sinn, wenn man sich selbst eine Art “Fahrplan” vorgibt, anhand dem man neue Entscheidungen prüft, Liegengebliebenes nicht in Vergessenheit geraten lässt oder einfach nur um zu wissen, was noch alles auf dem Programm steht für die nächste Zeit. Das will man mit der Vorhabenliste auch in Tegernsee erreichen.

Uneinigkeit über Änderungen der Liste

Was eigentlich äußerst positiv und vernünftig klingt, bringt in der Realität aber auch einige etwas negative Auswirkungen mit sich. Auf der letzten Sitzung gab es zum Thema Vorhabenliste darum auch eine relativ ausführliche Diskussion im Tegernseer Stadtrat. Einige Stadträte beschwerten sich, dass Punkte, die auf der Vorhabenliste stehen im Nachhinein nur schwer neu verhandelbar sind und automatisch als beschlossen gelten – weil man schließlich der Liste im Gesamten vor fast zwei Jahren zugestimmt hat.

Der Grund im speziellen waren jetzt Änderungen über das Krankenhausgelände und der Seesteg, bei dem nicht alle Stadträte einer Meinung waren. Dadurch war eine einfache Änderung der Punkte in der Liste nicht mehr möglich, weil sich nicht alle in den Einzelpunkten einig sind und deswegen der geänderten Liste als Komplettpaket nicht zustimmen wollten oder konnten. Hier einige O-Töne aus der Sitzung:

Anton Lengmüller (FWG) meinte dazu: “Wir haben den Fall ab und zu gehabt, dass wenn man darüber abstimmt und dagegen ist, es heißt: Ihr habt aber doch in der Vorhabenliste dafür gestimmt. Das will ich nicht mehr haben. Es gibt manchmal einfach Änderungen, durch die ich meine Meinung geändert habe. Das muss auch möglich sein.”

Norbert Schußmann (CSU) sagte recht philosophisch: “Eine Vorhabenliste heißt so, weil das Vorhaben sind, die wir vorhaben. Natürlich sind nicht immer alle einer Meinung. Das ist ja klar. Wir sollten sagen, dass wir einzelne Punkte eben einzeln abstimmen. Das können wir da doch auch machen. Mehrheitlich wollen wir den Weg aber doch weitermachen.”

Dr. Martina Niggl-Fisser (BürgerListe): “Es sind jetzt genau zwei Einzelpunkte über die geteilte Meinung besteht – Das Krankenhausgelände und der Steg. Und über alle anderen Punkte hat sich keiner geäußert, dass er nicht dafür ist. Dann find ich’s OK, wenn man über die zwei Punkte einzeln abstimmt und über den Rest als gesamtes abstimmt.”

Man hat sich anschließend darauf geeinigt, dass über das Krankenhausgelände und das Thema Seesteg Einzelbeschlüsse zur Abstimmung gestellt wurden. Die restliche Liste wurde als gesamtes zur Abstimmung gestellt – um weiterhin Einigkeit zu zeigen.

Und das ist dann auch gleich die Gefahr einer solchen Liste. Die Einigkeit ist schnell dahin, wenn Streit über einzelne Punkte entsteht. Dann wird die Liste entweder in viele einzeln zu beschließende Punkte zerrissen oder aber, was noch schlimmer ist, die Liste ist als Gesamtpaket nicht mehr für alle tragbar und stirbt langsam. Das wäre allerdings wirklich schade, weil sie als Arbeitsgrundlage den Ort und den Stadrat sicher besser und schneller vorwärts bringt, wie zig einzelne Abstimmungen und Beschlüsse.

Das ist die aktuellste Vorhabenliste mit allen einzelnen Punkten. (Bei einem Klick auf die Bilder werden diese größer und besser lesbar.)

Stadtrat Tegernsee: Bekanntgabe von Bauaufträgen und Informationen des Bürgermeisters

Ein paar kleinere Themen wurde auf der Stadtratssitzung auch besprochen

Am Ende einer jeden Stadt- oder Gemeinderatssitzung kommen immer noch die Standardpunkte “Bekanntgabe von nichtöffentlich gefassten Beschlüssen”, “Allgemeine Informationen” und “Anträge und Beschlüsse”. So war es auch bei der letzten Sitzung in Tegernsee. Wir haben einige kleinere Punkte in diesem Beitrag zusammengefasst. Die Beschlüsse aus der nichtöffentlichen Sitzung stammen aus der Sitzung vom 29.06.2010.

Die ersten zwei Bekanntgaben betreffen die Vergabe von Aufträgen für Baumaßnahmen:

Für die Volksschule Tegernsee wurde der Auftrag für neue Heizungs- und Lüftungsanlagen vergeben. Den Zuschlag hat, laut Stadtratsbeschluss, die Firma Seethaler GmbH & Co. Heizung und Sanitär aus Tegernsee bekommen. Das Auftragsvolumen umfasst 198.811,40 Euro. Schön, dass sich der Stadtrat für eine Tegernseer Firma entschlossen hat – so bleibt das Geld im Ort.

Am Bauhof muss der Innenhof neu asphaltiert werden. Hierfür wurde der Auftrag an die Gebrüder Schmölzl GmbH und Co. Kg aus Bayerisch Gmain vergeben. Das Auftragsvolumen beträgt für die Asphaltierungsmaßnahmen 10.002,39 Euro.

Unter den Punkt Mitteilungen des Bürgermeister fassen wir zwei kleinere Sachen zusammen:

Die erste Information betrifft die Parkplätze am Ärztehaus. Eigentümer ist die Sparkasse. Die Stadt Tegernsee hatte diesbezüglich bei der Sparkasse angefragt, die Parkplätze mit in die Parkplatzregelung am haus des Gastes mit einbeziehen und somit zu öffentlich nutzbaren Parkplätzen zu machen. Das will die Sparkasse so allerdings nicht und stellt sich eine Lösung mit einer Schranke vor. So stehen die Parkplätze zwar nicht der Öffentlichkeit zu Verfügung aber wenigstens findet man einen Parkplatz, wenn man mal zum Arzt muss..

Das zweite ist eine wirklich sehr kurze Info zum Hallenbadkamin: Die Bauarbeiten sind beendet und das Industriebauzeichen ist damit weg. Schade.

Die exakten Arbeitslosenzahlen für’s Tal: Wenig Bewegung bei wenig Arbeitslosen

Wir haben uns mal wieder hingesetzt und uns die genauen Arbeitslosenzahlen für das Tegernseer Tal angeschaut. Das letzte Mal hatten wir das Anfang Mai gemacht. Das ist jedes Mal ein ziemlicher Aufwand für uns und das Arbeitsamt in Miesbach. Die Zahlen stehen in einem dicken “Telefonbuch”, in dem alle Zahlen für alle Gemeinden aus ganz Deutschland aufgeführt sind. Heißt also ziemlich viel blättern und rausschreiben. Interessant ist es trotzdem jedes Mal. Danke an dieser Stelle auch an Frau Konstanciak von der Arbeitsagentur in Miesbach, die uns dabei geduldig geholfen hat.

Im Vergleich zum April kann man ziemlich gut die sogenannte Saisonbelebung im Tal nachvollziehen. Gab es im April noch insgesamt 146 Anmeldungen zur Unterstützung bei der Arbeitsagentur, sind es für den Zeitraum Mitte Juni – Mitte Juli nur noch 87 Neuanmeldungen. Bei den Abmeldungen ist die Zahl dagegen von 218 im April auf 93 Abmeldungen im Juli gesunken – das interpretieren wir so, dass in den letzten Monaten viele Menschen neu untergekommen sind und deswegen im Moment einfach weniger zu vermitteln ist, bzw, in den Sommermonaten tendenziell weniger Bewegung im Arbeitsmarkt herrscht – für ein Touristengebiet, wie dem Tal, hat die Saison inzwischen begonnen und die Stellen sind besetzt.

Rein auf das Tegernseer Tal bezogen kann man sagen, dass sich die Zahlen ähnlich entwickelt haben, wie im restlichen Landkreis. Auch dort herrscht zur Zeit wenig Bewegung. Wobei 3,4 % Arbeitslosenquote auch nur wenig Bewegung zulässt. 87 Neuanmeldungen gegenüber 93 Abmeldungen im Tal ist gerade einmal eine Differenz von 6 arbeitslos gemeldeten weniger für das Tal. Stillstand. Die Quote für das Tal lässt sich leider nicht einzeln berechnen. Sie wird aber auf ähnlichem Niveau wie im Landkreis liegen. Tendenziell eher etwas darunter.

Interessant ist dagegen die Entwicklung bei den HartzIV Empfängern. Zwar sind 12 Neuanmeldungen im Tal dazu gekommen (April: 33) – dem gegenüber stehen aber auch 23 Abmeldungen (April 26). Wobei nur von 8 der Abmeldungen bekannt ist, dass sie wieder Arbeit aufgenommen haben. Für die restlichen 15 ist der Verbleib also unklar. Am wahrscheinlichsten dürften Wegzüge sein. Obdachlose gibt es im Tal unserer Meinung nach eher wenige – oder sie sind gut versteckt.

Zur Begriffsklärung und damit wir auch wirklich vom Gleichen reden:

Unter Arbeitslosengeldbezieher verstehen wir alle, die nach dem SGB3 bezahlt werden. Heißt im Klartext: weniger als 12 bzw. 18 Monate (ältere Arbeitnehmer) arbeitslos. Bezahlt wird hier zwischen 60% (Alleinstehende) und 67% (mit Kind) des letzten Gehalts.

Unter HartzIV-Bezieher verstehen wir alle, die nach SGB2 bezahlt werden. Heißt also: Alle, die länger als 12 bzw. 18 Monate arbeitslos waren. Alle, die aus Selbstständigkeit heraus arbeitslos geworden sind und darum keine Ansprüche haben. Und alle, die noch nicht lange genug gearbeitet haben, um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben. (Meist Jugendliche nach dem Schulabschluss, Studenten oder z.B. verlassene Hausfrauen)

Bei den Abmeldungen ist zu beachten, dass nicht immer ganz klar ist, was aus den Menschen geworden ist. Hier im Tal hat ein Großteil davon aber wieder Arbeit gefunden. In Rottach-Egern z.B. haben von 32 Abmeldungen 22 wieder eine bezahlte Arbeit aufgenommen. In Bad Wiessee sind von 15 Abmeldungen 4 in Arbeit und 3 in Berufsausbildung gewechselt. Die, bei denen man es nicht weiß, können in verschiedenste Richtungen verschwunden sein: Die (geplant werdende) Mutter z.B., die noch 12 Monate Arbeitslosengeld bezieht aber sich nicht mehr für HartzIV meldet, weil z.B. der Mann zu viel verdient. Andere machen sich selbstständig oder leben lieber von ihren Ersparnissen, anstatt den “HartzIV-Offenbarungseid” zu leisten. Auch Umzüge kommen in Betracht.

Das sind die exakten Zahlen für die Gemeinden

Gmund:
neu Angemeldet: 23
davon Arbeitslosengeldbezieher: 18
davon HartzIV-Bezieher: 5

Abgemeldet: 15
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 12
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 3

Tegernsee:
neu Angemeldet: 20
davon Arbeitslosengeldbezieher: 17
davon HartzIV-Bezieher: 3

Abgemeldet: 17
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 13
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 4

Rottach:
neu Angemeldet: 20
davon Arbeitslosengeldbezieher: 20
davon HartzIV-Bezieher: 0

Abgemeldet: 32
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 26
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 6

Kreuth:
neu Angemeldet: 11
davon Arbeitslosengeldbezieher: 11
davon HartzIV-Bezieher: 0

Abgemeldet: 14
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 10
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 4

Bad Wiessee:
neu Angemeldet: 13
davon Arbeitslosengeldbezieher: 18
davon HartzIV-Bezieher: 4

Abgemeldet: 15
davon ehemals Arbeitslosengeldbezieher: 9
davon ehemals HartzIV-Bezieher: 6

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Tegernseer Tal wirklich extrem gut dran steht. Die Zahl der Erwerbslosen ist, wie schon im April, weiter rückläufig. Die Meisten Arbeitslosen werden noch innerhalb des ersten Jahres, sprich aus SGBIII, neu vermittelt. Allerdings wird sich die Zahl im Tal auch mit dem Winter wieder ändern. Das ist erwartungsgemäß einfach die Bewegung, die ein touristisches Gebiet mit Sommerschwerpunkt hat. Genau wissen wir das, wenn wir uns im Dezember die Zahlen angeschaut haben. Trotzdem: Besser wie im Tegernseer Tal wird der Arbeitsmarkt nur in sehr wenigen Gebieten in Deutschland aussehen…

Bauwahnsinn in Tegernsee nicht weiter gewünscht – Bauantrag Prinzenkapelle abgelehnt

Der rot markierte Bau war das Thema in der letzten Stadtratssitzung

Die Häuser am See werden nicht nur in Tegernsee immer größer. Selbst Einfamilienhäuser haben inzwischen oft Dimensionen, die den vernünftigen (und optisch erträglichen) Rahmen teilweise sprengen. Ein Beispiel ist z.B. die Bauvoranfrage für ein Seegrundstück in Wiessee: Direkt neben dem Yacht-Club soll dort ein Einfamilienhaus mit 27 x 14 Meter Grundfläche entstehen (mehr Info in diesem Artikel).

In Tegernsee hat man sich in der letzten Stadtratsitzung nun einstimmig gegen ein Haus in dieser Dimension ausgesprochen. Der Antrag auf Änderung eines bestehenden Bebauungsplanes kam von einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei. Der bisherige Bebauungsplan sieht auf dem Grundstück die Bebauung mit zwei kleineren Häusern vor.

Das ist der aktuell eingereichte Plan:

Der rot markierte Bau war das Thema in der letzten Stadtratssitzung

Im aktuell eingereichten Plan wurde das Bauvorhaben dahingehend geändert, dass anstelle von zwei Häusern nun ein großes Haus gebaut werden soll. Das geplante Einfamilienhaus hätte den eingereichten Plänen nach ein Grundfläche von 24 x 18 Metern und eine bebaute Wohnfläche von 24 x 12,5 Metern. Das ergibt eine Erdgeschoßfläche von 300 Quadratmetern. Rein rechtlich wäre eine Genehmigung in dieser Größenordnung in Tegernsee kein Problem – auch wenn die Dimensionen erst einmal erschlagend wirken.

Bürgermeister Janssen sprach von einer “neuen Dimension für Einfamilienhäuser”. Und betonte, dass vor allem die Fassadenlänge von 24 Metern in Richtung Straße nicht in die Umgebung passe.

Norbert Schußmann (CSU) sprach sich ebenfalls gegen den Bau aus: “Man sollte dem Trend nach noch mehr und noch größer nicht nachgeben. Ich würde sagen, das sollten wir nicht genehmigen.”

Der Tegernseer Bauausschuß selbst hatte sich in einer vorangehenden Sitzung ebenfalls gegen den Bebauungsplan ausgesprochen. Der Antrag auf Errichtung des einen anstelle der geplanten zwei Häuser wurde vom Tegernseer Stadtrat dementsprechend auch einstimmig abgelehnt.

Und es ist auch klar geworden, dass man in Tegernsee den immer größer werdenden Einfamilienhäusern auch in Zukunft Einhalt gebieten wird. Das Verständnis der Stadträte für ein Einfamilienhaus in dieser Größe hielt sich eher in Grenzen: Braucht man nicht. Muss nicht sein.

Der Seesteg in Tegernsee: Bürgermeister Janssen verfällt in bekannte Salami-Taktik. Kritik wird öffentlich nicht diskutiert

Seesteg Plan Mai2010

Vierte Anmerkung vom 04. August / 17:28 Uhr:
Wir sind es ja mittlerweile gewohnt, dass es die Verantwortlichen in Tegernsee mit der Bekanntgabe von wichtigen Informationen nicht so ernst nehmen. Allen voran der Bürgermeister Peter Janssen. Aber der Fisch stinkt ja bekanntlich vom Kopf her. Somit erleben wir die bekannte Salamitaktik beim Nachkommen der Informationspflicht jetzt ein weiteres Mal. Und zwar beim Steg-Thema. Sozusagen das Lieblings-Kind vom Bürgermeister.
Und auch wenn dieser Steg nicht wirklich durchdacht ist, genauso wie der komplette Umbau der Tegernseer Innenstadt, so ist doch die Vorgehensweise dieses mal besonders befremdlich.

Zur Erklärung: Gestern war Stadtratssitzung. Beim 6. Punkt der Tagesordnung hatte sich Peter Janssen dann zum Seesteg folgendermaßen geäußert.

Die Genehmigung ist am 29. Juli erteilt worden. Wir werden also so schnell wie möglich mit den Arbeiten beginnen.

Das war`s. Kein Wort über die beiden Seesteg-kritischen Schreiben von Horst Seehofer und vor allem von Georg Fahrschon. Der ist in seiner Funktion als Finanzminister auch gleichzeitig Vorsitzender der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung und somit defacto Eigentümer des Tegernsees. Mit unseren Worten: Kein Einverständnis von Fahrenschon, kein Seesteg.

Einen Peter Janssen lässt sowas aber kalt. Und wenn er es nicht für relevant erachtet, dann muss darüber auch nicht in einer öffentlichen Sitzung gesprochen werden. Warum andere Mitglieder des Gremiums ebenfalls nichts gesagt haben, erschließt sich uns jedoch nicht.

Wie auch immer, so oder so hat es der Bürgermeister geschafft: Die Öffentlichkeit erfährt nur was Janssen will. Und für diese Öffentlichkeit hat er die Tegernseer Zeitung. Dieser erzählt er einfach am nächsten Tag irgendwas von “Es handelt sich hier um eine rein privatrechtliche Stellungnahme.” und “Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass sich Fahrenschon nicht von dem durchweg positiven Bescheid des Landratsamtes Miesbach überzeugen lässt. Ich rechne in den nächsten Tagen und Wochen mit dem letzten noch ausstehenden Urteil des Finanzministers. Dann kann’s losgehen. ”

Kritisches Hinterfragen: Fehlanzeige.

Und schon sieht es so aus als ob alles in bester Ordnung ist.

War irgendwas mit

…. die Situation und Vorhaben nochmals eingehend mit allen Betroffenen zu diskutieren
(Zitat Georg Fahrenschon, 8. Juni 2010)

oder

…. hoffe sehr, dass unter sorgfältiger Abwägung aller Belange eine angemessene und gemeinsame Lösung gefunden wird
(Zitat Horst Seehofer, 15. Juli 2010)

?

Fanden die notwendigen Gespräche bereits statt? Unseres Wissens nicht!
Hat sich irgendwas an der Gesamtsitutation geändert? Unseres Wissens nicht!
Haben bisher alle Anwohner dem Vorhaben zugestimmt? Unseres Wissens nicht!

Wie kommen die Verantwortlichen dann darauf, dass sich plötzlich alles zum Guten fügen wird?

Die einzige Erklärung: Es wird gepokert und gleichzeitig versucht einen öffentlich-akzeptierten Status Quo zu schaffen. In der Hoffnung, dass dies am Ende dann auch von den Entscheidern so gesehen und umgesetzt wird.

Wir halten diese Art, völlig unabhängig vom Ausgang des Themas, für eine Politik nach Gutsherrenart. Das ist vermessen und ignorant. Und es ist vor allem in keinster Weise im Sinne der Bürger oder sogar im Sinne einer demokratischen Vorgehensweise. Dass die Stadträte – wider besseren Wissens – nichts sagen, macht die ganze Geschichte nur noch schlimmer.

Dritte Anmerkung vom 26. Juli / 16:32 Uhr:
Komisch war es ja schon, dass der Bürgermeister Peter Janssen auf der letzten Stadtratssitzung kein einziges Wort zum Stegbau fallen lies. Jetzt wissen wir auch warum. Ihm liegt bereits seit dem 08. Juni ein Schreiben vom Bayerischen FInanzminister Georg Fahrenschon vor. In einem anderen Schreiben, welches wir hier exklusiv veröffentlichen, äußert sich der Finanzminister auch sehr kritisch gegenüber dem geplanten Steg und verweißt auf die Punkte, die er dem Bürgermeister am 08. Juni mitgeteilt hat.

Warum das wichtig ist, was der Finanzminister in dieser Angelegenheit zu sagen hat? Ganz einfach, er ist Vorsitzender der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Somit defacto Eigentümer des Tegernsees und in seinen Entscheidungen was in “seinem” See gebaut wird vollkommen eigenständig. Heißt kein Einverständnis von Fahrenschon, kein Seesteg.

Hier noch das komplette Schreiben:

Bayerisches Finanzministerium - Seesteg in Tegernsee

Spätestens auf der nächsten Stadtratssitzung in der kommenden Woche werden wir sehen, wie Peter Janssen auf dieses Schreiben reagiert und welche Informationen er veröffentlicht.

Die Bootshütte steht unter Denkmalschutz. Das wurde vom Rathaus lange ignoriert. Inzwischen ist klar, dass die Hütte nicht, wie geplant, versetzt werden darf.

Zweite Anmerkung vom 03. Juli / 12:12 Uhr:
Neues zum Thema Seesteg gibt es momentan nicht – zumindest nicht offiziell. Auffallend war dagegen, dass in dieser Woche auf der Tegernseer Stadtratssitzung kein einziges Wort zum Thema Steg gefallen ist. Seit langem mal wieder das erste Mal. Es wurde über den geplanten Umbau der Hauptstraße und das geplante Parkaus gesprochen. Außerdem war der Vorplatz am Haus des Gastes. Eigentlich Themen, die bisher immer in einem Atemzug mit dem Seesteg gefallen sind. Der Umbau der Hauptstraße war sogar eines der wichtigsten Themen auf der Infoveranstaltung zum Seesteg im Frühjahr. Ob und was das zu sagen hat, wissen wir nicht 100%. Zumindest sagt es aber eines: Positive Fortschritte gab es keine zu vernelden – weil die Chance hätte sich Bürgermeister Janssen sicher nicht entgehen lassen.

Anmerkung vom 21. Juni / 17:20 Uhr:
Wir haben uns das Thema in den letzten Wochen einmal etwas genauer angesehen. Leider ist es etwas undurchsichtig, was der Tegernseer Bürgermeister bei der ganzen Angelegenheit für eine Strategie fährt. Zu erkennen ist eigentlich nur, dass man im Tegernseer Rathaus den Steg auf gegen jeden Zweifel durchsetzen will. Die meisten Schreiben, die uns inzwischen vorliegen sprechen allerdings deutlich gegen den Bau. Die Anwälte des Herzoglichen Brauhauses verweisen in einem Schreiben z.B. darauf, dass die Eigentumsvorbehalte ihrer Mandantin bestehen bleiben. Das heißt im Klartext, dass man von dieser Seite aus auch bereit ist, gegen den Seesteg zu klagen. Zu was das führen kann, hat man ja in den letzten Jahren beim Streit um Gut Kaltenbrunn gesehen: Es kostet viel Geld für Anwälte, Gutachter und Gerichtsverfahren und führt zum Schluss leider oft zu nichts. Auch die vorliegende Stellungnahme der IHK-München spricht deutlich von zu erwartenden Einbußen für die Einzelhändler auf der Hauptstraße.

In einem Schreiben, das schon aus dem Jahre 2005 stammt, wurde einem Antragsteller aus Rottach der Bau einer Terrasse im See verwehrt. Die Begründung für die Ablehnung des Bauantrages könnte man unserer Meinung nach exakt so auch auf den geplanten Steg in Tegernsee anwenden.  Weil es wirklich 1:1 auf das jetzige Thema passt, haben wir das Schreiben im Original angehängt. Warum allerdings der Steg beim Café am See einige Jahre später trotzdem genehmigt wurde, ist uns nach der damaligen Begründung des Landratsamtes unverständlich.

Ursprünglicher Artikel 19. Juni:
vom Gegen den Plan das dritte Teilstück des Seestegs in Tegernsee zu bauen, gibt es inzwischen verschiedene Einwände. Die Einzelhändler auf der Hauptstraße fürchten Umsatzeinbußen durch die umgeleiteten Touristen, die in Zukunft wohl eher den Steg als die Hauptstraße benutzen. Die Anlieger befürchten einen Wertverlust ihrer Grundstücke und ein Leben im Schaukasten, wenn ein Steg direkt vor ihren Gartengrundstücken im Wasser verläuft. Das Herzogliche Brauhaus verkündet, dass sie für das Hotel Guggemos sicher keinen neuen Investor finden, wenn der Zugang zum See durch den Steg erstmal verbaut ist. Und gegen die Kosten, die ursprünglich auf 700.000 Euro angesetzt waren – inzwischen aber sicherlich höher liegen werden – regt sich auch Unmut in der Bevölkerung. Viele sind der Meinung, dass man das Geld besser investieren könnte.

Bedenken waren schon bei Infoveranstaltung bekannt

Ganz Aktuell hat auch noch das Denkmalamt Bedenken gegen den Steg angemeldet. Hauptgrund ist die alte Bootshütte beim Bootsverleih am Länd. Ursprünglich sahen die Pläne vor, dass die Hütte versetzt werden soll und der Steg an dieser Stelle wieder an Land geht. Das waren auch die Pläne, die Bürgermeister Janssen beim Infotag zum Seeuferweg/Steg Anfang Mai verkündet hat. Allerdings wusste Janssen zu diesem Zeitpunkt bereits, dass die Pläne so nicht umsetzbar sind. Bereits am 21. April, also eine Woche vor der Veranstaltung wurde Bürgermeister Janssen auf einer Sitzung mit dem Landrat Dr. Kreidl im Landratsamt Miesbach klar gemacht, dass seine Pläne so nicht umsetzbar seien. Seinen Bürgern hat Janssen diese Informationen lieber vorenthalten – immerhin gefährden sie die bestehenden Pläne in nicht unerheblichem Maße.

Alternative ist schon in Planung

Dafür wurde neben den offiziellen Plänen zum Zeitpunkt der Infoveranstaltung schon an einer Alternative gearbeitet. Die aktuellen Pläne sehen ein anderes und durchsichtigeres Stahl-Geländer vor. Bisher wurde mit einem Holzgeländer geplant. Außerdem muss der Steg jetzt aufwändig an der Bootshütte vorbeigeführt werden, was die Kosten mit Sicherheit steigen lässt. Ob diese Pläne vom Denkmalschutz akzeptiert werden, bleibt vorerst abzuwarten. Die Pläne sind ausgestellt auf den 7. Mai, also eine Woche nach der Infoveranstaltung. Sicher dürfte aber wohl sein, dass die Planung dafür bereits vor der Veranstaltung begonnen hatten.

Das sind die aktuellsten Pläne für den Steg (Bei einem Klick auf das Bild öffnet sich eine Großansicht):

Wie es mit dem Thema weitergeht wird sich wohl in den nächsten Wochen entscheiden. Bis dahin  müssten weitere Stellungnahmen im Tegernseer Rathaus eingegangen sein. Ob und wie danach weitergeplant wird, muss sich dann zeigen. Viel Geld hat es aber auch jetzt schon gekostet. Immerhin arbeiten Architekten, Statiker und Bauzeichner auch nicht umsonst…

Der Seesteg in Tegernsee: Jetzt meldet sich der Bayerische Ministerpräsident zu Wort – Schreiben von Horst Seehofer

Seesteg - Schreiben von Horst Seehofer

Anmerkung vom 03. August / 10:32 Uhr
Nur ein ganz kurzer Hinweis zu diesem Thema. Heute Abend ab 18:30 Uhr gibt es die letzte Stadtratssitzung in Tegernsee vor der Sommerpause. Und im Rahmen des 6. Punktes auf der Tagesordnung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Seestegthema diskutiert. Eventuell wird Peter Janssen auch über die Schreiben von Georg Fahrenschon und Horst Seehofer informieren. Und vor allem wie er mit dieser klaren Kritik umgehen möchte.

Ursprünglicher Artikel vom 30. Juli:
Wir haben in diesem Fall schon einige Schreiben veröffentlicht. Das letzte war das von Finanzminister Georg Fahrenschon. Aber jetzt geht das ganze noch mal eine Ebene höher. Und obwohl die klare Meinung von Horst Seehofer gegen den Seesteg in diesem Fall direkt erstmal nichts zu sagen hat, wird es zumindest gefühlt immer enger für das Prestigeprojekt von Bürgermeister Janssen.

Hier das Antwortschreiben von Horst Seehofer an einen anonymisierten “Freund” und Seesteg-Kritiker:

Seesteg - Schreiben von Horst Seehofer

Aktuelle Arbeitslosenstatistik: Generell positive Entwicklung. Landkreis Miesbach unverändert

logo_arbeitsamt

Immer zum Monatsende, bzw. zum Monatsanfang veröffentlicht die Agentur für Arbeit die aktuellste Arbeitslosenstatistik. So auch jetzt wieder mit den Zahlen für den Berichtszeitraum vom 16. Juni bis zum 15. Juli. Und es gibt auch in diesem Bericht wieder positives zu vermelden: mit 3,4 Prozent erreicht die Arbeitslosenquote für den Agenturbezrk Rosenheim den niedrigsten Stand in diesem Jahr.

Im Landkreis Miesbach liegt die Quote unverändert bei ebenfalls guten 3,4 Prozent. Allerdings hat sich die Quote im Landkreis nicht weiter verringert, sondern ist auf fast dem exakt gleichen Niveau wie im Vormonat. Lediglich um neun Menschen hat sich der Stand der gemeldeten Arbeitslosen verringert.

Zur Gesamtsituation meint Harald Neubauer, Leiter der Agentur für Arbeit in Rosenheim:

„Der positive Trend der Vormonate setzt sich fort. Am Zähltag (15. Juli) waren 9 175 Personen, 130 weniger als im Juni und 940 weniger als vor einem Jahr, als erwerbslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote hat sich ebenfalls erneut verbessert und erreicht mit 3,4 Prozent, den niedrigsten Stand in diesem Jahr. Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 3,8 Prozent.“ Neubauer weiter: „Wir haben damit zwar noch nicht den hervorragenden Wert (3,3 Prozent) des Jahres 2008 erreicht, wir sind aber auf dem besten Wege dazu. Die Wirtschaft hat deutlich an Fahrt zugelegt und auch die Umfragen der Kammern und Wirtschaftsforschungsinstitute bestätigen den derzeitigen Aufschwung.“

Während im letzten Monat die Situation für ältere Arbeitsuchende sich deutlich entspannt hat – 3260 gemeldete gegenüber 3990 gemeldeten im Vormonat – sieht die Situation für Jugendliche unter 25 im Moment nicht so positiv aus. Die Agentur für Arbeit sieht den Grund aber in auslaufenden Ausbildungsstellen, die im Juli abgeschlossen wurden und die Lehrlinge nicht direkt übernommen wurden. Agenturleiter Neubauer:

„Die Situation der Jugendlichen unter 25 Jahren liegt mir seit Jahren besonders am Herzen. Erfreulicherweise zeigte sich bei dieser Personengruppe eine ähnlich positive Entwicklung wie bei den Älteren, im Vergleich zum Vorjahr sogar eine deutlich positivere. Von Februar bis Juni waren Monat für Monat kontinuierlich weniger junge Menschen ohne Arbeit. Diese Tendenz ist im Juli – wie jahreszeitlich üblich – vorübergehend gestoppt. Im Juli finden nämlich viele Gesellenprüfungen statt und wie jedes Jahr wurden auch heuer einige junge Menschen nach Bestehen der Abschlussprüfung von ihrem Ausbildungsbetrieb nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Deshalb stieg die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen in diesem Berichtsmonat an. Derzeit suchen 890 (Vormonat 810) arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren einen Arbeitgeber, bei dem sie ihre Kenntnisse und Fertigkeiten unter Beweis stellen und Berufserfahrung sammeln können. Nutzen Sie die Möglichkeit und stocken Sie Ihre Belegschaft mit diesen jungen Fachkräften auf.“

Alles in allem kann man aber auch zu den aktuell veröffentlichten Zahlen sagen, dass man sich im Landkreis Miesbach und in den umliegenden Landkreisen auf einem extrem niedrigem Niveau befindet. Eine Quote von 3,4 % würden viele Gebiete in Deutschland nicht mal im Traum anstreben. Und die Entwicklung ist seit Jahresbeginn auch durchwegs als positiv zu betrachten.

Stadtratssitzung in Tegernsee am Dienstag, 03.August – Die Themen

Tagesordnung Tegernseer Stadtrat 03. August 2010

Übermorgen, 03. August findet die nächste öffentliche Stadtratssitzung statt. Los geht es um 18:30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Tegernsee. Spannend ist Punkt 6. Denn da wird mit aller Wahrscheinlichkeit das Seesteg-Thema diskutiert. Hier schon mal die Punkte, die übermorgen auf der Tagesordnung stehen:

1. Genehmigung der Niederschrift über die öffentliche Stadtratssitzung vom 29. Juni 2010.
Die Niederschriften sind übrigens für jeden Bürger der Gemeinde auf Anfrage einsehbar.

2. Projektbericht

3. Vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes Nr. 24 „Max-Josef-Straße“;
Beratung und Beschlussfassung über die gem.§ 3 Abs. 2 BauGB und § 4 Abs. 2 BauGB eingegangenen Stellungnahmen de Behörden und der Öffentlichkeit, Satzungsbeschluss gem. § 10 BauGB

4. Beratung und Beschlussfassung über die Empfehlungen des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses vom 26. Juli 2010;
Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes Nr. 33 „An der Prinzenkapelle“; Antragsteller: Anwaltskanzlei Ferjani, Düsseldorf

5. Antrag auf Baugenehmigung für die temporäre Nutzungsänderung der Pächterwohnung und eines Gastzimmers in eine Praxis für Präventivmedizin im Anwesen Riedersteistraße 28; Antragsteller: Dr. Franz Heiss

6. Vorhaben des Stadtrates 2008 – 2014; Fortschreibung

Bei diesem Thema wird wird die sogenannte “Vorhabenliste” der Stadt interessant. Denn dahinter verbirgt sich beim Punkt Seeuferweg das aktuelle Stegbauvorhaben. Da könnte aufgrund der aktuellen Entwicklungen (Schreiben von Horst Seehofer und Finanzminister Fahrenschon) eine spannende Diskussion entstehen. Zumindest müsste Bürgermeister Janssen darüber offiziell informieren.

7. Bekanntgabe von in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Beschlüssen, soweit der Grund für die Geheimhaltung weggefallen ist

8. Unvorhergesehenes

9. Informationen und Anfragen

Wer sich ein persönliches Bild machen möchte, kann übermorgen Abend natürlich einfach vorbei gehen: Dienstag 03. August, Rathaus Tegernsee, 18:30 Uhr, Sitzungssaal

Hier noch die offizielle Einladung der Stadt Tegernsee:

Tagesordnung Tegernseer Stadtrat 03. August 2010

Bauausschuss Bad Wiessee: Neubau eines Apartement-Hauses abgelehnt

Im Fra

Bei manchen Bauvoranträgen fragt man sich, warum die Eigentümer überhaupt Geld für Architekten und Zeit in die Hand genommen haben. Wenn man sich an keinerlei Ortssatzungen oder ortsübliche Bebauungen hält, ist es wenig überraschend, wenn die Anträge nicht genehmigt werden.

Im Freihausweg war der Neubau geplant. Wir finden etwas überdimensioniert für das kleine Sträßchen

So auch der Bauvorantrag eines Eigentümers im Freihausweg 7 in Bad Wiessee. Vom Grundstückseigentümer war ein Neubau mit 12 x 18 Metern geplant. Der Neubau sollte drei Hauptgeschosse plus Dachgeschoß besitzen, die auf der Rückseite in den Berg “gegraben” würden. Von der Rückansicht wäre so eine Terrassenförmige Bauweise entstanden.

Was sich jetzt schon recht groß anhört, hat den Bauausschuss wohl auch bei der Ortsbesichtigung abgeschreckt. Bauamtsleiter Köckeis hat darum auch in seinem Vortrag schon ausgeführt, dass es sich bei dem Gebiet um eine Ortsrandlage handelt, in der man keine bauliche Nachverdichtung haben wolle. Bisher ist das Grundstück mit einem Faktor von ca. 0,3 pro Quadratmeter bebaut. Nach den neuen Plänen wäre ein Faktor von ca. 0,6 pro Quadratmeter entstanden. Also grob das Doppelte an überbauter Fläche.

Und genau diese dichte Bebauung will man in Wiessee nicht. Erstens, weil es nicht schön aussieht und zweitens, weil man durch eine jetzt genehmigte, höhere Überbauungsfläche auf dem Grundstück eine neue Bezugsgröße für die Zukunft schaffen würde. Verständlich irgendwie.

Unter Bezugsgrößen versteht man in diesem Fall, dass es nachdem ein Bau genehmigt wurde, sehr schwer für eine Gemeinde ist, bei dem nächsten Bauträger wieder auf das alte Maß zurück zu kehren. Er kann dann eben Bezug auf bereits bestehende Gebäude in dem Gebiet nehmen.

Außerdem wäre bei der geplanten Bebauung lediglich ein Abstand von 4 Metern zum Nachbargrundstück gegeben gewesen. Laut Ortssatzung sind für das Gebiet aber 8 Meter vorgeschrieben.

Bürgermeister Peter Höß: “Das ist wirklich dramatisch. wenn wir das genehmigen würden haben wir Abstandsflächen von weniger als 4 Meter. eine Extremsituation. ”

Kurt Sareiter (CSU): “So steil, wie das da drin ist, würde ich mich nicht getrauen das zu genehmigen. Das wäre unverantwortlich. Da kommt irgendwann der komplette Hang. Außerdem gehen Ausnahmen mit Bauabstand bis auf 4 Meter einfach nicht.”

Die Bauvorantrag wurde einstimmig abgelehnt und eigentlich hätte man sich die Arbeit auch sparen können.

Gemeinderatssitzung am Dienstag, 19:00 Uhr in Rottach: Die Themen

Gemeinderatssitzung Rottach-Egern

Am nächsten Dienstag, 27. Juli, ist um 19:00 Uhr Gemeinderatssitzung in Rottach. Wie immer wollen wir auch dazu schon im Vorfeld die diskutierten Themen vorstellen. So haben Interessierte zum einen die Chance persönlich vorbei zu gehen und zum anderen besteht so immer noch die Möglichkeit, schon im Vorfeld zu entscheiden, bei welchen Themen es sich lohnt selbst aktiv zu werden. In Rottach stehen am Dienstag auch einige ganz interessante Themen auf dem Programm. Wirklich umfangreiche oder weitreichende Punkte sind dieses Mal nicht auf der Tagesordnung. Das sind die Themen im Einzelnen:

Punkt 1: Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges – Gerätewagen

Punkt 2: Installierung einer Webcam im See- und Warmbad

Punkt 3: Kündigung der Mitgliedschaft beim Deutschen Städtetag

Punkt 4: Behandlung einer Beschwerde über die Geschwindigkeitsregelungen in der
Valepper Straße

Punkt 5: Regelung der Vergabe des Bootsliegeplatzes für Gästeschiffe

Punkt 6: Nutzung des Parkplatzes am Sportgelände am Birkenmoos für Motorsportveranstaltungen

Punkt 7, 8 und 9: Unvorhergesehenes, Informationen des Bürgermeisters, Wünsche und Anregungen. An diesem Punkt darf man mal wieder gespannt sein, ob das Thema Schule, vor der langen Sommerpause, unerwähnt bleibt. Mal abwarten..

Wer es sich gerne persönlich anschauen möchte: Dienstag, 27. Juli, 19:00 Uhr im Rottacher Rathaus. Sitzungssaal im ersten Stock.

Hier noch die Einladung im Original:

Gemeinderatssitzung Rottach-Egern

Wochenrückblick: Von Stechmücken, Golfplätzen und ehemaligen Krankenhäusern

Das war die Woche vom 19. - 25. Juli

Die Woche ist mal wieder vorbei und morgen startet eine neue. Wir blicken nochmal zurück und haben uns angeschaut, was in den letzten Woche im Tal los war. Und das war mal wieder einiges. Obwohl doch langsam das berühmte Sommerloch losgehen sollte.

Um den Sommer dreht sich dann auch gleich das erste Thema. Ein Sommer am See ohne Mücken ist kein richtiger Sommer. Oder doch? Laut einer Pressemeldung der TTT ist der Tegernsee dieses Jahr sogar soweit, “dass eine Stechmückenplage wieder mal ausbleibt”. Der Wiesseer Bürgermeister Höß hat sogar nochmal einen draufgesetzt und verkündet dass der See “mückenfrei” sei. Das ist dann wohl doch etwas hoch gegriffen. Vor allem, weil aus St. Quirin schon Berichte über eine Mückenplage kommen. Was denn nun?

Ebenfalls wenig Einigkeit herrscht beim Thema Sonnenbichl. Im Wiesseer Gemeinderat beschwerte man sich, dass die Vereine die Verhandlungen polemisch torpedierten. Aus den Vereinen wird behauptet, dass die Gemeinde nicht weiter für das Skigebiet bezahlen will. Und was am Ende wirklich los ist und warum die Verhandlungen nicht wirklich weiterkommen – das will eigentlich niemand sagen. Wir wissen es leider auch nicht.

Stockende Verhandlungen sind wohl auch für das Aus für die Erweiterung des Golfplatzes Margarethenhof in Gmund verantwortlich. Laut Georg von Preysing wollen die Landwirte und Besitzer der betroffenen Gebiete einfach nicht verkaufen. Laut der Betreibergesellschaft des Golfplatzes ist man sich allerdings mit den Landwirten einig. Was wirklich stimmt, wird sich vielleicht in den nächsten Tagen zeigen. Status Quo aus dem Gmunder Gemeinderat ist jetzt aber erstmal: Keine Erweiterung für den Golfplatz.

Dafür tut sich was in Tegernsee. Für das ehemalige Krankenhaus-Grundstück ist endlich ein Investor gefunden. Viele Jahre hat man darauf warten müssen. Geplant ist jetzt ein Hotel, Wohnungen und eine Seniorenresidenz. Und genau diese Seniorenresidenz stößt einigen in Tegernsee sauer auf: “Alt genug ist der Ort jetzt schon” ist dann zu hören. Allerdings ist das Hotel und die Tatsache, dass sich überhaupt was tut auf dem Gelände, im Moment wahrscheinlich einfach der größere Pluspunkt. Und eine echte Wahl hat man leider auch nicht.

Eine echte Wahl hatte dagegen der Gmunder Dorfladen bei der Auswahl seiner Mitarbeiter. Geschäftsführer Vogt bat uns einen kleinen Aufruf auf die Tegernseer Stimme zu nehmen: Mitarbeiter für den Dorfladen gesucht. Das haben wir gemacht und es hat wirklich gut funktioniert. Drei neue Mitarbeiter hat Vogt so gefunden und war mit der Qualität der Bewerber durchaus zufrieden. Uns freut’s. Ihn freut’s. Die Bewerber freut`s. Alle glücklich!

Weniger glücklich wird leider der Start in die neue Woche für einige Autofahrer im Tal werden. Weil die Arbeiten an der Gmunder Mangfallbrücke nicht sauber ausgeführt wurden, muss ab Montag nachgebessert werden. Heißt: Die komplette Woche wird eine Fahrspur gesperrt und die beliebte Baustellenampel wird mal wieder für ordentlich Rückstau sorgen…

Wir wünschen an dieser Stelle trotzdem einen guten Start in die Woche. Und immer schön ruhig bleiben, wenn die Ampel kurz vorher auf auf Rot springt.

Morgen, 22.07.2010 um 18:30 Uhr – Sitzung des Kur-, Tourismus und Sportausschusses in Bad Wiessee

Einladung der Gemeinde Bad Wiessee

Ehrlich gesagt waren wir noch nie auf einer Sitzung des Kur-, Tourismus und Sportausschusses. Aber morgen lassen wir uns die Sitzung in Bad Wiessee nicht nehmen. Denn erstens erzählt der Geschäftsführer der TTT, Georg Overs, Geschichten über die tolle Arbeit des Tegernseer Tal-Tourismus. Und zweitens wird über die Stiftung eines “Trimm-Parks” durch die TEG, das E-Werk und die Kreissparkasse berichtet. Das dritte und letzte Thema ist die Neuorganisation des Kurorchesters. Mal schaun was dabei rauskommt.

Also wer Lust hat, morgen ab 18:30 im Lesesaal des Haus des Gastes. Hier noch die Einladung im Original:

Einladung der Gemeinde Bad Wiessee