Freitag, 24. Mai 2013

Aktionsplan Schulen – Alle Infos auf einen Blick auch für`s Tegernseer Tal

Die Übersicht über alle Schulen im Landkreis - verlinkte Informationen unter www.schulen-miesbach.de

Einen Überblick über alle Schulen im Tegernseer Tal? Mit den wichtigsten Informationen zu Lehrern, Schulprofil und dem Umfang der Betreuungseinrichtungen? Und das alles auf einer Webseite und somit nur einen Klick entfernt?

Das alles gibt es seit neuestem unter www.schulen-miesbach.de. Einer Seite, die vom Landkreis im Rahmen des Aktionsplan Schulen ins Leben gerufen wurde.

Die Übersicht über alle Schulen im Landkreis - verlinkte Informationen unter www.schulen-miesbach.de

Der Aktionsplan richtet sich an Eltern, Schüler, Lehrer und Bürger und soll unter anderem als Hilfestellung bei die Wahl der richigen Schule dienen. Dabei kann man sich aber nicht nur über beispielsweise über die Zweige informieren, die man in der jeweiligen Schulen belegen kann. Sondern es sind auch Daten zu Infoabenden hinterlegt und mehr oder minder umfangreiche Informationen zu den geplanten Bauprojekten wie der neuen Realschule in Gmund.

Gerade die zukünftig entstehenden Schulen sind es die auf dieser Seite transparent dargestellt werden sollen. 120 Millionen wird man im kompletten Landkreis in den nächsten Jahren investieren. Und das soll dann auch aktiv kommuniziert werden.

Gmunder Nachtragshaushalt: Konstanter Geldregen in der Kasse

Die Rockweihnacht in Tegernsee am 12. Dezember / Aufnahme: Andrea Rexhausen - brotzeit-online.de

Ergänzung vom 30. Dezember / 08:51 Uhr
Der Finanzüberblick der Gemeinde Gmund für das Haushaltsjahr 2010 hat es gezeigt: Kämmerer Georg Glas kann gut planen. Und vor allem kann er das Geld der Gemeinde verwalten. Denn der sogenannte “Nachtragshaushalt” hat sich nur um 1 Prozent gegenüber dem im letzten Jahr geplanten Ansatz verändert.

Das Erfreulichste für Bürgermeister Georg von Preysing ist dabei der Vergleich zwischen Schulden und Rücklagen. 1,25 Millionen Euro Schulden stehen 4,2 Millionen Euro Rücklagen. “Womit wir sehr zufrieden sein können. Aber die Rücklagen werden wir aufgrund der anstehenden Investitionen wie 3-fach Turnhalle oder der Um-/Neubau der Grundschule auch gut brauchen.” so der Bürgermeister.

Der Kämmerer stellte im Anschluss die wichtigsten Zahlen des für 2010 erwarteten Gmunder Haushaltes vor:

Der Gesamthaushalt liegt bei 15,2 Millionen Euro und vermindert sich demzufolge gegenüber 2009 um 125.000 Euro. Dabei wird der Haushalt in zwei große Bereich aufgeteilt: In Verwaltungshaushalt und Vermögenshaushalt.

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Zur Erklärung: Wie unterscheiden sich diese zwei Bereiche?

Im Verwaltungshaushalt werden nur die laufenden Einnahmen und Ausgaben dargestellt. Das sind Zahlungen, die die Gemeinde regelmäßig zu leisten hat oder selbst erhält!
Beispiele: Steuereinnahmen, Personalkosten, Umlagen

Im Vermögenshaushalt hingegen werden nur vermögenswirksame Einnahmen und Ausgaben getätigt. Das sind meistens große und einmalige Projekte! Man könnte auch sagen, dass diese Zahlungen Einfluss auf das Vermögen der Gemeinde haben.
Beispiele: Grundstückserlöse, Kreditaufnahmen, Tilgung von Krediten, Rücklagenentnahme, Zuführung vom Verwaltungshaushalt
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Beim Gmunder Verwaltungshaushalt beziffert sich das vorläufige Ergebnis auf 10,1 Millionen Euro. Das bedeutet Mehreinnahmen von 164.000 Euro was hauptsächlich mit “schwer zu kalkulierenden Steuern” wie Gewerbesteuer (weniger als gedacht) oder Einkommenssteuer (mehr als gedacht) zu tun hat. Darüberhinaus musste die Gemeinde in diesem Jahr 110.000 Euro weniger für Straßen ausgeben als noch in 2009.

Die Einnahmen und Ausgaben des Vermögenshaushaltes schließen mit 5,1 Millionen Euro und damit um 290.000 Euro weniger als 2009. Richtig große Einmalzahlungen kommen da erst nächstes Jahr auf die Gemeinde zu, wie beispielsweise 400.000 Euro für den Neubau der Dürnbacher Feuerwehr. Demgegenüber stehen dann aber auch erwartete Einmaleinnahmen von 600.000 Euro für die Zuschüsse des Staates zum Hochwasserdamm in Moosrain.

Der Schuldenstand ist im Vergleich zu 2009 um 114.000 Euro gesunken und liegt nun bei 1,25 Millionen Euro. Im Vergleich lagen die Schulden in der von der Größe her vergleichbaren Gemeinde Rottach-Egern im letzten Jahr bei 931.000 Euro. Beides sehr gute Werte wenn man sich normale Durchschnittsverschuldung der Gemeiden anschaut.

Die Gesamtrücklagen des Haushaltes liegen – wie oben kurz angedeutet – bei netto rund 4,2 Millionen Euro. Und damit um 800.000 Euro mehr als noch Ende 2009.

Ein konstanter Geldregen also, der spätestens mit den großen Investitionen der nächsten Jahre gestoppt werden wird. Aber solange die Gemeinde einen Kämmerer wie Georg Glas hat, muss ihr auch dann nicht bange werden.

Ursprünglicher Artikel vom 13. Dezember mit der Überschrift “Weihnachtssitzung in Gmund – Gemeinderat berät über den Nachtragshaushalt”
Am morgigen Dienstag, 14. Dezember findet ab 19 Uhr die letzte Gemeinderatssitzung vor der Weihnachtspause im Gmunder Rathaus statt. In Gmund nennt man das traditionell die Weihnachtssitzung und die ist auch eher ruhig – so Georg von Preysing.

Dabei sind die Themen gar nicht so unspannend. Nachtragshaushalt, “Leser helfen Leser” sowie der Rückblick auf 2010 und Ausblick auf 2011.

Hier die Original-Einladung aus dem Gmunder Rathaus:

Die nächste Gemeinderatssitzung in Gmund am 14. Dezember ab 19 Uhr

Wenn schon fragen, dann auch alle: Erste Kreuther Bürgerbefragung nach 10 Jahren

elderly people

Ergänzung vom 29. Dezember / 14:52 Uhr
Kreuth wollte sich ja – im Gegensatz zu Tegernsee, Gmund und Rottach-Egern – nicht an der “großen Seniorenbefragung des Landkreises” im September und Oktober beteiligen. Sondern nahm diese Aktion zum Anlass nach 10 Jahren mal wieder die komplette Bevölkerung nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen sowie der allgemeinen Zufriedenheit zu befragen. Diese Bürgerbefragung ist nun fertig und wird mit dem nächsten Kreuther Gemeindeboten verteilt. Sie können sich den 7-seitigen Fragebogen aber auch hier herunterladen und zu Hause ausdrucken.

Dabei umfasst der Fragebogen sechs Bereiche:
a) Fragen über die Zufriedenheit mit den gemeindlichen Einrichtungen
b) Fragen zur Lebenssituation in Kreuth
c) Fragen zur Entwicklung der Gemeinde Kreuth in der Zukunft
d) Fragen zur Zufriedenheit mit der Information über gemeindliche Themen
e) Frage für die Bürger in den nördlichen Ortsteilen zur Zukunft der Gemeindezweigstelle in Weissach
f) Statistische Fragen

Die Ergebnisse dieser “Bürgerbefragung 2011″ sollen dem Bürgermeister, den Gemeinderäten und der Gemeinde an sich helfen, besser zu verstehen woran es noch mangelt oder hapert. Das Ziel ist es ausgehend aus den Ergebnissen Verbesserungen für die Gemeinde und die Bevölkerung zu erarbeiten.

Abgeben kann man die ausgefüllten Fragebögen bis zum 31. Januar 2011 im Rathaus oder auch per Post an die Gemeinde schicken.

Ursprünglicher Artikel vom 02. September mit der Überschrift “Seniorenbefragung im Landkreis: Wenn schon fragen, dann bitte alle”

Die Bedürfnisse von Senioren sollen erfragt werden

Die Seniorenbeauftragte aus dem Landkreis hat eine Seniorenbefragung für die einzelnen Gemeinden vorbereitet: Bad Wiessee, Bayrischzell, Gmund, Miesbach, Otterfing, Rottach-Egern und Warngau haben bereits zugesagt an der Befragung mitzumachen. Ab September werden in den Gemeinden also Fragebögen verteilt, die anschließend bis Ende Oktober beantwortet werden sollen. Befragt werden über 55 Jährige – die Gruppe macht knapp 32 Prozent im Landkreis aus. Die Tegernseer Zeitung hat etwas mehr über die Beweggründe für die Befragung geschrieben.

So weit, so gut.

Nur wundert es etwas, dass es eine Befragung ausschließlich für Senioren gibt. Liegt das an der starken politischen Lobby der älteren? Oder hat die Seniorenbeauftragte einfach mehr Zeit, als die ganzen anderen Beauftragten aus dem Landkreis? Warum werden nicht auch Jugendliche gefragt, was sie sich für die Zukunft wünschen? Oder Familien oder Erwerbstätige? 32 Prozent der Landkreisbewohner sind ja nicht unbedingt eine aussagekräftige Mehrheit.

In Kreuth zum Beispiel hat man sich dazu entschieden an der Seniorenbefragung nicht teilzunehmen und den Anstoß aus dem Landkreis lieber als Anlass genommen eine generelle Bürgerbefragung zu starten. Geplant für Ende des Jahres werden in der Befragung dann wirklich alle befragt. In Kreuth will man also den seit einiger Zeit eingeschlagenen Weg weitergehen und sich um alle, auch um Familien und Kinder kümmern. Die Anfänge wurden mit speziellen und vergünstigten Ausweisungen von Bauland für Familien und der verstärkten Förderung von Kinderbetreuungsplätzen in einigen Gemeinden im Tal bereits gemacht.

Warum aus dem Landkreis aber nicht einfach der Wunsch an die Gemeinden getragen wird eine “Bürgerbefragung” anstatt einer “Seniorenbefragung” zu starten, bleibt uns ein Rätsel. Wenn Interesse an der Meinung und den Wünschen der Bürger – dann bitte an den Wünsche aller Bürger. Nur eine kleine Gruppe zu befragen und im “schlimmsten” Fall dann auch noch auf deren Wünsche eingehen ohne die anderen Wünsche und Ansichten überhaupt zu kennen, ist doch wohl etwas fragwürdig, bis böse gesagt, etwas naiv und kurzsichtig. Wirkliche Bürgernähe sieht anders aus.

Das riecht für uns eher nach zielgruppengerechter Wählernähe.

“Auf alle Fälle wäre es billiger das ehemalige Hallenbad in Tegernsee abreißen zu lassen!”

Das Medius-Gebäude im Innern. Quelle: www.tegernsee.com

Das ehemalige Hallenbad Tegernsee, in dem sich derzeit das Medius Fitnesscenter sowie das Kurmittelhaus befindet, schreibt auch Jahre nach seiner Stilllegung weiter tiefrote Zahlen.

Dies wurde wieder deutlich als Norbert Kruschwitz, Direktor der Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV), den Jahresabschluss 2009 präsentierte. Mit insgesamt 287.712 Euro belastet das Gebäude im Kurpark im abgelaufenen Geschäftsjahr die Bilanz der TKV und damit indirekt den Haushalt der Stadt Tegernsee.

In dieser Summe sind zwar auch Abschreibungen in Höhe von 117.000 Euro enthalten. Gleichzeitig “Erwirtschaftet” der Weiterbetrieb des 40 Jahre alten Gebäudes aber auch einen operativen Verlust von gut 170.000 Euro. Auf Nachfrage hat uns ein mit der Thematik befasster Insider seine kurze Einschätzung gegeben. Die Person möchte namentlich nicht genannt werden:

Nach der Schließung des Hallenbads Anfang 2004 wurde das Dach neu gemacht und das Gebäude umgebaut. Die Kosten hiervon trugen die Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe. Dieser Vorgang wurde damals als “Lösung des Defizitproblems Hallenbad” bezeichnet. In der Rückschau ist das ein Hohn.

Aus diesen Baumaßnahmen ergeben sich nun die Abschreibungen, das operative Defizit ergibt sich aus den laufenden Unterhaltskosten, die für das marode und schlecht isolierte Gebäude sehr hoch sind.

Das Defizit rührt aus der Differenz Gebäudeunterhalt/Verpachtung her, so daß ein Abriß die weitaus billigere Lösung wäre. Das Finanzamt erkennt diesen Verlust nicht als Betriebsausgabe an, er kann steuerlich also auch nicht mit den Gewinnen des E-Werks verrechnet werden.

Die Fragen, die man sich in dieser Situation stellen kann: Warum tut die TKV so etwas? Wo liegt der tiefere Sinn dahinter weiterhin ein Gebäude zu betreiben, welches dauerhaft Verluste einfährt? Warum verzichtet die Stadt Tegernsee auf soviel Geld?

Bei der Seesauna kann man die defizitäre Situation ja noch verstehen. Aber beim Medius ist die Wirksamkeit für den Tourismus sehr gering, da die meisten Gäste aus der näheren Umgebung des Tegernseer Tals kommen werden. Damit kann man überspitzt sagen: Die Stadt Tegernsee subventioniert die Mitgliedschaft und die Trainingsmöglichkeiten in einem Fitnessstudio mit 170.000 Euro pro Jahr.

Und jetzt sagt nochmal einer, dass die Stadt nichts für die Bürger tut.

Neue Zufahrtsstraße zum Oedberg-Gebiet fertiggestellt – Und das Geld ist auch schon da

Links im Waldstück soll der Kletterwald verlaufen. Ende ist an der oberen Lichtung etwa auf Höhe der Hälfte der Skipiste.

Zufahrtsstraße zum Oedberg-Gebiet

Fünfte Ergänzung vom 22. Dezember / 08:43 Uhr
Wie angekündigt ist der Ostiner Oedberg in den aktuellen Winterfahrplan der RVO aufgenommen worden. Damit hält der Bus aus Gmund kommend dreimal täglich an der neuen Haltestelle. Und zwar um 10:16 Uhr, 13:19 Uhr sowie 17:16 Uhr. Samstags, sonntags und feiertags kommt der Bus um jeweils 9:16 Uhr und 15:16 Uhr.

Die Abfahrtszeiten am Gmunder Bahnhof sind immer 9 Minuten früher.

Vierte Ergänzung vom 20. November / 14:27 Uhr
Die 1,1 Millionen Euro teure Zufahrtstraße zum Gmunder Freizeitgebiet Oedberg ist fertiggestellt. Zwar ist die Zufahrt bereits seit August für den Verkehr freigegeben. Aber erst Mitte Oktober konnte die letzte Teerschicht aufgetragen werden. Und jetzt laufen noch die Abschlußarbeiten zum notwendigen ökologischen Ausgleich für die Versiegelung des Bodens durch den Straßenbau. Dafür muss die Gemeinde den Bachlauf im Reithgraben aus seiner Betonrinne befreien und in einen natürlichen Zustand versetzen. Das war noch eine Auflage des Naturschutz und die möchte man unbedingt bis zum Wintereinbruch umgesetzt haben.

Darüberhinaus fließt auch das Geld von der Regierung Oberbayern. 150.000 Euro war die letzte Rate, die aus den Einnahmen der Kfz-Steuer bezahlt wurde. Insgesamt hat Gmund Aussicht auf Zuwendungen in Höhe von 610.000 Euro. Und damit auf etwas mehr als die Hälfte der Gesamtkosten für den Bau der Straße.

Und auch der neue Winterfahrplan für die Busse wird bald in Kraft treten: Ab der nächsten Wintersaison, die ja am 03. Dezember mit dem großen Winteropening beginnt, sollen laut letzter Information RVO-Busse die Skifahrer von der BOB im Stundentakt direkt bis zum Lift nach Ostin bringen.

Dritte Ergänzung vom 13. August / 09:09 Uhr
Gestern sind wir in Ostin vorbeigefahren und wollten Bilder von der gesperrten Zufahrtsstrasse machen. Das einzige “Problem” war, die Strasse war nicht gesperrt.
Auf Nachfrage im Gmunder Bauamt hat man uns heute morgen bestätigt, dass die Strasse jetzt doch dauerhaft offen bleibt. Eine 3-monatige Sperrung, wie noch vor 3 Wochen kommuniziert, ist laut der ausführenden Baufirma nicht mehr nötig.
Eventuell könnte es Ende Oktober nochmal heißen “Strassse für ein paar Tage dicht”. Aber das für die Anwohner sicher nicht sehr schöne Szenario von Ende Juli ist damit vom Tisch.

Hier noch die aktuellen Bilder der offenen Zufahrtsstrasse:

Zufahrt Ostin #1

Zufahrt Ostin #2

Zweite Ergänzung vom 28. Juli / 16:49 Uhr
Heute ist der Tag der unerwarteten Absagen von Absagen. In diesem Fall wurde Mitte Juli die Fertigstellung der neuen Oedberg-Zufahrtsstrasse zum Beginn des Ostiner Waldfest final abgesagt. Schlechtes Wetter war der Hauptgrund für die Verzögerung. Heute kommt die Meldung, dass die Zufahrt jetzt doch für die 4 Tage des Waldfestes zur Verfügung stehen wird. Gegenüber der Tegernseer Zeitung erklärt Ludwig Bergmann vom Bauamt der Gemeinde Gmund, dass die zuständige Firma dies “Mit aller Kraftanstrengung” möglich gemacht hat.

Einen Knackpunkt hat das ganze: Nach dem Waldfest muss die Zufahrt wieder gesperrt werden. Wegen dem notwendigen ökologischen Ausgleich für die Versiegelung des Bodens durch den Straßenbau muss die Gemeinde den Bachlauf im Reithgraben aus seiner Betonrinne befreien und in einen natürlichen Zustand versetzen. Und “Das kann nur von der Straße aus gemacht werden”, so Bergmann weiter.

Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum Wintereinbruch abgeschlossen sein. Und damit wieder 2-3 Monate später als noch vor zwei Wochen kommuniziert. Die Bewohner in Ostin wird die neuerliche Verzögerung nicht wirklich freuen. Und wir kommen bei der ganzen Verzögerungs/Nicht-Verzögerungs-Salamitaktik irgendwie nicht mehr mit.

Ergänzung vom 16. Juli / 00:49 Uhr
Wie wir am 04. Juni geschrieben haben sollte der neue Zufahrtsweg von der Strasse nach Hausham zum Gelände am Oedberg bis zum Waldfest Anfang August fertig werden. Zumindest war das vor etwas mehr als einem Monat noch der Plan. Jetzt wird den Beteiligten aber klar, dass es leider nichts wird mit dem angepeilten Termin. Ende August ist jetzt das neue Datum, an dem die Strasse eingeweiht werden soll. Somit werden die Waldfestbesucher vom 05. – 08. August noch über die alte und verengte Strasse fahren dürfen.

Links im Waldstück soll der Kletterwald verlaufen. Ende ist an der oberen Lichtung etwa auf Höhe der Hälfte der Skipiste.

Ursprünglicher Artikel vom 04. Juni:
Manchmal ist es einfach ein bisschen Schade: Da will jemand was für die Zukunft im Tal machen, nimmt viel Geld in die Hand und läuft dann leider in die Bürokratiefalle. So geht es gerade dem Betreiber der “Aktiv” Skischule, Alfred Huber. Sein Projekt “Kletterwald am Oedberg” sollte eigentlich demnächst fertig sein. Eigentlich. Bisher konnte Huber aber noch nicht mal anfangen.

Huber ist mit seinem Plan einen rund zwei Hektar großen Kletterwald mit etwa 50 unterschiedlichen Stationen zu errichten, jetzt erstmal in den Mühlen der Bürokratie gelandet. Der Gmunder Gemeinderat hatte dem Projekt zwar bereits im Januar zugestimmt, sich jetzt aber einen Rüffel vom Landratsamt eingefangen: So wie gedacht, ist das Projekt “Kletterwald” nicht umsetzbar. Das Landratsamt fordert stattdessen jetzt für das komplette Gebiet einen neuen Flächennutzungsplan “Sondergebiet für Freizeit und Erholungsnutzung”.

Das bedeutet: Es dauert und es kostet. Der neue Flächennutzungsplan tritt frühestens in vier Monaten in Kraft und die Kosten für Huber als Investor sind beträchtlich. Rund 55.000 Euro kostet alleine der Bebauungsplan. Kosten für Gutachten, Architektenpläne und so weiter. Die Kosten für die Zeitverzögerung nicht eingerechnet.

Und das Damoklesschwert “Naturschutz” ist damit auch noch nicht abschätzbar. Vorerst genügt dem Landratsamt zwar ein “Vogelschutz Gutachten” und das deutlich aufwändigere “Spezielle Artenschutz Programm” ist vorerst vom Tisch. Aber zu welchen Verzögerungen Naturschützer führen können, hat man auch an anderen Stellen schon zur Genüge gesehen. Ein Wort genügt manchmal: Kriechsellerie.

Der neue Flächennutzungsplan für das Gebiet Oedberg hat aber auch gute Seiten: Bisher wurde dort vom Spielplatz bis zur Sommerrodelbahn alles in Einzelgenehmigungen durchgeführt. Also mehr oder weniger Ausnahmegenehmigungen für jedes einzelne Bauvorhaben. Für die Zukunft ist mit dem angepassten Flächennutzungsplan dann wenigstens eine gewisse Planungssicherheit vorhanden. Und die wird der Betreiber auch brauchen. Immerhin will er in den nächsten Jahren die Beschneiungsanlage optimieren, einen neuen Tellerlift und mehr Parkplätze bauen und die Skischule braucht über kurz oder lang auch ein neues Gebäude.

Nur auf den Kletterwald werden wir wohl mindestens bis nächstes Jahr warten müssen. Denn laut Alfred Huber ist der Beschluß noch nicht mal gefasst. Die entscheidende Sitzung ist am Dienstag der Ortsplanungsausschuß im Gmunder Rathaus. Ob dieses Jahr überhaupt mit dem Bau des Kletterwaldes begonnen werden kann, dazu wollte und konnte Alfred Huber uns gegenüber nichts konkretes sagen: “Das werden wir dann entscheiden, wenn wir den Beschluß der Gemeinde kennen”.

Die Zufahrtsstraße soll bis zum Waldfest im August fertig sein.

Auf den Bau der Straße von der Staatsstraße in Richtung Hausham zum Skilift hat das aber vorerst keine Auswirkungen. Der Bau liegt bisher im Zeitplan und soll bis zum Ostiner Waldfest Anfang August fertig sein. Etwa 1,1 Millionen Euro wird die Zufahrt kosten. Damit liege man aber, laut dem 2. Gmunder Bürgermeister Georg Rabl, im Kostenrahmen. Die Betreiber in Ostin werden sich daran ebenfalls beteiligen. Und auch der neue Winterfahrplan für die Busse ist unter Dach und Fach: Ab der nächsten Wintersaison werden die RVO-Busse die Skifahrer von der BOB im Stundentakt direkt bis zum Lift nach Ostin bringen.

Irgendwas tut sich eben immer.

Der neue Wandingerparkplatz in Rottach – Widersprüche einstimmig abgeschmettert

Wandingerparkplatz

Ergänzung vom 21. Dezember / 13:52 Uhr
Auf der letzten Rottacher Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Hafner über den Stand der Bauarbeiten am Wandingerparkplatz informiert. Aufgrund des Schnees ruht dort gerade alles. Aber vorher konnte noch einiges erledigt werden. Was auch durch den Bericht des Planers bestätigt wurde:

Die Umlegung des Salitererwegs ist fertiggestellt, die Ashpaltierung erfolgt. Der neue Straßenbereich des Weges ist vollständig befahrbar.

Die Parkplätze nordseitig des Saliterersweges sowie der Dammweg sind fertig und stehen zur Benutzung zur Verfügung. Die Parkplatzreihe südlich des Weges ist abgedeckt und kann ebenfalls genutzt werden.

Sämtliche Arbeiten am Untergrund sind fertiggestellt. Der ostseitige Gehweg der Bundesstraße steht zur Verfügung.

Ursprünglicher Artikel vom 22. November:

Der Wandingerparkplatz im Bau - Aufnahme aus der letzten Woche bei Sonnenschein

Der Wandingerparkplatz in Rottach – ein in der geplanten Form nicht akzeptables Übel. So zumindest die Meinung von 18 Anwohnern.

Die Bezeichnung Anwohner und nicht Anlieger war Bürgermeister Franz Hafner dann auch sehr wichtig in seinen Ausführungen zu den umfangreichen Widerspruchsschreiben, welche der Gemeinde Ende Oktober sowie Anfang November zugegangen waren. In diesen hatte der Tegernseer Karl Reiner (Besitzer des Salitererhofes), flankiert von 18 Unterstützern, die eines der Schreiben unterzeichnet hatten, einen Forderungskatalog formuliert.

Zuerst hatte die Gemeinde im Ortsplanungsausschuss entschieden, auf die Einwände nicht eingehen zu wollen, da es sich bei den Unterzeichnern um keine direkten Anlieger handelt.
Aber nachdem die Schreiben durch den umtriebigen Gastronomen auch an das Landratsamt als Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen die Rottacher Verwaltung eingereicht worden waren, sah sich Hafner gezwungen dazu Stellung zu nehmen.

Konkret ging er auf die 8 Forderungen folgendermaßen ein:
1. Der Salitererweg sollte zugunsten der Sicherheit auf 9 Meter verbreitert werden
> Abgelehnt. Überall in der Gemeinde sind es 6 Meter. Eine Verbreiterung an dieser wenig-befahrenen Stelle kann nicht nachvollzogen werden.

2. Verzicht auf die Kopfparkplätze und Ersatz durch Längsparkplätze
> Abgelehnt. Das Parkverhalten bei Längsparkplätzen ist erheblich belästigender und zeitaufwändiger als bei Kopfparkplätzen.

3. Beseitigung des Hindernisses an der oberen Zufahrt zum Parkplatz
> Soll im Plan verbessert werden.

4. Vorsorge für den Schutz von Fußgängern, insbesondere von Schulkindern
> Abgelehnt. Es ist nicht erkennbar, warum gerade dort ein erhöhtes Aufkommen von Schulkindern sein soll.

5. Vorsorge für den ungehinderten Einsatz von Notfahrzeugen
> Das ist ganz sicher ausreichend gewährleistet.

6. Verrohrung eines Anliegerbachs
> Abgeleht. Da es ein reiner Anliegerbach ist, hat dieser mit der konkreten Maßnahme nichts zu tun.

7. Gestaltung und Planung wie die Einfahrt zum Salitererweg vor Fremdfahrzeugen geschützt werden soll
> Wird durch ein bereits geplantes Sackgasse-Schild gewährleistet.

8. Gutachten zur Klärung, ob an der Stelle nicht doch ein Parkhaus notwendig ist
> Abgelehnt. Das wurde bereits untersucht. Und die Errichtung eines Parkhauses wäre aufgrund des Untergrunds so kostenintensiv, dass es jeden vernünftigen Rahmen sprengen würde.

Im Anschluß an seine Ausführungen ging Hafner nochmal konkret auf den dritten Punkt Reiners ein:

Alle Anfragen sind von unserer Seite aus zurückzuweißen. Bis auf den dritten Punkt. Diesen haben wir in unserer neuen Planung berücksichtigt und uns mit dem Architekten Gedanken über eine Verbesserung gemacht.

Die Verbesserung sieht vor, dass der neue Parkplatz zwei Zu- und Ausfahrten erhalten soll. Desweiteren wird ein Stellplatz und ein Baum aus der Planung entfernt um eine zu spitze Ausfahrt in den Salitererweg zu vermeiden.

Das Areal des neuen Wandingerparkplatzes in Rottach-Egern, auf dem 100 Parkplätte entstehen.

Gegenüber dem Merkur sprach der Initiitator der Einsprüche von einem Erfolg und zeigte sich zufrieden: “Mehr konnte man nicht erreichen.”

Es stellt sich natürlich die Frage, was Karl Reiner dann erreichen wollte, wenn er bereits mit einer Erfolgsquote von 10% zufrieden ist?
Ist er etwa zufrieden damit, dass er die Gemeinde und das Landratsamt mehrere Stunden Zeit gekostet hat?
Oder eventuell froh darüber, mit seinem Namen in der Zeitung aufzutauchen?

Oft gibt es Einwände von Anliegern, die gerechtfertigt sind und über die gesprochen werden muss, um im Rahmen eines Kompromisses einen gangbaren Weg zu finden. Manchmal gibt es aber auch Einwände, die diese Bemühungen entwerten. Schad drum.

Neues Leistungszentrum in Gmund abgelehnt – Schnitzelgrube für 1,3 Mio. Euro zu teuer

So eine Schnitzelgrube wird es in Gmund nicht geben

Ergänzung vom 17. Dezember / 19:33 Uhr
Knapp 5 Monate ist es her, dass im Gmunder Gemeinderat das letzte Mal über die neue Turnhalle gesprochen und entschieden wurde. Diese soll im Rahmen des Realschul-Neubaus in Finsterwald entstehen. Voraussichtlich 4 Millionen Euro teuer, 3-fach und 3.800 Quadratmeter groß. Dafür aber ohne große Tribüne, sondern nur mit einer Gangverbreiterung, was die potentiellen Zuschauer auf etwa 150 beschränkt.

Dieses Mal drehte sich die Diskussion jedoch nicht um die prinzipielle Ausgestaltung der Halle, sondern um einen sogenannten Sonderwunsch. Und der war kostenseitig “nicht ohne”.

Der frühere Landkreissportreferent Toni Engelhard hatte die Idee gehabt. Christine Zierer (FWG) hatte sie in den Gemeinderat eingebracht: Ein Leichtathletik-Leistungszentrum für das gesamte Oberland soll in Finsterwald entstehen. Und so ein Leistungszentrum braucht auch eine Schnitzelgrube. Mehrkosten für eine große, mobile Grube mit 25 Quadratmetern Fläche: 1,3 Millionen Euro!
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Exkurs: Was ist eine Schnitzelgrube?
Eine Schnitzelgrube ist ein wichtiger Bestandteil eines “echten” Leistungszentrums. Es handelt sich dabei um mit Schaumstoff”schnitzeln” gefüllte ca. 5 Meter tiefe Grube im Hallenboden, über der die Geräte angebracht werden. Auch bei schlimmen Stürzen während der Lernphase neuer Übungen landet man in der Schnitzelgrube gefahrlos und sicher.
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Die 1,3 Millionen Eure resultieren allerdings nicht alleine aus den Kosten der Schnitzelgrube. Sondern liegen hauptsächlich an der notwendigen Erweiterung der Halle, da eine mobile Gruben-Lösung notwendig gewesen wäre. Grund: Eine fest-verbaute Grube hätte die 3-fach Turnhalle im Endeffekt auf eine 2-fache reduziert. In einem Teil wäre dann nur Turnen und Leichtathletik möglich gewesen. Das wollte der Gemeinderat aber auf keinen Fall. Blieb also nur die angesprochene Erweiterung der Halle – bei den durchschnittlichen Kubikmeterkosten eben ein großer Kostenblock.

Bei der folgenden Diskussion kann man zusammenfassend grob sagen: Die Gemeinderäte, die bereits in der Diskussion um die Hallentribüne (siehe ursprünglicher Artikel weiter unten) für eine “große Lösung” waren, hatten sich auch dieses Mal für das Leistungszentrum und die Schnitzelgrube ausgesprochen. Die Gemeinderäte, die im Juli gegen eine große Tribüne argumentiert und gestimmt hatten, waren dieses mal auch gegen die Schnitzelgrube.

Neben den Kosten war aber das Hauptargument gegen eine Grube die Mitsprache bei der Hallenbelegung. In einem großen Leistungszentrum hätte Gmund die “Hoheit über die Halle” und damit eines der Hauptziele der neuen Mehrzweckhalle schon vorab aufgegeben. Nämlich den lokalen Vereinen auch außerhalb der Schulbelegungszeiten gute Trainingsmöglichkeiten zu bieten.

Im Endeffekt war aber bereits vor der Diskussion klar, worauf es hinausläuft. Denn Georg von Preysing stellte in seiner Ansprache fest, dass die Finanzierung eines solchen Leistungszentrums und damit auch der Grube beim Landkreis liegt. Damit muss über das Thema auch der Kreistag entscheiden, was der Gemeinderat mit 2 Gegenstimmen ebenfalls so sah.

Der Kreistag wiederrum lehnte das Vorhaben einen Tag später mit dem Argument “Der Einbau wäre nicht angemessen gewesen” ab.

Ursprünglicher Artikel vom 24. Juli:
Das Thema Schule wurde ja auf der letzten Gemeinderatssitzung relativ ausführlich diskutiert. Ein Teil der Diskussion drehte sich um die Realschule und sogenannte Sonderwünsche der Gemeinde Gmund. So zumindest stand es auf der Tagesordnung. In der Sitzung wurde dann klar, es geht einerseits um die Tribüne der neuen Turnhalle und deren zu erwartenden Kosten. Und andererseits um den grundsätzlichen Bebauungsplan für die Realschule.

Fangen wir mit dem zweiten Punkt, dem Bebauungsplan, an. Die schiere Größe ist schon beeindruckend. Aber es ist ja auch eine große Schule, die laut Bürgermeinster von Preysing mit aller Wahrscheinlichkeit 3-zügig sein wird. Und dazu noch eine 3-fach Turnhalle. Insgesamt entstehen in Finsterwald knapp 11.000 Quadratmeter Fläche. Davon 3.800 qm für die Turnhalle und 6.300 qm für das Schulgebäude. Das Gebäude hat übrigens eine Höhe von 14 Metern.

Hier die Pläne so wie sie vorgestellt wurden:

Die Schule und die Sporthalle werden sich im großen weißen und blauumrandeten Bereich - neben den Sportplätzen (hellgelb) befinden.

Der Bebauungsplan wurde auch nicht sehr groß diskutiert sondern einstimmig durchgewunken.

Die Tribüne wurde ausführlichst diskutiert

So wenig beim Bebauungsplan diskutiert wurde, so ausführlicheren Redebedarf hatten die Mitglieder des Gemeinderates beim zweiten Punkt, der Tribüne der neuen Turnhalle.

Zuerst stellte von Preysing die Varianten und deren voraussichtliche Kosten vor. Und dass die Kosten das entscheidende Argument sind, wurde klar, als von Preysing in Erinnerung rief, dass sich die Gemeinde Gmund an den Gesamtkosten der neuen Turnhalle (voraussichtlich 4 Mio. Euro) zur Hälfte beteiligen muss. Der Grund für die Beteiligung: Gmund darf die Halle auch außerhalb der Schulzeiten komplett eigenständig für Veranstaltungen, Turniere etc. nutzen.

Hier ganz kurz die Alternativen so wie sie von Preysing vorgestellt hat:

1. Feste Tribüne: Für ca. 300-400 Zuschauer. Baukosten von 1.000.000 Euro.

2. Mobile Tribüne: Ausfahrbar. Für ca. 300-400 Zuschauer. Baukosten voraussichtlich 600.000 Euro.

3. Verbreitung Ganggallerie: 3- bis 4-reihige Verbreiterung. Für ca. 300-400 Zuschauer. Baukosten 500.000 Euro.

4. Verbreitung Ganggallerie: 1 Reihe. Für ca. 50-100 Zuschauer. Baukosten von 140.000 Euro.

Die grundsätzlichen Fragen, die danach diskutiert wurden, waren “Wollen wir uns die Problematik mit der bayerischen Versammlungsstättenverordnung (das Gesetz greift ab 200 Zuschauern) antun” und vor allem “Wie wahrscheinlich ist eine ausreichende Auslastung einer großen Tribüne”?

Einige Gemeinderäte waren pro große Tribüne:

“Wenn man es einmal macht, sollte man es richtig machen” (Christine Zierer, FWG)

“Wir haben jetzt eine einmalige Chance die Infrastruktur zu verbessern. Wir sollten jetzt nach vorne schauen und die Chance ergreifen.” (Anton Grafwallner, FWG)

Andere wiederrum gegen eine große Lösung:

“Wir brauchen keine große Tribüne. Wir haben das Geld nicht. Und ich bitte den Gemeinderat, wie auch in der Vergangenheit, auf das Geld zu achten. Und nicht einfach ins blaue hinein eine große Lösung zu beschließen.”
(Wolfgang Rzehak, Bündnis90/Grüne)

“Die Investitionen in den nächsten Jahren sind enorm. Nutzen wir die Tribüne wirklich so oft, dass wir die Ausgaben begründen können?” (Georg von Preysing, CSU)

Die Frage nach der Nutzung wurde bei der Abstimmung mit einem knappen Nein beantwortet. Der Punkt mit dem Geld eigentlich auch. Denn Variante 1 und 3 wurden einstimmig abgelehnt. Für Variante 2 (mobile Lösung / 600 TSD Euro) waren 8 Gemeinderäte. Und für die günstigste und kleinste Lösung, die Variante 4, haben sich am Ende 13 Gemeinderäte ausgesprochen.

Die Vernunft hatte gesiegt. Die Perspektive verloren.

Tegernsee investiert 2011 in Tourismus: Komplette Investitionsliste der Stadt bis 2014

Der Seeuferweg zum Cafe Seehaus in Tegernsee / Aufnahme: mein-tegernsee.de

Ergänzung vom 16. Dezember / 08:42 Uhr
Im Tegernseer Stadtrat wurden letzte Woche nicht nur die Investitionen für das nächste Jahr diskutiert und entschieden. Sondern auch die Investitionen für den weiteren Verlauf der derzeitigen Amtsperiode des Stadtrates bis zum Jahr 2014.

Darin sind beispielsweise weitere 200.000 Euro für den Seeuferweg in Richtung Rottach-Egern enthalten. Womit das Gesamtvorhaben “Seesteg” die 1 Million Euro deutlich übersteigt.

Auch die angesprochene Drehleiter für die Feuerwehr mit Anschaffungskosten in Höhe von 700.000 Euro ist ein richtiger “Brummer” aber notwendig so die Aussage von Bürgermeister Peter Janssen. Neben dem staatlichen Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro wird die Feuerwehr alleine über 10% der Kosten (insgesamt 80.000 Euro) aus eigenen Mitteln tragen. Was auch nicht selbstverständlich ist, wie Janssen betonte.

Die komplette Investitionsliste der Stadt Tegernsee der Jahre 2011 – 2014 haben wir hier für alle, die es interessiert mit angehängt. Die Qualität ist leider nicht optimal.

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Investitionsplan Tegernsee 2011 - 2014 / Quelle: Rathaus Tegernsee

Ursprünglicher Artikel vom 14. Dezember mit der Überschrift: “Tegernsee investiert 2011 in Tourismus: Sanierung Seeuferweg und Haus des Gastes”:
Die Stadt gibt im neuen Jahr hauptsächlich Geld für Tourismus aus. Eine knappe Million Euro fließen in die Bauarbeiten am Haus des Gastes und die Sanierung des umstrittenen Seeuferweges.

700.000 Euro soll es kosten, das Projekt das Bürgermeister Peter Janssen am liebsten schon „gestern“ selbst in Angriff genommen hätte: Die Anlage des 250 Meter langen Seeufer-Teilstücks zwischen Länd und August-Macke-Anlage. Touristen können dann durchgehend von Fischerstüberl bis Seesauna flanieren.

Die Pläne um den Bau des Steges hatten im Vorfeld zahlreiche Kritiker auf den Plan gerufen – Stadträte sowie Gewerbetreibende. Sie bangen um Umsatzeinbußen, da Spaziergänger die vielen kleinen Läden am See dann regelrecht umgehen. Allen Widerrufen zum Trotz: Der Uferweg kommt wenn die letzte Hürde – die Entscheidung des Münchner Verwaltungsgerichtes im nächsten Jahr – genommen wird. Die Stadt kalkuliert mit Zuschüssen in Höhe von 250.000 Euro, die allerdings noch nicht sicher sind.

Umstritten ist der Seeuferweg aber nicht nur bei den Gewerbetreibenden und einem Teil der Tegernseer Bevölkerung. Auch 1/3 der Stadträte sprachen sich gegen die massive Investition aus, die ihnen als konzeptlos und viel zu teuer erscheint. 11:5 hieß es in der anschließenden “Kampfabstimmung” – für die Investitionen zum Seeuferweg.

Gegen die Kosten des Uferweges kommt einem die Sanierung des Haus des Gastes mit 200.000 Euro geradezu wie ein Schnäppchen vor. 2010 waren die Außenarbeiten am Gebäude dran. Im kommenden Jahr geht es mit Umbau und Sanierung des dritten Stocks weiter. Hauptsächlich damit die ATS Mitte nächsten Jahres in den neuen Räumlichkeiten unterkommen kann. Dann sind die Wege zur TTT auch nicht mehr so weit und die Abstimmung problemloser.

Genauso viel wie der Seeuferweg – 700.000 Euro – schlägt die Ersatzbeschaffung einer Drehleiter für die Feuerwehr zu Buche. Allerdings müssen die Floriansjünger noch bis 2012 auf ihre Anschaffung warten. Im kommenden Jahr ist dafür kein Geld da. 320.000 davon werden ohnehin durch Zuschüsse finanziert.

Die weiteren größeren Investitionen für 2011:

Anschaffungen fürs Rathaus:
105.000 Euro (Hard- und Software, Sanierung)

Anschaffungen für Sportheim:
50.000 Euro (Sportgeräte und dritter Beachvolleyplatz)

Straßenbau:
310.000 Euro für die fußgängerfreundliche Umgestaltung der B 307 am nördlichen Alpbach (Thema: Sanierung der Hauptstraße)
250.000 Euro Anteil an Geh- und Radweg und Stützmauer am Leeberg
70.000 Euro für die Sanierung der Bahnhofstraße

Wasserleitungen:
180.000 Euro an der Klosterwachtstraße, Otkarstraße und Hotel Das Tegernsee

Weiterführende Informationen:
Seesteg Tegernsee: Peter Janssen lässt Stellungnahme “Pro-Steg” erarbeiten
Sanierung der Hauptstraße wird mindestens 6 Wochen dauern
Merkur Online: ATS zieht in das Haus des Gastes

“In Tegernsee lässt sich gut alt werden” – Aber lässt sich auch jung gut leben?

Orthopädische Klinik Tegernsee. Abbildung: www.ok-tegernsee.de

Die Seniorenbefragung zum herunterladen

Zweite Ergänzung vom 12. Dezember / 10:19 Uhr:
Die komplettem Ergebnisse der Seniorenbefragung sind nun ebenfalls online. Dabei hatte die Stadt im Oktober alle Tegernseer ab einem Alter von 65 Jahren persönlich angeschrieben.

Wie die Verwaltung schreibt war der einzige Zweck der Befragung “den heutigen und künftigen Senioren in Tegernsee das Leben zu erleichtern und zu verschönern. Nur wenn die Stadt die Wünsche und Gewohnheiten der Senioren kennt, kann sie das Richtige für sie tun und umgekehrt unsinnigen Aufwand vermeiden.”

Das Echo auf die Befragung war wie bereits berichtet sehr groß. Von den 986 Fragebögen kamen 315 ausgefüllt an die Stadt zurück. Auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Lebensbedingungen“ äußerten sich 112 sehr zufrieden, 166 zufrieden und 32 mittel. Unzufrieden war nur 1 und unzufrieden keiner. Die komplette Befragung und deren Ergebnisse kann man unter dem folgenden Link als PDF-Dokument runterladen.

Lässt sich in Tegernsee auch jung gut leben?

“In Tegernsee lässt sich gut alt werden!” so das Fazit aus dem Tegernseer Rathaus.

Doch eine andere Frage bleibt immer noch offen: “Lässt sich in Tegernsee auch jung gut leben?” Wobei mit jung, jüngere Familien mit Kindern, Jugendliche, jüngere Arbeitnehmer bspw. in der Gastronomie usw. gemeint sind.

In Kreuth zum Beispiel hat man sich entschieden an der (landkreisweit empfohlenen) Seniorenbefragung nicht teilzunehmen und den Anstoß aus dem Landkreis lieber als Anlass genommen eine generelle Bürgerbefragung zu starten. Geplant für Anfang 2011 werden in der Befragung dann wirklich alle befragt. In Kreuth will man also den seit einiger Zeit eingeschlagenen Weg weitergehen und sich um alle, auch um Familien und Kinder kümmern.

Der Anfang dazu wurde mit speziellen und vergünstigten Ausweisungen von Bauland für Familien und der verstärkten Förderung von Kinderbetreuungsplätzen in einigen Gemeinden im Tal bereits gemacht. Leider aber immer noch zu wenig, wenn wie in Kreuth 17 Bürger sich für ein Grundstück im Rahmen des Einheimischenprogramms bewerben.

Warum aber die Stadt Tegernsee nicht auch wie Kreuth eine “Bürgerbefragung” anstatt einer “Seniorenbefragung” durchgeführt hat, bleibt uns ein Rätsel. Wenn Interesse an der Meinung und den Wünschen der Bürger – dann doch eigentlich an den Wünschen aller Bürger.

Vielleicht klappt`s dann auch mit der Antwort auf die Frage “Lässt sich in Tegernsee eigentlich auch gut jung leben?”

Ergänzung vom 27. November / 11:13 Uhr mit der Überschrift “Aus der Tegernseer Bürgerversammlung: Altersdurchschnitt der Einwohner steigt auf 52 Jahre”:
Auf der Bürgerversammlung hatte Peter Janssen aber nicht nur über die Tiefgarage an der Point gesprochen, sondern auch eine Menge weiterer Informationen an die Bürger weitergegeben.

Dabei hatte der Bürgermeister bekannte Themen zu vermelden, wie den Umbau der Hauptstraße und das neue Parkhaus am Hornanwesen. Oder den Rückgang der Übernachtungszahlen, was im weiteren Verlauf noch zu einigen Diskussionen führen sollte. Auch ging Janssen auf Erfolge bei neu angesiedelten Betrieben (ATS + Cafe Kreutzkamm) und damit verbundene Arbeitsplätze ein. Sowie auf die neu eingeführte Mittagsbetreuung und die Herausforderungen bei Real- und Mittelschule im Tegernseer Tal.

Neue Informationen hatte Janssen auch mitgebracht: So sind die Ergebnisse der Seniorenbefragung da. Bei 1.000 verschickten Fragebögen gab es einen Rücklauf von 330 Teilnehmern. Und die Zufriedenheitsquote (zufrieden oder sehr zufrieden) mit der Stadt Tegernsee liegt bei annährend 90%.

Wer sich jetzt wundert, warum nur die Senioren befragt wurden, dem sei die vorgestellte Entwicklung des Altersdurchschnitt der Tegernseer Bürger empfohlen. Denn der liegt mittlerweile bei exakt 52 Jahren. Tendenz: Älter werdend.

Altersdurchschnitt:
2005 – 49,2 Jahre
2006 – 49,9 Jahre
2007 – 50,2 Jahre
2008 – 50,6 Jahre
2009 – 51,0 Jahre
2010 – 52,0 Jahre!!

Nach gestoppten 38 Minuten schloss Peter Janssen mit den leicht rückläufigen Zahlen aus dem Stadthaushalt und den Worten: “Mit der Stadt Tegernsee geht es weiter aufwärts”. Übergab dann an den zweiten Bürgermeister Anton Staudacher und leitete damit die folgende Fragestunde Tegernseer Bürger ein.

Der Aufreger war dabei die mehrmalige Anfrage von Maria Heiß (Leiterin des örtlichen Gewerbeverbandes), einen Einblick in die Zahlen der TTT zu bekommen. Um welchen Etat geht es und an welchen Zielen wird TTT-Chef Georg Overs gemessen?

Diese Fragen konnte Anton Staudacher nicht beantworten und verwies auf die allgemeine Zielsetzung den seit über 20 Jahren rückläufigen Trend bei den Übernachtungszahlen zu stoppen. “Das geht nun mal nicht von heute auf morgen” betonte Staudacher.

Zufrieden war Maria Heiß damit aber nicht und wies immer wieder darauf hin, dass “wir früher weniger Geld zur Verfügung hatten und die Übernachtungszahlen trotzdem besser waren”.

Ursprünglicher Artikel vom 25. November unter der Überschrift “Aus der Tegernseer Bürgerversammlung: Die Point bekommt eine Tiefgarage – Klinik braucht mehr Parkplätze”:
Bürgermeister Peter Janssen hatte eine große Neuigkeit zu vermelden. Und die wollte er den etwa 100 anwesenden Zuhörern bei der gestrigen Bürgerversammlung dann auch nicht lange vorenthalten.

Die Deutsche Rentenversicherung, Betreiberin der Orthopädischen Klinik Tegernsee, plant eine neue Tiefgarage. Die Klinik hat sehr gute Auslastungszahlen, aber mittlerweile ein großes Parkproblem. Durch Ihre Lage an der Point sind die Möglichkeiten für eine Erweiterung der Parkplätze auch stark eingeschränkt. Und da die Gefahr bestand, dass sich die Betreiberin komplett zurückzieht oder aber die Anzahl der Patienten stark reduziert hat man im Stadtrat der Voranfrage für den Bau einer Tiefgarage unter der Point prinzipiell zugestimmt.

Orthopädische Klinik Tegernsee. Links ist das Strandbad Point. Abbildung: www.ok-tegernsee.de

Die Pläne sind zwar schon fortgeschritten. Konkrete Entscheidungen oder auch der genaue Ort sind allerdings noch nicht definiert. Unklar ist beispielsweise ob die Tiefgarage unter den Hartplatz-Bereich kommt oder aber unter den bestehenden Parkplatz. Dies und viele weitere Details müssen aber noch durch die Gremien überprüft und abgesegnet werden. Sicher ist nur, die Stadt möchte die Klinik halten und ist dafür bereit die Point “unterkellern” zu lassen.

Laut Peter Janssen sollen aber die Beeinträchtigungen an der Oberfläche, vergleichbar mit dem Parkhaus der Sparkasse unterhalb des Kurparks, minimal gehalten werden bzw. nur da offensichtlich sein, wo sie niemanden stören.

Umbau Hauptstrasse Tegernsee: Baubeginn Frühjahr 2011 – Dauer mindestens 6 Wochen

Insgesamt fünf Parkplätze werden den Umbaumaßnahmen zum Opfer fallen

Der nördliche Bereich der Haupstraße wir im Frühjahr nächsten Jahres umgebaut

Zweite Ergänzung vom 08. Dezember / 10:57 Uhr
Die Tegernseer Hauptstraße wird im kommenden Frühjahr umgestaltet (Planung siehe ursprünglicher Artikel). Geplant ist der Start für Ende März. Dauer mindestens 6, maximal aber 8 Wochen – so Bürgermeister Peter Janssen.

In dieser Zeit wird es logischerweise große Beeinträchtigungen geben. Wobei sich die Situation an der Hauptstraße etwas einfacher darstellt als an anderen Baustellen in Tegernsee. Der Grund ist die Umfahrungsmöglichkeit über die Hochfeldstraße, die zu der Zeit auch genutzt werden soll. Bedeutet, dass der Verkehr durch Tegernsee, wenn zwar nur einspurig dafür aber ungehindert, fließen kann.

Warum das gerade im nächsten Frühjahr passieren muss, darüber entbrannte auf der gestrigen Stadtratssitzung eine kurze Diskussion.

Christine Laprell (CSU) erinnerte an die extrem lang-andauernde Baustelle vor dem Haus des Gastes und vor allem an die schlechte Informationslage. “Keiner der Betroffenen war darüber informiert wann sie stattfindet und wann sie endet.”

Darüberhinaus war Christine Laprell aber so oder so gegen die Baumaßnahme:

Alleine der Neubau von Gehwegen bringt den Geschäften keine deutliche Verbesserung. Die umfassenden Störungen im nächsten Jahr werden sich insgesamt sehr negativ auf die Stadt und die Geschäftswelt auswirken. Deswegen kann ich nicht dafür stimmen, da der Zeitpunkt einfach falsch ist.

Die Gegenmeinung vertrat Stadtrat von Hammerstein (Bürger Liste) mit den Worten: “Nichtstun wäre das allerschlechteste. Beschwerden wird es natürlich geben. Bloß das ist ein Negativpunkt, den wir hinnehmen müssen.”

Und Peter Janssen ergänzte: “Es ist im Moment einfach peinlich durch die Hauptstraße zu gehen. Und es ist einem Ort wie Tegernsee einfach nicht angemessen.”

Wichtig war den meisten Stadträten, dass die Baumaßnahmen noch vor Pfingsten fertiggestellt sind. Bis dahin ist laut Aussage des Bürgermeisters touristisch wie geschäftlich wenig los und damit auch nicht viel verloren.

Das Gremium beschloß am Ende – mit einer Gegenstimme – die Hauptstraße im Frühjahr 2011 umzugestalten. Die durch den Abbruch des Hornanwesens freigewordene Fläche wird als Materiallager benutzt. Die eingeplanten Kosten im Haushalt 2011 belaufen sich auf 310.000 Euro.

Ergänzung vom 01. September / 12:10 Uhr mit der Überschrift: “Umbau der Hauptstraße Tegernsee: So sehen die groben (Zeit-)Pläne aus”
Einigen ist wahrscheinlich aufgefallen, dass auf der Strasse und den Gehwegen in Höhe des Horn-Anwesens bereits vor längerer Zeit Markierungen aufgesprüht wurden. Auf Nachfrage hat uns Frau Koch vom Tegernseer Bauamt mitgeteilt, dass dies nur der Vorabinformation für die Anwohner dient. Die Bauarbeiten brauchen noch ein wenig und die grobe Zeitplanung sieht folgendermaßen aus:

- Das ehemalige Horn-Gebäude, Hauptstraße 18, soll im kommenden Winter abgerissen werden. Die Abbruchgenehmigung wurde beim Landratsamt Miesbach beantragt. Die vorbereitenden Arbeiten (Ausschreibung, Auftragsvergabe) erfolgen im Herbst.

- Nach dem Abbruch des Hauses soll die freigewordene Fläche übergangsweise hergerichtet und als öffentlicher Parkplatz genutzt werden.

- Nach der Schaffung der neuen Stellplätze ist für das nächste Frühjahr die Umgestaltung der Hauptstraße vorgesehen.

- Die Kosten für diese Maßnahmen werden im Vermögenshaushalt 2011 eingeplant.

Vor allem wegen dem letzten Punkt ist ein Baubeginn in diesem Jahr nicht mehr möglich. Ganz genaue Termine kann man uns derzeit aber noch nicht nennen.

Ursprünglicher Artikel vom 06. Juli:
Der Umbau der Hauptstraße in Tegernsee hat ähnliches Streitpotential wie der Steg im See. Beides wird auch gerne als gemeinsames Thema betrachtet, weil jeder Punkt für sich alleine nur wenig Sinn macht. Vor allem der Steg macht ohne eine attraktivere Hauptstraße nur wenig her, weil dann wirklich die Gefahr besteht, dass erstens die Touristen die Hauptstraße (und die ansässigen Geschäfte) einfach meiden würden und zweitens ein Steg nur Sinn macht, wenn die Menschen auch irgendwo Parken können. Und genau das ist bisher in Tegernsee ein wirkliches Problem.

Geplant ist ein Parkhaus

Darum geht der Umbau der Hauptstraße auch einen ganzen Schritt weiter und umschließt auch die Planung eines neuen Parkhauses auf dem Horn-Anwesen. Bis zu 146 Parkplätze sollen dort entstehen. Das Parkhaus wird aber der letzte Schritt der kompletten Umbaumaßnahmen sein. “Bis die Finanzierung für das Parkhaus steht wird sicherlich noch dauern”, sagte auch Bürgermeister Janssen auf der letzten Stadtratssitzung zu dem Punkt. Wir werden uns das Parkhausthema in einem gesonderten Beitrag nochmal etwas genauer anschauen.

Straße wird schmaler

Im Vordergrund steht jetzt erstmal der Umbau der Hauptstraße. Das Projekt hat sowohl zeitlich, wie auch finanziell momentan Priorität im Tegernseer Rathaus. Wie auf dem Plan zu erkennen ist, soll die Hauptstraße mehr oder weniger in Richtung See verschoben und insgesamt verschmälert werden. Die Straßenbreite soll zukünftig nur noch 6,75 Meter betragen. Das ist die vorgeschrieben Mindestbreite für Bundesstraßen aber deutlich weniger als die Hauptstraße bisher hatte. Außerdem soll gegenüber vom Hotel Guggemos eine Querungshilfe für Fußgänger gebaut werden. Die Querungshilfe dient gleichzeitig als Linksabbiegespur für das geplante Parkhaus. Die roten Flächen im Plan sind die neuen Gehwege, die gestrichelten Linien (sehen ein bisschen aus wie Schienen) sind die bisherigen Bordsteinkanten. Hellgelb sind die neuen Parkplätze eingezeichnet. Die Straße selbst soll mit einem gepflasterten Rinnstein eingefasst werden (auf dem Plan als dreireihige schwarze Kästchen zu erkennen) Für eine genauere und Zoombare Ansicht haben wir das PDF-Dokument hier zum Download.

Das ist der Plan für die neue Hauptstraße in Tegernsee (ein Klick auf das Bild bringt eine größere Ansicht)

Die Verschmälerung der Straße und das Verrücken in Richtung See soll zwei Vorteile bringen: Zum einen wird der Gehweg auf der Bergseite so um ca. 50 cm verbreitert und misst in Zukunft an der schmalsten Stelle etwa 2,20 Meter. Außerdem sollen die Parkplätze längs zur Straße an der Bergseite von bisher 1,50 Meter auf 2 Meter verbreitert werden. Im Gegenzug wird der Gehweg auf der Seeseite allerdings an einigen Stellen schmaler, bzw. maximal gleich bleiben. Vor dem Hotel Guggemos soll die Maximalbreite nach dem Umbau nur mehr 1,50 Meter betragen – das wird mit zwei Kinderwägen dann schon eng.

Viele offene Punkte

Und dann ist man auch schon bei den vielen “Wenns und Danns und Abers”, die das Projekt mit sich bringt. So wird im Tegernseer Rathaus zum Beispiel darauf spekuliert, dass das Hotel Guggemos demnächst einen Investor findet, der das Gebäude abreißen und neu bauen wird. Das soll er dann aber bitte etwas weiter weg von der Straße machen – dann hat man wieder einen schönen, breiten Gehweg. So sieht es der Plan vor. Bisher gibt es aber weder einen Investor, noch fertige Pläne für einen in Richtung See versetzten Neubau.

Parkplätze fallen weg

Dann sind da noch die Umbaumaßnahmen und die Parkplatzsituation: Wenn die Hauptstraße erneuert wird, fehlen danach fünf Stellplätze an der Straße – Stellplätze fehlen aber auch jetzt schon massenweise. Aber auch das sieht man im Rathaus nicht als Problem. Wenn man mit dem Bau anfängt, will man gerne sofort das Haus am Hornanwesen abreißen und dort übergangsweise Parkplätze schaffen bis das Parkhaus steht. 16 neue Parkplätze sollen so hinzu kommen. Man beruft sich darauf, dass “ein Abriss die einzig wirtschaftliche Lösung ist”. Das Gebäude ist im Inneren sehr verbaut. Unterschiedliche Stockwerkshöhen, Stockwerke, die keinen Zugang vom Treppenhaus haben und eine schlechte Bausubstanz sind die Argumente. “Ein zweites Maximilian wollen wir hier nicht haben”, sagte Bürgermeister Janssen dazu.

Ein Abriss müsste aber möglichst schnell auch in einen Neubau des Parkhauses übergehen. Die Finanzierung dafür steht bisher allerdings noch nicht endgültig. Die Kosten sind in den ersten Entwürfen mit rund 3,5 Millionen für das Parkhaus geplant. Hinzu kommen nochmal rund 1 Million für den Neubau des Gebäudes an der Straße und ganz zum Start erstmal geschätzte 100.000 Euro für den Abriss und die Errichtung der 16 Übergangsparkplätze.

Baukosten alleine für die Straße: 350.000 Euro

Die Gesamtkosten für den Straßenumbau werden zum jetzigen Zeitpunkt mit rund 350.000 Euro veranschlagt. Plus die erforderlichen 100.000 Euro für den Abriss und die Parkplätze am Horn-Anwesen also grob 450.000 Euro. Wie die Finanzierung genau aussehen soll, werden wir auch in einem gesonderten Beitrag genauer betrachten. Hier wollen wir erstmal nur die Pläne vorstellen.

Noch einige Bilder zur Verdeutlichung:

Auf dem Horn Anwesen soll ein Parkhaus entstehen - so sieht es zumindest der Plan vor

Ähnlich wie jetzt soll die Straße mit einem gepflasterten Rinnstein eingefasst werden

Die neue Engstelle: Vor dem Hotel Guggemos wird die Gehwegbreite nur mehr 1,50 Meter betragen

Seesauna Tegernsee: Mehr als 500.000 Euro Verlust in 2009

Blick von der Seesauna Tegernsee / Quelle: Rolf Kaul

Ergänzung vom 07. Dezember / 21:55 Uhr
Interessante Information aus der vor einer Stunde zu Ende gegangenen Stadtratsitzung in Tegernsee. Norbert Kruschwitz, Direktor der Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV), hat heute Abend die Zahlen für den Jahresabschluß 2009 der TKV vorgestellt. Dabei kam auf Nachfrage durch Stadtrat Andreas Obermüller heraus, dass das Medius-Gebäude (ehemaliges Hallenbad) und die Seesauna im vergangenen Jahr einen Gesamtverlust in Höhe von 800.397 Euro erwirtschaftet haben. Dabei schlägt die Seesauna alleine mit 512.685 Euro zu Buche. Darin enthalten sind zwar auch Abschreibungen in Höhe von 328.716 Euro. Aber der rein operative Verlust aus dem laufenden Betrieb der Seesauna und Strandbad zusammengenommen beläuft sich immer noch auf 183.969 Euro.

Eine stolze Summe für eine Institution, die zwar auf der einen Seite die Attraktivität des Ortes erhöht. Andererseits aber auch von sehr vielen Tagesgästen aus München und Umgebung genutzt wird, die ansonsten in Tegernsee wenig Geld lassen.

Ursprünglicher Artikel vom 29. September mit der Überschrift “Erweiterung der Tegernseer Seesauna: Warum Bürgermeister Janssen keine Öffentlichkeit bei der Entscheidungsfindung will”:
Der Tegernseer Seesauna geht es gut. Scheinbar zu gut. Denn täglich kommen bis zu 200 Gäste in die Sauna, die derzeit nur für 140 Personen ausgelegt ist. In dieser Situation hat man sich bei der TKV (Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe) eine Lösung einfallen lassen: Zusammen mit dem Betreiber Monte Mare will man einen Ruhe-Pavillon mit 20 Plätzen bauen. Dafür braucht man nur etwas Grundstück vom Strandbad und 160.000 Euro von der Stadt.

Eingabeplan der Seesauna. Die Erweiterung ist der 66 qm große Pavillon mit ca. 20 Ruheplätzen (gelb)

So weit so gut. Doch nun wird`s komisch.

Der Werkausschuss hätte in seiner Sitzung vom 14. September über den Bauantrag der TKV beraten sollen. Das Schaugerüst an der Seesauna stand. Aber die Sitzung wurde kurzfristig von Bürgermeister Peter Janssen abgesagt. Begründung Fehlanzeige.

Doch damit nicht genug. Da das Thema auch privatrechtliche Verträge mit dem Architekten und Planer umfasst, und solche Themen prinzipiell in nicht-öffentlichen Stadtratssitzungen besprochen werden, dachte sich Peter Janssen, dass man auch gleich mal die Baugenehmigung für die Erweiterung (immer öffentlich) und die damit verbundenen Kosten in Höhe von 160.000 Euro durchwinken kann. Sozusagen auf dem “nicht-öffentlichen kurzen Dienstweg”.

“Dieser Vorgang ist zwar ungewöhnlich. Aber erklären können wir uns das auch nicht.” so die Aussage aus der Tegernseer Verwaltung. Peter Janssen war dazu leider nicht erreichbar.

“Lass uns das doch in der nicht-öffentlichen besprechen”

Diese Form der “Nicht-Öffentlichkeitsarbeit” ist rechtlich unzulässig und trotzdem kann man sie ab und zu sogar live in den Sitzungen beobachten. Aussagen wie “Lass uns das doch in der nicht-öffentlichen besprechen” hört man immer wieder.
Mit dieser Vorgehensweise wird natürlich von Seiten der Verantwortlichen versucht potentiell kritische Themen an der Öffentlichkeit vorbei zu schleusen. Und es wird vor allem bewusst in Kauf genommen, dass dies einen ganz klaren Verstoss gegen die bayerische Gemeindeordnung darstellt.
Denn unter §52 GO steht zwar, dass die Sitzungen grundsätzlich öffentlich stattzufinden haben. Und dass nicht-öfffentliche Sitzungen die Ausnahme darstellen sollten und immer begründet werden müssen. Aber leider haben Verstösse gegen den Grundsatz der Öffentlichkeit nicht die Ungültigkeit der gefassten Beschlüsse zur Folge. Das bedeutet, wenn ein Bürgermeister keine Öffentlichkeit will, hat er nichts zu befürchten.

Politisches Fehlverhalten? Wozu gibt`s eine kritische Presse!

Die politischen Konsequenzen dieses Handelns stehen jedoch – zumindest langfristig – außer Frage. Einzige Voraussetzung: Es muss eine kritische Presse da sein, die das Fehlverhalten dokumentiert. Wenn das kontinuierlich geschieht, wird nämlich schnell klar, dass eine Geheimhaltungspolitik betrieben wird. Und eine solche Politik wird auf Dauer nie im Interesse der Wähler sein.
Ob es dabei um existenzielle Fragen oder “Durchwink-Themen” wie die Erweiterung der Seesauna geht, ist zweitrangig. Entscheidend ist das Signal, dass von diesem Verhalten ausgeht.

Doch was bedeutet das für die Erweiterung der Seesauna?

Die Erweiterung wird kommen. So oder so. Niemand wird gegen die unzulässige Art der Entscheidungsfindung aufbegehren. Warum auch? Die Aussichten wären minimal.

Das Schlimme dabei ist, dass man als außenstehender Bürger nicht einschätzen kann, ob die Entscheidung sinnvoll war. Fragen wie ….

Welche Argumente gab es dafür?
Gab es kritische Stimmen von den übrigen Stadtratsmitgliedern?
Wenn der Platz eng wird, wird er dann nicht hauptsächlich in den Saunen eng?
Hätte man also nicht eher neue Saunen bauen sollen, anstatt Liegeräume?
Was hat das langfristig für Auswirkungen auf das Strandbad?
Wie setzen sich die 160.000 Euro zusammen?

…. wird niemand beantworten können. Denn die Öffentlichkeit durfte ja nicht dabei sein, als die Entscheidung getroffen wurde.

Fatal für die Politik ist einerseits der Unmut, der dadurch bei den Bürgern entsteht. Und andererseits die Spekulationen, die aufkommen. Sehr schön zu sehen an einem Leserkommentar zu dem Thema bei Merkur-Online. Da meint der User “Tegernseer Taktik”:

Mich würde es nicht wundern, wenn hier eine Salamitaktik angewendet wird, um “scheibchenweise” die Seesauna zu vergrößern und langfristig das Strandbad sterben zu lassen. Ist vielleicht einfacher auf diese Art, als eine Konfrontation mit LRA und Anlieger einzugehen.
Erst mehr Platz für Ruheräume, dann hat es zu wenig Saunaplätze…. Also mal schnell noch 1-2 zusätzliche Saunen gebaut….usw.usf…

Obwohl. Ist diese Spekulation tatsächlich so abwägig?

Anmerkung: Die Aufnahme ist mit freundlicher Genehmigung von Rolf Kaul veröffentlicht.

Bad Wiessee: Flächennutzungsplan im Gemeinderat – jetzt auch in öffentlicher Sitzung

Vierte Ergänzung vom 07. Dezember / 11:14 Uhr
Nun ist es also soweit. Der fertige Flächennutzungsplan wird am Donnerstag um 19 Uhr der Wiesseer Öffentlichkeit vorgestellt. Die Auswirkungen des neuen Nutzungsplans für die zukünftige Bebauung von Bad Wiessee sind noch nicht abzuschätzen. Für den einzelnen kann das, je nach Lages des eigenen Grundstücks, sehr negativ werden.
Aber dafür gibt es ja auch eine Einspruchsfrist. Die startet bei offizieller Auslegung voraussichtlich im Januar. Dann haben Bürger und natürlich auch die Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit Einwände gegen das Vorhaben anzumelden oder Anmerkungen anzubringen.

Die weiteren Themen, die auf der letzten Wiesseer Gemeinderatssitzung vor der Winterpause, diskutiert werden sehen folgendermaßen aus:

Die nächste Gemeinderatssitzung in Bad Wiessee am Donnerstag 09. Dezember ab 19:00 Uhr

Schweres Thema im Rathaus Bad Wiessee

Dritte Anmerkung vom 27. Oktober / 12:18 Uhr

Wir haben mehrere Emails erhalten, warum denn das Thema “Flächennutzungsplan in Bad Wiessee” in nicht-öffentlicher Sitzung besprochen wurde?
Dabei kann man die Aussagen auf die zwei folgenden Zitate runterbrechen:
“das stellt doch einen Verstoß gegen die Gemeindeordnung dar”
“müssen sich die Politiker jetzt schon bei jedem etwas kritischeren Thema verstecken?”

Da wir die Fragen nicht beantworten konnten, haben wir Helmut Köckeis, den Leiter der Wiesseer Bauverwaltung, telefonisch befragt. Hier seine Antwort:

Der Gemeinderat hat die Sitzung genutzt, um sich klar zu werden, was er eigentlich möchte. Das hat er im Rahmen dieser nicht-öffentlichen Vorberatung getan.

Jetzt hat man einen Planentwurf und dieser wird am 09. Dezember in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung bekanntgemacht. Dort wird dann auch der förmliche Aufstellungsbeschluß für das Flächennutzungsplanverfahren getroffen. Und dann liegt so voraussichtlich im Januar/Februar dieser Planentwurf mehrere Wochen öffentlich aus. Das heißt dann kann sich jeder Grundstückseigentümer im Bauamt informieren, welche Einstufung sein Grundstück haben wird. Und natürlich kann auch jeder Eigentümer im Rahmen einer Stellungnahme beispielsweise sagen “mir gefällt das nicht. Ich möchte dass meine Wiese Bauland wird.”
All diese Stellungnahmen werden dann zusammengefasst und müssen im Anschluß vom Gemeinderat öffentlich behandelt werden.

Die zwei nicht-öffentlichen Sitzungen hatten nur das Ziel herauszufinden wohin die Reise eigentlich gehen soll. Diese Verfahrensweise ist allerdings übliche Praxis und in der Form ja auch im Baugesetzbuch verankert und genau festgeschrieben. Darüber kann man sich nicht einfach so hingwegsetzen.

Zweite Anmerkung vom 26. Oktober / 09:03 Uhr mit der Überschrift “Bad Wiessee: Flächennutzungsplan – verlässliche Ergebnisse erst im Dezember”

Wie der Merkur berichtet, hat der Wiesseer Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung in der vorletzten Woche über das Thema “neuer Flächennutzungsplan” diskutiert. Dabei ging es hauptsächlich um die eingegangenen Stellungnahmen der betroffenen Eigentümer und die Frage wer was wo bauen darf – oder eben nicht mehr.

Entscheidungen, die in den Flächennutzungsplan einfließen, wurden zwar getroffen. Werden jedoch erst voraussichtlich in der übernächsten Gemeinderatssitzung im Dezember veröffentlicht.

Wie Helmut Köckeis, Leiter des Bauamtes, anmerkt, soll demnächst vor allem die Entwicklung des Kurviertels, des alten Spielbankgeländes und des Anwesens Lederer am See in einer Arbeitsgruppe diskutiert werden. Dieser Gruppe werden neben Gemeinderatsmitgliedern auch Vertreter des öffentlichen Lebens angehören um “möglichst viele einzubinden”

Anmerkung vom 29. Juli / 13:22 Uhr
Bad Wiessee steht vor der großen Aufgabe einen neuen Flächennutzungsplan (FNP) für den kompletten Ort zu entwickeln. “Mit dem neuen FNP will der Ort die Weichen für die Zukunft stellen” sagt Helmut Köckeis, Leiter der Bauverwaltung in Bad Wiessee. Für die nächsten 10 – 15 Jahre soll der neue Plan mindestens bestand haben.

Zu schnelle Ergebnisse darf man sich aber nicht erhoffen. Eine erste nichtöffentlich Arbeitssitzung hat vor einigen Wochen stattgefunden. Allerdings bestehen laut Köckeis nach wie vor einige offene Punkte, bis der erste Planentwurf verabschiedet werden kann und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Eine weiter nichtöffentliche Sitzung soll nach der Sommerpause im September oder Oktober stattfinden.

Wirklich große Probleme erwartet der Bauamtsleiter allerdings nicht. Zwar sollen einige Ortsrandgebiete, die bisher als Baugebiet im Flächennutzungsplan stehen in Landwirtschaftliche Fläche zurückgewandelt werde. “Ein automatisches Baurecht ließ sich auf den Flächen aber auch heute nicht ableiten” so Köckeis. Soll heißen: Um auf den ausgewiesenen Flächen tatsächlich bauen zu dürfen, hätte es auch heute in jedem Einzelfall eines detaillierten Bebauungsplanes bedarft.

Ein exakter Zeitplan steht allerdings noch nicht fest. Bis der endgültige Flächennutzungsplan steht werden aber sicherlich noch 1,5 bis 2 Jahre vergehen. Richtig loslegen will man in Wiessee aber noch in diesem Jahr. “Auch unter Beteiligung der Bürger” wie Köckeis betonte.

Auch für dieses Jahr auf dem Programm steht das Gebiet rund um das Kurviertel. Hier muss aber nicht nur ein neuer Flächennutzungsplan her, sondern ein umfassendes Konzept, was sich die Gemeinde und die Bürger für das Gebiet wünschen. Was wird aus der Seepromenade, was aus dem Hotel Lederer, dem Badepark oder dem Jodschwefelbad. Und die größte Frage wird auch hier sein: Für was findet sich ein Investor?

In diesem Jahr wird sich aber wahrscheinlich nichts Grundlegendes mehr ändern. Jetzt muss erst mal Schritt für Schritt überlegt und geplant werden. Wie immer, wenn’s ums Thema Bauen geht: Gut Ding will leider Weile haben…

Ursprünglicher Artikel vom 22. Mai 2010 / 16:27 Uhr:
Der Architekt Eberhard von Angerer hat letzte Woche im Wiesseer Gemeinderat den ersten Entwurf eines Flächennutzungsplanes (FNP) vorgestellt. Ein Entwurf war es so direkt eigentlich noch gar nicht. Eher eine Bestandsaufnahme über den jetzigen FNP und die noch verfügbaren Bau- und Grünflächen im Ort. Angerer erklärte schnell, dass “die Siedlungsstruktur sehr faserig ist.” Er meinte damit den Flickenteppich, der sich bei der Ansicht einer Wiesseer Landkarte ergibt, die die ausgewiesenen Flächen enthält.

Einige Flächen sind Wohnbaugebiet, andere Mischgebiete, Sonderbauflächen oder schlicht Grüngebiete. Nur eines ist aus der Karte schnell ersichtlich: In Bad Wiessee wurde die letzten Jahrzehnte viel Flickschusterei betrieben. Insgesamt 49 Mal wurde der Plan bisher geändert.

Es muss Ordnung geschaffen werden

Das soll im Laufe das Jahres geändert werden. Ziel des neuen FNP ist es, die verschiedenen Gebiete in der Gemeinde neu einzuordnen und so die Entwicklung der nächsten Jahre, bzw. Jahrzehnte für die Gemeinde zu steuern. Es geht eben gerade darum, den entstandenen Flickenteppich aufzulösen und feste Flächen festzulegen: Wo soll künftig gewohnt werden, wo sind die Geschäfte, wo die Hotels und Kurgebiete.

Auch schon lange anderweitig genutzte Flächen müssen neu umgeschrieben werden. “Es gibt zum Beispiel Sondergebiete, die inzwischen als normale Wohngebiete genutzt werden”, erklärt der Architekt. Nur mit der entsprechenden Ausweisung kann in den jeweiligen Gebieten auch die nötige Entwicklung stattfinden. Bisher muss für solche Gebiete jede winzige Kleinigkeit in einen eigenen Beschluss gefasst werden, der die Ausnahme regelt. Immerhin ist das Gebiet offiziell ja überhaupt nicht zum Wohnen gedacht..

Rückwandlung von Baugrund ist immer kritisch

Architekt Angerer war von Bad Wiessee aber auch sichtlich beeindruckt: “Zwischen den einzelnen Gebieten befinden sich sehr wertvolle Flächen” sagte er, “es gibt nach wie vor sehr schöne Seezugänge. Das ist echtes Kapital”. Dieses Kapital will Angerer auf jeden Fall erhalten sehen. Genauso die großzügigen Grünflächen. Was aber auch ersichtlich wird, ist, dass rings um die bisherigen Ortsgrenzen noch einige Flächen als Bebauungsfläche vorgesehen sind. Zumindest laut den momentan gültigen Plänen. Die Flächen sähe Angerer gerne wieder aus der Bebauungsfläche rausgenommen. Im Ort gebe es schließlich noch genügend nutzbaren Raum.

Das sind aber genau die Punkte, die irgendwann zum Streit führen können. Ob die “Wiese am Tegernsee” Baugrund oder Weide ist entscheidet immerhin über sehr viel Geld. Gegenüber der Tegernseer Stimme meinte Angerer dazu: “Solche Themen werden schnell zu Zerreißproben. Da kommt ein Gemeinderat nur geschlossen durch.” Er meint damit den Punkt, dass gerade in solchen Momenten schnell persönliche Beziehungen eine Rolle spielen. Frei nach dem Motto: “Der Sepp ist im Sportverein – die Wiese bleibt Baugrund” / “Der Herr Müller kommt aus Frankfurt – der Baugrund wird Weide” Das darf nicht passieren, sonst ist das Chaos vorprogrammiert und die ganze Arbeit am Ende umsonst.

Seepromenade als erster Schritt

Um Flächen wie hier zwischen Hotel Lederer und Haus des Gastes wird es beim Flächennutzungsplan gehen

Als ersten wichtigen Schritt sieht aber auch Angerer den “zentralen Bereich” rund um die ehemalige Spielbank, das Hotel Lederer und das Jod-Schwefel-Bad. In den Raum stellte er die Frage “wie fangen wir an?” Er meinte damit nicht  nur das Vorgehen innerhalb der einzelnen Fraktionen und des Gemeinderates, sonder vor allem die frühe Einbeziehung der Bürger. “Ein gemeinsam entwickeltes Konzept ist meist tragfähiger” macht er schon im Vorfeld klar und weißt vorsorglich darauf hin, dass “Bürgerentscheide 3 Jahre Planungsstop bedeuten.”

Angerer schließt seinen Vortrag mit den Worten: “Es gibt nur wenige Bereiche in Deutschland mit so einer Premiumlage!” Damit meint er das Gebiet Seepromenade. In Wiessee ist genau dieser Premiumbereich bisher eher Bauruine. Kurz geht Angerer noch auf Fördermöglichkeiten durch Land und Bund ein, ohne jedoch konkreter zu werden.

Viel Arbeit für Gemeinderäte

Nach dem Vortrag herrschte erstmal Stille im Sitzungssaal. Das war einfach sehr viel Info. Verstanden hat die komplette Tragweite vielleicht auch nicht jeder sofort und einige hatten sich innerlich vielleicht auch eher auf eine hitzige Diskussion zu konkreten Plänen eingestellt. Das war es aber nicht. Es ging noch nicht um die Details und darum wird es auch noch lange nicht gehen. Beim neu zu gestaltenden “Flächennutzungsplan Bad Wiessee” geht es um die zukünftige Ausrichtung eines kompletten Ortes und nicht um einzelne Gebäude. Es wurde vielen wohl klar, dass mit dem neuen Flächennutzungsplan sehr, sehr viel Arbeit auf alle Beteiligten zukommt.

Diskutiert wurde im Anschluss natürlich doch noch. Wichtiges gesagt aber eher weniger:

Kurt Sareiter (CSU) machte schon mal klar, dass “wir einem Umbau von Grünflächen nicht zustimmen werden”.

Stefan Hagn (Wiesseer Block) bemängelt, dass viele Straßen im Ort schnurgerade und “wie Start- und Landebahnen sind” – das will er gerne anders haben.

Hartwig Bayerschmidt (CSU) zeigte sich “überrascht, was wir an Freiflächen haben” und hat natürlich auch Wünsche für die Zukunft: “Wir sollten wirklich großen Wert legen auf ein prägendes Hotel”.

Bürgermeister Höß machte klar, dass die Meinung zum Hotel wahrscheinlich einstimmig ist.

Das letzte Wort hat nochmal Stefan Hagn: “Mir reicht’s jetzt!”

Im Juli geht’s weiter

Jetzt bekommen die Gemeinderäte erstmal die genauen Unterlagen zugeschickt. Die werden sie sich anschauen und bearbeiten und ende Juli/ anfang Juli wird dann in einer ersten nichtöffentlichen Arbeitssitzung getagt. Das ist wahrscheinlich auch besser so…

“Die Meldemoral der Vermieter am Tegernsee lässt teilweise zu wünschen übrig”

Franz Hafner, Bürgermeister von Rottach-Egern

Franz Hafner, Bürgermeister von Rottach-Egern

Auf den ersten Blick ist die Gleichung sehr simpel: Stimmt die Moral nicht, erhöht man die Kontrollen.
Mehr Kontrollen = höhere Moral = höhere Einnahmen aus dem Kurbeitrag. So zumindest in Rottach-Egern und zukünftig wohl auch in den anderen Tal-Gemeinden, in denen extra eine Firma mit der Kontrolle und ausführlichen Überprüfung der Meldescheine beauftragt wird.

Laut Franz Hafner, Bürgermeister von Rottach-Egern möchte man zwar nicht primär viele Vermieter überführen. Aber “es geht um viel Geld, dass uns verloren geht. Da sind die 7.500 Euro, die wir für die Firma in den ersten sechs Monaten zahlen, locker wieder drin.”

1,60 Euro pro Tag und Gast – doch was macht die Gemeinde damit?

Das Problem sind die schwarzen Schafe, wie Georg Overs gegenüber dem Merkur betont. “Die meisten Vermieter sind ehrlich.” Und die meisten Vermieter führen den Kurbeitrag in Höhe von 1,60 Euro – 2 Euro pro Tag, den sie von den Gästen erhalten, auch an die Gemeinde ab. Diese verwendet dann das Geld beispielsweise für den Ausbau der touristischen Infrastruktur.

Zukünftig will man diesen “schwarzen Schafen” in den Reihen der Vermieter mit der angesprochenen Firma auf die Schliche kommen. Dabei bucht die jeweilige Gemeinde ein Zeitkontingent, je nachdem wie viele uneinsichtige Vermieter es gibt. Oder genauer gesagt noch gibt. Denn nach der oben beschriebenen Gleichung dürfte sich das Problem ja bald erledigt haben.

Als einziges Problem dabei könnte sich heraustellen, dass die Moral als solches in den jeweiligen Gruppen oft sozial anerkannt, zumindest aber nicht als negativ eingestuft wird. Was bedeutet, dass die Nichtabführung des Kurbeitrages eventuell tiefergehende Gründe hat, die durch eine reine Kontrolle nicht zu lösen sind.
Wobei wir wieder bei Franz Hafner wären, der ja die (Melde)Moral verbessern will und keinen Überwachungsstaat bzw. Gemeinde einführen möchte.

Regelt sich die Situation mit der Zeit von selbst?

Schwierige Situation also, die sich möglicherweise mit der Zeit von selbst regelt. Spätestens wenn alle Vermieter Internet haben, die Berührungsängste zu diesem Medium abnehmen und sie dann auch mit dem elektronischen Meldeschein zurechtkommen, um die 1,60 Euro für den Ein-Tages-Übernachtungsgast abzuführen, ohne dazu extra in die TTT fahren zu müssen.

Diese Vermieter kann man natürlich als schwarze Schafe bezeichnen. Eventuell könnte man Ihnen aber auch einfach nur eine gewisse Skepsis in Sachen Internet unterstellen.

Rottach-Egern hat sich entschieden und wird die Meldekontrolle die nächsten 6 Monate testen. Danach wird dann eine Kosten-/Nutzen-Rechnung aufgestellt um zu entscheiden ob man die ausführende Firma noch braucht oder in welchem Maße.

Umbau des Kur- und Kongress-Saals in Rottach-Egern: “Bürokratie-Farce” verzögert Bauarbeiten um mindestens 3 Monate

Zweite Anmerkung vom 03. Dezember / 10:24 Uhr
Das Bürokratie-Monster EU hat wieder mal zugeschlagen. Wie der Merkur gestern berichtet hatte, wird sich der Umbau des Rottacher Kur- und Kongress-Zentrums um 3-4 Monate nach hinten verschieben. Der Grund sind die umfangreiche Ausschreibungs-Phase, in der sich die Gemeinde Rottach-Egern gerade befindet.

Gegenüber der Tegernseer Stimme erläuterte Bürgermeister Franz Hafner die Situation folgendermaßen:

Wir mussten den Vertrag mit dem bisherigen Architekten Andreas Erlacher vom Kommunalen Prüfungsverband überprüfen lassen. Dabei hat sich herausgestellt, dass es einige Bereiche bei der Sanierung des Kur- und Kongress-Zentrum gibt, die wir europaweit ausschreiben lassen müssen. Dazu gehört auch die Leistung des Architekten.

Das Prozedere sieht dabei so aus: Bisher haben sich 10 ernsthafte Bewerber gemeldet. Diese haben wir nach einem ausführlichen Kriterienkatalog bewertet. Daraus sind 5 Bewerber übriggeblieben – übrigens alle aus dem oberbayerischen Bereich. Und mit denen werden jetzt abschließende Gespräche geführt. Unter den letzten 5 Bewerbern befindet sich übrigens auch Andreas Erlacher.

Unser endgültige Entscheidung werden wir dann am 14.12. im Gemeinderat vorstellen.

Eine ziemliche Mammutaktion also, die relativ kurzfristig von der Verwaltung gestemmt werden muss. Das Problematische dabei ist die Verzögerung, die bares Geld kostet. Gegenüber dem Merkur meint Franz Hafner nämlich, dass alle Anfragen zur Vermietung des Kur- und Kongress-Zentrums für 2011 komplett abgelehnt werden mussten. “Statt Januar rechnen wir nun für März oder April mit dem Baubeginn. Doch dann muss es eine Gewaltaktion werden.”

Die Situation ist also nicht gerade erfreulich. Speziell wenn man bedenkt, dass der Kämmerer erst vor 3 Wochen das Jahr 2011 als Rottacher-Investitionsjahr ausgerufen hat. Mit einem deutlich steigenden Schuldenstand und stark zurückgehenden Rücklagen. Da hätte sich Gerhard Hoffmann sicherlich über die zusätzlichen Einnahmen gefreut.

Anmerkung vom 02. Oktober / 10:41 Uhr mit der Überschrift “Umbau des Kur- und Kongress-Saals in Rottach-Egern: Bürgermeister Hafner reagiert auf Parkplatzvorwürfe”
Aus dem Tegernseer Rathaus, genauer von Anton Staudacher, kam ja letztens der Hinweis, dass die neu geplante Nutzung des Wandinger-Parkplatzes “nicht-adäquat” sei. Unbedingt muss da ein Parkhaus oder ähnliches hin, so der Bauingenieur in der öffentlichen Stadtratssitzung vom 21. September.

Der Rottacher Bürgermeister Franz Hafner hat jetzt auf die Vorwürfe reagiert und dabei uns gegenüber gleichzeitig klar gestellt, dass ein parkhausähnliches Gebilde zwar angedacht war, aber aufgrund der schlechten Bodenbeschaffenheit und damit verbundener Kosten nicht realisiert werden konnte:

Der Kommentar “hat denn der Staudacher zu wenig Probleme in seiner eigenen Stadt” sagt alles. Mehr sag ich dazu nicht, nur soviel: “Ich finde das eine absolute Unverschämtheit und Ich würde mich nie in die Angelegenheiten der Stadt Tegernsee einmischen.

Dass wir zu blöd sind, Platz zu verschleudern, muss ich ebenfalls zurückweisen.

Wir hatten im Vorfeld viele Alternativen diskutiert. Natürlich wird ein Parkhaus an dieser Stelle nicht akzeptiert. Aber auch eine parkhausähnliche Lösung mit Tief- und Hochdeck wurde angeplant. Mit dem Ergebnis, dass man das Ganze, aufgrund des schlechten Bodens sehr stark fundamentieren müsste. Mindestens 20 Meter tief hätte man gehen müssen. Das wäre so teuer geworden, dass sich das finanziell in keinster Weise gelohnt hätte.

Laut Hafner ist die jetzige Lösung, vor allem wegen der Kosten, zwar ein Kompromiss. Aber immer noch das Beste was man als Gemeinde an dem Platz tun könne.

Ursprünglicher Artikel vom 22. September:
Der bereits seit mehreren Jahren diskutierte Umbau des über 40 Jahre alten Kur- und Kongress-Saals am Eingang von Rottach-Egern nimmt konkrete Züge an. Zu diesem Zweck wurde auf der letzten Gemeinderatssitzung ein Bericht über den Stand der Planungen vorgestellt. Teil der Planungen ist auch der bereits getätigte Kauf und anschließende Abriss des Wandinger-Anwesens zur Erweiterung des Parkplatzes gegenüber des Kongress-Saals.

Kur- und Kongresssaal

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf knapp 5 Millionen Euro. Zu den 4 Millionen für den Umbau des sanierungsbedürftigen Hauses kommen noch mindestens 750.000 Euro für den Abriss des Wandinger-Anwesens und die Erweiterung des Parkplatzes hinzu.

Der Parkplatz auf der anderen Strassenseite soll erweitert werden

Gerade die vorgestellte Nutzung des Parkplatzes ist jedoch nicht unumstritten. Zwar ist laut Franz Hafner der Parkplatz, vor allem bei Veranstaltungen, immer überfüllt. Deswegen ist auch der Kauf und die Erweiterung in der Form unumgänglich.
Anton Staudacher, seines Zeichens zweiter Tegernseer Bürgermeister und Bau-Ingenieur, hat jedoch auf der gestrigen Stadtratssitzung den Rottachern eine “Nicht-adäquate-Nutzung” des Grundstücks vorgeworfen.

Für mich ist eine nicht-adäquate Nutzung eines Grundstücks. wenn man das auf einer Ebene macht, so wie das die Rottacher vorhaben. Lieber die Fläche kleiner halten und ein Parkhaus mit zwei bis drei Geschossen hinstellen. Dann kann ich die übrige Fläche noch nutzen. Aber eine innerstädtische Fläche erdgeschössig so zu bebauen wie am Wandinger-Grundstück und in dem Bereich überhaupt keine Höhenentwicklung mitzunutzen, ist verkehrt.

Freundlich, hell und einladend soll das neue Haus werden

Ansonsten aber hat man im Planungsbüro und im Rathaus grundsätzlich sehr viel über die neue Gestaltung des Hauses nachgedacht. Und der verantwortliche Planer Andreas Erlacher beschreibt das Ergebnis mit den folgenden Worten:

Man will da nicht so viel umkrempeln. Das soll also kein Bauernhaus werden, oder eine absolut abgefahrene Super-Modern-Geschichte. Man will die Identität bewahren. Aber das ganze drumrum wollen wir aufwerten und mit Licht und Farbe einem freundlichen Charakter geben.

Wie die genaue Gestaltung des Innen- und Außenbereichs aussehen soll, werden wir noch in einem extra Beitrag anhand der konkreten Ansichten ausführlich darstellen. Derzeit liegen die Ansichten, so wie sie auf der Gemeinderatssitzung vorgestellt wurden, noch nicht vor. Laut Bürgermeister Hafner müssen diese noch im Detail ausgearbeitet und vom Gemeinderat abgesegnet werden. Das wird voraussichtlich bei der nächsten Sitzung der Fall sein.

Bis dahin hier aber schon mal die Grundrisspläne für den neuen Kur- und Kongress-Saal. Die Pläne gibt es auch in großer Auflösung. Einfach auf das Bild klicken. Und dann nochmal auf die Lupe klicken. So sieht man auch die Details:

Pläne Kur- und Kongresssaal - Untergeschoß

Pläne Kur- und Kongresssaal - Obergeschoß

Die weitere Planung sieht übrigens folgendermaßen aus:
- Bis Ende September soll die genaue Kostenberechnung stehen.
- Danach stehen die nächsten Entscheidungen zu den Plänen an.
- Fördermöglichkeiten werden parallel geprüft.
- Im Dezember soll mit dem Umbau begonnen werden.
- Eröffnung ist für Ende 2011 geplant

Spielbank Bad Wiessee: Genehmigung des Raucherbereichs bestätigt – Fotos vom umstrittenen Wintergarten

Fünfte Anmerkung vom 01. Dezember / 16:12 Uhr
Der Raucherbereich an der Spielbank ist genehmigt. Das Landratsamt gab nach einer letzten Besichtigung in der letzten Woche grünes Licht (siehe Artikel weiter unten).
Offiziell ist der Wintergarten aber noch nicht eröffnet, da die schriftliche Bestätigung fehlt. Jedoch denken die Verantwortlichen, dass es dieses Jahr eigentlich klappen müsste mit der Eröffnung des neuen Raucherbereich für Casino-Besucher.

Wir hatten heute die Möglichkeit den umstrittenen Wintergarten zu besichtigen und einige Fotos zu machen:

Der Innenraum des Wintergartens. Drei Fensterbereiche sind ohne schützendes Glas. Laut Aussage der Verantwortlichen sind die Jalousinen an den offenen Teilen normalerweise hochgefahren. Geschlossen sind sie ausschließlich, wenn das Wetter sehr extrem ist.

Fluchtweg für die Besucher. Nur vom Innenraum des Casinos zu öffnen. Kein offizieller Durchgang für Gäste.

Der Wintergarten in der Außenansicht. Gut zu sehen die drei offenen Glasbereiche.

Zugang zum Raucherbereich nur über die offene Terasse. Rechts geht es ins Casino.

Vierte Anmerkung vom 26. November / 10:01 Uhr
Die Genehmigung des neu errichteten “Raucher-Wintergartens” an der Spielbank Bad Wiessee ist nach der gestrigen Besichtigung durch Vertreter des Landratsamtes bestätigt worden. Wie uns Sprecher Frank Skodzinski vor wenigen Minuten telefonisch mitgeteilt hat, ist somit der Weg frei für die geplante Nutzung des Raumes als Raucherbereich.

Trotz diverser kritischer Stimmen bleibt das Amt damit auch nach seiner Schlussbesichtigung bei seiner ersten Einschätzung, dass das Vorhaben baurechtlich völlig in Ordnung ist und wird somit als Außenbereich eingestuft. Damit unterliegt es auch nicht dem strengen Nichtraucherschutz-Gesetz.

Gerade die permanenten Öffnungen und der Gästezugang von der Außenterasse sind dabei laut Frank Skodzinski die wichtigsten Faktoren, die die uneingeschränkte Zulassung erst möglich machen.

Dritte Anmerkung vom 23. November / 13:09 Uhr mit der Überschrift “Der Niedergang der Spielbank Bad Wiessee: Direktorin rudert zurück – doch keine Bewirtung im Raucherbereich”
Langsam gewinnt das Thema “Raucherwintergarten bei der Spielbank” an Dynamik. Mittlerweile spricht auch die TZ in einem aktuellen Artikel von einem Umgehen des Rauchverbots. Und Frank Skodzinski, der Sprecher des Landratsamtes räumt ein, dass wenn irgendwas gegen die Vorschriften des Nichtraucherschutzgesetzes verstoßen sollte, es selbstverständlich zu rechtlichen Konsequenzen kommen wird. Um das zu überprüfen wird das Landratsamt am Donnerstag, einem normalen Ablauf folgend, den Raucherbereich besichtigen und sich dann festlegen.

Und auch Antje Schura, Direktorin der Wiesseer Spielbank rudert nach der ersten Ankündigung zurück. Laut TZ möchte Sie im Außenbereich nun doch keine Bewirtung anbieten – was eventuell als kleines Zugeständnis an die örtlichen Gastronomen gewertet werden kann.

Doch um die Bewirtung geht es im Kern nicht. Die konkrete Fragestellung ist nämlich: Wird der Wintergarten als Innen- oder Außenbereich eingestuft?
Wenn das Landratsamt diese Frage mit Innenbereich beantwortet, greift das Nichtraucherschutzgesetz und ein Rauchverbot gilt auch für den Wintergarten. Dagegen bedeutet die Bestätigung der Einordnung als Außenbereich > kein Rauchverbot.

Einige Gastronomen im Tal haben bereits angekündigt gegen eine mögliche Zulassung klagen zu wollen. Und obwohl laut Sprecher Skodzinski “derzeit noch keine Beschwerden von irgendeiner Seite im Landratsamt eingegangen sind” kann man die Verärgerung nachvollziehen.

Die vorliegenden Bilder zeigen nämlich einen festen Raum, der beheizt ist und zum Teil offen gehalten wird. Zusätzlichen Schutz vor direkt einfallendem Regen oder Schnee gibt eine Lamellenkonstruktion.

In der Form erinnert das Ganze allerdings einfach an einen geschlossenen Raum, in dem die Hälfte der Fenster offen stehen. Falls diese Konstruktion als Außenbereich durchgehen sollte, kann man sich im Landratsamt eventuell auf eine Flut von Anträgen diverser Gastronomen einstellen.

Anmerkung: Mittlerweile hat auch der Merkur den Artikel von der TZ eins zu uns (inklusive der Kommentare) übernommen. Hier geht`s zum Beitrag.

Zweite Anmerkung vom 15. November mit der Überschrift “Der langsame Niedergang der Spielbank Bad Wiessee – Bürgermeister Peter Höß im Kurzinterview (Video)”
In einem kurzen Interview hat uns Bürgermeister Peter Höß ein paar Fragen zu den Auswirkungen des Umsatzrückgangs der Wiesseer Spielbank beantwortet.
Nicht mehr im Interview drin ist seine Aussage zum umstrittenen Raucherbereich (siehe Artikel weiter unten): Den sieht er zwar von der Konstruktion her als unproblematisch und gesetzeskonform. Bei der angekündigten Bewirtung versteht er aber die Verärgerung der Gastronomen. Höß zeigt sich jedoch überzeugt davon, dass auch dies nach den Erfordernissen des Nichtraucherschutzgesetz umgesetzt werden wird.

Erste Frage:
Herr Bürgermeister, was sagen Sie zu der Entwicklung der Spielbank beziehungsweise wo sehen Sie das Hauptproblem?

Anmerkung vom 12. November / 13:47 Uhr
Scheinbar sind die Verantwortlichen beim Thema Spielbank etwas dünnhäutig. Eventuell kritische Fragen zum geplanten Raucher-Wintergarten werden nicht beantwortet. Die Direktorin Antje Schura steht zwar zu größeren und PR-trächtigen Interviews, so wie am Mittwoch im Merkur (nur Print), bereit. Gegenüber der Tegernseer Stimme möchte sie aber nichts sagen und verweist auf die allgemeine Pressestelle in München.

Das ist natürlich Ihr gutes Recht, aber trotzdem irgendwie schade. Denn nicht wenige Gastwirte im Tegernseer Tal fragen sich, warum der Staat einen “Raucher-Wintergarten” einrichten darf, der tendenziell ein geschlossener Raum ist und in dem auch noch eine Bewirtung stattfindet. Ihnen jedoch bleibt diese Möglichkeit per Gesetz verwehrt.

Eine Aussage der Direktorin der Wiesseer Spielbank, die das noch vor 2 Tagen offensiv kommuniziert hat und somit am besten über die Situation bescheid weiß, wäre zumindest interessant gewesen.

Am Monte Lago beispielsweise kann man relativ gut sehen, welche Lösung mit dem Nichtraucherschutzgsetez vereinbar ist. Mit dem “Raucher-Wintergarten” in der Spielbank, der Ende November eröffnet werden soll, hat das allerdings nur wenig zu tun.

Ursprünglicher Artikel vom 10. November / 11:51 Uhr
Wenn schon Bürgermeister Peter Höß auf einer öffentlichen Sitzung des Kurausschusses vermeldet: “Wir können die Seepromenade nicht so verschönern, wie vor einigen Jahren geplant. Geschweige denn das Seeforum in der Form hinstellen, wie noch vor 3 Jahren vom Gemeinderat verabschiedet. Denn die Realität ist die: Durch den Rückgang in der Spielbank haben wir ganz einfach pro Jahr 1,5 Millionen Euro weniger in der Kasse. Und das müssen wir akzeptieren.”

Wenn also der defakto oberste Hüter der Gemeinde-Finanzen so etwas sagt, dann brennt – flapsig ausgedrückt – der Busch. Oder anders: Der Niedergang der Wiesseer Spielbank ist spätestens jetzt in der kommunalen Realität der Gemeinde angekommen.

In diesem Zusammenhang lohnt es sich den aktuellen Artikel der Welt Online zur Spielbank Bad Wiessee zu lesen. Unter der Überschrift “Vom Glück verlassen” zeigt er den langsamen Abschwung des Casinos. Besucherschwund. Umsatzeinbrüche. Schlechte Stimmung. So der grundsätzliche Tenor.

Die Situation von Bad Wiessee wird dabei im Kontext aller bayerischen Casinos beleuchtet. Denn nicht nur dem Casino in Wiessee geht es zunehmend schlechter. Auch die anderen haben mit großen Problemen zu kämpfen.

40% Umsatzrückgang in 4 Jahren – wo führt das hin?

Aber alleine in Bad Wiessee sank der Bruttospielertrag von 32,9 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 22,1 Millionen Euro im Jahr 2009. Und in diesem Jahr geht es mit dem Niedergang ungebremst weiter:
August: Minus 8,5%
September: Minus 0,8%
Oktober: 7,5%
Hochgerechnet wird im Jahr 2010 ein Bruttospielertrag von 19,7 Millionen Euro rausspringen. Das bedeutet einen Rückgang von über 13 Millionen Euro oder 40 Prozent in 4 Jahren.

Als Hauptproblem ausgemacht haben die Verantwortlichen dabei das Rauchen. Beziehungsweise die strengen Regelungen zum Rauchverbot. So gab es laut Antje Schura, Direktorin der Spielbank, alleine im Jahr 2008 als das ursprünglich strenge Rauchverbot eingeführt wurde, einen Rückgang von 28 Prozent beim Bruttospielertrag.

Und an diesem Problem möchte Schura auch ansetzen, um dem Trend entgegenzuwirken. Laut einem Bericht im Merkur wird die Spielbank Ende November einen neuen Wintergarten eröffnen. Finanziert von Gemeinde und Freistaat. Dabei sollen stilvolles Ambiente mit Blick auf den See, Bewirtung und Anzeigetafeln zum aktuellen Spielgeschehen die verlorenen Besucher zurückholen.

Ob es dann auch wieder mit dem Seeforum klappt, ist natürlich offen. Aber der Gemeinde wäre es zu wünschen, wenn die Spielbank-Einnahmen ausnahmsweise mal steigen würden.

Weiterführende Links:
Entscheidung des Wiesseer Gemeinderates vom November 2007 zum Seeforum
Artikel zu Bayerns Spielbanken – im speziellen zu Bad Wiessee
Neue Raucherzone für die Wiesseer Spielbank

Aktuelle Meldung: Tegernseer Bauausschuss genehmigt Problem-Schirme am Bräustüberl

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Bestuhlung und Schirme im Sommer

Fünfte Anmerkung vom 29. November / 21:07 Uhr
Tegernsee – Der Bauausschuss hatte es sich nicht leicht gemacht nach der umstrittenen Entscheidung vom September, bei der Bräustüberl-Wirt Peter Hubert mit seinem nachträglichen Antrag für den bereits errichteten Biergarten gescheitert war.

Mehrere Gespräche und Ortsbesichtigungen wurden danach zwischen dem neuen Antragssteller Herzogliches Brauhaus und der Tegernseer Verwaltung geführt.

Beim letzten Ortstermin hatten die beiden Parteien dann gemeinsam diverse Punkte herausgearbeitet, die schlußendlich in den überarbeiteten Bauantrag eingeflossen waren, der nun im Bauausschuss von Bürgermeister Peter Janssen vorgestellt wurde.

Hier die entscheidenden Änderungen am Biergarten:
1. Beide Hauskanten am oberen und unteren Ende des Gebäudes werden freigestellt. Das bedeutet die Bänke und Schirme rücken enger zusammen. Die Kopfbänke an der Mauer entfallen. Und entlang der Hauswand stehen in der ersten Reihe um 60 cm verkürzte Bänke.

2. Die Schirme sind derzeit aufgrund der leichten Hangneigung unterschiedlich hoch. Das soll zukünftig auf eine Höhe gebracht werden. Damit werden die Schirme an der Nordseite etwas niedriger. An der Südseite des Gebäudes dagegen etwas höher.
Dazu dürfen die Schirme auch nicht wie bisher die Simshöhe überschreiten.

3. Die Terasse wird in gepflegter Form außenrum eingegrünt (Breite: 50-60 cm) und bekommt nur noch einzelne Zugänge.

4. Die Bewirtungsfläche verringert sich von ursprünglich beantragten 553 auf 505 Quadratmeter. Das bedeutet eine Reduzierung der Sitzplätze um 10% und der Beschirmungsfläche um 20%.

5. Die Schirme haben derzeit eine grüne Umrandung. Die fällt weg. Und auch die Beleuchtung darf zukünftig nicht mehr benutzt werden. Dafür erhalten die Schirme zwei Spots, die sie von unten beleuchten. Und an der Fassade wird zusätzlich passende Wandbeleuchtung angebracht.

Der vorgestellten Lösung hat der Stadtrat nach kurzer Diskussion einstimmig zugestimmt und Peter Janssen fand zum Abschluß die passenden Worte:

Mit der Lösung können wir meines Erachtens sehr zufrieden sein. Der Autoscooter-Eindruck wäre damit weg.

Vierte Anmerkung vom 29. November / 18:59 Uhr
Um 18:49 war es soweit. Der Tegernseer Bauausschuss hat den überarbeiteten Bauantrag zur Genehmigung des Biergartens einstimmig angenommen.

Details zur Diskussion und der überarbeiteten Ausgestaltung des Biergartens folgen später.

Dritte Anmerkung vom 26. November / 09:28 Uhr mit der Überschrift “Problem-Schirme am Bräustüberl in Tegernsee: Neues Spiel – neues Glück”

Die Schirme am Bräustüberl – zusammen mit der Bestuhlung eine nicht unkomplizierte Geschichte. Zumindest für den Tegernseer Bauausschuss. Der wird sich in seiner am Montag stattfindenden Sitzung erneut mit dem Bauantrag “für die Errichtung eines Biergartens mit Bestuhlung” befassen. Laut Aussage aus dem Tegernseer Rathaus gibt es einen neuen Bauantrag, der vom Brauhaus eingereicht wurde und über den das Gremium nun entscheiden muss. Wie genau der Antrag aussieht und in wieweit er sich an den Einwänden der letzten Bauausschuss-Sitzung – “zu groß, zu massiv und ohne Beispiel” – orientiert, konnte man uns allerdings nicht sagen.

Das wird man dann aber spätestens am Montag, ab 18:30 Uhr im Tegernseer Rathaus sehen.

Bauausschuss Tegernsee - Seite 1

Zweite Anmerkung vom 13. Oktober / 12:34 Uhr mit der Überschrift “Landratsamt verweigert Zustimmung – Erster Bauantrag nach zwei Jahren soll abgelehnt werden”
Das Landratsamt Miesbach hat uns auf Nachfrage bestätigt, dass Ihnen die Pläne für den Biergarten (Tische-Schirme-Kombination) seit letzter Woche vorliegen. Aber “man werde dem Antrag nicht zustimmen können”, so die Aussage des Pressesprechers.

Das Haupthindernis ist die Entscheidung der Stadt Tegernsee gegen die derzeitige Bebauung. Ein Ersetzen der Entscheidung zugunsten des Bauherrn wäre zwar möglich. Aber nur wenn wir rechtliche Vorwände gegen den Beschluss hätten. Die gibt es aber seitens des Landratsamtes nicht.

Auf die konkrete Nachfrage, ob der Pächter schon früher eine Baugenehmigung für den Biergarten beantragt hat, gab es eine sehr kurze Antwort:

Nein, das ist der erste Antrag in dieser Angelegenheit.

Damit sieht es nicht gut aus für Peter Hubert und seiner derzeitigen, unter vielen Gästen beliebten, Tische-Schirme-Kombination.
Jedoch muss in so einem Fall auch mal die Frage erlaubt sein, warum der Pächter erst jetzt – nach 2 Jahren – zum ersten Mal eine Baugenehmigung beantragt? Einen Bauplan gab es ja scheinbar schon vor über 2 Jahren.

Peter Hubert mit einem Bauplan des neuen Biergartens - Quelle: Bräustüberl Zeitung / Ausgabe Juni-Juli 2008

Den Ausschnitt haben wir übrigens aus der Juli-Ausgabe 2008 der Bräustüberl-Zeitung.

Anmerkung vom 16. September / 16:39 Uhr
Wie Andreas Obermüller in den Kommentaren gerade geschrieben hat, gibt es zu dem Thema auf merkur-online.de eine hitzige Diskussion. Mit derzeit 39 Kommentaren dürfte der Artikel dort der mit Abstand am meisten diskutierte sein.
Hier der Link zum Kommentarbereich des betreffenden Artikels auf Merkur Online.

Bestuhlung und Schirme im Sommer

Bereits Montag Abend hatte sich das Gremium im Tegernseer Rathaus fast einstimmig gegen die bereits vor 1 1/2 Jahren errichtete Kombination aus großen Schirmen und Bänken ausgesprochen. Zu groß, zu massiv und ohne Beispiel, so die Begründung der 8 Mitglieder. Sogar von einem ungerechtfertigten Bezugsfall, der damit geschaffen werden würde, sprach der Bauausschuss.

Fatal für Peter Hubert, Pächter des Bräustüberl: Er hatte das ganze Areal inklusive Parkplatz sowie den Schirmen und der Bestuhlung mit hohen Ausgaben neu errichtet. Jetzt muss er das “Ensemble” nachbessern. Was das genau bedeutet weiß aber niemand. Möglicherweise reicht es aus, wenn einfach weniger Bänke und Schirme aufgestellt werden. Sicher kann man aber nicht sein. Denn der Fall liegt nun beim Landratsamt Miesbach.

Peter Hubert will zu der ganzen Sache scheinbar nichts sagen. Auf eine Anfrage der Tegernseer Stimme von vor 2 Tagen gab es bisher keine Reaktion. Verständlich, wenn man bedenkt was auf dem Spiel steht.

Das Fatale an der Entscheidung des Tegernseer Bauausschusses: Sie bestraft diejenigen, die investieren und sich um den Tourismus Gedanken machen. Eine Stadt wie Tegernsee, die derzeit so abhängig ist vom Tourismus, darf Ihre Zugpferde nicht auf diese Art behandeln. Das hat auch nichts damit zu tun, ob einem die Anordnung der Schirme und Tische gefällt oder nicht. Das ist ein Zeichen seitens der Stadt. Und auch wenn wir uns gegen die gängige Meinung stellen sollten: Wir denken leider das falsche.

Talweite Projekte – Was steht auf der gemeinsamen Agenda der Tal-Bürgermeister?

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In den diversen Sitzungen der fünf Talgemeinden wird immer wieder von gemeinsamen Projekten gesprochen, die man angehen müsste. Da meint der Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing, dass “ein einheitliches Verkehrskonzept hergehört”. Der Wiesseer Gemeinderat Kurt Sareiter spricht von der Notwendigkeit einer einheitlichen Parkraumbewirtschaftung: “Wenn wir Geld fürs parken verlangen, und die anderen Gemeinden nicht, dann rennen uns doch die Gäste davon.”

Wir haben uns gefragt, welche Themen eigentlich wirklich auf der Agenda der Bürgermeister stehen, die sich ja regelmäßig einmal im Monat zu einer gemeinsamen Sitzung treffen.

Was wird da besprochen? Welche gemeinsamen Themen möchte man im kommenden Jahr angehen? Wo liegen die talweiten Prioritäten?

Die Fünf Bürgermeister in Tegernseelauf-Montur

Wir werden nach und nach die Einschätzung der fünf Talbürgermeister veröffentlichen. Als ersten haben wir Franz Hafner, 1. Bürgermeister von Rottach-Egern, befragt:

Herr Hafner, was genau passiert auf so einer Bürgermeisterbesprechung. Wie muss man sich das vorstellen?

Franz Hafner: Unsere monatlich stattfindenden Bürgermeisterdienstbesprechungen sind reine Arbeitssitzungen, in denen am Anfang in der Regel anstehende Probleme der TTT besprochen werden. Dabei ist auch der Geschäftsführer Georg Overs anwesend.

Im Anschluss daran widmen wir uns den täglichen Problemen in der Arbeit, die jeden von uns betreffen, so z.B. Zuschussanfragen, Veranstaltungen, Beteiligungen bei irgendwelchen Projekten usw.. Hierbei kommen nicht selten über 20 Punkte zusammen, die thematisiert werden. Meistens werden wesentlich mehr Punkte behandelt als auf der Einladung stehen.

Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden? Welche Projekte hat man in der Vergangenheit gemeinsam gestemmt?

Franz Hafner: Zunächst mal ist es so, dass wir natürlich nicht nur immer wieder auf die Notwendigkeit gemeinsamer Projekte hinweisen, sondern sie in vielen Fällen schon in die Tat umgesetzt haben. Als Beispiel könnte man den Zweckverband zur Abwasserbeseitigung im Tegernseer Tal nehmen, der seit mehr als fünf Jahrzehnten existiert und dem seit Anfang dieses Jahres auch die Gebührenhoheit und damit die gesamte Abwicklung der Abwasserbeseitigung für das gesamte Tal übertragen wurde.
Ebenso haben wir eine gemeinsame Musikschule, einen gemeinsamen Schulverband, den gemeinsamen Tegernseer Tal Verlag, zwei Volkshochschulverbände sowie einen Friedhofsverband.
Vorbildhaft ist sicher auch die seit mehr als 50 Jahren bestehende Zusammenarbeit bei der Tourismuswerbung in der Tegernseer Tal Gemeinschaft, die vor 11 Jahren zur Gründung der Tegernseer Tal Tourismus GmbH geführt hat.
Genauso muss man auch die Zusammenführung der Standesämter zum 01.11.2010 aufführen, die für jede Gemeinde Einsparungen mit sich bringt.

Trotzdem kocht doch bei vielen Veranstaltungen jeder sein eigenes Süppchen. Zumindest ist das manchmal der Eindruck. Wie sehen Sie das?

Franz Hafner: Es gibt Projekte, die zwar von außen betrachtet von einer einzelnen Gemeinde durchgeführt werden, jedoch als Gemeinschaftsprojekt gelten müssen. So z.B. die Montgolfiade, das Mountainbike-Festival oder auch das Musikfest Tegernseer Tal. Danben gibt es Dauer-Themen, die wir ebenfalls in gemeinsamer Arbeit auf die Beine gestellt haben. Wie die gemeinsame Jugendfreizeitstätte, gemeinsame Krippenplätze und Spielgruppen oder auch die erst jüngst entstandene Sicherung des Sonnenbichls als Trainingshang für unsere Skiclubs, zu der die Talgemeinden alle auch ihr Scherflein dazu beigetragen haben.

Und wie sieht die Zukunft aus? Was kann man von der talweiten Zusammenarbeit noch erwarten

Hafner 2

Franz Hafner

Franz Hafner: Selbstverständlich wird uns das Thema Schulentwicklung in nächster Zeit sehr beschäftigen; ein Dauerbrenner ist aber auch das Thema Tourismus mit all seinen Facetten, hier vor allem vor allem die Wintersportaktivitäten und Angebote außerhalb der Hauptsaisonzeiten.

Sicher wäre es wünschenswert, wie von Hr. Preysing angedeutet, ein gemeinsames Verkehrskonzept zu entwickeln, wobei hier enge Vorgaben aufgrund der geografischen Lage des Tales existieren.
Die gemeindeübergreifende Parkraumbewirtschaftung ist augenblicklich noch nicht in Planung.

Ebenso wichtig wie die Weiterentwicklung bzw. Erhaltung unseres Tourismus als „Hauptindustrie“ des Tales ist die Sicherung und Erhaltung der Handwerksbetriebe, unserer Landwirtschaft und unserer sonstigen Gewerbebetriebe.

Herr Hafner, vielen Dank für Ihre Einschätzung. VIelleicht noch ein letzer Satz?

Franz Hafner: Wir werden auch weiterhin gemeinsam alles dafür tun, unser Tal lebens- und liebenswert zu gestalten.