Freitag, 18. Mai 2012 (03:11 Uhr)

Arbeitslosenzahlen für das Tegernseer Tal: Tiefster Stand seit mindestens drei Jahren

Im Tegernseer Tal steigt die Arbeitslosigkeit - saisonbedingt

Vor genau einem Jahr hatten wir über die Arbeitslosenzahlen des Septembers 2010 berichtet. Die damalige Aussage: “Im Tegernseer Tal sind immer weniger Arbeitslose gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitsuchenden um 73 auf 335 gesunken.”

Heuer ist die Zahl der Arbeitslosen sogar weiter gesunken. Mittlerweile liegt sie bei gesamt 305 in den fünf Talgemeinden. Und damit auf einem so niedrigen Stand, wie seit drei Jahren nicht mehr. [Weiterlesen...]

Bachmair Weissach darf umbauen

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Dem Bauantrag des Hotel Bachmair Weissach auf Umbau von 4-Zimmer-Appartments in Doppelzimmer wurde durch den Kreuther Gemeinderat einstimmig stattgegeben.

Korbinian Kohler, der das Hotel letztes Jahr gekauft hatte und seither viel Geld in die Restaurierung und Neupositionierung des Hauses gesteckt hat, wird sich über dieses eindeutige und positive Abstimmungsergebnis sicher freuen.

Durch den Beschluss des Gremiums können im Bachmair an der Weissach 38 neue Doppelzimmer entstehen. Diese können bei Bedarf auch zu großen Suiten umgewandelt werden. [Weiterlesen...]

Haushalt 2010: Wie die Zweitwohnungssteuer die Rottacher Bilanz “aufhübscht”

Die Jahresrechnung für Rottach-Egern fiel sehr positiv aus

Ein positives Ergebnis konnte Kämmerer Gerhard Hofmann auf der letzten Gemeinderatssitzung für das Haushaltsjahr 2010 verkünden. Trotz der Einbrüche in der Gewerbesteuer sei die Entwicklung sehr zufriedenstellend. Dabei habe vor allem die Zweitwohnungssteuer einen maßgeblichen Anteil an diesem Ergebnis, so Hofmann.

Teilweise umstritten und bis 2004 in Bayern sogar unzulässig, entwickelt sich die Steuer für die Gemeinden mittlerweile zu einem echten Goldesel. [Weiterlesen...]

Tegernseer Brauhaus in Gmund: Nächste Hürde genommen – Eröffnung noch in 2011

Die neue Abfüllanlage des Tegernseer Brauhauses ist der SGT ein Dorn im Auge

Die Bauarbeiten am neuen Tegernseer Brauhaus sind in vollem Gange. Geplant ist die Eröffnung für Ende 2011. Und jetzt hat der monumentale Bau der neuen Abfüllanlage die nächste baurechtliche Hürde genommen.

Dabei ist “Monumental” keine Übertreibung, wenn man sich die Maße des Gebäudes auf dem Papier anschaut. [Weiterlesen...]

Maximilian-Areal mit Supermarkt-Konzept: “Ein Schandfleck mit Zukunft”

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Ergänzung vom 7. Juli / 15:05 Uhr
Uns hat eine Leserstimme zum neuen Konzept des Maximilian erreicht, den wir hier gerne veröffentlichen wollen. Hans Jürgen Menge unterstützt die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal bei bestimmten Projekten.

Die Schutzgemeinschaft wiederrum vertritt den kulturellen Schutz des Tegernseer Tals und steht damit öfters den Interessen von Investoren und Gemeinden gegenüber. [Weiterlesen...]

Betriebsbedingte Kündigungen bei Wiesseer Spielbank immer wahrscheinlicher

Das Casino verzeichnet einen nachhaltigen Umsatzschwund

145 Mitarbeiter waren vor Beginn der Bemühungen zum kontrollierten Personalabbau Ende April in der Spielbank Bad Wiessee beschäftigt. Wieviele von denen bis Ende des Sommers noch da sein werden, ist derzeit jedoch völlig unklar. Sicher sind nur drei Dinge:

1. Den Bayrischen Spielbanken geht es schlecht. Der Bruttospielertrag sinkt seit Jahren. Die Casinos in Bad Wiessee und Feuchtwangen sind die einzigen, die noch Gewinne einfahren.
2. Von den knapp 730 Mitarbeitern müssen bayernweit 140 gehen.
3. Aufgrund der jungen Mitarbeiterstruktur wäre Wiessee von immer wahrscheinlicher werdenden betriebsbedingten Kündigungen besonders stark betroffen.

Damit es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen muss, haben die Spielbanken in den vergangenen zwei Monaten versucht über Abfindungen und Aufhebungsverträge soviele Mitarbeiter wie möglich “loszuwerden”.

Gestern Abend lief diese Frist nun aus. Und so wie es derzeit aussieht haben alle Versuche der lokalen Spitzenpolitiker, positiven Einfluß auf den drohenden Stellenabbau zu nehmen, wenig gebracht.

Das Damoklesschwert der betriebsbedingten Kündigungen

Wie uns Thomas Mandl von der Tegernseer SPD heute morgen telefonisch mitgeteilt hat, haben er und einige seiner Parteikollegen sich gestern Abend unter anderem mit der Spielbank-Direktorin Antje Schura getroffen, um mehr über den aktuellen Stand des geplanten Personalabbaus zu erfahren.

In einem laut Mandl “harmonisch und offenen Gespräch” hat die Führungsmannschaft der Wiesseer Spielbank dabei unter anderem den aktuellen Stand des “Freiwilligenprogramms” dargelegt. Insgesamt 20 Mitarbeiter haben sich in Bad Wiessee gemeldet und in den letzten zwei Monaten das Abfindungsagebot angenommen. Bayernweit jedoch waren es zu wenige. Damit kommt nun aller Voraussicht nach der gefürchtete Sozialplan zum Tragen, nach dem Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt werden kann.

Die Kriterien sind: Betriebszugehörigkeit, Alter oder auch Familienstand. Kurz gesagt ist das Risiko für eine Kündigung am höchsten wer jung, damit auch weniger lang dabei und Single ohne Kind ist.

Die Gefahr einer Abwärtsspirale, an deren Ende reale Verluste in Wiessee stehen

Dabei ist das dramatische der eigentlich positive Umstand, dass das Wiesseer Casino selber – zumindest im großen Spiel – schwarze Zahlen schreibt. Die Verlustbringer bei den Bayrischen Spielbanken sind andere. Da die Staatsregierung jedoch alle in einen Topf wirft, wird es nun auch Bad Wiessee treffen.

Bereits jetzt klagt man in der Geschäftsleitung über Personalmangel aufgrund der freiwilligen Abgänge. Das sehr personalintensive Große Spiel leidet zunehmend darunter. Die Spielzeiten müssen verkürzt werden. Damit verzichtet die Spielbank auf wichtige Einnahmen. Laut Schura könne damit sogar eine negative Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden, an deren Ende sogar die Spielbank in Bad Wiessee rote Zahlen schreiben würde.

Ein Szenario, dass in dem Fall nicht nur dem Wiesseer Bürgermeister mit seinem noch offenen 17-Millionen-Euro Kredit für den Spielbank-Neubau schlaflose Nächte bescheren dürfte.

Gmunder Gemeinderat diskutiert Konzept für das Maximilian

Nächste Gemeinderatssitzung im Gmunder Rathaus am 28. Juni ab 19 Uhr

Am kommenden Dienstag wird sich der Gmunder Gemeinderat mal wieder mit dem Maximilian beschäftigen. Nach der ausführlichen Beteiligung der Bürger und dem Einsetzen einer Projektgruppe wird der Gemeinderat das konkrete Konzept diskutieren, mit dem man den erhofften Investor für das millionenschwere Vorhaben akquirieren möchte.

Ob es tatsächlich ein Burger King wird, der am Ende im Maximilian einzieht, ist natürlich sehr fraglich. So richtig ernst gemeint war die Leserstimme ja auch nicht. Nur hat sie gezeigt, dass man eventuell auch mal völlig abwägige Gedanken haben muss, will man das jahrhundertealte Anwesen tatsächlich bewahren.

Der Wille zur Bewahrung ist derzeit nämlich genauso offen, wie der Einzug eines Fast-Food-Restaurants.

Hier alle Themen der nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag um 19 Uhr im Sitzungssaals des Rathauses:

Nächste Gemeinderatssitzung im Gmunder Rathaus am 28. Juni ab 19 Uhr

Wiessee lebt auf – Video vom gestrigen Straßenfest “Feuer und Flamme”

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In Bad Wiessee ist ja alles nicht so einfach – so zumindest manchmal der Eindruck. Geschäfte sterben. Touristen bleiben weg. Skilifte schließen. Gegen diese Entwicklung stemmen sich seit einiger Zeit Verantwortliche und Vertreter der Gemeinde.

Geschäftsbetreiber, Vereine, Gemeinderäte. Viele ziehen an einem Strang. Es soll wieder aufwärts gehen mit dem Ort. Leben einkehren. Neues Gewerbe sich ansiedeln.

Das ist auch das erklärte Ziel des Unternehmerverbundes Aktive Wiesseer. Und gestern war so etwas wie die Feuertaufe für die knapp 30 Mitglieder unter dem neuen Vorsitzenden Robert Kühn, selbst Eigentümer eines Schuhgeschäftes in der Münchner Straße.

Feuer und Flamme ist ein Konzept, dass schon zum dritten Mal in Bad Wiessee durchgeführt wurde. Doch dieses Mal war es ein wenig anders. Größer, aktiver – einfach schöner – was möglicherweise auch am Wetter lag.

Und das zeigte sich auch an der Stimmung. Am Nachmittag noch etwas verhaltener, stieg diese mit der Anzahl der Besucher zum Abend hin an. Profitieren konnte auch der Beach Club, der zum ersten Mal in diesem Sommer so richtig gut besucht war, wie man auch im folgenden Video sieht.

Viel Spass beim Anschauen!

Eine Stimme für Peter Janssen – dem streitbarsten Bürgermeister im Tegernseer Tal

Peter Janssen beim Verhandlungstermin des Münchner Verwaltungsgerichtes zum umstrittenen Seesteg

Peter Janssen beim Vor-Ort-Verhandlungstermin des Münchner Verwaltungsgerichtes zum umstrittenen Seesteg.

Uns hat der Kommentar eines Lesers erreicht. Er ist zwar anonym, was die Bürgermeister reihum dazu veranlassen würde ihn demonstrativ nicht zur Kenntnis zu nehmen oder gar zu beantworten. Aber da der Leser in ausnehmend objektiver Weise die Arbeit des Tegernseer Stadtrates und des Bürgermeisters Peter Janssen würdigt, veröffentlichen wir seinen Kommentar als eigenen Artikel.

Wir haben die Leserstimme nicht bewertet oder kommentiert. Jedem, mit einer anderen Meinung, steht es aber frei diese über das Kommentarfeld mitzuteilen.

Von Berndi / 16. Juni 2011:
Peter Janssen ist eine streitbare Person und er zählt gewiss nicht zu meinen Freunden. Man muss aber Fair sein: Fakt ist, dass wohl die meisten Tegernseer nach sechs Jahren mit seiner Arbeit zufrieden waren, denn sonst hätten sie ihn nicht 2008 erneut zum Bürgermeister gewählt. Und auch sein “Abnickgefolge” hat wohl jemand (wieder-)gewählt, oder? Ohne Wählerauftrag sitzt niemand im Stadtrat, auch in Tegernsee nicht.

Wer sich die letzten Wochenenden im Ortskern aufgehalten hat, konnte feststellen, dass die Staus die durch den Ausflugsverkehr verursacht werden nicht länger geworden sind. Und optisch muss wohl zugegeben werden, hat die Hauptstraße eine tolle Aufwertung erhalten. Schade dass noch nicht jeder Hausbesitzer begriffen hat, dass evtl. sein Haus/Laden auch eine Renovierung vertragen könnte.

Verkehrsinsel hin oder her. Für Fußgänger ist die Situation am Rathausplatz vorteilhafter geworden. Wenn die Sparkasse ihr Gebäude auch in Ordnung bringt, ist der Platz Filetstück. Schauen sie in die Nachbargemeinden Tegernsees, dort fängt man jetzt an auch Verkehrsinseln zu bauen z. B. Rottach-Egern am Warmbad und ehem. Kaktus.

Die Idee, aus dem stinkenden Toilettenhaus ein attraktives Seelokal zu machen ist aufgegangen. Die Besucherzahlen zeigen es. Wenn der Seeufersteg zwischen Länd und Rathausplatz wirklich so eine Schnapsidee sein soll, wie es einst behauptet wurde, dann frage ich mich warum er so stark frequentiert wird und warum auf einmal so viele Leute durch die Länd spazieren? Eine Weiterführung zum Strandbad würde sicherlich aufgehen.

Die Probleme mit dem Hotel Guggemos gibt es mit und ohne zweiten Seeufersteg. Schon vor Jahren konnte man an den Stammtischen hören, dass das herzogliche Haus kein Interesse mehr am Hotel G. in Tegernsees Zentrum habe. Ein solcher Steg wäre doch für eine Seeterasse wie es das Guggemos hat ein echtes Einfallstor gewesen. Das Beispiel LVA zeigt, wie man einen Seeuferweg schön durch ein ähnliche genutztes Areal führen kann. Dort stört sich kein Patient daran!

Ich könnte noch weiter schreiben, denn auch der Kurgarten und die Rosenstraße haben eine ansprechende Erfrischungskur erhalten. Toll auch was dieser Stadtrat der Firma Lidl mit den Familienwohnungen abgerungen hat – Lidl-Markt hin oder her.

Kritisch hingegen sehe ich die Verbauung an der nördlichen Otkarstraße/Klosterwachtstraße und auch der Wegfall der Busparkplätze am Strandbad war meiner Meinung nach von Nachteil. Trotzdem ziehe ich eine positive Bilanz.

Das meiste was der Stadtrat in den letzten 9 Jahren angepackt hat, ist schön geworden.

Investitionen in Bad Wiessee: Eröffnung des Bade Parks verschiebt sich auf nach Pfingsten

Bedarfsschätzung Berechnung Freie Wähler

In den Badepark in Bad Wiessee wird kräftig investiert

Zweite Ergänzung vom 11. Juni / 00:06 Uhr
Bereits zum zweiten Mal muss die Gemeinde Bad Wiessee die Wiedereröffnung des Badeparks verschieben. Nach der umfassenden Renovierung wollte man das Bad eigentlich spätestens am heutigen Samstag und damit noch vor den anstehenden Pfingstferien eröffnen.

Daraus wird nun allerdings doch nichts: Ganz kurzfristig stehen die Verantwortlichen vor weiteren technischen Schwierigkeiten. Ein Riss in einem der Wasserspeicher muss noch repariert werden.

Somit wird der Badepark voraussichtlich erst im Laufe der kommenden Woche eröffnen können.

Zweite Ergänzung vom 30. Mai / 12:51 Uhr
Im April kam die Ankündigung aus dem Wiesseer Rathaus, dass man sich bei der anstehenden Renovierung des Bade Parks ausschließlich auf die interne Technik konzentrieren werde. Etwaige sichtbare Maßnahmen im Bade- oder Saunabereich müsse man aufgrund der Kostensituation hinten anstellen. Dafür sei einfach kein Geld da.

Nun stellt sich die Situation etwas anders dar. Laut einem Bericht im Merkur umfassen die Renovierungsarbeiten, die seit Anfang Mai andauern, auch den Innenbereich.

Neue Unterwasser-Scheinwerfer, frische Farbe und die Sanierung von zwei Saunen stehen auf dem Plan bzw. werden aktuell umgesetzt. Auch ein Grund weshalb sich die Arbeiten um mindestens eine Woche verschieben werden. Außerplanmäßig fallen zusätzliche Reparaturen an Leitungen und der Sauna-Elektronik an.

Dass der Badepark erst frühestens am 11. Juni, und damit zum Pfingssamstag eröffnet, ist ein kleiner Schlag für die Bemühungen der Gemeinde mehr Besucher anzulocken. Wobei man sich bei dem derzeitigen Angebot nicht wundern muss, weshalb die Besucher ausbleiben. Der Bade Park erstrahlt in einem Charme, der den Glanz früherer Tage vermissen lässt. Der Saunabereich ist ein wenig in die Jahre gekommen, aber für den Preis von 10,50 Euro für 2 1/2 Stunden noch akzeptabel.

Wenn allerdings jemand nur zum Schwimmen kommen will, ist der Preis völlig überteuert für das was man erhält. Denn dann ist es ein normales Schwimmbad. Und für den normalen Besucher fast unerschwinglich.

Ergänzung vom 20. April / 08:58 Uhr
Der Bade Park in Bad Wiessee erhält ein neues Kraftwerk mit Heizung, eine neue Lüftungsanlage sowie eine neue Gebäudeleittechnik. Die Gemeinde kostet die Investition etwas über 650.000 Euro. Der Freitstaat Bayern bezuschusst das ganze zusätzlich mit 350 000 Euro.

Eine Alternative zu der umfassenden Sanierung, die der Besucher nicht mitbekommen wird, hatte die Gemeinde nicht. Gegenüber der Zeitung äußert sich Bürgermeister Peter Höß mit den Worten: “Ansonsten hätten wir zusperren müssen.”

Das Ziel der Investitionen ist das Bad zumindest technisch gesehen zukunftsfähig zu machen. Eine umfassende Renovierung im Inneren wird es aber laut Höß nicht geben. Dafür sei einfach kein Geld da.

Geschäftsleiter Michael Herrmann hatte in einem früheren Gespräch betont, dass einige Wiesseer Einrichtungen, wie beispielsweise der Bade Park kostenseitig noch aus Zeiten einer florierenden Spielbank stammen. Die Gemeinde aber mittlerweile aufgrund der hohen Schulden aus dem Spielbankneubau und den gleichzeitig drastisch zurückgehenden Erträgen diese Kosten nur noch schwer stemmen kann. Neue Investitionen dagegen seien fast unmöglich.

Und doch denkt laut Peter Höß in der Gemeinde derzeit niemand daran das Bad zuzumachen. Auch der Gemeinderat stellt sich derzeit noch relativ geschlossen hinter die kostspieligen Einrichtungen. So zumindest die Aussagen auf der letzten Sitzung (siehe ursprünglicher Artikel).

Die Frage ist nur wie lange Höß und die Gemeinderäte ihr Bekenntnis zum Badepark aufrechterhalten können. 650.000 Euro soll der Verlust aus dem laufenden Betrieb alleine in diesem Jahr betragen.

Ursprünglicher Artikel vom 06. April:
16 von 16 anwesenden Gemeinderäten haben gestern Abend dem Wiesseer Haushaltsplan 2011 zugestimmt. Und das obwohl Gemeindekämmerer Franz Ströbel die Vorstellung des Zahlenwerks mit den Worten „Sorgen und Kummer drücken den Haushalt“ begann.

Zwar sollen im Jahr 2011 insgesamt 611.635 Euro dem Vermögenshaushalt der Gemeinde zugeführt werden. Diese Summe reiche aber nicht mehr aus, um die Ausgaben und Investitionen der Gemeinde zu decken, so Ströbel. Auf der Einnahmenseite belastet besonders der Rückgang der Spielbankabgaben und des Kurbeitrages die Gesamtrechnung.

Der Gesamtschuldenstand der Gemeinde liegt demnach bei 3,856 Mio. Euro. Und die Schulden für den Neubau der Spielbank betragen immer noch 17,435 Millionen. Warum die Gemeinde trotzdem nicht überschuldet ist, kann man am Samstag im zum ersten Mal erscheinenden kostenlosen Tegernseer Stimme Magazin nachlesen. Nur soviel: Schulden sind nicht gleich Schulden.

Prinzipiell ist im gut 25 Millionen Euro starken Wiesseer Gesamthaushalt ein wenig Puffer vorhanden. Dafür sorgen beispielsweise die Rücklagen in Höhe von 3,8 Mio. Euro. Die Ausgaben sind jedoch enorm. Und die Investitionen im Gesamtumfang von 3,5 Mio. Euro ebenfalls sehr beachtlich.

Der Kämmerer schloß dann auch seinen Vortrag in Anlehnung an ein Zitat von Benjamin Franklin:
“Es gibt zwei Wege, um glücklich zu werden: Wir müssen entweder unsere Wünsche reduzieren oder unsere Mittel vergrößern – beide sind gleich geeignet.”

Und dann ging die Diskussion im Gemeinderat los, die wir in diesem Fall als Ansammlung von Zitaten darstellen:

Kurt Sareiter (CSU):

Wenn Sie, Herr Ströbel, Kämmerer der Gemeinde Gmund wären, müssten Sie sich erschießen. Der Haushalt ist solide und andere Gemeinden würden uns – vor allem für unsere Rücklagen – beneiden.

(…) Jedoch stört mich die Erhöhung des Hebesatzes der Gewerbesteuer von 300 auf 350. Dies schreckt potenzielle neue Firmen ab.

Peter Höß (FWG):

Ohne die Erhöhung des Hebesatzes bei der Gewerbesteuer ist der Haushaltsplan nicht genehmigungsfähig gewesen. Der Rücklagenstand ist sehr erfreulich, schmilzt aber nach und nach.

Alois Fichtner (CSU):

Die Personalkosten von 3,9 Mio. Euro müssen weiter runter.

Bei den Hotelübernachtungszahlen ist Bad Wiessee mit Abstand größter Verlierer. Das spüren wir dann natürlich nicht nur bei der Kurtaxe und der Gewerbesteuer. Da muss unbedingt etwas getan werden.

Peter Höß (FWG):

Das hängt mit der Schließung des Hotels Lederer zusammen. Einige Hotels vermelden positive Entwicklungen und Zahlen.

Und zu den Personalkosten: Einige Stellen sind zurzeit doppelt besetzt. Mehrere Gemeindemitarbeiter gehen demnächst in Rente und die Nachfolger sind bereits da. An anderen Stellen werden wir noch Personal reduzieren. Die Lage bei den Personalkosten wird sich auf jeden Fall entspannen.

Robert Huber (SPD):

Der Badepark, das Jodschwefelbad und die Gaststätte Hotel zur Post – das sind leider alles Negativposten im Haushalt. Und so wie es ausschaut wird sich das eher noch weiter ins Negative entwickeln. Aber wir bieten hier auch etwas an in Bad Wiessee. So wie die Spielbank, die wir mit 28 Mio. finanziert haben. Damals noch in der Hoffung später mehr zu haben. Jetzt haben wir eher weniger Einnahmen als früher mit der Alten.

Bernd Kunze-Fechner (SPD):

Klar könnten wir das Geld von einem Verkauf des alten Spielbankgeländes am See sehr gut gebrauchen. Ein Teilverkauf sollte auch in Betracht gezogen werden. Manchmal ist es besser wenn man das eine oder andere nicht baut. Das Seeforum z.B. würde den Haushalt noch mehr belasten und nichts einbringen.

Hartwig Bayerschmidt (CSU):

Investition in das Jodschwefelbad von über 200.000 €. Dazu die Gelder, die wir an die Holländer zahlen. Damit kommen wir insgesamt auf rund eine halbe Million Euro. Die Belastung des Haushaltes durch diesen Posten lag im Schnitt in den letzten Jahren bei 300.000 Euro. Das stimmt mich traurig.

Ingrid Versen (CSU):

Neue Denkansätze müssen mal gefunden werden – nur 2% unserer Gäste nutzen das Jodschwefelbad. Wir als Gemeinde tragen das Risiko und die Kosten.

Birgit Trinkl (FWG):

Zum Jodschwefelbad: Neudenken ja – aber nicht zusperren. Was wäre sonst mit dem „Bad“
Den Sanierungsmaßnahmen haben wir damals gemeinsam und einstimmig im Gemeinderat zugestimmt.

“Ich glaube an den schnellen Atomausstieg”

Wasser, Wind und Sonne - für regenerative Energie gibt es im Tal viele Möglichkeiten

Glühlampen werden verboten. Atomkraftwerke abgeschaltet. Ökostrom boomt. Mit der Energiewende Oberland wird auch bei uns einiges versucht, um in Zukunft alles besser zu machen.

Bis zum Jahr 2035 soll der gesamte Landkreis Miesbach energieautark werden. Insgesamt etwa 50 Beteiligte – Vertreter der Gemeinden und andere Akteure ‒ haben das Konzept bereits vor einiger Zeit auf den Weg gebracht. Landkreisentwickler Toni Scherer wacht über die Umsetzung in den einzelnen Kommunen und zeigt sich dabei sehr optimistisch:

„Ich glaube fest daran, dass wir mit unserer eigenen Energie auch unseren eigenen Verbrauch decken können.“ Allerdings sei dazu auch notwenig, dass „wir unsere Art und Weise, wie wir leben, ändern“. Wir müssen uns wieder in Mäßigkeit üben, anstatt in Saus und Braus zu leben, davon ist der Kreisentwickler überzeugt. Dass alle zusammenarbeiten, sei der Grundgedanke des Konzepts, deshalb heiße es „integriert“.

Im Gespräch mit E-Werk Direktor Dr. Norbert Kruschwitz

Dass sich auch die Bürger in den Tal-Gemeinden stärker engagieren, darauf hofft der Kreisentwickler. Denn nur durch tatkräftiges und durchdachtes Handeln kann der Klimawandel auch im lokalen zielgerichtet angegangen werden.

Ob die Ziele der Energiewende realistisch sind und was unter anderem der Atomausstieg für die Strompreise im Tal bedeutet, haben wir Dr. Norbert Kruschwitz, Direktor des Elektrizitätswerks Tegernsee gefragt.

Im Gespräch: Dr. Norbert Kruschwitz

Tegernseer Stimme: Herr Dr. Kruschwitz, glauben Sie an den schnellen Atomausstieg?
Dr. Norbert Kruschwitz: Ja. Was Deutschland angeht, bin ich davon überzeugt. Aber wir sind von Ländern mit Nuklearanlagen umgeben. Dort ist der Ausstiegswille eher unterentwickelt.

Atomstrom gilt als billig. Heißt das also, dass wir in Zukunft einen höheren Strompreis akzeptieren müssen?
Was heißt in Zukunft? Diese Entwicklung haben wir ja schon. Seit es im März hieß, dass sechs Atomkraftwerke im Moratorium abgeschaltet werden sollen, ist der Strompreis auf den Großhandelsmärkten um 20 Prozent gestiegen. Das ist in dieser Deutlichkeit bloß beim Bürger noch nicht angekommen. Unsere Verträge sind über mehrere Jahre festgeschrieben. Aber in ein bis zwei Jahren wird sich das deutlich auf die Strompreise auswirken.

Mit diversen Verboten versucht der Staat Energie zu sparen. Bringen uns Energiesparlampen aber wirklich weiter?
Der Anteil, den das Licht an der Strommenge ausmacht, wird immer überschätzt. Er liegt nur bei etwa 10 Prozent. Die paar Haushaltslampen machen nicht viel aus.Und dass die EU quecksilberbelastete Enerigesparlampen vorgeschrieben hat, die darüber hinaus auch noch andere giftige Stoffe abgeben, halte ich für einen ökologischen Treppenwitz. Da ist wenig eingespart worden.
Am meisten Energie im Haushalt verschlingt die Heizung und Geräte wie Spülmaschinen, Kühlschränke, Waschmaschinen. Hier energieeffiziente Geräte einzusetzen, macht Sinn.

Wie sieht es denn bei uns aus – ist der Landkreis Miesbach bis 2035 wirklich energieautark?
Ach, wissen Sie, Horizonte bis 2035 kann man durchaus visionär eröffnen. Aber für den Landkreis Miesbach alleine habe ich da meine Zweifel. Autark können wir nur werden, wenn wir über den Landkreis hinaus die regenerativen Energiequellen ausnutzen: Wasserkraft und Windkraft zum Beispiel. So kann sicherlich eine höhere Abdeckung erreicht werden. Nur auf örtlicher Ebene wird das schwierig.

Ist es für Sie überhaupt möglich, sich auf die Energiewende Oberland einzustellen?
Das ist nicht die entscheidende Frage. Die Ratschläge sind sicher gut gemeint. Aber ob man damit Autarkie erreicht, ist fraglich.

Was müsste man also tun, um den Ausbau erneuerbarer Energien wirklich zu beschleunigen?
Nur auf den Ausbau regenerativer Energien zu setzen ist zu einseitig. Am meisten gewinnen wir mit dem Ausbau der Energieeffizienz: Wärmedämmung in Altbauten, an Dächern, Fenstern, Türen und Wänden. Auch mit moderner Straßenbeleuchtung ist viel zu machen. Alte Laternen brauchen noch 120 Watt, die neuesten Entwicklungen liegen bei etwa 10 – 15 Watt.

Insgesamt braucht es aber auch einen ausgewogenen Energiemix: Wind, Wasser, Sonne und Biomasse. Vor Einseitigkeit will ich aber warnen. Am Tegernsee wird beispielsweise traditionell viel mit Holz geheizt. Würden dazu noch viele große Hackschnitzelheizungen errichtet, bekommen wir ein Problem mit der Luftqualität. Das gefährdet langfristig auch das „heilklimatische“ Prädikat im Tal.

Was ist Ihre persönliche Prognose für die Zukunft des Energiemarktes?
Der Markt geht eindeutig in Richtung erneuerbare Energien. Man wird aber bald erkennen, dass das nicht ausreicht. Und da die Atomkraft langfristig abnehmen wird, werden andere Kraftwerks-Typen wie Gas-, Kohle- oder Wasserkraftwerke eine Renaissance erleben. Bis hin zum Bau von neuen Kraftwerken. Ob man sie haben will oder nicht, wir (ver-)brauchen nun mal eine Menge Energie. Eine andere Möglichkeit wäre, man schafft per Gesetz alle Kraftwerke ab und wir nehmen in Kauf, dass wir ab und zu im Dunkeln sitzen. Das wäre vielleicht manchmal ganz heilsam.

Herr Dr. Kruschwitz, wir Danken für das Gespräch!

Sanierung des alten Postamts in Tegernsee – Fortschritte nach juristischen Problemen

Dieses Bootshaus steht unter Denkmalschutz. Ob damit der gesamte Steg gekippt wird? Das erscheint eher als unwahrscheinlich.

Das alte Postamt in Tegernsee wird mit Eigentumswohnungen ausgebaut

Anmerkung vom 31. Mai / 15:50 Uhr:
Das ehemalige, unter Denkmalschutz stehende Postamt wird saniert und mit sieben Eigentumswohnungen ausgestattet. Einstimmig hat der Stadtrat der Sanierung im letzten Jahr zugestimmt und gestern Abend hat auch der Bauausschuss die erste Tektur durchgewunken.

Dabei waren die Planungen im letzten Jahr ins Stocken geraten. Das Leipziger Unternehmen Licon, welches das Objekt kaufen und sanieren wollte, kam ins Visier der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei. Der Vorwurf: Untreue und Steuerhinterziehung. Betroffen davon auch das alte Postgebäude in Tegernsee. Alle Infos dazu im ursprünglichen Artikel weiter unten.

Inwieweit auch die Isartaler Projekt- und Finanzkonzept GmbH, die das Projekt gesellschaftsrechtlich begleitet und für die Stadt als Ansprechpartner fungiert, in die juristischen Probleme bei Licon verstrickt war, ist derzeit unklar. Klar ist, laut Bürgermeister Peter Janssen, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse nun geklärt sind. Somit kann in der Bahnhofstraße 38 endlich gebaut werden.

Ergänzung vom 01. Dezember 2010 / 11:10 Uhr:
Auf der letzten Sitzung hatte sich der Tegernseer Bauausschuss ein weiteres Mal mit der Sanierung des ehemaligen Postamtes beschäftigt. Dieses Mal jedoch unter den Vorzeichen der bekannten juristischen Probleme des Sanierers Licon, der das alte Gebäude mit sieben Eigentumswohnungen ausstatten wollte.

Da der Antragssteller für das bei der Sitzung einstimmig entschiedene Thema “Abstandsflächen” die Isartaler Projekt- und Finanzkonzept GmbH aus Starnberg war, und laut Bürgermeister Janssen keine rechtliche Verbindung zum Leipziger Unternehmen Licon bekannt ist, geht man im Rathaus davon aus, dass die Sanierung ohne weitere Probleme voranschreiten wird.

Es könnte natürlich auch sein, dass der Antragssteller nur ein Dienstleister ist, der von Licon beauftragt wurde, die notwendigen Schritte juristisch und gemeinderechtlich zu begleiten. Oder aber es handelt sich um die Firma, über die Licon-Mitgesellschafter Jürgen Henning im folgenden Interview mit der Immobilien-Zeitung (IZ) spricht:

Frage der IZ: Waren das die einzigen Schattenprojekte?

Henning: Wir wissen noch von einem Unternehmen, das kleinere Projekte in Tegernsee (Anmerkung: u.a. das ehemalige Postamt) und Schäftlarn-Ebenhausen bei München hatte und das sein operatives Geschäft über die Licon abgewickelte.

Frage der IZ: Was wird jetzt aus diesen Projekten?

Henning: Wir werden alles daran setzen, die Verfügungsgewalt über diese Projekte zu erhalten. Ursprünglich war ja geplant, dass dieses Licon-Projekte werden sollten.

Auf Nachfragen hat man in der Isartaler Projekt- und Finanzkonzept GmbH bisher nicht reagiert. Die Vorzeichen können jedenfalls als “nicht vollkommen unkritisch” bezeichnet werden. Und wie es genau mit dem Postamt weitergeht, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt relativ offen.

Ursprünglicher Artikel vom 21. Mai:
Das Projekt zur Sanierung des alten Postgebäudes in Tegernsee ist eventuell gefährdet. Erst im Mai diesen Jahres hatte sich der Stadtrat einstimmig dafür ausgesprochen das ehemalige, unter denkmalschutz stehende Postamt sanieren zu lassen und mit sieben Eigentumswohnungen auszustatten.

Nun gerät das Leipziger Unternehmen Licon, welches das Objekt kaufen und sanieren wollte, ins Visier der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei. Der Vorwurf: Untreue und Steuerhinterziehung. Betroffen davon auch das alte Postgebäude in Tegernsee.

Bei Recherchen war aufgeflogen, dass aus der Firma scheinbar über ein System von Schattenprojekten insgesamt 5 Mio. Euro abgeflossen sind. Bei diesen Schattenprojekten führte Licon zwar die Verhandlungen, kaufte die Projekte aber nicht an, sondern bürgte lediglich für den Kaufpreis. Über ein angeschlossenes Provisionsverfahren haben sich die Beschuldigten dann unrechtmäßig bereichert – so der Vorwurf.

Da das auch bei dem Sanierungsvorhaben in Tegernsee passiert ist, ist jetzt völlig unklar, wie es weitergeht.
Die Firma versucht derzeit laut eigener Aussage die Kontrolle über die betroffenen Projekte zu bekommen, damit die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden können.

Drohender Stellenabbau bei der Spielbank Bad Wiessee

Antje Schura, die Direktorin der Wiesseer Spielbank

Zweite Ergänzung vom 27. Mai:
Nicht nur der direkt betroffene Wiesseer Bürgermeister Peter Höß und “sein” Gemeinderat stellt sich hinter die Beschäftigten der Spielbank. Das Thema ist so politisch, dass alle fünf Bürgermeister ein gemeinsames Schreiben unterzeichnen werden. Wie Franz Hafner in der Rottacher Gemeinderatssitzung am Mittwoch Abend bekanntgab, sollen darin die Bedenken der Talbürgermeister gegen den geplanten Stellenabbau zum Ausdruck gebracht werden.

Zwar werden aller Voraussicht nach in der Spielbank in Bad Wiessee keine Stellen direkt abgebaut. Aber aufgrund der schlechten Situation in anderen bayerischen Spielbanken und der jungen Mitarbeiterstruktur in Bad Wiessee kann es, gerade bei Mitarbeitern die noch keine 15 Jahre an Bord sind, zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Davon wäre ein nicht unerheblicher Teil der derzeitigen Belegschaft betroffen. Mitarbeiter, die in der Mehrzahl in einer der fünf Talgemeinden leben.

Ergänzung vom 24. Mai / 08:51 Uhr
Bürgermeister Peter Höß hat in der letzten Gemeinderatssitzung über die aktuelle Entwicklung zum möglichen Stellenabbau in der Wiesseer Spielbank informiert und dabei klar gemacht, dass die Gemeinde sich hinter die Mitarbeiter stellt und alles tun werde, damit es nicht zu dem beschriebenen Szenario kommt.

Bereits im März habe sich Höß unter anderem schriftlich an den Finanzminister Georg Fahrenschon gewandt. Mittlerweile sind auch Landrat Jakob Kreidl, Landtagsabgeordneter Alexander Radwan und CSU-Staatssekretär Franz Josef Pschierer in das Thema involviert. Laut CSU-Gemeinderat Kurt Sareiter, der in der Sitzung einen kurzen Überblick über die Bemühungen der Landes-CSU zum Thema Stellenabbau gab, soll es in Kürze weitere Gespräche geben. Und nicht nur die Mitarbeiter hoffen, dass diese einen guten Ausgang für den Großteil der 145 Spielbank-Angestellten nehmen.

Antje Schura, die Direktorin der Wiesseer Spielbank

Ursprünglicher Artikel vom vom 12. Mai:
145 Mitarbeiter sind derzeit in der Spielbank Bad Wiessee beschäftigt. Wieviele von denen Ende des Jahres noch da sein werden, ist derzeit jedoch völlig unklar. Sicher sind nur drei Dinge:

1. Den Bayrischen Spielbanken geht es schlecht. Der Bruttospielertrag sinkt seit Jahren. Die Casinos in Bad Wiessee und Feuchtwangen sind die einzigen, die noch Gewinne einfahren.
2. Von den knapp 730 Mitarbeitern müssen bayernweit 140 gehen.
3. Aufgrund der jungen Mitarbeiterstruktur wäre Wiessee von möglichen betriebsbedingten Kündigungen besonders stark betroffen.

Im Gespräch mit der Tegernseer Stimme beschreibt die Spielbank-Direktorin Antje Schura wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte und wie gravierend die Auswirkungen auf die Mitarbeiter des talweit drittgrößten Arbeitgebers möglicherweise sein werden.

Frau Schura, warum ist der Bruttospielertrag (BSE. Anm. d. Red.: Umsatz eines Casinos) der Spielbanken seit Jahren rückläufig? Liegt es tatsächlich am Rauchverbot?
Die Gründe sind vielfältig. Dabei ist das Rauchverbot auch aus unseren Zahlen auf den Tag genau feststellbar. Es gab also eine Ära vor dem Rauchverbot und nach dem Rauchverbot, gerade im kleinen Spiel.

Dazu kam als zweiter großer Faktor die Lockerung der Spielverordnung am 01.01.2006. Damit haben wir im Bereich des kleinen Spiels eine sehr starke Konkurrenz durch private Spielhallen bekommen. Die dann zu Beginn auch Raucherclubs eingeführt haben, was wir widerrum als staatliche Einrichtung nicht tun durften. In dieser Kombination haben diese Wettbewerber viele unserer früheren Gäste abwerben können. Uns waren jedoch teilweise die Hände gebunden, da wir für die Spielbank keine Werbung machen dürfen.

Hinzu kommt aber auch eine gewisse gesamt-gesellschaftliche Entwicklung. Der Rückgang der Wirtschaft, Stichwort Bankenkrise, hat eine allgemeine Zurückhaltung im Ausgabeverhalten der Menschen bewirkt. Und auch das bekommen wir zu spüren.

Sie haben Ende letzen Jahres einen etwas umstrittenen Raucherbereich in Betrieb genommen. Hat sich die Investition gelohnt?
Der geschützte Raucherbalkon wird sehr gut angenommen. Mit der Entwicklung bin ich zufrieden, obwohl wir aufgrund der Proteste der hiesigen Gastronomen eine weitere Verschönerung nicht in Angriff nehmen konnten. Ich habe natürlich Verständnis für die Einwände, aber ein wenig gemütlicher könnte der Balkon, im Sinne unserer Gäste, schon sein.

Was bedeutet der Gesamtrückgang bei den bayerischen Spielbanken für Bad Wiessee? Hat es direkte Auswirkungen auf die Mitarbeiter hier vor Ort?
Absolut. Man muss ganz offen sagen, wir stehen vor einer schwierigen Situation. Im schlimmsten Fall werden eine Menge der derzeitigen Mitarbeiter die Spielbank verlassen müssen.

Aber warum gerade in Bad Wiessee? Der Spielbank geht doch noch einigermaßen gut?
Der Ablauf sieht zuerst eine Freiwilligenauswahl vor. Diese ist am 26. April gestartet und läuft genau zwei Monate. In dieser Zeit erhalten alle 730 Mitarbeiter der Spielbanken ein Abfindungsangebot, welches auf der Basis von Einkommen mal Betriebszugehörigkeit mal Altersfaktor berechnet wird.

Und wenn nicht genügend Mitarbeiter dieses Angebot annehmen, kommt für die Mitarbeiter, die noch nicht 15 Jahre dabei sind, eine bayernübergreifende Sozialauswahl zum Tragen. Die Kriterien für die Auwahl sind dann Lebensalter, Dienstzugehörigkeit, Unterhaltsverpflichtungen, Schwerbehindertenstatus usw.

Und da wir sehr viele junge und ungebundene Mitarbeiter hier in Bad Wiessee haben, wären wir von den folgenden betriebsbedingten Kündigungen auch stark betroffen. Das bedeutet im schlimmsten Fall, junge Mitarbeiter, die hier wohnen müssten wir entlassen und dafür Angestellte aus anderen Spielbanken übernehmen.

Haben Sie “Zielvorgaben” wieviele ihrer Mitarbeiter das Abfindungsangebot annehmen sollen?
Am liebsten die 140, die wir brauchen, um bayernweit betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Und wie wird das Angebot angenommen?
Das ist so früh natürlich schwer zu sagen. Bisher haben sich bei uns ein paar gemeldet, die es machen wollen. Die meisten Mitarbeiter müssen die Information allerdings sacken lass und wollen sich noch informieren.

Sie haben viele der Mitarbeiter selbst ausgewählt. Wie ist das Gefühl bei Ihnen persönlich?
Das Gefühl ist sehr bedrückend.

Frau Schura, wir Danken für das Gespräch!

Die Spielbank Bad Wiessee verzeichnet einen nachhaltigen Umsatzrückgang.