Freitag, 18. Mai 2012 (03:14 Uhr)

Tegernseer Tal Montgolfiade 2011: Neuer Veranstalter – neues Konzept

Die neue "Corporate-Identity" der Montgolfiade

2011 findet die Montgolfiade bereits zum elften mal statt: Rund 50 nationale sowie internationale Teams und mehr als 10.000 Besucher werden dann vom 26. – 30. Januar 2011 in Bad Wiessee erwartet.

Damit ist die Montgolfiade im Winter sicherlich eines der Highlights für das Tegernseer Tal. Und wie Julian Siebach auf der letzten Gemeinderatssitzung verkünden durfte, wird ab diesem Jahr seine Agentur GS Eventbüro (vermarktet die Wandelhalle) auch diese Veranstaltung in Absprache mit der TTT durchführen.

Offensichtlichstes Merkmal der neuen Ausrichtung ist zuerst mal das neu entwickelte Logo und eine eigene Webseite, erreichbar unter www.montgolfiade.de.

Die neue "Corporate-Identity" der Montgolfiade

Aber nicht nur den Außenauftritt wird die Agentur, mit Sitz im Gebäude der Wandelhalle, übernehmen. Die wichtigste Aufgabe wird vor allem die Umsetzung des neuen Veranstaltungskonzept sein, machte Siebach klar:

Ich finde die Montgolfiade ist eine sehr, sehr schöne Veranstaltung. Vor allem eine, hinter der das gesamte Tal – also alle 5 Gemeinden – stehen. Aber am Rahmenprogramm muss was getan werden. Deswegen arbeiten wir derzeit an der genauen Ausarbeitung und werden eigene Highlights setzen.

Unterstützung an der “Manöverkritik” der vergangenen Jahre bekam Siebach vom zweiten Bürgermeister Robert Huber, der anmerkte, dass die “zusammenschusterten Buden, wie sie die letzten Jahre auf dem Gelände rumstanden, nicht das sind, was wir uns vorstellen”.

Siebach schloss seine Ausführungen mit einem Ausblick, was genau getan wird, um die Attraktivität des Rahmenprogramms zu erhöhen.

- Die Miete für die Buden wird leicht erhöht und verstärkt auf Qualität der Anbieter geachtet
- Im Außenbereich der Wandelhalle wird ein Ort geschaffen, der auch tagsüber eine “angemessene” Verpflegung bietet – ein wenig Weihnachtsmarkt, ein wenig Wintermarkt
- Dazu wird es auch ausgewählte Gastronomie in der Wandelhalle geben
- Zusätzlich soll ein Rahmenprogramm für um den See herum erarbeitet werden, damit der Gast nicht verloren geht, falls das Wetter mal nicht so gut sein sollte.

Ein durchdachtes Programm sei vor allem dann wichtig, wenn die Ballone, so wie im letzten Jahr, aufgrund des Wetters nicht starten können. Obwohl die Aufnahmen vom Ballonglühen trotz allem spektakulär sind.

Abschlußbericht der Investorentage: Korbinian Kohlers Visionen für einen neuen Tourismus im Tal

Beim Abendessen im Cafe Kreutzkamm

Der Schlußbericht der Investorentage 2010 liegt nun vor. Auf insgesamt 9 Seiten werden dabei nochmal die wichtigsten Punkte der Besichtigungstour dargestellt. (Hier klicken zum Download)

Spannend wird es vor allem beim Absatz über die Rede von Korbinian Kohler während des Abendessens im Cafe Kreutzkamm. Zwei Wochen zuvor hatte Kohler bereits seine Vorstellung eines neuen Tourismus im Tegernseer Tal skiziert. Und nun durften auch die anwesenden Investoren seinen Visionen lauschen. Los geht`s….

“Den Abschluss des ersten Veranstaltungstags bildete ein gemeinsames Abendessen im erst wenige Tage zuvor eröffneten Café Kreutzkamm am See. (…)

In einer Dinner Speech stellte Korbinian Kohler, seit August 2010 Eigentümer des Hotels Parkresidenz Weißach (Bachmair) in Rottach-Egern, seine Visionen für den Tourismus im Tegernseer Tal vor, mit denen er bei den Zuhörern für so manches Staunen sorgte: Ein Hubschrauberlandeplatz, ein Tegernsee-Express, der ohne Zwischenhalt vom Münchner Hauptbahnhof zum Bahnhof Tegernsee fährt, oder ein markantes architektonisches Alleinstellungsmerkmal würden das Tal zu einer Top-Destination im weltweiten Tourismus etablieren und es wieder in einen Wettbewerb auf Augenhöhe mit Sylt oder St. Tropez setzen.

Von einer Umsetzung zeigte er sich überzeugt, man müsse im Tegernseer Tal nur den Mut dafür aufbringen.”

Also wir werden das Gefühl nicht los, dass Herr Kohler sich bei uns hat inspirieren lassen. Seine Ausführungen am 21. September auf der Veranstaltung “Quo Vadis Tourismus Tegernseer Tal” sowie die Rede beim Abendessen der Investorentage am 11. Oktober hat gewisse Ähnlichkeiten mit einem unserer Beiträge zum Seesteg. Unter der Überschrift “Größer denken!” schrieb Eduard nämlich bereits am 12. September….

Größer denken!

Die Bevölkerung hat ein Recht auf freie Sicht auf den See. Aber ein Winzling von Steg … was bringt das für das verwöhnte Auge?

Hier meine Vision:

1.) Von Holzkirchen kommend biegt hinter Moosrain die Bundesstrasse ab in Richtung Finsterwald.

Elbmarsch Hochstraße in Hamburg

Sie kreuzt in Höhe des jetzigen Bahnübergangs als Unterführung den Schienenweg und folgt vorbei am Feichtner Hof der Strasse Richtung Ackerberg. Dort überquert sie als Brückenkonstruktion den See (analog Hamburg, Hochstrasse Elbmarsch) und endet in Kreuth. Die Sicht auf den See ist atemberaubend … davon profitieren dann wirklich alle! Für Senioren, Studierende aus armen Familien und Kinder wird die Maut nur lächerliche 50 Cent betragen. Die weit unter 2 Milliarden veranschlagten Baukosten werden durch die Passierkosten in Höhe von 5 Euro in wenigen Jahren erwirtschaftet.

2.) Gmund, Tegernsee, Rottach, Bad Wiessee werden durch Abfahrten angebunden.

Exemplarische Abfahrtenvariante

Diese führen in Serpentinen elegant und bereits mit Hinweisschildern auf die den Einwohnern anhaftende Gastfreundschaft versehen ins Tal hinab und laden zum geselligen Beisammensein ein. In die Planungen einbezogen wird bereits jetzt eine spätere Überdachung des Tals, um die widrigen Wetterverhältnisse mittels künstlicher Sonnenbestrahlung per Videoprojektion vergessen zu machen. Künftigen Weltraumtouristen wird das auf der Überdachung angebrachte Tegernsee Banner bereits aus weiter Entfernung ins Auge stechen.

3.) Mitten über dem See thront ein Fast Food Restaurant – im zünftigen Stil einer Alm, alle Bediensteten in Tracht – und nicht ein einziger südwärts Reisender wird sich dem Charme des Tals entziehen können. Die Stunde Zeitersparnis bis zum Brenner krönt der Blick auf den See, auf dem aus Sicherheitsgründen leider kein Bootsverkehr mehr gestattet werden kann.

4.) Die begehbaren Seewege wie z.B. in Gmund von Seeglas bis Kaltenbrunn werden geschlossen, weil die Kosten zur Erhaltung dem durch sie erwirtschafteten Nutzen nicht mehr entsprechen.

Also wenn ein Mc Donalds im zünftigen Alm-Stil über dem Tegernsee kein Alleinstellungsmerkmal nach Kohlers Vorstellungen ist, dann weiß ich nicht. Das hat nicht mal St. Tropez. Und Sylt schon gar nicht.

Aber wir sollten den Mut aufbringen und uns unbedingt mit der Umsetzung beeilen. Sonst kommen die noch vor uns auf die Idee…..

Neue Apps vom Tegernsee: Das Bräustüberl und die TTT als Innovationstreiber

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Was haben die Apps des Bräustüberl und der TTT gemeinsam?

Auf den ersten Blick erstmal wenig – dafür sind die Anwendungen zu unterschiedlich.
Auf den zweiten Blick könnte man vielleicht noch sagen, sie orientieren sich beide am “modernen” Touristen. Wobei die Bräustüberl-App auch sehr gut von Einheimischen genutzt werden kann. Oder haben Sie sich auch schon mal gefragt, welches Gericht an einem beliebigen Tag der Woche auf der Mittagskarte steht? Schon mal versucht einen Tisch zu reservieren und irgendwie ist ständig besetzt? Sehen Sie….

Aber die größte Gemeinsamkeit der beiden Apps
(= Applikationen = kleine Anwendungsprogramme, die man beispielsweise auf dem iPhone nutzen kann) ist Ihre ständige Weiterentwicklung und Verbesserung. Beide Seiten haben es verstanden, dass positives, aber vor allem auch negatives Feedback genutzt werden muss. Und dass ein einmal aufgesetztes Programm in dem Moment veraltet ist, wenn es online gestellt wird. Die einzige Möglichkeit für neue und zufriedene Nutzer ist die ständige Weiterentwicklung. Und das merkt man den beiden aktuellsten Versionen auch an.

Beispielsweise hat die TTT in ihrer “Version 2.0″ einen sogenannten Augmented Reality Viewer integriert. Die englische Bezeichnung lässt sich nur schwer übersetzen. Aber die Anwendungsmöglichkeit ist wirklich spannend. Unter dem Menüpunkt „Kamera“ kann man das iphone auf eine Sehenswürdigkeit am Tegernsee, z.B. einen Berggipfel wie den Wallberg, halten und bekommt virtuelle Informationen dazu im realen Bild eingeblendet.

Stehen Aufwand und Nutzen im Verhältnis?

Der Aufwand und die Kosten für solche Programme sind natürlich nicht zu unterschätzen. Der Erfolg gibt aber beiden Recht. So wurde die App der TTT bis zum 1. November insgesamt 3.474 mal runtergeladen.
Die des Bräustüberl allein im Oktober über 1.000 Mal. Interessant dabei: 131 der Downloads wurden aus dem Ausland angefordert. Aus Ländern wie den USA, Japan, Australien, UK, Spanien, Luxemburg, Italien, der Schweiz und Österreich.

Auf alle Fälle ein schönes Beispiel, wie neue Technologien in einer touristischen Gegend wie dem Tegernsee angenommen und mit Mehrwert umgesetzt werden. Auch Interessant, dass dabei eine Institution wie das Bräustüberl mit zu den Vorreitern gehört. Obwohl die doch scheinbar am wenigsten Probleme haben, den Laden vollzubekommen.

Hier die Screenshots der beiden Anwendungen:


Mehr Infos und Download der beiden Programme unter:

Tegernsee.com – App der TTT
iTunes – App des Bräustüberl

“Healthy-Deluxe–Tegernsee-Partnerschaft” geht an den Start: Privatklinik Jägerwinkel kooperiert mit Seehotel Überfahrt

Klinik Jägerwinkel im Sommer

Es gibt Partnerschaften im Tegernseer Tal, die sind zwar interessant. Bewegen sich aber tendenziell in der Kategorie “Für den Normalbürger eher unspannend”. Einfach aus dem Grund, da er oder sie das Angebot selten bis nie nutzen wird.
Was jetzt nicht schlimm ist, da es ja Angebote geben muss, die auf eine Klientel ausgerichtet sind, die immer noch gerne ins Tal kommt. Auch wenn der durchschnittliche Tal-Bewohner oder Besucher damit nichts zu tun hat.

Und obwohl sich das Publikum im Tegernseer Tal langsam wandelt, sind das immer noch genügend Gäste, so dass sich eine sogenannte Healthy-Deluxe-Partnerschaft zwischen der Klinik Jägerwinkel und dem Hotel Überfahrt scheinbar lohnt. Oder eventuell wieder lohnt.

Klinik Jägerwinkel im Sommer

Unter dem Motto: “Tagsüber medizinische Leistungen in einer der renommiertesten Privatkliniken des Landes in Anspruch nehmen und abends den Komfort eines der schönsten Hotels Deutschlands genießen” ist die Partnerschaft Ende Oktober gestartet. Dabei kooperieren die Wiesseer Privatklinik Jägerwinkel und das Seehotel Überfahrt in Rottach-Egern und verbinden ambulante Behandlungen von Rückenleiden bis hin zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge mit einem Aufenthalt im exklusivsten Hotel am Tegernsee.

Für die Klinik ist der Nutzen klar: Auch bei Vollauslastung können Gäste, die sich medizinisch behandeln lassen wollen, noch adäquate Zimmer bekommen.

Und für das Seehotel Überfahrt eröffnet sich damit eine spannende Abrundung Ihres Angebotes. Dazu Vincent Ludwig, der Generaldirektor:

Unsere Gäste sind sehr gesundheitsbewusst und anspruchsvoll. Über die Partnerschaft können wir ab sofort auch die Nachfrage nach Medical Services auf Top-Niveau bedienen.

Dieses Top-Niveau zeigt sich dann natürlich auch in der Preisgestaltung der Pakete. So fängt zum Beispiel das Package „Healthy Deluxe Check-up“ ab 2.500 Euro aufwärts an. Natürlich pro Person. Inklusive sind 3 Übernachtungen im Seehotel mit Halbpension, 3-tägigem Check-up in der Klinik sowie einem 5-Gänge-Dinner im Gourmet-Restaurant Überfahrt. Ein Limousinen-Service übernimmt bei allen Kombinationen mehrmals täglich den Shuttle zwischen Rottach-Egern, Bad Wiessee und zurück.

Da fällt mir ein Spruch ein, den ich letztens gehört habe und der sehr gut passt:

Die ersten 35 Jahre opfert man die Gesundheit für’s Geld. Die nächsten 35 Jahre das Geld für die Gesundheit.

Seehotel Überfahrt

Frischer Wind am Tegernsee – Leserbild aus Rottach

Zweite Anmerkung vom 28. Oktober / 20:01 Uhr
Passend zum Artikel vom letzten Sonntag, haben wir heute zwei Bilder eines selbstgemachten Windrades von Helmut Fritze aus Rottach-Egern erhalten. Das “Ding” passt wirklich wie die Faust aufs Auge. Deswegen wollen wir die Bilder und auch seine kurze Mail nicht vorenthalten:

“Die Schlagzeile “Frischer Wind am Tegernsee” paßt ausgezeichnet zu meinem Windrad, welches ich ganz den Talgemeinden gewidmet habe. Wir wohnen nun schon 10 Jahre in Rottach-Egern und mit diesem Werk wollte ich unsere Liebe zum Tal und Zugehörigkeit zum Ausdruck bringen. Sicher kann diese Windzeituhr, so habe ich sie genannt noch mehr aussagen, doch das liegt immer im Auge des Betrachters.”

"Windzeituhr" von Helmut Fritze / Rottach-Egern

"Windzeituhr" von Helmut Fritze / Rottach-Egern

Anmerkung vom 25. Oktober / 15:16 Uhr
Uns hat heute ein Leserbrief zum gestrigen Artikel erreicht. Darin geht der Verfasser, der anonym bleiben möchte, nochmal auf interessante Art und Weise auf den Punkt “Vergangenheit / Entwicklung im Tegernseer Tal” ein:

Ich kann dem Schluss-Satz “Der Gegend würden mehr solcher Innovationen gut tun.” nur zustimmen. Das ewige Ankämpfen gegen blockierende und urkonservative Kräfte im Tal ist doch teilweise sehr ermüdend. Keine Region der Welt kann es sich erlauben, sich nicht weiter zu entwickeln. Ansonsten riskiert man einen deutlichen wirtschaftlichen Abschwung und eine massive Bevölkerungsabwanderung – eine Entwicklung, die das Tegernseer Tal vor 10 Jahren bereits kennenlernen musste: ein geschlossenes Krankenhaus, Zerfall des Hotel Bachmair, Abriss der Überfahrt, Hallenbäderschließung, Ski-Aus für den Wallberg, Wegfall der Tegernseebahn, Rückgang der Kurtouristen usw.

Allerdings empfinde ich persönlich, dass es seit geraumer Zeit wieder aufwärts geht mit dem Tegernseer Tal. Einige wenige haben verstanden, dass eine gemeinsame, nachhaltige und gut koordinierte Tourismusvermarktung zusammen mit mutigen und innovativen Projekten, das Tegernseer Tal zu einer attraktiven Region für Bewohner und Gäste macht. Hervorheben könnte man hier die arbeitsplatzschaffenden Premium-Hotels, die gute BOB-Anbindung, den kleinen Seesteg in Tegernsee (Seehaus), das Bräustüberl, das erweiterte Skigebiet Sutten, die Naturkäserei und viele mehr.

Von der Politik erwarte ich, dass die meiner Meinung nach für die Bewohner noch wichtigen Themen einer verbesserte Verkehrsinfrastruktur und einer erleichterten Anbindung an den Arbeits-und Bildungsmarkt München zeitnah angepackt werden. So könnte das Tal mit seinem aussergewöhnlichen Freizeitwert Wohnort für junge, gut ausgebildete und heimatverbundene Menschen bleiben.

Ursprünglicher Artikel vom 24. Oktober mit dem Titel “Frischer Wind am Tegernsee – auch wenn es nicht jeder gut findet”:

Quelle: Ballooning Tegernsee

Tegernsee – “Voralpengegend, die mit ihrem Traditionsbeharren, ihrer Cabriodichte und ihrem Starrsinn gegen alles Neue und Innovative irgendwie in den Fünfzigern hängen geblieben ist.”

Mit so einer Aussage – einfach mal in die gesellige Runde auf einem Waldfest eingeworfen – holt man sich, nach einem kollektiven Aufschrei, normalerweise zwei Dinge ab: Bestätigung von der einen Hälfte. Eine blutige Nase von der anderen.

Doch ganz so schwarz-weiß, wie es die Welt am Sonntag in Ihrer heutigen Ausgabe darstellt, ist es natürlich nicht. Auch wenn sich eine gewisse “unsre Berge, unser See san schee und des reicht” Attitüde nicht wegdiskutieren lässt. Und auch wenn bei vielen der Leidensdruck, der oft entscheidend ist für Veränderungen, nicht sehr groß ist in der heutigen “gar so schwierigen” Zeit.
So gibt es trotzdem viele, die was bewegen wollen. Denen bewusst ist, dass Veränderungen nicht nur schmerzhaft sein müssen, sondern auch Chancen bergen können. Vor allem wenn man es gemeinsam schafft, Tradition und Moderne zu verbinden.

Und genau da setzt der Welt-Artikel an. Er zeigt, dass Traditionen wichtig sind. Dass aber auch Innovationen zur Zukunftsfähigkeit einer touristisch geprägten Gegend wie dem Tegernseer Tal dazugehören.

Am Ende sind es aber doch eher Menschen wie Anastasia Stadler, Gemeinderätin aus Rottach-Egern und Eigentümerin des Webermohofs, die mit dem Satz “Die Zeiten sind vorbei, wo gute Luft und Alpenblick reichten, um Leute herzulocken” aufhorchen lassen. Die mit Ihrer Authentizität aber auch Ihren Taten einen gewissen Weg weisen.

Einem Peter Kahl, Betreiber des Hotels “Das Tegernsee” nimmt man das nicht ab. Er wird zwar im Artikel als Vorbild gefeiert. Einer, der aus Westfalen auszog uns das wirtschaften zu lehren. Der mit “Chuzpe” und Veränderungsbereitschaft das ehemalige Hotel Bayern nach seinen Vorstellungen zu einem großen Erfolg führte. Aber was bleibt ist ein schales Gefühl von “Vermessen, wer nach 6 Monaten solche Töne spucken kann.”

Aber egal wie sie heißen. Die Kahl`s oder Leo`s. Ob Stadlerin oder all die anderen ungenannten Menschen, die versuchen das Tal nach vorne zu bringen. Sie stoßen nicht nur auf Widerstand, sondern manchmal auch auf Verständnis und Unterstützung.

Denn trotz der (wenigen) Bewohner im Tegernseer Tal, die Traditionsbewahrung mit kompletter Blockade verwechseln und dies recht streitbar durchzusetzen versuchen, gibt es nicht wenige, die Innovationen auch mit wohlwollen begegnen.
Entscheidend für die Akzeptanz und Unterstützung ist allerdings das Gefühl, dass diese Innovationen durchdacht und nachhaltig sind. Dass sie den Touristen, aber auch den Einheimischen nutzen. Dass sie sympathisch, menschlich und nicht ausschließlich gewinnmaximierend daherkommen – wie die Naturkäserei in Kreuth.

Der Gegend würden mehr solcher Innovationen gut tun.

Eröffnung Bergzeit in Moosrain: Eindrücke und ein kurzes Video mit Geschäftsführer Klaus Lehner

Bereits gestern gab es die “offizielle” VIP-Eröffnung der neuen Bergzeit-Filiale sowie der neuen Tourist Info (TI) in Moosrain. Jede Menge geladener Gäste, Wiesn-Zelt, Premieren-Rundgang und alle mit dabei. Wir leider nicht. Scheinbar hatte uns die Einladung nicht pünktlich erreicht. Die Post eben….

War aber nicht weiter schlimm. Denn die eigentlich wichtigen Menschen für die TI und das Outdoor-Center kamen heute: Die Kunden und Besucher aus nah und fern. Und die waren, für einen Eröffnungstag ungewöhnlich, auch gleich scharenweise angerückt. “Mehr wie ich erwartet hätte” so Klaus Lehner, Geschäftsführer von Bergzeit.

Wir haben bei unserem Besuch gleich die Chance genutzt und dem Chef persönlich ein paar Fragen zum Start, den Planungen für die nächsten Tage sowie interessanten Aktionsangeboten gestellt. Hier das zwei-minütige Interview:

Ebenfalls heute gestartet ist die im neuen Bau angesiedelte Info-Stelle der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT). Die Mitarbeiter sind sehr zufrieden mit Ihrem Büro. Und die Resonanz ist ebenfalls sehr positiv. Georg Over, Chef der TTT, meinte dazu gestern:

Wir erhoffen uns viel von der Zusammenarbeit mit Bergzeit. Hauptsächlich erwarten wir in Moosrain Tagesgäste und kurzfristige Entscheider, die Zimmer oder Ferienwohnungen suchen. Darüberhinaus denken wir, dass auch Gäste, die noch Informationen über Outdoor-Möglichkeiten im Tal suchen, vorbeikommen werden.

Angesprochen auf das relativ klein-dimensionierte Büro meinte Overs weiter:

Wir sind uns sehr sicher, dass wir die richtige Größe geplant haben. Sollten wir den Umfang unterschätzt haben, müssten wir mit dem Inhaber der Bergzeit über eine Erweiterung verhandeln. Diese ist technisch kein Problem, insoweit sind wir vorbereitet.

Die Öffnungszeiten der neuen TI stehen inzwischen auch fest:
Werktags von 10:00 bis 19:00 Uhr, samstags von 09:00 bis 18:00 Uhr. Mittagspause ist zwischen 13:00 und 14:00 Uhr.
Sonntags ist die TI von 10:00 bis 12:00 Uhr offen.

Hier auch noch ein paar Bilder vom Eröffnungstag. Wir finden dass beides, die TI und der komplette Bergzeit-Komplex, sehr gelungen sind. Ein schönes Gebäude an der Grenze zum Tegernseer Tal.

Die linke Seite der beiden Gebäudehälften mit TI und Eingangsbereich des Outdoor-Centers

Links der Eingang zur Tourist Info. Rechts geht`s in den Bergzeit-Laden.

In der neuen Tourist Info in Moosrain

Eröffnung Bergzeit 01.10.2010 / Tegernseer Stimme

Eröffnung Bergzeit 01.10.2010 / Tegernseer Stimme

Eröffnung Bergzeit 01.10.2010 / Tegernseer Stimme

Eröffnung Bergzeit 01.10. 2010 / Tegernseer Stimme

Die Ferienregion Tegernsee – aber wen interessiert das?

TTT Video

Anmerkung vom 07. Juni / 17:02 Uhr:
Wir haben noch ein Video gefunden, wie die TTT den Tegernsee vor zwei Jahren präsentiert hat: Damals war es noch deutlich gelungener. Man verlernt dort scheinbar mit der Zeit. Das Video ist ganz unten im Beitrag.

Anmerkung vom 03. Juni:
Einige haben uns auf den Beitrag ziemlich gute Videos geschickt, die zeigen, wie man es besser machen kann als die TTT. Wir haben die Videos direkt in den Beitrag übernommen.  Wenn sonst noch jemand gute Vorschläge hat – einfach den Link in die Kommentare posten. Oder einfach nur die eigene Meinung zu den Vorschlägen sagen.

Ursprünglicher Artikel vom 02. Juni:
Die TTT (Tegernseer Tal Tourismus GmbH) hat ein neues Video veröffentlicht. Ich hab’s mir angeschaut. Und jetzt stelle ich mir ein paar Fragen: Wer soll sich ein NEUN Minuten langes Video anschauen? Warum soll sich jemand neun Minuten ein Video anschauen, das NULL Informationsgehalt hat? Wer kommt überhaupt auf die Idee neun Minuten lang irgendwelche Bildsequenzen aus dem Tegernseer Tal zusammen zu schneiden, OHNE dabei eine einziges Wort zu reden? Und die allerwichtigste Frage: WER bezahlt das?

Die TTT ist ja inzwischen auf einigen Online-Kanälen unterwegs: Twitter, Facebook, Blog und eben auch auf Youtube. Ich schätze ja mal, dass damit versucht werden soll eine jüngere Zielgruppe für das Tegernseer Tal anzusprechen und zu begeistern. Meine Oma schaut sich zumindest weder Videos auf Youtube an, noch ist sie Mitglied bei Facebook oder twittert News vom Kaffeekränzchen.

Die Frage ist nur: Begeistere ich junge Menschen mit Videos von Trachtenvereinen, Seeschifffahrten und gähnend langweiligen Kameraschwenks durchs Tegernseer Tal? Videos, die selbst bei “Kein schöner Land” wenigstens alle drei Minuten vom Moderator unterbrochen werden – weil selbst der älteste Zuschauer Musik und schöne Bildchen auf Dauer einfach einschläfernd findet.

Die TTT ist aber anscheinend der Meinung, dass genau diese gezielte Langeweile, die Trägheit des Kameraschnittes, der fehlende Informationsgehalt und die teils rustikale, teils einfach schlechte Musik, den klassischen Youtube-User zum neun Minuten verweilen einlädt. Und im Anschluss natürlich das dringende Bedürfnis bei ihm weckt, sofort ins Auto zu steigen und an den Tegernsee zu kommen.

Aber so will man bei der TTT anscheinend das Tal präsentiert sehen: Langweilig, träge und altmodisch. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass man dort wahrscheinlich viel Geld in die Hand nimmt, eine Mainzer Produktionsfirma beauftragt und das Ergebnis anschließend als Werbung für’s Tal online stellt.

Auf dass wir in Zukunft von jungen Horden überrannt werden!

Wenn jemand ganz viel Geduld und etwas Langeweile hat, kann er sich das Video gerne persönlich anschauen:

Hier noch ein Video aus dem Chiemgau. So kann man es auch richtig machen:
(vielen Dank an Edeltraud von
mein-tegernsee.de, die uns den Link zum Video geschickt hat)

So präsentiert sich Südtirol. Sehr gelungen, wie ich finde. (Danke an Bertram für den Vorschlag und den Link)

In diesem Video präsentiert sich das Bräustüberl. Der Unterhaltungswert ist auf jeden Fall um einiges höher, wie beim TTT-Video: (Vielen Dank an Tobias für Vorschlag und Link)

Wir haben noch ein Video bekommen, das vor ca. 2 Jahren von der TTT produziert wurde. In Zusammenarbeit mit der in Gmund ansässigen Medienproduktion Eduard von Overheidt war damals geplant, etwa zehn kurze Videos pro Jahr zu produzieren. Die Kosten hätten sich damals auf rund 10.000 Euro/Jahr belaufen. Das ist in etwa die Summe, die in der Größenordnung auch für das aktuelle Video ausgegeben wurde. Wahrscheinlich war das aktuelle sogar noch etwas teurer. Was wir nicht ganz verstehen: Vor zwei Jahren war die Präsentation des Tegernsees unserer Meinung nach deutlich gelungener. Die Produktion wurde damals nach drei Videos eingestellt – Gründe unbekannt.

Bertram hat auch noch einen Link von einem sehr guten ZDF-Beitrag geschickt. Leider können wir das Video nicht direkt bei uns abspielen. Den Beitrag gibt es aber direkt beim ZDF: Einfach hier klicken.

Bergzeit und neue Tourist Info zusammen in Moosrain

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Laut Gerüchten aus dem Mikrokosmos Tegernseer Tal soll der Neubau des Bergzeit-Geschaeftes in Moosrain voraussichtlich Anfang Oktober fertiggestellt sein. Zeitgleich zur Fertigstellung wird in dem Gebäude eine neue Tourist-Info eröffnet. Allerdings zusätzlich zu der bisherigen Gmunder TI im Rathaus. Der Umzug nach Moosrain wurde ja im Januar vom Gemeinderat mit großer Mehrheit abgewiesen. Man wollte den Ortskern nicht weiter schwächen.

Bergzeit und Tourist Info vereint - Start Oktober 2010

Nun wird also eine weitere TI in Moosrain entstehen. Für die Touristen ist das aufgrund der verkehrsgünstigen und offensichtlichen Lage sehr angenehm. Vor allem fällt dadurch für einige die Fahrerei durch Gmund weg. Und für die Firma Bergzeit bietet sich eine große Chance an weitere Kunden zu kommen, die auf der Suche sind nach dem neuen Wanderschuh oder passenden Stöcken.

Unser heutiger Mittagsausflug führte uns auch gleich mal nach Moosrain. Hier einige ganz aktuelle Bilder von der Baustelle.

Die Baustelle ist relativ frisch

Der Kran ist schon schwer in Betrieb

Das Fundament wird von den Bauarbeitern "gelegt"

Der Blick Richtung Kreuzstrasse

Googles Fotografierautos im Tal – Chance oder Bedrohung?

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Im April und Mai fahren vermehrt Fahrzeuge mit den großen Fotografiervorrichtungen (siehe Abbildung) durch das Tegernseer Tal. Das hat google auf seiner Homepage bekanntgegeben. Ziel ist dabei die optische Kartographierung unserer Strassen und Häuser. Die gewonnenen Bilder werden im Anschluss aufbereitet und in den kostenlosen Kartendienst GoogleMaps integriert. Somit wird es in einigen Monaten allen Internetnutzern weltweit möglich sein, virtuell durch unsere Strassen zu laufen.

Wie bereits in vielen Amerikanischen oder Europäischen Städten, ergeben sich dadurch für den Nutzer vielen Möglichkeiten. Er kann beispielsweise bequem von zu Hause aus die Natur, die Gemeinden oder aber die Unterkunft am nächsten Urlaubsort etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Diese Möglichkeit ist gerade für eine mit dem Tourismus so verbunden Region wie die unsere Chancen. Und dass unser Tal mit den Bergen und dem See sehr fotogen ist, wird auch keiner bestreiten. Denn schon der normale Kartendienst von google ist bei vielen Reisenden ein beliebtes Instrument für die Urlaubsplanung. Und so denkt auch Georg Overs, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus, konkret darüber nach die Street-View-Funktionalität in die Gemeinschaftsseite Tegernsee.com zu integrieren.

So sehen sie aus, die Streetview Autos

Doch wo liegen die Risiken? Was ist die Bedrohung?

Gegen das Projekt stellen sich bereits seit über 1 Jahr verschiedene politische Gruppierungen, Datenschützer mehrerer Bundesländer und wie im Fall von Ingolstadt sogar ganze Städte. Der Hauptpunkt der Kritker ist dabei die Verletzung des Datenschutzes. Das systematische Abfotografieren des scheinbar öffentlichen Raumes, so argumentieren sie, verletze die Privatsphäre. In diesem Zusammenhan ein Zitat der Schweizer Internetseite crazyprocesses.ch, die akribisch 20 Argumente gegen Google Street View zusammengesammelt hat. Die meisten davon sind etwas weit hergeholt. Aber die Nr. 7 trifft den Kern der Ängste am besten:

“Google bewegt sich nach eigener Auskunft bei seinen Fahrten auf öffentlichem Gelände. Allerdings erfassen die Kameras auch private Bereiche. So wird in private Gärten und in Privatstrassen hineinfotografiert; zuweilen erkennt man sogar etwas hinter einem Fenster in einem Gebäude. Während ein Passant normalerweise nur einen kurzen Blick auf das Private wirft, hält Google das Private dauerhaft für die Weltöffentlichkeit fest. Die Privatsphäre wird damit verletzt und zugreifbar gemacht.”

Rechtlich ist dagegen nichts einzuwenden. Und Abfotografieren von Häusern und sogar ganzen Grundstücken gab es auch in früheren Zeiten. Das Problem für die meisten Menschen liegt im systematischen Dokumentieren von privatem. Oder wie es Harald Gmeiner, der Tourismus-Chef von Bayrischzell so schön sagt: “Ich würde nicht wollen, dass die mein Domizil zeigen”.

Google ist in dem Zusammenhang jedoch bewusst, dass die Vorgehensweise nicht gegen geltendes deutsches Recht verstösst. Und eine gewisse Sicherheit hat der Bürger einerseits durch die umfangreiche Aufbereitung der Aufnahmen – bevor diese online gestellt werden. Aufbereitung bedeutet in dem Zusammenhang dass Autokennzeichen und Gesichter unkenntlich gemacht werden.
Anderseits hat jeder Bürger auch die Möglichkeit der Verwendung eines Bildes zu widersprechen. Das läuft ganz einfach in dem man im Internet die dafür zuständige Seite von google besucht und dort die beschriebenen Schritte durchführt.

So sieht google Streetview dann im Original aus. Hier ein Beispiel der Champs-Élysées in Paris:

View Larger Map

Alles in allem ist Street-View eine tolle Funktionalität, die vielen bei der nächsten Urlaubsplanung, der Vorrecherche für die neue Wohnung oder einfach dem verbesserten Navigieren übers Handy gute Dienste leisten kann. Und gerade der touristische Aspekt ist bei der Reichweite von google für eine Region wie das Tegernseer Tal nicht zu unterschätzen. Andererseits muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er mit den Aufnahmen seines Hauses oder Gartens umgeht. Die meisten werden es im übertragenen Sinn so halten, wie Georg Overs, der bei aller Euphorie für die Möglichkeiten einschränkt: “Bevor wir Street View auf der Webseite Tegernsee.com einbinden, werden wir uns das erst ausführlich anschauen”.