Walt-Disney-Ausstellung in Tegernsee

Comics – Helden ins Bild gesetzt

Früher hat man die kleinen Heftchen und Taschenbücher verschlungen und gesammelt. Sie waren feste Begleiter von vielen Heranwachsenden. Comics stapelten sich in jedem Kinderzimmer. Manche mussten ihren „Asterix“ oder „Tim und Struppi“ heimlich unter der Bettdecke lesen, weil „Mutti“ sie sonst in den Müll geschmissen hätte.

Heute haben Comics auch bei vielen Erwachsenen Kultstatus. Doch was sind Comics eigentlich? Konsumartikel? Trivialliteratur? Oder ein Massenmedium?

Das Tegernseer Olaf-Gulbransson-Museum zeigt einen kleinen Teil der großen Comic-Geschichte. Die nächste Sonderausstellung (ab 25. März) ist den großen Zeichnern der legendären Maus gewidmet. In dieser lernt man die drei genialen Künstler hinter Donald Duck und Micky Maus kennen: Carl Barks, Al Taliaferro und Floyd Gottfredson.

Floyd Gottfredson, einer der Zeichner von Disney

Die Sonderausstellung zeigt über 250 Arbeiten von 1933 bis 1995: Wertvolle Originale, Bleistift- und Tuschezeichnungen, Tagesstrips und Sonntagsseiten, Aquarelle und Lithographien.

Die drei Disney-Zeichner sind die Urheber einer Figurenwelt, die bis heute Teil unseres kollektiven Gedächtnisses und unserer Alltagskultur ist. Mit den gezeichneten, getexteten und oft mit Sprechblasen versehenen Bildergeschichten, wurden ihre Comics ein erfolgreiches Lizenz-Produkt des Disney-Konzerns.

Steinzeitliche Höhlenmalereien als Ursprung?

Doch bevor Micky Maus geboren wurde, musste sich die Comic-Welt erst einmal zu dem entwickeln, was sie heute ist. Manche glauben, sie bereits in steinzeitlichen Höhlenmalereien erkennen zu können.

Die ersten „richtigen“ Comic-Strips mit narrativen Bildfolgen begannen jedoch erst, als sie im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in der US-amerikanischen Presse aufkamen. Als wichtigster Wegbereiter des Comic-Strips gilt der Schweizer Autor und Künstler Rodolphe Töpffer (1799 bis 1846), der beispielsweise die Figur „Monsieur Jabot“ schuf. Kaum erschienen, gerieten Töpffers Werke jedoch schnell in Vergessenheit.

Im Jahr 1844 erlebte die Bildergeschichte mit Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“ ein neues Hoch. Wilhelm Busch (1832 bis 1908) entwickelte die Bildergeschichte weiter und machte sich mit Werken wie „Max und Moritz“ unsterblich.

Geschichten wie diese gelten als unmittelbare Vorläufer der amerikanischen Comic-Strips. Doch was noch gefehlt hatte zu einem Massenerfolg war das geeignete Medium zur Verbreitung. Als Richard Hoe im Jahr 1845 die Rotationspresse erfand und Joseph Pulitzer im Jahr 1889 eine Unterhaltungsbeilage in die amerikanischen Zeitungen legen ließ, gelang der entscheidende Schritt.

Viele Figuren entstanden, unzählige Geschichten wurden erzählt. 1938 kam der erste „Superman“ heraus. Das Ende des zweiten Weltkrieges spülte die Comics nach Europa. Auch „Micky Maus“ und die „Peanuts“ beginnen ihren Erfolgszug.

Eine neue Ära bricht an

Die 80er Jahre brachten mit „Batman“, „Watchmen“ und Art Spiegelmans kultiger „Maus“ sowie der „Manga-Welle“ einen regelrechten Boom der Erwachsenen-Comics mit sich. Die 90er Jahre dominierte besonders der offen schwul lebende Zeichner Ralf König mit Titeln wie „Der bewegte Mann“ oder dem „Kondom des Grauens“.

Doch um die Jahrtausendwende war es ruhig geworden um Comics. Und auch wenn die Werke heute immer noch beliebt sind, wirtschaftlich erfolgreich sind sie kaum noch. Sinkende Auflagen machen den Verlegern das Leben schwer. Die Preise für die kultigen Geschichten steigen.

Die häufig kostenlos angebotenen Comics im Internet machen den Heftchen gefährliche Konkurrenz. Aber möchte man längere Geschichten und schön gedruckte Bildchen nicht lieber in der Hand halten? Oder ordentlich ins Regal schlichten…

Weitere Informationen zur Sonderausstellung (25. März bis 3. Juni):
www.olaf-gulbransson-museum.de

Comics im Internet:
www.webcomic-verzeichnis.de
www.mingamanga.de
www.der-flix.de
www.comicaze.net

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  • shakira

    es war gut