Sonntag, 19. Mai 2013

Bund Naturschutz lehnt Vorhaben kategorisch ab - Kreistag berät

Tegernseer Almdorf weiter in der Diskussion

Dritte Ergänzung vom 05. Februar / 18:57 Uhr
Die Diskussionen um das geplante Almdorf oberhalb von Tegernsee gehen weiter. So hat sich der Naturschutzbeirat des Landkreises in der letzten Woche für das Vorhaben und die damit verbundene Herausnahme von 5.000 Quadratmetern aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgesprochen. Formal dürfte dies morgen auch der Umweltausschuss des Kreistages bestätigen.

Der Bund Naturschutz dagegen legt kurz vor der morgigen Ausschuss-Sitzung nochmal nach und leht das Vorhaben unter Angabe von diversen Gründe kategorisch ab.

So betont der BN in einer aktuellen Pressemitteilung, dass das Almdorf das vorherrschende Landschaftsbild nachhaltig und negativ verändert. Darüberhinaus, so der Vorsitzende Manfred Burger, “muss befürchtet werden, dass mit dem Bau der Hotelanlage Begehrlichkeiten auf weitergehende Veränderungen geschaffen werden, die sowohl die Struktur der Ortsrandlage als auch weitere Flächen des angrenzenden Landschaftsschutzgebietes einbeziehen.”

Auf dem Grundstück Neureuthstraße 60 soll das Almdorf entstehen.

Ein Punkt, auf den auch andere Kritiker schon hingewiesen hatten. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion hatten unter anderem Thomas Mandl, von der Tegernseer SPD sowie Angela Brogsitter von der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal auf die Gefahr eines grasierenden Verbrauchs von eigentlich geschützten Flächen hingewiesen. Das Almdorf sei dabei nur der Anfang.

Almdorf-Konzept nicht tragfähig

Dabei haben die Gegner des Projektes mittlerweile auch das geplante Konzept ins Visier genommen. So stellt der Bund Naturschutz den prognostizierten Erfolg des kompletten Almdorf-Ansatzes in Frage.

Der BN hält das zunächst in sich stimmig und ansprechend erscheinende Konzept eines touristisch genutzten “Almdorfs” in der vorgelegten Planung für sehr zweifelhaft, da die Bettenzahl von 60-75 zu gering erscheint, um ein Hotel dieser Größenordnung und Ausstattung tragen zu können.

Die komplette Ablehnung der Miesbacher Kreisgruppe des Bund Naturschutz zur geplanten Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung “Tegernsee und Umgebung” für die Hotelanlage “Almdorf” kann man hier nachlesen.

Zweite Ergänzung vom 22. August / 19:34 Uhr
Wie von Stadtrat Thomas Mandl in den Kommentaren angekündigt, formiert sich immer stärkerer Widerstand gegen das geplante Almdorf in Tegernsee.

Mittlerweile haben sich auch Bürger in die Entscheidungsfindung der Stadt eingeschaltet und kritisieren diese in mehreren Briefen, die gleichzeitig an die Tegernseer Stadräte und Bürgermeister Peter Janssen gerichtet sind.

Vor allem die Rechtmäßigkeit der Herausnahme von 7.300 Quadratmetern Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet “Tegernsee und Umgebung” wird dabei massiv kritisiert. Diese Herausnahme wird nötig, um das 5.000 Quadramter große Vorhaben realisieren zu können.

Doch ob das überhaupt so möglich ist, stellt Charlie Brutscher, früherer SPD-Stadtrat in Miesbach, in Frage. Brutscher hatte im letzten Jahr Popularklage vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof erhoben.

Seine Motivation beschreibt er in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung Ende Juli folgendermaßen:

Das ist eine einzige Spezlwirtschaft hier. Da spielt einer dem anderen den Ball zu, wie er will. Der Landschaftsschutz hat das Nachsehen, und wenn’s so weitergeht, wird er es immer haben – egal wie viele Bürgerbegehren man startet.

Brutschers Ansicht nach verstößt auch die Herausnahme der Fläche für das Tegernseer Almdorf gegen die im verlinkten Artikel beschriebene Alpenschutzkonvention. Zusammen mit der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal und dem Wiesseer Norbert Laube hat sich Brutscher nun zusammengetan und seine Ablehnung gegen das Projekt schriftlich formuliert. Das Ziel dabei: Die Entscheidung über das Almdorf auszusetzen, bis die Popularklage Brutschers vor Gericht durch ist.

Norbert Laube weist in seinem Brief daraufhin, dass die Entscheidung der Stadträte gar gegen geltendes Recht verstößt. Gleichzeit erhebt er umfassende Einwände gegen die notwendig gewordene Flächennutzungsplanänderung.

Unterlagen liegen noch drei Wochen im Rathaus aus

Bis Mitte September können alle Bürger die Almdorf-Pläne im Rathaus der Stadt Tegernsee persönlich einsehen und kommentieren. Alle Einwände werden dann in öffentlicher Sitzung verlesen und mit einer Stellungnahme der Stadt Tegernsee versehen.

Das Thema ist also noch lange nicht vom Tisch. Vor allem da die rechtliche Situation derzeit sehr unklar ist. Gerade die Herausnahme des Gebietes aus dem Landschaftsschutzgebiet “Tegernsee und Umgebung” könnte zu Klagen führen, die die Realisierung des Almdorfs über längere Zeit unmöglich machen.

Ergänzung vom 14. August / 8:58 Uhr
Zwischen den Stadräten Andreas Obermüller (FWG) und Thomas Mandl (SPD) hat sich in den Kommentaren zum Almdorf eine interessante Diskussion entwickelt. Mandl, der als einziger im Stadtrat gegen das Vorhaben gestimmt hatte, erläutert darin die Gründe für seine strikte Ablehnung.

Mit der Haltung steht Mandl in der Öffentlichkeit allerdings nicht alleine da. Auch die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) hat sich mittlerweile an Bürgermeister Peter Janssen gewandt und fordert weitere Informationen zum geplanten Hotelbau an prominenter Stelle. Für die Vorsitzende Angela Brogsitter ist dabei vor allem die Nutzung des möglicherweise unter Landschaftsschutz stehenden Geländes ein kritischer Punkt, den es unter anderem zu klären gilt.

Laut Andreas Obermüller gibt es allerdings gute Gründe, warum er zusammen mit der Fraktion der Freien Wähler, für das Hotelprojekt gestimmt hat. Auf Nachfrage betont der Fraktionsvorsitzende, dass bisher nur die Bebauungspläne für die Errichtung des neuen Hotels in Tegernsee genehmigt wurden. Ob der Bau, in der Form, wie ihn der Stadtrat absegnete, tatsächlich eins zu eins umgesetzt wird, ist dagegen noch fraglich.

Zunächst müssen sämtliche Behörden und natürlich auch die Öffentlichkeit gehört werden.

Grundsätzlich hat der Sprecher der FWG Tegernsee bisher allerdings keine Bedenken wegen des Bauantrages rund um das Almdorf gehabt. Für Obermüller stehen vor allem die Faktoren “neue Arbeitsplätze” sowie “neue Betten für Tegernsee” an erster Stelle.

Abgesehen davon sieht Obermüller ortsplanerisch “auf der Wiese da oben” keine Gründe ein derartiges Vorhaben nicht umzusetzen.

Das Areal ist für einen Hotelbau geeignet und es ist ja auch kein sechsstöckiger Klotz geplant.

Ursprünglicher Artikel vom 2. August
In Tegernsee soll ein neues Hotel entstehen. 75 Betten, gemütlich und mit hohem Standard. Der Investor denkt dabei an ein Almdorf an der Neureuthstraße – oberhalb des Lieberhofs gelegen.

Laut Bürgermeister Peter Janssen ein tolles Vorhaben, was aber auch einige Kritiker auf den Plan ruft. Wieder soll ein Grundstück im Außenbereich “dem Tourismus zum Opfer fallen”.

Auf diesem Grundstück soll die Anlage entstehen. Die Bergschwalbe (links) muss dafür weichen.

Beste Lage. Schöner Blick. Natur direkt hinter der Haustür. Die Neureuthstraße in Tegernsee ist bekannt als Wohngegend und für ihre außergewöhnlichen Bauten. Nun soll das alte Cafe Bergschwalbe abgerissen werden und Platzt machen für ein neues Hotelgebäude.

Nicht einsehbar

Geplant ist allerdings kein großes Gebäude, sondern zwei zentrale Gebäude und sieben sogenannte Almhäuser, die sich zumindest nach dem Willen des Inverstors harmonisch in das Landschaftsbild einfügen werden. “Die Gebäude bleiben eingeschossig. Dabei ist die Fassade im Erdgeschoss aus Naturstein, im ersten Stock aus Holz. Durch die flache Neigung des Grundstücks ist das Hotel zudem vom See aus auch nicht einsehbar“, meint Janssen.

Entstehen werden zwei Hauptgebäude, in denen möglicherweise das Restaurant untergebracht wird. Diese sollen stufenartig versetzt an der Nordseite des Grundstücks gebaut werden. An der Südseite hingegen sollen sieben kleinere Häuser errichtet werden, in denen ein bis drei Appartements Platz finden.

Das Almhotel soll zukünftig mit 75 Betten ausgestattet sein, die jedoch alle höheren Ansprüchen genügen werden. Geregelt wurde dabei auch wo die Gäste in Zukunft parken dürfen. „Die Autos werden komplett verschwinden. Eine Tiefgarage wird unter dem 5.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen und bis zu 45 Stellplätze bieten können“, erläuterte der Rathaus-Chef die Pläne auf der gestrigen Stadtratssitzung.

So könnten die Häuser später einmal aussehen Quelle: www.almdorf-flachau.at

„In dem kleinen Empfangshäusschen des Hotels soll sogar ein Dorfladen entstehen, der sicherlich auch für die Anwohner eine Bereicherung sein wird“, zeigte Janssen sich von dem Projekt überzeugt.

Ganz und gar nicht angetan von der Idee war dagegen Gemeinderat Thomas Mandl (SPD). Vor allem das Ausweisen von weiterem Bauland im Außenbereich lehnte Mandl ab:

Wir haben im Ort noch so viel ungenutztes Potenzial, wie beispielsweise das Hotel Guggemos. Jetzt verschwenden wir weiteres Gelände im besonders geschützten Außenbereich

Ein Einwand, der bei seinen Kollegen jedoch auf wenig Verständnis stieß. „Wie soll man denn ein Almdorf inmitten von Tegernsee bauen?“, wunderte sich Dr. Martina Niggl-Fisser von der Bürgerliste.

Und auch Anton Staudacher (CSU) konnte die Bedenken nicht nachvollziehen. Staudacher ist sich sicher, dass das Vorhaben positive Auswirkungen auf den gesamten Tourismus der Stadt haben kann:

Wir müssen den Standort Tegernsee auch weiterentwickeln. Durch das Almdorf werden viele neue Arbeitsplätze entstehen. Das Projekt macht Tegernsee sowohl für Touristen als auch für Neubürger wieder attraktiver.

Doch Mandl wollte sich nicht umstimmen lassen: „In unseren Leitsätzen wird dem Naturschutz ein besonderer Platz eingeräumt. Aus meiner Sicht ist dieses Hotel damit allerdings nicht vereinbar.“

In der späteren Abstimmung setzte sich die Fraktion um Bürgermeister Janssen durch. Mit nur einer Gegenstimme (Mandl) wurde das Projekt genehmigt. Das Grundstück wird damit als Sondergebiet mit Zweckbestimmung Fremdenverkehr ausgewiesen und der Bebauungsplan angepasst. Der Plan für das Almdorf wird in ein bis zwei Wochen öffentlich im Rathaus ausliegen. Ein genauer Zeitplan für die Errichtung des Almdorfs steht derzeit noch nicht fest.

Moderation von Kommentaren

Die Moderation liegt bei der Redaktion. Für uns steht fest: Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren steht in der Netiquette.

  • Vidur

    Hört sich an sich nach einer guten Sache an. Scheint so, dass das Tal immer exklusiver wird. Wenn nur der Verkehr nicht immer so schlimm wäre…Aber das ist was anderes.
    Es ist zumindest mal ein Projekt, welches sich tatsächlich gut in der Landschaft machen könnte. Das wird man sehen. Das angesprochene Potential in Tegernsee ist aber tatsächlich etwas Schade. In der Tat gäbe es auch im Ort viele Möglichkeiten. Ich träume ja immer von einer schönen Fußgängerzone dort, wo die Bundesstraße ist. Dafür bräuchte man aber halt den Tunnel. Aber auch wenn man an das Krankenhausgelände, Guggemos usw. denkt…

  • sackchina

    mein vorschlag: talbewohner komplett aussiedeln, in dürnbach/moosrain riesen parkplatz, ab gmund eine große talspere, eingangsschleusen mit eintritt, keine festwohnsitze (ausnahme: nur für reiche als zweitwohnsitz), die begehbare bajuwaren attraktion, trachtnverleih weil kleiderzwang, jeden abend wald oder seefeste, tal komplett von disney verwalten lassen, schafft superviele arbeitslätze in der tourismus und gastrobranche! und erst in den steuertopf! tolle idee, oder? …hmm, wenn ich so recht überleg’ ist die richtung ja bereits eingeschlagen…..

  • Anonymous

    Traurig, vor allem wie der Stadtrat argumentiert. Wie da alle dem Janssen nach dem Munde reden. Wahnsinn!

    Da wird im Außenbereich wieder etwas zugekleistert. Und wer wird dort wohnen?
    Einheimische mit Kindern? Nein, in der Lage wird es bzgl. der Appartements wieder nur für sehr Reiche bezahlbar sein.

    • iswurscht

      Ich denke, das bei uns die meisten Einheimischen mit Kindern sehr gut leben und wohnen, wenn mann mal es mit anderen Regionen in BY, D oder der Welt vergleicht

  • Sportler

    Ich finde so ein Almdorf erheblich schöner als das Hotel Überfahrt in Rottach oder diese Schörghuber Kästen. Ich weiss wirklich nicht, was es da jetzt schon wieder herumzunörgeln gibt. Das passt da hin, es werden zahlende Gäste kommen und der Platz ist gut genutzt. Diese Art von Hotel sollte man ruhig noch an anderen Stellen im Tal bauen ! Die niedrige Bauweise und der Baustil gefallen mir sehr gut. Und dieses Almdorf in Flachau schaut doch eiinfach super aus und ist gar nicht mal teuer. s. http://www.almdorf-flachau.at/ Also mich würde es freuen, wenn das der neue Bautrend im Tal wäre.

    • Thomas Mandl

      Was dagegen spricht:

      - Außenbereich
      - Landschaftschutzgebiet
      - problematische Signalwirkung: im Tal kann man Landschaftschutz und Außenbereich kaufen
      - Hanglagen, lt. Gutachten problematisch
      - Bauernhof in direkter Nachbarschaft: Darf der Gockel in Zukunft kraehen/der Bauer jauchen? Zurück zur “authentischen” Natur – aber bitte mit Tiefgarage und Fahrstuhl …
      - durch das Almdorf entsteht nördlich jenseits der Straße eine Baulücke; wie lange kann die Wiese gegenüber noch noch von einer Bebauung freigehalten werden werden?
      - Flächen für eine touristische Nutzung wären in Tegernsee-Stadt vorhanden (z.B. Guggemos,die Suche nach einem Pächter bzw. betreiber wird jetzt wohl noch schwieriger; dito ehemaliges Krankenhausarenal; der Westerhof erweitert ja ebenfalls)

      Da die der Bau des Almdorfes sehr aufwändig sein wird (Erdbewegungen, Tiefgarage), wird es wohl kaum so “günstig” werden wie in Tirol. Immerhin soll die Anlage 4* plus sein mit kleinen Chalets. Wir bräuchten dagegen in Tegernsee dringend ein Familienhotel, in dem auch Normalverdiener Urlaub machen können.

      Unser Kapital ist die Landschaft. Und die machen wir mit solchen Projekten kaputt. Wir sägen den Ast, auf dem wir sitzen, lustvoll ab. Nicht nur durch dieses Projekt.

      Es fehlt IMHO überhaupt ein touristisches Konzept, eine Vorstellung, welchen Tourismus wir im Tal überhaupt haben wollen.

      • Andreas Obermüller

        Hallo!

        Ich kann Deinen Standpunkt durchaus verstehen.

        Aber warum hört man dann nicht nicht auf, dem “Hotel Guggemos”, das beispielsweise ein nettes Familienhotel sein könnte, die Zukunft mit einem sinnlosen Steg vor der Hotelliegewiese zu verbauen? Wer eine Zukunft am “Guggemos” ohne Zweitwohnsitze für Auswärtige will (denn darauf wird das Agieren der Rathausführung hinauslaufen!), muß mit der Stegbauerei aufhören!

        Der Steg ist auch ein Bauhindernis für einen Hotelneubau auf dem seit Jahren brachliegenden Gartenheim-Grundstück (Bayern-Versicherung) im Zentrum, es entstehen keine Betten und Arbeitsplätze.

        Benutzung womöglich durch gerichtliche Auflagen nur von 8 bis 22 Uhr gestattet, außerhalb dieser Zeit muß der Steg physisch gesperrt werden. Ein Schildbürgerstreich, genau wie die motorisierten Stegklappen, die der Stadtrat bislang nicht gebilligt hat.

        Neubau und Überlassung des Bootsverleihs an Privatpersonen, ohne Stadtratsbeschluß. Schaden für den Steuerzahler mindestens 200000 Euro Herstellungskosten, dazu unbegrenzte und unbefristete Unterhaltslasten. Der neue private Bootsverleih ragt 24 Meter in den See, doppelt so weit wie bisher und verschandelt den See unwiderruflich.

        Über 400 m² Seefläche werden auf 200 Metern Länge überbaut. Der Steg hat außer dem Anfang und dem Ende keinen Zugang vom Ufer. Wer will denn direkt vom Bootsverleih ohne die Möglichkeit eines „Zwischenstopps“ auf das Brachgrundstück der Bayern-Versicherung? Als Verkehrsweg sinnlos, für Radfahrer verboten.

        Um die vorgeschriebene ökologische Ausgleichsfläche bemüht man sich nicht mit dem gebotenen Nachdruck, sondern leistet lieber 28000 Euro Ersatzzahlung an das Landratsamt. Dort freut man sich über das Geld und verzichtet auf die Ausgleichsfläche.

        Durch die Ausführung in Metallbauweise steigt die Belastung mit gefährlichen Substanzen. Im Genehmigungsbescheid vom Landratsamt ist von Holzausführung die Rede. Mittlerweile hat man das als mißverständlich abgetan, hat die Metallausführung hingenommen und ignoriert diese unnötige die Belastung mit toxischen Substanzen im Tegernsee.

        Im öffentlichen Interesse liegt unzweifelhaft dringend die Belebung der Hauptstraße mit ihren Geschäften. Ein zur Hauptstraße paralleler Steg, der nur am Anfang und am Ende eine Verbindung zum Ufer hat, holt Passanten und mögliche Kunden großräumig von dort weg.

        Weitere Verödung dort ist die Folge, eine Schrottmeile entsteht, keine Arbeitsplätze, keine Steuereinnahmen. Das leerstehende Hotel wird zur Ruine und zum Schandfleck.

        Die bisherigen Stegbauten (Kosten über 700000 Euro), die in keiner direkten Verbindung mit dem letzten, bei weitem teuersten Stegstück stehen (von einer Lücke kann also keine Rede sein), hatten keine belegbaren positiven Auswirkungen für die touristische oder wirtschaftliche Entwicklung.

        Die Verbauung des Sees mit Stegen ist keine Attraktion geworden. Da hat das Tegernseer Tal doch wirklich viel Schöneres zu bieten. Niemand kommt nach Tegernsee, um sich „Stegernsee“ anzusehen. Es wird auch in der Zukunft niemand deswegen kommen. Keine Verbesserung, keine Mehreinnahmen.

        Tegernsee leidet massiv an viel zu wenig Nachwuchs und jungen Bürgern. Die veranschlagten Ausgaben von 700000 Euro + 200000 Euro für den überlassenen Bootsverleih = 900000 Euro verbessern die Situation nicht, sondern verhindern eine wirtschaftlich gesunde Entwicklung. Die Verhinderung und das Fehlen von Arbeitsplätzen werden die schnellere Abwanderung der nachwachsenden Generation bewirken.

        Kann man mit 900000 Euro wirklich nichts Besseres anfangen? Öffentliche Toiletten, z. B. am Kinderspielplatz oder am Bahnhof (eine Schande für einen Fremdenverkehrsort !). Radfahren in Tegernsee ist stellenweise lebensgefährlich, wo bleiben die notwendigen Verbesserungen? Errichtung neuer Wanderwege? Senkung der Rekord-Abgabenlast in Tegernsee? Kostenloses Kindergartenjahr? Wenn es einer Gemeinde gut geht, sollen die Bürger davon profitieren.

        Grundsätzliche Legitimation des öffentlichen Vorhabens: fraglich, da dort keine Natur im Sinne der Bayerischen Verfassung vorliegt, sondern „Hausgärten“ (Rechtskräftiges Urteil des Verwaltungsgerichts von 2010 über einen ähnlichen Fall). Ist ein derartiges massives Vorhaben zum Nachteil der Anlieger ohne belegbare Vorteile überhaupt legitim?

        Wer das alles befürwortet, was mit dem Steg zusammenhängt, müßte auch mit einem Almdorf-Hotel leben können.

        • Anonymous

          Abgesehen davon, dass ich auch gegen den Steg bin würde ich gerne Ihre Meinung zum geplanten Almdorf hören und warum Sie dafür gestimmt haben?

          • Andreas Obermüller

            Ich habe bislang keine Einwände.
            Das Vorhaben liegt auf der Linie dessen, was die FWG vor der Wahl als Ziele formuliert hat.

          • Anonymous

            Zum Steg eine so ausführliche Antwort und zum Almdorf nicht?
            Schade ;)

          • Andreas Obermüller

            Unsere programmatischen Aussagen finden Sie hier:

            fwg-tegernsee.de

            Auch wenn die Seite z. Zt. nicht so ganz aktuell ist, hat sich an unseren grundsätzlichen Aussagen natürlich nichts geändert.

        • Thomas Mandl

          @Obermüller

          Ablenken gilt nicht ;-)

          Ob die Sache legitim ist, entscheidet der Richter.

          Zu den Totschlag-Argument Arbeitsplätze: Hotels bringen nicht so viele sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, eher Minijobber bzw. schlecht bezahltes Personal, das sich die Tegernseer Mieten gar nicht leisten kann und einpendeln muss.

          Und ob mehr Gästebetten mehr Übernachtungen generieren, ist für mich nicht ausgemacht. Die Attraktion ist meistens weniger ein Hotel, sondern die Umgebung, in der ein Hotel liegt. Da muss der Hebel angesetzt werden.

          Ob der Steg tatsächlich Investitionen in Gartenheim und/oder Guggemos verhindert, ist für mich nicht ausgemacht. Für Herrn Geiss, dem ehemaligen Betreiber vom Guggemos, wäre der Steg jedenfalls ein Segen gewesen. Für ein Familienhotel an dieser Stelle wäre der Steg eher von untergeordneter Bedeutung. Es kommt auf das Konzept der Anlage an. Soll Gastronomie entstehen, dann hilft ein Steg eher.

          Tegernsee leidet an Nachwuchs. In der Tat. Wer einen Zuzug von jungen Familien Einwohnerzahlen, verbunden mit einem Aufschwung des Einzelhandels möchte, darf IMHO sich nicht gegen eine Wohnbebauung des Krankenhaus-Areals sperren.

          Aber jetzt lenke ich ab ;-)

          • Andreas Obermüller

            Hallo Thomas,

            kein Gericht entscheidet, ob ein Ansinnen legitim ist, sondern nur ob es legal ist.
            Was legal ist, wird im wesentlichen durch den Genehmigungsbescheid des Landratsamts festgelegt.

            Da wird eine Erlaubnis erteilt zur “Erneuerung des Bootshafens der Bootsvermietung … in der Hauptstraße 29, Tegernsee”, was der Stadtrat nie beschlossen hat, sondern der Wunsch einen einzelnen ist. Aber legal!

            Was der frühere Pächter des Hotels wollte, war doch sicher nicht ein Steg vor der Liegewiese des Hotels. Da würde man ihm Unrecht tun. Der Vorschlag zum Bau des Steges bis zur Grenze der Hotelterrasse (kam übrigens von mir) wurde in der betreffenden Sitzung von einem einzelnen verworfen. Der Mehrheit war das egal. Insofern geht dieser Einwand ins Leere, denn diese möglicherweise wirtschaftlich sinnvolle Variante wurde nicht in Betracht gezogen.

            Das Gericht überprüft leider nichts, was in der Sache entscheidend ist, sondern nur Details am Rande. Denn für die Hauptanliegen gibt es keinen Klageberechtigten.

            Wenn z. B. für den ökologischen Schaden eine Ausgleichsfläche von 2000 m² gefordert wird.

            “Eine Ersatzgeldzahlung ist erst möglich, wenn nachweislich keine Fläche zur Verfügung steht. Als Suchraum für Ausgleichsflächen mit der Bezugsebene „Naturraum“ stehen auch potentielle Ausgleichsflächen im Vorland (Ammer-Loisach-Hügelland, wie z.B. die Gemeindegebiete Waakirchen, Gmund, Warngau etc.) zur Verfügung. Falls nachweislich Ausgleichsflächen nicht zur Verfügung stehen, ist eine Ersatzgeldzahlung in Höhe von 28.000,- € zu leisten.”

            Nun wurde nicht ernsthaft nach einer Ausgleichsfläche gesucht, statt dessen hast auch Du die 28000 Euro bedenkenlos in den städtischen Haushalt eingestellt.

            Und daß weder Waakirchen noch die anderen vom Landratsamt vorgeschlagenen Gemeinden im “Ammer-Loisach-Hügeeland” liegen, weiß natürlich jeder Viertklässler, aber wohl nicht Landrat Dr. Kreidl und seine Behörde.

            Gegen den fehlerhaften und rechtswidrigen Bescheid des Landratsamts kann substanziell niemand klagen, also kann drin stehen, was will. Alles legal!

            Oder wenn es heißt: “Sämtliche Bauteile (Pfähle, Überbau, usw.) des neuen Steges sind aus nicht imprägniertem Holz zu errichten. Werden Holzschutzmittel eingesetzt, ist darauf zu achten, das diese keine wassergefährdenden Inhaltsstoffe aufweisen.” Dann plant ein einzelner doch die teilweise Ausführung mit gewässerbelastenden metallischen Materialien und es ist legal. Dagegen kann niemand klagen. Und das alles im Landschaftsschutzgebiet.

            Wer das alles gut findet und die Verödung der Hauptstraße billigend in Kauf nimmt (nun wird in Bälde sogar einer der Trödler dort seine Pforten schließen!) kann doch nicht ernsthaft beim Vorhaben “Almhotel” Probleme haben. Daß ausreichend Betten eine wichtige Voraussetzung für Tourismus ist, sollte nicht in Frage stehen.

            Oder sollen die Leute am Steg schlafen?
            Das wäre dann wahrscheinlich nicht mal legal!

      • Einheimischer

        Natürlich brauchen wir bezahlbare Wohnungen für einheimische Familien. Aber wir brauchen deshalb noch lange keine billigen Familienhotels für Neckermann-Touristen. Das sollte man schön auseinanderhalten.

        • durschty

          auch neckermann ist mittlerweile schon pleite. passt eure mieten eben mal entsprechend an, dann bleibt auch die jüngere generation dem tal gerne erhalten.

  • Anonymous

    Schwache Antwort Herr Obermüller.

    Da könnten Sie aufzählen was KONKRET dafür spricht. Statt dessen verweisen Sie nur pauschal auf Ihr Parteiprogramm.
    Beim Steg verweisen Sie ja nicht auf das Parteiprogramm. Von einem Bürgermeisteranwärter erwarte ich mir da schon etwas mehr.

    • Andreas Obermüller

      Lesen Sie einfach die umfangreichen Unterlagen, die nun öffentlich ausliegen. Ich halte es für für müßig, hier seitenweise Begründung, Umweltbericht etc. zu verbreiten.

      Dann machen Sie einen Termin mit mir zu einem persönlichen Gespräch aus.

      Ich bin nicht von der Meinung eines einzelnen abhängig, den ich vermutlich nicht mal kenne.

  • Anonymous

    Natürlich sind Sie nicht von der Meinung eines einzelnen abhängig, aber andere lesen auch mit und bilden sich ihre Meinung…

    Sie halten es für müßig eine Begründung zu schreiben? Wenn es um den Steg geht anscheinend nicht, da haben Sie ja mindestens schon 5 mal sehr ausführliche Antworten bei anderen Beiträgen der TS diesbezüglich gegeben.

    Im Parteiprogramm der FWG habe ich nichts über das Almdorf lesen können ;)
    Warum nicht jetzt eine kurze Begründung warum Sie ,als Stadtrat, für das Almdorf gestimmt haben?
    Ihr Kollege T. Mandl hat es vorgemacht aus welchen Gründen er dagegen gestimmt hat.

  • Sportler

    Gähn… Wahlkampf. Das Almdorf ist für mich ok. Können wir nicht einfach die anderen Probleme konstuktiv angehen ? Ich bin in keiner Partei und finde diesen Hickhack einfach nur ermüdend. Neue Ideen braucht das Tal ! Schreibt einfach mal alle Eure gute Ideen in das Forum. Dann geht auch was vorwärts ! Die Gemeinderäte und Bürgermeister lesen doch jeden Tag mit. Begreift doch so ein Forum mal als reale Chance aktiv mitzumachen und etwas zum Besseren zu verändern.

  • Tobias

    Herr Obermüller, gehen Sie doch mal zum Seesteg, genießen Sie die Stimmung an der Länd und schlürfen Sie einen Capuccino am Seehaus – und dann sagen Sie nochmal der Steg hätten keine positive Entwicklung herbeigeführt!

    Ihre “kreativen” Ideen sind mit Verlaub grotesk: Öffentliche WC-Anlagen bauen??!!! Das ist Ihre Lösung??!!

    • Andreas Obermüller

      Mein Satz lautet:

      “Kann man mit 900000 Euro wirklich nichts Besseres anfangen? Öffentliche Toiletten, z. B. am Kinderspielplatz oder am Bahnhof (eine Schande für einen Fremdenverkehrsort !). Radfahren in Tegernsee ist stellenweise lebensgefährlich, wo bleiben die notwendigen Verbesserungen? Errichtung neuer Wanderwege? Senkung der Rekord-Abgabenlast in Tegernsee? Kostenloses Kindergartenjahr? Wenn es einer Gemeinde gut geht, sollen die Bürger davon profitieren.”

      Dazu stehe ich und wenn Sie das für grotesk halten, dann tut es mir leid.

      Was soll denn der Steg gebracht haben? Aufschwung? Mehr Geschäfte? Mehr Übernachtungen? Eine Attraktion? Der neue Steg wird genauso zweckfrei.
      Es gibt am Tegernsee viele Stellen, die wirklich schön sind. Deswegen kommen die Leute und nicht, um sich diesen Witz auf Stelzen anzusehen.

      Es gibt Einheimische, die die Entwertung der Länd als Ruhezone bedauern. Man kann ruhig auch mal an die Interessen und Wünsche der Bevölkerung denken.

      • Heini mit dem Hammer

        Drum haben die Leute den Steg auch beim Bürgerentscheid vor ein paar Jahren abgelehnt.
        Gebaut wurde er doch noch. Fanatismus ist ein schlechter Berater.

      • Leo

        Also ich als Einheimischer finde den Steg und auch die neue Gestaltung der Länd super. Für Tegernsee ist das eine riesige Aufwertung. Ist nur zu hoffen dass die Lücke jetzt bald geschlossen werden kann.

  • Martin

    @Mandl Ich habe selten so eine klare, kluge und seriöse Erklärung über ein Abstimmungsverhalten gelesen wie von Ihnen. Jeder Punkt ist nachvollziehbar, macht Sinn und regt zu weiterführenden Diskussionen an. Ich ziehe den Hut. Wenn so über das Almdorf diskutiert wird, glaube ich, dass man zu einer guten Lösung kommen kann. Der entscheidende Satz in Ihrem Text ist: “Es fehlt IMHO überhaupt ein touristisches Konzept, eine Vorstellung, welchen Tourismus wir im Tal überhaupt haben wollen” Und diese Frage stellt sich in allen Gemeinden des Tals. Ob auf der Westseite, wo Rentnerrudel das Stadtbild prägen, oder in Rottach, wo es schon nach Kampen/Sylt riecht. Diese Frage ist vor allem nicht nur vor dem ökonomischen Hintergrund der Hotels und Pensionsbetreiber zu sehen. Vielmehr ist eine politisch-gesellschaftliche Frage, die frei von Ideologien sein sollte. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Beiträge von Herrn Mandl.

    • Thomas

      Das sehe ich ähnlich, es wird in allen Ort ohne Gesamtkonzept gearbeitet, und mit der Gemeindegrenze hört die Koordination fast völlig auf. Ich sehe auch nicht das uns noch mehr Kapazität an Betten irgendwohin brächten.

      Man muss sich endlich festlegen welche Art von Tourismus wir eigentlich wollen, und wie wir die vorhandenen Kapazitäten in so einem Konzept sinnvoll nutzen. Es kann nicht Sinn und Zweck unserer Gemeinschaft sein einige wenige Hoteliers und Wirte stinkreich zu machen, und die letzten Wiesen mit Villen zu betonieren.

      Ich gebe Herrn Obermüller zu den Argumenten des Stegs recht, aber Mandl mit denen zum “Almdorf”. Parteigerangel hingegen Interessiert mich keinen Meter, behaltet eure “schwarzen Peter”, davon hat jede Partei selbst genug auf der Hand.

      Am “Amldorf” konkret stört mich das schon wieder in die Berge hinein gebaut werden soll. Da hinten dürfte sich zwar das abholzen in Grenzen halten, aber es ist und bleibt eine gefährliche Tendenz. Einerseits Landschaftlich weil die Orte längst das “Flair” einer Vorstadt haben, andererseits geologisch. Was muss in Tegernsee noch passieren bis man merkt das ein Wachstum in die Berghänge schlicht gefährlich ist?

  • Will

    Im Grunde genommen geht es doch bei dieser Diskussion wieder einmal weder um Argumente noch um Fakten. Es geht hier um Emotionen. Und in jedweder Hinsicht um Angst, dass sich Tegernsee/das Tal im Allgemeinen in eine Richtung entwickelt, die die jeweilige Partei (hier nicht im politischen Sinne) nicht mittragen will. Wir haben – vereinfacht- auf der einen Seite, die Konservierer (zumeist nicht aus dem konservativen Lager) und auf der anderen Seite die Wachstumsjünger, die “mehr” mit “besser” gleichsetzen. Im Wesentlichen sehe ich Tegernsee und die Talgemeinden mit forschem Schritt in Richtung einer “Wohlstandsghettoisierung” zugehen. Die Sache ist die, dass dies nun aber auch mit den besten Argumenten nicht aufzuhalten ist, da diejenigen, die den Profit machen, diejenigen, die das “mehr und mehr” propagieren schlicht und einfach die größere Lobby haben. Zuerst kommt die Schweinshaxn, dann die Moral. Es verwundert nicht, dass die Idee eines “Almdorfes” (die reaktionär-satte Idealisierung dieser bergbäuerlichen Idylle macht mich übrigens jetzt schon aufstoßen) da auf allzu fruchtbaren Boden fällt. Es ist schade, dass das Konzept des “sanften Tourismus” leider anscheinend zu sanft ist als dass es seinen Weg in die – zumeist – dicken Schädel der Verantwortlichen finden konnte. Aber letzten Endes sind die dann schlussendlich gleichzusetzen mit den Profiteuren. Oder zumindest im dortigen Dunstkreis zu finden…

    • Thomas Mandl

      Inhaltlich muss ich Ihnen weitgehend Recht geben. Leider. Nur an einer Stelle bin ich doch optimistischer.

      Sie schreiben: “Die Sache ist die, dass dies nun aber auch mit den besten Argumenten nicht aufzuhalten ist, da diejenigen, die den Profit machen, diejenigen, die das “mehr und mehr” propagieren schlicht und einfach die größere Lobby haben.”

      Wozu dann überhaupt noch argumentieren? Der Widerstand in der Bevölkerung wächst. Die Gegner des Projekts formieren sich langsam. Ich habe schon die Hoffnung, dass es nie zum ersten Spatenstich kommen wird.

    • Thomas Mandl

      Zu diesem beunruhigendem Thema habe ich einen guten Blog gefunden. Ein Zitat:

      Die Einbettung des politischen Handelns in eine übergreifende, strukturbestimmende ‘Herrschaft der Investoren’ wird nicht gesehen. (…) Die Regierenden sind nicht die Herrschenden. Die Herrschenden werden nicht gewählt, und sie regieren auch nicht: sie lassen regieren. Nur die Regierenden werden in einer bürgerlichdemokratischen Demokratie gewählt, nicht aber die Herrschenden. Regieren in einer bürgerlichen Demokratie bedeutet, die Interessen der Herrschenden mit den Interessen der Wähler so zu vermitteln, daß die Beschaffung von demokratischer Legitimität gelingt.”

      Es git, das Primat von Politik gegenüber der Ökonomie zu verteidigen.

      http://le-bohemien.net/2012/08/14/vom-ende-der-demokratie/

      • Andreas Obermüller

        Nach meiner Meinung sollte auch das Primat des Volkes vor der herrschenden Klasse verteidigt werden.
        Wie kann man anständig bleiben und Bürgerentscheide, die einem nicht in den Kran passen, einfach aushebeln?
        Legal, aber keinesfalls legitim!

  • Talerin

    Jetzt haben wir schon das Glück in einer Traumgegend leben zu dürfen und dann wird sie Stück für Stück verschandelt. Sei es nun mit dem Seesteg oder mit dem geplanten Almdorf. Es sind doch schon genügend Touristen im Tal! Wie viele sollen denn noch kommen? Wann sind unsere Oberen mit den Übernachtungszahlen zufrieden?
    Leider werden unsere Gäste ausschließlich als Geldbringer betrachtet und nicht als Personen die auch unsere wunderschöne Natur belasten.
    Ich finde es wäre sinnvoller die bereits vorhandenen und teils brachliegenden (Guggemos, Maximilian, ehemalige Spielbank etc….) Möglichkeiten zuerst zu nutzen bevor ein Almdorf geplant wird.

    • Andreas Obermüller

      Völlig richtig!

      Ein Hotel Guggemos wird aus dem “politischem Willen” weniger zur Ruine, davor baut man in den See (übrigens Naturschutzgebiet) für hunderttausende Euro einen Witz auf Stelzen und hält das für eine Attraktion.

      Ist ein Schildbürgerstreich eigentlich auch eine Attraktion?

  • wellness

    @Herr Mandl & Co: Jawoll ja, zurück in die Steinzeit! Meine Güte, muß Ihre Angst vor Veränderungen, Neuem, der Zukunft und vor allem, allem voran, DER NEID auf die, die solche oder ähnliche Projekte wagen, die überhaupt etwas wagen, groß sein!

    Gut, Sie wollen kein Almdorf. Sie oder Gleichgesinnte haben Kaltenbrunn verhindert. Ok, dann gehe ich eben nach Tirol, und das Tegernseer Tal hat das Nachsehen. Sie beklagen die Kampen/Sylt Atmosphäre in Rottach? Seien Sie doch froh, dass überhaupt noch ein paar Gutverdienende, Nicht-Neckermann Touristen ins Tal kommen! Tote Hose in Bad Wiessee und Gmund und bestenfalls ein paar Durchreisende zwecks Halt im Bräustüberl in Tegernsee- wollen Sie das auch noch für Rottach? Dann gute Nacht fürs Tal! Die Zweitwohnsitzinhaber alleine werden das Tal nicht retten können, dazu braucht es schon noch den Tourismus. Sie könnten viel von Tirolern lernen, denen gelingt das hervorragend. Die haben aber auch nicht soviel Angst und sind vor allem nicht derart von Neid zerfressen wie ein immer größer werdender Teil dieser sich damit von selbst zerfleischenden deutschen Gesellschaft, womit wir wieder beim Ausgansgpunkt wären. Touristisch gesehen herrscht Stillstand im Tal. Die Zeche zahlen aber nicht die, auf denen Sie hier ständig herumhacken, sondern in erster Linie die Einheimischen. Schade!

    • da ander

      also ich hätt nix dagegen wenn solche leute wie sie nach Tirol fahrn. Ich bin um jeden der weniger im Tal is glücklich

    • Thomas Mandl

      @wellness
      - ich hacke nicht ständig auf andere Leute herum
      - ich bin auf niemanden neidisch und habe tiefen Respekt vor wagemutigen Menschen
      - Tourismus in Tegernsee und im Tal: natürlich
      - aber: Hände weg von Landschaftsschutzgebieten und Aussenbereichen
      - wir müssen unser Kapital erhalten: die Natur, sowohl für uns Einheimische als auch für unsere Gäste

      Damit die Einheimischen nicht die Zeche zahlen, benötigen wir einen “sanften Masterplan”:
      – wieviel und was für einen Tourismus wollen wir überhaupt
      – wie können wir einen attraktive Destination sein, ohne unsere Natur zu malträtieren?
      – wie können wir eine attraktive Destination sein, ohne unsere Heimat, unsere Identität zu verlieren?
      – wie können wir eine attraktive Destination sein, auch noch für unsere Kinder und deren Kinder?

      Es ist alles verzahnt. Ortsentwicklung, Ökologie, Tourismus, Verkehrspolitik, Wirtschaft, Energiewende, alles hängt zusammen. Dreht man an einem Rädchen, bewegen sich die anderen auch.

      Die Herausforderung ist riesig. Wir sollten gemeinsam in gegenseitigen Respekt den besten Weg finden.

      • wellness

        So kann ich Ihnen uneingeschränkt zustimmen Herr Mandl. Nichts für ungut, manche Kommentare kommen vielleicht ein bisschen schräg rüber, weil kurz bzw aus einem Zusammenhang gerissen, man kann ja nicht seitenweise Romane schreiben. Wenn ich Sie also in diesem Sinne mißverstanden habe, dann entschuldige ich mich hiermit für mein flapsiges posting.

        Ich komme seit 20 Jahren regelmäßig ins Tal, es ist meine 2. Heimat geworden. Mein Eindruck ist aber, dass die Entwicklung im Tal seither nicht nur stagniert, sondern eher sogar rückwärts gerichtet ist. Die Touristen haben sich in absehbarer Zeit selbst überlebt, denn es fehlt in fast allen Gemeinden der Nachwuchs. Es werden doch unendlich viele Statistiken geführt – gibts da nicht auch eine, die das Durchschnittsalter pro Gemeinde und Jahr ermittelt? Gefühlsmäßig ist Bad Wiessee überaltert, in Rottach überwiegen auch die wohlhabenden Rentner und DINKs, das Gleiche gilt für Tegernsee mit allerdings einem viel größeren Anteil an Tagestouristen und zu Gmund fällt mir gar nichts ein. Mit Kaltenbrunn hätte es was werden können, aber das wurde ja auch erfolgreich verhindert, welch ein Segen für das ganze Tal, fragt sich nur für wen. Die Idee mit dem Almdorf ist mal was ganz Neues, mal kein protziger Kasten wie die Überfahrt, sondern etwas, das sicherlich geeignet wäre,gerade Familien anzuziehen ( so laufen jedenfalls die Pendants in Österreich ). Einer innovativen Idee sollte man doch eine Chance geben; die Bedenken, die Sie oben sicher zu Recht ansprechen, lassen sich mit gutem Willen garantiert lösen. Nicht immer gleich schreien “geht nicht”, sondern gemeinsam nach Lösungen suchen, damit es geht!

        • Thomas Mandl

          Ich freue mich, dass wir jetzt auf dieser Ebene diskutieren.

          Ihr Eindruck täuscht nicht. Das Tal wird älter und stagniert. Ob man diesen Sachverhalt durch Ausweitung des Tourismus umkehren kann, wage ich zu bezweifeln. Ich habe eher den Verdacht, dass ein unbedachte Entwicklung des Tourismus die Ursache der Stagnation ist.

          Die Idee eines Almdorfes ist in touristischer Hinsicht sicher Interessant, obwohl ich die Einschätzung von Will (weiter oben) teile. Es gibt sicher Menschen, die dieses Angebot annehmen würden.

          Trotzdem meine ich, dass es einfach unverhandelbare Positionen geben muss. Bauen im Landschaftsschutzgebiet & Außenbereich gehört dazu. Wenn man in diesem Punkt einknickt, besteht die Gefahr, dass in Zeiten vagabundierenden Kapitals Dämme brechen.

          Ob dann das Tal weiterhin Ihre 2. Heimat bleiben wird?

        • Will

          Familien? Welche Familien sehen Sie denn da hinfahren? In ein 4-Sterne Resort? Die Familien, die ich kenne, die können sich das leider nicht leisten. Also entstünde dort wieder einmal etwas, das die exklusivere Klientel anvisiert. Für eben diese haben Tegernsee und die um den See liegenden Gemeinden aber doch schon genug Anlaufstellen. Und wenn Sie schon Kaltenbrunn ansprechen: Haben wir denn nicht schon genug Hotels? Welchen Nutzen hat der Einheimische denn von solch einem Arabella-Sheraton Hotel-Koloss? Die Leute die da absteigen sind nicht diejenigen, die den Einzelhandel ankurbeln. Zumindest wage ich mal ganz frech, diese Behauptung aufzustellen. Es gab vor einigen Jahren einmal ein SZ-Magazin (ich denke, es war eine Ausgabe aus dem Jahr 2003) in dem ein Journalist das Tegernseer Tal sehr treffend titulierte: “Ein Jammertal” hieß es da. Es ging in dem Artikel um die Chancen, die die Talgemeinden vertun, indem sie nur auf die “big players” setzen. Besagte “big players” haben ja oftmals gar kein Interesse sich unter das gemeine Volk zu mischen, wobei daher wieder der Dünkel und auch die Vorurteile befeuert werden, die die Einheimischen gegenüber den “Zugezogenen” und besagten DINKs haben. Wer letztes Wochenende das Ostiner Waldfest aufgesucht hat, kommt – wenn er Augen zum sehen, Ohren zum hören und Füße zum sich-gegenseitig-draufstehen hat – nicht umhin zu bemerken, dass jedes Klischee leider Gottes durchaus auch nicht von ungefähr kommt. Und hier sehen wir auch die Interessenkonflikte. Der Eine, der “geht nicht” schreit wird mit dem, der “geht doch” brüllt nicht auf einen Nenner kommen. Der SC Ostin ist froh darüber, dass am Samstag Heerscharen über Hendl und Bier herfielen; man hat ja ordentlich verdient daran. Ob das nun aber schön war oder nicht, das steht auf einem anderen Blatt und ist im Grunde eben auch irrelevant. Hier greift wieder dieser “wunderschöne” neoliberale, aber dennoch irrige Spruch: Der Erfolg gibt ihm (in diesem Fall Ihnen) recht! Es geht ja nicht etwa um ein gemeinsames Planen am gemeinsamen Zuhause und das vielleicht sogar mit sanfter Hand, sondern um den Profit, den derjenige erwirtschaftet, der – in diesem Fall – die “Almhütten” da oben hinstellt. Hand-in-Hand, das ist eine Utopie. Der eine will verdienen, will “wachsen”, der Andere will ein wenig bremsen und vielleicht sogar “schrumpfen”( um GOTTES Willen!!!), wobei das nicht etwa bedeutet, dass man sich – wie oben behauptet- in die Steinzeit zurück katapultiert. Höher, schneller, weiter (die Berge hinauf bauen) ist vielleicht die schnellste, einfachste und am nächsten liegende Antwort, aber halt nicht immer die bessere auf etwaige Probleme unserer Zeit. Das sind aber grundsätzliche Geisteshaltungen. Und da wird sich kein Konsens finden lassen. Wer recht hat und hatte, dieses Urteil fällen dann die nachfolgenden Generationen.

          • wellness

            In einem Punkt gebe ich Ihnen recht: Über grundsätzliche Geisteshaltungen wie von Ihnen beschrieben wird es keinen Konsens geben.

            Aber zu eineigen Punkten muß ich doch anmerken: In meinem Bekanntenkreis gibt es zahlreiche Familien, die gerne in einem Almdorf Urlaub machen würden, wenn es ähnlich aufgezogen wird wie das Priesteregg oder das Seinerzeit. Diese Familien fahren z.Zt ausnahmslos ins benachbarte Österreich und geben dort gerade im Urlaub jede Menge Geld aus, das dem Einzelhandel zugute kommt. Sie können es sich vielleicht nicht vorstellen, aber es gibt Menschen, die übers Jahr soviel arbeiten, dass sie selten in Muße einem ausgiebigen Einkaufsbummel frönen können. Das holen sie dann in entspannter Atmosphäre im Urlaub nach. Ich könnte Ihnen einige Orte in Österreich nennen, bei denen genau dieses bestens funktioniert. Entgegen Ihre Behauptung beweist nicht zuletzt Rottach im Vergleich zu bspw Bad Wiessee, dass dieser Zusammenhang besteht; in Rottach leben etliche Einzelhändler seit Jahrzehnten gut von den verschiedenen Touristenströmen, die Bad Wiessee mehr und mehr abhanden gekommen sind.

            Und was Kaltenbrunn angeht: das was da jetzt steht ist natürlich viel schöner und besser als das was geplant wurde; vor allem haben so viele menschen etwas davon! Soweit mir die Pläne bekannt sind, war nie ein Arabella Kasten geplant, sondern ein Luxus-Bio-Hotel mit Biergarten, mit und ohne Selbstbedienung, also der Öffentlichkeit zugänglich. Das wäre für alle attraktiv gewesen. So ist es nur ein weiterer Schandfleck in der Tegernseer Sammlung. es gibt ja keinen Ort mehr, der nicht irgendeinen davon aufzuweisen hat. Schön ist was anderes, aber auch darüber läßt sich kein Konsens finden , weil Geschmacksache.

          • Seefestfan

            Könnte man die Pläne für Kaltenbrunn nicht noch einmal veröffentlichen ? Ich weiß zum Beispiel nicht, was dort konkret geplant war. Kaltenbrunn einfach abzureissen halt ich aber für ein absolutes Unding. Und Bad Wiessee sollte auch endlich einmal auf jüngeres und kaufkräftigeres Publikum setzen.

  • Almöhi

    Ob es da wohl Brei geben wird ?
    Auf da Almgmoa. Oder verderben die vielen Köche nun vorab schon den Brei ?
    Bestimmt aber wird der Ottonormalmaurer für einige Brotzeitminuten die Aussicht geniessen. Der Ottonormalwanderer hingegen, geht um die Kurve und … Tab Tab Tab die Bäume verdecken das was vorher den Blick einfangen wollte.
    Gewiss, der eine und auch der wichtigere andere wird sich an Veränderungen stören. Auch die Vernichtung von Kufladenstammflächen und unbebautem irgendwas wird einige Zeit der Verdauung benötigen. Schau schau, der Sundheimer in Miesbach kommt auch bald schon wieder weg. War nur eine Frage der Zeit. A bissal no, dann steht der nächste Klotz und die nächste Sünde auf einer schönen Wiese, einem Wald. Ob Almdorf, Überfahrt, MC Drive, Parkhaus, Steg … ja ja interessant is scho im Tal. Ob aber etwas eine Sünde ist wird weder der entscheiden der dann damit Geld verdient noch derjenige der hier Verluste anprangert die nie wieder zurückzukehren sind.
    Auf die Neureuth kommt der Betonmischer bestimmt leichter als auf den Wallberg und dort war er ja erst.
    Diese Grenzen liegen schon sehr lange hinter irgendwelchen Tal und Naturschützervorstellungen
    Auf gehts, und danach bau ma den geschützen Maximilian auf des Krankenhausgelände und da Markus macht sei erste Zweigstelle in Tegernsee auf. Jawoi

  • Schorsch

    @wellness, Thomas und alle anderen

    Hier wird argumentiert, dass die Orte im Tegernseer Tal kein Gesamtkonzept haben, dabei gibt es doch den von den Offiziellen so hoch gelobten “Masterplan Tourismus der ATS/TTT” in dem die Ziele ganz klar definiert sind. Schließlich will man ja zur “PREMIUMDESTINATION” werden.

    Zitat Masterplan:

    “Übernachtungszuwachs um 20 Prozent, führende bayerische Tourismusregion in Deutschland und in fünf internationalen Quellmärkten, herausragende Premiumdestination in Süddeutschland”

    Den ganzen Masterplan gibt´s hier: http://www.tegernsee-schliersee.de/blog/wp-content/uploads/2012/01/ATS_Masterplan_Infobrosch%C3%BCre2.pdf

    Wenn ich das so richtig verstehe, dann will man hier aufsteigen in die Liga “Saint Tropez, Dubai, Monte Carlo oder Sylt”.

    … hier geht´s also um´s richtig große Geld ;-)

    PS: Das richtig große Geld macht wahrscheinlich nur “Projekt M” die mit der Ausarbeitung des “Masterplans” beauftragt wurden.

    • Thomas

      Ja, das klingt so ein bisschen nach dem ersten Kommentar da oben. Achtung Sarkasmus:

      “Kommen sie in den Themenpark Tegernseer Tal. Sehen sie die fast authentische Nachbildung eines Bergtals und wohnen sie in unseren Premium-Hotels mit unverbaubarer Aussicht auf eine Pappwand, bemalt mit einer naturbelassenen Aussicht. Unser osteuropäisches Personal in fast originaler Tracht wird ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen. Für nur wenige Millionen können sie eine der zahlreichen Villas erwerben und den ganzen Sommer hier verbringen. Heben sie sich ab von den Billig-Touristen, die Stundenlang in Stau stehen, indem sie mit dem Hubschrauber oder dem neuen Ringlinien-Transrapid anreisen der idyllisch am Seeufer aufgeständert entlang führt.”

      Wem das an Sarkasmus noch nicht gereicht hat, dem empfehle ich das hier:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Piefke-Saga

  • durschty

    meiner meinung nach passt so ein alpendorf gerade da oben hervorragend in die landschaft, aber anderes thema: was wäre denn wenn keine touristen mehr ins tal kämen, dann würden innerhalb kürzester zeit schon die ersten wieder jammern, weil sie dann arbeitslos wären und noch mehr leerstehende ruinen im tal rumstehen würden.das tal ohne touristen würde bald ganz jämmerlich zum tal des todes und wäre bald ein wahres geistertal.

    • durschty

      nein, das wäre das tal der tränen und des jammers! MENSCH; REGT EUCH NICHT AUF; SEID FROH; DASS überhaupt jemand so etwas tolles bei euch “bedenkenträger” überhaupt noch bauen möchte. seid froh und dankbar dass keiner einen fünf- oder achstückigen betonbunker dort bauen will.

      • da ander

        naja anscheinend musst du nicht hier leben

  • Sportler

    Durschty hat vollkommen recht. Ich würde erst mal die konkreten Baupläne abwarten und nicht jetzt schon mosern. Das Haus, das jetzt da oben steht, und die abgewirtschaftete Wiese daneben sind auch keine Zierde der Landschaft.

    • Eva Baumgartner Kreuth

      Die sogenannt abgewirtschaftete Wiese ist Aussenbereich (zweimal gemäht schaut sie schon wieder
      ganz anders aus ! bin Landwirtin) sind 5000qm zuviel.Das Potenzial unseres Tales ist unsere
      Landschaft die keine Bebauung im Aussenbereich mehr verträgt!

      • wellness

        Ihren letzten Satz unterschreibe ich sofort. Mir fehlen zugegebenermaßen hier die nötigen ( örtlichen?) Detailkenntnisse. Aber selbst wenn man dem Projekt aus diesem Grund nicht zustimmen kann, muß man doch nicht die Idee an sich verteufeln. Warum geht man nicht positiver mit Investoren um, die etwas Neues wagen wollen? Wenn aus gutem Grund dieser bestimmte Standort nicht in Frage kommt, kann man ja vielleicht eine passendere Alternative finden.Was mich einfach nervt, ist dieses miesepetrige Ablehnen aller Ideen, die andere haben,und wenn es nur aus dem Grund ist, dass das Projekt ja am Ende evtl. nur wieder den bösen Besserverdienenden zugute kommt und sich andere eine goldene Nase damit verdienen. Ja warum denn nicht, wenn sie es waren, die diese Idee hatten???

        • Hans Jürgen Menge

          Kann mir mal jemand sagen, warum für ein 5.000 qm großes Alm-Baugrundstück an die 7.300 qm aus dem Landschaftsschutzgebiet “Tegernsee und Umgebung” herausgenommen werden müssen (Lt. Heimatpresse)? Wenn dieses Gebiet dann auch noch teilweise in einem Wohnbau- und Grünflächen-Gebiet liegt…. nehmen wir mal an: zur Hälfte ….dann werden für dieses sogenannte Dorf weit über 4.000 qm mehr aus dem Landschaftsschutz entnommen als eigentlich benötigt. Quasi als Reserve für die Zukunft im Außenbereich? Oder ist das nur meine beschränkte Milchmädchen-Rechnung? Der Seegeist sprach vom Tatbestand einer vorsätzlichen Landschaftsvernichtung – da ziehe ich anerkennden den Trachten-)Hut!

          Klar, ein Almdorf ist ein attraktives Argument und in seiner echten Realisation so charakteristisch wie ein Waldfest-Dirndl. Und dann: Die zwei Mehrfamilienhäuser in der betongesicherten Hanglage oberhalb der Deym-Villa werden zu einem Quadratmeter-Preis von weit über 10.000,- Euro pro qm verkauft. Wer glaubt, dass ein Almdorf in höherer Leeberg-Lage wesentlich günstiger zu bauen und zu haben sein wird. Vor allem für die angepeilte Zielgruppe “Familien”?

          Die geplante Art von bayerischer Kultur lässt sich tatsächlich nur mit der elektrischen Kuh beschreiben, die stündlich um den geplanten Alm-Teich gezogen wird und dabei “Muh” macht. Oder den Gockel, der wie eine echte Kuckucksuhr aufgezogen wird. Und so programmiert wird, dass er auch die Kurruhezeiten einhält. Von unkontrolliertem Glocken-Gebimmel ganz zu schweigen.
          “Grüaß de God, scheene Bairin auf da Alm”.

          • Gmundna

            des soagt agrad a Saupreiss

          • Andreas Obermüller

            Gratuliere!
            Es kommt nicht darauf an, was gesagt wird, sondern wer es sagt.

            Was ist denn “soagt” für ein Ausdruck?
            Bayerisch ja wohl nicht.

          • Stummer Schrei

            Verkauft doch den letzten Rest unserer Heimat auch noch! So einfach ist das. Kaltenbrunn nur um ein Beispiel zu nennen spricht für das Komunalpolitische Versagen der letzen 15-20 Jahre. Man hat eine ganze Region in ein Fahrwasser gefahren und hat nun nicht mehr den Mut die Bremse zu ziehen!

          • Stummer Schrei

            … und das Almdorf ist der nächste Fehler. Fahren Sie mal mit offenen Augen durchs Tal, Baukräne wohin das Auge sieht und welche Bunker da hingestellt werden!

          • Sportler

            Also ich muss mich da auch wundern. Gmundna ? Ich kenn das nur als Gmunda. Und heissen muss es ja wohl: “Des sogt agrat a Saupreiss.” Sich aufmandln als Einheimischer, dabei ausfallend werden und dann noch drei Fehler einbauen. Na bravo !

        • Will

          @Wellness: “Was mich einfach nervt, ist dieses miesepetrige Ablehnen aller Ideen, die andere haben,und wenn es nur aus dem Grund ist, dass das Projekt ja am Ende evtl. nur wieder den bösen Besserverdienenden zugute kommt und sich andere eine goldene Nase damit verdienen. Ja warum denn nicht, wenn sie es waren, die diese Idee hatten”

          Weil die Idee nicht gut ist. Und zumeist diejenigen sich durchsetzen, die das Geld haben. Die dürfen dann auch (Kuh-)Scheiße zu Gold machen. Über Geschmack lässt sich anscheinend nicht mehr streiten. Das Diktum des heutigen guten Geschmacks ist eine folklorisierte Lederhosen-tragende und Teflon-imprägnierte Idylle, die etwaige soziale Probleme (Gott bewahre! Nicht bei uns im Tal) und den Diskurs darüber gar nicht zulässt und kritische Stimmen mit der Reichsacht belegt. Man stellt sich gegen den Strom derer, die die Kuh melken bis sie keine Milch mehr gibt? Diese ewigen Bremser! Diese Fortschrittskritiker! Sie sind doch nur neidisch und vergönnen den “Innovativen” ihren Erfolg nicht! Wir wollen doch nur unseren – ohnehin beträchtlichen – Reichtum mehren! An den Pranger mit Ihnen!
          Sie werfen hier “Miesepetrigkeit” vor, obwohl das eine Unterstellung ist. Das “Almdorf” ist ja keines, sondern ein Kunstprodukt, eine Nachahmung vermeintlich heiler Heidi-Welt von anno dazumal, ein Retro-Bayern-Erholungsheim.

          • wellness

            Ich habe mit mir gerungen, ob ich auf diesen “Kommentar” überhaupt noch antworten soll. Ich probiers halt mal: Sie ziehen alles ins Lächerliche und sagen einfach nur nein. Was Sie wollen, sagen Sie nicht. Konstruktive Kritik sieht anders aus. Sehe ich das richtig, dass Sie eigentlich gar nichts verändern möchten? Dann können wir die Diskussion hier beenden, jedenfalls für meinen Teil, weil das für mich bedeutet “Stillstand”. Das ist etwas, womit ich mich grundsätzlich nicht abfinden kann und will, denn dann wären wir heute tatsächlich noch in der Steinzeit. Ich wünsche mir Veränderungen, sie bewegen etwas, sie fordern und verhindern geistige Inflexibiltät. Das Ergebnis muß nicht mit meinen Wünschen übereinstimmen, ich bin schließlich nicht allwissend, aber es sollte jedenfalls eine Entwicklung darstellen. Veränderungen sind für mich nicht derart negativ besetzt wie offenbar für Sie, für mich bedeuten sie erst mal Chance, ergo etwas Positives; Angst habe ich davor nicht – bei Ihnen bin ich mir da nicht so sicher. Und was den Geschmack angeht: über den läßt sich bekanntlich nicht streiten; da stünde Ihnen ein bisschen mehr Toleranz gegenüber anderen Geschmäckern gut zu Gesicht oder glauben Sie ernsthaft, dass nur Ihr Geschmack der allein richtige ist, dem gefälligst alle anderen zu folgen haben? Ich wiederhole mich: mir gefällt die Idee mit dem Almdorf, ich habe dabei das Priesteregg vor Augen, das ich wunderschön finde, Urlaubsgenuss pur. So etwas suchen Nicht-Neckermann Touristen. Was ist daran verkehrt? Wenn der geplante Standort aus verschiedenen, stichhaltigen Gründen ausscheiden sollte, muß man doch deshalb den Investor nicht gleich in die Wüste schicken. Vielleicht gibt es Alternativen; geht doch mal positiv im Sinne einer gemeinsamen Lösungsfindung ans Werk; “geht nicht” gibts nicht, so ist jedenfalls meine Lebensmaxime ; anders ausgedrückt, wo eine Wille ist, da ist auch ein Weg. Bei vielen, so wie bei Ihnen offensichtlich, scheiterts schon am Willen. Ohne den geht freilich gar nichts.

  • Thomas Mandl

    Aus den Augen, aus dem Sinn?

    Die Diskussion um das Almdorf geht weiter, auch wenn der Artikel auf der ersten Seite der Tegernseer Stimme gar nicht mehr sichtbar ist.

    Ich lade Sie ein, die Diskussion auf einer anderen Plattform weiterzuführen:

    https://adhocracy.de/d/7357

    Mir sind Ihre Meinungen sehr wichtig. Deshalb haben wir auf Liquid-Democracy-Basis eine Möglichkeit der Bürgerbeiteiligung eingerichtet.

    Ich freue mich auf eine lebhafte Diskussion.

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Heute Abend kommt das Thema wieder auf die Startseite. Im Hintergrund tut sich ja einiges.

      Beste Grüße
      Die Redaktion

      • Thomas Mandl

        Die Diskussion auf der TS verläuft – von wenigen Ausnahmen abgesehen – auf hohem Niveau. Ich finde es auch sehr gut, wenn Sie das Thema “oben” auf der ersten Seite halten. Das Almdorf hat für das Tal und auch für benachbarte Regionen (Schliersbergalm) doch eine exemplarische Bedeutung.

        Der Link oben auf “Adhocracy” (https://adhocracy.de/d/7357) hat eine andere Qualität.

        Adhocracy stellt einen direkten Kontakt zu einem Stadtrat bzw. zu seiner Partei her. Sie ist eine überparteiliche “open source” Plattform, die der politischen Meinungs- und Willensbildung im Zeitalter von Web 2.0. dient.

        Die Teilnahme an Adhocracy ist deshalb auch mit einer Registrierung verbunden. Es soll “mit offenem Visier” diskutiert werden.

        Im September werden wir in Tegernsee eine Informationsveranstaltung zu Adhocracy und der Offenen-Kommune durchführen.

        • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

          Hallo Herr Mandl,

          adhocracy macht sehr viel Sinn. Wir werden auch im Oktober zusammen mit zwei anderen Partnerunternehmen ein System vorstellen, dass es möglich machen wird genau solche kritischen Themen unabhängig von der Limitierung der Tegernseer Stimme (Startseite, weg aus dem Sinn etc.) zu verfolgen und sich als Bürger wie auch Stadt- bzw. Gemeinderat einzubringen.

  • durschty

    wenn die einheimischen so wie tun ihre heimat und die natur wirklich so sehr lieben, dann sollten sie sich aber auch das beste und sinnvollste in diesem falle das almdorf für sie wünschen. wenn ich hier die meinungen der immer nörgelnden bedenkenträger so lese, so beklagen sie z.b. die demographische veralterung des des tales und den wegzug junger menschen. meiner meinung nach ist das vor allem aber auch der grund, weil man hier nicht bereit ist neues, modernes zukunftorientiertes zu wagen und entsprechende interessante und zeitgemäße arbeitsplätze zu schaffen. oder würde ihnen evtl. ein achtstöckiges seniorenheim im tal besser gefallen als dieses wunderschöne in die dortige natur passende almdorf? über geschmack lässt sich ja zum glück bekanntlich streiten. also, hörts endlich auf zu meckern, denkt an die zukunft eurer nachwachsenden geberation und seid dankbar dafür, dass überhaupt noch irgendjemand so etwas atraktives bei euch nörglern und bedenkenträgern erstellen möchte. arbeitsplätze bietet das almdaorf allemal und die jüngere generation wird froh und dankbar sein, dort arbeiten zu dürfen.

    • Tommy

      Falls es noch keinem aufgefallen sein sollte, es ziehen die wenigsten jungen Leute hier weg weil es zu langweilig ist, sondern weil man es sich als normalsterblicher gar nicht mehr leisten kann hier zu leben. Zeig mir bitte einen Einheimischen der ohne geerbten Baugrund o.ä. sich hier für seine Familie noch was hinstellen / kaufen kann…
      Und zum Thema Arbeitsplätze: Ich seh in den ganzen Gastronomiebetrieben nicht sehr viele Einheimische arbeiten (zum Teil auch weil man es mögen muss), sondern eher Leute aus den neuen Bundesländern und Osteuropäer, die bekommen nicht so sehr viel Geld und spuren trotzdem, das macht dann für die heiligen Investoren die Gewinnmarge etwas größer.

      • durschty

        nur so kann es funktionieren, bitte keinen unangebrachten neid., das sich die jüngere generation euren ort nicht mehr leisten kann liegt doch hauptsächlich an der gier und dem ständig auffleckerndem eurozeichen in den augen der vernieter oder grundstückeigner. hier wäre doch zuerst ein umdenken nötig oder?

        • Tommy

          Das Menschen gierig sind, ist nicht nur hier so sondern überall auf der Welt, das wird man von heute auf morgen nicht ändern können. Ich wollte nur aufzeigen das der Wegzug der jungen Normalbürger mitnichten etwas mit Langeweile zu tun hat (im Gegenteil ich würde mich im Gegensatz zu Menschen in anderen Regionen / Ländern, mit Klauen und Zähnen wehren bevor ich meinen Heimatort in dem ich geboren und aufgewachsen bin verlassen muss), sondern schlicht und ergreifend damit das man sich heute mit einem normalen Einkommen das Leben im Tal nur noch sehr schwer leisten kann und das Investoren nicht investieren um irgendjemand etwas gutes zu tun (wenn etwas gutes zu tun damit einhergeht wird es natürlich groß rausgekehrt), sondern schlicht und ergreifend um Profit zu machen. Punkt.

  • Stummer Schrei

    Glauben Sie wirklich, dass das für die im Tal lebende Bevölkerung der große Wurf ist? Da nehme ich mal einen Herrn der so ähnlich wie Sie redet. Den Herrn Schönauer, seines Zeichens Bgm. der Gemeinde Irschenberg. Der findet den McDonnalds Klasse, weil der so viele Arbeitsplätze schafft. Ich glaube, dass der Herr Sch. noch nie im MD in Irschenberg war. Dann würde er sehen, dass da nicht ein Irschenberger arbeitet! Das Totschlagargument Arbeitsplätze ist kein Renner mehr.

    • durschty

      gerade die werden aber dringend gebraucht, wenn junge generationen im tal bleiben sollen. ebso wie die moderne atraktivitätund bezahlbare mieten eines ortes. warum sollten sich sonst junge familien dort ansiedeln?

      • Thomas

        Und wie kommen wir von 400,- Eurojobbern aus dem Osten zu jungen Leuten die sich ansiedeln wollen? Sie glauben doch nicht im ernst das diese Leute aufgrund so einer “Arbeit” eine Familie hier gründen wollen? Gerade im Hotelgewerbe ist es doch üblich das die in Personalzimmern “wohnen” und Ihr Essen aus dem eigenen Haus beziehen.

        Attraktiver wird ein Ort durch mehr Hotelbetten auch kein bisschen und je gehobener das Haus desto weniger Außenbeziehung zum Ort haben die Gäste. Ein paar Gastronomie-Zuliefer mögen etwas mehr Umsatz machen, aber sonst.

  • Rainer

    75 Betten sollen da entstehen, zumindest in der ersten Ausbaustufe. Wieviel Fachkräfte und wieviel 400,– Euro-Jobber braucht man wohl, um einen solchen Betrieb zu führen? Wie es in der Top-Hotellerie zugeht, ist den Kommentaren zu dem TS-Artikel “Unternehmer mit Herzblut“ 3. August, 2012, zu entnehmen.
    Die Grundstücke und Altimmobilien im Tal werden meistbietend an Investoren verkauft. Und die wollen eine kurzfristige Rendite, nicht angemessen, sondern so hoch wie möglich. Mit sozial tragbaren Mieten für junge Familien ist keine kurzfristige Rendite zu erzielen. Allso werden Luxuswohnungen, Luxushotels u.a. erstellt. Wenn das Priesteregg als Modell dienen soll: Dort gleicht das Preisniveau bei ganzjähriger (!) Belegung dem der Überfahrt, also ca. 200 Euro/Nacht und Person. Ist das die Zielgruppe die das Tal will und braucht? Ich schließe mich Talerin (v. 14.08.12) an; Es wäre sinnvoller die bereits vorhandenen und teils brachliegenden Möglichkeiten (Guggemos, Maximilian, ehemalige Spielbank, Lederer, Kaltenbrunn etc….) zuerst zu nutzen, bevor ein Almdorf geplant wird.

  • durschty

    wenn das “passende publikum” da ist, dann siedelen sich auch ganz schnell die dazupassenden einzelhandelsgeschäfte an und das wiederum zieht touristen aus allen gegenden in das dann wirklich interessante tal. bevor man verurteilt sollte man auch bereit sein, entsprechend neues zu wagen.

    • Tommy

      Wir haben jetzt schon den passenden Einzelhandel zum Publikum. Wenn ich einkaufen fahren will (Kleidung z.b.) bin ich gezwungen nach München oder Rosenheim zu fahren, weil im Tal ausser Nobelboutiquen und Landhausmode nichts mehr zu finden ist.

  • durschty

    die nachfrage bestimmt meist das angebot. so ist es nun einmal überall auch im tal. und auch in münchen

    • Thomas

      Ja … nur dummerweise ist deine Argumentations-Kette auf der Strecke geblieben, und der anhaltende Wandel des Tals in eine Schicki-Micki-Bussi Gegend hat eben genau keine Jobs für einfache Familien geschaffen, bezahlbare Wohnraum vernichtet und Attraktivität definiert ausschließlich solche für solvente Kunden.

      Anders ausgedrückt, die Befriedigung der Nachfragen der “Premium-Touris” haben kein Angebot für Normalbürger geschaffen sondern im Gegenteil welches vernichtet, und werden auch nie welches schaffen, egal wie viele Hotelpaläste man noch an den See packt.

      • Sportler

        Wieso ist ein Angebot an Normalbürger für eines der schönsten Täler der Alpen so wünschenswert ? Und wieso sollte sich ausgerechnet das Tegernseer Tal unter Wert verkaufen ? Haben wir etwa unsere einmalig schöne Landschaft zu verschenken ? Andere Topdestinationen machen das schon sehr lange und sehr erfolgreich ganz anders. Nur die Tegernseer bilden sich ein, dass die Zeit für sie stehenbleibt. Tatsächlich aber ziehen die anderen an uns vorbei. Und sie erhalten dabei auch noch die Natur. Was haben die, was wir nicht haben ?

        • Thomas

          Warum? Wünschst du dir das Tal Meter für Meter an Millionäre zu verkaufen und die eingesessenen Einheimischen sukzessiv zu vertreiben? Das kann jetzt nicht wirklich eine Zukunftsvision sein oder?

          Ich weiß auch nicht wozu immer diese extreme Schwarz-Weiß Einteilung gut sein soll. Auf der einen Seite angeblich Leute die Stillstand wollen, auf der anderen Leute die für den Fortschritt stehen. Nichts davon stimmt mit der Realität überein, zahlreichen Vorhaben geht es ausschließlich um die Rendite egal um welchen Preis der Umwelt, und andere wünschen sich eine Nachhaltigere Strategie. Mit Rückschritt und Fortschritt hat das nichts zu tun.

          Es ist also sehr wohl wichtig das ein Angebot für Normalbürger existiert, denn Orte bestehen aus mehr als Immobilien, auch wenn das gerne vergessen wird. Gerade “Topdestinationen” sollten sich gut überlegen was wo gebaut wird, denn gerade die Klientel der Reichen ist wählerisch und Stadtwohnungen haben die alle schon.

          • Sportler

            Ich meine doch nicht den Verkauf von Grundstücken an Fremde, sondern das Niveau von Hotels und touristischen Angeboten, das sich nicht an Massen von Billigtouristen, sondern lieber an kaufkräftige Gäste richten sollte, von denen die einheimischen Geschäftsleute mit ihrer Gastronomie und ihren Läden gut leben können, so dass mehr Gewerbesteuer bei den Gemeinden hängenbleibt, die damit wiederum für eine bessere Infrastruktur und sozialen Wohnungsbau sorgen können.

            Davon zu unterscheiden sind die vielen Wohnhäuser, die auf jeder noch freien Wiese im Tal herunten gebaut werden. Diese Grundstücke werden aber doch wohl von Einheimischen an Fremde verkauft ? Wie sollte man einheimische Privatleute daran hindern ? Was waren das doch noch für gute Zeiten, als diese Art von Bauwut noch über die Einwohnergleichwerte der Kläranlage reguliert wurde.

          • Thomas

            Es ging mir oben durchaus um die Angebote in der Orts-Infrastruktur und nicht um Touristen.

            Dein Argument mit mehr Gewerbesteuer und besserer Infrastruktur aufgrund besserer Hotels wird leider durch die letzten 10 Jahre deutlich widerlegt. Die Infrastruktur verkommt zusehends, der Einzelhandel macht Geschäfte schneller dicht als er sie eröffnet, die Mieten explodieren und im sozialen Wohnungsbau passiert nichts, nicht mal mehr Instandhaltung. Wer immer ein “tolles” Projekt am See plant der plant sein Firmenkonstrukt auch gleich so das er bis St. Nimmerlein keine bis kaum Steuern zahlt. Das Steuerparadies Deutschland und seine Steuerberater machen es möglich.

            Natürlich kannst du keinen hindern sein Grundstück zu verkaufen, aber du kannst saftige Auflagen machen was wo entstehen darf und muss. Es kann auch nicht sein das permanent schützenswertes Gelände in Bauland umgewandelt wird, nur weil jemand mit Geld winkt. Ich fürchte nur das die Gemeinden am kürzeren Hebel sitzt, weil Landkreis und Landrat den Ausverkauf des Tales vorantreiben wollen.

          • Sportler

            Die Gewerbesteuer und die Grundsteuer sind die einzigen direkten Einnahmequellen der Gemeinden. Woher wollen Sie wissen, dass nun ausgerechnet die Hotels am Tegernsee diese Steuern nicht zahlen ? Und – mal abgesehen von dem verständlichen Wunsch, die Ruinen von Kaltenbrunn, Maximilian und Guggemoos einer neuen Nutzung zuzuführen – wie viele “tolle” neue Hotel-Projekte gibt es denn derzeit sonst noch am Tegernsee ? Gibt es überhaupt welche ?

  • Manfredos

    So langsam wird das hier zu diesem Thema ein Chat, der keinen wirklich neuen Gedanken oder ein zusätzliches Argument mehr bringt. Bitte an TS, dieses irgendwie zu schließen und bei den nächsten Schritten wieder zu öffnen. Danke!

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Hi Manfredos,

      guter Hinweis, nur leider schwer vermittelbar. Warum soll gerade die Form der Kommunikation gerade hier nicht ok sein, bei anderen Beiträgen aber schon?

      Der Austausch zwischen Sportler und Thomas hat sicherlich chatartige Ausmaße. Allerdings geht es immer noch um das Thema Almdorf. Wir würden es allerdings beenden müssen, wenn es themenfern wäre.

      • Manfredos

        Schwierige Entscheidung.

        • Sportler

          Ich bin auch für schließen. Das Thema ist ausdiskutiert,

  • Andreas Obermüller

    Das Thema ist noch nicht zu Ende.

    Nach der öffentlichen Auslegung werden u. U. zahlreiche Stellungnahmen von Fachbehörden und Privatpersonen eingegangen sein, die öffentlich behandelt werden müssen.

    Das Bebauungsplanverfahren ist erst am Anfang und von einer Entscheidund sind wir noch viele Monate entfernt. Das kann durchaus nochmal interessant werden.

    • Sportler

      Jetzt versteh ich das erst richtig. Bei dem Dorffest und dem Almdorf beharken sich in den Kommentaren vorwiegend Lokalpolitiker (mit oder ohne – vielleicht sogar wechselndem – Pseudonym) und hinterher heißt es dann, das Thema sei “in der Bevölkerung hochumstritten”. Da ist es ja wirklich schade um die Zeit, wenn man hier etwas schreibt.

      • Andreas Obermüller

        So ist nun mal der Verfahrensablauf.

        Und aus einer Baugenehmigung erwächst auch keine Baupflicht.
        Das heißt, daß es sein kann, daß alles nur viel Papier und heiße Luft ist.
        Nämlich dann, wenn der Bauwerber einfach gar nichts baut und alles bleibt wie es ist.

  • Hans Jürgen Menge

    Bevor mir ein sogenannter “Gmundna” den Ehrentitel “Saupreiss” umhängen kann, muss er zumindest 52 Jahre in Bayern gelebt haben, wie ich! Und dann muss er mir mal erklären, warum ein Landschaftsschutzgebiert ausgerechnet Landschaftsschutzgebiet heißt … und warum es trotz deutschem und auch international gültigem Recht mal so ganz einfach für ein Pseudo-Almdorf geopfert werden kann. Und warum man 7.300 qm davon braucht, um 5.000 qm mit so etwas “Ur-Bairischem” zu bebauen – und dann auch noch etwa für “Preissn”, die er so liebt? Ich jedenfalls stehe zu meiner Meinung mit meinem Namen. Und beschimpfe nicht anonym und einfallslos andere Menschen.

    • Stummer Schrei

      Ausserdem ist ist es so, dass oft die sog. “Zuagroastn” das was hier hat besser zu schätzen weis, als manch Einheimischer der es schätzen sollte!

  • rs

    Wenn zwei sich streiten… Ich könnte mir ein ‘Almdorf’ (sprich Bauerndorf ähnlich Abwinkl) auf dem Jodbadgelände in Wiessee ganz gut vorstellen..

  • Demokratie Jetzt!

    Wenn ich mal den heruntergekommenen Bahnhofsvorplatz in Tegernsee oder die schmucke Bushaltestelle am Postamt in Rottach anschaue, dann würde ich sagen, beseitigt erstmal die kleinen Missstände, bevor ihr was großes anfangt.