Neuer Geschäftsführer für die SMG gefunden

Alexander Schmid übernimmt ab 2013

Ergänzung vom 10. Oktober / 12:37 Uhr
Nachdem zum 30. September der ehemalige Geschäftsführer Oliver Reitz die Standort Marketing Gesellschaft verlassen hat, steht nun sein Nachfolger fest. Zum 1. Januar 2013 wird Alexander Schmid die Leitung der SMG übernehmen.
Mit dem bisherigen Tölzer Beauftragten für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Stadtentwicklung setzt man bei der SMG auf Kontinuität.

Alexander Schmid

Denn der neue an der Spitze ist nicht nur wie sein Vorgänger auch Wirtschaftsgeograph, sondern ist zudem, wie Landrat Jakob Kreidl in einer aktuellen Mitteilung betont, auch bereits gut in der Branche vernetzt. Somit dürfte die Einarbeitungszeit für Schmid nur sehr kurz ausfallen.

“Mit Fachkompetenz überzeugt”

Darüber hinaus kann Schmid auch auf die Unterstützung aller drei Gesellschafter zählen. Sowohl der Landkreis, die Kreissparkasse sowie der Unternehmerverband sprachen sich im Bewerbungsverfahren einstimmig für den 43-jährigen aus, wie Kreidl betont:

Alexander Schmid hat uns rundum mit seiner Fachkompetenz überzeugt. Über viele Jahre hat er in Bad Tölz bewiesen, dass er engagiert die Umsetzung seiner Ideen verfolgt und durch zielgerichtetes Vorgehen interessante Unternehmen gewinnen konnte.

Der aus Amerang stammende Schmid will in seiner neuen Funktion zunächst einmal auf Bewährtes, wie den jährlichen Wirtschaftsempfang setzen. Dennoch sieht er sich auch in der Pflicht, neue Akzente zu setzten. So möchte er beispielsweise aktiv Betriebe für die Ansiedlung in der Region anwerben.

Zunächst einmal muss er jedoch bis Ende des Jahres seinen bisherigen Job weiter ausfüllen. In der Übergangszeit wird Martin Pemler, Verwaltungsleiter am Landratsamt Miesbach, die Geschäfte der SMG kommissarisch leiten.

Ursprünglicher Artikel mit der Überschrift: Der Landkreis hatte seinen Reitz
Seine Region bekannt und attraktiv für Investoren zu machen, daran sollte wohl jedem in verantwortungsvoller Position gelegen sein. Der Landkreis Miesbach hat für diesen Zweck sogar eine unabhängige Firma gegründet, die Standortmarketing Gesellschaft (SMG). Diese stellt jetzt nicht nur ihre Strukturen um und besitzt künftig drei, anstatt wie bisher einen Gesellschafter. Sie verliert auch ihren Geschäftsführer.

v. links: Scheidender Geschäftsführer Oliver Reitz, Klaus-Dieter Graf von Moltke, Landrat Jakob Kreidl, für die Kreissparkasse der Vorstandsvorsitzende Martin Mihalovits und Andreas Hassler für den Unternehmerverband

Standortsicherung, Förderung und Neuansiedelung – das sind die drei Säulen, für die die SMG stand und auch in Zukunft stehen möchte. „Auch unter den neuen Verantwortlichen wird sich die grundsätzliche Richtung, in die wir gehen möchten, nicht verändern“, sagt Landrat Jakob Kreidl.

Am Tegernsee war die SMG beispielsweise bei der Suche für Investoren für das Maximilian beteiligt.

Im Zuge der Neustrukturierung werden nun zwei neue Gesellschafter integriert: den neu gegründete Unternehmerverband und die Kreissparkasse. Diese stellte bereits bei der Gründung der SMG eine Anschubfinanzierung zur Verfügung und begleitete das Projekt seitdem.

Landkreisweiter Unternehmerverband

Der Unternehmerverband hingegen ist erst seit Kurzem mit dabei. Er ist ein Zusammenschluss von bisher 44 Unternehmen der Region, die sich für eine kontinuierliche Entwicklung des Standortes Miesbach einsetzen wollen.

„Bei uns sind alle Branchen vertreten. Wir wollen ein Netzwerk schaffen, in dem sich die Unternehmen austauschen können und wodurch beispielsweise ein gemeinsames Ausbildungskonzept entsteht“, erläutert Klaus-Dieter Graf von Moltke, Besitzer der Egerner Höfe und Vorsitzender des neu gegründeten Verbandes. „Die Unternehmen, die bei uns organisiert sind, denken nicht nur daran, was der der Landkreis für sie tun kann, sondern auch, wie sie den Standort Miesbach voranbringen können“, so Moltke weiter.

Forciert hat die Gründung des Verbandes unter anderem Oliver Reitz – (Noch-)Geschäftsführer der SMG. Bekannt geworden ist er unter anderem durch die Idee, im Tegernseer Tal eine Hochschule einrichten zu wollen. „Reitz hat die fünf Jahre, in denen er hier war, einen guten Job gemacht“, lobt Landrat Kreidl die Arbeit des studierten Geografen.

Neue Herausforderungen

Doch nun wird Reitz, der noch einen Vertrag bis 2017 hatte, die SMG zum 30. September in Richtung Pforzheim verlassen. Grund dafür sei nicht nur der finanzielle Aspekt gewesen. „Die neuen Herausforderungen und das Aufgabenfeld haben mich einfach gereizt“, erklärt der neue Direktor der Wirtschaftsförderung Stadtmarketing Pforzheim. „Trotzdem wird, da ich ja als Gründungsgeschäftsführer von Anfang an dabei war, die SMG immer ein Patenprojekt für mich sein.“

So wird die erste große Herausforderung für den neu geschaffenen, sechsköpfigen Aufsichtsrat auch die Suche nach einem qualifizierten Nachfolger für Reitz sein. Ein neuer Mann oder eine neue Frau an der Spitze mit frischen Ideen – auch das hat einen gewissen Reiz.

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  • Andreas Obermüller

    Unabhängig von der Person des Herrn Reitz und seiner durchaus sympathischen Erscheinung wäre nun der Zeitpunkt, eine objektive Bilanz zu ziehen.

    Was hat diese neue Verwaltungsstelle gebracht, was hat sie gekostet?

    Ich kann für Tegernsee keinen Effekt sehen, der dem Wirken dieser Entwicklungszentrale in der Kreisbehörde zuzurechnen wäre. Ganz im Gegenteil, das Landratsamt arbeitet nach Meinung vieler gegen Tegernseer Interessen.

    Zwei Beispiele:

    Im November 1998 wurde das Kreiskrankenhaus Tegernsee geschlossen und 200 Arbeitsplätze schlagartig waren weg, sehr viele Bürger zogen dann natürlich auch weg. Das ist ein Aderlaß, von dem sich Tegernsee bis heute nicht erholt hat. Das ist nun fast 14 Jahre her. Das Landratsamt hat immer wieder zugesagt, die lange schon vorhersehbaren Folgen abzumildern. Da wäre z. B. als unmittelbare Maßnahme die Verlagerung eines Teils des LRA in Betracht gekommen. Nun ist das KKH abgebrochen, geht also nicht mehr.

    Ersatz an Arbeitsplätzen in 14 Jahren: 0
    Maßnahmen in 14 Jahren um den Kaufkraftverlust auszugleichen: 0

    Im Juli 2010 hat das Landratsamt in einem zumindest teilweise “rechtswidrigen und fehlerhaften Bescheid”, so die Richterin Dürig-Friedl, einen Steg auf 200m Länge parallel zum Ufer genehmigt, der die Entwicklung beim 2008 geschlossenen Hotel Guggemos erschwert.
    Das Hotel wird nun zur Ruine, keine Arbeitsplätze, keine Gästebetten, in der Folge schließen weitere Geschäfte in der Nähe des Hotels.

    Ist das auch Wirtschaftsförderung oder erwartet man als Bürger und Geschäftsmann einfach zuviel von einer Behörde?

    Andreas Obermüller
    Geschäftsinhaber in Tegernsee