Ergänzung vom 10. August / 11:08 Uhr
Die LKW`s am Gut Kaltenbrunn, die im Februar für “Aufregung gesorgt hatten, sind mittlerweile verschwunden. In einem heute erschienenen Artikel in der Tegernseer Zeitung erklärt Antonia Asenstorfer, die Sprecherin der Schörghuber-Gruppe, dass “von Anfang an klar war, dass es sich dabei nur um eine Übergangslösung handelt”.
Ansonsten gibt es aber keine neuen Erkenntnisse. Die Denkmalschutzbehörde im Landratsamt hat, wie bisher schon, alles unter Kontrolle und verwaltet das Elend.
Die weithin sichtbare Plane auf dem Dach des Anwesens ist auch weiterhin dicht, was immer wieder in bestimmten Abständen überprüft wird.
Und auch die Nutzung des brachliegenden Gutes ist derzeit offener denn je. Gegenüber der Zeitung verweist Antonia Asenstorfer auf “viele Konzepte”, die an die Schörghuber-Gruppe herangereicht werden. Die meisten, so lässt sich zwischen den Zeilen herauslesen, werden aber nicht mal geprüft.
Doch eine Erkenntnis gibt es aus dem heutigen Beitrag. Die Wünsche der Bürger aus der im letzten Jahr durchgeführten Gmunder Bürgerwerkstatt werden nicht erfüllt werden können. Denn bei all der Unsicherheit über die Zukunft des Gutes weiß Asenstorfer eine Sache sicher: Ein Hotel wird das Gut Kaltenbrunn nicht werden. Denn da steht die Chefin einfach nicht dahinter.
Und man muss sagen, auch das klang vor ein paar Monaten bereits ähnlich. Als in einer Gemeinderatssitzung das Ergebnis der Bürgerbeteiligung präsentiert wurde und jeder nickte ob der interessanten Aussicht, dass sich in Gmund ein “Ökologisches 4-Sterne Hotel” im Gut Kaltenbrunn ansiedeln könnte. Der Bedarf für größere Hotels im Tegernseer Tal war ja laut Aussage aus dem damals ebenfalls präsentierten Maßnahmenkatalog da.
Die Antwort von Antonia Asenstorfer auf unsere Nachfrage von vor sechs Monaten beschreibt die Haltung der Schörghuber-Gruppe, die sich seither auch nicht verändert hat:
Mit uns hat niemand gesprochen. Wie wir das Gut nutzen möchten, steht nicht fest. Die grundsätzlichen Probleme mit Denkmalschutz und Anwohnern bestehen weiterhin.
Ursprünglicher Artikel vom 03. März mit der Überschrift: “Die mit Geld machen sowieso, was sie wollen”
Der Beitrag zum “LKW-Abstellhof” Gut Kaltenbrunn hat für einiges an Diskussionen gesorgt. Knapp 20 Kommentare, die vor allem die Frage thematisieren, inwieweit sich die Schörghuber-Gruppe, als Eigentümerin des Guts, von den Bürgern in die Verwendung ihres Besitzes “reinreden” lassen muss.
Diese Frage kann einigermaßen klar beantwortet werden: Die Eigentümerin weiß derzeit relativ genau, was sie darf und was nicht. Eine Verwendung als LWK-Stellplatz mag zwar auf den ersten Blick verwerflich sein, ist jedoch nicht verboten, da sie die schutzwürdigen Gemäuer nicht beschädigt. Zumindest ist das die derzeitige Rechtsauslegung.
Und auch die vehement geforderte Teilöffnung des Gutes lässt sich nicht einklagen. Die Schörghuber-Gruppe muss den Biergarten der Allgemeinheit nicht zur Verfügung stellen. Egal, wie das subjektive Rechtsempfinden in diesem Punkt ist.
Damit ist das Problem natürlich nicht erledigt. Denn was auch immer wieder für Nachschub an der Diskussionsfront sorgt, sind beispielsweise “Ergebnisse” aus Veranstaltungen, wie der im letzten Jahr durchgeführten Bürgerwerkstatt in Gmund. Bei diese an sich tollen Aktion, die den Bürgern das Gefühl vermitteln sollte, sie können die Zukunft ihrer Gemeinde in die Hände nehmen, wurden scheinbare Lösungsansätze auf Basis von Bürgerwünschen und Expertenmeinungen für die offensichtlichsten Problembereiche im Ort präsentiert:
Ein “Ökologisches 4-Sterne Hotel” im Gut Kaltenbrunn hörte sich damals erstmal gut an. Der Bedarf für größere Hotels im Tegernseer Tal war ja laut Aussage aus dem ebenfalls präsentierten Maßnahmenkatalog da. 150-200 Gästebetten hätten es also schon werden können.
Reaktion des Eigentümers auf die konkrete Maßnahme im letzten Jahr:
Mit uns hat niemand gesprochen. Wie wir das Gut nutzen möchten, steht nicht fest. Die grundsätzlichen Probleme mit Denkmalschutz und Anwohnern bestehen weiterhin.
so die Sprecherin Antonia Asenstorfer auf Nachfrage.
Oder das Maximilian: Eine Tourist-Info, ein regionales Schaufenster, ein Servicepunkt für Radler und ein Ort für Gesundheitsdienstleistungen sollen laut den Eckpunkten zur Nutzung des Maximilian unter anderem entstehen. Alles gute Dinge, die aber eines gemein haben. Sie werden den Interessen eines Investors nicht gerecht. Da das alte Gebäude bestehen bleiben soll und deswegen aufwendig restauriert werden muss, braucht der vor allem renditeträchtige Maßnahmen. Allen voran Eigentums-Wohnungen. Vielleicht ein Hotel, falls das Problem mit dem Verkehr geregelt wird. Eventuell noch eine große Wirtschaft mit Biergarten.
Es stellt sich also die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass die Gemeinde bei Verhandlungen mit den wenigen ernsthaften Interessenten die Vorstellungen der Bürger wie einen heiligen Gral vor sich her tragen wird? Oder inwieweit sich die Schörghuber-Gruppe darum kümmert, ob die auf den Barrikaden-stehenden Gruppen vehement eine erneute Öffnung von Kaltenbrunn fordern?
Was ist also eine Beteiligung an Entscheidungsprozessen wert, wenn die Beteiligung endet, bevor die wirklichen Entscheidungsprozesse einsetzen? Führt sie eventuell nur noch zu mehr Unzufriedenheit und einem Gefühl des Ausgeliefertseins, das man mit dem folgenden Zitat beschreiben kann: “Die die Geld haben machen sowieso, was sie wollen.”
Beteiligung ist gut, aber die Bürger müssen wissen wo wahrscheinlich die Grenzen sind. Sie in ein Hochgefühl der Mitbestimmung zu versetzen, wo dieses nicht angebracht ist, bringt niemanden weiter. Spätestens wenn der Geldgeber kommt, wird meistens klar wer tatsächlich das Sagen hat.
Das Gefühl der Niederlage geht dann manchmal in eine Trotzreaktion über. Diese ist nicht selten die Basis für den Beginn von rechtlichen Auseinandersetzungen, Klagen und gegenseitige Schuldzuweisungen.
Auch ein Grund dafür, dass es am Gut Kaltenbrunn nicht weitergeht ist, das derzeit das Klima in Bezug auf dortige Investitionen völlig vergiftet ist. Und das hilft derzeit einfach niemandem….




























Wenn Geld alles darf, kann man auch das Tegernseer Schloss zumachen, inklusive Bräustüberl und Gymnasium. Man kann jedes Gebäudre jahrelang leerstehen lassen, was ihm ebenso wenig gut tut, wie einem Auto oder einem Pferd, das nie bewegt wird. Und ein Plastikdach über dem Dach kann man auch jahrelang schön finden.
Andererseits darf man die Gmunder und die Bürgerwerkstatt nicht für soooooo einfältig halten: Sie haben sich halt verlassen darauf, dass es Frau Schörghuber ernst meinte mit ihren Visionen von einem nachhaltig bewirtschafteten Gut, mit Produkten aus der Region, Bier- und Kindergarten, Streichelzoo usw.. Jetzt reklamiert ihre Vertraute, Frau Asenstorfer, die Ratschläge seien nicht abgesprochen gewesen, sie wären Eingriff ins private Eigentum und fremdbestimmte Überplanung. Tatsächlich aber sind Stefan Schörghuber, selig, und Architekt Wegmann immer von einem groß dimensionierten Hotel der Luxusklasse ausgegangen. Und die Gastronomie wurde geschlossen, weil man freie Hand in Bauplanung und Realisation haben wollte. Ganz nebenbei: Muss man Empfehlungen oder Ratschläge immer schon vorher mit dem Empfänger absprechen?
Richtig ist, dass uns gegenseitige Schuldzuweisungen nicht weiterhelfen. Die oberste bayerische Gerichtsinstanz hat vor reichlich 2 1/2 Jahren ein neues Nutzungskonzept eingefordert und eine Bauplanung, die dem Denkmalsschutz und Landschaftsschutz gerecht wird. Der Senior Schörghuber hat ja bei der gefühlvollen Renovierung des Königsbaus bewiesen, wie man die Substanz mit Leben erfüllen kann, ohne sie zu vergewaltigen oder abzureißen!
Was die Ortsmitte und den Dorfladen angeht: Da haben sich wohl die einen darauf verlassen, dass der Dorfladen den Erhardt-Platz wieder belebt – und die anderen daruf, dass ein lebendiger Platz den Dorfladen belebt. War wohl nichts?! Kann aber unser verehrter Bürgermeister das, was jahrelang zerfiel, schon ein ganzes Jahr nach der gemeinschaftlichen Ortsbegehung wieder wie ein bayerischer Herkules allein in die richtigen Angeln heben? Setzt nicht der vielgepriesene Masterplan des Landkreises erstmal voraus, dass die Gemeinden in ihre Infrastruktur und ihr Orts-Ambiente investieren? Und dass Investoren dem einheimischen Gastgewerbe noch mehr Konkurrenz machen sollen?
Bürger, schützt Eure Anlagen: Bringt Euch mit guten Ideen in den sinnvollen Ausbau der Substanz ein, die aus dem teilweisen Dornröschen-Schlaf wachgeküsst werden muss. Paradies ist das, was wir daraus machen!
Dann Machen Sie doch Mal!!!!
Sakrady, Mandy: Gscheit schreiben kann ich selber gut!
So habe ich im Sept.2009 eine Foto-Doku zur Ortskern-Entwicklung gemacht, mit nach-denklichen Texthinweisen. Und dieselbe in Farbfotokopien als Anregung zur gemeinsamen Ortsbegehung vorgelegt (wurde danach von der Gemeinde “entsorgt”). Dann: Teilnahme an Bürger-Diskussion im Gasthaus Köck (u.a. mit öffentlicher Abrüffelung meines Vorschlags zur Entgitterung für einen breiteren Bürgersteig). Meine Anmeldung zum 2-tägigen Bürgerforum wurde dann von der Gemeinde nicht berücksichtigt. Die Bürgerwerkstatt war am 10. Febr. 2010 mit gut 5 Stunden sehr intensiv (wurde vom Bürgermeister allerdings als Auftritt von Interessengruppen gewertet).
Seitdem ist wieder einiges, nicht aufgestautes Wasser die Mangfall hinunter geflossen. Vielleicht macht aber Herr Mandy mal was.