Freitag, 18. Mai 2012 (03:33 Uhr)

DSL in Gmund: Die Zukunft sieht anders aus

Moosrain, Ostin, Festenbach – die Außenbezirke Gmunds sind notorisch unterversorgt mit schnellem Internet. FĂŒr zwei der drei Ortseile gibt es eine Lösung. Festenbach geht dagegen “leer” aus.

Nicht ohne Grund, wie GeschÀftsleiter Alfons Besel betont.

Seit dem 12. Oktober ist der DSL-Anschluss in Moorain offiziell freigegeben. Knapp zwei Jahre hat es gebraucht, bis alles soweit fertig war, dass die Anwohner ihren schnellen Internetanschluss nutzen konnten. Richtig Àrgerlich sei laut Besel dann eigentlich auch nur die Kommunikationspolitik der Telekom gewesen.

Alfons Besel spricht sich fĂŒr eine Zukunftslösung aus.

“Die Telekom hat in diesem Fall eine Monopolstellung. Das bedeutet die VertrĂ€ge werden uns diktiert.”

Der neue DSL-Anschluss verspricht Geschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit pro Sekunde. Aufgrund der ungĂŒnstigen Positionierung der VerteilerkĂ€sten wird daraus fĂŒr die Mehrheit der Moosrainer DSL 6.000. Das garantiert die Telekom. Und auch das ist eine deutliche Verbesserung zu frĂŒheren Zeiten.

In Ostin hofft man nun in der Gemeinde, dass alles etwas schneller ĂŒber die BĂŒhne geht. Ende Oktober wurden die VertrĂ€ge an die Telekom verschickt. Und so nimmt der Prozess seinen Lauf.

Etwa 18 Monate dĂŒrfte das Verfahren dauern. Wenn alles gut lĂ€uft haben die Anwohner Mitte 2013 einen DSL-Zugang mit bis zu 50 Mbit pro Sekunde. Theoretisch.

110.000 Euro fĂŒr 550 Haushalte

Die Kosten fĂŒr die Versorgung der insgesamt 550 Haushalte in den beiden Ortsteilen sind nicht ohne. In Moosrain haben die Arbeiten 70.000 Euro gekostet. In Ostin wird es mit 40.000 etwas gĂŒnstiger. Die Gemeinde muss in beiden FĂ€llen nur einen Bruchteil zahlen. Das meiste stammt aus dem Topf des DSL-Förderprogramms. Doch das Programm lĂ€uft zum Ende des Jahres aus.

Nicht der einzige Grund weswegen Festenbach, der Dritte im Bunde der Unterversorgten, in absehbarer Zukunft nicht zum Zuge kommt. Wie Alfons Besel auf der letzten Gemeinderatssitzung betonte, sei Festenbach mit Geschwindigkeiten zwischen 2 und 6 Mbit pro Sekunde prinzipiell gut versorgt. Und ohne die Förderung sei eine Verlegung neuer Glasfaserkabel fĂŒr die Gemeinde wirtschaftlich nicht tragbar.

DarĂŒberhinaus ist man in der Verwaltung erstaunt ĂŒber den schnellen Gesinnungswandel. In 2009 hatten, bei einer Umfrage der Gemeinde, nur zwei Personen aus Festenbach fĂŒr schnelleres Internet plĂ€diert. Nun, zwei Jahre spĂ€ter, habe man eine Unterschriftenliste von 50 Festenbacher BĂŒrgern erhalten, die sich fĂŒr höhere Geschwindigkeiten aussprechen. Doch auch das werde an der derzeitigen Entscheidung nichts Ă€ndern können.

Auf dem Weg in die Zukunft

Dabei ist fĂŒr Besel klar, dass die derzeitigen Aktionen in Moosrain und Ostin nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu noch höheren Verbindungsraten sein können. “Die technischen Anforderungen steigen stetig. 50.000 bis 100.000 ist die Zukunft. Und da werden wir uns auch hin entwickeln mĂŒssen.”

Eine Zielsetzung, die die Gmunder Verwaltung mit einer “zukunftsfĂ€higen Systemplanung” angehen möchte. Und ein Ansatz, der zwar in die richtige Richtung geht, den Festenbachern in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren aber kein schnelleres Internet bringen wird.

Auch Louisenthal und Teile von Festenbach sind "unterversorgt". Karte: telekom.de

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  1. manuel haller meint:

    Und auch 50000 ist nur der nÀchste Schritt. Doch wohin?
    Der Artikel zeigt ds Problem der Gemeinden. Sie mĂŒssen langfristig denken, mittelfristig handeln und kurzfristig das Geld herbekommen. Meistens endet sowas in Aktionismus. Schön das die Gmunder an die Zukunft denken. Nur sollte dabei auch was herauskommen. Und wie gesagt am ende muss das ganze schnelle Internet auch jemand bezahlen.

  2. jj meint:

    ***Aufgrund der ungĂŒnstigen Positionierung der VerteilerkĂ€sten wird daraus fĂŒr die Mehrheit der Moosrainer DSL 6.000.***

    DSL 6000 – das wĂ€re ja ein Traum. Bei meinen Bekannten kommen grad mal 360 kbit/s rein und keiner fĂŒhlt sich zustĂ€ndig daran was zu Ă€ndern. :( (((

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