Freitag, 24. Mai 2013

Aktuelle Studie belegt: Autonutzung in Großstädten geht zurück

Ein Trend – auch gegen den Tal-Kollaps

Verstopfte Straßen, zähflüssiger Verkehr – Alltag im Tegernseer Tal. Ob in der Mittagszeit in Rottach oder bei schönem Wetter in Wiessee, schnell voran kommt man rund um den See auch aufgrund der Tagesausflügler aus München und Umgebung nur selten.

Neue Zahlen der Universität Duisburg-Essen zeigen jetzt, dass immer weniger Menschen in Großstädten wie beispielsweise in München ein eigenes Auto besitzen. Gibt das vielleicht auch Hoffnung für das Tal?

Eine Ringbahn – hier ein passendes Zugmodell im Test – könnte eine der möglichen Lösungen gegen den Stau im Tal sein.

Nicht zuletzt beim Testspiel zwischen dem TSV 1860 München und der Borussia aus Mönchengladbach hat man gesehen, dass die Kapazität der Straßen am Tegernsee schnell an ihre Grenzen stößt, insbesondere bei Großereignissen.

Teure Lösungen

Sollte beispielsweise die entstehende Event Arena des Bachmair Weissach wie geplant regelmäßig viele Besucher anlocken, kann einem angesichts der zu erwartenden Staus nur Angst und Bange werden.

Doch Lösungsansätze gibt es schon. So könnte beispielsweise eine Ringbahn oder ein Shuttleservice die Autos aus dem Tal heraushalten. Diese Maßnahmen sind jedoch umstritten und würden einen hohen planerischen Aufwand bedeuten. Die Ringbahn wäre zudem eine kostspielige Lösung und auch politisch nur schwer umsetzbar. Doch das könnte sich in den nächsten Jahren ändern.

Zwei Vorteile für das Tal

Hoffnung macht da das Ergebnis einer Studie der Universität Duisburg-Essen: Zumindest in den Großstädten geht der Trend hin zu einem Leben ohne eigenes Auto. So kommen derzeit in München 346 PKW auf 1.000 Einwohner. Damit liegt München deutlich unter dem Schnitt des gesamten Bundeslandes. Bayern belegt mit derzeit 700 Autos pro 1.000 Einwohner im deutschlandweiten Vergleich den ersten Platz bei der Autonutzung.

Die Studie zeigt, je größer die Stadt und je besser die öffentlichen Verkehrsmittel, desto mehr Menschen entscheiden sich gegen ein eigenes Auto. Dies könnte für das Tal gleich zweierlei Vorteile mit sich bringen:

- Erstens bedeuten weniger Autos in München, gleichzeitig auch bei uns weniger Autos, die auf den Straßen unterwegs sind.
- Zweitens könnte die Studie auch richtungsweisend sein in Bezug auf die notwendige Entwicklung öffentlicher Verkehrsmittel im ländlichen Raum.

Der ländliche Raum hinkt zur Zeit der Entwicklung der Großstätte noch hinterher. Sollte jedoch auch hier großflächig in ein funktionierendes System der Öffentlichen Verkehrsmittel investiert werden, die anders als der Bus von den Straßen unabhängig wären, so könnte sich auch bei uns die private Autonutzung reduzieren. Unabhängig davon, dass die für die ÖPNV-Nutzung sensibilisierten “Städter” seltener mit Autos aufs Land fahren würden.

Wissensvorsprung nutzen

Bereits im Januar rief BOB-Chef Heino Seerger dazu auf, auch mal anfangen ein wenig anders zu denken. „Wir brauchen eine Lösung, wie wir im Tal wieder mobil werden können“, brachte Seeger die Problematik auf den Punkt.

Denn bisher ist es noch so, dass das Streckennetz des ÖPNV an den Rändern der Städte aufhört attraktiv zu sein. Zu lange Wartezeiten, zu wenig Flexibilität. Genau das ist der Punkt an dem die Politik ansetzen muss.

Gegen den Trend zu agieren ist schwierig. Anstatt sich in Projekte wie ein neues Parkhaus zu stürzen, die die aktuelle und zukünftige Entwicklung ignorieren, sollte man sich darauf konzentrieren im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel neue Anreize zu schaffen. Die Städte leben uns die Zukunft schon vor, jetzt müssen wir diesen Wissensvorsprung auch nutzen.

Heute schon auf die Autonutzung von morgen zu reagieren, würde das Tegernseer Tal auf Jahre zukunftsfähig machen. Ein neues Parkhaus beispielsweise würde diese Zukunftsfähigkeit nicht nur verzögern, sondern durch die steigende Belastung der kommunalen Haushalte sogar behindern.

Moderation von Kommentaren

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  • Michael

    “Bayern belegt mit derzeit 700 Autos pro Einwohner im deutschlandweiten Vergleich den ersten Platz” ???
    is scho a bisserl viel oder ;-)

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Ne Menge, aber nicht unrealistisch ;-) Pro 1.000 Einwohner muss das heißen.

  • Schmeichelstatistiker

    Da klopft sich der Statistiker auf die eigene Schulter und sagt, Pro Haushalt und ein anderes Mal Pro Kopf. 2009 war Saarland pro Kopf vorne und Berlin ganz hinten.
    Die Vergleiche hinken immer. Im Bund hat derzeit jeder zweite ein Auto aber fast jeder dritte, zwei.
    Mit Städten kann man ein Tal nicht vergleichen, denn wieviele leben bei uns auf engem Raum übereinander?
    Eine Bahn um den See? Da benötigt man keinen Jansen zum Durchboxen. Da ist wohl wenig freier Platz und wenn dann nur mit Tunnel, schallgeschützt und ohne daß es jemanden tangiert. Also sehr weit weg in Zeit und Raum.
    Bei den Streitthemen heutzutage und der Bürokratie werden wir wohl nur durch Spritpreise jehnseits von bündnisgrünen Vorstellungen und Träumen eine Verkehrserleichterung spüren… wollte sagen “erfahren”

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Mit Städten muss man das Tal eigentlich gar nicht vergleichen. Die geringere Nutzung von Autos, so wie in München, wird sich ganz automatisch aufs Tal auswirken. Und zwar mit weniger PKW, die bei uns rumfahren bzw. mehr Tagesgästen, die ohne weiteres die BOB oder andere Öffentliche Verkehrsmittel nutzen werden / wollen. Allerdings natürlich nur, wenn diese vorhanden und bequem sind. Das würde dann am Ende auch allen nutzen.

  • Thomas

    Ich denke das ist ein ziemlicher Äpfel-Birnen Vergleich. Die Durchdringung von München mit ÖVPN ist sehr gut, würde ich in München wohnen würde ich auch kaum ein Auto haben. Was man nicht zu Fuß erreicht das doch mit Bus und U-Bahn. Manche Parkplatz-Suche dauert länger als der Fußweg.

    Mann könnte natürlich Argumentieren, wenn die Münchner im “Schnitt” weniger Autos haben, würde weniger davon zu uns damit fahren. Allerdings kennt ein Durchschnitt keine Zielgruppen, und die müssen wir genauer betrachten.

    Da hätten wir zum einen die Sommerfrischer und Tagesausflügler, nicht wenige davon mit Rad und Rucksack, auch gerne mal mit dem Sport-Kinderwagen. Diese Leute in großer Zahl in BOB und Bus? Das will ich sehen!

    Zum anderen hätten wir natürlich auch die “Premium-Gäste”. Porsche Cheyenne, Audi Q7, BMW X6 … Die haben Ihr Statussymbol doch nicht für die Garage gekauft, diese Leute betreten keine ÖVPN.

    Bleiben die Einheimischen, oder besser gesagt die Leute die hier wohnen, welche ja auch locker 50% des Verkehrs “beisteuern”. Unser ÖVPN ist und bleibt eine Katastrophe und die Topologie des Tals zieht alles extrem in die Länge. Außer den ewigen gleichen Phrasen habe ich die letzten 30 Jahre nichts von der politischen Seite gesehen, und ich erwarte auch keine Lösung mehr bevor uns das Erdöl als Treibstoff ausgeht.

    • Michael

      tja was soll man da sagen – recht hast !!!

    • Manfredos

      Da wollte wohl man jemand eine beliebige “Durchschnitts-Statistik” für’s Tal verbiegen.
      Aber Thomas hat recht, hier sollte man Zielgruppen betrachten.

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Hi Thomas,

      danke für die Kritik, die allerdings nicht ganz so stehen bleiben kann. Das Problem sind die Trends und deren Auswirkungen. Wenn in München, oder einer anderen Stadt, der ÖPNV gut ausgebaut ist, wird sich das auch langfristig in der Anzahl der überhaupt verfügbaren Autos auswirken.

      Das entscheidende ist, dass diese “Kunden” irgendwann in der Mehrzahl sind. Das sind keine zielgruppenspezifischen Trends – sondern eine zielgruppenübergreifende, nachhaltige Bewegung. Wenn diese Leute sich Gedanken machen über ihren nächsten Kurzurlaub wird der ÖPNV als echte Alternative eine hohe Bedeutung gewinnen. Wer diese Zeichen früh genug erkannt hat und diese “Alternative” einer sich veränderten Kundschaft zur Verfügung stellt, hat gute Karten.

      • Thomas

        Nur die “Verfügbarkeit” an Autos in den Städten ist überhaupt nicht unser Problem, es kommen ja nicht alle Münchner zu uns sondern nur solche mit bestimmten Interessen. Und selbst wenn eine Abkehr vom Individualverkehr ein Trend sein sollte, hat er sich die letzten Jahrzehnte im Straßenbild nicht gezeigt, weder bei uns noch sonst wo. Oder würde jemand ernsthaft behaupten der Verkehr in München hätte die letzten 10 Jahre merklich abgenommen?

        Das ein guter ÖVPN richtig und wichtig ist, liegt natürlich auf der Hand. Daraus aber zu schließen das er den Ausflugs-Verkehr vom gut erschlossenen Ballungszentrum in den schlecht erschlossenen ländlichen Raum relevant beeinflusst ist lesen im Kaffeesatz. Schon mal ein Rad durch die Münchner U-Bahn geschleppt? Das selbe dann nochmal in BOB und RVO gleicht einer Odyssee.

        Nein – woran wir uns halten müssen ist der lokal verursachte Verkehr. Da gehört aber neben der Verkehrsplanung auch eine ganzheitliche Städteplanung dazu. Zentralisierte Einkaufsmöglichkeiten wie LIDL und ALDI, nebst sterbenden kleinen Läden in den Orten sind da z.B. kontraproduktiv. Bus-Fahrpläne mit mehr Ausnahmen als Fahrten auch. Es geht darum zu verstehen, wer da alles auf der Straße unterwegs ist, und warum er es tut. Und wenn sich z.B. dabei rausstellt das Leute bereits wegen kleiner Besorgungen in den Nachbarort oder gar in die Kreisstadt fahren (müssen) dann wäre das bereits ein Ansatzpunkt.

        • Sportler

          Fahrräder sieht man in München weniger in der U-Bahn als in der S-Bahn, wenn die Leute damit ins Umland wollen. Bis Holzkirchen kommt man damit ja auch schnell und bequem. Die Tagesausflügler und Touristen müssen Ihre Räder ja auch nicht unbedingt selbst mitbringen. Große Verleihstationen am Gmunder Bahnhof und/oder in Bad Wiessee würden sicher sehr gut angenommen werden. Fahrräder für Familien (Trekking Bikes), für sportliche Fahrer (Mountain Bikes und Rennräder) und für ältere Menschen (eBikes) müßten im Angebot sein und das zu vernünftigen Tages- und Wochenpauschalen. Auf Sylt kann man ein Fahrrad schon ab 6 Euro am Tag mieten. Dort gibt es in jedem Ort mindestens einen großen Fahrradverleih und alle fahren mit großer Begeisterung trotz Gegenwind mit dem Rad. Wieso soll das bei uns nicht auch funktionieren ? Man könnte das ja auch ein bisschen sponsern. Dann sitzen die Kurgäste nicht mehr nur alle im Bus, sondern verschaffen sich mal etwas Bewegung. Und wer auf dem Fahrrad sitzt, der hält auch mal da, wo es keine Parkplätze gibt, schaut in die kleinen Läden oder setzt sich in ein nettes Cafe. Das bringt Umsatz für alle..

          • Thomas

            Ein attraktiver Radverleih wäre mit Sicherheit eine Bereicherung. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und eine Rad-Garage anbieten, in denen die Individualisten Ihre 10.000 Euro Räder wohl gesichert unterbringen können. Das ganze bei günstigen Preisen und so mancher könnte sich anfangen zu überlegen ob er sein Schmuckstück jedes Wochenende über die Autobahn ruckeln will.

            Ein guter Standort wäre beim Gmunder Bahnhof, dazu gibts eine Bonkarte mit Preisermäßigung für einen Shuttle-Bus der einen mit Rad an die beliebtesten Radplätze bringt.

          • Sportler

            Gute Idee. Die Fahrradgarage kann direkt neben dem Verleih angeboten werden. Nur den Shuttle Bus finde ich für den Anfang vielleicht etwas übertrieben. Um den See radeln bis zur Schwarzen Tenn oder zur Moni Alm können die Leute hoffentlich noch selbst :) ). Andererseits: In Sylt haben die normalen Busse hinten so eine Art Fahrradständer für 6 oder 8 Räder (wie bei uns früher die Skiständer) an den Bussen. Wenn man wegen dem Gegenwind nicht mehr kann oder es zu regnen anfängt, stellt man das Rad hinten auf den Bus und fährt zu seinem Ausgangspunkt zurück. Das kostet dort aber natürlich Fahrgeld. geschenkt. Aber deshalb reicht auch der Platz an den Bussen. Vielleicht sollten unsere – hier sicher fleissig mitlesenden – Talbürgermeister mal einen Ausflug nach Sylt machen ? Die Nordlichter haben manchmal auch ganz gute Ideen. Mir hat es dort jedenfalls sehr gut gefallen.

          • Werner

            Man muss die Herren gar nicht bis nach Sylt schicken. Im Chiemgau gibts die Busse mit Radanhänger auch und die werden dort sehr gut von den Touristen angenommen.

      • Dagegen

        Wieso darf Kritik eigentlich nie so stehenbleiben???

        Was Thomas schreibt finde ich auch nicht so abwegig.

        • Sportler

          Wieso ? Die Kritik steht doch noch da. Thomas sieht das ja auch völlig richtig. Er will mehr Städteplanung und kürzere Wege. Genau das Gleiche habe ich auch schon vorgeschlagen. Ich mache nur einen zusätzlichen Vorschlag, wie man jetzt gleich etwas ändern könnte. Wenn am Bahnhof und in den Ortszentren gut sichtbar große Fahrradverleihe mit neuen Fahrrädern wären, dann wäre das nicht nur ein Beitrag zur Verkehrsberuhigung, sondern auch ein sehr attraktives Angebot für die Touristen. Ich schreibe das direkt hinter Thomas Beitrag, weil wir da ja vielleicht auf einer Wellenlänge sind. Und wenn jetzt ein paar Leute spontan schreiben würden: “Gute Idee, so was fehlt im Tal tatsächlich!” oder einer sagen würde: “Ich mache so eine Verleihstation auf!”, dann hätte mein Beitrag sogar einen Sinn gehabt.

        • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

          Das “stehenbleiben” war im übertragenen Sinne gemeint. Jeder kann schreiben, was er denkt. Die Argumentation von Thomas ist in vielerlei Hinsicht auch nachvollziehbar. Nur unterschlägt sie ein wenig die Trends und daraus resultierende Veränderungen, die sich unserer Meinung nach auch aufs Tal auswirken werden. Selbstverständlich kann man das auch anders sehen.

          • Apnoe

            Der Trend ist natürlich meßbar, aber – wann schlägt er fühlbar mit weniger Verkehr durch? Das dauert doch noch Jahrzehnte!
            Da sind die meisten von uns doch längst wieder in “Abrahams Wurschtkessel”!

  • veritas

    Die Statistik hört sich am Anfang ganz gut an.
    Aber was sagt sie denn wirklich aus?
    Da ist wohl der Eigentum eines PKWs Pro-Kopf gemeint. Was aber wenn die Anzahl der Menschen in bestimmten Regionen generell stark zu nimmt? Genau das eben ist der Fall, vor allem im Umkreis München.

    Ich wäre für eine sehr geringe Maut im Tal.
    Dauernutzer wie z.B. alle Talbewohner und auch Münchner oder Sonstige müssten im Jahr nur eine kleine Menge zahlen. Das Erwirtschaftete könnte dann in den ÖPNV gesteckt werden.
    Da würde man wahrscheinlich auch was Negatives dran finden (Umsetzung etc…) aber vielleicht ist es ja eine kleine Denkanregung.

  • http://www.blockheizkraftwerk-bhkw.net/ Mathias

    Statistiken hin oder her, diese tragen nicht zur Lösung des Problems bei. Abhilfe schaffen hier nur Konzepte, die auch für den Verbraucher lukrativ sind.
    So ist es bspw. in Hamburg, Berlin und anderen Großstädten so, dass der ÖPNV Stadträder zur Verfügung stellt. Diese können an beliebigen Stationen in der Stadt wieder abgegeben werden. Die erste halbe Stunde ist kostenlos, danach kostet es ein paar Cent. Selbiges gibt es mit car2go für Autos. Eine feine Sache, da dies enorm zur Verkehrsentlastung beiträgt.
    Im Zuge dessen wurde auch das Verkehrsnetz ausgebaut, so dass die öffentlichen Verkehrsmittel immer freie Fahrt haben.

  • Vidur

    Ich bin eigentlich auch der Meinung von Thomas. Ich glaube kaum, dass kurz- oder mittelfristig weniger Verkehr sein wird. Langfristig wird sich das vielleicht ändern, aber erstens können wir nicht so lange warten und zweitens kann langfristig so viel passieren…ich denke da zum Beispiel an Elektromobilität. Was tun wir, wenn Elektroautos mit den Verbrennungsmotoren gleich ziehen? Dann sind wir wieder da wo wir heute sind…
    Die Ringbahn finde ich an sich super. Problem: Die Verbindung Tegernsee- Rottach ist zehn mal so wichtig wie eine Verbindung über Wiessee. Aber in diese Richtung gibts halt keine Planungen. Da sind wir etwas zu spät dran. Außerdem: Die Ringbahn muss schneller sein als per Auto und es muss preislich wirklich attraktiv sein. Und dann ist immer noch nicht sicher, ob das die Situation entspannen wird…
    Die einzig richtige Lösung für den Autoverkehr wäre auf jeden Fall ein Tunnel. Hier müsste man aber berücksichtigen, dass besonders Tegernsee und Rottach so Leistungsfähig angebunden werden müssten, dass sich die Fahrt innerorts nicht lohnt. Plus ein Parkkonzept, dass Sinn macht. Sonst hat man ja wieder den Verkehr im Ort. Lösungen ohne Tunnel machen mMn wenig Sinn. Die Verbindung von München nach Innsbruck/ Brenner dauert über’s Tal etwa eine Viertelstunde länger als über die Inntalautobahn. Jede Minute, die es weniger wird, wird mehr Verkehr bringen. Wenn dann mal irgendwo zwischen Holzkirchen und Innsbruck zehn Minuten Stau sind, werden die Navis über’s Tal leiten…
    Aber gut. Was das angeht, ist ohnehin nicht mit Ergebnissen vor 2015 im neuen Bundes- Verkehrswegeplan zu rechnen. Bis jetzt steht dort eine OU Gmund auf der Agenda aber nur im erweiterten Bedarf.

  • Sportler

    Das Tegernseer Tal ist nicht München. Leider übernehmen die Talbürger aber immer mehr die Schattenseiten der Großstadt. Ich sage nur: “Fußgängerzone” in Gmund. Willkommen in der Geisterstadt. Wozu soll das gut sein ? In München kann man aber in der Tat fast alles mit dem Fahrrad erledigen. Sehr bequem, lautlos und völlig kostenlos. Um den PKW-Verkehr der Einheimischen im Tegernseer Tal zu reduzieren, muss man auch dort Wohnen, Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten wieder so raumnah gestalten, dass diese Bereiche zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreichbar sind. Allein schon die zur Neige gehenden Ölreserven erfordern diesen Schritt. Oder wollen wir auch das Tegernseer Tal noch schnell in ein riesiges Maisfeld verwandeln, damit wir mit Biosprit ein paar weitere Jahre auf Kosten der nächsten Generation im Auto verjubeln können ? Wir brauchen neue Kommunalpolitiker, die mehr als vier Jahre vorausdenken und -planen wollen. Leute mit Tatkraft und einer Vision für die Zukunft des Tegernseer Tals. Leute, die sich in 20 Jahren gut funktionierende Gemeinden ohne Autozwang vorstellen können und das auch entsprechend planen und fördern. Ist das wirklich zu viel verlangt ? Oder sind wir alle oberbayerische Lemminge ?

  • Apnoe

    Sehr schöne, intelligente Diskussion von “Sportler” und “Thomas”, gefällt mir alles sehr gut. Gute Denkansätze, mit machbaren Lösungen.
    Diese Diskussion sollten sich mal die GR’s und Bgm’s aller Talgemeinden bzw. Städte genau betrachten und ansehen wie Lösungen aussehen könnten.
    Kompliment die Herren… weiter so!

  • Toni

    Ich freue mich echt über die o.a. Diskussionsbeiträge. Jeder Beitrag der außer Kritik auch Vorschläge beinhaltet ist besser als nur über die Situation zu lamentieren. Um langfristig, also frühestens ab zehnJahren etwas zu erreichen, müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Visionen, die jetzt vielleicht als abwegig erscheinen, zu entwickeln und auch zu verwirklichen, könnte in zehn, zwanzig Jahren oder auch mehr Jahren sich als richtige Lösung erweisen. Man muss einfach nur den Mut haben diese zu formuliern und anzugehen.
    Der Bau der Wallbergbahn, des Sylvensteinspeichersees usw. usw., man könnte noch viele Beispiele nennen, waren in der damaligen Zeit sicherlich auch visionär. Wo wären wir wenn Visionäre diese Projekte nicht entwickelt und umgesetzt hätten ?
    Auch Gedanken darüber ob diese Projekte nur positiv gesehen werden sollten sind natürlich erlaubt.
    Auf jeden Fall hier noch ein weiterer Vorschlag zu den positiven Ansätzen (Radlstationen, Ringbahn, Optimierung ÖPNV usw.). Warum nicht den See für den ÖPNV nutzen ? Seenschiffahrt in den ÖPNV mit integrieren. Direkte Verbindung BOB – Seenschiffahrt. Mit Busverbindung zu den Anlegestellen in Gmund und Tegernsee. Bushaltestellen unmittelbar bei den Anlegestegen oder umgekehrt errichten. Busringlinie einführen, die alle Anlegestellen der Schiffahrt regelmäßig anfährt. Mitnahme von Fahrrädern auf den Schiffen ermöglichen ? Schiffe für den Schülertransport einsetzen. Elektroantriebe bei den Schiffen der Seenschiffahrt einsetzen. Mit einem schlüssigen durchdachten Konzept, dass auf jeden Fall kostengünstige Alternative zum Pkw sein muss, kann zumindest der Quellverkehr im Tegernseer Tal, meiner Meinung nach reduziert werden.

  • Werner

    Als Münchner, der auch gerne ins Tal fährt muss ich sagen, dass die Rechnung “weniger autos in der Stadt = weniger Autos im Tal” leider nicht aufgehen wird. Ich fahre unter der Woche fast jede Strecke in der Stadt mit dem Rad, was auch meist die schnellste Altenative in der Staadt ist.
    Wenn ich aber mit der Familie in die Berge fahre komme ich ums Auto kaum herum, denn wenn wir mit der BOB in Tegernsee ankommen ist die weiterführende Busverbindung meist so sparsam, dass man das lieber bleiben lässt und die Radmitnahme von vier Rädern in der BOB am Wochenende ist auch nichts, was Spass macht.

  • Sportler

    Man könnte mit einer Fahrradverleih-Station am Gmunder Bahnhof auch Münchner Tagesausflügler anlocken, die a) kein Auto mehr haben, weil sie es in der Stadt nicht brauchen und b) keine Lust haben, ihr Rad mit in die Bahn zu nehmen, weil ihnen das zu umständlich ist. Wenn man denen direkt am Bahnhof ein schickes Rad zu einem annehmbaren Preis hinstellt, vielleicht sogar eines, das sie immer schon mal ausprobieren wollten, wäre das doch eine feine Sache.

    Die Münchner Autofahrer würden es sich womöglich auch noch mal überlegen. Denn sie sparen mit der Bahn nicht nur das Benzin, sondern entgehen auch ganz entspannt dem Wochenend-Stau, der viele von einem Tagesausflug abschreckt. Wenn man dafür in München so viel Werbung macht wie für die Wald- und Seefeste, spricht sich das bestimmt schnell herum.

    • Thomas

      Um die Idee weiterzuspinnen, vielleicht liest ja jemand mit der hier im Tal in dieser Branche arbeitet. Ich lasse jetzt bewusst mal alle “Probleme” außen vor. Als Standort würden sich etwa die leeren Räume am Ludwig-Erhard-Platz anbieten, die stehen seit Ewig leer und bieten reichlich Platz. Alternativ, wenn das am Maximilian wirklich was wird, wäre da auch genug Platz.

      Kombinieren würde ich das Ganze noch mit Rundum-Service wie Reifendruck, Drahtesel reinigen, reparieren, nachstellen … eben alles was so anfällt. Neben dem Verleih von Rädern, auch der von GPS-Trackern und einige PC-Terminals an denen die “Hardcore”-Radler Ihre Trainingszeiten gleich bei Facebook hochladen können. Eine Sportbar, Zubehör-Verkauf, Snacks und Getränke.

      Kurz der Kunde soll kommen sein Rad abholen, seine Runde um den See drehen, abgeben, und erleichtert in die BOB fallen können. Nicht wie bisher eine Stunde her stauen, Parkplatz suchen, eine weitere Stunde aus- und einpacken, und dann noch eine Rückstauen.

      Statt auf Trends zu hoffen, sollten wir welche setzen!

      • Sportler

        Ich habe mir gerade sagen lassen, das die Bahn am Wochenende mit Fahrrädern schon total überfüllt ist und man kaum mehr einen freien Platz findet. Was sagen eigentlich die Bahnbetreiber dazu ? Wie soll die Zukunft in den Zügen und an den beiden Bahnhöfen im Tegernseer Tal aus ihrer Sicht aussehen ?

  • Helmut Stüber

    Man sollte vielleicht mal darüber nachdenken, den Abkürzungs-Durchgangsverkehr, die z. B. ins Zillertal fahren, abzuleiten. Sollen doch die Autobahn weiter nutzen. Das ist manchmal unerträglich. Auto an Auto quälen sich durchs Tal.