ErgÀnzung vom 6. Dezember / 13:15 Uhr
Drei Starts und Landungen pro Woche sowie ein komplettes Start- und Landeverbot am Wochenende. Mit diesem Beschluss hat sich die Regierung von Oberbayern einem Teil der schriftlichen WĂŒnsche der Gmunder Gemeinde angeschlossen.
Damit könnten die immer wiederkehrenden Diskussionen um den Landeplatz in Festenbach fĂŒr einen Tragluftschrauber endgĂŒltig beendet sein. Auch wenn die Regierung die Gmunder Auffassung nicht teilt, dass 100 Starts und Landungen in einem “Wohngebiet” genug sind.
So kann Nikolaus Bernlochner, der unter anderem fĂŒr seinen gewerblich genutzten Gyrocopter, eine Garage hat bauen lassen, theoretisch 150 Mal von seinem GrundstĂŒck in die Luft gehen. Praktisch habe er das laut Aussage des Zweiten BĂŒrgermeisters Georg Rabl auf der Septembersitzung des Gemeinderates im vergangenen Jahr aber insgesamt nur drei Mal getan.
UrsprĂŒnglicher Artikel vom 10. Oktober:
Eine GaragenvergröĂerung, ein Antrag und ein Tragschrauber: Vor einem Monat artete eine Diskussion um den Antrag von Nikolaus Bernlochner beinahe aus. Denn den Gmunder GemeinderĂ€ten war unklar, wofĂŒr die Garage Bernlochners genutzt werden sollte: fĂŒr Autos oder fĂŒr den Tragluftschrauber?
Letztlich vertagte man die Entscheidung auf die gestrige Sitzung des Bauausschusses. Doch am Ende ging es auch dort fast wieder nur um die Nutzung und nicht den Antrag an sich.
Gmunds Zweiter BĂŒrgermeister Georg Rabl (FWG), der den abwesenden Georg von Preysing (CSU) vertrat, leitete das Thema Erweiterung der Garage eigentlich gekonnt ein: âLasst uns heute nur ĂŒber den Antrag der Erweiterung diskutieren und nicht wieder ĂŒber die Nutzung der Garage.â
Wunsch bleibt ungehört
Denn dazu war bekanntermaĂen bereits in der vorherigen Sitzung des Bauausschusses lange genug spekuliert worden. Auch hatte Bernlochner dem kompletten Gemeinderat in der Gemeinderatssitzung vom 26. September Rede und Antwort gestanden und erklĂ€rt: âHauptsĂ€chlich soll die erweiterte Garage dazu genutzt werden, um darin zwei PKWs unterzustellen.â
Den Tragluftschrauber, mit dem der Pilot im Jahr bis zu 100 private Starts- und Landungen in Festenbach durchfĂŒhren darf, wĂŒrde nur vereinzelt dort stehen. So sei Bernlochner beispielsweise im vergangenen Jahr insgesamt nur drei Mal von Gmund in die Luft gegangen.
Doch kaum hatte Rabl den Satz beendet und daraufhin Bauamtsleiterin Christine Lang die rechtlichen Rahmenbedingen zu dem Antrag vorgestellt, ging sie wieder los â die Diskussion um die Nutzung der Garage.
“Ich werde mit Nein stimmen”
So meinte beispielsweise Herbert Kozemko (CSU) gleich als erster: âGegen die Erweiterung der Garage habe ich ja nichts einzuwenden. Aber dass dort der Tragluftschrauber untergebracht wird gefĂ€llt mir gar nicht.â Und auch sein geplantes Abstimmverhalten verkĂŒndete Gmunds Dritter BĂŒrgermeister umgehend: âIch werde daher mit Nein stimmen.â
In das selbe Horn blies Barbara von Miller (SPD): âDie Garage ist okay, aber die Nutzung nicht.â Auch von Miller stellte kurzerhand klar: âEigentlich habe ich mir ĂŒberlegt, mich bei der Abstimmung zu enthalten.â Letztlich entschied auch sie sich aber doch dazu, gegen die Erweiterung der Garage zu stimmen.
Antrag genehmigungsfĂ€hgig – ohne rechtliche Bedenken
SpĂ€testens zu diesem Zeitpunkt stellten sich die meisten Anwesenden die Frage: Um was ging es eigentlich bei dem Antrag von Bernlochner? Bauamtsleiterin Lang beantwortete diese Frage in aller KĂŒrze.
Die bereits bestehende Garage am Maisweg in Festenbach soll vergröĂert werden, genauer gesagt auf eine GröĂe von 11,80 Meter auf 5,80 Meter. Von Seiten der Verwaltung gĂ€be es dabei, weil es sich auch nur um einen Ersatzbau handle, keinerlei Bedenken. Auch die Nutzung des Dachs der Garage als Terrasse wĂŒrde keine rechtlichen Probleme bedingen.
Um die Diskussion wieder in geordnete Bahnen zurĂŒckzufĂŒhren, schlug Rabl vor die Unterbringung des Tragluftschraubers in der Garage zu reglementieren und dies in den abschlieĂenden Beschlussvorschlag mit aufzunehmen. Doch der Vorschlag entfachte die Debatte erneut. âUnd wer soll das dann kontrollieren, ob der Tragluftschrauber nur kurzfristig untergebracht wird?â, so ein Einwurf.
Die Frage blieb letztlich unbeantwortet, da die Anmerkung von Johann StĂŒckler (FWG) sĂ€mtliche weiteren Diskussionen um die Nutzung beendete: âAblehnen können wir den Antrag nicht, auĂer wir wollen, dass das Landratsamt Miesbach als ĂŒbergeordnete Behörde unseren Beschluss ersetztâ, so StĂŒckler. Rein rechtlich gĂ€be es schlieĂlich keinerlei EinwĂ€nde gegen den Antrag.
Die letzte Wortmeldung war dann Christine Zierer (FWG) vorbehalten: âIch verstehe die neuerliche Diskussion wegen des Tragluftschraubers sowieso nicht. Er kann in seiner Garage auch einen Hasenstall reinmachen, solange er sie privat nutzt.â
Bei einem StimmverhÀltnis von zwei zu acht wurde in der folgenden Abstimmung die Erweiterung der Garage dann doch mit einer breiten Mehrheit bewilligt.




































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