Mittwoch, 22. Mai 2013

Feuerwehrsirenen am Tegernsee

Überflüssige Tradition oder Notwendigkeit?

Man hört sie immer wieder aufheulen. Fest installierte Sirenen rund um den Tegernsee. Sie zeugen jedesmal von einem nahenden Feuerwehreinsatz.

Doch sind sie in Zeiten von digitalen Funkmeldesystemen überflüssig oder haben sie noch immer einen Sinn? Und was ist mit der bekannten Übungssirene pünktlich an jedem ersten Samstag im Monat?

Auch heutzutage wird die Feuerwehr noch per Sirene alarmiert

Am ersten Samstag im Monat heulen im Tal die Sirenen. Zuverlässig um 12:30 Uhr erfolgt ein Probealarm der Feuerwehr. Das Sirenensignal ist dabei rund um den See zu hören. Dabei dient die Sirene auch im Ernstfall noch immer als Alarmierungssignal.

Da die Freiwilligen Feuerwehrler sowie andere Rettungskräfte im Einsatzfall auch per Funkempfänger verständigt werden, kann man sich fragen, wie praktikabel eine solche Sirene in der heutigen Zeit noch ist.

Früher elementar

Und so verfügen viele Kommunen in Deutschland heute nicht mehr über fest installierte Sirenen. Für Christian Stiglmeier, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wiessee ist diese dennoch weiterhin eine sinnvolle Einrichtung:

Die Sirenen sind nicht umsonst in allen Gemeinden im Landkreis Miesbach noch vorhanden. So wissen gleich alle bescheid, wenn es mal brennt. Gerade bei größeren Einsätzen ist das wichtig.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, die Sirenen haben auch heute noch eine gewisse Bedeutung. Sie sollen die Bürger auf bestimmte Gefahrensituationen hinweisen. Bis zum Ende des Kalten Krieges wurde deshalb so zwischen Friedens- und Verteidigungsfällen unterschieden.

Bild einer Sirene, wie sie auch heute noch in manch Gemeinde vorhanden ist. Quelle: feuerwehr-kist.de/

In beiden Situationen sollten verschiedene Töne auf unterschiedliche Gefahrenlagen hinweisen. Während einer Verteidigungssituation gab es Signale, die vor bevorstehenden Luftangriffen oder gar Attacken mit ABC-Kampfstoffen gewarnt hätte.

Da sich die Bundesrepublik mittlerweile jedoch in etwas friedlicheren Zeiten befindet, gibt es diese Unterscheidung zwar nicht mehr. Doch auch heute soll das Signal die Bürger vor bestimmten Gefahren warnen.

Neben dem allgemeinen Feueralarm – eine Minute Dauerton, zweimal unterbrochen – wird beispielsweise auch im Fall von Unwetter- oder Umweltkatastrophen ein eine Minute dauernder markanter “Heulton” ausgestoßen.

Die Nachteile

Die Alarmierung per Sirene bringt aber durchaus auch Nachteile mit sich. Eine gezielte Benachrichtigung bestimmter Einsatzgruppen bei kleineren Einsätzen ohne großen Personalbedarf ist ebenso wenig möglich, wie die Benachrichtigung von Spezialkräften.

Zudem ist der Ton je nach Windrichtung nicht überall gut zu hören und kontaktiert nur die Einsatzkräfte, die sich im Signalgebiet befinden. Nicht selten werden auch Schaulustige von dem Signal auf dem Plan gerufen und behindern in manchen Fällen den Einsatz der Rettungskräfte. Aus diesen Gründen, vor allem aber wegen der mangelnden praktischen Anwendung, sind die meisten Feuerwehren und Rettungskräfte heute mit Funkmeldeempfängern ausgestattet.

Funkmelder an Stelle von Sirenen?

Im Einsatzfall werden diese Empfänger, die die Feuerwehrler bei sich tragen, durch die Leitstelle ausgelöst. Nach dem darauffolgenden Signalton erfolgt seitens der alarmierenden Stelle eine kurze Durchsage, um welche Art von Einsatz es sich handelt.

In Deutschland ist das System innerhalb des BOS-Funks bundesweit standardisiert, wobei gerade ein Generationenwechsel von alten, analogen Funknetzen hin zur modernen, digitalen Übertragung stattfindet. Für Stiglmeier kein Grund nicht auch das bestehende und bewährte System beizubehalten:

Das Funkmeldesystem ist eine sehr gute Methode um alle zu infomieren. Nichts desto trotz kommt es auch immer mal wieder vor, dass so ein Pieper nicht funktioniert. Daher ist das bestehende System aus Funkmelder und Sirene ein guter Kompromiss, weil hier die größtmögliche Reichweite erzielt wird.

Moderation von Kommentaren

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  • Feuerwehrler

    Für mich gehört so eine Sirene dazu. Es kommt oft vor, dass man sich in einem Funkloch befindet und dort der Piepser keine Funktion hat. Da ist die Alarmierung per Sirene sehr wichtig.
    Es ist auch wichtig dass die Bürger mitbekommen wie oft eine Feuerwehr alarmiert wird. Sonst geraten wir total in Vergessenheit und mancher Bürger fragt sich ob z.B in Bad Wiessee so ein neues Feuerhaus notwenig ist.

  • Feuerwehrler-Frau

    Natürlich ist die Sirene wichtig!
    Nicht jeder Feuerwehrler hat stets Handy oder Piepser dabei.
    Außerdem ist die Bevölkerung auch gleich mit gewarnt um auf evtl. schnell fahrende Fahrzeuge zu achten!

  • Respekt

    Nicht nur wg. der Alarmierung für die FW sind diese Warneinrichtungen wichtig, siehe Artikel ,,Unwetter Katastrophen etc.´´ ist diese Möglichkeit die Bevölkerung zu warnen die einzige Flächendeckend die Bevölkerung zu Warnen und zu Informieren,
    Wir sollten eigentlich seit Sept2001 daraus gelernt haben das man nicht alles zurückbauen oder auflösen sollte was man im K-Schutz installiert hat.
    Denn nach der Wende bis 2001 hat man den K-Schutz total vernachlässigt was dabei rauskommt hat man dann 2002 beim Hochwasser in Ostdeutschland miterleben dürfen.

    Auch wenn ,,bald´´ das neue Funksystem für die BOS kommen soll ist es immer gut alternativen zu haben.

  • anwohner

    wenn das problem rein die lärmbelästigung ist, dann halte ich das – wie wohl viele – für absolut nicht störend. ich kann mich selbst meist immer nur noch im gespräch morgens daran erinnern, dass nachts einmal alarm war.
    in dem zusammenhang finde ich die kirchenglocken morgens für wesentlich störender, ich meine, hier sollte man eher mal einen beitrag drüber bringen? das morgendliche geläut war ja schon mal lange eingestellt worden, um die kurgäste nicht zu wecken, jetzt aber seit ca. 1 jahr wieder am läuten, und man ist jedesmal wach danach…… evtl. geht das anderen auch so??

    • tütü

      wenn dich die kirchenglocken stören zieh doch woanders hin, mir san in einem katholischen gebiet da gehört des dazu

      • anwohner

        ich wußte, dass das kommt……. mich stören nicht die kirchenglocken, mich stört nur die zeit, wenn sie läuten. ich habe nichts dagegen, wenn sie tagsüber läuten. ich bin auch katholisch (bzw. war), und ich möchte die glocken nicht missen, aber sie wecken mich einfach. punkt und aus.
        und dass es früher anscheinend auch schon als so störend empfunden wurden, zeigt sich ja, dass sie einige jahre nicht geläutet haben in der früh……. aber hier einen echten dikutanten zu finden zu dem thema ist schwierig, dass weiss ich. “brauch ma ned, hamma imma scho so gmacht”…..

        • tütü

          und wenn irgendwer neben einer Schule wohnt und sich aufregt weil die lauten SChüler in der früh so laut sind das man aufwacht wird kaum die Schule erst am Nachmittag anfangen. Man könnte glauben es gibt keine größeren Probleme als sich über Kirchenglocken und Pferdemist auf den Straßen aufzuregen man man man was soll nur aus unserm Tal werden?

          • anwohner

            jaja, ich sehe ja durchaus beide seiten, und bitte, ich habe mich nicht aufgeregt! ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass ich (und andere) davon geweckt werden, und meine eh schon recht kurze nacht noch kürzer wird.
            ich halten den vergl. auch für hinkend, das eine ist nun mal realität, dass die kinder morgens in die schule gehen, zu mal sie das aber auch später machen, und ich würde auch nichts sagen, wenn die kirchen danach auch morgens proppe voll sind, aber wer mal gesehen hat, wer sich da morgens in die kirche verirrt…… es sind keine 3 seelen dort! und dafür das geläut? ich hatte mich damit mal befasst, das ganze aber schon wieder vergessen, kann sein, dass das gar kein läuten zum gottesdienst ist, das müsste ich wieder nachsehen.
            so, und nochmals: das war anscheinend ja schon einmal so störend, dass das morgendliche läuten eingestellt war, ich habe nur darauf hingewiesen, dass man das wieder diskutieren könnte….

  • Da Gmunder

    Also wenn die Redaktion schon meint über dieses Thema etwas zu schreiben, dann sollte sie sich auch richtig informieren! Das fängt damit an das der Probealarm um 12:30 und nicht um 13:30 ist!
    Dann sollte sie wissen das die Sirenen nicht bei jedem Einsatz laufen sondern bei grossen Schadensereignissen genutzt werden um auch die Feuerwehrler zu alarmieren, die gar keinen Piepser haben!
    Und wenn man dann noch weiter richtig recherchiert hätte sollte man wissen, dass der im Text beschriebene Heulton das Alarmzeichen für den Zivilschutz ist und kein Feueralarm!!!!
    “Alarm bei Feuer und anderen Notständen (dreimal in der Höhe gleich bleibender Ton (Dauerton) von je 12 Sekunden, mit je 12 Sekunden Pause zwischen den Tönen)”

    http://www.stmi.bayern.de/sicherheit/katastrophenschutz/katastrophenschutz/detail/16711/

    Und unter dem Link kann sich die Redaktion weiter schlau machen!!!!

    Ausserdem frag ich mich überhaupt wieso über dieses Thema ein Bericht geschrieben wird!?
    Aus welchem Anlass und mit welchem Hintergrund!?

    Ich freue mich über die Klarstellung des Sachverhaltes und hoffe auf eine Beantwortung meiner Fragen!
    MfG

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Hallo Da Gmunder,

      danke für die Hinweise, denen wir gewissenhaft nachgehen werden ;-)
      Im übrigen haben wir im Text nicht von einem Feueralarm gesprochen. Aber die Uhrzeit werden wir natürlich ändern.

      Grüße
      Die Redaktion

      P.S. Der Hintergrund für den Bericht war eigenes Interesse.

      • Da Gmunder

        Schön das den Fehlern nachgegangen wird!
        Aber wenn Ihr mal aufmerksam das von Euch geschriebene lesen würdet, würde auffallen das dort folgendes steht:
        “Neben dem allgemeinen Feueralarm – eine Minute Dauerton, zweimal unterbrochen – wird beispielsweise auch im Fall von Unwetter- oder Umweltkatastrophen ein eine Minute dauernder markanter “Heulton” ausgestoßen.”

        Und darauf bezieht sich mein Kommentar ;-)

        O.k. eigenes Interesse find ich gut!
        Aber wenn schon zu so einer, in meinen Augen wichtigen Einrichtung (Sirenen) berichtet wird, dann mit genauen Vorkenntnissen und Informationen! Da sonst bei dem Ein oder Anderen der Irrglaube aufkommt, dass Sirenen nur Ruhestörer sind die nix bewirken und von keinem gebraucht werden.

  • wallbergengel

    Mag sein, dass Sirenen auch heute immer noch notwendig sind. Aber müssen sie unbedingt auf Dächern von Wohnhäusern stehen? Ich habe selbst einmal in so einem Haus mit Sirene auf dem Dach gewohnt – aber nur wenige Monate. Es war ein Wahnsinn! Mitten in der Nacht von diesem ohrenbetäubenden Lärm aus dem Schlaf gerissen zu werden, ist furchtbar. Da muss es doch auch andere Möglichkeiten geben?!!!!!

    • tegarinseo

      Das ist aber schlimm, dass Sie von einer Sirene mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wurden. Den Einsatzkräften geht’s nicht anders. Im Unterschied zu Ihnen allerdings können die sich dann nicht umdrehen und weiterschlafen, sondern müssen raus. Und das nicht zu ihrem eigenen Vergnügen.

  • wallbergengel

    Hey! Kein Grund so bissig zu sein!

    Wissen Sie, wie es ist, in der Nacht von der Sirene direkt über dem Bett aus dem Tiefschlaf gerissen zu werden? Wie es ist, wenn die Hunde vom ohrenbetäubenden Sirenenlärm total verrückt spielen?
    Oder wissen Sie, wie es ist, wenn fünf Tiefflieger gleichzeitig unmittelbar über Ihr Haus donnern? Anscheinend nicht! Ich habe es erlebt. Es ist plötzlicher, extremer Lärm, der automatisch Panikgefühle in Gang setzt.

    Ich habe allergrößten Resekt vor allen Feuerwehrlern und Rettungsdienstlern. Trotzdem wird man doch wohl fragen dürfen, ob es nicht möglich ist, bestimmte Sirenen woanders zu platzieren. Wenn sie auf öffentlichen Gebäuden stehen, ok. Aber wir haben z.B. in der Nachbarschaft eine Sirene auf dem Dach eines Privathauses. Braucht’s des? Mir tun die Bewohner Leid, auch wenn sie sich in den Jahrzehnten damit arrangiert haben. Trotzdem kann es an der Zeit sein, etwas zu verändern. Deshalb muss für die Rettungskräfte kein Nachteil entstehen. Love and Peace! ;-)