Wie viel investieren die Gemeinden in die SportstÀtten und was lÀsst sich die Kommune die Instandhaltung kosten? Muss hier auf Grund von Budgetknappheit vielleicht sogar gespart werden?
Eingestiegen sind wir mit der Serie in Gmund, wo Gemeinde in punkto Instandhaltung und Pflege insgesamt sehr gut wegkommt. Teils eklatant ist das Urteil fĂŒr Wiessees öffentliche Sportanlage an der Hagngasse. Dort gibt es in vielerlei Hinsicht noch KlĂ€rungs- und in Sachen Vereinsheimreinigung Nachholbedarf.
Und nun schauen wir uns die zwei verbliebenen Gemeinden Rottach-Egern und Kreuth sowie die Stadt Tegernsee an. Dabei ist vor allem die Situation in Tegernsee alles andere als optimal.
âGruben und Grasdickichtâ in Tegernsee
Nicht minder groĂe Probleme wie in Bad Wiessee finden die FuĂballer des TV Tegernsee an der Sportanlage âPointâ vor. Dort gibt es nur einen Naturrasenplatz fĂŒr alle FuĂballmannschaften.
Da wundert es kaum, dass der Platz, aufgrund von tiefen Löchern im Boden und seinen Unebenheiten, zum Teil als âAckerâ bezeichnet wird. Kommentar von Veritas:
Am Tegernseer Platz muss man aufpassen, dass man nicht in eine der vielen Gruben fÀllt oder dass man im Grasdickicht den Ball noch sieht.
Tegernseer FuĂballer trĂ€umen von Kunstrasenplatz
FĂŒr die FuĂballer steht fest, das âGrasdickichtâ hat die Stadt Tegernsee zu verantworten, die es teilweise â âtrotz Nachhakens mehrfach versĂ€umte, den Platz zu mĂ€henâ, so ein Tegernseer Spieler im GesprĂ€ch mit uns.
âZum Teil ĂŒbernehmen wir selbst diese Aufgabe, leihen uns die GerĂ€tschaften von der Stadt aus, um einigermaĂen ordentliche Spielbedingungen zu schaffen.â
Die Stadt Tegernsee, der der Platz gehört, sieht die derzeitige Sperrung dagegen als nötiges Ăbel an.
Nur somit lasse sich die Dauerbelastung durch Trainings- und Spielbetrieb der vergangenen Saison wieder einigermaĂen ausbĂŒgeln, wie Hans Staudacher, GeschĂ€ftsleiter im Tegernseer Rathaus erklĂ€rt:
UnterjÀhrig ist es unmöglich den Platz wieder in Schuà zu bekommen. Damit sind wir auf den Sommer angewiesen, wenn es keine Spiele gibt. Derzeit verlegen wir, wie jedes Jahr, einen neuen Rollrasen. Und somit bleibt der Platz auch noch bis Anfang September gesperrt.
Der Rasenplatz leidet aber nicht nur unter den Trainingseinheiten und Spielen des TV Tegernsee. Die Tegernseer Bundesliga Cricket Mannschaft hat bis vor kurzem noch ihre Punktspiele auf der âPointâ ausgetragen.
Die Furchen auf dem Platz waren danach so groĂ, dass der Platz eigentlich unbespielbar wurde. Unter anderem ein Grund, dass der Platz so frĂŒh gesperrt werden musste. Und seither die FuĂballer des TV auf andere PlĂ€tze im Tegernseer Tal ausweichen.
Der Tegernseer Cricket Club (TCC) sucht noch nach einer neuen und eigenen HeimspielstĂ€tte. In Thann bei Holzkirchen schien der TCC fĂŒndig geworden zu sein. Die Verhandlungen mit dem Landwirt scheiterten jedoch.
Viele FuĂballer des TVT finden, dass ein Kunstrasenplatz, wie in Bad Wiessee, die Ideallösung fĂŒr die âPointâ wĂ€re. Sehr genau wird daher die Entwicklung des Bauvorhabens der OrthopĂ€dischen Klinik Tegernsee beobachtet. Denn: sollte die geplante Tiefgarage bis unter das FuĂballfeld vergröĂert werden, muss womöglich ein neuer Platz in Tegernsee angelegt werden…
FC Rottach-Egern: infrastrukturelles AushÀngeschild des Tals
Der FC Rottach-Egern ist als Kreisligist nicht nur das sportliche AushĂ€ngeschild des Tegernseer Tals. Auch infrastrukturell sind die SportstĂ€tten am Birkenmoos das âNon-Plus-Ultraâ. Haupt-, Neben-, Trainings- und Hartplatz sowie ein Vereinsheim, das 1997 nochmals erweitert und modernisiert wurde. Die Rahmenbedingungen sind auch ĂŒber die Grenzen des Tegernseer Tals hinaus bekannt.
âTrainingslager und Testspiele von Profiteams tolle Werbungâ
Diesen Sommer bereitete sich zum wiederholten Male der FC Basel in Rottach-Egern vor. 2006, bei der WM, war die Nationalmannschaft Russlands mit Trainer Guus Hiddink am Birkenmoos.
Mehrere Male lieĂ der FC Bayern MĂŒnchen seine Profis in Rottach-Egern schwitzen und bestritt insgesamt neun Freundschaftsspiele gegen den FC Rottach-Egern. Alle schĂ€tzen die erstklassigen Trainings- und Rahmenbedingungen â tolle Werbung fĂŒr den Ort und das ganze Tegernseer Tal.
âOhne die Gemeinde Rottach-Egern wĂ€re das alles nicht möglichâ
FuĂballabteilungsleiter Anton Erlacher lobt die âseit Jahren hervorragende Zusammenarbeit mit der Gemeindeâ, die dem Verein viel Arbeit abnimmt. Gemeinde-KĂ€mmerer Gerhard Hofmann geht ins Detail:
Es gibt einen Platzwart, der beim Bauhof angestellt ist und sich um die komplette Pflege der Sportanlage kĂŒmmert. Dessen Frau wiederrum ist fĂŒr die Reinigung der Kabinen zustĂ€ndig.
Eineinhalb Mitarbeiter stellt die Gemeinde in der Hochsaison den Rottacher FuĂballern zu VerfĂŒgung, was laut Hofmann der Gemeinde Rottach-Egern âschon ein paar Mark kostetâ, und fĂŒgt an: âDer Aufwand ist sehr groĂ. NatĂŒrlich. Aber nur so ist die 1a QualitĂ€t der Sportanlage zu halten.
Nicht zuletzt die regelmĂ€Ăige Anwesenheit von nationalen wie internationalen Topclubs in Rottach-Egern rechtfertigen das.
FC Real Kreuths Eigenregie: âJa. Wir machen alles und darauf sind wir stolz!â
Das GrundstĂŒck des VereingelĂ€ndes am Enterbach gehört der Gemeinde Kreuth. Sonst ĂŒberlĂ€sst der Ort alles dem FuĂballverein. Die komplette Rasenpflege und die dazugehörigen GerĂ€tschaften wie z.B. einen RasenmĂ€her â alles erbringt der Verein in Eigenleistung und hat auch die notwendigen GerĂ€te bereits aus der Vereinskasse finanziert.
Es gibt keinen Platzwart oder Hausmeister, der von der Kreuther Gemeinde abgestellt wird. FĂŒr den FC Real Kreuth sei das kein Problem, weiĂ FuĂballabteilungsleiter Franz Breunig zu berichten: âWir sind sogar stolz darauf, dass wie alles in Eigenregie stemmen.â Selbst den Bau des Vereinsheims vor 20 Jahren haben die Kreuther FuĂballer getragen.

Das Vereinsheim des FC Real Kreuth am Enterbach: Vor 20 Jahren komplett von Vereinsmitgliedern errichtet und finanziert.
“Die Kosten fĂŒr die Instandhaltung pro Jahr belaufen sich auf etwa 12.000 Euroâ, verrĂ€t Breunig. Darin enthalten sind u.a. Strom fĂŒr die Flutlichtanlage und das Vereinsheim, Benzin fĂŒr den RasenmĂ€her, RasendĂŒnger und -samen uvm.
ZusĂ€tzlich fallen noch Anschaffungskosten fĂŒr diverse Anlagen und GerĂ€tschaften an. Sponsoren, das Waldfest und MĂ€zene, wie die Familie Hafner, stemmen diesen Aufwand. Ebenfalls nicht mit eingerechnet in den Betrag ist die Arbeitszeit, die die vielen Helfer ehrenamtlich leisten.
âDer Zusammenhalt im Verein ist riesig groĂâ
Die Arbeit lohnt sich jedoch. Und das sieht man nicht nur an den Gegebenheiten vor Ort sondern auch am Zusammenhalt, wie Breunig verrÀt:
Zwei bis drei Mal im Jahr packen rund 20 Mitglieder gemeinsam an und bringen die Sportanlage wieder auf Vordermann. AnschlieĂend gibt es ein Fest fĂŒr alle Helfer. Das schweiĂt so richtig zusammen.
Zweimal in der Woche mĂ€hen fleiĂige und junge FuĂballer den Platz. Woche fĂŒr Woche werden Personen fĂŒrs Aufstreuen der Linien, die Kabinenpflege, TrikotwĂ€sche und âwas eben alles so rund um den Spielbetrieb anfĂ€lltâ eingeteilt. Das VereinsstĂŒberl leiten Spielerfrauen in einer Wirtegemeinschaft.
Das GefĂŒhl einer groĂen Familie
In allen Bereichen ist dies ĂŒber Jahre gewachsen. Wie groĂ der Zusammenhalt im Verein ist, sieht man wohl am besten auch an den Zuschauerzahlen bei den Heimspielen der Kreuther Herrenmannschaft.
Immer sonntags trifft sich eine âgroĂe Familieâ um das Team, das aktuell in der Kreisklasse spielt, anzufeuern.





































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