Gmunder Pläne auf den Weg gebracht

Schritt für Schritt zur neuen Krippe

Zweite Ergänzung vom 19. April / 12:09 Uhr
Die geplante Kinderkrippe in Gmund, die gegenüber dem Pius-Kinderhort ab 2013 insgesamt 30 Kinder in drei Gruppen aufnehmen soll, hat die nächste Hürde im Genehmigungsprozess genommen.

Einstimmig segneten am Dienstag Abend die anwesenden Gemeinderäte den Bauantrag ab. Zuvor hatte Bauamtsleiterin Christine Lang über die notwendigen Änderungen am 14 mal 30 Meter großen einstöckigen Bau informiert.

Die Gemeinde plant 2.000 Quadratmeter Grundstück gegenüber dem Pius-Kinderhort zu erwerben.

Das geplante Haus soll in Holzbauweise erbaut werden. Im Inneren erhält jeder Gruppenraum eine Fläche von 35 Quadratmetern. Darüberhinaus werden separate Schlafräume, ein Aufenthaltsraum sowie ein Büro errichtet.

14 Parkplätze stehen den Betreuern sowie den Eltern zur Verfügung. Die Gemeinde möchte das 2.000 Quadratmeter große Grundstück in naher Zukunft erwerben. Noch fehlt jedoch die Unterschrift unter dem Vertrag.

Insgesamt 700.000 Euro sind im 2012er Haushalt für Grundstück und Bau eingeplant. Über die genauen Kosten gibt es derzeit von der Verwaltung aber noch keine klaren Aussagen.

Ergänzung vom 25. Januar / 21:21 Uhr mit der Überschfrift: “Gmund spendiert 75 Euro pro Platz und Monat”
Die Gmunder Kinderkrippe Zwergenburg hat Großes vor. Um wettbewerbsfähig zu bleiben will der Verein die Beiträge der Eltern um 75 Euro pro Monat und Krippenplatz absenken. Die Finanzierung soll mithilfe der Gemeinde klappen. Aus dem Grund hat sich der Verein nun hilfesuchend an das Rathaus gewandt.

Die Situation in Gmund ist nicht einfach. Räumlich steht die Zwergenburg vor großen Herausforderungen. Seit längerer Zeit ist man auf der Suche nach einem neuen Gebäude. Dazu kommt der verhältnismäßig hohe Personalschlüssel. Insgesamt sieben hochqualifizierte Mitarbeiterinnen kümmern sich um die derzeit 30 Kinder.

Das alles mündet in hohen Betreuungskosten, die der Verein bisher auf die Eltern umlegen musste. Dabei würden sich diese im ersten Schritt oft nach dem Preis entscheiden, und erst dann nach der Betreuungsqualität, macht die ehemals Vorsitzende Annette Ochs klar. Doch an der Qualität sparen das möchten Sie und ihre Mitstreiterinnen natürlich nicht.

In der Gmunder Kinderkrippe

Damit der Beitrag der Eltern auf einem moderaten Niveau bleiben kann, hat die Gemeinde Gmund sich nun dazu entschlossen 75 Euro im Monat pro Krippenplatz als Zuschuss zu gewähren. Insgesamt sind das monatlich etwas mehr als 2.000 Euro, rechnet Bürgermeister Georg von Preysing vor. 18 Monate soll der Zuschuss laufen. Insgesamt kämen also etwa 35.000 Euro auf die Gemeinde zu.

Denn ab dem Krippenjahr 2013 / 2014 strebt Gmund eine nachhaltige Lösung bei der Krippenplatz-Problematik an. Wie im ursprünglichen Artikel angedeutet will man gegenüber dem Pius-Kinderhort ein 2.000 Quadratmeter großes Grundstück kaufen, darauf ein neues Gebäude errichten und dann die entstehende Kinderkrippe selber betreiben.

Wie groß die Einrichtung wird und ob das Betreuungskonzept wie auch das Personal der Zwergenburg übernommen wird, steht derzeit allerdings noch in den Sternen. “Eine Übernahme ist derzeit ein reines Gedankenspiel,” stellt Annette Ochs klar.

226 Betreuungsplätze – 586.000 Euro Zuschuss pro Jahr

Relativ klar ist für von Preysing, dass das zusätzliche Geld gut angelegt wäre. Bereits jetzt, so der Bürgermeister, zahle man 404.000 Euro für die Betreuung der Kinder. Das sind insgesamt 226 Betreuungsplätze, verteilt über den Kindergarten, den Hort und die beiden Krippen.

Zukünftig werde sich der Betrag dann um 182.000 auf 586.000 Euro pro Jahr erhöhen. Darin enthalten ist auch der gesetzlich vorgebene kommunale Anteil, den Gmund bezahlen muss.

Ursprünglicher Artikel vom 23. Januar:
Die Zwergenburg in Gmund war die erste Kinderkrippe im Tegernseer Tal. 2006 gegründet sind die Räumlichkeiten schon seit langem zu eng. Denn mit ihren beiden Standorten in Gmund und Dürnbach kann die Einrichtung die große Nachfrage nicht mehr befriedigen. Doch nicht nur das, mittlerweile drücken die Verantwortlichen auch finanzielle Sorgen.

Bereits im letzten Jahr hat die Vorsitzende Annette Ochs die Möglichkeit einer Trägerschaft durch die Gemeinde ins Spiel gebracht. Und spätestens wenn 2013 der Gesetzgeber vorschreibt, dass jede Kommune eine bestimmte Anzahl an Krippenplätzen zur Verfügung stellen muss, könnte sich das laut den neuesten Planungen bewahrheiten.

Denn die Kosten für einen notwendigen Neubau sind für den Verein, der die Zwergenburg betreibt, nicht finanzierbar. Geschäftsleiter Alfons Besel bestätigt, dass der Verein nun Antrag auf Unterstützung gestellt habe.

Der Gemeinderat sucht nach der besten Lösung

Diesen werde man auf der nächsten Sitzung am Dienstag Abend im Gmunder Gemeinderat diskutieren. Dabei stehe alles zur Disposition. Als wahrscheinlichste Alternative stellt sich derzeit eine Übernahme der Einrichtung und deren Eingliederung in ein von der Gemeinde gebautes Gebäude dar. 2013 soll dieses gegenüber dem Pius-Kindergarten entstehen.

Die Gemeinde plant 2.000 Quadratmeter Grundstück gegenüber dem Pius-Kinderhort zu erwerben.

Derzeit laufen die Grundstücksverhandlungen, die man aber so bald wie möglich abschließen möchte. Das zumindest machte Georg von Preysing auf der letzten Bauausschuss-Sitzung klar. Wieviele Krippenplätze am geplanten neuen Standort entstehen werden, weiß derzeit noch niemand. Doch für von Preysing steht fest: “Wir müssen jetzt an die Zukunft denken. Denn langsam läuft uns die Zeit davon”.

Auch in Rottach hat man einiges vor

Erstmalig im November 2011 hat der Rottacher Gemeinderat über den Bau einer Krippe beraten. Bisher fanden laut Franz Hafner jedoch lediglich Vorgespräche mit der Sponsorin der Kinderkrippeneinrichtung und dem geplanten Träger statt.

Eine konkrete Planung gebe es noch nicht, so Hafner. Doch auch für ihn kann es nicht schnell genug gehen. “Möglichst bald”, so sein Wunsch, soll die Einrichtung zwischen Schule, Turnhalle und Falianhaus entstehen und Platz für zwei Gruppen bieten.

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  • Leser

    Warum steht das “hochqualifiziert” in Anführungszeichen? Soll damit Ironie ausgedrückt werden?

    Eine Kinderpflegerin dürfte ca. 1300 € in Vollzeit brutto bekommen, da kann man keine grossen Sprünge mit machen. Und das für eine gesellschaftlich sehr wertvolle Tätigkeit, die weitreichende Folgen haben kann.

    Und sieben Mitarbeiter auf dreissig Kinder, das ist auch nicht die Welt. Nach dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist für Säuglinge zwischen neun und zwölf Monaten ein Schlüssel von 1:2, für Kleinkinder von 12 bis 24 Monaten ein Schlüssel von 1:3 und von 24 bis 36 Monaten ein Schlüssel von 1:4 empfohlen.

    Interessant wäre hier gewesen, was die Krippe für welchen Betreuungsumfang kostet, also von welchem absoluten Betrag die 75 € abgezogen werden. Ist ja ein Unterschied, ob wir von 100 € oder 1.000 Euro pro Monat reden.

    Ich kann aber dem Gedankenschluss von Frau Ochs nicht folgen, dass günstiger automatisch heisst, dass die Betreuungsqualität schlechter ist. Auf den Beitrag wirken viele Faktoren ein.

    Meine Erfahrung ist, dass Eltern erst mal schauen, was in der Nähe ist, dann wird geschaut, wie die Krippen sind (=den Eltern subjektiv gefallen) und wenn der Preis nicht massiv unterschiedlich ist, dann das genommen, was besser passt/gefällt. Die wenigsten Eltern schauen hier auf den Euro.

    Wenn die Eltern lieber andere Krippen wählen, sollte man sich überlegen, warum…

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Es steht in Anführungszeichen, da es die Aussage von Frau Ochs war. Aber möglicherweise ist das etwas missverständlich.

      • Leser

        Die neue Vorsitzende heißt nun Carola Heim :) Sie hat Frau Ochs abgelöst, da diese nach doch einigen Jahren kein Kind mehr in der Einrichtung hat.

    • Thomas

      In Wiessee z.B. ist die Anzahl an Kindergärten exakt – Einer. Da stellt sich die Frage nicht wie gut der gefällt, oder wie hoch die Beiträge sind. Betreuung außerorts fällt häufig schon wegen der Anfahrt flach, und zur Freundschaftsbildung der Kinder taugt es auch wenig.

    • Katrin

      Als Mutter von drei Kindern, die alle die Krippe in Gmund besucht haben oder besuchen kann ich nur sagen, dass es absolut keiner Überlegung bedarf, ob es einen anderen Grund als die Kosten geben könnte, sie gegen die Zwergenburg zu entscheiden. Stellt man einen Kostenvergleich zu anderen Krippen im Tal an, muss man bedenken, dass die Krippe in Gmund die einzige ist, die Miete zahlt und das auch noch an zwei Standorten, da der Platz nicht gereicht hat. Und da die meisten Eltern sehr wohl Preise vergleichen, danken es ebendiese der Gemeinde Gmund umso mehr, dass sie die Krippe so großzügig unterstützen!

      • Pfr. Dr. Martin Weber

        Das ist so leider nicht richtig. Ich zahle sowohl für die Krippe im Reisberger Hof wie auch für die Krippe auf dem Schulgelände in Bad Wiessee eine Miete. Einzig die Krippe im Pfarrhof Tegernsee fällt da raus, weil das unsere eigenen Räumlichkeiten sind.Ebenso wie in Gmund hat der Platz nicht gereicht und daher haben wir im Moment drei Standpunkte zu bedienen. Durch den Bau der Krippe in Rottach-Egern kommt im Moment noch ein vierter Ort dazu. Wirtschaftlich also bei unseren niedrigen Beiträgen sehr schwierig, aber für die Eltern natürlich durch die Ortsnähe und Vielfalt der Auswahl sehr positiv…

  • Leser

    Wäre das nicht mal eine Idee für einen Artikel? Eine Übersicht welche Krippen es im Tal gibt und was sie jeweils Bieten und kosten?

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Aber klar doch. Ist schon notiert.