Freitag, 24. Mai 2013

Antrag auf Erweiterung einer Garage nimmt unerwartete Wendung

Gmund: Hubschrauberlandeplatz geplant

Eigentlich wollte man im Gmunder Bauausschuss nur ĂŒber eine Garage diskutieren. Doch im Laufe der Debatte wurde klar, fĂŒr was diese eigentlich gedacht ist. Die Garage soll zukĂŒnftig nĂ€mlich keine Autos, sondern einen Hubschrauber beherbergen.

Eine rege Diskussion unter den GemeinderÀten entstand, die am Ende eine sehr grundsÀtzliche Frage streifte: Wie geht man mit HubschrauberlandeplÀtzen am Tegernsee um?

Der Bereich zwischen DĂŒrnbach und Festenbach, in dem der Hubschrauberlandeplatz entstehen soll

Dabei hĂ€tte der Bauantrag reine Routine sein sollen. Der Antragsteller verstĂ¶ĂŸt gegen keine Bauvorschriften und außerdem sollte ja sowieso nur ein bisher vorhandenes GebĂ€ude erweitert werden. Doch die Entdeckung, dass in dem Antrag explizit von einer Garage fĂŒr einen Tragschrauber die Rede ist, weckte schnell die GemĂŒter einiger GemeinderĂ€te.

Indirekte Zustimmung?

FĂŒr BĂŒrgermeister Georg von Preysing war dies aber offenbar keine Überraschung. „Das stimmt. In der nĂ€chsten Gemeinderatssitzung behandeln wir dann auch einen Hubschrauberlandeplatz.“ ,teilte der Rathaus Chef unumwunden mit. Eine Aussage die fĂŒr einige der anwesenden RĂ€te die vorhandene Sachlage dann doch erheblich komplizierte. „Wenn wir jetzt unser EinverstĂ€ndnis fĂŒr diese Garage geben, stimmen wir dann nicht auch indirekt dem Landeplatz Vorhaben zu?“, fragte beispielsweise Johann StĂŒckler von den Freien WĂ€hlern.

Denn ein Hubschrauberlandeplatz inmitten eines Wohngebietes, das wurde im Laufe der Diskussion schnell deutlich, ist ĂŒberhaupt nicht im Sinne der GemeinderĂ€te. „Haben wir so ein Ă€hnliches Vorhaben nicht vor kurzem erst abgelehnt?“, meinte sich Christine Zierer (FWG) zu erinnern.

Das dies korrekt sei, bestĂ€tigte von Preysing zwar, fĂŒgte jedoch an: „Unsere Entscheidung wurde letztlich von der Regierung von Oberbayern ĂŒberstimmt.“ Die Genehmigung fĂŒr die FlĂŒge sei dabei unter Auflagen, wie beispielsweise einem Sonntagsflugverbot, erteilt worden.

“Wir wussten zunĂ€chst auch nichts von der Sache und haben – nach einem Hinweis – das dann mal bei der Regierung von Oberbayern hinterfragt”, so von Preysing sinngemĂ€ĂŸ. Dabei sei die Verwaltung dann darauf gestoßen, dass bereits eine Landeerlaubnis im Gmunder Ortsbereich besteht.

Landeplatz wird Thema in der nÀchsten Gemeinderatssitzung

„Vielleicht sollten wir uns dann mal schlau machen ob wir nicht dagegen vorgehen können. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Landeplatz in einem Wohngebiet rechtlich einwandfrei ist“, so die Sichtweise StĂŒcklers.

FĂŒr Zierer war dabei trotzdem nicht ganz klar, was das eine mit dem anderen zu tun hat: „Wir können doch jetzt die Garage genehmigen. Das ist meiner Meinung nach völlig unabhĂ€nging von dem Landeplatz.”

Eine Sichtweise, die die meisten ihrer Kollegen jedoch nicht teilten. Sie wollten lieber das Ergebnis der Gemeinderatssitzung abwarten, ehe sie im Anschluß ĂŒber die Garage entscheiden. So wurde das Thema schließlich auf die nĂ€chste Bauausschuss-Sitzung im Oktober vertagt.

Wird es diesen Anblick in Gmund bald öfter zu sehen geben / Quelle: Felix König

Moderation von Kommentaren

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  • Sportler

    Na ja, das Bild ist ein bisschen reißerisch – es geht um einen Tragschrauber, nicht einen Hubschrauber.
    Also z.B. sowas: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/00/Gyrocopter_Löchgau_2010.JPG

    Wobei die Teile auch laut genug sind – ich wĂŒrde keinen in der Nachbarschaft wollen, mir reicht schon der, der öfter mal ĂŒbers Tal schraubert.

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Stimmt. Wir haben das Bild im Artikel geĂ€ndert. Danke fĂŒr den Hinweis.

  • Tegernseer

    hehe, immer wieder eine Erheiterung die BauausschĂŒsse im Tal…erst ein böses Designerhaus in Kreuth…jetzt eine Hubschraubergarage in Gmund – völlig offen wie der Hubschrauber ohne Landeplatz je dorthin gelangen wird…Wenn es nicht so traurig wĂ€re wie die Herren GemeinderĂ€te ihre (auch unsere, wir bezahlen sie ja schliesslich) Zeit vertrödeln wĂ€rs ja wirklcih lustig!

    In diesem Sinne einen schönen Feierabend!

  • Anwohner

    FĂŒr was einen Hubschrauberlandeplatz beantragen,
    der fliegt doch eh schon fast jedes Wochenende ĂŒber unsere Siedlung und landet hier!
    Vielleicht sollte er aus der geplanten Garage einen sicheren Hundezwinger machen,
    damit die Wolfshunde nicht noch mehr SpaziergĂ€nger beißen!

  • Hammer

    zu Anwohner: das mĂŒssen ja sehr intime Interessen sein, die eigentlich hier nicht zu diesem Artikel passen ???

    Desweiteren zu diesem Artikel: Sehr interessant wie einseitig diese Berichterstattung ist. Wurde eigentlich auch der Antragssteller befragt. Wahrscheinlich zu viel MĂŒhe. Weil dem seine Meinung keiner hören möchte. Dann wird der Artikel uninteressant!!! Wer kennt die Geschichte von Paul Watzlawick mit dem Titel “Hammer-Geschichte” ??? Spuckt jede Suchmaschine aus.

    Gruß

    Hammer

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Hallo Hammer,

      es ging bei diesem Artikel einzig und allein darum, die Diskussion im Bauausschuss objektiv darzustellen. Warum jetzt der Antragsteller seinen Antrag zum Landeplatz gestellt hat und ob das gerechtfertigt ist, ist dabei nebensÀchlich und wurde von aus aus dem Grund auch nicht thematisiert.

      Das wird kommen, wenn sich der Gemeinderat mit dem Antrag fĂŒr den Hubschrauberlandeplatz beschĂ€ftigt. Vorher bekommen wir aufgrund des Persönlichkeitsschutzes gar keine Informationen ĂŒber die konkrete Ausgestaltung der PlĂ€ne.

  • Anwohner2

    ich, als direkter anwohner, musste anfangs eine Genehmigung unterschreiben, dass ich kein Problem damit habe, dass ab und zu dieser erwĂ€hnte “Tragschrauber” von dieser Wiese aus startet. Man hört in nur gering und ist in keinster weiße störend.
    Schon seltsam dass durch solch einen Artikel sich auf einmal jeder beschweren muss.

    • Stummer Schrei

      Das Problem ist, daß hierzulande der Grat von Ab-Und-Zu und FortwĂ€hrend wahnsinnig schmal ist!

  • Gmunder

    Der Nachbar muß seinen RasenmĂ€her ausstellen, aber Tragschrauber und andere Motoren dĂŒrfen ĂŒber die GĂ€rten fliegen. Da gehört eine Regelung her, die den Effekt von Ruhe und Entspannung aus den bezahlten Betten nicht herauslösen lĂ€sst.
    Wer möchte sich bei Rotor und MotorlĂ€rm fĂŒr 50 oder 100 € in einen Liegestuhl am Bauernhof legen und seinen Kindern beim Spielen mit den GĂ€nsen zusehen?
    Ich wĂŒrde auf keinen Fall meinen Urlaub bei einer solchen Belastung wiederholen.
    Bestimmt gibt es jetzt hierfĂŒr auch Kritiker die den Tragschrauber als eine geringe Belastung sehen. Aber die Richtung ist klar. Genauso wie die Werbung in der Wiese kurz vor DĂŒrnbach wenn man gerade von der Kreutzstrasse Richtung Gmund fĂ€hrt.
    VerkehrslĂ€rm, FluglĂ€rm, Disco-LĂ€rm, ParkplĂ€tze mit Lastwagen, Lokomotiven-AufwĂ€rmen, Rangieren ….
    Wer Ruhe sucht, braucht oder dafĂŒr extra bezahlt, der sucht sich diese fern von solchen Hot-Spots.

    Es sollte hier vorher eine Regelung die Richtung weisen, noch bevor es wieder zu spÀt ist.
    Leider ist aber die Speerspitze bei solchen WĂŒnschen und Entwicklungen sehr eng duch Geld und Freundschaft in die Entscheidung mit einbezogen. Erst wenn der erste “unwichtige” Anspruch anmeldet, dann gibt es die ersten Absagen und Regelungen.

  • Kaimanen

    Wie wĂ€re es, wenn man bei der Berichterstattung ĂŒber so ein Thema nicht nur das Vorgekaute der Politiker aus dem Bauausschuss beschreibt, sondern auch andere Quellen bemĂŒht. Journalistische Recherche nennt sich das. Das erspart einen den Vorwurf, die Sache allzu einseitig darzustellen.
    Übrigens, wĂ€re sehr hilfreich, der Leserschaft wenigstens mitzuteilen, dass es zwischen Hub- und Tragschrauber ein paar eklatante Unterschied gibt. Wenn man sich schon (kĂŒnstlich ) aufregt, sollte man doch wenigstens wissen, worĂŒber.

  • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

    Siehe unser Kommentar an “Hammer”.

  • Tobias Kress

    Sehr geehrte Tegernseer Stimme,
    herzlichen GlĂŒckwunsch zu solch einem gelungen Artikel.
    Ich bitte Sie freundlichst, mit uns Kontakt unter info@rotor-craft.de aufzunehmen, um diesen, von Herrn Heilmann, geschriebenen Artikel zu klÀren. Dieser Bericht, auf den wir leider schon von mehreren Personen angesprochen wurden, ist vollgepackt mit Verwechslungen und nicht ganz richtig dargestellten Behauptungen.

    Und obwohl Sie aus Persönlichkeitsschutzrechtlichen grĂŒnden keine Informationen ĂŒber den Antragsteller bekommen haben, konnten Sie aus Zufall ein sehr schönes Bild eines Privathauses ablichten. Perönlichkeitsschutz wird bei Ihnen also ganz groß geschrieben!

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

    Tobias Kress

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Sehr geehrter Herr Kress,

      Persönlichkeitsrechte gibt es nicht bei HÀusern.

      DarĂŒberhinaus wurde auf der letzten Bauausschuss-Sitzung nur der Antrag auf Erweiterung der Garage gestellt. Es ging uns im o.s. Artikel aus dem Grund auch um die Entwicklung der Diskussion von Garage zu Tragschrauber.

      • Tobias Kress

        In diesem Antrag ging es lediglich um eine Garage, in welcher gelegentlich ein Tragschrauber abgestellt werden kann. Von wem, wann und an welchem Ort nach einem Hubschrauberlandeplatz beantragt worden ist, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Aus diesem Grund schrieb ich, wie Sie oben sehen können “Verwechslungen und nicht ganz richtig dargestellten Behauptungen”.

        • Anwohner

          Also wenn Sie, Herr Kress, nicht wissen von wem und wo ein Hubschrauberlandeplatz
          beantragt wurde, sollten Sie vielleicht den dazugehörigen Artikel im MĂŒnchner Merkur lesen!
          Laut Artikel kennen Sie den Antragsteller sehr gut!

          • Tobias Kress

            Also bitte, Herr Anwohner,
            erst Informieren, dann Kommentieren.
            Mehr möchte ich zu Ihnen, um ehrlich zu sein, gar nicht sagen

  • Anwohner

    Das Privathaus auf dem Bild erkennen doch eh nur die betroffenen Nachbarn!
    Und nachdem der Flieger gesehen wird, und vor allem wo er landet, ist es nicht
    schwer zu erkennen wer gemeint ist!

  • Außenstehender

    Sehr lustig wie man hier die Fakten verdreht…
    Es wurde lediglich eine Baugenehmigung fĂŒr die bestehende Garage eingereicht… Die Start und Landegenehmigung ist schon seit mehreren Jahren erteilt… Es hat nur niemand gewusst, weil der Tragschrauber so leise ist das es fast keiner mitbekommt… Vor allem wenn man mitten auf einem Feld wohnt, und die besagte Wohnsiedlung mind. 500 Meter davon entfernt liegt… Wer sich hier aufregt sind die Neider, die es im Tal nur zu GenĂŒge gibt… :)