Sonntag, 19. Mai 2013

Investitionen von über 50.000 Euro in neue Rechner und Server

Neue EDV für Gmund: Teuer, aber nötig

Im Gmunder Rathaus wird Anfang 2013 die komplette EDV ausgetauscht. Betroffen ist nicht nur die Hardware, sondern auch die Software. Neben neuen Servern, bekommen die rund 20 Arbeitsplätze der Mitarbeiter auch ein neues Betriebssystem aufgespielt.

Die Kosten für den Austausch, die Lizenzen und nötigen Installationsarbeiten belaufen sich dabei auf insgesamt 53.545 Euro.

Georg Glas im Serverraum des Gmunder Rathauses. Unten links stehen die alten Server, die voraussichtlich im Januar ausgetauscht werden sollen

Georg Dorn im Serverraum des Gmunder Rathauses. Unten links stehen die alten Server, die voraussichtlich im Januar ausgetauscht werden sollen

Nicht zuletzt ein massiver „Datencrash“, bei dem auch einige Daten der Verwaltung verloren gingen und nur mit großem Aufwand wieder hergestellt werden konnten, hätte laut dem zuständigen Gemeindemitarbeiter Georg Dorn einen Austausch der bestehenden EDV unumgänglich gemacht.

„Wir haben seit geraumer Zeit technische Probleme mit der Hardware“, so Dorn auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates zu den technischen Problemen der Gemeinde.

Viele Verwaltungsprozesse laufen nur noch elektronisch ab

Die Leistungsgrenze, die vor allem die aktuellen Server erreicht haben, liegen vor allem an den technischen Weiterentwicklungen der letzten vier Jahre. So würden beispielsweise die Daten bei der elektronischen Erfassung des Fingerabdrucks für den Personalausweis deutlich mehr Kapazitäten benötigen als früher. Auch der Datentransfer in der Bauverwaltung, wo viele Pläne elektronisch hinterlegt seien, würden die Server laut Dorn zum Teil nicht mehr ableisten können.

Noch dazu habe die Telekom die Wartungsarbeiten bereits seit einiger Zeit eingestellt, nachdem hier ein entsprechender Vertrag mit dem Rathaus ausgelaufen war. Auch die Lizenzen von Windows XP verlieren spätestens 2014 ihre Gültigkeit. Gmunds Zweiter Bürgermeister Georg Rabl weiß: “Auf den Rechner ist teilweise noch das Office Paket von 2003 installiert.”

Nun hat sich Dorn von der auf Serverkonzepte spezialisierten Firma LivingData GmbH, ein Angebot machen lassen. Ein weiteres Angebot, wie von Franz von Preysing angeregt, habe die Gemeinde hingegen nicht eingeholt. Dorn betonte in diesem Zusammenhang allerdings, dass man mit LivingData bisher sehr gut gefahren sei. Noch dazu machte der EDV-Spezialist aus dem Rathaus klar, dass es bei technischen Fragen sehr wichtig sei, alles aus einer Hand zu bekommen. Anderenfalls würde es früher oder später immer wieder zu Komplikationen kommen.

EDV-Fima verlangt einen Stundensatz von 130 Euro

So hätte Dorn beispielsweise auf Eigeninitiative auch die Preise für die Hardware bei Billiganbietern recherchiert, die im Nachgang kaum günstiger gewesen wären. Noch dazu hätte die Installation dann nahezu das Doppelte gekostet. Die Kosten für das Aufsetzen der neuen Server würden sich so schon pauschal auf rund 9.400 Euro belaufen. Und das bei einer Arbeitszeit von acht Stunden für neun Arbeitstage.

Letztlich stimmte der Gemeinderat dem EDV-Austausch einstimmig zu. Auch in dem Wissen, dass alle Altdaten auf den zu entsorgenden Rechnern komplett gelöscht werden.

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  • Thomas

    Ich will ja wohl schwer hoffen das die Daten von den alten Rechnern fachgerecht gelöscht werden, das sollte bei dem stattlichen Preis drin sein.

    Vielleicht hätte sich Gmund ja mal in München melden sollen, da ist man den horrenden Lizenzkosten mit Linux begegnet. Das war lange ein ziemlicher Kampf, aber der geschlagen die Umstellung einer Verwaltung in dieser Größe sollte ein Kinderspiel sein.

  • Sepp Huber

    Bei der geringen Rechnerzahl machen die Software-Lizenzen kaum was aus. Die Umschulung der Mitarbeiter, sowie die Anpassung der Software würde ein Vielfaches mehr kosten. Und bitte: Ich bin ein großer Freund von Open Source, setze privat ausschließlich auf Linux und Open/Libre-Office. Für Mittelständler und kleine Gemeinden kommt es aber unterm Strich weit günstiger, standardisierte Systeme zu verwenden. So großartig LiMux im Ansatz ist: Ob es unterm Strich wirklich günstiger zu haben war, wird erst die Zukunft zeigen.

    • Thomas

      Wenn man auf Windows Netzwerke setzt machen die Lizenzkosten locker die Hälfte der Investitionen aus. Zwanzig mal Windows, Office, Virenscanner, Sondersoftware und die Servervarianten von Windows nebst Zugriffslizenzen sind auch nicht gerade Spotbillig.

      An LiMux wird zu oft übersehen das München als Vorreiter Lösungen und Tools produziert hat welche für alle anderen die Umstellung weit günstiger macht. Man muß sich halt trauen. Wann es sich für München isoliert betrachtet rechnet ist daher die falsche Frage.

      Migration und Wartung kommen in beiden Fällen auf einen zu und so wie sich die Treiberlandschaft unter Windows entwickelt hat, kann Linux sogar massiv punkten.