Freitag, 24. Mai 2013

Was wird aus der Wiesseer Volksschule?

Peter Höß: “Pläne noch nicht spruchreif”

Für mehrere hundert Schüler ist die Wiesseer Volksschule derzeit ausgelegt – und dabei sind die Container, in denen ein Teil der Realschüler nun schon seit geraumer Zeit lernt, nicht mit einberechnet.
Doch wenn alle Realschüler wie geplant 2014 in die neu gebaute Schule nach Gmund umziehen, bleiben nur noch wenige übrig, die die vorhandenen Räume nutzen können. Was wird dann aus der Schule in Bad Wiessee?

Die Volksschule Bad Wiessee bietet Platz für mehrere hundert Schüler / Quelle: Volksschule Bad Wiessee

Manchmal wird sie ja als Schandfleck bezeichnet, die Container Siedlung am Rande der Wiesseer Volksschule. Doch trotz der fragwürdigen Optik erfüllt sie laut Aussage der Lehrer ihren Zweck mit Bravour und bietet Platz für zahlreiche Klassenzimmer.

Auch Feuerwehr zieht aus

Ende 2014 wird damit jedoch voraussichtlich Schluss sein. Dann ziehen die Realschüler um nach Gmund und bevölkern dort das neue Schulgebäude. Wie es dann jedoch mit dem Gebäude in Bad Wiessee weitergeht, ist laut Bürgermeister Peter Höß noch offen.

„Es gibt natürlich Pläne, wie die Räume in Zukunft genutzt werden können. Aber diese sind noch nicht spruchreif“, so der Rathaus Chef auf Nachfrage. Man werde sich erst in nächster Zeit damit befassen.

Zusätzlich zu den Realschülern, wird auch die Feuerwehr das Gebäude an der Sanktjohanserstraße in diesem Jahr noch verlassen. „Die Feuerwehr wird dann in das neue Rettungszentrum in der Nähe der Polizei umziehen“, sagt Höß weiter und ergänzt: „Die Garage wird damit dann zukünftig auch leer stehen.“ Damit wäre die Grundschule der einzig verbliebene “Mieter”.

Ensembleschutz

Laut Gemeinderätin Birgit Trinkl (FWG) besteht auch noch ein weiteres Problem. Sollte man nämlich auf die Idee kommen, die Gebäude für eine kommende Nutzung anpassen zu wollen, wäre das nicht ohne weiteres möglich.

„Die Anlage steht unter Ensembleschutz“, weiß Trinkl. Das bedeutet man kann sie wegen ihres als “erhaltungswürdig erachteten Zusammenspiels” nicht abreißen lassen, um etwas Neues hinzustellen. „Nicht mal einen neuen Flügel könnte man errichten. In meinen Augen sind die Auflagen dafür zum Teil strenger als beim Denkmalschutz“, so Trinkl weiter.

Ideen für die weitere Nutzung des Gebäudes, gäbe es aber viele. Ob Montisorischule oder Hotelfachschule – diskutiert werden zurzeit einige Möglichkeiten. Was es dann aber schlussendlich tatsächlich wird, das werden die Wiesseer Gemeinderäte wohl erst im kommenden Jahr entscheiden.

Moderation von Kommentaren

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  • Sportler

    Wie ? Unsere gute alte Volksschule soll weg ? Gibt es keine Grundschüler mehr in Wiessee ?

  • Murando

    Wie viele Grundschüler sind es denn? Und ist da nicht auch noch ein Teil der Rottacher “Mittelschule” im Gebäude?

    Sinnvoll wäre übrigens mal eine zeitgemäße Turnhalle – in der jetzigen fühlt man sich 50 Jahre zurückversetzt.

  • Thomas

    Genau das bereitet Kopfzerbrechen. 100 Grundschüler in 4 Klassen verlaufen sich auf einem Gelände das für 600 ausgelegt ist. Die paar Mittel aka. Hauptschüler reißen das nicht raus. Eine neue Turnhalle, die jetzige taugt mehr als Anschauungsobjekt für den Geschichtsunterricht, sehe ich bei der derzeitigen Gemeindefinanzierung leider nicht.

    Fakt ist die Grundschule MUSS im Ort bleiben, ohne Schule können wir den Ort gleich als Altenheim anmelden, da bleibt doch kein vernünftiger Mensch mit Kindern wohnen.

    Ich würde den vorderen älteren Teil als eigentliche Schule nutzen, den Teil mit Turnhalle und alter Feuerwehr von Grund auf renovieren (Schon mal das Dach gesehen) und den 70er Jahre Anbau für VHS, Bibliothek usw nutzen. Vielleicht ergibt sich ja mal die Option für eine Mensa.

    Ich würde aber auch nicht vor dem Schuldenberg der Spielbank sitzen wie die Maus vor der Schlange und den Rest des Ortes finanziell Verhungern lassen.

  • Armin T.

    Ich finde es ja toll, dass man in Gmund eine Realschule für 400 Kinder baut und in Bad Wiessee eine Schule mit Platz für 600 Schüler leer stehen lässt.
    Auch im Gymnasium Tegernsee werden wir viel Platz bekommen, wenn
    der Neubau in Holzkirchen fertig ist.
    Wenn man das Geld für die Neubauten in bezahlbaren Wohnraum für
    Familien investieren würde, wäre dem Tal und den Familien mehr geholfen.
    Vor sechs Jahren hatten wir in Bad Wiessee noch die doppelte Anzahl an
    Schülern.
    Die Gemeinen um den See haben in den letzten 10-15 Jahren vor lauter
    Tourismus und Neubauten im Premium Segment, die Sozial und Familien
    Politik einfach vernachlässigt.
    Auch das Schulsystem wird sich in den nächsten Jahren verändern müssen,
    denn wir können uns es nicht mehr leisen so viele Talente zu vergolden.
    Hierzu gibt es in der Media Thek des ZDF eine sehr interessante Sendung von David Precht.
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1720560/Macht-Lernen-dumm%253F#/beitrag/video/1720560/Macht-Lernen-dumm%3F

    • Tobias Schreiner

      > Ich finde es ja toll, dass man in Gmund eine Realschule für 400 Kinder baut und in
      > Bad Wiessee eine Schule mit Platz für 600 Schüler leer stehen lässt.

      Die 600 sind m.E. eine zu hoch gegriffene Zahl (sonst würden wir – mit aktuell ca. 500 Schülern – nicht 14 mobile Klassenzimmer brauchen). Im Gebäude ließen sich meiner Meinung nach grob geschätzt 10-12 Klassen unterbringen, wenn man die Fachräume (Physik, Musik, Werken, etc.) nicht als Klassenräume umnutzen möchte. Bei einer mittleren Klassenstärke von 25 käme mann dann auf ca. 300 Schüler, die im Gebäude komfortabel Platz fänden.

      Nun kann man argumentieren, dass früher mehr Schüler in den gleichen Räumen unterrichtet wurden. Das stimmt natürlich, aber die Anforderungen haben sich auch verändert: Neue Fachräume (z.B. für Informatik) wurden gebraucht, andere (z.B. Musik) aus Brandschutzgründen geschlossen und auch für die Ganztagsbeschulung, bzw. Nachmittagsbetreuung werden zusätzliche Räume gebraucht, die so früher nicht benötigt wurden. Außerdem sind die Klassen etwas kleiner geworden.

      Am der Grundthematik ändert das natürlich nichts, ich wollte nur die Zahlen etwas geraderücken.

      Mit freundlichen Grüßen

      Tobias Schreiner
      Stellv. Schulleiter der Realschule

  • Armin T.

    Erst mal Danke fürs geraderücken der Zahlen.

    Aber sie haben den Flügel mit der Turnhalle und der jetzigen
    Feuerwehr nicht eingerechnet und auch die Räume, die wegen
    des Brandschutzes momentan nicht benutzt werden dürfen.
    Was wir als einziges benötigten ist eine neue Turnhalle und
    die ist seit gefühlten ca. 20 Jahren schon versprochen.
    Wenn man sich die Entwicklung der Schülerzahlen in den
    Grundschulen anschaut, weiß man auch, dass in ein paar Jahren
    die Schülerzahlen von allen weiteren Schularten rückläufig sein
    werden.
    Man stelle sich vor, dass in Bad Wiessee nach den Umzug der Realschule
    nach Gmund, eine Montessori Schule in das Gebäude einzieht und diese
    noch den Realschulabschluss anbietet.

    • Tobias Schreiner

      Hallo,

      > Was wir als einziges benötigten ist eine neue Turnhalle [...]

      Das kann man m.E. so nicht sagen. Ich habe mich vor 3 Jahren, als die Realschule den Betrieb aufgenommen hat, sehr intensiv mit dem Gebäude und den Möglichkeiten befasst und wir sind bei allen Überlegungen immer dort angekommen, dass in jedem Fall zwei neue Gebäude benötigt worden wären:

      - ein komplett neuer Turnhallenbau (Zweifachhalle) und
      - ein Schulhaus mit mind. 15 Klassenzimmern, 4-5 Fachräumen und Mensa.

      Da wir im Landkreis immer noch Zuzug haben und Bevölkerungswachstum vorhergesagt ist, mag es zwar sein, dass in den Grundschulen in einzelnen Orten die Schülerzahlen zurückgehen; die weiterführenden Schulen trifft das aber nicht so stark, weil der Rückgang aus einer Gemeinde durch einen Zuwachs aus einer anderen ausgeglichen wird.

      Mit freundlichen Grüßen
      Tobias Schreiner

      • Tobias Schreiner

        Und zum Thema Turnhalle/Feuerwehr: Hier wäre natürlich Fläche zur Verfügung gestanden. Man muss sich aber bewusst sein, dass eine Umnutzung dieser Gebäudeteile für den Unterricht oder der Umbau in eine zeitgemäße Zweifachhalle vom baulichen Aufwand her einem Neubau in nichts nachstehen; im Gegenteil aufgrund der schützenswerten Anlage wohl eher teurer käme.

        Wir als Schule hätten uns damals, sofern die Flächen zur Verfügung gestanden hätten, auch sehr über einen Realschulstandort in Bad Wiessee gefreut. Dass die Entscheidung aber letztlich so gefallen ist, hat nach meiner Beobachtung schon sachlich nachvollziehbare Gründe, die sich aber oft erst beim sehr genauen Hinschauen erschließen.