Alice`s Kolumne: Die Glücksformel – „Mehr umarmen und mehr küssen!“

Ich habe vielen Menschen viel gewünscht in den letzten zwei Wochen und ich habe von vielen Menschen viele gute Wünsche erhalten in den letzten zwei Wochen.

Wenn man jeden guten Wunsch in einen Geschenkkarton gepackt hätte, wäre ich heute noch nicht fertig mit auspacken. Ich bin wahrlich reich mit guten Wünschen beschenkt worden. Unter den Wünschen waren viele dabei, die in irgendeiner Weise das Wort „Glück“ enthielten. Glück gehört vermutlich mit zu den am meisten versendeten Wünschen in diesen Tagen.

Doch mit den geschenkten Wünschen ist es anders als mit anderen Geschenken. Eine Handtasche, eine Uhr, eine Kette, fünf Krimis und all die anderen Dinge, die lassen sich im Alltag verwenden, daran kann man sich erfreuen. Doch was fange ich mit all dem gewünschten Glück an?

Im Märchen ist das einfach. Da hat der Held drei Wünsche frei, was so viel heißt, wie es gibt eine Wunscherfüllungsgarantie. Das gilt für die Welt der Märchen, nicht für die, in der wir leben. In unserer Welt machen sich Menschen seit Menschengedenken darüber Gedanken, wie wir glücklich werden können.

Die Suche nach dem “Glück”

Anfangs begaben sich vor allem die Philosophen auf die Suche nach einem Glücksrezept. Darüber hinaus verheißt jede Religion Wege zum Glück und heutzutage gibt es eine Glücksforschung sowie Gretchen Rubin.

Die amerikanische Autorin ging das Problem pragmatisch an: Sie testete ein Jahr lang all die Glücksrezepte, die sie von Freunden, Philosophen und Glücksforschern kannte. Jeden Monat nahm sie sich eine Glücksformel vor, wie ein Dankbarkeitstagebuch zu führen, Zeit mit Freunden zu verbringen oder einer Leidenschaft zu folgen und viele andere. Sie begann damit an einem 1. Januar. Das Ergebnis ihres Tests veröffentlichte sie in einem Buch namens „Das Glücksprojekt“.

In einem Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“ antwortete sie auf die Frage nach dem besten Glücksrezept: „ausreichend Schlaf und Beziehungen zu anderen Menschen“. Ihre Lieblingsglücksformel laute: „mehr umarmen und mehr küssen.“

Lassen sich auch “schwierige” Beziehungen in glückliche verwandeln?

Dass der Schlüssel zum Glück gute Beziehungen sind, darin sind sich weltweit auch die Glücksforscher einig. Nur wie steht es mit dem Glück in glücklichen Beziehungen zu leben? Wie lässt sich die unglückliche Beziehung zu einem Vorgesetzen, einer Vorgesetzten in eine glückliche verwandeln? Der Vielfalt in den Beziehungskonstellationen, die nicht gerade unsere Glückshormone aktivieren, sind keine Grenzen gesetzt.

Vielleicht hat jemand am 1. Januar dieses Jahres ein neues Glücksprojekt gestartet und testet die richtige Strategie unglückliche in glückliche Beziehungen zu transformieren. Vermutlich wird diese Person glücklich aus dem Test hervorgehen. Denn Gretchen Rubin stellte fest, dass allein die Tests der Glücksrezepte sie glücklicher gemacht hätten.

Ich jedenfalls werde die vielen Wünsche, die das Wort „Glück“ enthielten, sorgfältig aufbewahren, jeden Monat eines auspacken und mich damit beschäftigen, immerhin soll das allein schon glücklich machen.

Mitglied im Tegernseer Kreis

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