Die Top-3-Artikel des Jahres: Das größte Problem für den Tegernsee ist der Tegernsee

Hier ist er, der meistgelesene Artikel des Jahres 2011. Ein Kommentar zur Lage des Tourismus am Tegernsee. Basierend auf Fakten, Gesprächen und Eindrücken, die wir während unserer Arbeit sammeln konnten.

Der Beitrag wurde am 16. Februar veröffentlicht. Und er trifft scheinbar einen gewissen Nerv.

Quelle: Ludwig Hörth

Viel mussten wir in der letzten Zeit lernen und uns der Realität stellen: Uns geht es schlecht!

Zwar haben wir es schön am Tegernsee. Aber um den Tourismus ist es gelinde gesagt suboptimal bestellt. Der Wintertourismus – nicht existent. Die Gästezahlen in Bad Wiessee – im freien Fall mit einem Rückgang von fast 40 Prozent in den letzten 20 Jahren. Die Anzahl der angebotenen Gästebetten – Tendenz stark rückläufig, bis auf die großen Hotels.

Und wir haben gelernt, dass der Durschnittsdeutsche mit dem Wort Tegernseer Tal nichts anfangen kann. Für ihn muss es der Tegernsee sein. Oder wahlweise, je nach grammatikalischem Zugang, auch das Tegernsee. Spätestens jetzt dämmert es auch dem letzten, warum der Schritt das Hotel Bayern umzubennen, relativ schlau war.

Der Tegernsee ist ein Fluch

Dabei geht es uns doch eigentlich ganz gut. Wir haben den Tegernsee und ein Tal, dass man zu Recht als eines der schönsten in ganz Deutschland bezeichnen kann. Und das hat doch schon immer gezogen.

Sicherlich, genauso wie das Jodschwefelbad auch der Grund für den rasanten Aufstieg von Bad Wiessee mit bis zu einer Million Übernachtungen im Jahr war. Damals, als noch Kuren verschrieben wurden und das Ambiente ausgereicht hat. Als ein Bad, vor dem man heute als normaler Gast eher zurückweicht und sich fragt, ob die das Ernst meinen, ein Besuchermagnet war.

Warum? Weil es eine andere Zeit war und wenige Alternativen gab.

Und heute? Ist der Tegernsee ein Fluch. Er ist der Grund, warum zu wenig investiert wird. Weswegen sich viele immer noch zurücklehnen und sagen wir (und meinen die Tegernseer Tal Tourismus) müssen nur mehr trommeln, dann kommen die Gäste auch wieder.

Und dann? Was tun die Gäste heute am Tegernsee, wenn sie denn kommen und eine Woche bleiben möchten? Also nachdem sie auf dem Wallberg waren, eine Schifffahrt auf dem See geniesen durften und auf der Neureuth einen Kaffee getrunken haben?

Die Antwort: Sie fahren weiter. Irgendwohin, wo Ihnen was geboten wird.

Der Gast wird anspruchsvoller

Der Tegernsee alleine zieht nicht mehr. Vielleicht würde er es, wenn er nicht auf 730 Meter über dem Meer läge. Wenn im Sommer die wenigen lauen Abende nicht regelmäßig von Gewittern beendet werden würden. Wenn der See auch mal länger als zwei Wochen im Jahr die 20 Grad-Marke übersteigen könnte.

Nur tut er das eben sehr selten. Und für uns, die hier leben, ist das auch gut so. Wir lieben den See, wie er ist. Nur der anspruchsvolle Gast von heute will Alternativen. Er will, dass ihm was geboten wird. Auswählen möchte er aus wirklich guten und durchdachten touristischen Angeboten. So wie im Schwarzwald, oder in Teilen von Mecklenburg-Vorpommern. Und vor allem so wie in Tirol, 40 Kilometer weiter.

Die haben sich überlegt, wie sie sich und ihre Angebote auf den Gast einstellen können. Haben das Konsequent umgesetzt. Und ziehen jetzt dem Besucher das Geld aus der Tasche und der geht mit einem Lächeln nach Hause.

Dieses Zitat, gefallen bei der Präsentation von Project M im Rahmen der Hauptversammlung der Offensive Tegernseer Tal (OTT), beschreibt die touristische Herangehensweise der Zillertaler.

Stückwerk und Hoffnung: Die Strategie der letzten 20 Jahre

Wo da der Unterschied zum Tegernsee ist? Wir denken, es reicht dem Gast eine Behausung zu geben und ihn dann loszuschicken. In unsere kleine weite Welt. Hoch auf die Sutten. Rüber nach Kreuth. Schau dir die Naturkäserei an. Ach und dann noch die Seesauna. Super Sache.

Man nennt das, was bisher getan wurde, auch Stückwerk. Hier mal gedreht, da mal geschraubt. Das Thema Wandern müssten wir angehen. Ok, Schilder kaufen. Blöd, das Geld reicht nur bis zur Neureuth. Die Chinesen machen verstärkt Urlaub in Deutschland. Die brauchen wir auch. Ach und Mountainbiken ist im Kommen. Gut, dann gehen wir das auch an. Aber bitte nur bis zur Ortsgrenze von Bad Wiessee. Denn dort ist aufgrund der Touristenmassen mit Best-Ager-Status Fahrradfahren eher nicht so gern gesehen.

Dass sich aus so einer Vorgehensweise kein Profil entwickeln lässt, ist klar. Was der Tegernsee braucht, ist eine koordinerte und strategische Herangehensweise. Der erste Schritt, die Strukturen in der TTT zusammenzufassen, war richtig. Weitere müssen jedoch folgen bis zum zwangsläufigen Zusammenschluß mit der ATS (Alpenregion Tegernsee Schliersee).

“Project M? Das hatten wir doch schon mal”

Zum Masterplan haben einige zwar eine sehr dezidierte Meinung (“das hatten wir schon mal”), andere wiederrum sagen, das ganze sei “Geldverschwendung”. Aber ohne einen solchen Plan wird man weiterhin ähnlich Stückwerk betreiben, wie man es die letzten 20 Jahre getan hat. Währenddessen die anderen Tourismus-Gebiete ihr Profil weiter schärfen und vorhandene Alleinstellungsmerkmale ausbauen. Sich positionieren als Ayurverda-Hochburg. Als Wander-Destination. “DAS” Triathlon-Gebiet Deutschlands. Oder die Ski-Arena mit dem größten Skigebiet Europas.

Und wir? Haben ja immer noch den Tegernsee.

Neben Plänen und einem Profil brauchen wir aber vor allem touristische Unternehmer, die im besten Sinne etwas unternehmen. Die Investieren und Machen. Denn die Tourismusorganisationen können zwar Strukturen schaffen, einen groben Rahmen vorgeben und dafür sorgen, dass der Tegernsee deutschlandweit so wahrgenommen wird, wie wir es gerne hätten. Aber diese Strukturen mit Leben zu füllen, das ist die ureigenste Aufgabe der Hoteliers, Betreibers einer Pension oder eines Vermieters. Diese müssen ihre Unterkünfte selber positionieren, vermarkten und die Gäste zu Wiederkehrern machen.

Die Gemeinden können keine Hotels bauen. Aus dem Grund ist auch ein positives Investitionsklima wichtig. Entscheidend ist die Überzeugung, dass es aufwärts geht. Und manchmal auch der Wille, etwas bewegen zu wollen und sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen.

Wer am Tegernsee lebt wirklich vom Tourismus?

Doch daran happert es allzuoft. Es gibt Vermieter, die nicht mehr vermieten, weil sich der Stress für sie nicht lohnt. Verständlich, aber auch ein Grund, warum die Bettenzahlen rückgängig sind. Es gibt Hotels, die sind mit 25 Prozent Auslastung nicht unzufrieden. Das Haus ist abgezahlt. Die Einrichtung abgeschrieben. Warum soll man sich noch groß mit Positionierung, Zielkundendefinition und dem Internet als mittlerweile großen Buchungsfaktor auseinandersetzen?

Lieber geht man zu den diversen Stammtischen und beschwert sich über scheinbar offensichtliche Probleme: Hier gibt es keine Fördergelder. Die TTT bringt zu wenig Gäste. Wenn, dann sind es die Falschen. Und die Banken bewilligen keine Kredite.

Die Wahrheit ist: Am Tegernsee gibt es zu viele, die nicht vom Tourismus leben oder davon leben müssen. Somit ist auch der Leidensdruck im Allgemeinen noch nicht groß genug. Oder anders ausgedrückt: Die Notwendigkeit für Veränderungen wird von vielen nicht verstanden und teilweise aktiv behindert, ohne wirkliche Alternativen aufzeigen zu wollen. Dabei sind manche auch ganz einfach prinzipiell gegen Touristen.

Und auch den Gemeinden geht es eigentlich noch ganz gut. Ebenfalls ein Grund, weshalb man in den verschiedenen Gremien hofft, über einen Mittelweg alle und alles unter einen Hut zu bringen. Es bleibt zu hoffen, dass in diesem Fall die Hoffnung nicht zuletzt stirbt. Dass Warnsignale richtig gedeutet werden. Dass auch die Bevölkerung versteht, welch wichtiger Treiber der Tourismus bei uns im Tal für so vieles ist.

Eine Seesauna beispielsweise wäre ohne genügend Touristen nicht denk- und umsetzbar. In Bad Wiessee schließen heute Geschäfte, die vor zehn Jahren und einer anderen Anzahl an Gästen noch gut leben konnten. Der Biergarten am Gut Kaltenbrunn ist und bleibt zu. Alles Entwicklungen, die auch uns Eimheimische mal positiv, mal negativ betreffen und die trotzdem zu 100 Prozent touristisch begründet sind.

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  • tegarinseo

    Eine, wie ich finde, gute Analyse der Misere. Aber leider wird auch diese wieder nur in den Wind gesprochen sein. Geschehen und ändern wird sich nichts. Nach dem Motto: Warum soll das, was vor 40 Jahren gut war, nicht auch fürs Heute reichen? Leider ist aber halt vieles nicht nur deshalb gut, weil es alt ist.

  • hansbert

    Bei einem Tal mit dem Potential kann das doch eigentlich nicht wahr sein. Da muss einer nur den Anstoß geben und vieles wird ein Erfolg. so wie die Naturkäserei.

  • Thomas

    Wir haben im Tal eine ganze Reihe strukturelle Probleme die teils seit Jahrzehnten nicht angegangen wurden. Da wäre zum Beispiel die Verkehrsfrage. Beiderseits des Sees werden alle Autos durch die Ortskerne geschleust, gleichzeitig sind wir Transit zum Achensee. Dieses Problem wird sich mit Stückwerk nie lösen. Verschärfend werden sogar noch Verkehrsinseln in die Hauptstraßen gesetzt, als wollten Touristen an einer verschönerten “Autobahn” flanieren.

    Auch die Zersiedelung ist ein beträchtlicher Faktor. Seit zehn Jahren werden blind Gebäude hochgezogen, die gerne auch mal ewig leer stehen. Das hat einen Grad erreicht bei dem sich viele Talgemeinden optisch kaum noch von Münchner Vororten unterscheiden.

    Wer will sich schon Stundenlang durch die Gegend stauen wenn sich das was geboten wird, kaum von Zuhause unterscheidet? Wie oben schön Analysiert – die Sehenswürdigkeiten sind an einem Tag abgehakt, Gründe zum Wiederkommen dünn gesäht.

  • Andreas Obermüller

    Wenn es weniger Betten gibt, dann gibt es auch weniger Übernachtungen. Logisch, oder?

    In Tegernsee wurde auf dem Gelände der Hotelfachschule gegen den Bürgerwillen ein LIDL durchgedrückt = 0 Betten für immer.

    Und vor dem Hotel Guggemos wird ein Steg ins Wasser gebaut.
    Kein Investor mehr interessiert = 0 Betten bis 30.4.2014.
    Hoffentlich stoppt das Verwaltungsgericht diesen kostspieligen Unsinn!

  • Tatjana

    Das Hotel Bachmair am See (5 Sterne) muss jetzt schon seine Zimmer bei Lidl zum Schleuderpreis verramschen, trotzdem sollen noch viele weitere
    5 Sterne-Ruinen gebaut werden. Die Gäste wohnen lieber bei Kleinvermietern, die eine familiäre Atmosphäre bieten und sich liebevoll und persönlich um sie kümmern.

    • Lohbinder

      Das Hotel Bachmeier ist nicht klassifiziert und würde das vmtl. auch nicht schaffen!

  • mandy m.

    Als ich von einen 8jährigen Auslandsaufenthalt, wieder ins Tal zog,fragte mich der ehem.Bürgermeister von Wiessee ob ich nicht wieder ein Lokal eröffne.Meine Frage darauf:wo sollen die Gäste herkommen, wenn
    man die Spielbank vom Ort wegnimmt.Die kommen von egal woher,fahren in die Casinogarage und anschliesend nicht mehr in den Ort.Nicht eine Tasse Kaffee,kein Paar Strümpfe und auch kein Wirtshaus Besuch.An Über-
    nachtungen gar nicht zu denken.Und zum “Kompott” kommt das Rauchverbot
    auch noch dazu,was sich auch im Casino bemerkbar macht.Hätte man den
    Besitzer,der jahrzehnte die Spielbank schikaniert hat, abgewartet und man hätte Heute eine vergrößerte Spielbank im Ort.Und von den Kosten gar nicht zu reden.

    • SeppH

      Da ist was dran!!

  • keinmünchner

    Das Dilemma des Tegernsees ist der Tegernsee. Interessante Theorie und gut begründet.

    Sieht man aber oft, dass Gebiete, die es leichter haben wegen offensichtlichen Alleinstellungsmerkmalen sich am Ende schwerer tun gegen die die an ihren Angeboten hart arbeiten müssen und diese konsequent am Kunden ausrichten. Meistens wachen Erstere irgendwann auf, aber dann ist es zu spät. Hoffen wir dass das am Tegernsee nicht der Fall ist.

  • Tobias

    Im Artikel und in den Kommentaren wurden einige wichtige Punkte angesprochen: Verkehrsstau, fehlende Schlecht-Wetter-Alternativen, veraltete Infrastruktur und die fehlende Abstimmung für ein gemeinsames Tourismuskonzept.

    Der See als Alleinstellungsmerkmal reicht nicht (mehr). Wenn selbst die Einheimischen nach Tirol fahren, weil es dort mehr zu bieten gibt, ist es an der Zeit endlich darüber nachzudenken, wie man ein nachhaltig attraktives Tourismuskonzept im Tal etabliert. Selbiges steigert ja letztendes auch immer die Attraktivität für die Einheimischen.

  • http://www.touris-muss.de Epigramma

    Dem Hotelier vom Tegernsee,
    tut es in der Seele weh,
    daß der Winter schneefrei ist,
    denn da fehlt der Skitourist,
    daß im Sommer zu viel Regen,
    bringt in seiner Kasse keinen Segen,
    und im schlechten Herbst, oh je,
    ist schuld dann wieder mal die TTT,
    doch was drückt den Hotelier am meisten?
    Er kann sich keinen nagelneuen Benz mehr leisten!

  • 3 Fragezeichen

    Mich würde interessieren warum bei den Zahlen lediglich die gewerblichen Beherbergungsbetriebe herangezogen wurden und warum die Privatvermieter nicht mit eingerechnet werden. Sind die Privatvermieter nicht interessant?

    Zumindest bei den Talgemeinde wird der Privatvermieteranteil sicher um die 20% ausmachen.

    Interessant wäre auch ein Vergleich der Entwicklung privat zu gewerblich. Kann man solche Zahlen erhalten?

    • http://www.tegernseerstimme.de Peter (Tegernseer Stimme)

      Der Hintergrund dafür, dass die privaten Anbieter nicht in den Zahlen enthalten sind ist, dass es hierfür keine kreisweit verlässlichen Statistiken gibt. Schon gar nicht über den Verlauf der letzten 20 Jahre.

      Die amtliche Statistik hat eine sogenannte “Abschneidegrenze” bei 8 und weniger Betten. Alle Betriebe mit Bettenzahlen, die darunter liegen, fallen unter den Begriff “Privatvermieter”.

      Jedoch gehen die Experten davon aus, dass die Rückgänge im Bereich der Privatvermieter noch deutlicher ausgefallen sind, als bei den in der amtlichen Statistik gefassten Betrieben.

      • 3 Fragezeichen

        Dann wollen wir mal hoffen, dass die so genannten “Experten” recht haben.

  • Zurück zur Natur

    …ehrlich gesagt gefällt mir das Tal einsamer und ohne viel Touristen viel besser.
    Besonders die verfallenden Gemäuer der ehemaligen Kurinfrastruktur bieten wildromantisch-dekadenten Charme neben den totgeschwiegenen Hinterlassenschaften des Dritten Reichs.
    Wir können durchaus ohne Hotel-Beteiligungsgesellschaften und Hedgefonds überleben!

  • ein Vermieter

    Schlimme Minuszahlen im Tegernseer Tal und im Schlierach-Leitzachtal, nur in Kreuth verzeichnet man ein Plus über viele Jahre hinweg.
    Dank unseres engagierten Kuramtschefs und dem vorbildlichen Einsatz seiner Mitarbeiterinnen ist unsere Gemeinde die erfolgreichste im Landkreis.

  • http://DasProblemistnichtderTegernsee! Wunschbild

    Liebe Tegernseer und Zuagroaste!

    Zu den letzteren gehöre ich auch. Zum Tegernsee bin ich aus dem gleichen Grund gekommen, wie die Urlauber, die sich die Tegernseer scheinbar wieder in zunehmendem Masse wünschen. Mehr Gäste sollen kommen und die sollen nicht 40 km weiter nach Tirol fahren. Ein frommer Wunsch unter den Gegebenheiten.

    Ist es möglich, dass es den Hiesigen an Dankbarkeit fehlt? Jeder der hier sein darf, sollte sich glücklich schätzen über diesen aussergewöhnlichen Ort und allem was dazu gehört… und dies auch ausstrahlen.

    Nirgendwo hab ich bisher so viele griesgramige Gesichter auf einmal gesehen, wie hier. Freundlichkeit? Das Scheint ein Fremdwort zu sein. Service? Ebenso! Hilfsbereitschaft? Jeder hat scheinbar zu viel mit sich selber zu tun, zumindest tut man so.

    Ich finde es toll, wenn man sich Gedanken um neue Konzepte macht. Das Grundproblem scheint jedoch zu sein, dass man sich der Bedeutung eines “Gastes” gar nicht bewusst ist. Solange die nur angemuffelt werden, versanden die besten Konzepte mit der Zeit leider wieder.

    Über meine diversen Erlebnisse in einem Jahr könnte ich schon ein Buch schreiben und wärs nicht so schön hier und wär ich nicht so robust, wär ich schon 40 km weitergezogen nach Tirol. Dort sieht und spürt man die Freude über jeden Besucher.

    Nix für ungut!

    • Mokast

      jaaaaa! Das ist es! Wenn auch nicht nur, aber die zum Teil extreme Unfreundlichkeit gegenüber den ” Fremden” ist wirklich sehr kontraproduktiv! Da wird im Beisein von Gästen über die dummen Preißen gelästert,oder es wird so getan, als verstünde man die Anliegen des Gastes nicht.
      Die Einstellung einem Gast gegenüber sieht man auch wieder in dem oben aufgeführrten Zitat: …und jetzt ziehen sie dem Besucher das Geld aus der Tasche und der geht mit einem Lächeln davon- das ist doch wohl wirklich eine Frechheit- die sich übrigens rächt, denn die Touristen sind ja nicht blöd! Dann gehen sie eben woanders hin!
      Schlimm- und das ist wirklich schlimm ist die Verkehrslage im Tal!!! Da müssen Erholungssuchende sich die Nächte um die Ohren schlagen, weil es an den Straßen so laut ist. Ein Spaziergang in Rottach ist in Spitzenzeiten ohne Atemschutz kaum möglich- das ist doch kein Qualitätsmerkmal welches erwünscht ist. Ideen zum Schutz dieses wunderschönen Tales gibt es genug, aber da müssten sich die Herrschaften einemal von Ihren hohen Rössern herunter begeben und die fragen, die es betrifft- nämlich unsere Gäste. Ich zumindest habe schon viele gute Vorschläge gehört.

  • Dr.Thomas Stier

    Tja, die Tiroler, die wissen, wovon sie leben! Aber Einäugiger unter den Blinden (Schliersee)zu sein, das genügt eben nicht mehr heutzutage.
    Wasserski wie am Wörthersee? Ferrari Days? Alpenrally, Harley Treff’s und Nightlife,Golfwochen- und Turniere ohne Ende, Winterpolo wie in KB?
    Die Kitzbüheler mussten auch lernen. daß der Mythos der 50er Jahre kein garant für die Zukunft ist. Die begannen in den 90ern die Trendwende, promoteten KITZBÜHEL als eigenständige Marke. Hier am Tegernsee ist der Bachmair – Glanz,wie Stars vom Kaliber Tina Turner nun gänzlich verraucht. Der Begriff “Tegernseer Tal” verwirrt nur, für die Gäste bedeutet die Marke “Der Tegernsee” alle Orte rundum.
    Definition der Zielgruppe Gast ( Wertschöpfung dessen) wäre mal sinnvollerweise anzudenken! Die Masse der Tagestouristen,Radler und Wanderer bringt Quantität mit den belastenden Folgekosten, die Qualität
    ist enscheidend für die Existenz von Hotels, Gastronomie und Handel.
    Nur, wenn die Verkehrspolitik sich auf Überwachung und Parkgebühren sowie Verengung der Straßen beschränkt, geht es daneben. Alle Autos haben mit der Zeit an Größe zugenommen, die Parkplätze kosten zwar, aber wenn einige Autos nebeneinander stehen, wird es mit Ein- und Aussteigen eng. Nur Kleinigkeiten, aber hinderlich, wie so vieles mehr.
    Wie so viel andere Fehlentwicklungen!
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Schöne Ostern!!!

  • heidi voggenauer

    Ich kann mich noch gut erinnern an den nightclub im hotel bachmair, ich spreche aus der zeit 1979/80….. ich war damals gerade 19 jahre alt und durfte mit meinen eltern mit zum tanzen! wir sind mindestens 2x pro monat am samstag abend zum nightclub ins bachmair gefahren – es waren immer wunderschöne abende/nächte dort, die live bands waren perfekt, der service super, es war immer etwas besonderes dort hin zu gehen! Ich erinnere mich auch an die ” überfahrt ” , so manch einem dürfte das heute noch ein begriff sein ?! Schade dass es so etwas nicht mehr gibt ! In der heutigen Zeit ist alles nur noch auf spa, wellness ect. ausgelegt ! Als ob es davon nicht schon genug gibt überall ? Der Tegernsee ist alt geworden oder besser gesagt stehengeblieben, sein name ist noch weithin bekannt, aber das ist schon alles ! Schade eigentlich ! Vielleicht sollte man gerade dort versuchen die ” alte zeit ” zurückzuholen ? Vielleicht sollte man die Musik aus den 60iger/70iger jahren gerade dorthin gebündelt zurückholen und vermarkten ! liebe grüße aus rosenheim

  • Peter Herrchenb

    Liebe Leut’,
    ich werde das Gefühl nicht los, dass man über ein Luxusproblem diskutiert. Sicherlich werden im ursprünglichen Artikel einige wichtige Punkte korrekt analysiert. Ich selbst kenne das Tal erst richtig gut seit 5 Jahren und bin inzwischen einer der Zugereisten mit steuerpflichtigen Zweitwohnsitz. Ich finde, dass sich gerade in der letzten Zeit einiges in Punkto Attraktivität, besonds für etwas jüngere und sportlich intessierte Gäste, getan hat. Es wurde das Mountainbike-Festival ins Leben gerufen, welches sich jährlich steigender Beliebtheit erfreut – auch wenn mal ein ortsansässiger Bauer wie letztes Jahr dazwischenfunkt -, es gibt den Tergernseelauf mit steigendem Zulauf und den Tegernseer Taltriathlon. Nicht zu vergessen die Montgolfiade, die Langlauftage, die Segelregatta, die Seefeste, die Beachvolleyball-Veranstaltung am Point, das Winteropening, und, und, und. Die TTT hat viele neue Initiativen gestartet und in Zusammenarbeit mit der Alpen-Schliesee-Region die interaktiven Routen- und Tourenplanungen ins Leben gerufen. Auch den Anschluss des Skigebietes an den Spitzingsee durch die Suttenbahn fiel in diesen Zeitraum, ebenso die schon öfters erwähnte Naturkäserei und die Seesauna. Sieht doch alles in allem nicht nach Stillstand aus, was sich ja auch an steigenden Immobilienpreisen zeigt. Dass es natürlich auch Misstände gibt, wie das Gut Kaltenbrunn, der große leerstehende Gebäudekomplex in der Seestrasse gegenüber dem schönen Rottacher Kurpark, das Maximillian oder das seit Jahren sich auf dem absteigenden Ast befindliche Hotel Bachmair in Toplage mit dem verstaubten Charme der Nachkriegszeit, ist nicht zu bestreiten, wird aber den Besucher des Tals nicht wirklich stören. Dass man hier im Tal unfreundlich behandelt wird, wie in einem Kommentar erwähnt, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. An den Orten, Geschäften und Lokalen in denen ich regelmäßig verkehre, ist das absolute Gegenteil der Fall. Also bleibt Alle in 2012 schön entspannt, nehmt die guten Initiativen an, kritisiert konstruktiv die Schlechten, besucht die Veranstaltungen, beteiligt Euch selbst, erzählt es weiter und tragt so alle etwas dazu bei, dass das wunderschöne Fleckchen Erde bekannt wird und bleibt. Von der Vorstellung allerdings, dass alle Gäste sich gleich für mehrere Wochen in Hotels und Pensionen einbuchen, sollte man sich auch verabschieden. Der Trend geht nun mal zumindest bei jüngeren Leuten zu kurzen Urlauben an vielen verschiedenen Orten. Daher sollte der Tages- und Wochenendtourist genauso willkommen sein, wie der Langzeiturlauber. Wenn dann noch aus dem Konkurrenzdenken der 5 Orte konstruktive und koordinierte Zusammenarbeit in allen Belangen des Tals wird, ist der Ausblick auf die nächsten Jahre aus meiner Sicht durchweg positiv zu bewerten.

    • semmler hans

      der beitrag spricht mir aus der seele. seit jahren hab ich, als gebürtiger tegernseer, einen zweitwohnsitz in bad aussee, steirisches salzkammergut, im hier vielgepriesenen austriakenland. dort meint man auch, dass die schöne landschaft angebot genug sei.
      will sagen, dass nach zehnjährigem vergleich der tegernsee in allen belangen besser abschneidet. das preis-leistungsverhältnis von hotellerie und gastronomie ist bei uns ungleich besser, die kleingeistigkeit und fremdenfeindlichkeit, die ich dort festsellen musste, kenne ich von hier nicht und wer hier glaubt, mit “zielgruppendefinition” alpine “ballermannverhältnisse” wie im zillertal am tegernsee einführen zu wollen, der sollte sich überlegen, was unter dem begriff “nachhaltigkeit” in 10 oder 20 jahren vom gast als “einmalig” gewürdigt werden wird.
      ich glaube, dass rund um den see, trotz der vielen schwachstellen, das angebot sich dauernd verbessert und sich jederzeit mit anderen urlaubsgebieten messen kann.
      wäre noch die frage, ob der gast die tatsache, dass er am tegernsee eben nicht auf einer
      touristikinsel lebt, sondern mitten drin im gelebten bayerisch alltag, gut findet. ich könnte mir das vorstellen.
      summe: klar kann man noch viel tun (vieles ist schon getan) aber wer viel rumkommt, weiss, dass es insgesamt schon gut ist, bei uns. nicht alles kaputtreden, bitte!!!!!

  • Peter Herrchen

    Sorry, hat sich bei meinem Namen fälschlicherweise ein kleines ‘b’ angehängt!

  • Carmen Gotha

    Wir verbringen regelmäßig unseren Sommerurlaub am Tegernsee in
    Bad Wiessee und das nun schon zum 13.ten mal. Uns gefällt es sehr gut im Tegernseertal. Man kann dort vieles unternehmen. Sei es eine schöne Wanderung auf eine der schönen Almen oder eine tolle Mountainbike Tour, uns wird es nie langweilig und wenn`s halt mal regnet geht`s mit der Bob nach München oder ins Schwimmbad. Möglichkeiten gibt es viele.Uns gefällt die schöne Natur, die Berge, der See…
    Daher freuen wir uns schon auf unseren nächsten Urlaub 2012 in Bad Wiessee, bei unseren super netten Gastgeber. Wir finden auch, dass gerade in Bad Wiessee viel für Kinder gemacht wurde in den letzten Jahren. So gibt es einen tollen Spielplatz direkt am See oder auch ein tolles Ferienprogramm für Kinder. Uns ist auch aufgefallen das jetzt mehr Familien Ferien in Bad Wiessee machen. Vor ein paar Jahren sah man hauptsächlich mehr ältere Menschen , aber jetzt sind es auch jüngere mit Kindern.
    Misstände gibt es überall und ich verstehe so manche Kritik nicht. Wir sind auf jeden Fall Tegernsee Liebhaber und kommen gerne wieder !!!

  • lissi

    unglaublich … wir waren da freunde besuchen und ich bin sooo von begeistert das tal was keiner hat ruhe schönheit und gelassenheit genau das brauchen wir das tourismus würde alles kaputt machen das was gegeben wird natur schönheit pur