
Bei der Pressekonferenz: Andreas Kern (Ten Brinke), Bürgermeister Georg von Preysing, Heiko Schröppel (Ten Brinke)
Was passieren kann, wenn Politik und Investoren die Bevölkerung überfahren, sieht man in Waakirchen. Das will man in Gmund gerne vermeiden. Und hat sich beim Maximilian vorgenommen – auch nach den Erfahrungen mit dem Gut Kaltenbrunn – alles anders zu machen.
Bürgerwerkstatt, Informationsveranstaltungen, Mitbestimmung, Pressekonferenzen.
Die transparente Herangehensweise hat einen Grund: Der negative Flurfunk an den Stammtischen soll gar nicht erst aufleben. Man könnte es auch mit der Aussage “Transparenz tötet jeden Keim von Widerstand” umschreiben.
Dabei ist das was Gmund macht in vielen Bereichen prototypisch. Inwieweit jedoch die Kalkulation “größtmögliche Transparenz = geringstmöglicher Widerstand” tatsächlich aufgeht, ist derzeit offen. Denn der Weg ist lang. Das Ziel eines sanierten Maximilians, der nach den Vorstellungen der Bürger, wieder Einzug in das Gemeindeleben findet, weit entfernt.
Mindestens zwei bis vier Jahre werde es noch dauern, so Bürgermeister von Preysing auf der gestrigen Gemeinderatssitzung, bis auf dem etwa 5.500 Quadratmeter großen Gelände alles fertig ist. Schritt für Schritt möchte man nun zusammen mit dem Investor, der niederländischen Ten Brinke Gruppe, gehen. Und das auch zeitnah kommunizieren.
Gestern noch beim Notar – heute schon vor der Presse
Auf einer für heute früh einberufenen Pressekonferenz informierte Bürgermeister von Preysing über die aktuelle Entwicklung beim Maximilian-Areal. Da Ten Brinke bereits einiges an Geld in die Vorplanungen gesteckt hat, wollte man von Seiten des Investors eine gewisse Sicherheit. Dabei geht es vor allem um die Zusage, dass das gemeindeeigene Grundstück auch zur Verfügung steht, wenn der Geldgeber mit den Bauarbeiten anfangen möchte.
Auf der anderen Seite benötigt aber auch die Gemeinde eine gewisse Sicherheit. Der Bauträger, der das Projekt angeht, solle bitteschön nicht nur Neubauten auf das Grundstück hinstellen. Sondern vor allem auch den Altbestand sanieren. Eine Aufgabe, die wenig rentabel und damit unbeliebt ist. Aber eine grundsätzliche Forderung aus der Bürgerwerkstatt darstellt. Das Maximilian muss als denkmalgeschütztes Gebäude erhalten bleiben.
Aus dem Grund hat die Gemeinde nun zusammen mit dem Investor einen Vorvertrag unterzeichnet. Darin enthalten ist unter anderem das Angebot auf Kauf des “Grundstückes Maximilian”. Beide haben sich desweiteren auf die Durchführung des Vorhabens verständigt. Im Laufe eines Jahres soll der Bebauungsplan rechtskräftig sein. Wenn das nicht klappt, haben Gemeinde und Investoren verschiedene Rücktrittsrechte vereinbart.
Interessant in dem Zusammenhang auch die Stellungnahme von Heiko Schröppel, Prokurist bei Ten Brinke Bayern.
Für uns ist der Maximilian ein nachhaltiges Investment. In dieser Gegend existiert eine hohe Kaufkraft, ein hohes Wirtschaftsaufkommen und eine Top-Bonität der Bürger. So ist das ganze Projekt sehr attraktiv, nichts von der Stange und eine Möglichkeit das positive Image des dann sanierten Maximilian für das ganze Areal zu nutzen.
Weitere Informationen zum Investor:
Die Firma Ten Brinke ist ein Familienunternehmen. Die über 100 Jahre alte holländische Firmengruppe ist im Landkreis bekannt durch die Umsetzung des Oberlandcenters oder den Arbeiten an der Schlierseer Seerose. Sehr schnell hat sich Ten Brinke als Favorit der Gemeinde und gleichzeitig als einziger ernstzunehmender Interessent für die Arbeiten am Maximilian-Areal herauskristallisiert.
Wie soll das neue Maximilian-Areal zukünftig aussehen?
Die Antwort ist nicht sehr leicht, da von der Gemeinde derzeit noch keine Pläne herausgegeben werden. Wir können das Konzept also nur beschreiben und es anhand der alten Planungen bzw. des Modells oberflächlich darstellen.
Auch wenn es sein kann, dass sich gerade das Konzept für den ehemaligen Gasthof in Bezug auf Hotel- oder genaue Gastronomienutzung noch signifikant ändert, wie der ausführende Architekt Florian Erhardt auf der Gemeinderatssitzung im Juli klar machte.

Mögliche Bebauung des Areals. Der Bereich vor der Südseite des Maximilian (vier Bäume) soll zu einem Biergarten werden. Quelle: SMG
Ganz konkret soll der zukünftige Maximilian erhalten bleiben und eine Wirtschaft mit Biergarten einziehen. Möglich ist auch ein zusätzliches Hotel oder eine andere noch nicht näher definierte Übernachtungsmöglichkeit für eine überschaubare Zahl von Gästen. Eventuell zieht auch die Gmunder Tourist Info in das Gebäude.
Laut Erhardt werde der Maximilian auch zukünftig frei stehen. Damit und mit der gesamten Planung hätte man derzeit die Belange des Denkmalschutzes zu 100% erfüllt. Die ersten Gespräche im Rahmen einer “Behördenkonferenz” hätten gezeigt, dass die Planer auf dem richtigen Weg seien. “Alle Behörden würden dem bisherigen Plan so zustimmen.”
Die beiden neu-entstehenden Gebäude sollen etwas in den Hang gebaut werden. Für die Nutzung ist einerseits ein großer Vollsortimenter (kein Discounter!) auf einer Fläche von 1.140 Quadratmetern vorgesehen. Zusätzlich sind insgesamt 73 Tiefgaragen-Stellplätze geplant, die ebenerdig befahrbar sein sollen. Oberirdisch kommen nochmal 35 Plätze hinzu.
Damit werde – im Gegensatz zum Ludwig-Erhard-Platz – auch auf die Belange des Parkens ausreichend eingegangen.
Andererseits werden im zweiten, etwas nach oben versetzten Gebäude neue Wohnungen entstehen. Wieviele und vor allem wie genau ist derzeit jedoch ebenfalls völlig offen.




























Maximilian: “Gmund lernt aus Waakirchner Fehlern / Transparenz tötet jeden Keim des Widerstandes ab” – starke Worte für einen demokratisch gewählten Bürgermeister.
Zum Nach-Denken:
Zuerst “beehrt” die Gemeinde Gmund den Landkreis mit einem der hässlichsten Industriebauten seit langer Zeit, der Abfüllanlage der Tegernseer Brauerei. Der Bau wird hochgezogen im Niemandsland. Für die Gmunder weit weg vom Schuss und somit weder sicht-, noch wahrnehm- oder gar bürger-diskutierbar im wahrscheinlich nordwestlichsten Grundstück der Gemeinde Gmund, praktischerweise an der B472, aber weit ab vom Schuß und der öffentlichen Bürgermeinung, ergo “keimfrei” gelegen.
Landschaftschutz, gefühlvolle Einpassung in die Landschaft? Fehlanzeige, schnell, effizient, zügigst und großzügig geplant und gebaut – ohne Rücksicht auf Land und Baugeschichte! Erdbewegungen und Verlegen von Kanälen und Elektrokabeln, An- und Abfahrt von LKW’s? Kein Problem, Platz vorhanden! Arbeitsplätze werden geschaffen! Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes? Einstellung erfolgt nur mit PKW und Führerschein! Arbeitnehmer seid glücklich, ihr habt einen Arbeitsplatz mitten in der Natur ergattert – Freibier gibts vor Ort, aber zum Brotzeitholen müsst Ihr halt nach Dürnbach!
Bald wird hier das in Tegernsee gebraute Bier abgefüllt. Es wird mit LKWs geliefert, dann wieder mit LKWs abgeholt. Gewerbesteuer und noch mehr Verkehr werden fröhlich sprudeln – zum Wohle der Gemeinde…. (und die Umwelt bleibt wieder mal auf der Strecke).
Aber wehe, es geht um das “Herzstück” der Gemeinde, das Maximilian! In einer “Kommunikationsoffensive” sollen sich die Gmunder beteiligen, damit hier im Gustostückl des Orts nichts schief läuft. Die Bürger könnten sich ja plötzlich engagieren und anfangen darüber nachzudenken, welch eigenartige Ideen in den – noch keimfreien – Ratsstuben entstehen.
“Gmund lernt aus Waakirchner Fehlern”. Ist es nicht umgekehrt? Haben nicht die Waakirchner aus den Gmunder Fehlern gelernt und lassen es sich deswegen nicht bieten, das jetzt auf ihrem Gemeindegebiet die Natur genauso schamlos verbaut wird wie direkt vor ihrer Nase?
Die Aussage stammt nicht vom Bürgermeister.
Und die Überschrift Gmund lernt aus Waakirchner Fehlern bezog sich auf den Gemeinderat.
Wieso suchen die immer einen Investor und nehmen nicht mal das Heft selbst in die Hand? Wenn´s schief geht, kann man die Schuld dem Investor geben, oder? Ein Beispiel:
Die Tegernseer Tal Gemeinden hätten Kaltenbrunn kaufen können, dort die Naturkäserei einbauen können mit einer kleinen Musterlandwirtschaft. Damit die Menschen mal den Weg von der Kuh bis zum Teller verfolgen können. Mit einer kleinen Schaubrauerei usw. und einem Biergarten. Das wäre ein Magnet gewesen!”
iIn was für einer Welt lebst Du denn, womit sollen die Gemeinden das finazieren und vorallen soll es sich dann auch sebst tragen. Man soll froh sein wenn ein externer Investor das Geld in die Hand nimmt.
Ein Tiroler, Holländer, demnächst vielleicht Russen. Da müssen ja aussenstehen denken, dass im Tal nur Deppen leben, oder?
Die Kombination aus Wohnen, Einkaufen (z.B. Edeka) und einer Gastronomie im alten Maximillian hört sich doch eigentlich ganz gut an.
Besonders positiv ist, dass Erhardt/Erlacher die beauftragten Architekten sind – deren Referenzen sind ausnahmslos attraktiv, modern und traditionell zugleich. Beispiele: Egerner Höfe, Haltmair, Post Rottach, Egener Alm,…
Jetzt muss man nur noch das “Dorfzentrum” abreissen
endlich mal ein Kommentar, der nicht von vornherein alles schlechtredet.
Lasst´s doch erst mal die Vorplanung vorstellen, dann kann man ja immer noch kritisieren! Mit den Architekten haben die Gmunder auf jeden Fall ein Büro, das versucht, die Vorgaben der Gemeinden einzuhalten.