Samstag, 25. Mai 2013

Naturkäserei Tegernseer Tal gerät zunehmend unter Druck

Blick in die Bilanz: In unruhigem Fahrwasser

Die Naturkäserei schien von Anfang an eine Erfolgsgeschichte zu sein. Lange vor der offiziellen Eröffnung vor zwei Jahren strömten die Besucher nach Kreuth und wollten sehen, was die heimischen Landwirte auf die Beine gestellt haben.

Doch bekanntlich ist nicht immer alles Gold was glänzt. Das belegen nun auch die vor kurzem auf der Gesellschafterversammlung vorgestellten Zahlen. Aus diesen geht hervor, dass die Naturkäserei erneut einen Verlust ausweisen muss: Zwar “nur” 257.000 Euro und damit 50.000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Aber das ist einigen Gesellschaftern eindeutig zu viel.

Ist die Naturkäserei in Kreuth auch wirtschaftlich ein Vorzeigeprojekt?

Ist die Naturkäserei in Kreuth auch wirtschaftlich ein Vorzeigeprojekt?

Dabei geben die Bilanzzahlen und die uns darüber hinaus vorliegende Gewinn- und Verlustrechnung mit den entscheidenden Einnahme- und Ausgabegrößen einen sehr guten Einblick, ob und wie gut die Naturkäserei seit der Gründung gewirtschaftet hat.

Analyse der Aufwandsstruktur

Betrachtet man zu allererst die Ausgabesituation der Naturkäserei, fällt sofort eine Sache auf, die laut der Vorstandschaft der Genossenschaft auch zum erneuten Verlust geführt hat: Die hohen Personal- und Materialkosten.

Diese betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr jeweils über 1,2 Millionen Euro und sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. So liegen beispielsweise die Personalkosten zwischen April 2011 und März 2012 bei 1,249 Millionen. Ein Jahr zuvor machte dieser Posten noch 780.000 Euro aus, was somit einer Zunahme um über 60 Prozent entspricht.

Dies ist insbesondere überraschend, da man bei der Naturkäserei noch vor einem Jahr von einer mittelfristig gesättigten Personalstrukur ausgegangen ist. Eine Aufstockung, die Hans Leo, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft der Naturkäserei Tegernseer Land folgendermaßen begründet:

Die Aussage, dass wir kein weiteres Personal benötigen würden, war zu diesem Zeitpunkt etwas voreilig. Gerade die Entwicklung neuer Produkte hat sehr viel Personal gebunden. Dies war aber wichtig, um weitere Kunden zu gewinnen, was uns im übrigen gelungen ist. Die Kundenzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen.

Um die Personalkosten auch zukünftig „überschaubar zu halten“, verzichten die sieben Führungskräfte der Naturkäserei laut Hans Leo seit Juli 2012 zudem auf die Bezahlung von Überstunden. Ein Zeichen das unterstreicht, dass die Absichten hier sämtliche Einsparpotentiale auszunutzen, durchaus nicht nur leere Worte sind. Darüberhinaus will man auch die Energiekosten senken. Wie genau erläutert Leo im Gespräch:

Wir müssen die Produktion so gestalten, dass wir Spitzenwerte im Stromverbrauch vermeiden, dadurch senken wir die Energiekosten erheblich.

Zudem werden wir die Produktionsabläufe immer effizienter gestalten, da nun alles eingespielt ist, die Maschinen reibungslos laufen und das Personal mit den Abläufen immer vertrauter wird. Am Anfang hatten wir noch viele Testphasen, alles musste sich erst noch finden.

Milch hat auch ihren Preis

Neben den hohen Personalkosten schlagen auch die Kosten für den Materialaufwand in Form von Milch aber auch für Verpackungsmaterial erheblich zu Buche. Mit 1,235 Millionen Euro hat sich der Posten im Vergleich zum letzten Geschäftsfjahr fast verdoppelt. Mehr Umsatz bedeutet gleichzeitig auch mehr Milch und damit einen höheren Materialaufwand.

Denn auch wenn der Milchpreis in Europa gegenwärtig stagniere, habe Milch nunmal ihren Preis, so Leo. “Da wir nun auch mehr Käse produzieren, sind dementsprechend auch die Materialkosten deutlich gestiegen”.

Reges Interesse zeigten die Gesellschafter bei der vor kurzem abgehaltenen Versammlung, bei der auch die Geschäftszahlen präsentiert wurden.

Reges Interesse bei der vor kurzem abgehaltenen Versammlung, bei der auch die Geschäftszahlen präsentiert wurden.

Bereits auf der Gesellschafterversammlung gab Leo bekannt, dass schon die nächsten Schritte eingeleitet wurden, um weitere Einsparmöglichkeiten in den Betriebsabläufen zu erzielen. Auch will man auf der Ausgabenseite alles genauestens unter die Lupe nehmen und – soweit sinnvoll – zusätzliche Kostenreduzierungen durchführen.

Andererseits wird die Naturkäserei laut Leo aber auch zukünftig auf höchste Service- und Produktqualität setzen, was wiederum einen markanten Rückgang im Personalaufwand eher ausschließen würde.

Signifikante Umsatzsteigerungen nur schwer umsetzbar

Wenn Material und Personalkosten tendenziell nicht sinken werden, muss dementsprechend der Blick auf die Erlösseite der Naturkäserei gehen. Die Umsätze sollen laut dem Vorstand zwar über eine höhere Auslastung in der Käseproduktion gesteigert werden. Aber auch hier scheint bald eine Grenze erreicht zu sein.

Denn schon heute laufen die Maschinen tagsüber beinahe im „Dauerbetrieb“. Die Auslastung lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 80 Prozent. Dies teilte Leo den Anwesenden bei der Gesellschafterversammlung mit. Bei einer Vollauslastung geht Leo von möglichen Mehrerlösen von rund 650.000 Euro pro Jahr aus. Addiert man diesen Wert zu den bereits umgesetzten 2,7 Millionen Euro hinzu, würde man dann auf 3,35 Millionen kommen. Ein Jahr zuvor – damals noch mit halber Last – wurden wie bereits erwähnt „nur“ 1,31 Millionen Euro erzielt.

Zur Umsatzverdopplung hat dabei sowohl der Direktverkauf im Laden in Kreuth, der derzeit rund 30 Prozent des insgesamt abgesetzten Käses ausmacht, als auch der Vertrieb an Geschäftskunden beigetragen.

Doch auch die angepeilte Vollaulastung der Produktion wäre mit weiteren Kosten verbunden

Weitere Investitionen nötig

„Um die angestrebte Auslastung zu erreichen, und zugleich unsere Produktpalette zu erhalten, brauchen wir zwingend mehr Lager- und mehr Kühlraum“, sagt Leo und ergänzt: „Wir müssen Geld in die Hand nehmen, um unseren Betrieb für die Zukunft zu positionieren“.

Hans Leo, Vorstand der Naturkäserei

Die nötigen Investitionen will die Genossenschaft mit Eigenkapital und den in Zukunft zu erwartenden Erlösen stemmen. Aus der Bilanz geht hervor, dass das Eigenkapital zum 31. März bei 4,18 Millionen Euro lag.

Wie hoch der zukünftige Finanzbedarf genau ist, darauf wollte Leo nicht näher eingehen. In jedem Fall sei auch auf Grund der geplanten Investitionen in den nächsten drei Jahren nicht mit einer Ausschüttung zu rechnen.

Es werde alles dafür getan, so Leo, dass sich das Kapital der Gesellschafter vermehrt. Allerdings möchte sich der Vorsitzende nicht auf die in Aussicht gestellten 4,9 Prozent Dividende festlegen lassen.

Betrachtet man jedoch die nackten Zahlen wird es gegenwärtig selbst bei einer hunderprozentigen Auslastung der Produktion schwer, schwarze Zahlen zu schreiben. Ein Szenario, dem der Vorstandsvorsitzende widerspricht.

Dieser Eindruck mag auf den ersten Blick entstehen, ich bin jedoch davon überzeugt, dass wenn wir die von mir geschilderten Einsparpotentiale voll ausschöpfen, Erfolg haben werden. Durch eine effizientere Produktion werden wir das schaffen.

Laut Leo werde die Naturkäserei dabei den bisher eingeschlagenen Weg weiter gehen und auch zukünftig auf relativ hohe Preise setzen. Den Verantwortlichen ist durchaus bewusst, dass dies in letzter Konsequenz auch bedeuten kann, auf Kunden, die die Preis nicht akzeptieren wollen, zu verzichten.

Unruhiges Fahrwasser

Alles in allem steht die Naturkäserei demnach vor der Herausforderung die Produktqualität weiterhin hoch, gleichzeitig jedoch die Kosten für Personal und Material langfristig im wirtschaftlich sinnvollen Rahmen zu halten. Beim Material sind die Entscheider dabei abhängig von der Bereitschaft ihrer Genossenschaftsmitglieder erstmal auf weiter steigende Milchabnahmepreise zu verzichten oder eventuell sogar Einnahmeeinbußen in Kauf zu nehmen.

Insgesamt ist die Situation nicht einfach. Entscheidend wird auch sein, wie es gelingt die von der Vorstandschaft vorgestellten Einsparpotentiale zu nutzen. Entfalten diese tatsächlich die erhoffte Wirkung, kann die Naturkäserei auch zu einem langfristigen Erfolgsmodell werden. Ist dies jedoch nicht der Fall, dürfte es zunehmend schwierig werden.

Vor mehr als einem Jahr beschwor Hans Leo das Bild vom Stapellauf für die frisch gestartete Naturkäserei.

(…) wir sind erfolgreich vom Stapel gelaufen, liegen jetzt im Hafenbecken und steuern langsam aber sicher auf das offene Meer zu. Zuversichtlich unser Ziel zu erreichen.

Inzwischen ist das offene Meer längst erreicht. Dort herrscht aber auch ein rauerer Seegang und deutlich mehr Gegenwind, als im Hafenbecken. Und auch wenn das Ziel immer noch klar ist, wird die Richtung zu halten dadurch nicht einfacher.

In der Praxis könnte das bedeuten: wenn die Maßnahmen nicht greifen, dürften die kritischen Stimmen auf Seiten der Gesellschafter noch mehr Gewicht bekommen. Der Druck auf die Naturkäserei wächst.

Moderation von Kommentaren

Die Moderation liegt bei der Redaktion. Für uns steht fest: Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren steht in der Netiquette.

  • Der Korregator

    “Milch hat auch seinen Preis”? Aha.
    Wer findet den Fehler? ;-)

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      geändert. Danke für den Hinweis.

  • Thomas

    Kann sich die Käserei eigentlich mit Milch aus regionalen Betrieben versorgen, oder müssen die aus Molkereien zukaufen? Wenn man die Milch direkt vom Hersteller bezieht ergeben sich Synergien, und der “europäische Milchpreis” tritt in den Hintergrund weil ein fairer Preis unter Partnern eben mehr zieht.

    Die wichtigste Nachricht finde ich ist die Umsatzverdopplung, das deutet auf die richtige Strategie hin die nun noch optimiert werden muss.

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Theoretisch ist das mit der Umsatzsteigerung richtig. Praktisch ist aber der Umsatz bereits an der oberen Grenze angekommen, will man nicht weitere Kapazitäten aufbauen. Die Auslastung liegt ja schon bei 80%. Und wenn man sich die Kostenstruktur anschaut, dürfte es auch bei 100% Auslastung und somit dem Umsatzmaximum immer noch zu einem Defizit kommen. Aus dem Grund wird es auch interessant sein zu sehen, wie die Einsparpotentiale greifen.

      • Thomas

        Und Kapazitäten ausbauen ist die richtige Reaktion, weil die Umsatzexplosion ja Bedarf nachweist, und das selbe Personal effizienter arbeiten kann.

    • iswurscht

      Mir wurde aus dem Umfeld der Käserei berichtet, das es schon dazu gekommen ist, das zuviel Milch angeliefert wurde und diese dann nach Österreich weiter verkauft wurde, kann dies jemand bestätigen oder dementieren?

  • Vidur

    Es ist doch stark, was der Betrieb OHNE irgendwelche Förderungen, und das finde ich gelinde gesagt eine Frechheit, aus eigener Kraft nur mit den Gesellschaftsinvestoren auf die Beine gestellt hat. Zudem muss ich auch mal sagen, dass es doch nicht nur das Ziel der Investoren sein kann, nur irgendwelche Gewinne abzuschöpfen. Man kann doch wirklich stolz auf die Produkte und das Konzept sein.
    Und ich würde jetzt auch nicht unbedingt behaupten, dass es bei anderen Gesellschaften, welche erst ein wirkliches Geschäftsjahr hinter sich haben, wirklich besser aussieht.
    Außerdem hat man ja keine Miese gemacht, und das ist doch mal die Hauptsache.

    • HB

      Die Idee hinter der Naturkäserei ist, außer Frage, schön. Allerdings verstehe ich nicht, wieso es eine Frechheit ist, dass diese ohne finanzielle Förderung auskommen muss? Jeder Schreiner, Metzger, Friseur, usw. schafft ebenfalls Arbeitsplätze und erhält dafür i. d. R. auch keine Förderung. Jedes Unternehmen, welches privatwirtschaftlich aufgestellt ist, soll und muss sich selbst tragen. Andernfalls hätte man keine Genossenschaft sondern einen Verein oder Ähnliches gründen müssen. Wenn es nicht läuft, ist leider allzu häufig der Staat, die “da oben” oder sonst wer Schuld.

      Ich sehe es schon auch etwas kritisch, wenn Ausschüttungen im Vorfeld der Zeichnung in Aussicht gestellt werden, die dann aber nicht erfolgen können. Glauben Sie wirklich, dass die Genossen Anteile erworben hätten, wenn festgestanden hätte, dass die Dividenden nicht fließen. Die wenigsten Menschen haben doch – trotz gesundem Lokalpatriotismus – Geld zu verschenken.

      Ich wünsche mir nur für alle Beteiligten, dass der Laden zum Fliegen gebracht werden kann, da die Idee dahinter, wie bereits erwähnt, eine Gute ist.

    • Monal

      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Steht doch bereits im 2. Absatz, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr “nur 257.000 Euro” Verlust, also “Miese” gemacht wurden. Das Jahr davor war der Verlust noch höher.
      Ich finde zwar auch, dass regionale Erzeuger unbedingt unterstützt werden müssen, doch sieben(!) Führungskräfte, die sich gewiß nicht mit Naturalien bezahlen lassen, sind bei dem relativ überschaubaren Umsatz meiner Meinung nach doch etwas übertrieben…

    • Hägar

      Die Naturkäserei hat 538.800 Euro im Jahr 2010 an EU-Subventionen bekommen…

  • Demokratie Jetzt!

    <>

    Ich frage mich, wer denn da soviel verdient! Das wäre interessant, dann wissen wir auch, wo das Geld hinkommt! Ein Schelm wer Böses denkt!

  • Naturfreund

    EUR 1,249 Mio in 12 Monaten sind nach Adam Riese ca. EUR 100.000 Personalkosten pro Monat. Laut eigenen Angaben auf der Webseite hat die Käserei 38 Mitarbeiter (leider ist hier kein Datum der Zahl angegeben). Gehen wir mal von 40 Mitarbeitern aus, so sind das EUR 2.500 im Schnitt. Die Mehrheit der Mitarbeiter wird jedoch vermutlich im Laden, in der Gastronomie und im Büro arbeiten. Irgendwie kann ich mir schlecht vorstellen, daß es in der Gastronomie keine EUR 400 Jobs oder Teilzeitkräfte gibt. Insofern finde ich bei einem Betrieb mit EUR 2,7 Mio Umsatz und EUR 4,2 Mio EK Personalkosten von EUR 1,25Mio erschreckend hoch

    • Thomas

      Ich finde das eigentlich ganz OK. Bei 2.500 Brutto kommen nach Steuern und Versicherung vielleicht noch 1500 Netto an, und wir wissen wie teuer das Leben im Tal ist. Ich finde es auch OK das die Naturkäserei Ihre Leute so bezahlt das diese Ihren eigenen Käse nicht beim ALDI kaufen müssen.

      Da hilft nur Produktion ausweiten und mehr Lagerraum schaffen.

    • Demokratie Jetzt!

      Ich glaube, daß sich da ein paar die Taschen füllen und viele andere Dumm aus der Wäsche schauen. Allein schon die Preisgestaltung läßt den Schluß zu, dass hier ein paar nach dem Motto agieren, daß jeden Morgen ein Dummer aufsteht. Für mich ist damit den Naturkäserei vom Einkaufszettel gestrichen!

  • tegarinseo

    Ich finde es schon erstaunlich, wie viele “Experten” es gibt, die sich in der Lage sehen, auf der Basis einiger Angaben eines banalen Presseartikels den zweiten Jahresabschluss nach der Gründung eines Unternehmens einer nicht alltäglichen Branche zu “analysieren”. Und das alles ohne detaillierte Zahlen, ohne branchenspezifische Kenntnisse, ohne Vergleichsmöglichkeiten! Macht nichts: da gibt es ja die Größe “Personalaufwand”, und da weiß jeder, was das ist. Und jeder weiß, dass das, was andere verdienen immer zuviel ist – genauso wie das, was man selbst verdient, immer zu wenig ist. So kommen dann ganz fundierte Aussagen zustande.

    Meines Erachtens haben solche Themen in einem Forum wie diesem hier nichts zu suchen. Die Mitglieder der Genossenschaft konnten sich auf der Generalversammlung im Detail informieren und die Nicht-Mitglieder geht’s – mit Verlaub gesagt – nichts an. Wir diskutieren hier ja auch nicht den Geschäftsverlauf beim Metzger X oder beim Autohändler Y.

    • Anonymous

      Prima Kommentar!

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Hallo tegarinseo,

      das was du einen banalen Presseartikel nennst, ist ein Artikel mit fast zwei Wochen Recheraufwand, den ein Redakteur auf Basis von umfrangreichen Zahlen und Informationen geschrieben hat. Unter anderem ist auch die aktuelle GuV sowie die Bilanzen der Naturkäserei miteingeflossen.

      Diese Daten kamen von Personen, die in oder mit der Naturkäserei arbeiten bzw. an ihr beteiligt sind. Auch mit denen haben wir gesprochen. Die meisten durften wir jedoch nicht zitieren.

      Auch sind wir überzeugt davon, dass solche Themen sehr wohl was in der Öffentlichkeit “verloren haben”. Die Aufgabe der Presse ist es nämlich genau diese Öffentlichkeit herzustellen und nicht nur die für die Öffentlichkeit gedachten Verlautbarungen und Erfolgsmeldungen der Unternehmen “abzudrucken”.

      • wellness

        Grundsätzlich bin ich auch für Transparenz. Sie bringt/nutzt aber nur was, wenn die Leser den nötigen Sachverstand haben, das auch zu verstehen. Bei einigen Kommentaren hier ist das offensichtlich nicht der Fall. Buchführung, Bilanzierung, Kostenrechnung, betriebswirtschaftliche Auswertungen, Kennzahlen etc., das eignet sich nicht für Diskussionen auf Stammtischniveau. Sie geben ja selbst zu, dass Sie 2 Wochen intensiver Recherche benötigt haben, um diesen Artikel überhaupt schreiben zu können. Wir sind uns dann ja wohl einig, dass der Leser entweder den gleichen Aufwand betreiben muß, um auf Augenhöhe diskutieren zu können oder dass er Fachwissen mitbringen muß. Alles andere ist einfach nur Augenwischerei und hat mit Transparenz rein gar nichts zu tun.Stattdessen macht sich Polemik breit. Das kann ja nicht Ihr Ziel sein?!

      • Rainer

        Allein schon die Information, dass da EU-Gelder in nicht unerheblichem Umfang geflossen sind bzw. fließen, war aufschlussreich. Diese Info stand aber nicht im Artikel, sondern in einem Leserkommentar!

        • wellness

          Ändert an dem Grundsatzproblem gar nichts ( wobei ich mit Zuschüssen grundsätzlich meine Probleme habe, sie verzerren die Marktgegebenheiten und lenken nur zu oft in die falsche Richtung ), deswegen stand es auch nicht in dem Artikel.

          • Rainer

            @ wellness: Aufgabe der Presse ist die neutrale, umfassende Information. Der Erhalt öffentlicher Fördermittel gehört dazu! Übrigens: Was ist das Grundsatzproblem

          • wellness

            Hier geht es aber nicht um den Erhalt öffentlicher Fördermittel, sondern um die Frage, ob und wie die Naturkäserei künftig Überschüsse erzielen kann (das Grundsatzproblem ). Das hier welche geflossen sind, verwundert nicht, ich nehme es zur Kenntnis, aber diese Information ist für die Beantwortung der hier im Raum stehenden Fragen nicht relevant ( jedenfalls noch nicht; wenn sich das ändert, steht es schlecht um die Naturkäserei ).

          • Rainer

            Da gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder Kosten senken oder Erlöse steigern. Am besten beides zusammen! :-) ) Bei den öffentlichen Fördermitteln würde mich interessieren, ob das eine Anschubfinanzierung oder eine Dauersubvention ist. Unabhängig davon: Würde diese fortfallen, würde sich die Finanzierungslücke und damit das Problem vergrößern. Ob auch bei dem Käseladen in Kreuth in Produktion und/oder Absatz Subventionen fließen?

      • Kreuther

        Wenn der Metzger X EU-Subventionen erhält und Gemeinden an ihm beteiligt sind würde ich das schon wissen wollen.

  • Naturfreund

    Vielleicht noch mal drei Worte zur Erläuterung:
    1. mein Beruf hat es mit sich gebracht, daß ich Bilanzen lesen kann
    2. der Bericht ist gut recherchiert und es gab auch auf der Präsentation in Holz keine Erläuterungen zu den Personalkosten (als Anteileigner war ich dabei)
    3. habe ich lediglich eine Pi-mal-Daumen Rechnung aufgestellt und hinterfrage die m.E. zu schnell gestiegenen Personalkosten
    4. Und das ist besonders wichtig: ich schätze sehr, was das Management der Käserei in knapp 2 Jahren auf die Beine gestellt hat. Hier wurde exzellente Arbeit geleistet und eine Marke etabliert – allein das ist irgendwann bares Geld wert. Dieser Markennamen wurde erfolgreich über die Region hinaus etabliert und wird in den nächsten Jahren noch wesentlich bekannter werden.

  • duckanterl

    Wären keine EU-Zuschüsse geflossen, dann hätte man ein Minus von ca. € 750.000,– erwirtschaftet, richtig? Ausserdem wurde am Anfang ja auch bekannt gegeben, dass die Führungskräfte ehrenamtlich
    arbeiten, bis sich die Firma in die schwarzen Zahlen gearbeitet hat, oder war dies eine Falschmeldung?

  • HA

    Das die Zuschüsse in dem aktuellen Geschäftsjahr den Verlust um TEUR 500 gemindert haben, stimmt so nicht zwingend. Handelt es sich, wovon auszugehen ist, um Investitionszuschüsse, so verringert sich die Abschreibung in den folgenden Jahren entsprechend. Die Zuschüsse werden wohl über mehrere Jahre gewinnwirksam aufgelöst.