Nachrichten aus dem Tegernseer Tal

„Familie is’ scho’ wichtig.“ Francesco Sabbatella bringt die italienische Lebensart in seinem sympathischen italo-bayrisch auf den Punkt. Während Tochter Francesca – 16 Monate –mit im Restaurant umhertapst, hat Sohn Daniele in den Erzählungen des 28-Jährigen seinen selbstverständlichen Platz. Als Kind in einer italienischen Familie aufzuwachsen – es kann fast nichts Schöneres geben. Nirgendwo sonst dreht sich der Alltag so sehr um das Wohlergehen der Kinder wie bei den Italienern. Bis spätabends sitzen die Kleinen häufig mit am Tisch, und wenn sie herumtollen und schreien, stoßen sie dabei auf vollstes Verständnis der milde lächelnden Anwesenden.
Halb drei Uhr nachmittags: Das bedeutet erstmal Siesta für den kleinen Familienbetrieb. Ehefrau Andreea sitzt mit ein paar weiteren Verwandten im vorderen Teil beim Mittagessen. Ansonsten arbeiten alle fleißig mit. „Ich bin der Allesmacher,“ behauptet Francesco von sich selbst. Andreea kümmert sich ums Büro. Auch seine drei Brüder – Fabio, Pasquale und Roberto – arbeiten mit: In der Küche, als Kellner oder im Einkauf.
Der Lokalinhaber ist der älteste Bruder. Seit 2006 führt er es. Nach Tegernsee kam er eigentlich ziemlich zufällig. Nachdem die Familie in Germering fast zehn Jahre lang Gastronomie betrieben hatte, sah man sich nach einem weiteren Lokal um. Gesagt, getan. Nachdem sich alle einig waren, dass sie sich am Tegernsee zuhause fühlen würden, kaufte Onkel Michele das Haus in der Hauptstraße der Stadt, in dem die Familie auch wohnt.
Ursprünglich stammen die Sabbatellas aus Eboli. Es ist eine Stadt in Kampanien in der Provinz Salerno, die als landwirtschaftliches Zentrum bekannt ist, in erster Linie wegen seines Olivenöls. Auch die Sabbatellas machen seit langem in Öl. 1.000 Bäume erntet Großvater Pasquale jedes Jahr. Das gepresste Öl liefert er unter anderem auch an Enkel Francesco. In den typisch grünen Flaschen steht es auf jedem der kleinen Tische. Bereit, die angebotenen Salate oder anderes zu verfeinern.
Für seine Holzofenpizzen ist das Lokal bekannt. Ansonsten gibt es alles, was man in einem Ristorante so erwartet: Rigatoni, Spaghetti, Tortellini, Fleisch, Fisch, Antipasti und natürlich Desserts. Jetzt sind alle Tische bereits für den Abend frisch mit rot-karierten Decken eingekleidet. 90 Plätze bietet das Restaurant. Offene Wände schaffen gemütliche Nischen. Von der kleinen Terrasse aus kann man den See betrachten. Und der hintere Bereich mit dem einladenden Kamin eignet sich für prima für Familienfeiern bis zu 30 Personen.

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