Auto stürzt in den Tegernsee

Zweites Unfallopfer stirbt im Krankenhaus

Ergänzung vom 8. Juli / 15:31 Uhr
Als am Mittwochabend das Auto einer 91-jährigen Frau vor dem Hotel Überfahrt in den Tegernsee stürzte, war schnell klar, dass ein 86-jähriger Mitfahrer den Unfall nicht überlebt hat. Der Mann blieb zu lange unter Wasser. Die Helfer konnte ihn nur noch tot bergen.

Nun ist auch die zweite Mitfahrerin, eine 85-jährige Frau aus Rottach-Egern, im Krankenhaus verstorben. Obwohl die Seniorin von einem Wasserwachtler relativ schnell aus dem Auto gerettet und im Anschluss reanimiert worden war, ist sie am 6. Juli ihren Verletzungen erlegen.

Ursprünglicher Artikel vom 4. Juli mit der Überschrift: “Auto stürzt in den Tegernsee”
Gegen 17:55 Uhr ist am heutigen Abend ein PKW in den Tegernsee gestürzt. Die Fahrerin des Subaru Legacy – eine 91-jährige Rottacherin – war mit ihrem Auto und zwei weiteren Insassen auf dem Parkplatz vor dem Hotel Überfahrt unkontrolliert geradeaus gefahren und im See gelandet.

Die Dame und das befreundete Ehepaar kamen gerade vom Kaffeetrinken aus dem Hotel. Bei der anschließenden Heimfahrt beschleunigte ihr Fahrzeug, noch auf dem Parkplatz, unkontrolliert. Laut Polizei hatte die Dame tragischerweise Gas und Bremse verwechselt.

Kurz darauf überfuhr das Auto einen etwa 80 cm hohen Absatz, überschlug sich und stürzte über die angrenzende Betonmauer zwei Meter tief in den See.

Wasserwacht rettet Frau das Leben

Die Fahrerin konnte sich aus dem PKW noch selbst befreien. Die beiden anderen Insassen wurden von Helfern aus dem untergegangenen Fahrzeug geholt. Da die Wasserwachten Rottach-Egern und Bad Wiessee gerade bei einem anderen Einsatz auf dem See waren, trafen sie bereits drei Minuten nach dem Unfall vor Ort ein.

Beim Einsatz konnte dann die zweite Frau, eine 84-jährige Rottacherin, welche im Fond des PKW saß und mit diesem unterging, von einem Mitglied der Wasserwacht Bad Wiessee gerettet werden. Die Frau wurde noch vor Ort 15 Minuten lang reanimiert. Der Helfer verletzte sich bei der lebensrettenden Aktion, da er beim Tauchen ausgelaufenes Benzin geschluckt hatte.

Der Ehemann der zweiten Frau, ein 86-jähriger Rottacher, wurde im Anschluss von Tauchern der beiden Wasserwachten geborgen. Die sofort eingeleitete Reanimation verlief jedoch erfolglos, sodass der Mann noch an der Unfallstelle verstarb. Die beiden Frauen wurden im Anschluss vom Roten Kreuz ins Krankenhaus Agatharied gebracht werden. Die Fahrerin ist nach Aussagen der Ärzte leicht, die zweite Frau schwer verletzt worden.

90 Einsatzkräfte und zwei Hubschrauber

Die Feuerwehren errichteten eine Ölsperre, um ausgelaufene Betriebsflüssigkeiten des PKW zu sichern. Nach der Unfallaufnahme wurde dieser gegen 21 Uhr von einer Abschleppfirma geborgen.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Tegernsee und Rottach-Egern mit insgesamt 40 Mann und einem Boot. Die Wasserwacht aus Rottach, Wiessee und Gmund. Darüber hinaus der Rettungsdienst mit 30 Mann und vier Rettungswägen sowie zwei Rettungshubschrauber mit jeweils einem Notarzt.

Hier noch Bilder vom Großeinsatz der Rettungskräfte am Mittwochabend:

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  • Marc Huber

    Das ist wirklich tragisch. Aber auch da kann man fragen ob mit 91 der Führerschein nicht schon lange weggehört. Wobei es nicht heißt das sowas nicht auch einem jüngeren Fahrer passieren kann.

    • Thomas

      In vielen Ländern sind regelmäßige Fahrprüfungen ab einem gewissen Alter Pflicht. Senioren sind nach unerfahrenen und übermütigen Fahranfängern die zweitgrößte Gruppe der Unfallverursacher.

      • http://treuherz.wordpress.com/,starswithin.com Treuherz

        Ja, regelmäßige Fahrtauglichkeitsprüfungen würde ich auch für gut heissen. Manche Senioren machen die ja vernünftigerweise schon freiwillig – es dient ja auch dem eigenen Schutz.

        • Demokratie Jetzt!

          Ich bin da immer bissl gespalten aber, ich muß zugeben, wenn ich so manch älteren Verkehrsteilnehmer mit so einem Radpanzer (SUV) sehe wird mir dann schon mulmig.

        • masterstift

          regelmäßige test wären schon sinnvoll jedoch sind diese dann immer wieder mit kosten verbunden und das find ich persönlich nicht in Ordnung…

  • http://www.tegernseerstimme.de/pkw-in-tegernsee-gesturzt/50749.html#more-50749 Mutter

    Unglaublich! … Zum Glück waren nicht noch andere Personen “im Weg” gestanden! Respekt: die Verkehrsteilnehmer werden nicht jünger!

  • durschty

    ich kann mich erinnern, dass auch schon jüngere autofahrer , nach eheblichem alkohohlgenuss, in den see gefahren sind.
    also nicht immer ist nur das alter schuld!
    immer erst mal nachdenken bevor man redet!!!!

    • nach erheblichen Alkoholgenuss hat ebensowenig was auf der Straße verloren, wie einige alte Verkehrsteilnehmer. Eine “Pflichtfahrstunde” ab 70 und der Fahrlehrer kann die Verkehrssicherheit der Fahrer einigermaßen einschätzen.

    • http://www.tegernseerstimme.de/pkw-in-tegernsee-gesturzt/50749.html#more-50749 Mutter

      Genau!! Bezeichnend, wenn hier alkoholisierte Jugendliche mit dem “Alter” verglichen wird. Dies sagt ja schon alles aus!!!!!

      • anwohner

        …. wobei letztendlich das resultat und die verhaltensweisen hier ganz ähnlich sind. langsame reaktion, inkoordination, schlechte sicht, eingeschränktes sichtfeld, lichtempfindlichkeit, usw. usw. usw.

        nicht umsonst sagt ein befreundeter gerichtsmediziner: ab 0,5-1,00 o/oo gleicht man einem 70 jährigen, über 1,00 o/oo einem 80 jährigen usw. beim Institut für Rechtsmedizin der LMU München haben sie einen versuch mit studenten und eben senioren gemacht – sicher nicht 100% verwertbar, da nur getrunken und dann reaktion getestet wurde. aber – auch wenn das hier wieder zum aufschrei führen sollte – ich bin für erneute führerscheinprüfungen ab einem bestimmten alter (z.b. wie bei busfahrern usw. alle 2 jahre) und für die heraufsetzung der promillegrenze auf mind. wieder 0,8 (ab einem bestimmten alter, also ab 27 usw.). ich behaupte, dass jüngere wesentlich besser betrunken autofahren, als manche senioren (diese natürlich nüchtern! :-).

        und, ich werde mit sicherheit meinen führerschein nicht mehr mit 90 haben……den werde ich früher abgeben…..

        • http://www.tegernseerstimme.de/pkw-in-tegernsee-gesturzt/50749.html#more-50749 Mutter

          “anwohner” hat es absolut auf den Punkt gebracht. Spricht mir aus der Seele.

  • Done

    Unglaublich! Bin echt mal gespannt, was noch alles passieren muss, bevor reagiert wird. Wenn man bedenkt, was an dieser Stelle normal an Fußgängern unterwegs ist, kann mann noch froh sein, daß es nur einen Toten gab.
    Und was das saufen betrifft. Es lässt sich ja wohl kaum leugnen, daß das bei manchen alten ja noch dazukommt. Es sind ja auch nicht alle jungen Alkis.

    • Stummer Schrei

      Heute habe ich gehört, dass die Dame eine Woche vorher auch schon einen Unfall hatte. Ich frage mich, warum da die Behörde nicht reagiert, bzw. reagiert, wenn es zu spät ist?

  • Trommelhexe

    Regelmäßige Führerscheintests wären wirklich sinnvoll………….

  • Rainer

    Jetzt wird die Politik erst mal die jährliche TÜV-Hauptuntersuchung verabschieden und dann sich vielleicht den Wiederholungsprüfungen für den Führerschein widmen. Was das an zusätzlichen Einnahmen generiert!!! Noch einträglicher wird es allerdings, wenn man die Grenze, ab der eine Wiederholungsprüfung erforderlich ist, erst mal bei 80 einführt und diese dann sukzessive senkt, auf 70, 60 usw. Auch die altersunabhängige Wiederholungsprüfung wurde ja schon diskutiert!

    • anwohner

      …druch den demographischen wandel unserer gesellschaft wird das wohl aber leider nie kommen….kein politiker wird sich den unmut eines großteils seiner potentieller wähler zuziehen wollen.

      • Thomas

        Der “Demographische Wandel” ist nicht das Problem, wie so oft nicht. Alleine schon das wir hier über den Autounfall einer 91-Jährigen reden, zeigt das “Alt” nicht mehr das selbe ist wie früher. Vor 50 Jahren hätte man das für einen Witz gehalten.

        Zumal Prognosen über die Altersverteilung in 2060 ungefähr so seriös sind wie die Lottozahlen dieses Jahres zu erraten. Wer’s nicht glaubt kann ja mal von 1960 auf 2010 hochrechnen. Oh es gibt Länder in denen die “gewünschte” Alterspyramide existiert, Entwicklungsländer mit beängstigenden Sterblichkeitsraten, in Deutschland war das seit mindestens 150 Jahren nicht der Fall.

        • anwohner

          servus thomas,

          habe deinen beitrag nicht ganz verstanden….? was meinst du damit? dass wir nicht in allzu langer zeit mehr als 50% mitbürger haben werden, die älter als 50 jahre sind?

          sicherlich sind prognosen auch immer wetten, aber vor allem bei den bevölkerungsprognosen war es in den letzten jahrzehnten immer recht zutreffend, was die jweiligen prognosen dazu prognostiziert hatten. ich erinnere mich noch gut an meine erdkunde schulbücher, die sicher aus den 60er jahren kamen (bzw. der inhalt), hier sind die prognosen im großen und ganzen voll eingeroffen. hat jetzt zwar nicht wirklich etwas mit dem artikel zu tun, aber ich meine, dass politiker, die nicht ganz genau auf den politischen willen der sog. “best-ager” schauen, recht lange politiker gewesen sind (zumindest dann nicht in der regierenden partei).

          • Thomas

            Ich meine damit das der “Demographische Wandel” als Angstmache vor einer überalternden Gesellschaft benutzt wird. Dabei ist 50 heute nicht mehr “Alt”, und entsprechend weniger Dramatisch wirkt sich das ganze aus.

            Die einzige Prognose aus alten Schulbüchern die einigermaßen getroffen hat dürfte die Weltbevölkerung sein. Für die Altersstruktur etwa in Deutschland muss jede Prognose über mehr als 20 Jahre daneben liegen. Denk an Babyboom, Pillenknick, Wiedervereinigung …

            Mal abgesehen davon – seit wann interessieren sich die Politiker für die Bürger? Die machen schon seit Jahrzehnten Politik gegen die Interessen von 90% der Wähler. Die viel spannendere Frage ist doch warum werden sie trotzdem gewählt.

          • anwohner

            letzter absatz 100% d’accord! rest ist jetzt nicht so wichtig, sehe ich etwas anders, auch wiedervereinigung kann da nicht einfach ohne weiteres relativierend übernommen werden, bezugsgrösse hat sich ja auch geändert usw. aber im grossen schon ok….

  • Ralf

    Als mein Vater schwer Erkrankte hat er selber mit 60 Jahren seinen Führerschein abgegeben.
    und mit 91 gehört eine Frau wie Mann nicht mehr ans Steuer sorry.
    Ich bin der Meinung das jede Person die einen Führerschein hat ab 70 eine Prüfung ablegen sollte.
    Ob er zur Führung eines Autos noch in der Lage ist.

  • Wiesseerin

    Ein tragischer Unglücksfall. Ich finde es einfach nur traurig für die Angehörigen.Mein herzliches Beileid.

  • anwohner

    gerade gefunden, evtl. ganz interessant hierzu…

    http://www.motor-talk.de/news/mehrheit-fuer-tauglichkeitstest-t4009832.html