Samstag, 25. Mai 2013

Mythen und Sagen rund um den Tegernsee - Teil 2

Raubritter auf der Ringseeinsel

Neben den historisch klar belegbaren Fakten, die die Geschichte des Tegernseer Tals beschreiben, existieren auch zahlreiche Mythen und Sagen rund um den See. In diesen Geschichten werden Personen, aber auch Orte, Bauwerke und die Landschaften thematisiert. Wir haben uns daher auf die Suche nach eben solchen Erzählungen begeben und faszinierende Geschichten gefunden.

Im zweiten Teil unserer Serie “Mythen und Sagen rund um den Tegernsee” geht es heute um die Ringseeinsel.

DIe Ringseeinsel war nicht immer so friedlich wie heute

Die Ringseeinsel ist die einzige Insel auf dem Tegernsee und gehört wie der See selbst zum Gebiet der Stadt Tegernsee. Sie ist nur rund 1.940 Quadratmeter groß und darf von Personen nicht betreten werden. Heutzutage dient sie als Naturschutzgebiet und Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Glaubt man jedoch den alten Geschichten, so war die Insel nicht immer ein so friedlicher Ort wie heute. Denn bereits an der Entstehung des Eilandes waren überirdische Mächte beteiligt.

Tegernsee “Gottes Meisterwerk”

Der Sage nach wollte Gott, nachdem er die Welt erschaffen hatte, noch etwas besonders Schönes hervorbringen. Große, unheimlich hohe Berge gab es schon genug. Und auch an Meeren hatte es keinen Mangel. Daher schuf Gott ein geräumiges, liebliches Tal mit einem blauen See mittendrin, stellte größere und kleinere Berge drum herum und gab ihnen ein Gewand von dunklen Wäldern und blumenreichen Wiesen. Blanke Felsen leuchteten hell heraus und Bächlein eilten hinab ins Tal. Der liebe Gott hatte selber seine helle Freude an seinem Meisterwerk. Das Tegernseer Tal war entstanden.

Des Teufels Plan

Als jedoch der Teufel diesen besonders schönen Fleck Erde sah, überlegte er wie er Gottes Werk wieder zerstören könnte. So brach der Teufel ein großes Stück des Leonhardstein ab und kletterte mit dem gewaltigen Felsenstück mühsam auf den Ringberg hinauf. “Das wird einen gewaltigen Platscher machen, wenn der riesige Felsenberg mitten in die große Pfütze hineinfällt. All die Herrlichkeit wird endgültig überschwemmt und vernichtet sein!”, so die Absicht des Teufels.

Doch in seinem Hass hatte sich der Teufel übernommen. Der Steinbrocken war zu schwer, als das er ihn selbst hätte in die Mitte des Tegernsees werfen können. So glitt ihm der Brocken aus den Händen und kullerte direkt unterm Ringberg hinein in den See, der dort wegen seiner runden Ausbuchtung von Gott den Namen Ringsee erhalten hatte. Die große Überflutung blieb aus, und des Felsstück lagerte sich in Mitten des Ringsees ab. Es entstand die Ringseeinsel.

Raubritter auf der Insel

Eine weitere Begebung rund um die Insel soll sich dann, viele Jahre später, zu Hochzeiten des Klosters Tegernsee abgespielt haben. Raubritter hatten sich auf der Insel niedergelassen, um dort eine große Burg zu erbauen. Zu Beginn gaben die Ritter vor, das Kloster Tegernsee mit bewaffneter Hand vor Feinden schützen zu wollen.

Starke, steinerne Mauern mit zackigem Zinnenkranz und hohen Wehrtürmen schauten drohend herüber über den See zum uralten Kloster. Schon bald zeigten die Ritter jedoch ihr wahres Gesicht und begannen auf und um den Tegernsee ihr Unwesen zu treiben. Immer wieder wurden den Bauern Kühe von der Wiese gestohlen oder gleich eine ganze Herde Schafe von der Weide weggetrieben.

Raubritter sollen in alter Zeit das Tegernseer Tal heimgesucht haben / Quelle: essenanders.wordpress.com

Die großen Lastfuhrwerke der Kaufleute, die aus Italien kostbare Samt- und Seidenstoffe oder aus Südtirol edle Weine durch Tegernsee fuhren, plünderten die Raubritter vollkommen aus und brachten das Geraubte auf ihre Burg, die mitten im Wasser als uneinnehmbar galt.

Dort hielten sie große Freß- und Saufgelage ab und ihr besoffenes Geschrei drang herüber über den See bis an die stillen Klostermauern. Das Klagen der Bewohner über das Handeln der Ritter erreichte bald auch den Abt des Klosters.

Der Abt gerät in Gefangenschaft

Bevor der regierende Abt des mächtigen Klosters jedoch wehrtüchtige Männer zusammengeholt hatte, um die Raubritter zu vertreiben, fiel er ihnen auf der einsamen Landstraße zum Achensee zusammen mit ein paar Klosterjägern in die Hände. Diese verschleppten ihn auf ihre unheimliche Wasserburg und sperrten den Abt in ein einsames Verlies.

Die Klostermönche kamen mit Ruderbooten herüber und flehten die unholden Gesellen um Gnade an. Als Lösegeld boten sie 500 Goldgulden, was der Räuberhauptmann jedoch ablehnte. Zur Abschreckung setzen die Ritter den gefangenen Klosterabt in einen Gitterkäfig, den sie an einem langen Balken befestigt hatten. Dann ließen sie ihn mehrmals bis tief herab aufs Wasser platschen und untertauchen, ehe sie ihn unter höhnischem Gelächter und schauerlichen Drohungen wieder herauszogen.

So gaben die Mönche klein bei und einigten sich mit den Rittern auf ein Lösegeld in Höhe von 600 Goldgulden und der Abt durfte ins Kloster zurückkehren.

Das Ende der Raubritter

Doch das Schicksal sollte böse Rache an den Raubrittern nehmen. Ein gewaltiges Erdbeben zerstörte bald darauf die Burg. Sie war auf sumpfigen Grund gebaut, sodass die Türme und Mauern in sich zusammenstürzten und die Räuber und ihren Hauptmann erschlugen.

Geschockt von den Ereignissen verließen die überlebenden Raubritter die Ringseeinsel und suchten das Tegernseer Tal niemals wieder heim. Die Mönche führten dies auf Gottes Beistand zurück, der immer noch sein liebstes Stück Erde beschützt.

Die Ringseeinsel war demnach Schauplatz einer sehr ereignisreichen Geschichte. Ob diese Geschichten einen wahren Kern haben oder gänzlich im Reich der Mythen und Sagen zu verorten sind, lässt sich nicht genau sagen. Nichts desto trotz eine weitere Spannende Geschichte unserer neuen Serie “Mythen und Sagen rund um den Tegernsee”. Teil drei folgt demnächst.

Quelle: Tegernseer Sagen aus dem Kulturraum der ehemaligen Benediktinerabtei Tegernsee (746 – 1803), Sepp Mohr, Hausham 1985

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  • kühlwalda

    Da war doch noch die Sage vom Meister aller Bürger. Der vor langer Zeit in Wiessee regierte. Er war gegen den Bau einer Umgehungsstrasse hinter Wiesse durch das Hügelland. Schon vorgreifend als Visionär und Naturliebhaber, baute er die Umgehung auf dem See. Beginnend mit dem Bau eines Steges über den See, als Test am Ringsee, ließ er viele Turisten zum Test darüber laufen. Doch der Steg versank. und es bildete sich ein Biotob. Springkräuter und kriechende Sellerie hausen seither auf des Stegbauers Schmach. Die heutigen Bretter die in den See ragen sind nur der Anfang einer breit ausgebauten Bundesstrasse. Heimlich wird schon damit begonnen, unter dem Steg in Tegernsee mit Material aus Glashütte die Freiräume zu füllen. Und wie man in den Nachbartälern sehen kann, geht der Rest des Straßenbaus in rasender Geschwindigkeit. Also quasi über Nacht. Ob Straße Brücke oder Damm, des wer ma glei ham.
    Doch es wird auch gemunkelt, daß die Insel nur der kleine Teil eines Rücken ist, den wir alle runterrutschen können wenn sich die Politik etwas vornimmt um der nahestehenden Wirtschaft gutes zu tun.

  • anonyma

    glaub die raubritter hatten kei end, sie tragen heut nur andre gewänder