Rottach: Vorreiter bei Straßenbeleuchtung?

In naher Zukunft könnte Rottach-Egern im Tegernseer Tal die „Non plus ultra“-Gemeinde in Sachen stromsparender Straßenbeleuchtung werden.

Als „kleinen Feldversuch“ bezeichnet Walter Hübsch, Bauamtsleiter in Rottach, den Einsatz der bis dato einzigen LED-Lampe in der Ulrich-Stöckl-Straße auf Höhe des Restaurants Postillion.

„Wir mussten eine alte Straßenleuchte ersetzen“, ist der einfache aber möglicherweise folgenreiche Grund, weshalb die energieeffiziente LED-Lampe zum Einsatz kam.

„Wir stehen ganz am Anfang“, versucht Hübsch auf Nachfrage der Tegernseer Stimme jegliche Euphorie aus der innovativen und zukunftsgerichteten Sache zu nehmen. Es gelte nun erst einmal festzustellen, ob der „Beleuchtungsgrad und der Wirkungsgrad der LED-Lampe“ ausreicht, um ein mindestens genauso gutes Beleuchtungsergebnis zu erzielen, wie bei den alten Straßenlaternen.

Die LED-Straßenlampe in Rottach-Egern in der Ulrich-Stöckl-Straße.

„Wenn der Wirkungsgrad geringer ist, und wir deshalb die Abstände zwischen den Straßenlaternen umrüsten und verringert müssen, ist das Ganze wirtschaftlich in keinerlei Weise zu rechtfertigen“, gibt Hübsch zu bedenken.

Bürgermeister Franz Hafner sagte auf der Gemeinderatssitzung vergangene Woche: „Die LED-Lampe kostete die Gemeinde 310 Euro und amortisiert sich auf Grund des niedrigeren Energieverbrauchs innerhalb von sieben Jahren.“ Die Lebensdauer einer LED-Straßenlampe liegt derzeit bei ca. 10 Jahren.

Kommunaler Energieverbrauch für Straßenbeleuchtung liegt bei 50 bis 60%

Der Energieverbrauch für die Straßenbeleuchtung hat, laut dem Fachverband VDE, einen Anteil von etwa 50 bis 60% des gesamten Elektroenergiebedarfes der öffentlichen Verwaltung. Das bedeutet, dass mindestens die Hälfte der Stromkosten der Kommune für die Straßenbeleuchtung ausgegeben werden muss.

Energiesparende Straßenbeleuchtung war auf der jüngsten Gemeinderatssitzung nicht das erste Mal Thema. Ende Juli 2010 beriet das Rottacher Gremium bereits über LED-Lampen. Grund damals war, dass immer wieder Vorschläge an die Gemeinde herangetragen wurden, diesen mit energiesparenden Straßenlampen auszustatten; hauptsächlich mit LED-Leuchten.

E-Werk führte 2010 “Teststrecken” durch

Das Tegernseer E-Werk schlug 2010 vor, erstmal abzuwarten und verwies darauf, dass man selbst „Teststrecken“ durchführe.

Bürgermeister Hafner hat damals wie heute vorgeschlagen, dass sich die Gemeinderäte die LED-Lampe des Nachts einfach mal anschauen sollen und sich ein Urteil über die neuen und modernen Straßenlaternen machen sollen.

Ob und in welchem Umfang zukünftig ganze Straßen oder Ortsteile in Rottach-Egern mit LED-Technik ausgerüstet werden, wird wohl in einer der kommenden Gemeinderatssitzungen entschieden.

LED-Lampe Rottach Ulrich-Stöckl-Straße nachts

Die LED-Lampe bei Nacht.

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  • Thomas

    Hübsche Idee, das mit der LED-Beleuchtung, aber lasst euch schriftlich garantieren das die Module auch so lange halten wie angegeben. Andernfalls kann das ein teurer Spaß werden. Und noch ein Tipp aus dem Ausland – Ampeln besser NICHT auf LED umrüsten.

    Warum?

    Nun bei Schneefall vereisen solche Ampeln recht schnell da sie keine Abwärme produzieren. In den USA und Kanada ist man damit reichlich auf die Nase gefallen, denn das manuelle Enteisen der Ampeln ist aufwändiger als der Strom den man damit gespart hat.