Freitag, 24. Mai 2013

Tegernseer Nostalgie

Sankt Leonhard und seine Schwestern

Springlebendig zeigt sich Sankt Leonhard im Wirtsgarten der GaststĂ€tte „Altes Bad“ in Wildbad Kreuth. Ein JĂ€ger fand die Stelle der Legende nach einst rein zufĂ€llig. Leonhards drei Schwestern befinden sich unweit davon – ebenfalls im Ortsgebiet der Gemeinde.

Sankt Leonhard ist die Hauptquelle von insgesamt vier Schwefelwassern, die am Fuß der Berge im SĂŒden des Tegernseer Tales entspringen und zukĂŒnftig, in Flaschen abgefĂŒllt, den Kreuther Ruhm mehren sollen.

Die Sehnsucht nach Heilung

„So rein wie diese Quelle war sein Leben.“ Dies sagt man dem Heiligen Leonhard nach. Dass sie auch Heilkraft hat, darauf vertrauten schon viele. Heilung ist eine Menschheitssehnsucht. Bereits die Benediktiner Mönche des Klosters nutzten die Wohltat des Wassers.

Quelle: ak-ansichtskarten.de

1490 wurde das Bad zum ersten Mal erwĂ€hnt. Nachdem einige Äbte Badebauten errichtet hatten, erwarb Bademeister Simon Zahler das Anwesen. SpĂ€ter begann mit König Max I. Joseph die große Ära der Wittelsbacher und „Hochzeit des Wildbades“. Im Jahr 1818 ließ dieser den langgestreckten zweiflĂŒglichen Badbau errichten, worauf sich fĂŒr zahlreiche internationale KurgĂ€ste die Tradition festigte, lange Gesundheitswochen in dem einsamen Gebirgstal zu verbringen.

Sankt Leonhard wird “Zum Heiligen Kreuz”

Sankt Leonhard – spĂ€ter umbenannt in „Zum Heiligen Kreuz“ – wurde in den historischen medizinischen JahrbĂŒchern erwĂ€hnt als „schwaches, muriatisch-salinisches Schwefelwasser, welches vollkommen hell und durchsichtig, frisch geschöpft etwas perlend, von erfrischendem, unbestimmbarem Geschmack und schwachem, abgebranntem Schießpulver Ă€hnlichem Geruche ist, und den Analysen zu Folge einen kleinen Antheil von Schwefelwasserstoff- und kohlensaurem Gase, und von fixen Bestandtheilen vorzĂŒglich schwefelsaure Magnesia, schwefelsauren und kohlensauren Kalk enthĂ€lt.“

Die Quelle “Zum Heiligen Kreuz” entspringt ganz in der NĂ€he des “Alten Bades” in Wildbad Kreuth.

Das Wasser wurde innerlich und Ă€ußerlich angewendet. Dabei kommt auch Sankt Leonhards dritte Schwester – die Quelle „bey Schweighof“ – ins Spiel. Sie wurde von ihrem Ursprung bei Tegernsee in einem – damals noch beschwerlichen Transport von ein bis zwei Tagen – in FĂ€ssern herangeschafft und der ersten Quelle beigemischt.

Die beiden weiteren Schwestern beim sogenannten Stinkergraben beziehungsweise Gernberg wurden Aufzeichnungen zufolge wegen des geringen Gehaltes nie genutzt beziehungsweise durch einen Wolkenbruch zerstört und unbrauchbar gemacht.

Heute fließen im Wildbad mehr die „geistigen Quellen“. Nachdem Herzog in Bayern Max Emanuel im Jahr 1973 Sanatorium und Kurhaus schließen ließ, eröffnete zwei Jahre spĂ€ter die Hanns-Seidel-Stiftung ihr Bildungszentrum.

Wer mehr ĂŒber „Sankt Leonhard und seine Schwestern“ wissen will, kann dies bei einer Begehung mit Architektin und GĂ€stefĂŒhrerin Julia Friedel tun. Weitere Informationen gibt es bei der TTT unter www.tegernsee.com.

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