Dienstag, 21. Mai 2013

Parkplatzprobleme am Tegernseer Gymnasium

Autos auf dem Pausenhof: “Unverschämt” oder unumgänglich?

Gerade hat das neue Schuljahr begonnen, schon gibt es am Gymnasium Tegernsee neuerliche Unstimmigkeiten zwischen Oberstuflern und der Lehrerschaft. Erst jüngst spaltete die unzensierte Abiturzeitung die Schule.

Nun droht Ärger wegen der Parkgewohnheiten. Der Pausenhof ist belagert von Autos, da der eigentliche Lehrerparkplatz schon lange nicht mehr ausreicht. Das Landratsamt sieht zwar keinen Handlungsbedarf. Doch für einige der Schüler ist die Sache klar: “Eine Unverschämtheit ist das.”

Nominell sollte hier ein Pausenhof und kein Parkplatz sein

Jeden Tag aufs Neue kann man während der Schulzeit die Situation am Tegernseer Gymnasium beobachten: Der Pausenhof vor dem Haupteingang ist zugeparkt mit PKWs, die hauptsächlich den Lehrern gehören. Von Schülern ist hingegen keines dabei. Der Grund dafür ist an sich einfach: Der 50 Parkbuchten große Lehrerparkplatz kann die Kapazitäten der Lehrerschaft nicht mehr decken.

Parkplätze für Schüler sind rar

„Das Lehrerkollegium umfasst derzeit zusammen rund 70 Vollzeit und Teilzeitkräfte“, weiß Schulleiter Werner Oberholzner und fügt an: „Daher brauchten wir zusätzlichen Parkraum.“

Ungeachtet dessen haben vor allem Schüler der Oberstufe mit Führerschein ein ähnliches Problem: „Wir finden rund um das Schulgelände fast keine Parkplätze“, so die Meinung einiger Oberstufler.

Viele kommen daher bereits einige Zeit vor Schulbeginn, um so einen der begehrten freien Parkplätze am Hartplatz gegenüber der Schule zu „ergattern“. Zum Teil müssten jedoch auch Anliegerstraßen bis hoch zum Bahnhof abgesucht werden, um noch eine gebührenfreie Parklücke zu finden.

Jahres-Parkticket ohne Garantie auf Stellplatz

Werner Oberholzner ist die Knappheit an Parkplätzen für Schüler durchaus bewusst. Daher hat der Schulleiter zusammen mit der Stadt und der Herzoglichen Brauerei eine Lösung gesucht und seiner Meinung nach auch gefunden. So ist es Schülern seit einiger Zeit erlaubt, für 50 Euro im Jahr beim Parkplatz am Netto ihr Gefährt abzustellen. Als Nachweis dient dabei ein Berechtigungsschein, der von der Schule ausgestellt wird.

Die Möglichkeit werde laut Oberholzner allerdings kaum angenommen. Für den Schulleiter ist dies nicht ganz nachvollziehbar. Die Schüler hingegen sehen sich im Recht. Der relativ weite Weg und die Gebühr an sich seien Grund genug das Angebot nicht anzunehmen. “Und eine Garantie darauf, dass man dort in der Früh einen Parkplatz findet, ist auch nicht immer gegeben“, so ein Schüler der zwölften Klasse, der namentlich nicht genannt werden will.

“Nur fair” wäre es, parallel zum Lehrerparkplatz, einen kostenlosen und ausschließlich für Schüler reservierten Parkplatz in unmittebarer Nähe zum Schulgebäude zu haben, so die Sichtweise der Schüler. „Warum dürfen nicht auch wir den Pausenhof zum Parken nutzen?“, so eine der Fragen, die in dem Zusammenhang immer wieder auftaucht.

Für Oberholzner ist die Sachlage klar: „Es gibt Lehrer und es gibt Schüler.“ Der Lehrerparkplatz und auch der Parkplatz im Pausenhof sind und sollen auch Zukunft in Lehrerhand bleiben.

Eine Frage der Sicherheit

Unabhängig davon stellt sich bei den Parkgewohnheiten der Lehrer auch die Frage nach der Sicherheit. Der Pausenhofparkplatz muss über die angrenzende Bushaltestelle angefahren werden. Dabei befährt man einen einspurigen Gehweg. Zu den Hauptzeiten um kurz vor 8 Uhr und Mittags gegen 13 Uhr kann es hier schon mal zu der einen oder anderen brenzligen Situation kommen.

So auch am vergangenen Dienstag. Die Schüler strömen von der Schule in Richtung Bushaltestelle. Viele Lehrer verlassen zur gleichen Zeit mit dem PKW den Pausenhof. Nicht nur einmal müssen Schüler in die Wiese ausweichen, damit die Lehrer passieren können.

Eine Situation, die laut Pressesprecherin Gabriele Dorby vom zuständigen Landratsamt Miesbach so eigentlich nicht passieren dürfe: “Die Lehrer und Lieferanten für die Küche sollten eigentlich weit vor beziehungsweise nach Schulbeginn und nicht während der Pausen kommen oder wegfahren.”

Situation unbedenklich

Die rechtliche Situation sei hingegen unbedenklich, so Dorby: “Die Schüler, die vom Bahnhof kommen, strömen ja über die Hauptzufahrt des Lehrerparkplatzes.”

Zudem bestätigt Dorby auch die Auffassung des Direktors, dass die Flächen auf dem Schulgelände so genutzt werden können, wie es die Verantwortlichen beschließen: “Ausnahmegenehmigungen für das Parken auf dem Schulhof können von der Schulleitung erteilt werden.”

Die zuständigen Personen sehen derzeit keinen Handlungsbedarf. Somit werden die Schüler, auch wenn sie es als ungerecht empfinden, weiterhin ohne eigenständige Parkmöglichkeit auskommen müssen und sollten auf dem Gelände des Gymnasiums auf entgegenkommende Fahrzeuge achten.

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  • Nur mal so………….

    Mich wundert es schon ein wenig, dass es offensichtlich nur sehr wenige Lehrer zu geben scheint, die eine Anfahrt zum Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Rad vornehmen. Wie sonst ist es zu erklären, dass bei einem Lehrkörper von 70 Lehrern (die alle gewiss nicht immer gleichzeitig da sind, wg. Teilzeittätigkeit oder Krankheit) die vorgesehenen 50 Stellplätze nicht ausreichen und wie auf den Bildern zu sehen noch mind. 10 Fahrzeuge auf dem Pausenhof parken.
    Auch glaube ich nicht, dass alle Schüler, sofern Sie bereits 18 Jahre alt sind und bereits einen Führerschein haben, unbedingt mit dem Auto zur Schule fahren müssen.
    Das Anspruchsdenken, in gleicher Weise bei Lehrern und Schülern, scheint hier doch schon sehr ausgeprägt zu sein. Vielleicht sollte man da ja ansetzen?

    • Ehemalige

      Das Problem mit den Parkplätzen gibt es wirklich schon ewig, wobei es mittlerweile meiner Meinung nach immer schlimmer wird. Als ich am Anfang auf Tegernsee war, haben die Lehrer noch alle einen Parkplatz auf dem Lehrerparkplatz gefunden, für die Schüler gab es damals (so wie jetzt auch) allerdings nur ein paar Rollerparkplätze, die auch knapp bemessen waren. Damals sind aber, denke ich, eher noch mehr Schüler mit dem Auto bzw selbstständig zur Schule gefahren, weil sie ja insgesamt auch ein Jahr länger auf das Gymnasium gegangen sind. Gegen Ende meiner Schullaufbahn wurde dann schon angefangen, auf dem Pausenhof zu parken. Am Anfang hat es uns sehr gewundert, wir dachten es wäre nur übergangsmäßig. Als sich herausgestellt hat, dass die Lehrer dauerhaft dort parken sollen, haben wir uns auch gefragt, warum die Lehrer dürfen und wir als Schüler nicht. Der Grund, warum die Schüler lieber selber mit dem Auto fahren, ist das Geld. Ab der 10. Klasse werden die Bus-bzw. Bobfahrkarten für die Schüler nicht mehr gezahlt, weil die offizielle Schulpflicht erlischt. Ab dann müssen die Eltern die Monatskarten zahlen, was gar nicht wenig ist (genaue Preise weiß ich leider nicht mehr). Wenn man jetzt bedenkt, dass bei mehreren Kindern auch der doppelte oder dreifache Preis zu zahlen ist, ist es schon eine Überlegung, die Kinder mit dem Auto zur Schule fahren zu lassen. Wir haben damals Fahrgemeinschaften gebildet. 5 Schüler, aus zum Beispiel Holzkirchen, haben sich dann zusammen getan, sich mit Auto und Fahrer abgewechselt, oder für das Mitnehmen ein bisschen Geld (ca 1 €) verlangt. Das kommt einfach billiger, als wenn sich 5 Leute eine Fahrkarte leisten müssen. Und genau aus diesem Grund funktioniert das mit dem Parkticket für 50€ beim Netto nicht: Damals hieß es, dass jedes Auto ein Parkticket braucht, das auch nicht übertragbar ist! Wenn sich die Schüler aber zu fünft mit dem Auto und dem Fahrer abwechseln, sind dafür sozusagen auch wieder 250 € fällig. Dr. Oberholzner und die Stadt haben das vor 2-3 Jahren aber auch schon nicht verstanden. Ich weiß natürlich nicht inwiefern das noch übereinstimmt, aber ich gehe mal davon aus, dass sich daran nichts geändert hat.
      Achja, und was ist dass denn bitte für eine Aussage, “es gibt Lehrer und es gibt Schüler”. Da stimmt das Autoritätsverhältins zwischen Lehrern und (Volljährigen!) Schülern aber nicht mehr wirklich… Lehrer und Schüler sollten an einer Schule vielleicht miteinander und nicht gegeneinander arbeiten….

      • Student

        Dem kann ich vollständig und umfassend aus eigener Erfahrung zustimmen!

      • :-)

        Dennoch ist und bleibt der Schüler ein Schüler. Und auch wenn der Schüler Volljährig ist, ist er noch lange nicht mit dem Lehrer gleichzusetzen. Der Lehrer ist dem Schüler vorgesetzt! Und dass sollte den Schülern mal wieder bewusst werden!! Sie können ja auch nicht als volljähriger Arbeitnehmer verlangen, dass sie mit dem Firmenvorstand gleichgesetzt werden. Ich möchte wissen, ob Sie auch so aufschreien, wenn Sie im Berufsleben feststellen, dass der Parkplatz direkt vor dem Firmeneingang für den Vorstand reserviert ist. Das ist halt einfach so!
        Zudem hat es für mich den Anschein, dass die Schüler einfach noch sauer sind wegen der Abizeitung letztes Schuljahr und jetzt krampfhaft einen Anlass suchen, um den Lehrern und der Schulleitung eins auszuwischen!
        Das sich die Schüler darüber aufregen, dass sie keinen SEPERATEN Parkplatz haben, dagegen sage ich nichts, dass ist versrändlich. Und da ist es auch wirklich angebracht, dass sich hier etwas überlegt wird (zumal ich das mit den Buskosten ab der 10 Klasse auch noch nicht gewusst habe). Aber zu verlagen, dass sie wie die Lehrer auf dem Pausenhof parken dürfen finde ich etwas hochgestochen. Es werden jeden Tag ein paar Lehrerautos auf dem Pausenhof stehen, aber die Anzahl ist überschaubar. Wenn man jetzt die Schüler auch noch hier parken lässt, dann trau ich mich wetten, das chaosartige Zustände ausbrechen.

  • Chris

    Autos auf dem Pausenhof: “Unverschämtheit”

    Dann wird ein Autofahrer euch Schülern mal sagen was unverschämt ist! Ich finde es unverschämt, wenn der gesamte Berufsverkehr morgens an der Schule in stocken gerät, weil die Schülerlotsen für jeden Schüler einzeln den Verkehr auf beiden Fahrspuren anhalten! Keine 20 Meter weiter ist eine Unterführung durch diese jeder Schüler gefahrlos und ohne andere zu belästigen zu seiner Schule gelangen kann!

    Da stört der ruhende Verkehr auf dem Parkplatz bzw Pausenhof weitaus weniger!

    MfG

    Ein genervter Autofahrer…

    • gmunderin

      Wie wärs mit 5 Minuten früher losfahren, wenn man schon weiss, daß es sich dort staut?
      Ich halte übrigens auch dann an, wenn kein Schülerlotse da steht und es bringt mich auch nicht um. Alles mal ein bisschen gelassener sehen und sich nicht über alles aufregen.

      • Chris

        Dann können Sie mir sicher den Sinn bzw Unsinn dieser Unterführung benennen…

        • ehemalige Schülerin

          Die Unterführung ist morgens bereits ohne die Schüler, die von der BOB kommen, völlig überfüllt, so dass sich ein Rückstau auf dem Fußweg bilden würde, der neben der Hauptstraße sicherlich andere Gefahren bergen würde, als einen genervten Autofahrer mehr am Morgen.

    • Student

      Welchen Knall hast du denn überhört??
      Früher losfahren?
      Mit dem Radl fahren und unten am Bräustüberl rum ausweichen?

      Kopf zu & Denken ist oftmals eine Alternative!
      Dich hätte ich sehen wollen als Schüler…wobei, Hauptschule sind ja eh nur ein paar Jahre, oder?

      • :-)

        Leider hat es nicht jeder so gut, dass er mit dem Radl fahren kann. Ich selber habe 30 km einfach zur Arbeit und habe nur wenig Lust diese jeden Tag mit dem Fahrrad zu fahren. So viel hierzu.

        Zum Anderen muss ich leider zustimmen, dass ich nicht vertehe, warum die Schülermassen über die Straße müssen, wenn es eine Unterführung gibt. Nur weil die Schüler dann gesamt vielleicht 150 Meter länger gehen müssen, bis sie in der Schule sind.
        Da Diskutiert man Stunden, um den Schulweg für die Kinder sicherer zu gestallten, und als Ergebniss erden Schülerlotsen eingesetzt an statt die existierende Unterführung besser zu nutzen!? na, ob diese Stunden der Diskussion ma nicht vergebens waren…

  • Herbert Richter

    Wie, Lehrer und ungehemmtes Autofahren???? Linksgrüne Ökoideologie nur für die anderen???? So nach dem Motto: “Wasser predigen und Wein trinken“!

    • Omeiomei

      Lieber Herr Richter,

      und wieder hat der Polemikweltmeister zugeschlagen. Ich verweise auf meinen Kommentar unter “Ein Vermarkter fürs “Sissi””.

      Herzliche Grüße

  • Tegernseerin

    Am Gymnasium unterrichteten jahrelang zwei Lehrer aus Tegernsee. Sie hatten jeweils ca. 800 m Fußweg von der Wohnung zur Schule und fuhren jeden Tag mit dem Auto!