Freitag, 18. April 2014

Sonnenbichl: Ärger um geplante Erweiterung

Nachbarn klagen gegen Baugenehmigung

Aktualisierung vom 15. September / 17:43 Uhr
Jetzt gibt es Ärger am Sonnenbichl. Wie berichtet, wollen die Verantwortlichen des Wiesseer Skizentrum ein neues Zielhaus sowie eine WĂ€rmestube errichten. Die PlĂ€ne sind unter anderem Voraussetzung dafĂŒr, dass man auch grĂ¶ĂŸere Veranstaltungen organisieren darf.

Doch die Nachbarn sind ĂŒberhaupt nicht begeistert. Sie klagen gegen das Projekt.

Im vorderen und hinteren Bereich des GebĂ€udes sind Anbauten fĂŒr einen WĂ€rmeraum und eine Garage geplant.

Im vorderen und hinteren Bereich des GebĂ€udes sind Anbauten fĂŒr einen WĂ€rmeraum und eine Garage geplant.

Im nördlichen Bereich des bisherigen GebĂ€udes, in dem sich eine Trafo-Station samt WC und LagerrĂ€umen befindet, soll in naher Zukunft eine 59 Quadratmeter große WĂ€rmestube entstehen, in der sich die Skifahrer vor und nach dem Training aufhalten können. Auch fĂŒr Versammlungen und Videoanalysen sollte der Raum zukĂŒnftig genutzt werden.

Zudem ist noch ein 6,4 Meter hohes Zielhaus geplant, in dem sich bei Veranstaltungen die Rennleitung aufhalten soll. Die Liftanlage wird aus dem Erdgeschoss herausgefĂŒhrt. Links und rechts davon sind LagerrĂ€ume angedacht.

Verhandlung am 23. Oktober

Sowohl Landratsamt als die Gemeinde Wiessee begrĂŒĂŸten die ErweiterungsplĂ€ne fĂŒr den Sonnenbichl und stimmten dem Projekt bereits vor ĂŒber einem Jahr zu. Eine große HĂŒrde war die Finanzierung. Trotz allem waren die Verantwortlichen zuletzt guter Dinge, dass die Arbeiten im kommenden FrĂŒhjahr starten können.

Doch die Nachbarn Peter und Bodo RĂŒter, denen der Gasthof Sonnenbichl gehört, wollen die Genehmigung nicht hinnehmen. Die Steuerberater mit Kanzlei in MĂŒnchen haben vor dem Verwaltungsgericht Klage gegen die Genehmigung eingereicht. Am 23. Oktober um 10:15 Uhr ist ein Ortstermin am Sonnenbichl anberaumt, bei dem sich die Beteiligten die Gegebenheiten noch einmal anschauen wollen. Danach folgt vor Ort die mĂŒndliche Gerichtsverhandlung.

FĂŒr Anton Schwinghammer, Vorsitzender des Fördervereins Schneesport im Tegernseer Tal, ist die Entwicklung sehr enttĂ€uschend. “Wir hĂ€tten nicht gedacht, dass es soweit kommt”, meint Schwinghammer. Auch BĂŒrgermeister Peter HĂ¶ĂŸ hatte bei den Parteien kein Erfolg. Er hatte versucht in einem GesprĂ€ch die Differenzen auszurĂ€umen. Dies misslang jedoch.

UrsprĂŒnglicher Artikel vom 13. Juni 2012 mit der Überschrift: “Skizentrum am Sonnenbichl darf erweitern”:
Es ist eine Erfolgsgeschichte, die im Tegernseer Tal seines gleichen sucht: Noch vor wenigen Jahren stand der Liftbetrieb am Sonnenbichl in Bad Wiessee aus wirtschaftlichen GrĂŒnden vor dem Aus. Dann vereinten sich die Skiclubs rund um den See zum Förderverein Schneesport im Tegernseer Tal und verhalfen dem ehemaligen Weltcuphang zu neuem Glanz.

Der Skihang hat sich seither zum Trainingsleistungszentrum gemausert. Selbst ein Damen Europacup Nachtslalom fand im Februar dieses Jahres dort statt. Nun soll am Sonnenbichl fĂŒr den nĂ€chsten Winter eine HĂŒtte vergrĂ¶ĂŸert und ein neues Zielhaus errichtet werden.

Kritische Beobachtung

Die beiden geplanten GebĂ€ude befinden sich allerdings im Außenbereich des Wiesseer Gemeindegebiets, weshalb hier besondere Baugesetze gelten. GrundsĂ€tzlich ist dann nĂ€mlich nur ein sogenannter privilegierter Bau, beispielsweise fĂŒr landwirtschaftliche Zwecke, genehmigungsfĂ€hig. „Baurechtlich steht im Außenbereich immer jede Maßnahme unter kritischen Gesichtspunkten“, sagt Wiessees Bauamtsleiter Helmut Köckeis.

Doch weder vonseiten des Bauausschusses noch vom Landratsamt Miesbach und dem zustĂ€ndigen Kreisbaumeister Werner Pawlovsky werden den ErweiterungswĂŒnschen des Fördervereins Steine in den Weg gelegt.

Einzig Bad Wiessee muss die beiden GebÀude im FlÀchennutzungsplan als Sondergebiet Wintersport ausweisen. Dem haben die GemeinderÀte gestern auch einstimmig zugestimmt.

Anbau fĂŒr WĂ€rmestube und Lagerraum

Der Anbau des bisherigen GebĂ€udes, in dem sich eine Trafostation mit WC-Anlage und LagerrĂ€umen befinden, ist somit genehmigt und kann ohne Weiteres durchgefĂŒhrt werden. Im nördlichen Bereich soll in naher Zukunft eine 59 Quadratmeter große WĂ€rmestube entstehen, in der sich die Skifahrer vor und nach dem Training aufhalten werden. Auch fĂŒr Versammlungen und Videoanalysen kann der Raum zukĂŒnftig genutzt werden.

„In diesem Ausmaß ist ein solcher Raum auch ein Kriterium des Skiverbandes, um ein Weltcuprennen austragen zu können“, hebt Kurt Sareiter hervor. Außerdem soll am sĂŒdlichen Teil des GebĂ€udes eine Garage fĂŒr die Pistenraupe und die Beschneiungsanlagen entstehen.

Das bisherige LifthÀuschen wird bis zum kommenden Winter einem neuen Zielhaus weichen.

Das bisherige LifthÀuschen wird bis zum kommenden Winter einem neuen Zielhaus weichen.

Noch dazu fehlt bisher am Sonnenbichl ein Zielhaus, in dem sich die Rennleitung aufhĂ€lt und Wettbewerbe sowie den Hang beobachten kann. Bisher gab es nur zwei provisorisch aufgestellte Container. Aus dem Grund soll, im Zuge der Erbauung des zweigeschossigen und 6,4 Meter hohen Zielhauses, auch das bisherige LifthĂ€uschen weichen. „Gut, dass es weg kommt“, so Sareiter. Die Liftanlage wird aus dem Erdgeschoss herausgefĂŒhrt. Links und rechts davon sind LagerrĂ€ume angedacht. Im zweiten Stock soll kĂŒnftig die Rennleitung Platz finden.

Den gefassten Beschluss der Wiesseer GemeinderĂ€te verfolgten auch die VorstĂ€nde der Tegernseer Skiclubs und freuten sich ĂŒber das einstimmige Votum. Alle hoffen nun, dass die jĂŒngste Erfolgsgeschichte des Sonnenbichl weitergeht. Die Vision, eines Tages Weltcuprennen in Bad Wiessee durchzufĂŒhren, lebt.

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  • Marvin

    Hinweis fĂŒr den Autor:
    Das Demonstrativpronomen dieser, diese, dieses wird immer stark gebeugt. Es heißt also im Genitiv “(im Mai) dieses Jahres”, nicht “diesen Jahres”. Die Analogiebildung zu “letzten Jahres” oder “nĂ€chsten Jahres” ist hier fehl am Platz, da es sich bei den letztgenannten FĂ€llen um Adjektive handelt, denen auch ein Artikel vorangestellt werden könnte: Man kann sagen “des letzten Jahres”, aber nicht “des diesen Jahres”.

    • user

      Meine GĂŒte bist du gut.
      Aber trotzdem nervig.

    • Demokratie Jetzt!

      Do lafst schreiad bei da DĂŒr naus…..

      • Marvin

        Und fĂŒr die Norddeutschen, die aufmerksam die Tegernseer Stimme lesen:
        Dor löpps bölkend dör de Döörn na buten

        Das ist natĂŒrlich alles unwichtig, aber als Setzer der alten Schule fĂ€llt mir so etwas natĂŒrlich auf. GrundsĂ€tzlich bleibt es natĂŒrlich jedem selbst ĂŒberlassen, wie er schreibt, der Duden ist zum GlĂŒck nur eine “Entscheidungshilfe”.

        Wie dem auch sei, es geht hier um den Skilift. Leider bin ich (noch) zu wenig im Tegernseer Tal um wirklich mitreden zu können. Mich wĂŒrde aber interessieren, mit wievielen Besuchern die Betreiber kalkulieren und ob es eine Konzeption fĂŒr den Sommerbetrieb gibt?

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Puh, das war zu hoch fĂŒr den Autor ;-) Allerdings haben wir eine Lektorin, die im Nachgang die Artikel korrigiert. Wahrscheinlich ist Sie zu der Zeit an dem Beitrag noch nicht dran gewesen. Danke auf alle FĂ€lle fĂŒr den Hinweis.

  • Gast

    Mit den RĂŒters ist es wie mit vielen Investoren und ” Zugroaste ” im Tal.
    Kam sans do, scho reisns Pfotzen auf.

  • :-)

    Mich wĂŒrde interessieren gegen was genau die Herren RĂŒter sind? Haben Sie einen guten und gerechtfertigten Grund fĂŒr die Klage oder sind sie einfach nur mal wieder Dagegen!? (Das Leben wĂ€re ja sonst zu langweilig, wenn man nicht prinzipiell dagegen sein könnte…)

    • Wallbergblitz

      Mei , war es frĂŒher schön im Sonnenbichl zu sitzen nach dem Skifahren. Oder gar im Fasching, bei den berĂŒhmten Faschingskranzln zu Lugers Zeiten…

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