Sonntag, 19. Mai 2013

Sportanlagen im Tal: “Der Skaterpark in Bad Wiessee verkommt zusehends”

Wie viel investieren die Gemeinden in die Sportstätten und was lässt sich die Kommune die Instandhaltung kosten? Oder muss hier auf Grund von Budgetknappheit sogar gespart werden?

Eingestiegen sind wir mit den Gmundern, deren Fußballer infrastrukturelle Rahmenbedingungen auf Champions-League-Niveau vorfinden. Heute beleuchten wir die Wiesseer Anlage. Und im Vergleich zur Gmunder Gemeinde kommt Bad Wiessee in Sachen Pflege und Instandhaltung der Fußball-Sportanlagen deutlich schlechter weg.

Erst jüngst sprach Bürgermeister Peter Höß auf der Hauptversammlung des TSV Bad Wiessee davon, dass die Zeiten, in denen dem Verein alles an Arbeit abgenommen werde, vorbei seien. „Das rundum Sorglos-Paket für den Verein existiert nicht mehr“, bekräftigt auch Michael Herrmann, Geschäftsführer der Gemeinde. In Zukunft soll sich der Verein um alle Belange am Sportplatz selbst kümmern. Oder zumindest um die meisten.

Berücksichtigen muss man dabei Folgendes: Die Ausgangslage in Bad Wiessee ist grundsätzlich eine komplett andere als bei allen anderen Sportstätten im Tegernseer Tal.

In Bad Wiessee gibt es keine Naturrasenplätze, sondern ein Kunstrasenspielfeld. Der Aufwand für den Ort sollte sich also insgesamt einfacher und folglich günstiger darstellen, da die komplette Rasenpflege entfällt.

Die Anlage an der Hagngasse hat andere Voraussetzungen als die Plätze in den übrigen Gemeinden.

Alle sind glücklich mit dem neuen Kunstrasenplatz

Den Verantwortlichen des TSV und den Fußballern von der Hagngasse ist durchaus bewusst, wie viel der Gemeinde der neue Kunstrasen wert war – nämlich 225.000 Euro. Gekostet hat der Platz jedoch über 300.000 Euro.

Nach Eingang zahlreicher Spenden und Fördergelder blieb eine Restschuld des Vereins gegenüber dem Ort in Höhe von 16.000 Euro. Diese hat der TSV über eine lange Laufzeit zinsfrei abzutragen. An sich ein fairer Deal.

Dennoch liegt in Bad Wiessee einiges im Argen. Aus einer Platzwart-Vollzeitstelle wurde in der jüngeren Vergangenheit zuerst eine Teilzeitstelle, ehe sie Ende 2010 komplett gestrichen und auch nicht wieder ausgeschrieben wurde.

Für manche ging der Übergang zu schnell

Den Platzwart gibt es nicht mehr

Jahrzehntelang kümmerten sich Platzwarte um alles am Sportplatz – und darüber hinaus. Michael Herrmann gibt zu: „Der Übergang ist durchaus abrupt gewesen.“ Man befinde sich derzeit „in einer Übergangsphase“, in der noch nicht alles so läuft, wie sich beide Seiten die Situation idealerweise verstellen.

Für die Reinigung des kompletten Vereinsheims hat die Wiesseer Verwaltung eine 400 Euro Kraft eingestellt. Die Kabinen sind seitdem teilweise verdreckt, die sanitären Anlagen kaum hygienisch gereinigt.

Wie auch: Die Gebäudereinigungskraft putzt nur einmal die Woche. Die Gemeinde verspricht jedoch Besserung und will die Situation im Auge behalten. Fordert aber auch Mithilfe von Seiten der Fußballer ein: „Bei anderen Vereinen funktioniere diese Lösung“, so Herrmann und fügt an: „Dort müssen nach einem Spiel oder einem Training die Mannschaften die Kabinen auch mal auskehren.“

Tribünen und Laufbahn veraltet – Skaterpark vielen ein Dorn im Auge

Ein weiteres Problem: Die Spielfeldumrandung verkommt immer mehr. Die Steintribünen brechen auseinander. Die Laufbahn, die die Spielfläche umgibt, ist mehr als 20 Jahre alt und kann beinahe nicht mehr als solche bezeichnet werden.

Doch laut Hermann sei Besserung in Sicht: „Nächstes Jahr soll diese für rund 30.000 Euro entweder saniert oder neu verlegt werden.“

Im Zuge der Platzneuverlegung entstand Mitte 2010 auch ein neuer Skatepark für die Wiesseer Jugend. Finanziert wurde dieser hauptsächlich durch Spenden und Eigenleistung.

Erst im letzten Jahr wurde der Skaterpark eingeweiht.

Gepflegt wurde die Anlage, seit der Einweihung letzten Mai und nach der Abnahme durch den TÜV, nicht mehr und muss wohl bald neu gebaut oder teuer saniert werden. Auch, dass der Skatepark komplett verschwindet, ist nicht auszuschließen.

Die Holzplatten der Halfpipe-Rampen sind nicht mehr plan mit dem Betonboden und stehen teilweise mehrere Zentimeter vom Boden ab. Zur Zeit stellt der Skatepark für Kinder und Jugendliche eine akute Verletzungsgefahr dar. Die öffentliche Anlage ist frei zugänglich. Eine Aufsichtsperson gibt es nicht mehr. „Sollte es zu Verletzungen kommen, haftet die Gemeinde über eine Versicherung“, so Herrmann.

Neues Vereinsstüberl – Kommunikation stimmt

Positiv hervorzuheben ist die Erneuerung des Vereinsstüberls im ersten Stock des Sportheims, das nach halbjährlicher Umbauzeit beinahe fertig gestellt ist. Die Kosten für eine Vergrößerung und Renovierung der Räumlichkeiten tragen diverse Spender. Einen großen Restbetrag wollte der Gesamtverein übernehmen. Dieser Betrag entfällt jedoch, da (Noch-)TSV-Vorstand Clemens Engel dafür privat aufkommen wird.

Möglich wurde der Ausbau auch deshalb, weil Gemeinde und der Verein bei diesem Projekt frühzeitig miteinander kommunizierten und so viele Probleme im vorhinein ausräumen konnten.

Fazit: In Zukunft soll der TSV Bad Wiessee am Sportplatz an der Hagngasse mehr Eigenverantwortung übernehmen. In der Übergangsphase und auch darüber hinaus, will die Gemeinde beratend zur Seite stehen und bietet in allen Dingen Hilfe an.

Dabei betont Herrmann:

Für mich persönlich ist der TSV eine Herzensangelegenheit. Ich trainiere dort eine Jugendmannschaft und weiß, dass vieles selbstverständlich war und teilweise immer noch ist.

Moderation von Kommentaren

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  • http://GMX Wiesseer

    Mein Sohn darf nicht mehr auf den(Skaterplatz,Sportplatz,) zu schmutzig,zu große Verletzungsgefahr.Traurig für Bad Wiessee!!!!

  • anonym

    @Wiesseer: Dann könnte man auch selbst mal den breitgedrückten Allerwertesten hoch bekommen anstatt die Verantwortung abzuwälzen…armes Deutschland!

  • Komisch

    Also meiner Meinung nach, ist der Autor des Artikles nicht objektiv.
    Natürlich ist nicht alles im grünen Berreich, aber hier ist auch deutlicher die Schuld bei den TSVlern zusuchen. Sich hier hinzustellen und einfach auf die Gemeinde zuschimpfen kann jeder. Vllt sollten sich dort oben einige Leute erstmal selbst an der Nase packen und schauen, wie man selbst Abhilfe schaffen kann.
    Auch die Attacke auf den Skaterpark ist eine Frechheit, da dieser schon bevor er oben gestanden ist den Fußballern des TSVs ein Dorn im Auge war. Rein nachdem Motto: Hier wird nur Fußball gespielt.
    Ich finde der Artikel sollte nochmals, unter anderen Maßstäben, geschrieben werden.

    • Tegernseer Stimme

      Woran erkennst du, dass der Autor nicht objektiv ist? Und wo genau wird auf die Gemeinde geschimpft?
      Michael Hermann, der Geschäftsleiter im Wiesseer Rathaus, ist umfassend zu dem Thema befragt worden. Die Berichterstattung ist sehr ausgewogen, das Fazit positiv. Aber wenn etwas im argen liegt, kann man es schon mal ansprechen.

      • Komisch

        Ich bin mir sicher, dass es sich bei dem Autor um ein Mitglied des besagten Sportvereins handelt.
        Der hier den TSV postiver wegkommen lässt, als es dieser verdient.
        Es liegt vieles im Argen oder wird ausgeschiegen. Wie zb. das die 16000 Euro Kredit nur aufgrund von Machtkämofen stammen und verhindert werden hätte können. Desweitern schiebt in diesem Verein jeder den Schwarzenpeter nur zur Seite, es wäre definitiv viel mehr drin. Ich halte den Artikel nicht prinzipell für schlecht. In entscheiden stellen ist er einfach zuflach gehalten

        • Tegernseer Stimme

          ok, das mag sein. Aber der Artikel ist an sich schon sehr umfangreich. Man kann, auch wenn man es möchte, nicht auf jedes Detail eingehen.

          Der Autor hat übrigens bereits den letzten Artikel über den Gmunder Sportplatz geschrieben. Und er wird im nächsten Artikel dieser kleinen Serie auch die Bedingungen in Rottach, Kreuth und Tegernsee unter die Lupe nehmen.

          • Komisch

            Mir ist bewusst, dass es schwer ist einen Artikel zuschreiben der allen gefällt.
            Vllt. bin ich ein bisschen darüber sauer, dass mir dieser Artikel nicht so gefallen hat. Ansonsten schätze ich die Arbeit ihres Magazines sehr. Auch hat “Martin” schon klasse Artikel geschrieben(zb. Waldfest als Wirtschaftsfaktor). Ich wollt hier mit nur zum Ausdruck bringen, dass dieser Artikel hinter eurem sonstigen Niveau zurück bleibt.

  • gemeindeinsider

    wenn wir so vertraulich unter uns sind, der gemeinde ist der skaterpark auch ein “dorn im auge” aber das würde nie jemand so offen zugeben.

    • Komisch

      Wie gesagt im Artikel steckt nur die halbe Wahrheit.
      Oder hat nicht der TSV freiwillig einen größern Platz gewollt und 25000 Euro Schulden bei der Gemeinde aufgenommen???

      • Tegernseer Stimme

        Ich weiß nicht wo Sie die halbe Wahrheit sehen? Der Artikel ist ausgewogen, sachlich, dabei kritisch und trotzdem positiv. Sie müssen ihre Andeutungen auch begründen, sonst kann man das leider nicht Ernst nehmen.

        • Komisch

          Man sollte vielleicht erklären, dass der TSV sich die 16 000 Euro Schulden selber zuzuschreiben hat und diese unnötiger Weise aufgenommen hat.
          Oder haben damals nicht fast alle in Hurrarmanier den Kredit gewollt???
          Fragen sie doch mal den Autor selber, ob in diesem Verein wirklich alles so läuft.

          • Martin (Autor)

            Der Verein und die Gemeinde haben den neuen Platz sogar extra – auch auf Anraten des Architekten – kleiner als den vorherigen dimensioniert, damit die Gesamtkosten für das Neuverlegen niedriger ausfallen.