Freitag, 18. Mai 2012 (04:56 Uhr)

Verkehrskollaps im Tal?

Warum die große Lösung warten muss

Der Verkehr im Tegernseer Tal ist extrem. Nicht nur an Wochenenden und Feiertagen. Alleine auf der Bundesstraße von Holzkirchen Richtung Kreuth sind täglich gut 18.000 Fahrzeuge unterwegs, viele der Autos und Lastwagen landen am Ende bei uns im Tal. Allzu oft leider im Stau.

Das nervt, macht Lärm und sorgt für gehörigen Stress bei den Verkehrsteilnehmern.

Außerdem kostet es jeden Einzelnen richtig viel Geld: Bei einem Kilometer Staulänge mit 800 passierenden Fahrzeugen pro Stunde verbraucht jedes Fahrzeug im Schnitt rund 0,1 Liter mehr Sprit. Das sammelt sich. Neben dem Geldbeutel geht das Rumstehen im Auto auch auf die Umwelt: Die Mehremissionen bei Kohlendioxid betragen dabei 150 Kilo, bei Kohlenmonoxid elf Kilo und bei Stickoxiden 0,5 Kilo. Pro Stunde.

Das oft angeführte Argument, dass die starke Verkehrsbelastung vor allem dem Durchreiseverkehr in Richtung Österreich geschuldet sei, lässt sich so auch nicht ungeprüft unterschreiben: der Landkreis Miesbach ist nahe der Sättigungsgrenze von Kraftfahrzeuge pro Einwohner. Dieser Wert lag 2008 bereits bei 706 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner.

Das starke Verkehrsaufkommen im Tegernseer Tal ist also, zumindest teilweise, sehr wohl hausgemacht. Die Gemeinden im Tegernseer Tal sind sich der Problematik durchaus bewusst. Gmund versucht seit Jahren, eine Umgehungsstraße zu errichten, und auch in Tegernsee gibt es die Idee der Stadt, den Verkehr entlang der Hauptstraße mittels einer Unterführung zu beruhigen.

Gmund: Seit 2004 ist nichts mehr passiert

Wir haben uns einmal angeschaut, wie es ganz aktuell mit den Schubladenplänen aussieht. Die Pläne zum Bau einer Umgehungsstraße in Gmund existierten bereits seit Jahrzehnten und wurden im Jahr 2004 konkretisiert. Ziel der Gemeinde war damals die Aufnahme der „Ortsumfahrung Gmund am Tegernsee“ in den Verkehrswegeplan des Deutschen Bundestages zum Ende des Jahres 2004.

Schönes Wochenende und Baustelle - da ist der Kollaps im Zentrum von Gmund bis spät in den Abend vorprogrammiert

Zur Ermittlung der möglichen Trassenführung wurde hierfür eine Raumempfindlichkeitsanalyse bei der Planungsgruppe Strasser und Partner unter der Projektleitung von Diplom-Ingenieur Peter Rubeck in Auftrag gegeben. Das Ziel dabei: die Belastungen einer Umgehungsstraße für Mensch, Natur und Landschaft sowie Klima und Luft zu ermitteln.

Das Fazit damals: der Bau einer Umgehungsstraße hätte erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt. Als Streckenverlauf mit den geringsten Auswirkungen kristallisierte sich eine Umgehung über Finsterwald heraus. Die Wälder im Bereich Moosrain sollten weitestgehend verschont bleiben – auch um das Grundwasser zu schützen.

Im Bereich Finsterwald wurde außerdem eine Untertunnelung in Erwägung gezogen, um die Belastungen für die Anwohner zu minimieren. Unklarheit herrschte derweil über eine geeignete Stelle für den Ausgang des Tunnels. „Ein Tunnelausgang am Tegernsee-Nordufer würde das Landschaftsbild maßgeblich negativ beeinflussen“, machte Diplom-Ingenieur Rubeck damals klar.

Da der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages das Projekt „Umgehungsstraße Gmund“ im Mai 2004 nicht mit der notwendigen Dringlichkeitsstufe in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen hat, liegen die Pläne seither im Schrank. Geschäftsleiter Alfons Besel bestätigte der Tegernseer Stimme auf Nachfrage, dass das Projekt „Umgehungsstraße Gmund“ derzeit nicht weiter verfolgt werde, da der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages erst 2015 wieder über die Aufnahme von Projekten entscheiden wird.

Tegernsee: Tunnellösung zwischen Seestraße und Schlossplatz?

Auch die Stadt Tegernsee hat sich in der Vergangenheit stets bemüht, den Ortskern in den Bereichen Haupt- und Seestraße zu entlasten. Im Zuge des 1993 vom Verkehrsexperten Prof. Kurzak erstellten Gutachtens „Verkehrsentlastung Tegernseer Tal – Maßnahmen zur Verbesserung der Situation“ wurde ebenfalls über eine Tunnellösung im Bereich zwischen Seestraße und Schlossplatz nachgedacht. Diese Variante wurde jedoch relativ schnell aus Umwelt und Kostengründen wieder verworfen.

Tegernsee: Adelhofstraße in Richtung Seestraße

Konkreter wurden die Bemühungen dagegen ebenfalls im Jahr 2004, als sich der Stadtrat mehrheitlich für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für eine Tunnellösung im Bereich zwischen Adelhofstraße und Seestraße in Höhe Ausfahrt Zentralparkplatz entschieden hat.

Diese vom Münchner Planungsbüro Schmitt, Stumpf, Frühauf und Partner durchgeführte Studie beleuchtete die Rahmenbedingungen für die insgesamt 310 m lange Umgehung mit einer geplanten Tunnellänge von 160 Metern. Die Kosten des gesamten Projekts wurden damals auf 6,7 Millionen Euro beziffert.

Auch dieses Projekt scheiterte an der Nichtaufnahme in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan und an gescheiterten Verhandlungen mit Grundstückseignern in den betroffenen Bereichen.

Auf Nachfrage bestätigte auch die Stadt Tegernsee, dass aktuell keine Bemühungen unternommen würden, die Tunnellösung erneut auf die Tagesordnung zu bringen. Eine grundsätzliche Durchführung des Tunnelprojekts ist aber auch heute noch möglich: Der Bau der Kreissparkassen-Tiefgarage ist damals bewusst unter Berücksichtigung der Tunnelpläne erfolgt, wie Bettina Koch vom Bauamt Tegernsee uns gegenüber bestätigt.

Wenn der große Wurf unrealistisch ist, sind kleine Lösungsansätze gefragt

2015 geht es dann sowieso mit den großen Plänen weiter. Dann wird im Bundestag wieder über die nächsten Projekte entschieden. Bis dahin wünscht sich so mancher die eine große Lösung, bei der alle mitziehen. Franz Hafner spricht sich schon jetzt für eine von den Gemeinden gemeinsam koordinierte Tunnellösung aus, die Autos von Gmund aus in den Untergrund bringt und über Ausfahrten an die einzelnen Talgemeinden anbindet.

Jede andere Lösung bringe letztlich nur punktuelle Entlastungen für eine einzelne Gemeinde und gehe zulasten einer anderen, führt Hafner weiter aus und verweist auf Gemeinden in Österreich, in denen sich eine Tunnellösung bewährt habe. Eine Umgehungsstraße des gesamten Tegernseer Tals hält Hafner aufgrund der heutigen Umweltauflagen für nicht mehr durchführbar.

Auf die große Tunnellösung im Tegernseer Tal muss also erst noch gewartet werden. Der Bund wollte bisher nicht zahlen, und die Talgemeinden können nicht zahlen. Bleibt folglich noch die kleine Lösung. Und die ist eigentlich gar nicht so schlecht und vor allem günstig umzusetzen – wenn denn alle Gemeinden zusammenarbeiten.

Anton Grafwallner

Es geht um die Verbesserung der Ampelschaltungen im Tal und vor allem um eine Abstimmung der Ampeln untereinander, um den Verkehr besser regulieren und so Staus vermeiden zu können.

Ein Ansatz, für den sich der Gmunder Verkehrsexperte Anton Grafwallnerschon schon lange einsetzt. Das gute, die Maßnahmen wären relativ kurzfristig umsetzbar und würden laut Grafwallner zu einer effizienteren Verkehrsabwicklung führen.

Die Kosten hätten dabei der Bund und der Freistaat Bayern zu tragen, da sie für den Betrieb und den Unterhalt der Ampelanlagen zuständig sind. Auch der Ausbau von Radwegen und die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs können sich entspannend auf die Verkehrssituation auswirken.

Doch auch dafür braucht es die Zusammenarbeit aller Talgemeinden. Bisher kann man sich noch nicht mal auf die einheitliche Steuerung der Ampeln im Tal einigen. Da ist der eine große Tunnel wohl noch in ziemlich weiter Ferne.

Ihre Meinung ist uns wichtig

  1. veritas meint:

    Hoffentlich hilft der Artikel, dass sich hier bei allen Beteiligten in absehbarer Zeit was bewegt.

    Ich habe das Gefühl, dass es mit der Verkehrslage von Jahr zu Jahr im Tal schlimmer wird.

  2. gmunder meint:

    vor ein paar wochen gabs am sonntag und montag (glaub des war der 03.okt) bis um 21 uhr stau fast bis nach tegernsee und dann die ganze strecke raus in richtung autobahn. das macht doch keinen spass. und dabei denke ich an uns einheimische.

  3. Donald Duck meint:

    Der Verkehr im Tegernseer Tal ist schon brutal.

    Mein Vorschlag wäre an der Kreuzstrasse eine Mautstelle aufbauen, jeder der rein will in das Tegernseer Tal muss pro Person 20 € bezahlen.

    Wird dann aber verrechnet bei einem Einkauf im Tegernseer Tal, bei allen die bloß durchfahren, verfallen dann halt die 20 €.

    Und was wirklich nervt, san am Sonntag die aufgeblasenen BMW-Fahrer, Porsche-Lenker oder AUDI-Prahler, die mir ihrer bloden Schlampn aufm Beifahrersitz im Tal bloß an Kaffee trinken wollen.

    Die solln doch verdammt nochmal in MÜnchen bleiben und im Tambosi ihren Kaffee trinken.

  4. A. Schilcher meint:

    Ich verstehe nicht wieso es so schwer ist ein Park + Ride System im Tal einzuführen? An bestimmten Stellen, vor Moosrain beispielsweise, könnte man am Wochenende einen großen Parkplatz einführen. Die Shuttlebusse fahren dauernd und halten auch überall. Und die Besucher zahlen 5 euro am Tag. Alleine das Argument nicht im Stau ins Tal und aus dem Tal rausfahren zu müssen und damit im extremfall 2 stunden zu verplempern müsste die meisten doch dazu bewegen die lösung auszuprobieren. klar ist, es müsste gut konzipiert und umgesetzt sein. so das es für die Gäste wirklich einen Mehrwert hat.

    • Thomas meint:

      Ja, den Gedanken hatte ich auch schon. Nur unsere Busfahrpläne sind seit der Zeit der Postkutschen kaum relevant verändert worden. Die Ringlinie fährt immer noch im Stundentakt, und der Fahrplan hat mehr Ausnahmen und Sonderregelungen als das Steuerrecht.

      Die Außenanbindung ist eine Katastrophe, versucht mal mit dem Bus jemanden im Krankenhaus zu besuchen, für besonders Mutige am Wochenende. Da nimmt man sich am besten ein Zimmer, die Rückreise am selben Tag ist – ambitioniert. Im Nahbereich ist man üblicherweise zu Fuß schneller.

      Die Preise sind eine Frechheit für sich. Für die Strecke Tegernsee – Wiessee und zurück bekommt man in manchen Städten Familien-Tagestickets.

      Innovative Ideen wie z.B. ein Shuttelbus an beliebte Plätze wie dem Söllbach-Parkplatz – vielleicht gar mit Fahrradmitnahme(!) – doch nicht bei uns! Das hatten wir in den 80ern auch nicht, da fangen wir jetzt doch nicht mehr mit an!

      • rainer meint:

        Sicher müßte ein Lösungsansatz aus der Kombination verschiedener Maßnahmen bestehen. Eine davon wäre sicherlich die Verbesserung des ÖPNV hinsichtlich Taktung und Preise. In Bad Aibling fährt seit etwa 15 Jahren der Moorexpress. Einzelfahr für 1,50€, 10-Karte 12€. Inhaber von Gästekarten fahren kostenfrei. Mitarbeiter von Firmen, die eine Patenschaft haben, fahren ebenfalls kostenfrei.

        • Thomas meint:

          Das sind ja traumhafte Randbedingungen verglichen mit dem was uns angedreht wird. Ich habe gerade für jemanden eine Verbindung rausgesucht von Miesbach nach Rottach und zurück an einem schulfreien Tag! Ergebnis – Fast nicht praktikabel, stundenlange Wartezeiten und ob man den letzten Bus für die Rückreise schafft steht in den Sternen.

          • gmunder meint:

            und dann heißt es im Artikel, die Probleme sind auch hausgemacht. Klar sind sie das wenn man hier im tal die öffentlichen verkehrsmittel einfach nicht benutzen kann.

  5. Franz meint:

    ich finde dass der Vorschlag von Anton Grafwallner zur Verbesserung der Ampelschaltungen und vor allem die Abstimmung der Ampeln untereinander, die einzig sinvolle Möglichkeit darstellt. Dies erachte ich als schnell und günstig umsetzbar.

  6. Max meint:

    Der ÖPNV ist in der Tat ein Witz. Innerhalb vom Tal mag es ja noch gehen – die Busse fahren wenigstens stündlich (vom Preis mal abgesehen) aber kommt man raus aus dem Tal und sein es nur ein paar Kilometer… Bus? Nur auf der Durchreise zwei drei mal am Tag.. Das ist ein Witz.

    Ich pendel täglich von Weißach Richtung Holzkirchen und wieder zurück. Wenn ich über Tegernsee fahre überquere ich dabei bis zur Kreuzstraße 12 Ampeln. Für eine Strecke von 15 km. Muss dass denn sein??? Und die Ampel die mich tag-täglich aufs neue nervt ist die “Intelligent geschaltete” Kreuzstraße. Warum baut man da nicht einfach einen schönen großen (der Platz ist mehr als vorhanden) Kreisverkehr dahin? Es kommt so oft vor, dass die Autos von 2, teils sogar von 3 Seiten sich stauen, und die vierte Seite – die hat grün – da kommt kein Auto, aber alle müssen warten.
    Müssen denn im Tal wirklich so viele Ampeln sein? Kreuzung Gmung ok, aber besonders in Tegernsee kommt es mir so vor, als seien da alle 500m eine Ampel. Wozu? Ein Zebrastreifen für die Fußgänger kostet keinen Strom und hält die Autos nur auf wenn auch jemand drüber will. Und mir fällt spontan keine Kreuzung in Tegernee ein, wo die Ampel zwingend erforderlich ist.

  7. Anonymous meint:

    Wie waers mit kostenlosen Elektroshuttle (auch Fahrradmitnahme), die an Wochenenden verkehren. Abwechselnd nach Rottach über Tegernsee und einer fährt über Wiessee nach Kreuth und dies alle 30 Minuten. Der Parkplatz in Moosrain sollte Parkgebuehren kosten, damit sich der Fahrer ausrechnen kann, was guenstiger waere!

    Die Kosten für die Shuttle sollten von den Einheimischen, die der Lärm und Geruch besonders nervt oder auch andere, wie Gaststaetten etc. finanziert werden.

  8. Paul Niemann meint:

    Ich komme aus Dortmund und kenne den Tegernsee aus dem Urlaub (übrigens nicht nur in den Ferien). Ich weiß durchaus, was viel Verkehr ist. Doch auch im Ruhrgebiet würde man über die volle Tegernseer Talstraße reden, es gibt auch hier nicht viele Straßen, die noch voller sind. Und diese kann man über andere Straßen umfahren, wenn man nicht gerne solche Straßen fährt. Am Tegernsee geht das mangels Alternativen nicht.
    Dass es hier mit dem Verkehr noch einigermaßen geht, hängt damit zusammen, dass es ein attraktives Nahverkehrsangebot mit einem relativ günstigen Zeitkartenangebot gibt. Allerdings muss man auch eine wichtige Schwäche betonen: Die Einzelticket- Preise sind im Nahbereich völlig überhöht, weswegen es für Autofahrer in der Regel höchstens in Folge von Parkgebühren finanziell attraktiv ist, Bahn bzw. Bus zu fahren. Am Tegernsee Bus zu fahren, ist verglichen mit hier, was die Einzeltickets angeht, ziemlich günstig.
    In meinem Bezirk von Dortmund, ein dicht besiedeltes mittelständisches Gebiet 1 km entfernt von der City, kommen z. B. 30 Autos auf 100 Einwohner, hier gibt es auch eine außergewöhnlich gute Infrastruktur mit 2 U- Bahn- Linien, Bus, mehreren Supermärkten und S- Bahn.
    Genauso muss man am Tegernsee ansetzen, wenn man das Problem besser in den Griff kriegen will. Es ist nun mal in dem gebirgigen Gelände teuer, Umgehungsstraßen zu bauen, zudem lohnen sich gerade für touristische Gebiete Maßnahmen, die den Verkehr einschränken, ohne deshalb die Bevölkerung und die Touristen einzuschränken.
    Man könnte z. B. deutlich mehr Busse fahren lassen und diese kostenlos oder zumindest sehr preisgünstig anbieten. Man könnte auch Touristen über eine Art Kurtaxe zwingen, sich an der Finanzierung des Gratis- Angebots zu beteiligen, schließlich profitieren von leereren Straßen auch Touristen, die den Bus und die Bahn gar nicht nutzen wollen. Das Selbe könnte man mit der Bahn machen. Sicherlich müsste man die Strecke umbauen bzw. ausbauen und die Bahnsteige länger machen, aber grundsätzlich würde es Sinn machen, dort auch lange Doppelstockzüge als Schnellbahn nach München einzusetzen. So etwas ist auch auf gebirgigen Strecken möglich, es gibt sogar schon Gebirgsstrecken in touristischen Gebieten, wo bereits heute Doppelstockzüge fahren, etwa von Freiburg in das Gebiet um den Titisee und den Feldberg. Die langsameren Züge, die nicht unbedingt als Doppelstockler fahren müssten, könnten im Stadtbahn- Stil mehr Halte bedienen. So wäre ein zusätzlicher Halt am Nordrand von Tegernsee, in St. Quirin und nahe der Anlegestelle Seeglas, also überall dort, wo Leute wohnen bzw. hin wollen, sinnvoll. In Seeglas würde zudem Anschluss zu den Bussen Richtung Schliersee bestehen. Weiterhin würde es Sinn machen, die Bahnlinie um den kompletten See zu bauen, so dass auch Rottach- Egern und Bad Wiessee bedient werden könnten. Wo kein Platz für die Strecke ist, baut man die Strecke einfach als Brücke über Straßen, auch so etwas gibt es z. B. hier bereits. Eine zusätzliche Anbindung an Kreuth würde ebenfalls Sinn machen. Damit gebe es kaum noch Häuser rund um den Tegernsee, bei denen man zum nächsten Bahnhof weit laufen müsste. Bei einer Bedienung etwa mit 20 Minuten- Takt würde das Argument, mit dem Auto könne man ja immer losfahren, kaum noch ziehen. Zudem würden die Leute, die trotzdem mit dem Auto kommen, es seltener nutzen.
    Die Strecke von München nach Gmund könnte man zudem mit Verbindungskurve an Schaftlach vorbei auf 160 km/h und zudem zweigleisig ausbauen. Zwischen Gmund und Tegernsee dürfte so etwas allerdings aufgrund des dann gebirgigen Geländes recht teuer werden, es würde zudem aufgrund der Kürze der Strecke auch kaum was bringen. Die Schnellbahn könnte dann mit Halt nur in Holzkirchen und Gmund nach Tegernsee fahren. Von München nach Tegernsee würde der Zug dann 30 Minuten statt einer Stunde brauchen, mit Auto kaum zu schaffen. Es wäre dann also ein erhebliches Argument für Touristen z. B. aus München, mit der Bahn zu fahren. Mit der 1. Klasse würde es bei der Fahrzeit sicher auch Bonzen in den Zug locken. Das würde das Tegernseer Tal erheblich entlasten.
    Und was das Wichtigste ist: Es ist kein Maßnahmenpaket zur reinen Förderung von Bus- und Bahnfahrern, sondern es macht das Ganze auch für Autofahrer attraktiver, da die Straßen erheblich entlastet würden.

  9. Vidur meint:

    Zuerst kann ich mich nur meinem Vorschreiber anschließen. Eine gute Bahnanbindung zumindest bis Gmund ist unerlässlich. Dabei wären in erster Linie als Grundlegende Maßnahme mal Bahnhofsüberarbeitungen an der Reihe. In Gmund gehen jedes mal Richtung Tegernsee bis zu 4 Minuten in den Sand, weil die Leute über die Schienen müssen, um zum Parkplatz zu kommen. Solche Dinge gehen einfach nicht. Aber die TAG sieht sich hier natürlich nicht in der Position noch in der Lage etwas zu ändern…
    Dann wären Umbaumaßnahmen bei den Schienen nötig. Besonders die Einfahrt nach Gmund ist hier auch ein besonderes Mako, da die Bahn vom Berg herunter kommt. Hier müsste man viel früher runter, um eine annehmbare Geschwindigkeit zu bekommen.
    Dann ist da auch noch das System mit der Kopplung Lenggries und Bayrischzelll. An sich nicht schlecht, aber auf die Dauer mit steigenden Ansprüchen nicht mehr geeignet.
    Insgesamt ist da viel Geld nötig, ohne große Unterstützungen und Zusammenarbeit kaum möglich. Aber wenn es steht, dann ist nicht nur eine Vorbildfunktion gewährleistet, wenn es schnell von statten geht, sondern auch ein enormer Standortfaktor. 30-40 Minuten bis München von Tegernsee aus, das ist in der heutigen Zeit kaum die Rede wert. Die Zeit fährt man auch mit der S-Bahn.

    Und dann gab es natürlich gestern wieder eine hervorragendes Beispiel, wie die Situation ist. Ein sehr schöner Skitag, und Ab Nachmittag waren alle Straßen verstopft. Zeiten bis zu mehreren Stunden bis auf die Autobahn waren vorprogrammiert ohne fundierte Ortskenntnis. So gut wie alle Straßen waren komplett verstopft, im Schritttempo ging es voran. Solche Situationen kommen jedes Jahr viele male vor. Ausbau und Entlastung sind hier ganz dringend nötig…

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