Sonntag, 20. April 2014

Einheitliche ParkgebĂŒhren im Tal?

Tegernsee nimmt 143.000 Euro pro Jahr ein

ErgÀnzung vom 26. Juni / 10:25 Uhr
Automaten, wohin das Auge reicht. Das ist der Eindruck, den man als BĂŒrger in Tegernsee haben kann. Daher gestaltet sich die Suche nach dauerhaften und kostenlosen ParkplĂ€tzen meist schwierig bis fast unmöglich.

Doch die Strategie der Stadt scheint aufzugehen. Die Kasse des KĂ€mmerers klingelt, und man konnte 2011 rund 143.000 Euro “erwirtschaften”. Andererseits hat Tegernsee diese Einnahme auch wieder investiert.

Die Ausgaben fĂŒr die Pflege der ParkplĂ€tze ĂŒberstiegen im vergangenen Jahr sogar die Einnahmen. Laut Bettina Koch aus dem Bauamt der Stadt hat man 146.000 Euro dafĂŒr in die Hand genommen. Inklusive 20.000 Euro, die fĂŒr drei neue Automaten ausgegeben wurden.

Mehr Ausnahmeregelungen als “Normaltarife”

Insgesamt gliedert sich das Stadtgebiet in zehn Parkplatzbereiche. Dazu kommen noch ParkplÀtze vor dem Schlosskeller und dem Schlossplatz, die zum Herzoglichen Haus gehören.

Alle Bereiche haben eines gemein: Die erste halbe Stunde ist kostenlos, jede weitere halbe Stunde kostet 50 Cent. Wobei in der Adelhofstraße und entlang der Hauptstraße zwischen Rosenstraße und Prinz-Karl-Allee ein Euro pro Stunde bezahlt werden muss. Eine Halbstundentaktung ist nicht existent.

Abgesehen davon gibt es weitere – gefĂŒhlt unzĂ€hlige – Sonderregelungen. Denn eigentlich ist die Parkhöchstdauer in ganz Tegernsee auf zweieinhalb Stunden reglementiert. Tagestickets sind im Übrigen grundsĂ€tzlich nicht vorgesehen. Möglich ist dies aber an den ParkplĂ€tzen am Bahnhof, an der Point und am Zentralparkplatz und am Schlossplatz.

Maximal eineinhalb Stunden darf das Auto in der Bahnhofstraße vor der Hausnummer 38 abgestellt werden. Außer es ist Sonntag. Dann darf man unbegrenzt parken. So ist es auch in der Rosenstraße und am Zentralparkplatz. Bis zu drei Stunden betrĂ€gt die Höchstparkdauer vor dem Sommerkeller.

Ach ja. Vergessen Sie das mit der einheitlich kostenfreien ersten halben Stunde gleich wieder. Am Schlossplatz und am Sommerkeller darf das Auto eine Stunde gebĂŒhrenfrei abgestellt werden. Auch hier ist es erlaubt, einen ganzen Tag zu parken.

Wer soll da noch durchblicken?

Es stellt sich sicherlich nicht nur uns die Frage: “Wer soll da am Ende noch durchblicken?” Aber sei es, wie es ist. Ein GeschĂ€ft macht die Stadt mit der Parkraumbewirschaftung nicht. Wenngleich jeder BĂŒrger grundsĂ€tzlich nicht so begeistert sein dĂŒrfte, ParkplatzgebĂŒhren entrichten zu mĂŒssen. Über eine Einheitsregel in Tegernsee, oder am besten rund um den See, wĂŒrde er sich allemal freuen.

UrsprĂŒnglicher Artikel vom 18. Juni mit der Überschrift: “Vier von fĂŒnf Tal-Gemeinden kassieren”
Sein Auto in einer der Tal-Gemeinden zu parken, ist so eine Sache. An vielen ParkplĂ€tzen sind GebĂŒhren fĂ€llig. Das gilt nicht nur vor GeschĂ€ften – auch an WanderparkplĂ€tzen wird zum Teil zur Kasse gebeten.

Die sogenannte Parkraumbewirtschaftung hat sich mittlerweile als beliebtes Einnahmeinstrument rund um den Tegernsee etabliert. Zur Freude der KĂ€mmerer, denen das Geld aus den Parkautomaten quasi nur so entgegensprudelt. So nahm Rottach-Egern im vergangenen Jahr 126.000 Euro ein und konnte damit den Haushalt ein wenig entlasten.

Kreuth auf dem Weg zu flĂ€chendeckenden ParkgebĂŒhren

Auf ParkgebĂŒhren zu verzichten, kommt am Tegernsee scheinbar kaum mehr infrage. Gmund sieht das anders und verlangt weiterhin auf dem kompletten Gemeindegebiet keine ParkgebĂŒhren. Der Gemeinderat stimmte Mitte April 2006 gegen die EinfĂŒhrung von ParkplatzgebĂŒhren. Eine neuerliche Initiative gĂ€be es laut GeschĂ€ftsleiter Alfons Besel derzeit nicht. DarĂŒber dĂŒrften sich vor allem die vielen Pendler freuen, die vor dem Gmunder Bahnhof ihr Fahrzeug abstellen können, ohne etwas dafĂŒr zahlen zu mĂŒssen.

Der Pendlerparkplatz am Gmunder Bahnhof.

Wie Gmund hat auch Kreuth es lange Zeit gehandhabt. Im April dieses Jahres konnte der Gemeinderat aber dem Ruf des Geldes nicht mehr widerstehen und beschloss mit knapper Mehrheit in drei Stufen, alle 30 ParkplĂ€tze auf Gemeindegebiet mit GebĂŒhren zu belegen. Dieses Jahr sollen zunĂ€chst die sechs grĂ¶ĂŸten und vermutlich ertragreichsten WanderparkplĂ€tze (Ross- und Buchstein, Bayerwald, Klamm Ost und West, Wildbad Kreuth, Riedler Stuben sowie BatznhĂ€usl) mit Automaten versehen werden.

Dabei wird auch kĂŒnftig das Parken in der ersten halben Stunde kostenlos bleiben. Umsonst parkt man auch abends und wenn man, wie Touristen, im Besitz einer GĂ€stecard ist. Wer sein Auto bis zu einer Stunde abstellt, zahlt kĂŒnftig einen Euro. Bis zu drei Stunden kosten zwei Euro. Und fĂŒr einen kompletten Tag werden drei Euro fĂ€llig.

Die EinfĂŒhrung verwundert umso mehr, da Kreuths BĂŒrgermeister Josef Bierschneider (CSU) im November 2011 uns gegenĂŒber noch betonte, dass man derzeit nicht beabsichtige, an irgendeinem Parkplatz eine verpflichtende GebĂŒhr einzufĂŒhren. „Wir werden auch weiterhin nur um freiwillige GebĂŒhren werben“, so Bierschneider damals wörtlich.

Rottach erwirtschaftet jÀhrlich 126.000 Euro

Etwas anders als in Kreuth gestalten sich die ParkgebĂŒhren in Rottach-Egern. Kostenfrei ist auch hier die erste halbe Stunde. „Dies ist Mitte 2011 nachtrĂ€glich eingefĂŒhrt worden“, erinnert sich Verkehrsreferatsleiter Michael Diegner. Jede weitere halbe Stunde kostet 50 Cent. Die Höchstparkdauer ist allerdings auf vier Stunden beschrĂ€nkt. Außer man stellt sein Auto auf dem Zentralparkplatz ab. Hier kann fĂŒr fĂŒnf Euro ein Tagesticket erworben werden.

Zu den bewirtschafteten ParkplĂ€tzen zĂ€hlen neben dem Zentralparkplatz auch der an der Kuranlage, am Seeforum, in der Seestraße, an der nördlichen Hauptstraße und am Maibaum. Weitere kostenpflichtige Parkzonen – vor allem an WanderparkplĂ€tzen – möchte Rottach im Gegensatz zu den anderen Talgemeinden laut Aussage des Zweiten BĂŒrgermeisters Hermann Ulbricht nicht erschließen.

Wanderparkplatzautomaten spalten Wiesseer Gemeinderat

Dass sich mit ParkgebĂŒhren leicht Geld verdienen lĂ€sst, hat man in Bad Wiessee lĂ€ngst begriffen. 15 Automaten gibt es dort mittlerweile. Dabei gliedert sich das Gemeindegebiet in zwei Zonen. Einmal innerorts, wo sieben ParkplĂ€tze bewirtschaftet werden. Dazu zĂ€hlen die Hirschbergstraße, die Adrian-Stoop-Straße und der Zentralparkplatz, der Prinzenruhparkplatz, der Dourdanplatz, der Kuramtparkplatz und Freibadparkplatz. Hier konnten im Jahr 2011 insgesamt 65.238 Euro eingenommen werden. Tagespreis: fĂŒnf Euro.

Dazu kommen die beiden WanderparkplĂ€tze im Söllbachtal und am Sonnenbichl, die seit Oktober vergangenen Jahres mit insgesamt sechs Automaten ausgerĂŒstet wurden. Kostenpunkt fĂŒr ein Tagesticket: vier Euro.

Rund 60.000 Euro jĂ€hrliche Mehreinnahmen bringen die Automaten laut den Berechnungen von Klaus Schuschke. Damit ĂŒberzeugte der fĂŒr die VerkehrsĂŒberwachung in Bad Wiessee verantwortlich Schuschke im Jahr 2011 den Gemeinderat. „Ich denke, wir können den Mountainbikern, Wanderern und TagesgĂ€sten aus MĂŒnchen und Umgebung, die unsere Wege benutzen, ParkgebĂŒhren zumuten“, meinte damals BĂŒrgermeister Peter HĂ¶ĂŸ. Aufgrund der jĂŒngsten Entwicklungen geht Schuschke gar von bis zu 100.000 Euro aus.

Nicht nur an den WanderparkplĂ€tzen verlangt Wiessee GebĂŒhren. Auch an vielen anderen ParkplĂ€tzen, wie hier vor der Tourist-Information, werden Parkende zur Kasse gebeten.

Nicht nur an den WanderparkplĂ€tzen verlangt Wiessee GebĂŒhren. Auch an vielen anderen ParkplĂ€tzen, wie hier vor der Tourist-Information, werden Parkende zur Kasse gebeten.

Nicht bedacht hatte man in den Kalkulationen fĂŒr die WanderparkplĂ€tze allerdings den öffentlichen Aufschrei. Immer wieder beschwerten sich Wanderer, was letztlich dazu fĂŒhrte, dass Teile der CSU-Fraktion im Gemeinderat eine Demontage der Parkautomaten forderten. Alois Feichtner sprach gar von “Wettbewerbsverzerrung”, sollten die anderen Tal-Gemeinden nicht nachziehen. Mit ein Grund, diese zu behalten, war laut Peter HĂ¶ĂŸ neben den Einnahmen auch, dass zumindest Kreuth in Sachen GebĂŒhren fĂŒr WanderparkplĂ€tze nachzog.

Tegernsee: Automaten, wohin man auch blickt

In Tegernsee ist es gar schon so weit, dass es beinahe unmöglich ist, einen kostenlosen Parkplatz zu finden. Überall stehen Automaten. Ob Bahnhof, Rosenstraße, BrĂ€ustĂŒberl oder am Hornanwesen. Um nur einmal ein paar wenige der bewirtschafteten Ecken in der Stadt zu nennen.

Interessant ist allerdings, dass beispielsweise in der Rosenstraße bei einer maximalen Parkdauer von zweieinhalb Stunden eine halbe Stunde umsonst geparkt werden kann. An anderen Stellen im Zentrum sind es – mit Parkscheibe – bis zu zwei Stunden, die kostenlos genutzt werden dĂŒrfen. Die Strafe bei einer Überschreitung des Zeitfensters bleibt allerdings die gleiche: 15 Euro kostet das teure „Ticket“.

Wie viel in Tegernsee durch die Parkraumbewirtschaftung in die Kassen gespĂŒlt wird, will man uns trotz mehrfacher Anfrage allerdings nicht verraten. Wenig dĂŒrfte der Posten jedoch nicht ausmachen. Vielleicht ist das ja der Grund, warum das Tegernseer Rathaus den Betrag nicht öffentlich kommunizieren möchte.

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  • Andreas ObermĂŒller

    Vielleicht sollten Sie sich als Redakteur vom Merkur ausgeben, dann können Sie alles erfahren.

    Soweit ich mich erinnere, wurden die Parkeinnahmen schon in öffentlicher Sitzung genannt.

    Warum wird geheimgehalten, was schon “herausgekommen” ist?

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Wir hatten das auch so in Erinnerung. Leider gab es seit unserer ersten Anfrage im Mai keine Antwort auf diese relativ simple Frage. Wir warten aber weiter und werden den Artikel aktualisieren, wenn Tegernsee antwortet.

  • Tergernseer

    weiter somit dem gemecker, wir machen es jetzt dann wie die Griechen.
    Keiner zahlt Steuern, keiner zahlt fĂŒr irgend eine Leistung der Kommune GebĂŒhren.
    ( ParkplÀtze pflegen sich ja von selber und die da in der Gemeinde haben ja sowieso keine Arbeit )

    Der Staat und die Kommunen ( das sind ja nicht wir sondern die da oben )
    bekommen ja ohnehin zuviel von uns.

    upps jetzt sind wir pleite…………………………..

    • Andreas ObermĂŒller

      Deswegen bekommen die Kommunen ja Zuweisungen aus der Einkommensteuer, SchlĂŒsselzuweisungen von der Staatsregierung, Fremdenverkehrsabgabe, Zweitwohnungssteuer, Grundsteuer A und B, Gewerbesteuer usw. Sogar ein Brocken aus der Mehrwertsteuer kommt zu den Kommunen.

      Also zahlen alle BĂŒrger ganz tĂŒchtig Steuern an die Kommunen, da sind wir von griechischen VerhĂ€ltnissen noch etwas entfernt.

      Ein Zehntel der Bayerischen Gemeinden nutzt die Gunst der Stunde und ist bereits schuldenfrei. Andere wollen ein ĂŒberflĂŒssiges Parkhaus bauen und den See mit teuren Stegen verschandeln, ist man doch noch lange nicht pleite.

      • Tergernseer

        wo du recht hast hast du recht

  • Gastronom

    Ein kleines peinliches Detail am Rande:
    am 19. und 20. Juni 2012 hat stundenlang ein Audi A4 MB-PJ 1oo in der gebĂŒhrenpflichtigen Zone am Rathausplatz geparkt. Ohne Parkschein, kostenlos, ohne Höchstparkdauer und ohne Strafzettel.
    Die freundliche ParkĂŒberwacherin mit dem Zopf hat die Autos davor und dahinter aufgeschrieben, aber nicht den Audi.

    Diese ParkplĂ€tze sind KurzparkplĂ€tze fĂŒr GĂ€ste und Besucher, keine kostelosen DauerparkplĂ€tze fĂŒr Bonzen.. Wir freuen uns auf einen BĂŒrgermeister, der sich selbst an Regeln hĂ€lt.

    • AuswĂ€rts

      Ich habe gerade im Vorbeifahren gesehen, daß er heute wieder dort parkt, kostenlos udn unbegrenzt. Zahlen tun nur die dummen BĂŒrger,

    • Nur mal so………….

      Warum wird das nicht mal in einer Stadtratssitzung (z.B. unter “Sonstiges”) angefragt? Wenn es kein Zufall ist, dass das Teilkennzeichen mit den Initialen eines TalbĂŒrgermeisters ĂŒbereinstimmt, könnte ggf, sogar ein strafrechtlicher Tatbestand bestehen (Vorteilsannahme §331 StGB). Könnte eine spannende Kiste sein…………………….

  • Mountainbiker

    Hallo zuammen
    ich bin selber MTB ler und kann euch sagen dass ich auch in der Wallgauer Gegend
    z.B. Barmsee auf dem Parkplatz Zahlen muss und nicht nur da.

    Ich finde das aber vollkommen in Ordnung, dafĂŒr bekomme ich auch einen gepflegten
    Parkplatz und muss nicht irgendwo in der Pampa Parken.

    Ausserdem muss ich zugeben dass ich als Mountainbiker nur ankomme, parke, bike
    und dann wieder nach Hause fahre.

    Geld lass ich da nicht viel in der entsprechenden Gemeinde, darum finde ich meinen Beitrag
    fĂŒr den Stellplatz nicht so schlimm.

  • GastImTal

    Komisch, dass auf eine “ordentliche” Meinung (Mountainbiker) dann nichts mehr geschrieben wird.
    Wie schon geschrieben, man erhĂ€lt dafĂŒr ja auch einen Stellplatz…. Stellt euch alle nicht so an….

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