Freitag, 18. Mai 2012 (04:59 Uhr)

Gmunder Bürgermeisterwahl wirft Schatten voraus

Von Preysing: “Gehen Sie zur Wahl!”

In Gmund wird am 11. März ein neuer Bürgermeister gewählt. Und so wie es derzeit aussieht wird Georg von Preysing auch weiterhin das Amt bekleiden dürfen. Trotzdem hofft er auf eine rege Wahlbeteiligung: “Nur bitte nicht einen Wahlkampf, wie beim letzten Mal,” so der Wunsch des CSU-Politikers.

Preysings “Luxusproblem” seien seine “Freunde von der Schutzgemeinschaft”. Die hätten ihm bei der letzten Wahl 2006 das Ergebnis versaut. Obwohl einziger Kanditat erhielt der Gmunder Ortschef nur 67% der abgegebenen Stimmen.

Mit einer Kampagne gegen ihn und “irgendwelchen ausgedachten Namen” auf dem Wahlzettel bei einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung von 36% hätten Menge und Co. sein Ergebnis künstlich gedrückt. Das sei schade und solle so hoffentlich auch nicht mehr vorkommen.

Ein Bürgermeister, der auch polarisiert

Denn auch dieses Mal ist Georg von Preysing alleiniger Bewerber für das Amt des Bürgermeisters. Seine Kampfeslust ist mittlerweile legendär. Die Süddeutsche Zeitung schreibt im September 2007 in einem Beitrag zum Gut Kaltenbrunn: “Seine Anhänger schätzen ihn als Macher, der anpackt und seine Amtsgeschäfte in Lederhosen ausübt. Für seine Gegner ist er schlicht der Knecht eines großkopferten Münchners – und außerdem unglaubwürdig.”

Man kann Georg von Preysing viel vorwerfen. Dazu gehört, dass das Maximilian – obwohl langsam Bewegung in das Thema kommt – immer noch als Ruine in der Gegend steht. Auch beim Gut Kaltenbrunn oder dem dritten Orts-Fiasko Ludwig-Erhard-Platz hat er bisher nichts zählbares vorzuweisen.

Darauf angesprochen verweist von Preysing oft auf widrige Umstände und Entwicklungen, die vor seine Zeit als Bürgermeister zurückreichen. Dass er als CSU-Mitglied schon mittlerweile knapp 30 Jahre im Gmunder Gemeinderat sitzt, verschweigt der sehr hemdsärmelig auftretende Politiker dabei nur zu gern.

Doch der 58-Jährige ist ein politisches Urgestein. Er sieht sich als Arbeiter, der als stellvertretender Landrat mittlerweile viel Gespür für wichtige politische Themen bewiesen hat. Das Wohl der Gemeinde Gmund liege ihm am Herzen. Und das vertritt er auch authentisch, nachhaltig und mit viel Humor.

Viele was wir im Gemeinderat in den letzten zwei Jahren angepackt haben ist im Hintergrund gelaufen. Angefangen vom Maximilian über die neue Realschule bis hin zu den Verhandlungen zum Bahnhofsgelände.

Beim Thema Tourismus ist von Preysing froh über die aktuelle tendenziell positive Entwicklung. Trotz Bettenrückgangs in Gmund seien die Übernachtungszahlen im letzten Jahr um 4 Prozent gestiegen.

Dabei dürfte sich das Alleinstellungsmerkmal Gmunds, vor allem für die Bürger, in einem anderen Bereich bewegen. Die nördlichste Talgemeinde soll sich zukünftig als “kinderfreundliches Aushängeschild” präsentieren. Darauf arbeite man im Gemeinderat geschlossen hin, so Preysing. Knapp neun Millionen Euro will man in den nächsten Jahren in eine neuen Krippe, die geplante Realschule und die umfangreiche Sanierung der Grundschule stecken.

Wahlkampf in Gmund?

Eine echte “Wahlkampfveranstaltung” soll es in Gmund auch geben. Trotz fehlenden Gegenkandidaten wird Georg von Preysing am Donnerstag, den 23. Februar seine Bilanz und die künftigen Projekte präsentieren. Den Schwerpunkt möchte er dabei auf die zukünftige Enwicklungen der Gemeinde legen.

Bei der Veranstaltung im Gasthof Köck werden dann wahrscheinlich auch Preysings Gegner vor Ort sein. Und die sehen mittlerweile den Silberstreif am Gmunder Horizont. Denn nach 2018 möchte er als dann 65-Jähriger nicht mehr als Bürgermeister tätig sein. Eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit schloss er aus. “Für mich ist in sechs Jahren ein idealer Zeitpunkt um aufzuhören, soviel steht schon heute fest.”

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  1. Hans Jürgen Menge meint:

    Zur Richtigstellung: Auch wenn unser verehrter Bürgermeister mir immer wieder vorwirft “Du bist aa oana vo dene” – ich bin n i c h t Mitglied in der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal. Ganz bewusst. Ich erklär’s ihm auch immer wieder. Er will’s einfach nicht wahrhaben. Mit der Bezeichnung “Menge und Co” kann er nur meinen Stief-Zwilling meinen, den es auch nicht gibt.

    Im Ernst: Ich habe auch keine Kampagne gegen ihn “mit irgendwelchen ausgedachten Namen” geführt, wie er behauptet. Die SGT meines Wissens auch nicht.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, es sollten so viele Gmunder Bürger zur Wahl gehen wie möglich. Die, die ihn wählen wollen, sollen mit JA stimmen. Die ihn nicht wollen, sollten keineswegs mit NEIN stimmen! Weil diese Stimmen dann für ungültig erklärt werden. Wegen Negativ-Wahl! In diesem Fall sollten die dann eine Person benennen, die sie als Gemeinde-Oberhaupt bevorzugen.

    Bei der Wahl 2006 gab es deshalb 312 ungültige und nicht gewertete Stimmen. Ungewöhnlich viel bei einer Wahlbeteiligung von 36%. Und dazu noch 303 Stimmen für andere Namen. Das ist allerhand Holz bei insgesamt 1416 abgegebenen Stimmen – aber keineswegs von mir angezettelt. Das ist zuviel der Ehre!

    Weshalb aber seufzt er bei der CSU-Nominierung, dass es mit dem Tourismus in Gmund bergab gehe und hier noch kein Durchbruch geschafft sei? Wenn er dann, Tagedanach, in der “Stimme” erklärt, die Übernachtungen sind im letzten Jahr um 4% gestiegen? Gerade wenn es trotz Bettenrückgangs ein Plus gibt, ist das doch ein Zeichen für die Lebendigkeit des spezifischen Gmunder Angebots an Ferienwohnungen, Ferien auf dem Bauernhof und Privat-Pensionen. Nur eben ohne das Prestige eines geliebten Hotel-Neubaus.

    Es trifft bestimmt zu, dass im Hintergrung des Gemeinderats wichtige Fäden für wichtige Entwicklungen gezogen wurden. Nur, wie soll sich der mündige Bürger bei den nicht seltenen, nicht-öffentlichen Sitzungen ein Bild davon machen? Die Gemeinderäte dürfen denen, die sie gewählt haben, ja nichts davon berichten. Ist es das, was die Politik unter Einbindung des Bürgers versteht? Oder als gelebte Demokratie?

    Traurig ist, dass bei der Wahl keine Alternative geboten wird,
    dass es keinen anderen Kandidaten gibt, der ihm das Wasser reichen
    oder ihm das Wasser abgraben könnte.
    Einer der Gemeinderäte soll vor 6 Jahren, als er nach seiner möglichen Kanisatur befragt wurde, als Gegenfrage gesagt haben:
    “Mechst D u denn gegen den Goscherten odräddn?”

  2. Hans Jürgen Menge meint:

    Eine notwenige Korrektur:
    Es waren 1.728 abgegebene Stimmen bei der Bürgermeister-Wahl 2006.
    Die Zahl 1.416 bezieht sich auf die gültig gewerteten.
    Entschuldigung, bitte.

  3. Menge "und Co" meint:

    Kompliment: Ein aufschlußreicher Bericht, Herr Peter. Allenfalls hätte man bei den Begründungen für das Abschneiden bei der vormaligen Bürgermeisterwahl das eine oder andere hinterfragen können.

    Ob es denn vielleicht damals jemanden gegeben hätte, der sich Hiunderte von Bürger-Namen hätte merken wollen, weil sie ein Bürgerbegehren beantragt hatten (“A jeder braucht amal etwas von der Gemeinde”). Auch, ob eventuell ein Bürgerbegehren als Bürgerbegehren 2 und ein Ratsbegehren dagegen als Bürgerbegehren 1 eingestuft wurde. Auf Kleinigkeiten, wie die Alternative “Wer nicht für Kaltenbrunn ist, kann auch keine 3-fach-Turnhalle erwarten” und dazu auch kein Strandbad, hätte man dabei durchaus verzichten können. Auch auf die “erpresserischen Methoden” in einer Landsgerichts-Entscheidung.

    Klar, das ist alles Schnee von gestern. Aber war es jetzt nicht unser Bürgermeister, der die Schneeschauer wieder losgetreten hat? Manchmal hat es doch Vorteile, wenn man die Ursachen nicht nur bei anderen sucht.

    • Hallo Menge und Co,

      danke für Ihren Kommentar. Das Abschneiden bei der letzten Bürgemeisterwahl wurde hinterfragt. Direkt durch den Hinweis auf die immer noch vorhandenen drei Hauptbaustellen in Gmund. Und indirekt durch das Zitat und den Verweis auf den übrigens sehr lesenswerten Bericht in der Süddeutschen aus dem Jahr 2007. In diesem wird auch auf die Landgerichtsentscheidung eingegangen.

      Trotz allem muss man natürlich nach vorne schauen. Denn “alte Geschichten” bringen eine Gemeinde nicht weiter.

      Grüße
      Peter (Tegernseer Stimme)

  4. Menge "und Co" meint:

    Einverstanden. Ich hätte auch nicht wieder damit angefangen, wenn man mich nicht öffentlich so angegriffen hätte. Ob damit nun auch ich “vom Saulus zum Paulus” werde, lassen wir noch ein wenig offen. Ich hoffe auf möglichst hohe Wahlbeteiligung, damit die Wahl zur Wahl wird.

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