Freitag, 18. Mai 2012 (05:06 Uhr)

Facebook Konto gehackt? Wir zeigen, was Sie tun können

“Wenn du an Gewicht verlieren willst, solltest du HCG-Tropfen-ausprobieren.” Diese Nachricht erschien vor wenigen Tagen auf meinem Facebook-Profil, mit dem Zusatz: „Ich habe 5 Kilos in den letzten 10 Tagen verloren!“

Doch zum Zeitpunkt des „Posts“ war ich gar nicht zu Hause in Rottach oder geschweige denn in meinem Profil angemeldet. Es war also ziemlich schnell klar: Mein Facebook-Profil wurde „gehacked“.

Doch das Problem des unerlaubten Zugriffs auf meinen Facebook-Account ist nicht nur ein ganz persönliches. Es betrifft in letzter Zeit immer mehr Menschen. Das zeigen die massiv gestiegenen Pinnwand-Einträge in Richtung “abnehmen” oder andere obskure Sachen, die wir auf der Tegernseer Stimme zu sehen bekommen.

Facebook ist ein Phänomen - kann aber auch zu Problemen führen

Doch ist das eigene Facebook-Konto erstmal gehackt, werden viele unsicher. Oder wissen Sie was zu tun ist, wenn Ihnen so etwas passiert und Sie möglicherweise nicht einmal mehr auf Ihr eigenes Profil zugreifen können?

In diesem Artikel geben wir Ihnen ein paar hilfreiche Tipps, wie genau zu verfahren ist, um das Problem zu lösen. Egal ob Sie Zugriff auf das eigene Profil haben oder nicht.

So oder so: Nach dem Sie ein Problem festgestellt haben, lassen Sie ein Antivirenprogramm prüfen, ob Ihr PC von Viren befallen ist. Das kann nie schaden. Ein anderer, womöglich viel einfacherer Hintergrund für den vermeintlichen „Hack“, könnte der „Scherz“ eines Freundes sein, dem Sie Ihre Zugangsdaten verraten haben.

Grundsätzlich sollte man zwei Arten unterscheiden:
1. Sie haben nach dem Hack noch Zugriff auf Ihre eigene Daten und können sich ganz normal einloggen
2. Sie haben danach keinen Zugriff mehr auf Ihre eigenen Daten und können sich nicht mehr einloggen

Für beiden Arten gibt es Lösungen

Lösungsweg für Variante Nr. 1: Sie haben nach dem Hack noch Zugriff auf Ihre eigene Daten und können sich ganz normal einloggen.
Wenn Sie sich noch normal anmelden können – Glück gehabt – eine Passwortänderung im Bereich der Facebook-Accounteinstellungen löst große Teile des Problems. Überprüfen Sie darüber hinaus die Emaileinstellungen, ob ausschließlich Ihre eigenen Email-Adressen aufgelistet sind.

Alle anderen unbedingt löschen. Anderenfalls kann sich eine Dritte Person im Nachhinein wieder Zugriff verschaffen. Das gleiche Prinzip gilt für Facebook-Nutzer, die eine registrierte Handynummer angegeben haben.

Weiteren Schutz bieten die Facebook-Sicherheitseinstellungen, die Sie erhöhen können. Beispielsweise kann man sich jedes Mal eine Anmeldebenachrichtigung zusenden lassen, wenn man sich einlogged. Fremde Zugriffe können so sehr schnell festgestellt werden.

Desweiteren gibt es im Bereich Kontoeinstellungen > Sicherheit > Aktive Sitzungen die Möglichkeit einzusehen, ob Sie derzeit zeitgleich zur aktuellen Sitzung noch von woanders aus bei Facebook angemeldet sind. Eventuell haben Sie einfach vergessen, sich auszuloggen.

Lohnenswert ist auch der Blick auf die aktiven Anwendungen, die Sie bei Facebook nutzen bzw. aktiviert haben. Nachrichten von Anwendungen sind zwar keine Angriffe durch „Hacker“. Diverse Anwendungen haben Sie vielleicht aber einfach aus Versehen angeklickt oder nutzen diese seit längerem nicht mehr.

Mir ist es wie gesagt passiert, dass jemand oder etwas in meinem Namen eine Nachricht an meine Pinnwand geschrieben hat. Was darüber hinaus bei einem solchen Vorfall vorkommen kann, dass Nachrichten versendet werden. Eine kurze Kontrolle aller ausgehenden Mitteilungen kann also auch nicht schaden. Genauso sollten Sie auch die Privacy Einstellungen, die hochgeladenen Fotos, die eigenen Kommentare und die „gefällt mir“ Klicks überprüfen.

Lösungsweg für Variante Nr. 2: Sie haben danach keinen Zugriff mehr auf Ihre eigene Daten und können sich bei Facebook auch nicht einloggen
Unabhängig von dem Anmeldeproblem, das Sie bei Facebook haben: Stellen Sie zunächst sicher, dass Sie noch auf Ihre normale Email-Adresse zugreifen können. Diese ist nämlich dringend nötig um den Lösungsweg für Variante Nummer 2 abzuschließen.

Jeder Nutzer von Facebook hat eine primäre Emailadresse angegeben. Das ist in der Regel die Emailadresse, mit der Sie sich normalerweise anmelden. Diese kann grundsätzlich von Dritten nicht geändert werden, ohne dass Sie eine Nachricht zugesandt bekommen.

Diese Nachricht bietet Ihnen die Möglichkeit eine eventuelle Änderung rückgängig zu machen und das alte Passwort wiederherzustellen – und dann natürlich ein neues anzulegen.

Das Passwort wurde verändert. Was nun?
Am einfachsten ist es, im Anmeldebereich von Facebook anzugeben, dass Sie Ihr Passwort vergessen haben. Es öffnet sich eine Maske mit drei verschiedenen Varianten: Entweder Emailadresse eingeben, die eigene Facebook URL eintragen oder den eigenen Namen und den eines Freundes angeben.

Bei letzterer Variante aus einer Liste das eigene Profil auswählen. Facebook zeigt dann unter anderem auch an, an welche Emailadresse das neue Passwort geschickt wurde. Die Mitteilung enthält einen Code/Link zum Zurücksetzten des Passworts.

Sollte über das Passwort hinaus auch die primäre Emailadresse geändert worden sein, muss – wie bereits erwähnt – eine Mitteilung bei Ihnen eingegangen sein. Über diese Email kann der Vorgang rückgängig gemacht werden.

Sie haben diese Email aus Versehen gelöscht oder haben – aus welchen Gründen auch immer – keinen Zugriff mehr auf Ihre normale Emailadresse.
Keine Sorge: Auch hierfür gibt es einen Lösungsweg, um wieder Herr über den eigenen Facebook-Account zu werden.

Der Vorgang funktioniert so als hätten Sie nur Ihr Passwort vergessen. Klicken Sie auf die letzte Variante – eigenen Namen und den eines Freundes angeben. Dort wird wie oben beschrieben bei Facebook angezeigt, an welche Emailadresse die Nachricht versandt wurde.

Unter der Emailadresse befindet sich zusätzlich ein Link über den Sie melden können, dass Sie keinen Zugriff mehr auf genau diese E-Mailadresse haben. Daraufhin müssen Sie einen Vorgang durchlaufen, bei dem Sie eine Sicherheitsabfrage beantworten.

Anschließend können Sie ein neues Passwort wählen und auch eine neue Emailadresse festlegen. Dann heißt es nur noch 24 Stunden warten. Aber Achtung. Derjenige der möglicherweise Zugriff auf Ihre normalen Emails hat, kann den kompletten Vorgang rückgängig machen.

Sollte das tatsächlich der Fall sein, unbedingt die Seite http://www.facebook.com/hacked aufrufen und den Anweisungen folgen. Mit etwas Geduld löst sich auch dieses Problem. Viel Erfolg!

Ihre Meinung ist uns wichtig

  1. Tobias Schreiner meint:

    “Lösungsweg für Variante Nr. 1: Sie haben nach dem Hack noch Zugriff auf Ihre eigene Daten und können sich ganz normal einloggen.
    Wenn Sie sich noch normal anmelden können – Glück gehabt – eine Passwortänderung im Bereich der Facebook-Accounteinstellungen löst große Teile des Problems.”

    Jein. Wenn der Angreifer das Passwort tatsächlich über eine Spyware auf dem Rechner bekommen hat, wird er freilich auch über das neue Passwort informiert sein. In diesem Fall würde es nur helfen, das Passwort von einem anderen, garantiert virenfreien Rechner zu ändern und mit dem eigenen PC erst dann wieder ins Netz zu gehen, wenn garantiert keine Spyware mehr darauf zu finden ist. Es hilft übrigens wenig, den befallenen Rechner mit der installierten Virensoftware zu prüfen: Ist der Schädlich erstmal drauf, vermag er sich in der Regel so zu tarnen, dass er im laufenden Betrieb nicht mehr entdeckt wird.

    Eine gute Möglichkeit zur schnellen Prüfung ist der MS Standalone System Sweeper:
    http://connect.microsoft.com/systemsweeper

    • anton salzer meint:

      Steht das nicht im Artikel?
      “So oder so. Als erstes lassen Sie ein Antivirenprogramm prüfen, ob Ihr PC von Viren befallen ist. Das kann nie schaden.”

      • Tobias Schreiner meint:

        Jein. Viele glauben, dass es reicht, das eigene Virenprogramm, das eh auf dem Rechner installiert ist, einen Komplett-Check machen zu lassen. Wenn der Rechner aber befallen ist, ist der installierte Virenscanner häufig auch von der Schadsoftware manipuliert, sodass er nichts mehr findet, aber auch keine Fehlermeldung bringt. Das einzige, was dann hilft, ist von einem virenfreien Medium booten (oder die Platte des befallenen Rechners ausbauen, in ein externes Festplattengehäuse stecken und an einem virenfreien Rechner prüfen).

  2. anwohner meint:

    einen befallenen rechner wirklich wieder virenfrei zu machen bedingt meist einer umfangreichen prozedur mit mehreren programmen und schritten – wenn nicht erst die neuinstallation 100%ige sicherheit bringt.

    • Tobias Schreiner meint:

      Ich versuch’s gar nicht erst mehr, Viren zu entfernen. Meist investiert man nur viel Zeit und am Ende lässt sich der Schädling doch nicht rückstandsfrei entfernen.

      Virenbefall –> Neuinstallation (oder Aufspielen des letzten Images, falls es eines gibt), Einspielen des Backups der persönlichen Daten (sofern es hoffentlich eins gibt) und fertig.

  3. Linny meint:

    Ich habe bisher keinen Erfolg mit der Variante 2 (die leider realität ist)…habt ihr noch eine Idee?? meine emailadresse exisitiert nicht angeblich, eine neue emailadresse ist “eingerichtet” die mir NICHT bekannt ist (man sieht nur die ausgeixte stelle) und naja…..ich komme seit Gestern morgen nicht rein und bin deaktiviert, laut einer freundin bin ich aber schon seit Freitag abend nicht mehr bei FB und angeblich hab ich mein passwort gegen 20uhr am Freitag geändert……..

    HABT IHR EINE LÖSUNG? ich dreh bald durch weil ich echt Angst habe!!!

    LG

  4. bibi meint:

    ich habe auch ein problem. ich kann nicht mehr auf meine privatsphären einstellung zurück greifen!!! wenn ich klicke passiert gar nichts. kann auch keine fotos mehr teilen und nicht schuen wer “gefällt mir” gedrückt hat. ist das ein hacker angriff? oder ein virus? der scann mit 2 verschiedenen programmen hat nichts angezeigt.

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