Samstag, 19. April 2014

Randale an Schwaighofanlage eskaliert

Tegernsee stellt Strafanzeige

ErgÀnzung vom 24. September / 15:49 Uhr
Seit Mai 2011 besteht in der Tegernseer Schwaighofanlage in den Monaten von April bis Oktober zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens ein Alkoholverbot. Damit sollen vor allem die Alkoholexzesse Jugendlicher verhindert werden, die den Kiesstrand als beliebten Treffpunkt benutzten.

War das Verbot anfangs noch erfolgreich, so verschlimmert sich die Situation nun jedoch wieder. In den letzten Tagen kam es jetzt zu einem vorlÀufigen Höhepunkt.

Am Morgen waren die Spuren der nÀchtlichen Randale immer noch zu sehen

In den letzten Monaten wurde die Polizei wieder vermehrt zu VorfÀllen gerufen, die sich immer wieder gleichen. Betrunkene Jugendliche werfen Flaschen in die Rottach und in den See oder zerschlagen sie auf den Steinen.

Anwohner berichteten in dem Zusammenhang auch von DiebstÀhlen sowie Schnittverletzungen, die sie sich in Folge der herum liegenden Scherben zugezogen hatten. Die Polizei Bad Wiessee bestÀtigte auf Anfrage, dass ihnen das Problem bekannt sei und sie in dem betroffenen Gebiet auch wieder öfter auf Streife gehen mussten.

Die Stadt Tegernsee reagiert

An diesem Wochenende hatten sich die unbekannten Randalierer jedoch offenbar mehr vorgenommen, als in den Wochen davor. Laut Aussage der hinzugerufenen Beamten sei die Anlage richtiggehend verwĂŒstet worden. MĂŒlleimer sind abgerissen und umhergeworfen, ParkbĂ€nke im See versenkt und BrĂŒckengelĂ€nder kaputt. Dabei beziffert die Polizei den entstandenen Schaden auf circa 1.000 Euro.

„Bisher dachte ich, dass das Alkoholverbot seine erhoffte Wirkung zeigt. Aber aufgrund der VorfĂ€lle am Sonntag hat die Stadt Tegernsee sich jetzt dazu entschieden erneut zu reagieren und Strafanzeige gegen die unbekannten TĂ€ter zu stellen“, erklĂ€rt der GeschĂ€ftsleiter der Gemeinde, Hans Staudacher auf Nachfrage.

Trotz der VorfĂ€lle am Wochenende erklĂ€rt Polizeichef Wilhelm Siegel dennoch, er sehe keinen Grund an der Wirkung des Alkoholverbots zu zweifeln. “Vor dem Verbot war es da unten viel schlimmer”, so Siegel.

UrsprĂŒnglicher Artikel vom 4. juli mit der Überschrift: “Alkoholverbot in Tegernsee – zukĂŒnftig auch an der Point?”
Das im Mai 2011 beschlossene Alkoholverbot in der Schwaighofanlage zwischen Tegernsee und Rottach-Egern wird erneuert. Der Tegernseer Stadtrat hat sich in seiner gestrigen Sitzung auf ein Verbot bis Ende Oktober in der Zeit von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens geeinigt.

Einstimmig verabschiedeten die Mitglieder den Beschluss, der damit sofort in Kraft tritt. Gleichzeitig bekrĂ€ftigt der BĂŒrgermeister, dass er gewillt ist, die Verbote auch auf andere Örtlichkeiten in Tegernsee auszudehnen.

Schwaighofanlage: Zuerst besser, jetzt wieder schlechter

Damit ist von der Rottach-MĂŒndung ĂŒber den Strandabschnitt bis zum Bach jeglicher Alkoholkonsum offiziell verboten. Dieses Verbot gilt, wie schon im letzten Jahr, aber nicht nur fĂŒr Jugendliche, deren “Exzesse” man damit einschrĂ€nken will, sondern fĂŒr alle, die beispielsweise am See sitzend ein Bier trinken möchten.

Dieser Bereich ist auch weiterhin tabu.

In seiner kurzen EinfĂŒhrung gab BĂŒrgermeister Peter Janssen einen Überblick ĂŒber die aktuelle Lage an der Schwaighofanlage. Die Situation hatte sich nach den ausufernden Feiern im letzten Jahr zuerst deutlich entspannt. In den letzten zwei Wochen sei es allerdings wieder schlechter geworden. “Es bahnt sich wieder die gleiche Lage an wie im Jahr 2011. Da ist bei den Jugendlichen einfach keine Vernunft vorhanden”, so Janssen.

Vor allem am Strandabschnitt in der NĂ€he der Rottach-MĂŒndung komme es immer wieder zu nĂ€chtlichen Trinkgelagen und darauffolgendem Randalieren.

Der Polizei sind keine VorfÀlle bekannt

“Ich bedauere die Maßnahme. Vor allem, weil es sich um einige wenige Deppen handelt, die die Probleme bereiten.” Schon im letzten Jahr betonte Janssen, dass die Polizei fĂŒr ihre Kontrollen eine rechtliche Handhabe braucht. Und die hĂ€tte sie erst, wenn die Stadt das Verbot erlĂ€sst.

Die beschlossene Regelung soll sich allerdings nicht von Jahr zu Jahr automatisch erneuern, sondern muss vom Stadtrat immer wieder neu abgesegnet werden.

Auch auf der Point gibt es laut der Stadt Tegernsee immer wieder Probleme. Unter anderem mit zerbrochenen Bierflaschen.

Parallel zum Verbot in der Schwaighofanlage wies Janssen auf der gestrigen Sitzung auch auf Ă€hnliche Probleme an der Point hin. Vor allem zerbrochene Bierflaschen, teilweise unsichtbar im Sand vergraben, wĂŒrden viel Arbeit fĂŒr den Bauhof bedeuten, aber auch zu gefĂ€hrlichen Situation fĂŒr SpaziergĂ€nger und nicht zuletzt auch fĂŒr die Feiernden selbst fĂŒhren.

Wir haben mittlerweile ganz massive Probleme an der Point. Und wenn es so weitergeht, dann werden wir das Verbot auch dorthin ausweiten. Oder wenn es sein muss, auch auf die LÀnd oder andere öffentliche PlÀtze.

Die Jugendbeauftragte der Polizei Bad Wiessee möchte sich zu dem Verbot der Stadt Tegernsee nicht Ă€ußern. Jedoch betont Regina Reifenstuhl, dass es in letzter Zeit an beiden Örtlichkeiten zu keinen VorfĂ€llen gekommen sei. “Wenn es da Probleme mit Jugendlichen gegeben hĂ€tte, wĂŒrde ich es auch wissen.”

Wer eine Geburtstagsfeier oder Ähnliches feiern möchte, kann sich bei der Tegernseer Verwaltung ĂŒbrigens eine Erlaubnis holen, die dann bei Bedarf der Polizei vorgelegt wird. Die Ausnahmeregelung fĂŒr angemeldete Feste wurde bei der gestrigen Stadtratssitzung ebenfalls mit in den Beschluss aufgenommen. Auch wenn es dann “mit der SpontaneitĂ€t natĂŒrlich vorbei ist”, wie Janssen einrĂ€umt. Besser als nichts sei es allemal.

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  • LAMA

    Ich bin Hellseher , mh… lasst uns mal kucken:

    +++ EIL +++ // Oktober 2012 //

    In Tegernsee darf kein Bier oder etwaiger Alkohol an egal welchem Ort konsumiert werden. BiergĂ€rten werden geschlossen, die Brauerei klagt ĂŒber stĂ€rkste Einbußen, die Einwohner sind verĂ€rgert – und die Polizei weiß von nichts.

    Nach der kurzen EinfĂŒhrung von Peter “Autokratus” Janssen [...]

    Achja, wie schön, wenn man bald ĂŒberall kein Bierchen mehr trinken darf, ohne die Handschellen klicken zu hören.

    Jetzt aber mal witzlos – die Polizei schafft es nicht, ein paar Störenfriede einfach mal dingfest zu machen? Entschuldigung, aber da wĂŒrd’ ich halt dann mal bisschen PrĂ€senz zeigen und nicht erst kommen, wenn’s zu spĂ€t.

    Aber ich wart jetzt erst mal auf die Generaldiskussion, die hier hoffentlich wieder entsteht :D

  • gaaanz ruhig

    Dann hat sich ja nichts geĂ€ndert. Wobei es doch egal ist ob die Polizei keine Randalierer oder keine Biertrinker “einfĂ€ngt”.
    Hunde im Hundeverbot, Hundekot im Hundekotverbot, Alkohol an der Tankstell unter 16 hol, Alk trink bis Abwink …
    Mit noch so vielen Verboten wird man nichts Àndern.

    Im allgemeinen SchattenfinanzgeschĂ€ft wĂŒrden sich bestimmt nicht mehr Schulden anhĂ€ufen, wenn man (wie fĂŒr Falschparker) eine Ordnungsstelle fĂŒr die andern Themen anschaffen wĂŒrde.

    Vorschlag:
    Eine Parkuhr an den Verbotsstellen und man darf nach Einwurf von 50 cent, fĂŒr 30 min Alkohol trinken.
    Dann wĂŒrde sich auch eine Amtsperson rechnen die das per Ordnungsgeld bestrafen kann.
    Sagen wir bei Überschreiten von 3 bis 5 Volumenprozent kostet es 15€.

    • heat of the night

      Aber das wĂŒrde bedeuten, daß die Stadt extra Geld ausgeben muss um das Trinken zu unterstĂŒtzen.
      Eine Trinkaufsicht.
      Dann wÀre es doch besser, die Point von 20 Uhr bis 6 Uhr, so erfolgreich wie das tegernseer Strandbad, mit Eintritt zu versehen.

  • kein gast

    Die Stadt möchte ja, daß man diese FlĂ€chen fĂŒr die freie Gestaltung auch inkl. Alkohol nutzen kann. Mit 100% Sicherheit auch Jansen. Aber so wie ĂŒberall verdirbt sich die Gesellschaft selbst die eigene Freiheit. Mit Mut und Selbstsicherheit heutzutage Leute ansprechen um Schaden und Unsinn zu vermeiden heisst, sich selbst in Gefahr zu bringen oder sich zu outen.
    Die Stadt ist es den BĂŒrgern schuldig, gegen die Zerstörung von öffentlichen Anlagen und eben diese Dummheit mit den nötigen Mitteln vorzugehen.
    Es bleibt jedem selbst ĂŒberlassen, den AmtstrĂ€ger sinnlos zu beschimpfen oder selbst dafĂŒr einzutreten, daß das öffentliche Eigentum auch unversehrt bleibt.
    Das fĂ€ngt damit an, daß man keine Zigaretten irgendwo hinschmeißt und in dem Fall, diesen darauf anspricht.
    Wenn es wirklich so viel wert wĂ€re, diese Stellen ohne Alkoholverbot zu halten, dann wĂŒrde sich auch Widerstand bilden und ggf. eine Gemeinschaft die mehr darauf achtet daß nichts ĂŒbermĂ€ĂŸig ausartet. Aber was solls.
    Gerade die Gruppen, die schimpfen und dies so gerne wollen, sind in diesem Fall doch gleichzeitig unfĂ€hig dafĂŒr nur einen Finger zu rĂŒhren.
    Mehr als Deckel auf und liegen lassen ist da nicht drin. Da kann ein Verbot wirklich nicht falsch sein.

  • Kommentator

    Ich war letzten Freitag nachmittags um 16:00 Uhr mit meinen Kindern an der Point. Da war eine grĂ¶ĂŸere Gruppe von Jugendlichen am Feier-Baden, inklusive Bierkasten in der Tegernsee-KĂŒhlung und ziemlich lauter Radio-Bedröhnung (unfreiwillig natĂŒrlich auch sĂ€mtlicher sonstiger BadegĂ€ste).
    Rund um den Lagerplatz der Gruppe hat es ausgesehen, dass es einfach nicht mehr “feierlich” war: Leere Flaschen (von Wodka ĂŒber Bier ĂŒber Cola und Sonstiges), Zigarettenkippen, Plastik, MĂŒll – es war unglaublich.
    MĂŒĂŸig zu sagen, dass sich die Gruppe zum Abend hin entfernt hat, die Schweinerei natĂŒrlich nicht.
    Und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe mich nicht getraut den Haufen darauf anzusprechen.
    Das soll weder eine Pauschal-Verurteilung feierfreudiger Jugendlicher noch ein PlĂ€dieren fĂŒr ein allgemeines Alkoholverbot sein. Aber angenehm war die Situation fĂŒr uns nicht (ich habe meine Kinder gebeten, den Platz weitrĂ€umig zu meiden, damit sie sich nicht an Scherben verletzen), ein positives Bild fĂŒr GĂ€ste natĂŒrlich auch nicht.
    Insofern finde ich es nicht verkehrt, dass hier einmal eine öffentliche Debatte stattfindet.

  • Schorsch

    Die Scherben auf der Point sind mir auch schon mit Schrecken aufgefallen. Da gehn Leute barfuß im Sand und können sich gefĂ€hrlich verletzen, absolut unzumutbar!
    Ja, am See Saufen macht Spaß, hab ich selbst zu Kollegstufenzeiten. Ich möchte aber an die Jugendlichen appelieren, ein gewisses Maß an Vernunft zu wahren und falls mal was zu Bruch geht sorgsam aufzrĂ€umen.
    Im Allgemeinen finde ich, der Sand/die Wiese an der Point gehört mal grĂŒndlich abgesucht und entrĂŒmpelt. Da liegen viele Kronkorken und auch vereinzelt Scherben verstreut, wo man sich verletzen kann. Ist denn dort da regelmĂ€ĂŸig jemand zum AufrĂ€umen? Vielleicht ja, und es wĂŒrde sonst viel schlimmer aussehen….?
    Zum Thema denke ich, mit Verboten kann man nicht viel erreichen. Da verdirbt den Jugendlichen und den Älteren gleichermaßen den Spaß, am See mal eine Halbe zu trinken, was ja durchaus auch gesittet ablaufen kann. Mehr Kontrollen durch “Jugendpatrouillien”, gegebenenfalls auch die Namen der “Störenfriede” notieren. Das regt jene vermutlich dazu an, sich gut zu benehmen, da sonst Ärger droht. Sozusagen der erhobene Zeigefinger, falls der Appell an die Vernunft alleine nicht ausreicht, auch wenn es ein wenig nach Schikane klingt.

  • Bierfreund

    Wie wĂ€re es denn mal mit Schildern, die an die Vernunft appellieren? Diese mĂŒssten humorvoll formuliert und illustriert werden und wĂŒrden so auch Jugendliche ansprechen.
    In jeder Gruppe ist doch immer einer, der den Rest dann zum AufrĂ€umen bewegt. Ich spreche aus Erfahrung, habe in Tegernsee Abi gemacht und dort auch diverse Sommerabende mit Bier verbracht. Den MĂŒll entsorgt, haben wir anschließend allerdings immer.
    FĂŒr diejenigen, fĂŒr die das nicht selbstverstĂ€ndlich ist, denke ich, wĂ€re eine kleine GedankenstĂŒtze recht hilfreich.
    Ein Verbot bringt nichts, dann wird halt schnell der Kasten versteckt, wenn die Polizei kommt und danach weiter getrunken.

    “Immer schön sauber bleiben”
    “Der MĂŒlleimer freut sich ĂŒber den letzten Schluck Bier in eurer Flasche”
    “Nur volles Bier ist herrlich – leeres gehört in den MĂŒll!”
    “Feiern ist toll – aber Umweltschutz auch!”
    “Schön, dass ihr ein kĂŒhles Bier dabeihabt – schade, wenn es liegen bleibt.”
    Darunter ein Bild von einem JĂŒngling, der gerade seine Flasche in den MĂŒlleimer wirft und ein MĂ€dl, das ihn liebevoll anlĂ€chelt.

    • Rottacher

      In Wien haben die MĂŒlleimer und Aschenbecher auch witzige Aufdrucke..
      WĂ€re generell mal eine gute Idee..

  • Waldmann

    Ich habe in jĂŒngeren Jahren etliche Stunden feiernd an der Rottach-MĂŒndung und v.a. am Ringsee verbracht. FĂŒr mich und meine “Kollegen” war es damals selbstverstĂ€ndlich, dort etwa Flaschen nicht absichtlich zu zerddeppern und den MĂŒll wieder mitzunehmen, zur Not auch mit halb ausgeschlafenem Rausch am Morgen. Ich will damit jetzt gar nicht mal sagen dass so viel besser erzogen oder ĂŒberhaupt besser waren als die “Jugend von heute”. Nein, wir waren einfach froh, solche FeierplĂ€tze zu haben und wollten uns einfach nicht sozusagen das eigene Nest einsauen. Und auch nicht dafĂŒr sorgen, dass es uns irgendwann gesperrt wird.

    Offensichtlich spielt bei den Betreffenden dieser eigentlich nur logiche Gedanke keine Rolle (mehr). Dann sollen ihnen diese PlĂ€tze halt auch nicht mehr zur VerfĂŒgung stehen, aber ich geh hier einmal mit Peter Janssen d’accord: Das einige die Probleme bereiten und letztendlich alle dafĂŒr geradestehen mĂŒssen, ist bedauerlich. Eine Musterlösung, wie man diese Verantwortlichen aussiebt, habe ich zumindest auf die Schnelle aber auch nicht.

    Komisch finde ich nur, dass es laut Polizei ja gar keine VorfĂ€lle gegeben hat. Aber so weit, deshalb jetzt eine Verschwörung zu vermuten dahingehend, dass in Tegernsee das Biertrinken draußen irgendwann nur noch im BrĂ€ustĂŒberl-Freibereich (Ich weigere mich das “Biergarten” zu nennen) erlaubt sein soll, gehe ich dann doch nicht…

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