Mittwoch, 22. Mai 2013

Ein Kommentar zu neuen Sperrstunden und Alkoholverboten

Wie viel Verbote braucht das Tal?

Die Sperrstunde auf den Waldfesten im Tegernseer Tal hat zu einer hitzigen Debatte geführt. Vom finanziellen Schaden für die veranstaltenden Vereine war die Rede. Neue Diskussionen gibt es auch um das Alkoholverbot in der Schwaighofanlage. Dabei sind die Ziele der Wiesseer Polizei und der Talgemeinden in beiden Fällen identisch: Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen soll stärker eingedämmt werden.

Ein nachvollziehbares Motiv und eines gegen das nur schwer argumentiert werden kann. Und trotzdem stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage: Wie viel Verbote braucht das Tal?

Bestehende Gesetze sind längst da

Denn es ist nicht so, dass durch die Verbote erst eine Grundlage dafür geschaffen wird, um Jugendlichen den Alkoholkonsum zu verbieten oder ihnen den längeren Aufenthalt auf Waldfesten zu untersagen.

Für beide Angelegenheiten – Waldfeste und die Schwaighofanlage – gäbe es bereits klare Richtlinien, nachzulesen im Jugendschutzgesetz. Dort ist geregelt, dass Jugendliche nicht ohne weiteres an Alkohol und Zigaretten gelangen sollen und auch um vier Uhr in der Früh nichts an der Waldfestbar verloren haben.

Um zwei Uhr ist auf den meisten Waldfesten inzwischen Zwangsschluss

Auf die Einhaltung der vorhandenen Gesetze zu pochen, müsste also der eigentliche Weg sein. Das würde aber auch bedeuten, dass die Polizei vor Ort Kontrollen durchführen muss. Dass darauf geachtet wird, was Jugendliche trinken und zu welcher Uhrzeit sie es tun.

Ein Punkt wird dabei gerne vergessen: Wer über 18 ist, ist erwachsen. Vor dem Gesetz macht es keinen Unterschied, ob ein 18- oder ein 50-jähriger zu tief ins Glas geschaut hat. Das muss man einfach akzeptieren oder an anderen Stellen ansetzen und jungen Erwachsenen Alternativen aufzeigen. Ein Problem, dass einen gesellschaftlichen Ursprung hat, braucht auch andere Lösungsansätze.

Allen alles verbieten ist nicht die Lösung

Im Tal wählt man allerdings den vermeintlich einfacheren Weg: Man verbietet es einfach allen. Kein Bier am See, auch wenn sich nur zwei alte Schulfreunde auf ein Bier treffen oder ein verliebtes Pärchen mit einem Glas Sekt anstoßen will.

Kein Waldfest nach zwei Uhr. Für niemanden. Egal ob 16 oder 60. Damit schiebt man die Verantwortung an die Vereine ab, anstatt sie bei der Polizei zu belassen. Bestehende Gesetze werden nicht kontrolliert, sondern durch generelle und neue Verbote abgelöst.

Dabei ist es einfach weniger Aufwand, wenn man sagen kann “kein Bier, für niemand”, als sich zu Fuß auf den Weg zu machen und Kontrollen vor Ort durchzuführen, mit dem klaren Ziel “kein Alkohol für Jugendliche” oder “keine Jugendlichen nach 24 Uhr”. Wie gesagt, die Gesetze dafür sind längst da. Der Knackpunkt ist deren Einhaltung.

Keiner ist dafür Alkohol schönzureden oder zu verharmlosen. Erst recht nicht bei Jugendlichen. Keiner will Pöbeleien und Schlägereien betrunkener Waldfestbesucher. Aber trotzdem muss man aufpassen, wie viel Verbote und neue Gebot man auf Dauer möchte im Tal. Und wie viel Freiheit man damit jedem Einzelnen nimmt.

Ausgangssperren helfen

Noch weniger Alkohol getrunken und wahrscheinlich auch weniger Straftaten würden sicherlich begangen, wenn im Tal ab 20 Uhr eine generelle Ausgangssperre herrschen würde. Aber will man das?

Probleme sind da um gelöst zu werden und nicht um sie zu verdrängen und beiseite zu schieben. Genau das, verdrängen und wegschieben, tut man aber, wenn man nur die sichtbaren Auswirkungen verbietet.

Aus den Augen aus dem Sinn. Kein Bier in der Schwaighofanlage bedeutet nicht automatisch, dass Jugendliche weniger trinken. Sie tun es nur wo anders. Keine Waldfest nach zwei Uhr heißt nicht zwangsläufig, dass es weniger Streit, Lärm, Ärger und Betrunkene gibt. Es passiert lediglich zu einer anderen Uhrzeit. 

Moderation von Kommentaren

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  • hehe

    und dann wundern wenn die Jugendlichen nimma ins Tal kommen, wenn man ihnen alles verbietet.

  • Max

    Diese Verbote sind sowieso schwachsinnig, da die minderjährigen Jugendlichen eh kein Alkohol drinken dürfen…Welcher Jugendliche der Alkohol trinken will interessiert es denn dann noch ob es an diesem ort (z.B. Schwaighofanlage) nochmal explezit verboten ist.Ob er jetzt gegen das Jugendschutzgesetz oder gegen das Jugendschutzgesetz und ein weiteres Verbot verstößt is ihm dann doch eh egal…Es endet eh beides mit der gleichen Strafe, die meistens nicht mal gegeben wird. Meistens wird dann halt der Alkohol abgenommen und schlimmstenfalls endet es mit einem Anruf bei den Eltern^^

    • Vidur

      Nicht unbedingt. Bei dem Verbot am Schwaighof ging es wohl vor allem um Bier, etwa zerbrochene Bierflaschen und solche Späße. Und dieses wird sehr wohl an jugendliche abgegeben, falls sie das 16. Lebensjahr vollendet haben.
      Inzwischen wird ja auch sehr viel geschimpft, dass unter 16-jährige viel Alkohol trinken. Meiner Erfahrung nach stimmt das aber nur bedingt. Es mag Ausnahmen geben, wo das zutrifft, und es mag auch mal Ereignisse geben, wo so etwas tatsächlich stattfindet. Aber exzessives Trinken gibt es in dieser Altersgruppe nur äußerst selten. Wo das dagegen anders aussieht ist natürlich beim Rauchen.
      Dem Kommentar kann ich im Übrigen nur zustimmen. Macht es wirklich Sinn, eine Veranstaltung, wo Alkohol in Massen ausgeschenkt wird, vernünftig machen zu wollen? Sicher gibt es teilweise auch sehr gefährliche Situationen. Aber hier muss halt wirklich auch mal die Polizei präsent sein. Oder man sorgt irgendwie anderweitig dafür, dass nicht irgendwelche Betrunkenen Chaoten auf der Hauptstraße herumtorkeln. Wobei das im Falle vom eigentlichen Auslöser für das Verbot ja nicht das Waldfest selbst war, sondern eine Facebook- Party.
      Aber gut. Ich denke nicht, dass das Verbot wieder kippen wird. Wann wird denn in Deutschland schon mal ein Verbot gekippt? Es wird höchstens Ausnahmen geben.

  • BigLeo71

    Ganz meine Meinung. Was eine 2-Uhr-Sperrstunde am Waldfest mit Jugendschutz zu tun haben soll, erschließt sich mir auch nicht ansatzweise – um die Zeit sollten ja wohl eigentlich keine Minderjährigen am Waldfest sein? Und falls doch, muss man eben darauf achten, anstatt allen das Trinken zu verbieten. Und wer mal nach England geschaut hat, der weiß, dass es die meisten Probleme mit Aggressionen etc gibt, wenn sich alle noch schnell vor der Sperrstunde zuschütten und dann gleichzeitig auf der Straße stehen wie vor den dortigen Pubs. Mit das Schöne an den Waldfesten war ja immer gerade das entspannte Ausklingenlassen mit Open End an der Bar. Wäre schade, wenn das jetzt verloren geht. Der Effekt am Enterrottacher Waldfest letzte Woche war auch, dass alle gezwungenermaßen gleichzeitig rausströmten und im ganzen Tal kein Taxi mehr zu bekommen war. Das kann’s ja wohl alles nicht sein…

  • Waldmann

    Ein wirklich guter Kommentar, den sich die betreffenden Verantwortlichen mal genau durchlesen sollten. Das wird aber wohl kaum passieren und wenn doch, werden sie ihn wohn gepflegt ignorieren.

    Zum Thema Jugend und Alkoholmissbrauch fällt mir da übrigens ein, was ich mal zu dem Thema gehört habe. Es war die Aussage einer Mitarbeiterin der Suchtberatung die meinte, in Bayern würden besonders viele Junge exzessiv zur Flasche greifen und das wäre letztlich auch kein Wunder, weil eben gerade in Bayern saufen (saufen, nicht ein, zwei Bierchen trinken) geradezu verherrlicht werden würde.

    Ergänzend dazu noch eine Beobachtung, die ich beim vorletzten Tegernseer Faschingszug gemacht habe: Drei Jugendliche, erkennbar minderjährig und ebenso erkennbar gut abgefüllt torkeln über die Straße, einer von ihnen eine Wodkaflasche in der Hand. Das direkt vor den Augen von zwei Polizisten. Deren Reaktion: absolut überhaupt keine. Wären es drei 50Jährige gewesen von denen einer auch nur vermeintlich einen Joint dabei hat, hätte es sicher anders ausgesehen.

    Und noch etwas: Ich bin kein Abstinenzler und war es auch als 15-jähriger schonnicht mehr, habe vielmehr als Jugendlicher auch alkmäßig einigen Scheiß gebaut. Ich bin genau deshalb sehr wohl der Meinung, dass man gegen übermäßigen (!) alkkonsum unter Jugenlichen vorgehen muss, weil man sich gerade in dem Alter damit eine Menge Mist einbrocken kann, der sich negativ aufs restliche Leben auswirkt.

    Wie man das machen soll ist freilich ein Punkt auf den ich zugegebenermaßen auch keine wirklcihen Antorten habe. Es kann aber nicht aus irgendwelchen Verboten bestehen, die wohl eh kaum was bringen und v.a. alle betreffen und damit hauptsächlich Leute, die für die Problematik gar nicht verantwortlich sind.

  • iswurscht

    Warum die Verantwortung nur auf die Polizei abschieben, die Veranstalter habe als erste die Pflicht, bestehende Gesetze einzuhalten und Verstöße zu ahnden. Wer Jugendlichen noch nach 24 Uhr Alkohol ausschenkt, dazu noch “Harten”, gehört selbst bestraft. Leider ist es vielen egal, die auf den Festen ausschenken, das Geld braucht man doch für die Jugendarbeit, damit die Jugend was vernünftiges macht außer Saufen, ähhh… irgendwie ein Paradoxon.

    • Tine

      Die Verantwortung liegt nicht an erster stelle bei den Veranstaltern sondern zuhause bei den Eltern!!!
      Leider habe ich das gefühl hier läuft schon einiges schief denn die Eltern haben eine Aufsichtsplicht auch für Jugendliche gilt diese.

    • :-)

      Sehr geehrte/gehrter Frau/Herr “iswurscht”
      ach Sie sind hiermit recht herzlich eingeladen im nächsten Jahr an der Waldfestbar zu kontrollieren, dass keine Jugendlichen mehr anwesend sind!

      Es ist als Veranstalter leider so gut wie unmöglich das genau zu kontrollieren. Wir können lediglich den Jugendlichen keinen Alk verkaufen und Sie darauf hinweisen das Fest zu verlassen. Da allerdings die betreffende Jugend , die, die sich gnadenlos wegballert, nur in seltensten Fällen sich direkt auf dem Waldfestgeländde befindet und sich zumden ihren Alkohol selbst von Zuhause aus mitbringt, sehe ich hier in keinster Weise die Pflicht beim Veranstalter!!

      Ich muss mich eher meiner Vorrednerin Tine anschließen. Hier sind die Eltern gefragt!! Wenn Jugendliche nach 24 Uhr noch an der Bar sind, oder sich im umliegenden Waldfestgelände das Hirn wegsaufen, muss ich mich fragen, wo die Eltern der entsprechenden “Kinder” sind. Als ich in dem alter war, was zugegeben noch nicht all zu lange her ist, wurde mir gesagt, wann ich Zuhause sein muss. Ich ich tat gut daran, mich daran zu halten, denn sonst hätt ich die nächsten Tage/Wochen gleich komplett Zuhause bleiben können. Und, wars schlimm für mich? ne, überhaupt nich! klar hab ich mich in dem Moment geärgert, aber ich wusste, dass wenn ich alt genug bin ich selber entscheiden kann, wie lang ich bleiben möchte. Aber ich hab das Gefühl, das viele Eltern angst haben Ihren Kindern etwas zu verbieten, weil sonst währ man als Elternteil ja “uncool”!!

      Aber ok, ich komm vom Thema ab…
      Wie gesagt, die Kontrollpflicht liegt bei der Polizei, die ich, bis auf ein oder zwei zivielstreifen VOR 24 Uhr, ich an keinem Fest angetroffen habe!
      Klar, die Pflicht der Veranstalter ist es, den unter 18 Jägrigen keinen Alkohol zu verkaufen. Aber die Jugendlichen, die ausschlaggebend waren für diese 2 Uhr spere, die hatten hren Alk in Rucksäcken mitgebracht!

  • Tobi

    Eine Lösung muss nicht bedeuten, dass nur EINE Sache gemacht wird. Eine Lösung kann genausogut auch ein “Geflecht” an Aktionen sein, damit das Ziel erreicht wird.
    Z.B. Kann man an der Waldfestkasse, ähnlich wie in Bars/Clubs die Ausweise derjenigen einsammeln, die um 22 Uhr daheim sein sollen. Zudem kann spätestens ab halb 10 die Polizei auflaufen. Und dann sollte jeder von uns seine Augen nicht abwenden und seinen Mund aufmachen, wenn er offensichtliche Vergehen erkennt. Und dann sollte uns auch Bewusst sein, dass das dann nicht den Alkoholkonsum eindämmt. Das sollten die Eltern dann auf die Reihe bekommen.

    • :-)

      An und für sich eine gute Idee. Leider hat sich die Gesetzeslage meines Wissens nach geändert, so dass man als Privatveranstalter, oder auch als Verein, die Ausweise nicht mehr einsammeln darf. Das ist meines Wissens nach nur noch den Sicherheitsdiensten erlaubt… kann sein, dass ich mich irre, was ja eigentlich gut wär :-)
      Der Teil der Idee mit der Polizei und vor allem der mit den Eltern gefällt mir besonders gut! :-)

  • Fred

    Ich kann den Vereinen dazu einen Tipp geben;Bar abschaffen,nur Bier bis 2Uhr ausschenken und viele Probleme lösen sich von selbst.

    • Sissi

      Nur dann fehlen die Bareinnahmen die die jeweiligen Vereinebrauchen die bei 4 Euro je Getränk sehr hoch sind….

  • Anoymous

    Ich denke diese Verbote führen zu rein gar nichts. Zumindest solche wie das Alkoholverbot an der Schwaighofanlage oder das schließen der Waldfestbars um 2:00 Uhr. Denn es heißt doch auch freistaat Bayern und nicht kontrollstaat Bayern! Wieso stört es unsere Gesellschafft, dass über 16 jährige manche auch bereits volljährig gemütlich am Wochenende am See sitzen, Bier trinken und grillen? Der Artikel in der Tegernseer Zeitung über die Umstände z.B. zerbrochene Bierflaschen überall, höchster Verschmutzungsgrad und es wurde sogar von möglicher Lebensgefahr gesprochen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Jugendlichen, die sich dort regelmäßig treffen ihren Platz ebenfalls versuchen so sauber wie nur möglich zu halten um dort barfuß Baden gehen zu können und Probleme mit der Polizei zu vermeiden. Es ist eine Unverschämtheit gestelle Bilder zu veröffentlichen, die angeblich die verschmutzung der Schwaighofanlage zeigen sollen! Durch Absprachen mit den Anliegern weiß ich, dass es diese nicht stört, wenn die besagten Jugentlichen ein wenig feiern.
    An den Waldfestern ist es meiner Meinung reiner Schwachsinn um 2 Uhr zu schließen. So werden die Vereine geschädigt und das Vergnügen auf den Waldfestern eingeschränkt, für jeden. Als Waldfestfan war ich dieses Jahr und die letzten Jahre fast immer anwesend und von dem angeblich aggressiven Verhalten hab ich doch wenig mitgekriegt. Natürlich kam es hin und wieder zu kleineren Auseinandersetzungen, die erstens gleich wieder geschlichtet wurden und zweitens nicht nur bei Jugendlichen sondern auch bei Erwachsenen stattfanden. Es sollte nicht allgemein gesagt werden Jugendliche dürfen “das” und “das” nicht mehr. Es sollte eher einzeln vorgegangen werden, zum Beispiel die deutlich zu jungen oder zu betrunkenen nach Hause schicken. Dies müsste der Veranstalter übernehmen und falls die Situation eskaliert muss die Polizei einschreiten.
    Für niemanden ist es ein Problem oder ein Störfaktor wenn ein zwischen 16 und 18 jähriger, einheimischer den dort jeder kennt, sich nach 24 Uhr dort aufhält.

  • Steffi

    Ich finde es ist völliger schwachsinn solche Dinge für die Allgemeinheit zu beschließen! Außerdem ist es, wie wir bestimmt alle wissen, nicht besonders schwer als Jugendlicher an Alkohol oder Zigaretten zu kommen! Wenn dann die Bars um 2 geschlossen werden wird wo anders weitergetrunken! Es gibt übrigens nicht nur Jugendliche die sich einfach nicht zusammenreissen können und es übertreiben, bloß interessiert es bei den Erwachsenen niemanden und alle Jugendlichen sind dann die schwarzen Schafe die alles ausbaden müssen! Alle hier sind oder waren doch selber mal jung und haben sich eben auch mal mit jemandem in die Haare gekriegt! Da kann mir keiner was anderes erzählen..! Ach ja und an der schwaighofanlage sind die meisten jugendlichen sauberer als die Touristen, die meinen sie könnten ihren Müll hinwerfen!!

    • Fred vom See

      Stimmt schon, wir waren alle mal jung, aber ganz ehrlich, solchen Schwachsinn hatten wir nicht im Sinn: ” Laternen runter reißen, Sitzbänke in den See werfen, Privatzäune abbrechen und verbrennen, Videokameras der Touristinfo demolieren und sich noch filmen lassen (wie blöd ist dass denn?) und und und…
      Heute machen die Kids nicht mal mehr mit 18 den Führerschein, null Bock, wie ich immer wieder höre, was brauch ich’n Auto, viel zu teuer…mein “Alter” holt mich doch ab, wenn’s sein muß!

      Ich bin jetzt 51, wir kratzten alle Kohle zusammen und kauften uns vom ersten selbstverdienten Geld die ersten Schrottmühlen von Autos oder Mopeds und machten die Gegend unsicher, fuhren mit dem Moped auf`n “Kaffee am Lago Maggiore” und am gleichen Tag wieder Heim, gingen 3 mal die Woche in irgendwelche Sportvereine und maßen unsere Kräfte abends in den Clubs der Stadt.

      Mann o mann, und es machte soviel Spaß!

      Keiner sagt was wenn gefeiert und gesoffen wird, aber der Punkt ist, was kommt danach? Warum kann ich um X – Uhr nicht nach Hause gehen und gut ist’s?
      Aber nein, jetzt muß noch irgendwas fallen und wenn es nur die Laterne im Kurpark ist. Warum immer diese primitive Randale gegen Sachen die sich nicht wehren können? Ist das Frust gepaart mit Feigheit?

      Zu einigen Kommentatoren ist noch zu sagen dass hier der Wunsch vor den Fakten steht, die Wirklichkeit sieht leider völlig anders aus, sorry!

      Die Kids von heute? – Na ja, Ihr tut mir schon leid, ihr habt alles und doch sehr wenig, schade!

      • Waldmann

        Der “Jugend von heute” vorzuwerfen dass sie “keinen Bock hat” den Führerschein zu machen und Autos zu kaufen ist wohl der tollste Vorwurf den ich in die Richtung je gehört hab (zumal Deuschland und gerade das Tal noch mehr Autos und Verkehr ganz dringend brauchen).

        Ich kann mich übrigens noch gut an das “Diese rücksichtslosen jungen Raser von heute!”-Gemecker älterer Leute in früheren Jahrzehnten erinnern. Du auch? Aber nein, bei euch ist ja sicher niemand je viel zu schnell oder gar besoffen durch die Gegend geheizt und hat damit andere gefährdet. Sicher nicht. In meiner Generation (bin etwa anderthalb jahrzehnte jünger als du) ja doch genausowenig. Ganz klar.

        Ebenso sind Sachbeschädigungen, zuviel saufen oder Randale auf Festen oder sowas auch etwas, das es früher nie,aber wirklich niemals gegeben hat. Aber die Jugend von heute – die taugt halt nix. Das sagten schon die oiden Griechen. Und ich habs in meiner Jugend auch öfters gehört. Wir also schon was dran sein….

        • Fred vom See

          O Mann, Waldmann@ – bitte, ein bisschen den Ball flach halten, ich darf sagen, im Gegensatz zu anderen Schreibern hier, seit insgesamt 32 Jahren mit Jugendarbeit beschäftigt, auch hier im Tal. Diese Informationen, die übrigens meist sehr positiv sind, resultieren aus dieser langen Erfahrung.

          Lies zwischen den Zeilen was und vorallem wie es gemeint ist!

          Es geht doch null darum dass jeder Jugendliche mit dem Auto durchs Tal brettert, da fehlen mir echt die Worte wie einem das Wort im Munde umgedreht wird. Aber gut…

          Es geht um Perspektiven aufzeigen, Träume zu haben und eventl. auch zu leben. Das Gefühl der Freiheit, wie auch immer, ob beim Sport, auf einem Zweirad, Auto oder sonst wie, zu erleben!
          Und wenn ich dann den Text von Ex-Rottacherin@ lese fragt man sich wie Generationen früher groß geworden sind?
          Eigentlich müßten wir alle kriminell, alkoholabhängig oder sonst was sein, denn, – nie ging es der heutigen, jungen Generation “materiell” besser als heute!

          Das ist gut so, kann aber auch ein Nachteil sein, oder?

          • da ander

            eh klar, dass früher alle besser warn als unsre Jugend heut.

            Bei solchen Kommentaren grieg ich wirklich das kotzen, da werden ständig, eine Minderheit an Jugendlichen, welche nach übermäßigen Alkoholgenuss randalieren, mit den anderen in einen Topf geworfen.

            Und vielleicht schon mal daran gedacht das es früher vielleicht einfach nicht die Medien so hervorgebracht haben wie heute?

  • Ex-Rottacherin

    Hallo zusammen,
    ich bin hier gerade auf diesen Artikel gestoßen… Ist denn letztendlich nicht so, dass die Jugendlichen das Gesamtbild des Tegernseer Tals zerstören?! Eine Jugendbeauftragte der Polizei Bad Wiessee meinte einst zu mir: “Wir sind dafür zuständig, dass die Jugendlichen aufgeräumt sind!” Im Großen und Ganzen möchte das Tal doch nur den schönen Schein wahren. Es lebt vom Tourismus, das soll auch so bleiben, laut der Gemeinden. Ich bin erschüttert darüber, dass sich aufgeregt wird. Das heißt nicht, dass ich exzessiven Alkoholkonsum bei Jugendlichen/Minderjährigen für gut heiße, aber nun stellt sich doch die Frage:WAS SOLLEN SIE SONST TUN?! Ich bin selbst eine der Generation, die gerne mal am See getrunken hat, auch mal gern etwas lauter war etc, deswegen kann ich die nachfolgende Generation nur zu gut verstehen. Die Kids können doch nicht nur Zuhause sitzen… Damals wie heute wird nichts effektives für Jugendliche angeboten. Das JUZ in Tegernsee, wenn es überhaupt noch existiert, is doch inzwischen out… Sie brauchen etwas, was ihnen Ansporn verleiht… Saufen ist, klar, keine Lösung und auch nicht der richtige Zeitvertreib, dennoch sehe ich keinen Sinn darin, selbst an Waldfesten, wo sich das ganze Jahr drauf gefreut wird, eine Sperrstunde zu verhängen. Im Winter ist tote Hose und jetzt auch noch im Sommer??? Liebe Gemeinden… Lasst euch etwas einfallen…!!! Die Statistik zur Bevölkerungsentwicklung im Tal sieht beschissen aus… Warum einen neuen Kur-Kongressaal, warum nicht eine vernünftige Institution für eure Kinder??? Ich konnte es damals nicht nachvollziehen und heute erst recht nicht… Zeigt ihnen, dass es auch anders geht, dann sind Alkoholverbote etc… überhaupt nicht nötig… Vorallem leiden ja nicht nur die Kids drunter, sondern auch die etwas älteren Generationen…!
    Ich bin abgehauen und hab dem Tal und Bayern den Rücken gekehrt, weil man sich nicht weiterentwickeln kann, die Zeit scheint stehengeblieben zu sein… Ich glaube, es ist dringend an der Zeit etwas zu verändern. Seid nicht so konservativ- GEBT IHNEN EINE CHANCE!