Der Tegernsee in der Top 10 der teuersten Wohnadressen Deutschlands

Wohnen am See – ein unbezahlbarer Luxus?

Ergänzung vom 19. Juni / 12:58 Uhr
Jenseits der Städte weisen Immobilienmärkte massive Preisunterschiede auf. Während beispielsweise am Tegernsee Hauspreise von einer Million Euro keine große Ausnahme sind, können Besitzer in Schäplitz mit nicht einmal 40.000 Euro rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von ImmoScout24.

Damit treffen die Ergebnisse auch die jüngste Einschätzung der Luxusmakler von Engel & Völkers. Analysiert hatte die Immobilienplattform den Preis für ein Haus mit 140 m² Wohnfläche. Spitzenreiter ist dabei die Gemeinde Tegernsee, in der Verkäufer durchschnittlich 1,2 Millionen Euro veranschlagen. Das untere Ende der Preisskala findet sich derzeit in den neuen Bundesländern: Ein Haus gleicher Größe in der Gemeinde Schäplitz in Sachsen-Anhalt kostet rund 38.000 Euro. Das ist 32-mal weniger als in Tegernsee.

Die zehn teuersten Gemeinden im Überblick (Haus mit 140 qm Wohnfläche):
1. Tegernsee (1.200.000 Euro)
2. Wenningstedt-Braderup (1.000.000 Euro)
3. Pullach (975.000 Euro)
4. Grünwald (945.000 Euro)
5. Gräfelfing (885.000 Euro)
6. Kampen (860.000 Euro)
7. Sylt (810.000 Euro)
8. Spiekeroog (795.000 Euro)
9. Icking (790.000 Euro)
10. Rottach Egern (780.000 Euro)

Die zehn günstigsten Gemeinden im Überblick (Haus mit 140 qm Wohnfläche):
1. Schäplitz (38.000 Euro)
2. Pennewitz (45.000 Euro)
3. Schwobfeld (47.000 Euro)
4. Oberhain (50.000 Euro)
5. Bechstedt (52.000 Euro)
6. Straguth (52.000 Euro)
7. Witzleben (52.000 Euro)
8. Saxler (53.000 Euro)
9. Lichte (54.000 Euro)
10. Eßleben-Teutleben (55.000 Euro)

Für die aktuelle Analyse wurden über 2,5 Millionen Immobilienangebote ausgewertet. Um eine gewisse Vergleichbarkeit herzustellen, hat man dabei ein Durchschnittshaus mit einer Wohnfläche von 140 m² in durchschnittlicher Lage im Gemeindebereich berechnet.

Ursprünglicher Artikel vom 8. Juni:
Eine Immobilie im Tegernseer Tal ist in unseren Tagen nur schwerlich mit den Händen zu fassen, wenn auch oft zum Greifen nah. Nur entscheidungsfreudige Kunden, die quasi schon bei der Terminabsprache wissen, was sie wollen und dem Makler ins Ohr brüllen: „Das nehme ich! Sofort reservieren!“, haben eine Chance, das Haus oder Grundstück tatsächlich zu erwerben – so Alice in ihrer vorletzten Kolumne.

Wer dachte, diese Darstellung sei übertrieben, den wird eine aktuelle Analyse von Engel und Völkers interessieren. Darin belegen zwei Tal-Gemeinden Platz 9 und 10 im Ranking von Deutschlands teuersten Gemeinden

Preise in Euro für Quadratmeter umbauter Raum. Quelle: Engel und Völkers Juni 2012

Dass sich Rottach-Egern (bis zu 15.000 Euro pro Quadratmeter) und Gmund (bis zu 12.500 Euro) in den illustren Kreis so bekannter Gegenden wie Sylt, dem Starnberger See oder teuren Münchner Vierteln einreihen, sollte aber eher zu denken geben denn stolz machen. Gerade Sylt oder auch der Starnberger See zeigen, was passiert, wenn Immobilienspekulanten das Ruder übernehmen.

Mit Authentizität oder einem intakten Gemeindeleben ist es dann schnell vorbei. Wenn sich Zweitwohnung an Zweitdomizil reiht und die eigentlichen Einheimischen schon lange nicht mehr dort wohnen können, wo sie eigentlich herkommen, dann ändert sich die Struktur der Bewohner. Gut ist das, was dann dabei rauskommt, meistens nicht. Wer in seinem Feriendomizil nur noch ab und zu da ist, anstatt dort zu leben, wird in den meisten Fällen auch kein Bestandteil des Gemeindelebens. In den ruhigeren Zeiten, wie Herbst oder Winter, wirken die Orte dann oft wie verlassen.

Wie repräsentativ ist die Analyse?

Ob die Ergebnisse der Immobilienmakler tatsächlich eine repräsentative Preisentwicklung zeigen, ist dagegen ein wenig offen. Kai Ender, Vorstand bei Engel und Völkers, sagte zu Welt Online: “Wir haben uns bei unserer Analyse auf Ausnahmelagen und -immobilien konzentriert. Die dort erzielten Preise sind nicht repräsentativ für den Gesamtmarkt oder für die Preisentwicklung anderer Wohnimmobilien in anderen Lagen.”

Das bedeutet, E&V verwendet einerseits nur die eigenen Ergebnisse, andererseits konzentriert sich das Maklerunternehmen auf hochwertige Lagen. Das zeigen auch die Kriterien, nach denen die Wohnstraßen bewertet wurden: So müssen die Wohnimmobilien mindestens 5.000 Euro je Quadratmeter kosten. Gleichzeitig muss im Laufe des letzten Jahres im genannten Gebiet mindestens eine Immobilie im Wert von mehr als zwei Millionen Euro verkauft worden sein.

Der Ausblick für “Spitzenlagen”, wie dem Tegernsee, ist dagegen klar. “In den kommenden Jahren werden die Preise in den bevorzugten Lagen in Deutschland voraussichtlich weiter steigen”, sagt zumindest Enders.

Die Gründe liegen darin, dass bevorzugte Lagen nicht duplizierbar sind. Damit sind sie gleichzeitig sehr wertbeständig. Auf der anderen Seite werde der deutsche Markt immer mehr auch von ausländischen Anlegern entdeckt.

Gute Aussichten also für Spekulanten. Schlechte dagegen für den Tegernsee.

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  • Waldbraut

    Wer Einheimischer ist, hat ja bereits eine Immobilie hier. Demnach muss er ja keine teuer kaufen.
    Wenn er sie mal verkaufen will, kriegt er viel Geld, ist also ein Spekulant (?).
    Es ist doch eine Frage von Angebot und Nachfrage: Die Nachfrage ist hoch, dann bei uns ist es schön – das Angebot limitiert, da unsere Gemeinden (manchmal zu Recht, manchmal wie sie gerade lustig sind) sehr wenig weitere Baurechte ausweisen, gibt es eben sehr wenig Angebot.

    Es soll ja auch durchaus Tegernseer geben, die sich eine Zweitwohnung auf Mallorca oder wos halt schön ist gönnen…

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Es soll Einheimisch geben, die keine eigene Immobilie haben ;-)

    • Thomas

      Ach wer Einheimischer ist hat automatisch eine Immobilie? Da muß ich nur noch rausfinden wo meine steht, denn in unserer Familie hat keiner eine. Und ich kenne viele seit zahllosen Jahrzehnten eingesessene Familien die auch keine haben.

      Baugrund, finde ich, gibt es schon viel zu viel im Tal. Wann hat denn der große Hype eingesetzt, das war vor etwas mehr als 10 Jahren, als auf wundersame Weise das Klärwerk mehr Abwasser aufnehmen konnte als bisher.

      Seitdem wurden viele Flächen zersiedelt und mit Häusern bebaut die jedem Ortsbild Hohn sprechen die Mieten sind Explodiert, der Verkehr fühlt sich nach “Mittlerem Ring” an und es wird in die Hänge gebaut das die Frage eines Abrutschens nur noch eine der Zeit ist.

    • Tegernseer

      Klingt recht arrogant was Waldbraut da von sich läßt.

      Es soll auch tatsächlich Menschen geben die sich für das Tal entscheiden, keine geldigen Eltern und zufällig kein Haus am See besitzen.

      Leider scheint es mir als mit Herz und Seele zugezogener unmöglich mit einem mittelständigem Job (zu zweit) je im Leben eine Immobilie zu erwerben.
      Die Profit-Geld-Geilheit wird den Preis immer weiter nach oben treiben und die eh schon reichen können sich weiter am Kuchen bedienen.
      Leider fehlt diesen Zweit..dritt…häuslkäufern oft der Wille (und die Fähigkeit) sich in die sozialen Struckturen der Gemeinden zu integrieren, meist mangels Zeit die überhaupt im Zweithäuserl verbracht wird.
      Erkennen das die Herrn aus der Verwaltung nicht rechtzeitig wirds halt leer und einsam im Tal…
      Spazier doch mal durch die “premium” Lagen in den Talgemeinden, man kommt sich hinter verlossenen Toren jetzt schon einsam vor – Schade.

  • Waldbraut

    Na gut Thomas, wer es in “Jahrzehnten” nicht realisiert,aus einem Mietverhältnis ins Eigentumsverhältnis zu wechseln, der will vielleicht auch nicht mit aller Kraft oder?
    Heutzutage ist es schwierig, keine Frage.
    Mit Einheimischenprogrammen kenne ich mich nicht aus, ist das unattraktiv? Bad Wiessee hat doch hier mal was gemacht.

    .

    • Raison

      Liebe Waldbraut,

      ich finde deine Aussage ein wenig hochmütig und auch anmassend. Wer es in Jahrzehnten nicht realisiert aus einem Mietverhältnis in ein EIgentumsverhältnis zu wechseln, der mag mannigfaltige Gründe dafür haben. Zu wenig Willen zu unterstellen ist meines Erachtens kurzsichtig und eine Annahme, die Pate steht für eine der großen Strömungen dieer Zeit: “Die, die arm sind, die wollen halt auch nicht/sind faul”, “Jeder ist seines Glückes Schmied”, “Just do it”. Das sind die gängigen Parolen der neoliberalen Vordenker und da sie das Problem so schön einfach machen und die Verantwortung denjenigen aufbürdet, die ohnehin nichts haben, stößt man halt in dasselbe Horn. Ich kenne einige Alteingesessene, die zur Miete wohnen. Nicht, weil Ihnen der Wille fehlen würde oder Sie faul wären, nein. Sie arbeiten als Lehrer oder Kindergärtner und es fehlt Ihnen schlicht und einfach das Geld. Vielleicht hatten ihre Urgroßeltern einfach zu wenig Grund und Boden um sich und den Nachkommen in den Sommerfrische-Wirtschaftswunder-Jahren die Zukunft zu vergolden. So oder so… die Zustände sind nicht mehr normal im Tal. Das sind sie zwar schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr, aber was die letzten Jahre passiert, das geht ins Groteske. Die Schickeria übernimmt das Tal und gibt ihm ein bajuwarisch-folkloristisches Gesicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

  • JAGA-T

    Mensch Waldbraut, du scheinst ja wirklich im Wald zu leben. Du meinst, jeder Einheimische hat bereits eine Immobilie? Wohnungen und Häuser sind hier im Tal überwiegend im Besitz von Zweitwohnungsbesitzern oder “Zugroasten”. Und du glaubst wirklich, hier kann jeder in “Jahrzehnten” Wohnungseigentum generieren? Bleib du lieber im Wald!

    • Demokratie Jetzt!

      Das ist vollkommen richtig, man muss ja nur schauen, wer das verursacht hat. Wenn ich überlege, dass der einst schönste Platz von Rottach-Egern, der Malerwinkl mit dem architetonischen Schmuckstück “Überfahrt” zubetoniert wurde, wer so was zugelassen hat, der gehört ja etwas, was ich hier nicht schreiben darf. Das Problem ist doch und das ist im ganzen Land zu sehen, daß 10-15% der Bevölkerung das Land regieren und der Rest nur noch für Steuern und Abgaben zuständig ist. Zudem hat man es zugelassen, dass die Bürger des Tales, ihrer Heimat beraubt wurden. Warum sich hier niemand wehrt und den Komunalpolitikern mal sagt: “Mia woin des nimma!” weiß ich nicht. Ihr glaubt es nicht, dann schaut euch doch mal um! Die Waldfeste werden immer mehr zu Münchner Festen und für uns ist fast kein Platz mehr. Immer mehr Gaststätten werden in moderne Fresstempel umgebaut. Dann braucht es noch ein Hotel und noch einen Golfplatz und noch und noch und noch. Für junge Familien ist kein Platz mehr. Mensch Tegernseer, oder Rottacher oder Kreuther laßt euch doch das nicht mehr gefallen, dass nur noch für die Fremden was getan wird.

  • Einheimische

    Sie sprechen und schreiben mir aus dem Herzen. Der seit langem beste Kommentar bei der TS.

    • Raison

      Wen meinen Sie?

      • Einheimische

        Ich meinte Ihren Kommentar.

  • Wanderfreund

    Ach ja,
    da wird er wieder mal aufgebaut, der von den ewig Gestrigen konstruierte Interessenkonflikt von “Ein-
    heimischen” und zeitweiligen oder dauerhaften “Mitbewohnern”. Wann begreifen die “Puristen” end-
    lich, dass das Tal ohne die jeweils andere Gruppe längst unbewohnbar wäre. Oder will jemand dauer-
    haft in einer Art Reservat wohnen, leben und arbeiten?

    • Demokratie Jetzt!

      Als “Ewig Gestrige” werden auch die Dumpfbacken der Neonazis bezeichnet, danke daß Sie mich mit denen in eine Ecke stellen. Das zeugt schon davon welchen Geistes sie sind.

  • Thomas

    Lieber “Wanderfreund”,

    das ist kein aufgebauter Konflikt sondern eine Tatsache. Die Soziologie kennt sogar einen Begriff dafür was im Tegernseer Tal passiert: Gentrifizierung.

    Normale Wohn und Nachbarschafts-Strukturen werden durch “gehobene” Wohnungen und Häuser ersetzt und es entsteht ein Immobilienmarkt der letztlich Wohnraum für “normale” Leute gar nicht mehr zulässt. Ansässige sind gezwungen Abzuwandern und die Sozialstrukturen zerbrechen. Wo das der Fall ist, das kann man schon heute um den See oft genug sehen, sind die Zäune und Hecken am höchsten.

    Empfehlungen einer Gentrifizierung entgegenzuwirken gibt es auch – sozialer Wohnungsbau! Und hier ist seit 20 Jahren nicht nur nichts passiert, vorhandene Wohnhäuser verfallen oder werden gar Abgerissen. Die absurd langen Wartelisten sprechen eine deutliche Sprache. Man mag es nicht gerne hören, aber wir haben seit langem in Gmund eine Tafel und eine Niederlassung der Diakonie mit Kleiderstube, das kommt nicht von ungefähr.

    Ich weiß auch nicht wie sie darauf kommen das ohne diese Zustände das Tal unbewohnbar wäre. Was haben wir denn als Orte davon? Haushaltsüberschüsse sind es jedenfalls nicht, und besonders ansehnliche Ortsbilder auch nicht. Wir wären einfach nur eine Region wie tausend andere im Land, von unbewohnbar keine Spur.

    Stellen sie sich das Tal mal ohne Vereinsleben vor, ohne Gemeindesinn und Hilfsbereitschaft für den Nachbarn. Wo der Maibaum mit dem Kran aufgestellt wird, weil das sonst keiner macht, und die Blasmusik zum Kommerz-Waldfest von außerhalb bestellt wird. Das ist es wohin wir uns bewegen, und da ergreift auch der hartgesottenste Einheimische die Flucht.

  • Martin

    Ab wann gilt denn ein Einheimischer als solcher, und bis wann gilt ein Zuagroaster als eben solcher?

    • vo dahoam

      a Einheimischer is wenn ma do geborn und aufgwachsn is, a zuagroster is hoid der rest

    • :-)

      a Einheimischer is:
      – der hier geboren wurde, und sich für die heimat angargiert
      – a zuagroaster, der das tal als seine heimat sieht, sich in dern vereinen einbringt und den zaun niedrig genug hält, um darüber hinweg mit den nachbarn zu ratschn!

      keine einheimischen sind:
      – zuagroaste, de as tal als “feriendomiziel” sehen, die hecken um das grundstück so hoch wachsen lassen, dass ja niemand von ausen sehen kann, dass man gerade da ist, und die zäune blickdicht sind, damit sie das “bauernvolk vom land” nicht sehen müssen (gibt es leider viel zu viele solcher zuagroastn am tegernsee)
      – und hier geborene, die sich zu fein sind auch mal ehrenamtlich in einem verein mit anzupacken

      Als einheimischen verstehe ich jemanden, dem seine heimat am herzen liegt, der darum kämpft den glanz und die schönheit selbiger zu erhalten, der sich im vereins und gemeindeleben einbringt und mit anpackt! und dafür ist es scheiß egal, ob hier geboren oder wo anders!!

      Martin, ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten, und “vo dahoam”, dass du hier geboren bist merkt man! aber deine denkweise gilt es vielleicht zu überdenken!

      • Martin

        So so, die Höhe der Hecke ist entscheidend. Aber ich glaube, dass Du es im übertragenen Sinne meinst. Gebe Dir in vielen Punkt recht. Kurz: Bürgersinn ist wichtig, nicht die Herkunft. Aber dann sollten wir das Tal gestalten, nicht Rentnern, die ihren Lebensraum fuer ihre letzten Jahre nicht mehr verwende wissen wollen, die mit zweifelhaften Schutzgemeinschaften nur einen Status quo erhalten wollen. Foerrn wir den Zuzug junger Familien, statt sinnloser Hotel und Ttouristenkonzepte wie in Wiessee. Gestalten wir den Verkehr, statt utopisch daemlicher Tramideen zuzuhören, bauen Ganztagsschulen und Kitas, damit Frauen arbeit koennen. Heimatpflege ist mehr als Trachtenverein.

        • :-)

          Jap, die Hecke galt, wie ganz richtig erkannt, als Metapha :-)
          ja, so in etwa sehe ich das auch! Klar, wir brauchen den Turismus, man kann nicht sagen, dass alle Turisten weg sollen. das Tal lebt von ihnen. aber man muss sich auch mal mit etwas zufrieden geben und nicht immer noch mehr und mehr und mehr! Irgendwann hat ein Tal allein Platztechnisch seine Kapazitäten verspielt. und da finde ich es sinnvoller für junge Einheimische, die hier aufwachsen und im Tal eine Familie gründen wollen Baugrundstücke zurückzuhalten, als sie dem höchst Bietenden für noch bessere und turere Hotelanlagen zu verkaufen!
          Und das es machbar ist Ganztagsschulen und Kitas zu errichten, das sieht man in Kreuth, die da meiner Meinung nach mit großem Vorbild vorangehen. Man muss halt nur mal über seinen Schatten springen und hilfe annehmen, wenn sie einem geboten wird (ich sag nur Beisheimkindergarten in Kreuth und Gymnasium Tegernsee!)
          “Heimatpflege ist mehr als Trachtenverein” stimmt, aber das Vereinsleben an und für sich spielt eine nicht zu vernachläsigende Rolle!!

  • Martin

    Und der Einheimische hat aufgrund seiner Geburt Ihrer Meinung mehr Rechte an der Gestaltung dieses Tals, als jemand der seit Jahrzehnten, Jahren oder Monaten hier lebt?

    • Thomas

      Es geht auch gar nicht darum ob man Zuzug will oder nicht, das ist ein Scheingefecht. Es geht darum das der Zuzug ausschließlich aus Leuten aus der Oberschicht und gutsituierten Rentnern besteht, weil ausschließlich Gebäude und Grundstücke für diese Klientel tenstehen.

      Das stört den Wohnungsmarkt für die “Normalbürger” und macht Wohnen im Tal unerschwinglich. Da ist dann ganz gleich ob dieser Jemand Einheimischer ist und sich seine erste eigene Wohnung suchen will oder von außerhalb kommt. Junge Erwachsene wandern aus, und Familien mit Kindern ziehen nicht zu.

  • Martin

    Nein, ist es nicht. Es verdeutlicht einen erschreckenden Tunnelblick der sogenannten Einheimischen. Die Reichen und die Rentner. Hübsche Alliteration – eignet sich herrlich für den Stammtisch. Aber fragen Sie einmal Dei Wirte der gehobenen Gastronomie (und deren Mitarbeiter), den Einzelhandel in Rottach mit seinen hochwertigen Angeboten, die Immobilienmakler mit ihren Umsatzsteueraufkommen, die Bürgermeister mit dem Steueraufkommen (Zweitwohnsitz, Grunderwerbssteuer etc.) und nicht zuletzt all die “Einheimischen”, die ihren seit scheinbar seit Generationen wohl gehüteten Grund und Boden für kleines Geld an die ZUGROASTEN verscherbeln. Es sind die, die grantelnd und fluchend im Bräustüberl und auf den Waldfesten herumnörgeln. Aber sie alle profitieren davon – kurzfristig. Langfristig verreckt das Tal demographisch und gesellschaftlich – Ein Altersheim mit hochwertiger Küche. Wer`s nicht glaubt, dem sei die Statistik der Bevölkerungsentwicklung im Tal empfohlen. Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

    • Thomas

      Ich glaube wir reden aneinander vorbei. Die am lautesten Schimpfen sind wie die “Großgrundbesitzer” doch eine totale Minderheit. Das ist doch nicht der typische Einheimische, das sind größtenteils Leute die versuchen mit Ihrem Gehalt um die Runden zu kommen, die haben nichts vom Ausverkauf. Im Gegenteil, mal versucht in Wiessee einen Topf zu kaufen? Einen ganz normalen, kein Designerstück und auch nicht die Aludosen vom Discounter.

      Lies doch mal deinen eigenen Beitrag, erst: “Die Reichen und die Rentner. Hübsche Alliteration” und dann “Langfristig verreckt das Tal demographisch und gesellschaftlich”. Den Widerspruch bemerkt? Genau, die angezogene Klientel entspricht dem offensichtlichen Bild, es ist eben kein Stereotyp wie dein eigener Hinweis auf die Demographie zeigt.

      Von den Rentnern etwa, kenne ich einige, das sind nette Leute, auf der persönlichen Ebene gar keine Einwände. Aber wann ist das letzte mal eine junge Familie mit Kindern und Durchschnittseinkommen zugezogen? Eben das ist die extreme Ausnahme, ich kenne nur eine, und selbst die leben schon mindestens fünf Jahre hier. Die Frage ob Zuwanderung oder nicht ist und bleibt ein Scheingefecht. Das ist so sinnlos wie darüber zu Granteln das die jungen Abwandern, es ändert nichts.

      Wenn wir das Tal als gesunden Lebensraum erhalten wollen, brauchen wir sozialen Wohnungsbau. Die Privaten werden uns den Gefallen nicht tun, weil die Margen am großen Geld hängen. Also gilt es der Politik in den Hintern zu treten.

  • Makler

    Stellen Sie sich vor, Sie sind Immobilienmakler am Tegernsee und möchten sich auf “normale” Objekte spezialisieren, Luxus machen ja schon alle anderen. Macht man damit Geschäft – ganz klar nein. Sie bekommen die Immobilien die andere mit der Begründung “zu einfach” ablehnen. Sie werden zwar von Interessenten überrannt da es eben wenige bezahlbare Angebote gibt, bekommen aber im Jahr wenn’s hochkommt nur vereinzelte Angebote rein, da jeder Verkäufer meint, er könnte für schlechte Häuser exorbitante Preise verlangen. Verkaufen Sie ein größeres Grundstück und empfehlen eine Bebauung mit bezahlbaren Wohnungen, da sich diese schneller verkaufen würden, stehen nach einem Jahr wieder Luxuswohnungen drauf…Bieten Sie so ein Luxusobjekt an kommen lauter Neureiche und Möchtegerne, die “echten Reichen” bleiben unauffällig…

    Das Ganze ist einige Jahre her und hat sich in letzter Zeit mehr und mehr zugepitzt und ich den Job gewechselt…In diesem Sinne!

  • Chris1959

    Ja genau: Ausverkauf der Heimat “Dank” der oertlich praesentierten Immobilienhaie. Vielleicht sollten wir im Tal alle beginnen russisch und arabisch zu lernen, damit wir mit den kuenftigen Bewohnern des Tales kommunizieren koennen?

  • Chris1959

    Ich sehe ja tagtaeglich wer sich da alles bei uns “einkauft” – ich arbeite an der “Quelle” (Grundbuchamt).

  • Beobachter Bad Wiessee

    Die Diskussion bringt doch nichts mehr. Alles recht nett und schön, aber der Zug für das Tal ist schon längst abgefahren. Vor rund dreißig Jahren war im SZ-Magazin ein äußerst kritischer Artikel über die Zersiedelung im Tal erschienen. Und was hat es gebracht ? Nichts ! Sogar ist es in den letzten Jahren noch schlimmer geworden ! Verbraten und verkauft !!! Aber nicht nur von den sogenannten ZUGROASTEN, sondern auch von den Einheimischen.
    Und den Weg den z.B. Bad Wiessee mit dem Konzept (wenn es überhaupt als solches bezeichnet werden kann) rund um das Jodschwefelbad beschreitet, zeigt doch anhand der Entwicklung und der Vorgehensweise beim “Lederer” und mit dem Verkauf des Tafelsilbers, wo der Weg hingeht; Die Immobilienbranche wartet doch nur drauf, wie die Gemeinde aus finanzellen Gründen in die Knie geht und dann was und wie gebaut wird dann bestimmt. Garantiert steht da in in ein paar Jahren eine wunderschöne Eigentumswohnanlage. Man hat einfach aus der Vergangenheit nicht lernen können oder gar wollen !? Und man wird auch zukünftig nichts lernen ! Was haben das Tal und Schlecker gemeinsam ? Beide befinden sich in der Abwicklung ! Um Schlecker ist es nicht schade, aber um die eigene Heimat. Verrat am Tal fand und findet in den eigenen Reihen der Talgemeinschaft statt. Denkt mal darüber nach.

    • boddmasder

      @Beobachter Bad Wiessee!

      Sehr guter Beitrag – Bravo!

      Den sollten sich mal alle Talgemeinderatsmitglieder vor’s Hirn nageln!
      Aber wie schon ganz richtig bemerkt, der Zug ist längst abgefahren.
      Wo bleiben z.B. “Wohnbauprojekte für Einheimische junge Familien”? Da ist doch von Seiten der Kommunalpolitik Null,Null Interesse vorhanden – warum auch! Hauptsache die “Geisterhäuser” werden immer mehr, die Steuersätze werden angehoben und bezahlt. Die einzigen die davon provitieren sind und – es sei ihnen gegönt, die Architekten und Handwerksfirmen.

  • Tegernseer

    Ich suche seit 1,5 Jahren eine bezahlbare Wohnung hier im Tal. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, hab aber einen Sohn bekommen und war damit gezwungen hier weg zu ziehen, weil es schlicht und einfach keine bezahlbaren Wohnungen für junge Familien gibt. Sollte man doch mal eine finden, dann ist diese entweder schimmlig, hat Boiler oder Nachtspeicheröfen, welche die meist eh schon sehr hohen Nebenkosten ins unermessliche treiben oder sie wollen keine Kinder. Oft hörte ich schon aussagen wie, kinder passen nicht ins bild der Wohnanlage, oder die Wohnung ist mit garten und in der Nähe von der Straße und das wäre den Vermietern zu gefährlich. Wenn irgenwas neu gebaut wird, dann ist es gleich eine Luxuswohnung und der oberen Gesellschaftsschicht vorbehalten. Ich arbeite noch im Tal und habe jeden Tag einen Fahrtweg von einer Stunde, von meiner jetzigen Wohnung, selbst um das Tal herum,, wird bis Waakirchen ein extra zuschlag erhoben, weil man ja in 5 Minuten mim Auto am See ist. Wenn es so weiter geht, dann muss ich mir wo anders eine Arbeit suchen und das nur, weil ich mir ums Tal herum keine Wohnung leisten kann oder Sie keine Kinder wollen, sondern Rentner und geldige, die eine Zweitwohnung suchen

  • Dennis

    Dekadentes Pack! Ein ganzes Tal voll mit alten Menschen, die nicht über den Tellerrand schauen können. Widerlich!

    • Querdenker

      Dennis auch Du wirst älter, hoffentlich wirst Du auch deinen Mitmenschen gegenüber etwas toleranter Viele der alten Menschen haben bereits etwas geleistet und verdienen Respekt Décadence= Verfall des Geschmacks, Auflösung der Kultur, dem entspricht auch dein kurzer Text.

  • :-)

    Dennis, du bist wiederlich!!!

    Ich bin knapp über 20 Jahre jung, im Tal geboren, aufgewachsen und lebe immer noch dort. Ich wirke aktiv in vielen Vereinen mit und beteilige mich oft und Gerne am Gemeindeleben. Trete ein für meine Heimat und bin bis über beide Ohren in die schönheit des tegernseer tals verliebt!
    So, allerdings möchte ich gerne mal eine Familie gründen, heiraten und kinder bekommen. WO? in der mietswohnung meiner Eltern? wohl kaum!! selber irgendwo zur miete in ein bezahlbares zwei zimmer Apartemant? ja, vielleicht zum übergang. aber letzten endes würde ich mir gerne selber etwas aufbauen, meine eigenen vier wände, wo ich, meine Frau und auch meine Kinder ausreichen platz haben sich zu entfalten (mit ausreichend platz mein ich pro kind zumindest mal ein eigenes zimmer) und da sehe ich aktuell sehr schlechte changsen, dass ich mir da einmal etwas in der richtung leisten kann. ok, vielleicht irgendwo richtung österreichische grenze, zwischen alter zollstation uns Stuben, wo vielleicht zwei stunden am tag die sonne scheint. aber solange ich von meinem aktuellen beruf mit doch durchschnittlich guter bezahlung nicht zum großverdiehner oder lottomillionär umschuhlen lasse sehe ich schlechte changsen mir im tal was eigenes aufbauen zu können (und ich rede von einem ganz normalen wohnort, ohne seeblick oder andere extras)

    • anwohner

      mit etwas besserer schulbildung hättest du evtl. auch bessere “changsen”, ein “großverdiehner” zu werden… so aber…… ;-/

      • :-)

        oh, wir werden persönlich, wie erwachsen!!
        auch wenn es dich auf guad boarisch “an feuchtn scheißdreck” ogeht. ich verdiehne bei weitem nicht schlecht! mit sicherheit besser als viele viele andere im Tal.
        Aber es ist und bleibt warscheinlich aund traurigerweise auch so, das grundstückspreise (außer man hat bei einem der seltenen einheimischenprogramme glück) teilweise einfach jenseits von gut und böse liegen!

      • Gmunder

        @anwohner, dein Kommentar war einfach nur überflüssig! Aber vielleicht bist du auch einer von denen, die das Geld oder vielleicht sogar eine Immobilie vererbt bekommen haben, und nicht genau einschätzen können, was es heißt sich so enorm große Geldmengen, wie sie für ein Eigenheim notwendig sind, selber zu erarbeiten.
        :-) hat schon recht, dass es für junge Familien hier im Tal einfach schwer ist sich etwas eigenes aufzubauen.

        • anwohner

          leute, wirklich, ich sage nichts gegen kleine verschreiber, flüchtigkeitsfehler oder vertipper, aber zum vorigen posting fällt mir wirklich nix ein. aber das ist leider kein einzelfall, ich traue meinen augen immer nie, wenn ich die bewerbungsunterlagen auf meinem schreibtisch sehe, da fallen alleine schon 80% wg. formmängel und insbesondere rechtschreibfehler durch…..

          und mit erwachsen oder nicht hat das nix zu tun, wer die wahrheit nicht verträgt, dem ist nicht zu helfen, ich halte absolut nichts davon, solche leute in watte zu packen, weil er “ach so eine schwere jungend” hatte usw. – entschuldigt bitte mal, aber das ist nicht mal mit legasthenie zu erklären….

          aber nix für ungut……

  • jobajo

    Grias aich mitanand,die wahrheit ist,wenn du 2000 Euro verdienst Brutto wohlgemerkt,bleiben dir nach Abzug der Steuern knapp 1600 Netto.Wenn du Pech hast und in Scheidung lebst,mußt du 600 Euro für deine Kinder Bezahlen ,bleiben also noch 1000 übrig von dem du die Miete bezahlen Mußt,die liegt hier im Tal bei guten 15-20Euro der qm.Wohlgemerkt dafür daß man die 600 für seine Kinder Bezahlen muß kann keiner was dafür außer man selbst,ich will nur verdeutlichen daß es viele gibt die das Pech haben.Also liegst du wenn du Wohnraum hast bei Ca.500Euro im Monat Miete,da hast du aber nix Großartiges. So bleiben noch 500Euro übrig von denen man sein Auto bezahlt sein Essen und die Versicherungen,summasumarum bleiben dir ca,200Euro zur Verfügung im Monat.Man hat oft den Eindruck einem Bettler oder Arbeitsscheuen geht es besse als einem der brav zur Arbeit geht und seine Steuern Bezahlt.Das Tal ist von den Mieten fast unbezahlbar.Mit freundlichem Gruaß

    • Anonymous

      An alle die denen das Tegernseer Tal zu teuer ist,es gibt ein Lösung,wegziehen!!!

      Ich hab lange nach einer passenden Wohnung gesucht und das was ich gesehen habe,waren für 800 Euro warm reine Bruchbuden.

      Hab jetzt eine Topwohnung gefunden,zwar 20 km vom Tal entfernt,aber hier hat man noch Lebensqualität.

      • Thomas

        Das ist keine Lösung, das ist eine Kapitulation.

        • Anonymous

          Nenn es wie du willtst,aber ich war einfach nicht mehr gewillt diese enorm hohen Mietpreise zu zahlen,wie auch als normaler Arbeiter.Ich gehe doch nicht nur noch dafür arbeiten, das ich sagen kann ich wohne am Tegernsee.

          Weißt du Thomas wenn man für sein Geld wenigstens noch was gescheides bekommt,will ich ja nichts sagen,aber was sich mancher Vermieter einbildet für eine 70 qm Wohnung zu verlangen,wo die Inneneinrichtung Bad,Küche usw. aus den 70iger Jahren ist,finde ich persönlich unverschämt teuer.

  • boddmasder

    Ich kenne mittlerweile etliche Bekannte die in die weitere Umgebung weggezogen sind. Lauter junge Leute die sehr gut ausgebildet sind.
    Hauptgrund – natürlich: hohe Mietkosten, aber – interessanterweise auch “der freundlichere Umgang” mit den Neudörflern. Man fühlt sich besser aufgenommen, höre ich Unisono!
    Bedenkenswert, wie ich meine.

  • Relativ

    Naja, also ich ba jetzt grad mal bei Immoscout reingeschaut, da gibts zB eine 28m² Wohnung -mit Einrichtung- und Seeblick für warm €390. Das sind dann €14/m² das find ich jetzt nicht so dramatisch.

  • weggezogen

    @relativ: bitte paar jahre vorausdenken und nochmal nach einer 4zimmer wohnung mit garten oder haus mal zur miete oder auch mal zum kauf recherchieren. immernoch nicht dramatisch?

    grundsätzlich ist diese entwicklung weltweit zu beobachten, nicht nur hier und auf sylt. und eigentlich ganz logisch und konsequent. warum aufregen? vernunft hat nich nie über das kapital gesiegt. und das auch nicht vor hunderten jahren. dagegen anzugehen ist zwar richtig, verschiebt die o.g. kapitulaition des letzen mohikaners, ähm, tegernseer um paar jahrzehnte. welcher makler oder eigentümer vermietet lieber zu einem normalen mietpreis an eine 4-5köpfige normal verdienende familie, statt für etwas mehr an ein solventes rentnerpaar, dass mal wochen zu pfingesten und über weihachten hier verbringt? ich schätzte die anzahl dieser vermieter bewegt sich im promillebereich…..und einen vorwurf kann man dem auch nicht machen,- altruistisch handeln muss man sich leisten können(bzw. wollen) und das system tickt nun mal anders.