Antrag auf Veränderung der Parkraumbewirtschaftung in der Rosenstraße

“Wollen keinen Präzedenzfall schaffen”

Der Wunsch einiger Tegernseer Geschäftsleute ist nicht neu: Sie wollen ihren Kunden die Möglichkeit bieten, in Ruhe ihre Einkäufe zu tätigen. Doch weil nicht zuletzt in der Rosenstraße nahezu alle Parkplätze nur für eine halbe Stunde kostenfrei sind, droht bei längerem „Bummeln“ durch die Geschäfte ein bis zu 15 Euro teueres „Knöllchen“.

Nun lag dem Tegernseer Bauausschuss auf der gestrigen Sitzung ein Antrag von Doris Gollé-Leidreiter vor, die vorschlägt, die kostenlosen Parkzeiten um 30 Minuten auf eine volle Stunde zu verlängern und darüber hinaus auch am Samstagnachmittag völlig auf Parkgebühren zu verzichten. Doch der Antrag fand bei den Stadträten keine Mehrheit – zumindest vorerst.

Nach 30 Minuten Parken droht ohne gültiges Parkticket in Tegernsee nicht nur in der Rosenstraße ein teures Knöllchen.

Nach 30 Minuten Parken droht ohne gültiges Parkticket in Tegernsee nicht nur in der Rosenstraße ein teures Knöllchen.

Vor allem das Argument, dadurch mit einer Neuregelung in der Rosenstraße einen Präzedenzfall in der einheitlich gestalteten Parkraumbewirtschaftung der Stadt Tegernsee zu schaffen, sprach laut Bürgermeister Peter Janssen dagegen: „Beide Vorschläge hätten abfärbenden Charakter auf andere Straßen.“

Dennoch könne der Rathaus-Chef den Vorschlag von Gollé-Leidreiter verstehen, und jedes Geschäft für sich hätte sich laut Janssen sicherlich über eine Änderung gefreut. „Aber im Ganzen betrachtet und im Hinblick auf die Zukunft würde das nur wieder zu alten Problemen führen“, so Tegernsees Bürgermeister. In kurzer Zeit hätte man deswegen vor den Geschäften keine freien Parkplätze mehr, so zumindest die Überzeugung Janssens.

Gutachten könnte Stadt zum Umdenken bewegen

Das gleiche Argument der Einheitlichkeit gelte auch für die Samstagsregelung. Letztlich könne eine spezielle Regelung in der Rosenstraße auch zu Irritationen bei Urlaubern und generell bei Nutzern der Parkplätze in Tegernsee führen, so die mehrheitliche Meinung im Bauausschuss.

An Samstagen, so das Gegenargument Gollé-Leidreiters, seien große Teile der Geschäfte in Tegernsee geschlossen. Und daher sollte die gleiche Regelung wie an Sonntagen gelten. Da sind alle Parkplätze ohne zeitliche Einschränkung kostenfrei zu nutzen.

Dennoch will die Stadt Tegernsee die Sache nochmals genauer unter die Lupe nehmen lassen. Eine Beratungsfirma soll das im Zuge einer Gesamtanalyse der Tegernseer Geschäfte mit übernehmen. „Sobald das Gutachten vorliegt, können wir unsere Entscheidung gegen eine Veränderung bei der Parkraumbewirtschaftung in der Rosenstraße nochmals neu überdenken.“ Mit Ergebnissen sei laut Janssen aber nicht vor der politischen Sommerpause zu rechnen.

Mitglied im Tegernseer Kreis

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  • HBO

    Seit wann ist in Tegernsee ein Gutachten notwendig, geschweige denn etwas wert? Man siehe nur das Gutachten zum Parkhaus!

  • Murando

    Dann muss die Parkzeit beim Sommerkeller aber auch auf von 60 auf 30 min verkürzt werden, ich bin sonst irritiert!

  • Andreas Obermüller

    In der Rosenstraße wurde 2006 wie an vielen anderen Stellen auch, die Gebührenpflicht eingeführt.
    Parkraumbewirtschaftung gab es vorher auch schon, mit Parkscheiben.

    Die Rosenstraße ist werktags, also von Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr gebührenpflichtig. Daß am Sonntag abkassiert wird, konnte damals knapp verhindert werden.
    Es wäre auch gegen alle Logik gewesen, denn in der Rosenstraße parken keine Wanderer.
    Alle Geschäfte dort haben Sonntags geschlossen.

    Nun ist es so, daß es in der Rosenstraße noch ein paar Geschäfte mit Kindenfrequenz gibt, die unbedingt unterstützt werden sollten. Darüberhinaus wohnen dort aber auch Menschen, die nicht unnötig schikaniert werden sollten.

    Daher wäre es ausreichend und sinnvoll, etwa Mo-Fr von 9 bis 17 Uhr und Samstags von 9 bis 13 Uhr die Parkplätze gebührenpflichtig zu belassen.

    Am Samstag ist ab Mittag nichts mehr los in der Rosenstraße, die Geschäfte sind zu, Anwohner und Besucher parken nicht dort. Praktisch eine Geisterstraße.

    So sollte man mit Ressourcen wie Parkraum, der doch in Tegernsee neuerdings für so knapp erklärt wurde, daß man ein Millionenprojekt “Parkpalast” bauen möchte, nicht umgehen.

    Grundsätzlich sollten die Gebührenregelungen überall durchdacht werden, das Wort “Konzept” vermeide ich, denn ich kann keines erkennen.

    Das wird allerdings vor Mai 2014 nicht möglich sein.

  • Ratlos

    Bekanntlich kosten Gutachten Geld – und wer soll das bezahlen, wenn nicht die Bürger? Natürlich kann man das auch übertreiben, aber der Schuss kann auch nach hinten losgehen, wenn man sich denn, wie weit im Süd-Westen unlängst geschehen, neben der öffentlichen Tiefgarage, natürlich bewirtschaftet, ein Kaufland bauen darf – und gleich dazu ein 3stöckiges PH für kostenfreies Parken genehmigt bekommt! 8-)

    Da nutzt dann auch kein Parkpalast mehr viel, sofern man sich selbst derart das Wasser abgräbt. ;-)

  • http://www.hut-schaetz.de Doris Gollé

    Es ist schon sehr interressant, dass Herr Bgm. Jannsen von einer “Einheitlichkeit” bei der Parkraumbewirtschaftung in Tegernsee spricht. Im Umkreis von 200 m um die Rosenstrasse gibt es mehr als drei unterschiedliche Parkzeitregelungen auf öffentlichen Parkplätzen. Die von ihm angesprochenen “alten Probleme” (ganztags zugestellte Parkplätze) wären durch die Begrenzung auf keinen Fall wieder aufgetaucht. Ich bin mir nicht sicher, ob er bzw. der übrige Bauausschuss (Ausnahme Herr Hollerauer, sowie Herr Obermüller, der aber als Anlieger die Situation auch genau kennt) die von mir zur Verfügung gestellten Fotos der momentanen Parksituation
    (einsehbar unter http://iii.li/rosenstrasse ) überhaupt angesehen oder in der Diskussion, falls es überhaupt eine solche gab, beachtet hat. Diese sind auch im Hinblick auf das geplante Parkhaus nicht ohne Belang.
    Heute schon bin ich gespannt auf die Ergebnisse der Beratungsfirma. Seit dem Sommer letzten Jahres geistert dieses Thema immer wieder durch die Medien, bis heute hat sich in dieser Sache nichts getan. Bis man endlich “zu Potte kommt” werden sicherlich noch einige weitere Läden in Tegernsee schließen.

    • Chris

      Akuter Parkplatzmangel sieht anders aus, denke die Parkplätze auf dem Hornanwesen, auf dem ehem. Aralgelände und der Parkplatz am Bräustüberl war gleich belegt!