Freitag, 24. Mai 2013

"Digitaler Bürgermarktplatz" startet am 10. Oktober

Zeit für eine neue Diskussionskultur

Es wird viel diskutiert auf der Tegernseer Stimme. So kommt es bei einigen Artikel auch mal zu 20, 30 oder mehr Kommentaren. Das freut uns sehr, weil es genau diese offene Diskussionskultur ist, die lokale Themen unserer Meinung nach voranbringen kann.

Bis auf wenige Ausnahmen laufen die meisten Diskussionen dabei diszipliniert und zielführend ab. Und das trotz anonymer Kommentarfunktion. Dafür ein großes Danke an dieser Stelle!

Und doch haben wir uns über den Sommer einige Gedanken gemacht. Wie ist es möglich, aus den unzähligen tollen Ideen und Vorschlägen, aus der Kritik und den Veränderungswünschen, die immer wieder in den Kommentaren zur Sprache kommen, auch etwas Weiterführendes zu ermöglichen. Viele der Diskussionen rutschen bisher leider nach zwei Tagen auf die zweite Seite und verschwinden somit auch in gewisser Weise aus der öffentlichen Wahrnehmung.

Gute Ideen brauchen Raum zur Entwicklung

Neue Nachrichten, neue Themen und neue Artikel verdrängen die Denkarbeit vieler Kommentatoren in das digitale Archiv. Zu einer langfristigen Auseinandersetzung mit den spannenden Gedanken kommt es so nicht. Das ist schade und daran wollen wir, gemeinsam mit Ihnen, arbeiten.

Gemeinsam mit dem Politikmagazin xPolitics und einem ehemaligen Bürgermeister, der mit Parteezy eine Plattform zur digitalen Bürgerbeteiligung entwickelt hat, wollen wir ab dem 10. Oktober etwas neues wagen: Wir stellen dem Tegernseer Tal einen digitalen Marktplatz zur Verfügung, auf dem unabhängig, offen und ehrlich an neuen Themen gearbeitet werden kann.

Das Dorffest hat es gezeigt: Wenn Bürger und Gemeinde Hand in Hand an etwas arbeiten, kann großes entstehen.

Ganz spontan fallen uns zum Beispiel die Anregungen zu einem jungen Tourismus für das Tal oder die auf unzählige Artikel zersplitterten Lösungsansätze zur Verkehrsproblematik ein. Beides Themen, die viele beschäftigen, die aber leider noch nicht über gute Ideen herausgekommen sind.

Ein Marktplatz für den offenen Austausch

Auf dem digitalen Marktplatz können Abstimmungen und Umfragen durchgeführt werden und es kann in geschlossenen Arbeitsgruppen in aller Ruhe an Themen und Ideen weitergearbeitet werden. Es gibt die Möglichkeit Dokumente hochzuladen und gemeinsam zu bearbeiten. Das Ziel ist es, zu wirklichen Ergebnissen zu kommen. Diese werden wir im Anschluss auf der Tegernseer Stimme vorstellen und den Bürgermeistern und Gemeinderäten im Tegernseer Tal zugänglich machen.

Auf diese Weise wollen wir einen offenen Austausch zwischen den Gemeinden und den Bürgern fördern. Wir wollen aber auch einen geschützten Raum schaffen, in dem interessierte Bürger an ihren Ideen, die vielleicht den Anfang in Artikeldiskussionen genommen haben, in kleineren Gruppen weiter bearbeiten können – am liebsten unter direkter Beteiligung der Gemeinden. Um das zu erreichen suchen wir momentan bereits das direkte Gespräch mit allen Tal-Bürgermeistern.

Tegernseer Stadtrat informiert über offene Kommune

Einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt übrigens auch der Tegernseer Stadtrat Thomas Mandl. Er hat eine Diskussionsplattform zum Almdorf Tegernsee eingerichtet und stellt die Idee morgen Abend im Gasthof Schandl vor. Mit Daniel Reichert hat Mandl dabei einen sehr kompetenten Referenten gewinnen können. Ein Besuch lohnt sich mit Sicherheit:

Der rasante Aufstieg des Internet ermöglicht neue Formen der Teilhabe an demokratischen Prozessen. Daniel Reichert (Liquid Democracy, Berlin) zeigt an diesem Abend Möglichkeiten auf, wie Bürgerinnen und Bürger mittels Internet an der politischen Meinungsbildung mitwirken und Politik aktiv gestalten können – und welche Hindernisse auf dem Weg zur offenen Kommune noch überwunden werden müssen:

Montag, 24.09.2012
19.30 Uhr
Gasthof Schandl

Die Veranstaltung richtet sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie an Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker.

Was die Tegernseer SPD parteigetrieben anbietet, wollen wir auf ein breiteres Fundament stellen. Der Ansatz ist aber sehr vergleichbar und bedarf in beiden Fällen der Entwicklung einer neuen Diskussionskultur.

Neue Diskussionskultur braucht neue Regeln

Auf unserem digitalen Marktplatz werden darum auch neue Spielregeln gelten: Mitsprechen darf nur, wer es wirklich ernst meint. Dort gilt der Zwang zum echten Namen. Das hat einen einfachen Grund: Anonyme Diskussionen werden zum einen von den Gemeinden oft ignoriert und zum anderen bedarf es Klarnamen, damit wir mit den Kommentatoren auch in Kontakt treten können.

Das Ziel der Marktplatzdiskussionen ist ein zielgerichteter Austausch, die zu einem “Hand in Hand” zwischen Bürgerschaft und lokaler Politik führt. Diskussionen gehören dazu. Sinnlose Grabenkämpfe und populistische Umfragen oder Themen nicht.

Infoveranstaltung am 10. Oktober im Hotel Bachmaier

Das Projekt ist ein Versuch, von dem auch wir noch nicht genau wissen, was dabei herauskommt. Um den digitalen Marktplatz und die Gedanken dahinter besser kennenzulernen, laden wir Sie schon jetzt zu einem Informationsabend ein.

Die Informationsveranstaltung musste verschoben werden. Ein neuer Termin wird bekannt gegeben.

Wann: 10. Oktober 2012, um 19.30 Uhr
Wo: Hotel Bachmair Weissach, Festsaal

Die gewohnten Diskussionen zu aktuellen Themen wird es auf der Tegernseer Stimme natürlich weiterhin geben. Kommentare sind auch zukünftig anonym möglich. Daran ändert sich nichts. Der schnelle Schlagabtausch ist uns wichtig und viele spannende Ansätze entstehen nur auf diese Weise.

Wir wollen aber auch den Rahmen schaffen, dass diese ersten Ansätze bei relevanten Themen sinnvoll weiterentwickelt werden können. Was daraus entstehen kann? Das liegt in erster Linie an Ihnen.

Moderation von Kommentaren

Die Moderation liegt bei der Redaktion. Für uns steht fest: Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren steht in der Netiquette.

  • Querdenker

    Kritiken und Meinungen werden von den lokalen Politikern generell ignoriert, solange sie konträr zu ihren eigenen sind, auch bei Klarnahmen wird das nicht besser werden. Es ist eine sehr zweifelhafte Begründung, die Gemeinden wollen mit den Kommentatoren auch in Kontakt treten können. Die Gemeinden wollen lediglich ihre Kritiker namentlich kennen und wehe, diese Kritiker benötigen eine Leistung der Gemeinde. Es ist zu befürchten, dass sich so etwas nicht unbedingt positiv bei der Entscheidungsfindung auswirkt (Repressalien). Die Diskussionen in den Foren laufen größtenteils sehr sachlich ab, ob Klarnamen oder Nikname, ich bin nicht der Meinung, dass es hierzu einer Änderung bedarf. Es kann auch ohne Klarnamen mit dem Kommentator in Form einer Antwort, in Verbindung getreten werden. Es geben hier Leser Ihre Meinung wieder, oder schreiben sich den Frust von der Seele und ich weiß nicht, ob jeder an einem Kontakt interessiert ist. Politik aktiv zu gestalten ist doch nur möglich, wenn man die Meinung der Politiker teilt, siehe Lanserhof. In Bayern gehen diesbezüglich die Uhren etwas anders.

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Hallo Querdenker,

      auf der Tegernseer Stimme werden wir auch weiterhin anonyme Kommentare zulassen. Das hat sich bewährt und ist auch sehr wichtig, um sich schnell mitzuteilen – wenn man möchte auch anonym. Wie Sie richtig schreiben, führt diese Anonymität in der Mehrzahl nicht zu negativen Kommentaren oder sogar pöbelhaftem Verhalten.

      Im sogenannten “Digitalen Marktplatz” geht es allerdings um die sachliche Zusammenarbeit an konkreten Themen. Sprich das konstruktive Voranbringen von bestimmten Sachverhalten. Dies soll auch zusammen mit Gemeinderäten oder im Optimalfall sogar Bürgermeistern geschehen. Damit diese sich allerdings mit “dazuschalten” und die Anregungen Ernst nehmen, braucht es in diesem geschützten Bereich Klarnamen. Natürlich muss sich niemand mit dem Reisepass ausweisen, aber einen Namen und eine funktionierende Email-Adresse ist für die Anmeldung notwendig.