Dienstag, 21. Mai 2013

Aktuelle Arbeitslosenzahlen in den Tal-Gemeinden

Anstieg sorgt für Ernüchterung

„Die Arbeitslosigkeit ist im Urlaubsmonat August erneut leicht angestiegen. Dies ist aber noch kein Anlass zur Sorge, auch wenn die wirtschaftlichen Prognosen für die Zukunft derzeit nicht mehr so positiv ausfallen“, weiß Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur, die auch für das Tegernseer Tal zuständig ist.

Dabei wirkt sich die allgemeine Verunsicherung in den Unternehmen auch immer mehr auf die Siutation der Beschäftigten aus. So fiel der Anstieg bayernweit im Vergleich zum Vormonat deutlich stärker als sonst im August üblich. In den letzten Jahren hatte die Arbeitslosigkeit im August meist stagniert oder war sogar leicht gesunken.

August-Arbeitslosenzahlen im Tegernseer Tal nach Gemeinden / Abbildung: Tegernseer Stimme / Quelle: Arbeitsagentur

Auch im Tal selber sind seit langer Zeit mal wieder mehr Arbeitslose als im Vormonat zu verzeichnen. Im Vergleich zum Juli ist die Zahl der Arbeitsuchenden um 23 auf 316 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um 8 Prozent.

Wie in der oberen Abbildung zu sehen wächst dabei in drei Gemeinden die Zahl der Arbeitslosen. Einzig Bad Wiessee, das lange konträr zum talweiten Trend nur negative Schlagzeilen produziert hat, stemmt sich gegen die Entwicklung.

Landkreisweite Arbeitslosenquote steigt auf 2,6 Prozent

Dagegen fällt der Jahresvergleich deutlich positiver aus. Seit nunmehr drei Jahren sind die Arbeitslosenzahlen in einem August im Tal rückläufig. So zeigen es die Zahlen der August-Monate zwischen 2009 und 2012. Eine positive Entwicklung, die sich aufgrund der konjunkturellen Aussichten allerdings bald ändern dürfte.

Im Landkreis Miesbach ist in den vergangenen vier Wochen die Arbeitslosenquote mit 2,6 Prozent ebenfalls leicht gestiegen. Zur genauen Quote für das Tegernseer Tal ist aufgrund der ungenauen Berechnungsgrundlage keine Aussage möglich.

Situation auf dem Lehrstellenmarkt

„Der Mangel an Bewerbern für eine Ausbildungsstelle hat eine neue Größenordnung erreicht und zieht sich durch alle Branchen“, sagt Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach. Ende Juli waren im Landkreis Miesbach laut Zahlen der Arbeitsagentur noch 241 Lehrstellen unbesetzt. Dem standen lediglich 55 unversorgte Bewerber gegenüber.

Moderation von Kommentaren

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  • Andreas Obermüller

    Grundsätzlich muß man sagen, daß die statistische Aussagekraft so kleiner Zahlen sehr beschränkt ist und praktische keine Rückschlüsse auf die Gesamtsituation zuläßt.

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Da haben Sie Recht. Trotzdem ist die Betrachtung interessant und zeigt auch auf kleinem Gebiet wie sich Zahlen über Jahre hinweg entwickeln. Auch der jetzige Anstieg im Tal lässt sich im großen Kontext der bayernweiten Zahlen einordnen.

      • Andreas Obermüller

        Wenn z. B. ein arbeitsloses Ehepaar von Kreuth nach Tegernsee umzieht, dann sinkt die Quote in Kreuth um 6,45% und steigt in Tegernsee um 3,9%.

        • http://Www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

          Aus dem Grund sind die langfristigen Entwicklungen die interessanteren.

  • HUABA

    Finde selbst die langfristige Entwicklung nicht wirklich aussagekräftig bzw. relevant. Bei ca. 80 Arbeitslosen (kann das in dem Diagramm nur abschätzen) weniger in 3 Jahren und das in den fünf Talgemeinden, kommt man (nur) auf gerundete 5 Arbeitslose pro Gemeinde und Jahr weniger. Das ist dann, im Bezug auf die Anzahl an Einwohnern, eine so kleine Zahl, dass sie faktisch keine Rolle spielt.
    Dazu kommt, dass der größte Sprung von ca. 60 Arbeitslosen innerhalb eines Jahres war. Signifikant hat sich, in jeder Gemeinde für sich, in diesem Zeitraum eigentlich auch nichts geändert.
    Wenn man das Ganze in Prozenten ausdrücken will, hat man in Wiessee eine Arbeitslosigkeit von knapp 2% in diesem Monat (bei 4500 Einwohner). Das ist ziemlich genau der Prozentsatz, bei dem man von Vollbeschäftigung spricht. Und das ist die Talgemeinde mit den meisten Arbeitslosen.
    Für mich also eher unrelevant und, wie oben schon gesagt, eher wenig sinnvoll das so auszudrücken.

  • Max

    Warum spricht man jetzt schon wieder von schlechten konjunkturellen Aussichten.
    Mit diesen Aussagen werden die Leute nur verunsichert. Hauptsache manche Leute können mit ihrem Geschreibe eine schlechte Stimmung verbreiten.
    Es gibt doch fast keinen anderen Landkreis, der so wenig Arbeitslose hat wir hier.

    • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

      Die konjunkturellen Aussichten sind nicht schlecht, das steht auch nicht im Artikel. Aber sie haben sich eingetrübt, und das auch bei uns im Landkreis. Darüberhinaus geht es nicht um schlechte Stimmung sondern um eine objektive Darstellung der Situation. In den letzten 1 1/2 Jahren war diese sehr positiv. Das haben wir dann auch so geschrieben.

      Dabei ist es Interessant zu sehen, dass sich die Entwicklung im Tal auch immer mit den landkreisweiten Zahlen einhergeht. Ob die absoluten Zahlen nun aussagefähig sind oder nicht sei dahingestellt. Die Entwicklung über einen längeren Zeitraum ist es unserer Meinung nach.

      • HUABA

        Es tut mir leid, liebe TS, aber ich kann nicht erkennen, wo die Entwicklung aussagefähig sein soll. Die Arbeitslosigkeit im Tal pendelt seit drei Jahren um die 2%. Die Schwankungen in dieser Zeit sind völlig normal. Außerdem sagten sie ja selbst, dass die absoluten Zahlen schlecht zu interpretieren sind. Wenn dem so ist, dann macht, wie sie selbst erwähnen, nur noch der Vergleich mit dem Rest des Landkreises Sinn. Hier gibt es aber im Artikel wenig zu finden. Was ich damit sagen will ist, dass der Artikel irgendwie impliziert, es gäbe eine schlechte Tendenz oder viele Arbeitslose im Tal, und das trifft bei Weitem nicht zu.
        Das stößt wohl auch meinem Vorredner sauer auf. Die Überschrift allein genügt hier schon als Argument

        • http://www.tegernseerstimme.de Tegernseer Stimme

          Hallo Huaba,

          tut uns leid, aber die Arbeitslosigkeit pendelt nicht seit drei Jahren bei 2%. Die absolute Zahl der Arbeitslosen, so wie sie von der Arbeitsagentur ausgegeben wird sinkt seit drei Jahren. Das ist allerdings ein Unterschied.

          Die tatsächliche Arbeitslosenquote lässt sich für das Tal allerdings nicht bestimmen. Unabhängig davon, dass auch landkreisweit die absolute Arbeitslosigkeit höher ist als die ausgegebenen 3 bis 4 Prozent, bei der die Quote zwischen 2009 und 2012 lag.

          Die Problematik bei deren grundsätzlichen Berechnung und vor allem das sinnvolle Runterbrechen auf die fünf Talgemeinden haben wir im letzten Jahr in einem ausführlichen Artikel beschrieben. http://www.tegernseerstimme.de/zusatzinformationen-zu-den-arbeitslosenzahlen-%E2%80%9Eaufstocker%E2%80%9C-in-%E2%80%9Evermittlung%E2%80%9C-und-vieles-mehr/31761.html

          Trotzdem danke für die Kritik. Wir werden das für den nächsten Artikel zum Stand der Arbeitslosigkeit berücksichtigen.